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6.2.1907 Erstes Blatt
 
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Mittwoch 6. Februar 11)07

Erstes Blatt

L 57. Jahrgang

Vtr. 31

rf (6 « iut täglich aufjer Comuagt.

tein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beiflelcflt und zioeüua! ivöchenitich das jüeisbloll sitr den Kreis Sieben, ^entsprech An- schliiüi.d.Äieüaklion IIS Verlag u. lLxpcdiuon 61 löiefie iür Tepeschen: Anzeiger (Ließen.

enerAnzeiger

al-Anzeiger für Oberhessen

Vczo g»v rei»: monatlich 76 viertel- iSbrhrt) 4)lk. 2.20; bnvd) Abuole- iu ^ipetqitellen nwnailich 65 Pk.; diirch die Post 'Bit. 2. viertel- ]dl)i-L anektiL Be-iellg. Lnnalsine von Lnzeigea hir die Lageonnininec bie vonninags 10 Uba Zeltenprets: total löt-*., cmeiuärtt 20 P^ittilq. Beianlivortlich 'ür den polü. und allgeni. fiel!: P. Wttlko; mt ,Liadl und üanö4 und ^v»eiichl»saal'-. Emir

Hotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderei. H. Lange. Lebaktion. Expedltkon und Drudcrd: Schulftrahe 7. ^^teik^e^» BeÜ

5ie Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.

(Sm-

Xicrcmigung einen Sch.

mit

Sozialdemokraten

Die National-

11 513

10 572

6.

7.

8.

9.

Wahlbezirk Wahlbezirk Wahlt'eziik Wahlbezirk

12 bcjio. 8, das Zentrmn 2 bezw. 3, die Monferuanuen 2, bic Freisinnige LoilSpartei 7 beziv. 2, die RcichS- bczw. einen, bie Freisinnige fßereii.tgung 4 bezw. 2,

Stichwahl b. Febr.

1. Wahlbezirk

2. Wahlt ezirk

3. Wahlbezirk

4. Wahl bezirk

5. Wahlbezirk

TaS Resultat ist:

Kopier . .

Hehligenpaedt

8637 Stimmen. Walia u (Nall.) erhielt 7184 Zinn men. F irdberg: Graf Ciiolo ('JlalL) 9000, Busolü (Loz.)

groben Fraktion an chlirsjcn, die einen bcbentenöeii

$ie Stichwayl in Ließen.

Ließen, 6. Februar 1907.

wohl. Etwas geringer war die Beteiligung aus dem ifanöe, odast sich eine prozentuale TucchichniltSztssec von 78 Proz.

ergibt.

Stimmen.

Die Stichwahl ist geschlagen und die Anhänger Köhler? können sich die Hände reiben und Irinnipliieien. Mit bei knappen Mehrheit von ca. 900 Stimmen ist der Altbürgernicisiei Kühler gewählt worden. Er hat seinen Sieg der unoeront- lichen KampseSweise eine» großen Teiles der 2oz>al­be m o traten zu verdanken, obwohl diele in ihm ihren schiofsllen Wegner sahen. Ter ganze Wahlkampf ist, nament­lich zuletzt, nut einer Gehässigkeit und Frivolität geführi worden, wie fie KieiS und Stadt Gießen bisher noch nicht gekannt haben. Die mannigfachen, ivenn auch sachlich nm zum kleinen Teile begründeten 'Ikvfluumunßcn wurden schließ­lich ins Maßlose vergrößert. SVlan reckte sie geflissentlich zur Unendlichkeit und zauste und zerrte an allen, nut besondere! Vorliebe seltsamerweise an solchen, bic persönlich dem ganzen Wahlkampfe fernblieben. Heyligenstaedt wurde nicht um allen Händlern, sondern selbst den 'jlrbcileimafien als bei .schwarze 'iliaun* oorgespiegelt, als em niederträchtiger Hasser des Arbeiters wie des Bauern. Wurde doch m einer der zahllosen anonymen Zuschriften vom 2anbe an unS ,H.yligen- staedt-Gießen dec Vertreter der Schande und £üßc* genauni. Tas stimmt ungefähr so, wie etwa bic Behauptung, Hen ftühler-LaugSdors sei der Erzengel Gabriel.

Von geivisienlosen Agitatoren würbe gehetzt und wurde gelogen, wurde unter Ausschaltung aller Gesittung und unter Verhöhnung aller Ehrlichkeit bie Vernunft mit Füßen getreten. Von lozialdemokr. Seite ziimal wurde selbit das für jedeu mir enugermaijen klar Lenkenden zu eriuebenbc Ziel außei Acht gelassen und einfach alles schlankweg abgelengnet, was zur Klärung der ganzen Lage vorgebracht lumbe, wenn es nicht von |ozialisti|cher Seile kam. Em Lelegiamm des in Mainz nicht ohne Zutun von NationaUiberalen geivählten Tr. David an ein Vlitglied des liberalen KreiS-Waht- ansichusfeS, das dazu angetan war, bie Wähler KrummS im ganzen Kreise zur Besinnung und zur Elusicht zu bringen, wurde als unerheblich, ja als unualthajier Eingriff des Lr. David erklärt, und daS von einer Lette, bie bie freie Llemungsaußerung eines Jeden, und obendrein handelle es fiel, hier um die eines so hervorragenden Parteigenossen wie des Lr. David, sonst allzeit großwortig im Munde führt. Schließlich wurde das Telegramm sogar alS gefälicht bezeichnet, ob­gleich es nichts als bic unbebmgle Folge persönlich mit ihn. gepflogener Verhandlungen war. Es erwies fich wieder, bag in Gießen allem an bic 500 ,freier* Anhänger beS sozialen JdealstaateS m herdenmäßiger Blindheit ihren Berliner Diktatoren solgten und Wahlenthaltuntz übten, davon ge­nau 208 schein . heyligenliaedtsche Abgabe durchiirichenci Wahlzettel. Jedenfalls sicherte bic Haltung einer großen Scho, von Sozialdemokraten bem Bündler Köhler den Wahlkreis Gießen. Tas liberale Bürgertum wird wohl bei allen fpateren, auch kommunalen Wahlen seine Lehre daraus ziehen.

Eure Reihe von Orten, die sonst besonders starke soz.-dem. Wählerscharen besitzen, wie Groß en-Linden, Heuchel­heim, Leihgestern, Lollar, vor allen anderen Orten ober Wieseck zeigten sich dagegen einsichtsvoller als ihre städtischen Agitatoren und ülassenverhetzer. Sie wählten bei Weisheit besseren Teil und schlugen sich »n ihren Mehrhelte, auf Seite des Liberalen in dem Bewußtsein, einen ihren sozialen Forderungen ivohlivollend gegeirüberstehcudcii, arbcitct- freundlichen Manu zu unterstützen.

Ein Lichtpunkt im Kampfe nm bas Gießener Reichs- tagSmandal in das außerorbenllich starke Anwachsen bet liberalen Stimmen um 3100* Mit zu verdanken ist dieser Anstieg den genaunlen Arbeiterorlen; aber doch nicht ihnen allem! Außer Gießen, wo Heyligenslaedt 1150 Stimmen mehr als am 25. Januar erhielt, darunter zweifellos auch einen großen Test von Arnmni-Wählern, was ihnen gedanli fei, sind bie Zahlen für Heyligenslaedt auch in den lnetstkn anderen Slädtcii gestiegen, und zwar ganz besonders stark in ©rünbetfl (um nahezu 100), aber auch ui Orten berg (um 56) und Nidda (um 42), ferner m Londorf (wo fast alle Krumm-Wähler zu Heytigenstaedt übergingen) und in R e 18 k l r ch e n.

ReichSlagSvertreter für Gießen ist also wieder Herr Köhler-LaugSdorf. Groß ist die Rlajorität nicht, mit der man ihn nach Berlin entsendet, lange nicht so groß, als wie er gehofft und prophezeit hat. Doch das ändert an bei Tatsache nichts, baß er fortan neben der länblichen Bevöl­kerung beS Kreises bie Bewohnerschaft mehrerer Städte und insonderheit bet UniversitätSstabt Gießen in der höch'ien gesetzgebcnben llörperjchast deS beiltschen Reiches zu vertreten haben wird. Herr Köhler beschäftigt sich seit Jahren mit öffentlichen Jnlcresicn. Er ist unbestreitbar einer der fleißig- ften Hess. LandtagS-Abgcordncten und auch mit der ©einem- deverwaltung vertraut, ©eine Kollegen im Landtage nnd m der ilreiSvcrivaltung sagen ihm nach, bau er von bestem Willen beseelt fei, und auch wir haben u. a. noch m uu er er 31c. 5 vom 7. Januar hervorgchoben, daß man Hbcn guten

Hauptivahl 25. Jan.

So störungslos auch der Tag der Wahlschlacht allent­halben in unserem Sirene verlaufen ist, so war doch die Spannung, mit der man dem Resultat entgegenharrle, ganz außerordentlich. Em solches Interesse haben seinerzeit kaum die Scplennatswahlen wachgerufen: bic Wahllokale waren mit Wissensdiirsiigen überfüllt. Rirgenbs aber standen die Rlcnschcnmasjen so geivallig, >vie auf der Schulstraße, wohin Jung und 9111 znsammciigcilrömt ivar, um auf bem Licht- lablcau am Gebäude bes Gießener Anzeigers die einzelnen Resultate abzulesen, wie sie uns auf telegraphischem ober telcpbohi|d)cm Wege, von nah und fern übermittelt wurden. Wie in einem Ameisenhaufen mibbelte und (ribbelte eS vor unserem Hanse; jede neue Zahl wurde nut lebhaftem Interesse entgegengenommen nnd lauteS Johlen oder Zischen erscholl, wenn bieie ober jene Ziffer den Schauenden beion- bere» Eindruck machte. BiS gegen Mitternacht hielt daS Pnb- liknm nut großcrAiifmerksamkeit aus; es war allerdings auch da- für gesorgt, daß Langeiveile nicht auskam, beim fortwährend tonnten bie beiden Zahlrelhen erneuert werden.

den Stta^vahlen haben die geiDonncn und 20 verloren.

die Deutsche Bollsparcel einen bczw. einen, die Wirtschaftliche Ber­einigung l> bczw. einen, Bund der Landwirte 4 bezw. 0, Frak­tionslose 8 bezw. einen, Teuhaie biesormpartci 2 bezw. 0, Boten einen bezw. 0, Elsässer einen bezw. 0 und die Siklfcn 0 bczw. 1.

Die Sozialdemokraten haben solgMie £Dtanb ate verloren: Westhar eUand in bie Natuuraluooralen, Stettin an die sreis. Bereinigung, Reichenbach au das Zeiurum, Apenrade an bie Nationaltrberalen, Lauenourg an die freif. Bereinigung, Ältena-Jserlohn an die sreis. tioifSparlci, Franliurt a. M. an bie beuuax Bollspartei, Lennep an bic frei). BotlSpartei, Elberfeld an bie Sieichspartei, ldtuuchen an bie 'Jiationallibcralen, Zittau an die frciiinnige Loltäpartei, Dresden-A. an die Ralionaltibe- lalen, Meißen an die dcutsa-e Nesormpartei, Dübeln an bic Ratio- itallibcralen, Oschav all bic Konseroatiren, Bocna an bic Reichs- partei, Ännabrrg an bie Narioiiallidera.cn, Blauen an die freif. iL'Oltenartci, Böblingen an bie Konservativen, Darmstadt an bie AatiouallrberaiCn, Weimar-Apoida an die wirtschafttupe Bereini­gung. Dagegen haben die Sozialdcuiokratcu ge­wonnen: WiesbaLen von den Narwnullweralen, ebenso Hanau, Duisburg, Of icnbach unp Mülhausen un Elsaß ebenfalls von den Na.wnaliideraren, und Sllaßourg-Land von der deutschen Bolkspartci. In Gleiwitz haben die Bolen das Zentrum vertrieben, oesgtcicpcn in Ottweiler die Nationaleiberalcn, während in vamnr das Zemruui über Die National!ibcralen gesiegt hat. Zwei lonser- vative Wahlkreise imo ben yreliiiutigen jugefaiten, dagegen hat Ler ttaudidal deS Bundes der Landwirte in Bingen den bisher.gen freisinnigen Vertreter Schmidt-Elber- feio vertrieben. Bon bilaiuUen biöbeägen Abgeordneten wurden nicht wiedergewählt: die Soziatdcmokralcn Peus, Herbert, Luhn, Meist, iblolfenbuijr, F-ischer-<)ttiau, Qicaonauer- Litsden. Ger ich, Berchott», Bändert, ferner Blumenthal von oci deutschen Botkspartei, u. & et Lad) von der sreis. Bereinigung, Bartling (natl.) will) Gras Limburg (kons.).

Wir lassen bic Einzclresuttate folgen.

Hesse».

Alsfeld-Lauterbach-Echoiten: Bindewald (Antis.) gewählt

6000 Sttiumen.

Darmstadts Osann (Natl.) siegte über Berthold (Soz.). Osann 18 035, Beithold 16314 Stimmen.

Offenbach: Ulrich (Soz.) gewählr.

Bensheim: Haas (Rau.) 10 357, Rippel (Chr.-Soz.) 9528 Stnnmeii. Haas wiedergcwähtt.

WormS: heql mit ca. 5000 Stimmen gewählt. Frech, v. Hcyl zu HcriiiShemi ('Jlall.) 15 875, liebel (Ztr.) 10 936 Stimmen.

B'Ngen: Keller (Bund der Landwirte) 10 578, Schmidt (Freif. Bp.) 8766 Stimmen.

A!a.nj: Tr. Tavid (Soz.) mit 15 778 Stimmen über Molthan (Ztr.), der 14 789 Stimmen erhielt, gesiegt.

Die Libeiolcn vciloreu m Hisien msgejantt 4 Sitze und zwar bic Ralionalllbclateii Gießen, Alsfeld unb Offenbach, die Freisinnigen Bliigen. Geivonnen würbe Darmstabt, wo öte Soziatbemokralen ben Rationalliberatell untertagen. Ter Verlust nahezu bec Hälfte bcS liberalen Besitzsianbes m Hessen wird allerdings mehr alS aufgeivogen durch bie Ersolge m auberen Gegenben, tollte aber benuoch allen, bie eS angeht, eine ernste Mahnung fern, baß bas Heil beS Liberalismus m feiner Einigkeit liegt.

Hesseu-Naflau.

Frankfurt a. M.: Getaillii^jultat: Oeser (Frfg. Dpt.) 33 657, Tr. Quark (Loz.) 29 783 Stimmen. Oeser ge­wählt.

Eschwege-Schmalkalden: Raab (Wirtschaftl. Dgg.) gewählt.

Hanau (Orig.-Tel.): LticaS (Natl.) 18 886, Hoch (Soz.) 20 000.

Wiesdaben: Lehmann (S oz.) 19 368, Bariling (Notl) 18 098. Emiqe llcme Bczirte stehcn noch aus. Leh- uiaims Wahl ist gesichert.

Willen Herrn Nöhtcr wohl überhaupt nicht adjprecheu könne' und daß er ^ehrliche Absichten gewiß immer habe.

Er hat in diesen Wochen seinen Wählern einen großen Sack von Versprechungen dargereichl und es bdanben sich da,unter auch solche in nicht geringer Anzahl, bereit Er­füllung auch Liberalen wünscheliSivert erfdjemt. Wir wollen hosten, daß er wenigstens einen Teil duster zu billigenden Bersprechiuigeu hält. Cb er aber selbst beim besten Willen imstande ist, bie berechtigten Forderungen seiner Wählerschaft zu erfüllen, daS ist eine Frage, die wohl ohne weitire» sich von selber beailtwoitet. Herr Löhlcr gehört einer Partei an, d»e nur eine sehr geringe Zahl von Alttgliederu auch un neuen Reichstage auiwcist, oiio aus sich selbst nichts zu er- rcicheu veimag. Er ninßte also, wollte er durchsetzen, was feine Wähler wollen unb er versprochen hat, sich emci

stich besitzt. Dazu ober wird er außer Stande sein. Wenn bie kleine Gruppe der Tentschsozialeu einer großen Partei, etwa ben Lonjcrvativcu OitclbienS sich ongliebcrt, dann werben btcje sich bnrch bie Sonberwünsche ihrer Mit- läufer natürlich nicht von lhiein Programm abwendig machen lasten, nnd bie Foibcinngen bei Teulschsozialcu bleiben all­zeit ig unbachtet nnd imcrfüüt. Tas halten sich alle bie, bic perrn Köhler zum Siege veiholsen haben, vorher klar uiacheit können. Daß Herr Köhler häufiger als in früheren Jahren ferner Rc>chsiai,emttglterstchajt, bas Rc.chSpaclameiu besuchen wirb, baran zivclseln wir nicht; ob ec aber Kreis und Stabt Gießen in bec Weite ju vertreten wissen imro, wie es seine Psi'chl Ul, diese Frage würde er bei ehrlicher Selbstprüsung wohl selber nicht bejahen.

Em ,echter Möhlcriünct* schrieb imS gestern u. a.:

,Weu>i bic Kohler»ancr an bie Reihe kommen, wirb vieles untere werten. Zahlen werben bie pevren liberalen iür Fleisch unb '45 r o i bis zur '45 c iu u u 11 o f t g t e i l*

Dieter Ausspruch Ul sehr bezeichnen!) für eme geivistc Sorte von Anhängern Köhler«, ber solche Freunbe wohl von lernen rliockschößen schütteln wirb.

Die Liberalen werben ob solcher kindlicher Drohungen lächeln, aber sie werden sich auch jagen, daß der bereits vor Ja hressrist begonnenen, obcudrein in der Wahl bei Mittel nicht allzu bcbenklicheit Lanbagitation ber Dcutschsozialen in oberster Linie ber Sieg ztlzujchreibcn ist. Sie werben wie anbere große Parteien cme jliaffe Cr- ganisaliou sobald als möglich über bat ganze Land zu breiten haben unb int übrigen sich nut bem Siege bes Landes über Die Stabte, bereu BevölkeritugSziffern ja auch beuen bes Landes nachstehen, obfiuben müllen. Unb hoffentlich wirb ,uan bas tun ohne nachträgliche fruchtlose Erörterungen.

5jd6 4849 2829 1674 32ö ÖU3

Außerbem würben 2u7 unflülHge Summeu abgegeben.

Gießen Hal also seinen allen Ruf' als gut liberale Stadt glänzend behauptet. Von den 4689 Abstnnmcnben stimmten nach obiger Zusammenstellung 84,8 Praz. für Heyligenstaebi unb nur 10,7 Proz. für Kohler, wahrend sich und ben Wahl- vor stäuben 4,5 Proz. mit bet Abgabe ungültiger Stimmzettel nutzlose Mühe machten. Von täm'.lichen Wahlberechtigten gaben 67 Praz. ihre Stimmen für Heytigenstaedt unö nur d,4 Proz. iür Köhler ab. Tie sozwldcmo!rausche Parole oermochte die Wählt:eteiligung nur iiniveientlich zu vermindern, indem statt 4849 nur 46b9 Wählet von ibrcm Ltuumtechte Gebrauch machten, nur 1,7 Proz. weniger als ui dec Haupt-

-on 6 Live Ltfacraleir 5 bezw. patter 4

Hrgcv» stc Öre ^ltchwußten.

In den Stt^vahlen vom ö. Februar, deren Ergebnis b;ö auf 4 bekannt fstrd, rouiucn getvähll: 12 Soziaidcmotraten, 28 'Jia- tioiiollibcralc, 9 Zentrum. 10 Konservative, 19 Freu Vottsp., 6 Reiebspartei, 9 Fccis. Bcrcrnigung, 5 Deut!l»e BoltLpactcr, 10 Wictsa-ajlliibc Vereinigung. 5 Bund der Landwirte, 4 FrakUons- lv|e, 2 Teunche diciormvattci, 1 Pole, 3 Elsässer, 1 Welse.

TaS Gesamtergebnis bet RcichstagSrvahlen ist olgenbes: 105 3 en tr uni, 59 Lonseroative, oj y'ü'ionallibc» rate, 43 Sozialbcmokraten, 28 Freis. BolkSp^^ci, 21 Acichsparlki, 20 Polen, 15 Wirisch. Bereinigung, 11 Freis. Ber­einigung, 10 FraklionSlose, 8 Bund ber Landwirte, 7 Deutsche Bottspartei, 7 Elsüsicr, 6 Deutsche Nesormpartei, 1 Welse und ein Däne.

Gegen bic Belegung deS Vorjahres haben die Sozi al- bemotrateu 36 Si 6 e, die Welsen 3, bic Elsässer 3 ver­loren. Dagegen haben gewounen: Tie Freis. Äolks- p a 11 c i 9, bie Avnservalioen 7, bic Fraklionsloien 6, bie 91 a - 11 o u a 11 i b e r a l e n 6, ber Bund der Landwirte 5, öic Pol».n 4, das Zentrum 2, bie Wittschaillwie Bcreurigmig 2, die Freisinnige.

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