Ausgabe 
7.6.1907 Zweites Blatt
 
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Kuttft «nd wefienschaft.

. c Die Frankfurter Festhalle. Aus Frank­furt a. M. schreibt man uns: Nun wird also für die viel­berufene Festhalle, das großartige Millionenprojekt, das noch in den letzten Wochen so viele Gegner auf den Plan gerufen hatte, draußen am Kohenzollernplatz, in dem freuen Stadtviertel, wo das moderne Frankfurt sich mächtig iausbreitet, der Spaten angesetzt werden. Bis zum 1. Juli 11908 muß wenigstens der Rohbau fertig sein, wenn die deutschen Turner nach Frankfurt kommen. Und wenn dann wiederum ein Jahr verstrichen ist, und der Kaiser in die Reichsstadt kommt, die er bisher nicht eben mit seiner Huld verwöhnt hat, so soll ihn und die Teilnehmer am Sänger­krieg dieteure Halle" fertig und vollendet grüßen. Die teure Halle: vorläufig sind 4 Millionen angesetzt, aber diese Millionen werden im umgekehrten Verhältnis Lur Entfernung des Termins der Vollendung wachsen, und die Stadtverordneten werden dann Gelegenheit haben, sich ols Männer zu zeigen, die die Grundlage der politischen Bildung, das sog. Bewilligungsalphabet, kennen: wer A gesagt hat, muß auch B sagen. Dann werden die Klagen Der letzt von dem Oberbürgermeister so elegant zur Seite geschobenen Opposition zu ihrem Rechte kommen. Ob die äußeren Formen der Halle, der schlanke, aber eigentlich der inneren Berechtigung entbehrende Turm und die nüch­terne, flache Eisenkonstruktion der Kuppel, den Besuchern lauf die Dauer gefallen werden, ist zu bezweifeln. Man jtoirb dann vielleicht bedauern, nicht zunächst erst einmal Zeinen freien Wettbewerb zur Erlangung künstlerisch wert­voller Ideen veranstaltet zu haben, wie es dieser groß- lartige Plan erfordert hätte. Sicherlich hätte ein solcher Plan zur Förderung der deutschen Baukunst enorm viel veigetragen, denn derartige Aufgaben sind rar. Wer weiß, (was für schlummernde Talente bei einem solchen allge- jmeinen freien Wettbewerb ans Licht getreten mären. Viel­leicht werden dieSchwarzseher" auch Recht behalten, daß her große Bau nicht in der überaus kurzen Frist von zwei Jahren fertig werden kann, und daß daun kostspielige pro­visorische Bauten notwendig werden. Aber diese Dinge wuhen im Schoße der Götter. Die Tatsache aber soll jeden­falls hier festgenagelt werden, daß noch selten ein Millionen­projekt so hastig durch ein Parlament gejagt ist, wie dieses hochbedeutsame Festhallenprojekt. Natürlich hatte der Ober­bürgermeister recht, wenn er das Projektwohlvorbereitet" nannte. Wer diese Vorbereitung war einseitig, und es handelte sich ja nicht darum, ob das preisgekrönte Projekt ,bes Architekten Thiersch und der Firma Holtzmann sorg­fältig vorbereitet war, sondern darum, ob die Stadtveroro- neten dieses und die anderen Projekte sorgfältig und in Rübe prüfen können, ehe sie die Entscheidung fällten. Und das ist doch kaum möglich, wenn die Dtadtverord- keten um 5 ^Uhr juim ersten Male vor die Pläne geführt werden und um 6 Uhr ihr Votum abgeben sollen. Auch kdie Kommission, der natürlich die Hauptarbeit zufiel, hatte nur ein paar Tage Frist, um das Ganze durchzuarbeiten und umzuarbeiten. Aber wer den ganzen Hergang ver­folgt hat, wußte seit längerer Zeit, daß die Verhandlungen im Stadtparlament nicht viel mehr als Formensache war. Architekt und Bausirma hatten den Auftrag schon vorher an" der Tasche. Es hat keinen Zweck, sich hinterher noch «aufzuregen. Die Zukunft wird zeigen, wer Recht gehabt hat. Die moderne Bewegung wird sich unaufhaltsam auch in der Architektur Bahn brechen, uno die Epoche der historischen Stile, der das Geschlecht Thiersch-Wallot usw. angehört, wird bald selbsthistorisch" sein. . . Z.

München, 6. Juni. Generalintendant Freiherr von Speidel hat heute Vortrag beim Regenten über das Immediatgesuch des Gcneralmusik-Direktors Mottl gehabt mit dem er seine Ent- Tassunng aus dem bayerischen Hofdienst und dein Münchener jHoftheaterverband zum Herbst d. I. beantragt. Das Gesuch ist mit Rücksicht auf die bis 1910 dauernde kontraktliche Verpflichtung jMottls in München vom Prinz-Regenten a b g e l e h n t worden, iso daß auf Grund der Satzungen des deutschen Bühnenvereins, dem die Wiener Hofoper auch angehört, ein Uebertrilt Mottls dorthin als ausgeschlossen erscheint.

Paris, 5. Jnni. Das hiesige B e e t h o v e n - Denkmal- Komitee, welches gestern in der Großen Oper ein glänzendes Festkonzert veranstaltet hatte, wo Saint-Saens die 9. Sinfonie dirigierte, überreicht dem Botschafter Fürsten Radolin für seine 'werktätige Sympathie eine eigens gepflegte Beethoven-Denk- ünz e.

Universitäts-Nachrichten.

Marburg, 6. Juni. Nach dein soeben erschienen Verzeich­nis der Studierenden unserer Universität beträgt die Ge­samtzahl einschließlich der 71 zum Hören der Vorlesungen Berech­tigten 1954 gegen 1542 im letzten Winter unb rund 1800 un vorigen Sommer. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich die Studenten Ivie folgt: Theologie 179, Juristen 441, Mediziner 301 und Philosophen 1033. Der Heimat nach staminen 1514 aus dem Königreich Preußen, darunter 608 aus Hessen-Nassau, aus den übrigen deutschen Staaten 292, darunter 37 aus dem Großherzogtum Hessen, aus den sonstigen europäischen Ländern 60, aus Amerika 13 unb .aus Asien 4. Unter den 71 zum Hören berechtigten besindeii sich ,83 Damen.

I Aus Kiel wird uns heilte geschrieben, daß der ordentliche Professor und Direktor der Frauenklinik an der Uliiversität Gießen, Geh. Medizinalrat Dr. Johannes Pfannen stiel euie» Rui als ^Nachfolger von Geh. Med.-Rat Prof. Dr. R. Werth an die Kieler ^Universität erhalten hat. Offiziell ist davon noch nichts bekannt, doch hat sich Geheimrat Pfannenstiel, wie wir hören, nach Kiel begeben.

Arbeiterbewegung.

Frankfurt a.M., 6.Juni. Der Arbeitgeberverband ckm Metallgewerbe hatte gestern eine Besprechung mit seinen ^Mitgliedern, um über den Stand der Offenbacher Aussperrung zu Berichten. Man will die neuen Vereinbarungen schon am 1. Juli Kraft treten lassen, und hofft bis dahin noch eine Einigung zu erzielen. Die noch Arbeitenden aus den Adlerfahrradwerken be­schlossen mit 150 Stimmen Mehrheit, Freitag die Arbeit nieder­zulegen, falls bis dahin die Aussperrung nicht aufgehoben ist.

.daris, 6. Juni. Tie eingeschriebenen Seeleute von Samt Nazarres, Agde, Cherbourg, Bordeaux und Nantes sind .dem Befrpiel ihrer Kameraden in Havre und Marseille gefolgt und haben den Aus stand für beendigt erklärt, während die t von Dünkirchen und Toulon im Ausstande verharren.

Itoloniatpoft.

IXnfec Ko lonialwesen und seine wirtschaft­liche Bedeutung. Von C h r. G r o t e w o l d. 248 Seiten mit Abbildungen. Stuttgart. Ernst Heinrich Moritz. Geb. 2 Mk.

Hierzu erscheint in demselben Verlage:

WirtschaftsatlasunsererKolonien, bearbeitet von Sprigade u. M. Moisel. Herausgcgeben vom Kolonial- wirtschaftlichen Komitee (wirtschaft!. Ausschuß der deutschen Kolonialgesellschaft. 6 Blatt in Buntdruck mit Mappe. 2 Alk.

Erellenz Ternburg, der verantwortliche Leiter unseres Kolonial- swesens, hat die Widmung des Buches angenommen, was dem Merkchen schon zur Empsehlung dient. Weile Kreise unseres Volkes verlangen augenblicklich Aufklärung über den Wert unserer Kolonien Der Verfasser befleißigt sich, den Wissenshnnger dieser Kreise zu stillen und gleichzeitig einer praktischen und wirlschaitlichen nützlichen Kolc>° jnialpolilik Freunde zu werben mchr im Sinne einer uferlosen Kolo­

nialschwärmerei, sondern auf Grund einer objektiven Brurdigung der realen Tatsachen, ivie sie sich aus amtlichen Material, aus der zuver­lässigen Literatur und ans den persönlichen Informationen des Verfassers ergeben. Der allgemeine Teil behandelt die ge­schichtliche Entivicklung, Zweck niid Arten der Kolonien, Staats­recht und Verwallungspraxis, Bedeutung für die Volkswirt­schaft unb die wirtschaftliche Nutzbarmachung, sowie die Ver­bindung der Schutzgebiete mit dem Mutterlande und mit dem Weltverkehr. Im speziellen Teil finden sich Abhandlungen über Togo, Kanierun, Südwestafrika,Ostasrika,Neu-Guinea, die Marschall- inseln, Samoa, Kiautschou, sowie eine reichhaltige Statistik und Belehrung über die wichtigsten Produkte unserer Schutzgebiete. In einem Nachtrag sind einige interessante Zahlen aus der Denk­schrift des stellvertretenden Kolonialdirektors Dcrnburg angeführt. Tas Buch dürfte geeignet sein, seinen Lesern die Kolonialdebatten in den Parlamenten verständlicher zu machen, als , dies ohne Kommentar möglich ist. Das zugehörige Kartenwerk ist gerade in wirtschaftspolitischer Hinsicht sehr instruktiv gehalten und ergänzt glücklich den Text des Werkes.

Kandel.

Von der Berliner Börse. Alle Versuche der Spe­kulation, Leben in das Geschäft zu bringen sind vergebens. In Gegeiiströntungen waren heute die Westbörsen unb Amerika. Auch der Bericht des Icon Age war nicht geeignet, besonders anzuregen. Bevorzugt lvaren nur Lombarden infolge Wiener Käufen und der in Aussicht stehenden Ermäßigung der Investitionen. Andere österreichische Werte lagen hingegen rechts schwach infolge der Aenßerungen des Generalsekretärs der Oesterreichisch-Ungarischen Bank über die Geldlage. Schifsahrtsakiien waren etwas gebessert, ba aus dem Tariflampf nichts geworden ist. Ausgesprochen matt lagen Montanwerke. Auch Banken waren gedrückt und die amerik. Bahnen hatten nach eintägiger Hausse wieder einmal umso emp­findlichere Baisse. Russen gingen von 75,40 bis 74,90. Tie unijizierten Türken verloren ebenfalls 0,40 Proz. Oesterrcichische Kreditaktien schlossen wie gestern 205. Deutsche Bank und Dis­konto - Kommandil verloren je V2 Prozent. Bochumer mußten 1,90 Proz. nachgeben. Deutsch-Luxemburger wichen bis 183,50. Gelsenkirchener waren eher eine Idee besser. Harpener gingen von 205 bis 204,25. Zunr Börsenschluß machte sich eine leichte Besserung bemerkbar; der Privatdiskont notierte wieder 45/s Proz.

Markte.

db. Butzbach, 6. Juni. Der heutige Schweinemarkt war überaus stark mit Ferkeln befahren. Ter Handel war bei ge­drückten Preisen stott. Es wurden erzielt für 58 Wochen alte Schweine pro Paar 25 bis 35 Mark. Einleger, 1418 Wochen alt, waren nur wenige angeboten und erzielten verhältnismäßig bessere Preise.

ic. Franks u r t a. M., 7. Juni. tOrig.-Telegr. desGieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkarste standen 00 Kalber, 00 Schate u. Hänunel, 597 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 56-00 Pf., Lebendgewicht 44.0000 Pf., 2. Qual. 5500 Pi., Lebendgewicht 43.50-00 Pfg., 3. Qual. 4749 Pfg. Kalberi. Qual. 0000 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgewicht 0000 Pfg. Schafe 1. Qualität 0000 Pfg., 2. Qualität 0000 Pfg, Geschäft bei Schweinen: gedrückt, Üeberstand ziemlich.

W Offenbach, 6. Juni. Bedeutende Betrügereien werden den in einer Portefeuillefabrik beschäftigt gewesenen Porte- feuillcrn Maschmann und Jüngling, die Schwäger sind, zum Vor­wurf gemacht u. standen als Angeklagte vor der Darmst. Strafkam­mer. Maschmann war Vorarbeiter und besorgte mit Kollegen die Her­stellung von Postkartenalbums. Jüngling als Werkführer fertigte die Lohnlisten aus und ließ die Gelder anweisen. Als eines Tages ein neuer Werkführer die Stelle Jünglings vertrat, fiel diesem die hohe Summe der für Arbeitslohn bezahlten Betrage auf und als man der Sache lauf die Spur ging, fand man, daß ca. 1800 Mk. mehr für Arbeitslohn für Postkartenalbums ausgezahlt waren, als nach den Tagebüchern versandt, resp. vorhanden waren. Masch­mann gab die Betrügereien zu und wollte den Betrag nach und nach abverdienen, sodaß der Fabrikbesitzer damit einverstanden war und ihn weiter beschäftigte. M. trat aber bald danach aus, zahlte nichts ab, machte vielmehr bei dem Gewerbegericht eine Lohnforderung von 400 Mk. geltend. Jetzt war die Geduld des Chefs zu Ende, es erfolgte Anzeige und M. wurde heute wegen Betrugs ufiv. zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. I. wurde freigesprochen.

S ch n e i d e m ü h l, 6. Juni. Die Zivilkammer des Land­gerichts verurteilte den M a r i n e b a u r a t Iancke aus Danzig zur Herausgabe der Herrschaft Grabowo an den Für ste n zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Das Urteil wurde gegen 300 000 Mk. Sicherheit seitens des Fürsten Hohenlohe für vorläufig vollstreckbar ertlärt.

Trie r, 7. Juni. TaS Schöffengericht verurteilte den Handels­mann Lambert, der den Herbergsivict Körperich loegeu dessen Weigerung, ihm Getränke zu verabfolgen, niedergestochen hatte, zu 10 Jahren 1 Monat Zuchthaus.

Plauen i. B., 7. Juni. Das Urteil des Schöffengerichts Ancrbach, das denGenossen" Adolf Hoffmann zu 3 Wochen unb zwei andereGenossen" zu je 10 Tagen verurteilte, weil sie bei der letzten Reichstags-Stichwahl gelegentlich bei Besuchen der Lungenheilstätte Albertsberg Hausfriedensbruch begangen haben sollen, wurde vom Landgericht Plauen aufgehoben. Alle drei tuurbeii freigesprochen unb die Kosten der Staatskaffe auferlegt. (Vorwärts.)

Spiclptan

des Großherzogl. Kurhaus-Theaters Bad-Nauheim.

Tirektion Hermann S t e i n g 0 e t t e r.

Montag den 10. Juni:Tie goldene Eva". Lustspiel in drei Akten von Fr. v. Schönthan und Fr. Koppel-Ellield. Mittwoch den 12. Ium:Alt-Heidelberg". Schauspiel in 5 Auszügen von W. Meyer-Forster. Freitag den 14. Jlini: Eröffnung der Operetten- Spielzeit:Tie Fledermaus." Operette in 3 Aufzügen von Joh. Strauß. Samstag den 15. Juni:Sherlock Holmes". Detektiv- komödie in 3 Akten von I. Bernhard.

WchknWkMcrM der Todrsfüilk in dttSiudt Kietzen

21. Woche. Vom 19. bis 24. Mai 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 (inkl. 1600 Mann Militär). Stechlichkeilszisfer: 24,66 % nach Abzug von 9 Ortsfremden: 8,81 n/oo.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene

1.

: im vom

Lebensjahr: 2.15. Jahr

Tetanus

2(2)

2(2)

Blinddarmentzündung4 (3)

4(3)

Tuberkulose

2(1)

2(1)

Lungenentzündung

2(1)

2(1)

1

Herzschlag

KD

KD

Krebs

1 (1)

1 (1)

- _

Lebensschwäche

2

2

Summa: 14 (9) 8(6) 2 4 (3)

Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSroartS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

kirchliche Had>rSd>tcn»

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 9. Juni, 2. Sonntag nach Trinitatis:

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer S ch ,v a b e.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirrnierten der Markus- gemeinde.

Vorniittags 97, Uhr: Professor D. E ck.

Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für die Matthänsgemeinbe.

Pfarrassistent Steiner.

In der Johanncskirchc.

Vormittag? 8 Uhr: Pfarrer Euler.

Zugleich Christenlehre für die Neiikonsirmierten au? ber Lukas- gemeinbe.

Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer A u s f e l b.

Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für bie Johannes- gemeinbe. Pfarrer Ausfeld.

Abends 8 Uhr im Konfirmandenfaal: Versammlung unb Bibelbesprechung.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 8. Juni 1907:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit jur heil. Beichte.

Sonntag den 9. Juni, 3. Sonntag nach Pfingsten:

Vorniittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

r um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung ber heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 97, Uhr: Hochamt mit Prebigt.

Nachinittags um 2' Uhr: Christenlehre; barauf Andacht mit Segen.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 8. Juni 1907:

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt.

Nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.30 Uhr.

Wocbengottesbienst: morgen? 6.00 Uhr, abend? 8.00 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

1907

Barometer am 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

6.

2*

743,6

16,5

9,2

66

W

4

Bew. Himmel

6.

9"

743,0

13,9

9,7

82

N

2

7.

7«

745,5

9,2

7,6

89

SW

2

Bed. Himmel

Höch

ste Ter

tperati

r em

5.6

Juni

= +

6,8 C.

Niedrigste , , 56. = + 11,7* C.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 8. Juni: Wechselnde Bewölkung, geringer Siegen. Temperatur wie heute, westliche Winde.

Original-Drahtmelbrrngen.

Dortmtlnd, 7. Juni. Der Arbeiter Adam Kurschuß, der am 27. Oktober vor. J§. den Betriebsführer Hahne der ZecheGlückauf Tiefbau" erschossen hatte, war in der letzten Schwurgerichtsperiode zum Tode verurteilt worden. Auf Revision des Verurteilten ioac das Urteil vom Reichsgericht aus forntalen Gründen aufgehoben worden. Das gestrige Schwurgericht, das bis in die frühen Morgenstunden tagte, verurteilte Kurschuß abermals zum Tode.

München, 7. Juni. Vom Schöffengericht Wolfrats­hausen wurde der Pfarrer und Distrikts-Schulinspektor Zipperer von Münsing, der am 5. Februar, dem Tage der Reichstags-Stichwahl, zwei Plakate der liberalen Partei abgerissen hatte, zu 3 Mk. Geldstrafe verurteilt. Geschäfts - Empfehlungen biiuaft Srühl'sche Universitäts-Druckerei, Eichen. Gras-Versteigerung.

Auf dem Gelände der neuen chirurgischen Klinik zu Gießen soll

Samstag, beit 8. d. Mts., vormittags 9 Uhr,

die erste Grasschur meistbietend versteigert werden.

Zusammenkunft an dem Gelände.

Gießen, den 6. Juni 1907. b1/,

Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten.

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Einladung

zum Abonnement im Gießener Stadttheater für die Spielzeit 1907/08.

Die Abonnements für die um den 1. Oktober beginnende Spielzeit 1907/08 werden demnächst vergeben. Die Bestellung erfolgt durch Ausfülten eines Vordrucks, der in der Musikalienhandlung von Ernst Ehallier, Neuenweg 9, unentgeltlich zu erhalten und in verschlossenem Um­schläge bis spätestens am 15. Juni bei der Bürger­meisterei abzugeben ist.

Pläne des Zuschauerhauses können bei Herrn Challier eingesehen, auch für 20 Pfennig das Stück bei demselben entnommen werden.

Vollabonnements auf 21 Vorstellungen an einem be­stimmten Wochentage gewähren gegen die gewöhnlichen Preise eine Ermäßigung vou 40 bis 45%, Teilabonnements auf 7 Vorstellungen eine solche von etwa 20%. Die Abonnements- tage und die Preise sind aus dem Vordruck zu ersehen.

Garderobegeld oder sonstigeRebenabgaben werden nicht erhoben. Logen werden nur im Ganzen abgegeben.

Jeder Abonnent kann die für eine bestimmte Vorstellung gültige Eintrittskarte bis 10 Uhr morgens am Aufführungs- tage zurückgeben und gegen Zahlung von 30 Pfennig für jeden Logenplatz, von 20 Pfennig für jeden Platz im ersten und zweiten Parkett und ersten Rang und von 10 Pfennig für jeden Platz im dritten Parkett und zweiten Rang einen Gutschein erhalten, der gegen eine Eintrittskarte für eine andere Abonnementsoorstellung derselben Spielzeit umgetauscht werden kann, soweit Platz vorhanden ist.

Die Zuteilung der Plätze erfolgt zwischen dem 15. und 20. Juni durch die städtische Theaterkommission; dabei werden die Wünsche der Spender für den Theaterbau in erster Linie berücksichtigt; Vollabonnements gehen den Teilabonnements vor; im übrigen entscheidet die Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen.

Theaterbau-Berein Gießen, G. m. b. H. v7.