Ausgabe 
6.2.1907 Erstes Blatt
 
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Marburg (Orig.-Tel.): Dr. Böhme (Dentschsoz.) 10 448, v. Gerlach ('Jint)OA) 8275.

Diez-Limburg: Buch sieb (Natl.) mit 13 500 ge­wählt. Cahcnszli (Ztr.) 10 300.

Höch<l - Ho ui bürg v. d. H.: Brühne (Soz.) mit 18 355 Stimmen gcwäblt. Itschcit (Ztr.) 15 141.

Hersfeld-Rothenburg: Werner (Refpt.) gewählt.

Brandenburg.

Berlin I. Mitte: Rncinpi (Frsg. B v t.) mit 8023 ge­wählt Arons (Loz.) erhielt 4618. (Bisher Slncmpi.)

F r a n k f u r l - kl e b u s 4 : Tie Wahl von Tr. Tetto (Natl. ist gesichert. (Bisher Bassermann.)

Ober-B arm rn: Pault <Rchpt.) mit 10 530 miedergewahlt. Bruns (Soz.) 7985.

Z a ti ch - B a l tz i g, I ü t e r b o g»L u ck e n >v a l d e: v. Ocrtgen (Rpt.) mit 19 631 gewählt. Ewald (Loz.) 11 703.

S< o 11 b u a - S v v e m b e r g : v. Lnf|eii (Reichspt.) 15 500, Bernstein (Loz.) 9690.

Ostpr ie g n i b: Losck)er (Npt.) mit 8857 Stimmen gewählt, v. Dallwitz (Kons.) 6201.

Westpreichen.

Stadtkreis Danzig: Mommsen (Frs. Vgg.) gewählt.

Graudenz-Strasburg: Sieg (null.) 14854 uni) von Selber schwechr.-Laszewski (Pole) 13 531.

Deutsch-Krone: G a m p (Reichsp.) mit 6542 Stimmen gewählt, Tr. Spahn (Ztr.) 4621.

Marienburg-Elbing: v. Oldenburg (Kons.) mit 15 339 Stimmen wiedergewählt.

Schlochau-Flatow: Wilkens (Kons.) gewählt gegen v. Kumierowski (Pole).

Pommern.

Rügen-Franzburg-Stralsund: Prof. Dr. Stengel (Frs. Vpt.) mit 12 365 Stimmen gewählt, v. Riepenhausen (Kons.) 9545.

Greifswald-Grimmen: Gothein (Frs. Vgg.) sicher gewählt.

Stadt Stettin: Dr. Dohrn (Frs. Vgg.) gewählt. Bisher Herbert (Soz.)

Schlesien.

Striegan-Schweidnih: Frhr. v. Nichthofen (Kons.) 15 604, Feldmann (Soz.) 8878.

Landes hu t -Jaucr-Bolkenhain: Dr. Hermes (Freis. Vpt.) 9266, Lisjel (Rpt.) 7517.

Bunzlau-Lüben: Dr. Doormann (Frs. Vpt.) 9962, Frege (Rpt.) 7026.

Görlitz- Lauban: M u g d a n (Frs. Vpt.) bisher 23 764, Müller (Soz.) 15 495. Mugdans Wahl ist sicher.

Liegnitz - Goldberg-Haynau: Fischbeck (F r s. Vpt.) mit 13 678 Stimmen gewählt. Buchholtz (Ä-Ütte.standspartei) 9600.

Landkreis Breslau -Neumarkt: Graf Carmer (Kons.) 9976, Schuh (Soz.) 5480.

Grünberg-Freystadt: Veuchelt (Kons.) mit 13400 St. gewählt. Stolpe (Soz.) hat 6500.

Grob-Strelih-Koset: Glowatzki (Ztr.) mit 11500 Ci. wiedergelvählt. Siencanowski (Pole) 8900.

Provinz Sachsen.

Nordhausen: WieDciwahl Wiemer (Frs. Vp.) mit großer Mehrheit gesichert.

Halber padt, Osck)ersleben, Wernigerode: Nimpau (Ntl.) 20 000, Bartels (Soz.) 13 600.

Querfurt - Merseburg: Winker (Kons.) 16 954, Pollender (Soz.) 9391.

Erjurt-Schleusingen: Hagernann (Ntl.) gewählt mit 22153, Schulz (Soz.) 17 loü. 2 Ortschaiten fehlen.

Wolmirstcdt - Neuhaldensleben: Fehlhauer (Ntl.) mit 5000 Stimmen Mehrheit gewählt.

Wanzleben: Ricseverg (Miitelsidspi.) 9695.

A i l t e r s e l d-Delil,ch: Baueimeister (Np.) mit 16 245 Stimmen gewählt. Raute (Soz.) 10 675.

M ü h lh a u s e n-Langen,aiza-LKißensee: Eickhoff (frs. VP.) mit 14 111 gewählt. Zedlitz (Rp.) 11 126.

Liebenwerda-Torgau: Wilde (Natl.) mit 13776 .Stimmen gewählt.

Hannover.

Harburg- Rotenburg: Dahrenhorst (Rp.) 21 744, Baerer (Soz.) 16 326.

Melle-Diepholz: Wachhorsi de Wente (Natl.) mit 10576 gegen Colshorn (Welse) geivählL

Goslar-Zelierietd' Kötle (fraktionslos) mit 13850 ge­wählt. Leinert (Soz.) 8100.

Hameln - Liltdett: Hausmann (Natl.) mit 16075 wieder­gewählt. Schmidt (Soz.) 12 725.

Göttingen- Munden-Duderstadt: v. Lhlenhusen (Welse) mit 11615 wiedergewählt. Levin (Ätatl.) 10 829.

Emden-Norden: Fürst zu Inn- und Knyphausen (Kons.) mit 12 055 Stimmen wiedergewählt.

Stade-Bremervörde: Reese (Natl.) mit 14 615 gewählt. Rhein (Soz.) 6450.

Otterndorf- Neuhaus: Dr. Hahn (V d. d. L d w>) ae- wählt mit 17 074 gegen Haverkamp (Soz.) mit 13 923.

Schleswig-Holstein.

fconbetn: Dr. Lionhart (,rs. Vp.) mit 9491 gewählt. Fedderwn (Natl.) 8773.

Schleswig: Spethmann (frs. Vp.) mit 11442 gewählt. Mattieic (9icitL) 10 299. Einige Ortschaften fehlen noch.

Äppenrade-Flensburg: Womuielödorsf (Natl.) mit 11215 Stimmen sich-cr geivählL Michelsen (Soz.) 8253.

Herzogtum Lauenbura: Heascher (Wildlib.) 5795, Lesck)e (soz.) 3143. (Bisher Lesche.)

Di11mars ch e n - Steinburg: Tie Wahl von Görck (Natl.) ist sicher. (Gegen Müller Soz.)

Oldenburg-Plön: Dr. Struve (srs. Verg.) mit 998-1 Stimmen gewählt.

Westfalen.

Altena, Iserlohn: Müller (Freis. Vpt.) mit 21614 gewählt, Habeilaub (Soz.» 15 906.

B o d) u in, Gelienkuchen, Hallingen: Huö (Soz.) 59 702, Haae- maim ('JlaiU 57 815.

Hagen: E u n o (Frs. Vpt.) mit 22 607 gewählt, König (Soz.) 2U 669.

H a m m, Soest: Wiedeberg (Ztr.) gewählt, gegen Wesler- mann (JlaiL).

Nheinlande.

Wetzlar-Altenkirchen: Behrens (C h r i st l. - S o z.) mit 15 319 Stimmen gewählt Krämer ('Jloil.) 10 036.

S t n ö t Köln L Tie Wahl von D r l m b o r n (Z t r.) scheint gesichert.

Esten: GieSberlS (Z,r.) bisher 42 SCO, Gewehr (Loz.) 38 900. Ginige kleine Bezirke stehen noch aus. Tie Wiedeiivahl Qliesbevie i|X sicher.

Düsseldorf: Kirch (Zir.) 33 318, Grimpe (Soz.) 25 233. e« « a1 - e r e 1 $ 0 1 Ul e 11: "uiz (E h v lsll. - ä> o z.) Mil rund'

33 000 stimmen gewählt, Alotlcnbnhr (Soz.) r»md 28 U00.

Elberfeld, 6. Fcbr. 9iach dem Bctanuliveiden des WahlrejullcckcS vor dem Vollshonse wurde die Polizei nm Steinen und anbcicn Gegenständen beworfen. Lichtere Schutzleute et litten Verletzungen. Tie Polizei gmg nut blanker Waffe vor und es enhuidclie sich em Strasienkani pf, bei dem aus den Hüusctn allcihanb ge- sührllche Gigensiänbe gewotsen wnibeii. N.chicie L ch u tz - leute wurden durch M e, s e r |l i ch e verletzt. In den Siachbarslrasien kamen ebenfalls giope Luinnlte vor, die bis

in die Nacht hinein dauerten. Weitere Krawalle sind zu

befürchten.

Dio er?, Ree?: Fritzen (Ztr.) mit rund 16 000 Stimmen gegen Vorüer (Rpt.) mit rund 14 OCO Summen gewählt.

Saarbrücken: Bols (Nail.) mit 20o0 Stimmen Mehrheit gewählt.

M ü lh ei m(Ruhr--Oberhausen-Duisburg: Hengsbach (Soz) gewählt.

Ottweiler-St. Wendel: v. Schubert (Natl.) mit 19 626

getrübt.

L e nn ep-Nemscheid-Mettmann: Eickhoff (frs. Dp.) 28 651 und Meist (Loz.) 23 044.

Clbenbiitg.

Birkenfeld-Lübeck: 'Jibiiiorit (Hosp, der Frs. Vpt.) mit 15 628 gewählt. Stelling (Loz.) 7821.

Varel-Jever: Lraeger (Frsg. Vpt.) mit 17 676 gewählt. Hug (Loz.) 9505.

Königreich Sachsen.

Bei den Stichwahlen tm Slciugieid) Sachsen winden gewählt: 1 Konietvarivl r, 1 eichepauci, 1 'ieiourvauei, 3 Rationalul erole, 2 Freisinnige Bollspniici. Mithin sind in den 23 fächsud.en Wahl- kreiicn g(ivc(;lt: 2 Kcnieirauve, 1 sJ.eid st'ciici, 3 Re'oiinvaiiei, 6 Qiaiiciiolliterde, 2 Ficisn.mge Boll-porici, 1 Ihitieli.onbei'aiiei i.iiö 8 Soi'albiinofigicn. Tie L oz i a l d c in ot r a i e n ver­loren im Ganzen i ii S n cb f c u 13 Sipe.

Dresden >Ali|iadi): Tr. Heinze (Jiatl.) gewählt. (Bisher Tr. (hraänaner [eoj.].)

P lauen: Gnenther (Freis. Vpt.) mit 24292 Stimmen gewählt; Gensd) (Loz.) 15 496.

Z l l t a il (bist), eoi.): Bnddeberg (Freis. Vpt.) gewählt. 'Heißen: (knebel (Tt. JHe'p ) 17 231,; Rckfchle (Loz.) 14921. O i d; a tz» G r i in m a: T r. G i e j e pioni.) mit 14320 gewähli. Lipinski (Lo>.) 10 465.

Anngberg-Ldiwarzenberg: Tr. S t r e s e m a n n (Nat.) nin 14 500 Stimmen gewählt.

Thüringen.

Jena Neustadt Lemnann ('Jtat() sicher gewählt.

(5 o b n v g: Tie Wahl OnartJtoil) ist sicher.

W e i n» a r - A p o l bji: Tie Wahl von E-racff (Tenlschsoz.) ist sicher gegen Banden (Loz).

Altenburg: Schnubl (Rpt) mit 22213 gewählt, Vuchwald (Loz) 19450.

Bayern.

München I: Wolrel (Di a 10 mit 13000 Stimmen gewählt gegen Birk (Loz) mit 10 500.

Wi lind) en 11: v. Volmar (S o z) mit großer Mehrheit wiedergcivählt. Herr von Bo l.n ar ist am Tage der Stichwahl jdjiuer erkrankt und nadjis noch operiert worden.

Wüilcn.bcrg.

Freudenstadt - Oberndori: Wagner (Tt. Vpt) 12084, Andre (Ztr.) 7612. 1. eigner gewählt.

Birltingen-Rouweil: Haußmann (TL Dpl.) 14132, Schell- hom (Ztr.) 12 4H.

Crailsheim: Bogt (Bdl.) 9948; Augst (Tt. Vpt.) 8158. Vogl »viedergewählt.

OZeislmgen-Ulin: Slorz (Frs. Dpt.) 14 617; Dietrich (Loz.) 10 213.

Besigheim-Heilbronn: Pfarrer Naumann (Freis. Vgg.) 15 696 und Wolsf (Bdl.) 14178. Ngumcum gewählt. (Bisher Wolfs.)

Ealw-Nagold: Schweickhardt (Tt. Vpt.) 9846; Adlung (Bdl.) 8566.

Boeblingen-Leonberg: Roth (Bdl.) 8530; Leo (Tt. Vpt.) 7176.

Fürstentum Waldeck.

Dotthoff t e 11. B g g.) 5981. Freiherr v. Nichthosen Teittsd)foz.) 1517.

Baden.

Karlsruhe: G e ck (S o z.) 17 157, Dr. Weill (Frs. Vpt.) 15 834.

Heidelberg: Tie Wiederwahl von Beck (Natl.) ist ge­sichert.

Freiburg-Waldkirch: Hauser (Ztr.) mit 15 589 St. ge­wählt. Obkirckier (Natl.) 12 560.

D o n a u e s ch i n g e n - Billiugen: Dussner (Ztr.) mit 12 465

Stimmen wiedergewählt gegen Weishaar (Natl.) 11012.

Pforzheim- Durlach: Eichhorn (Soz.) mit 17077 St. wiedergewählt gegen Wittum (Natl.) 14 729.

Lörrach-Müllheim: Blanienhorn (Natl.) mit 11130 St wiedergewählt gegen Kopf (Ztr.) 9384.

Elfah-Lothringen.

Straßburg: B^hie (L-oz.) gewählt.

Straßburg-Land: Tr. Will (Els. Ztr.) 10252 St gewählt. Blumenihal (TL Vpt.) 9268.

Metz: Grogoire (Lolhr.) 12 873. Dr. Forröc (ZK.) 12693.

E o l rn a r: Preis (Ztr.) mit 1500 Stimmen Mehrheit gewählt.

Preststimmen.

Ter Ausgang der ReidzSlagS-Stichwahlen wird vorerst nur von wenigen Blättern besprochen. Diese drücken ihre Be­friedigung über die Dhcbcilage der Sozialdemokratie aus.

Tie Boss. Ztg. erklärt, m jedem Falle enthalt das Wahl- rcsnltat eine ernHeMahnnng an dieRegicrung. Nichts wäre ocrbängnieuollcr, als wenn sie über kurz oder lang das alte Verhältnis zum Zeiitrum wieder herslellen wollte. Tic Wahlen sind uoiübcr und jetzt erwartet das deutsche Volk uoin Für 11 en Bülow Taten. An ihm wird es liegen, and dem von seiner Prcssc anei-kamiten Anfschwnng des Liberalismus die 9!utzanwendiing für die prak­tische Politik zu ziehen. Fürst Bülow hat Hoffnungen cnvcekt, eS wird an ihm sein, zu verhindern, das; die Schwarz­seher Recht bekommen nut ihrer Voraussage: Es bleibt doch Alles beim Allen.

Die freikons. Post spricht in scharfer Weise ihr Mißfalleii über die Haltting der anderen Parteien bei den Stichwahlen aus, weil sie mehifad) die Sojialbcmofiatcn unterstützt hätten. Tas Blatt schreibt: Im Verlauf der Stichivablen gab es bedauerliche Zeugnisse der polil. Unreife und der Par lei-Ver­bissenheit eines großen Teiles der deutschen Wählerschaft. Anstalt gegen die Sozialbemolralie und ihre Alliierten zu kämpfen und ihnen eine entscheidende Niederlage beiznbrmgen, haben Teile des Freisinns, der DlalionaUtbcialcii und des Zentrums den Sozialdemolralen zum Siege verhalfen. Für solche Wähler in jedes Wahlrecht unbrauchbar. Die Tägliche Diundschan schreibt: sJhd)t Lilles ist erreicht worden, der rote Schrecken ui gebannt und wenn die Sozialdemokratie mit 4u jJlaiibalfii zurncklchrt, verdankt sie dies nur einer bürgerlichen Partei, dem Zentrum. Tie Regierung hat einen besseren Reichstag als den früheren. Nun liegt es an ihr, mit ihm gut zu wirtschaften.

Von der Wahl am 25. Januar.

Nach amtlichen Fefineitungcn teilt DieRordd. Allg. Zig." mit, das; die Zahl ber Wahlberechtigten 13247 370, die Zu­nahme seit 1903 also 716,122 betrug. In Prozenten beträgt die ßimabme der bei der Lt e i chs la g swa hl insgesamt ab­gegebenen Stimmen im VcryallniS zur vorigen ReidzslagSwahl iimb 19 Prozent. Von den Parteien haben die stärkste prozentiiale Zunahme Die drei liberalen Block­

Parteien aufznwelscn, nämlich 40 Prozent. ES folgen die Nationalliberalen mit 26, die beiden konservativen Parteien mit 18, daS Zentrum mit 16, die Sozialdemokratie mit 8 Prozent. Bei der Deutschen Reformpartei und der Wirlickwft. lichen Bercinignng zusammen mit der Süddeutschcii Bolksparlei wird man im Vergleich zu den entwrcchcndcn Gruppen der letzten Wahlen, unter Einfluß des Bnnbes der Landwirte, eine Vermehrung der Stimmen um etwa 10 Prozent annehmen können.

politifdK Lagesßcha«.

Bom neuen Reicysiage.

D'e Meldung, der ncugewählie Abgeordnete Fürst Hatz, fcldt werde von den beiden tonservaliven Frallioncn als ReichStagSpräsident in Vorschlag gebracht ivetden, ist nach linieren Erkundigungen als verfrüht anznseheii. DaS Zentrum hat sich noch in keiner Weise baiüuer schlüssig gemacht, ob cs das ihm als slärlster Partei znitehciibe Recht, den eilten Präsidenten vorzuschlagcn, prclsgcbcn wird oder nicht. Em hervorrageiider ZcntrnmSpailamciilarier meinte, er iel)e feinen Grund, warmli der »Sieger* un Wahllanips sich an den Anspruch auf eine Vizcpiäsibcnteiistelle genügen lassen sollte. Wenn das Zentrum and) nicht mehr im früheren Sinne Regierungspartei sei, so pflege bod) nach Konstiiliierung des Parlaments das gesamte Prä|lbinm sich bei Hofe vorzn- stellen, unb ta könne em Zentrumsmann ebenso gut als enter wie als zweiter ober butter Piäsibent in Eischcinung treten. Eine RelchstagSmehrheit für einen Zcntrumspiäsidentcn würbe sich zweifellos zufainmenfinben. Die Reldzspartei, ber Fürst Hatzfelbt angchört, stellt bekanntlich seit Jahrzehnten ben Borsitzenden der Biibgelkomnussion. Die Konservativen luerben dem Vernehmen nach auf jeden Fall wieder önrd) den Grafen Stolberg-Wernigerode im Präsidium vertreten fern.

Wahlprotcste.

Gegen mehrere Wahlen in uuicitä jetzt Protesterhebung in Aussicht genommen, weitere Einsprüche durften folgen von bürger- lidjer wie von sozialdemokratischer Seite. Die Wahlprüfungs- kommission des Reick-stages wird also bald an die Arbeit gehen können. Sie ist wohl die am meisten befehdete Abteilung ves Parlaments, und ihre Beschlüsse bürilen jetzt umsomehr balb vor ber einen, bald von der anderen Partei im Plenum bekämpft werden, als die Ausübung des Mandats endlich mit Diätenbezug verbunden ist. Die Diätengewährung madji aber andererseits zur Notwendigkeit, daß über die Gültigkeit der angesod>tenen Mandate im beschleunigten Verfahren entschieden wird. Denn es dürfen nicht längere Zeit hindurch aus der Reichskasi'e Gelder an einen Mandatsinhaöer gezahlt weroen, dem die erforderliche Legitimation fehlt. Früher geschah es zuweilen, daß die Beschluß- sassung über einen Wahlprotest sich von Session zu Session verzögerte, sodaß die Legislaturperiode nahezu verstrichen war, als das bett. Mandat schließlich kassiert wurde.

Deutsche» Reich.

Berlin, 5. Fevc. xxrikCiwöduj.'' veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, wonach der Reichstag zum 19. Februar einberujen wird.

Als Vertreter des Kaisers wird an ber Ein­weihung der Universität Pittsburg (Norbamenka) bei itüljere DanDelsminister v. Möller teilnehmen. Herr v. Möller wird am 15. M ärz bie Reise über den Ozean anlreten.

,Kiel, 5. Fevr. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen weroen sich heute auf ein bis zwei Wochen nach Homburg b. t>. X). begeben. Für die erste Häl,te dieses Atoncüs unben bie geplanten Festlichkeiten nicht statt.

Ausland.

London, 5. Febr. ycuu#viu/tc»i aus Pietermaritzburg bestätigen den A u s r u h r im Swasi-Lande. Die Eingeborenen töten ihre Viehherden, wie es im vergangenen Jahr bie Ste­udten in der Natal-Kolonie gemacht traben. Die Lag« wird von der Negierung als sehr ernst betratet

Paris, 5. Febr. DerGauwis"' tommt heute auf die Schrute zuruck, die Der Sjcr.,og von Norwlk mit St ö n ig Eduard beim Vatikan unternommen Haven füll, um zu verhindern, bau das von Italien ubecnoiumene religiöse Protektorat im Orient an Deutschland übergehe. Das Blatt feiert des Königs weise Bocausziox, dem Ciii b.beutender Anteil an Der Ausg.eichLuttion zwisa;en Paris uitD dem Bat.lan zutomme

K o n st a n t i n o p e l, 5. Febr. Der t-riiid;e Uiitcr.au Lta- nitza Polyhron Ogko lM sich m die beutiüje kJct^au gezüchtet, wo ihm Asyl gewahrt wurde. Er ist Besitzer des Waldes, von dem das Antfterdamer deutsche Haus Caspari die Tra­versen lauste. Steaiuya war 14 Tage im Hause FehimS ein. gesperrt gewesen, wo ihm Fehim unter Torturen und Tobes- Drohungeu die UnKr-eici-nung eines Sa)ri|tstuckes erpreße, wonach Der Waid Fehims Eigentum wäre.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 6. Februar.

** II. KK. HH. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen passieUen heute morgen 7.57 Uhr, auf der Fahrt nach Homonig, Gcegen. Für bi: hohen Herrschaften unb Ge.olge wurde von Dem hiesigen Bahnhofsrestaurateur em englisches Fr Ühstück im Salonwagen serviert. Im Gefolge bejinden sich Hofdame Fräulein von PläniNer, Llapiiun von Egidy und Stabsarzt Dr. Olofs.

Wette Familie. Tie Eheleute Sch. in bei Mühlgasse, welche beibe Dein Trunk ergeben unb infolgebesscn and) in ganz ärmlichen Verhältnissen leben, kamen am Sonn­lag abenb bcibe betrunken zn Hause an. Sie haben ein vier Bionate alles SUub; als Lager dient ein Strohsack neben bem Ösen und hier hacken sic sich niebergelegt, als plötzlich bicses Lager zu brennen ansing. Die Fran halle bie brennende Lampe inngeworfen, ihre SUeiber hallen bereits Feuer gefangen, auch bas K'.n b bereits Bra n bw nn b en bavongelragcn, als Hausbewohner unb Polizei bas Lager löschien. Das Kmb luurbc so.'ort in anbeie Pflege gegeben unb das saubere Ehe­paar im Polizeigcjängius uniergeviadzl.

** Fuhrlüi, igc Körpeivcrietzung. Ter Tape­zier l e h r l i n g S ch. erschien gestern naü/.nitlag vor der Wurst- füdje einer Metzgerei und zeigte dem dort am Fenster stehenben Metzgergehülsen ein Deschin g. Hiirdm entlud sich die Waffe unD Die Stugd traf Den Metzger in die Schulter, Der Verletzte mußte den Arzt zu Ra.e ziehen uno hac Strafantrag geftellt

verinischte».

' Berlin, 5. Febr. Ain Samstag lief bei einer hiesigen großen Bank ein Ueberweisungsanstrag von bet Kommerzbank in Warschau ein, einem Gutsbesitzer Felix von Jezckoroivski, zur Zeit im Savoy-Hoiel in Berlin, fünfzig-' laufend '111 a rf auszuzaylen. Tas Gelb luurbe ausgczahll un Hotel durd) einen Slafjenbotcii, welchem fick) der Empfänger Icijiliiiucitc Durd.) seinen Pup unb ein ßleidjlaiuenbcS Schreiben