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7.8.1907 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

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157. Jahrgang

Mittwoch 7. August 1907

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ß u KrieberrsKundgebung in Sicht?

Wie ein Nebelbild steht am politischen Horizont der Haager Friedenskongreßsaat mit seinen wohl schon diskussions- nüben Insassen. Wer fragt noch nach diesen Trägern der »ehrenvollsten Mission? Wer erwartet noch bedeutsame Ergeb- 1 uisse ihres Meinungsaustausches? Sie wahrscheinlich selbst «nicht. Aber etwas anderes erwarten sie, wie es heißt. Eine j noch nicht näher zu kennzeichnende Kundgebung, die alle I Friedensfreunde mit Genugtuung erfüllen soll. Und zwar ? rechnet man auf diese Ueberraschung unmittelbar nach der Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard in WilhelmS- hühe. Eine etwas mysteriöse Ankündigung, indessen die 1 politische Welt ist gern kommender Dinge solcher Art ge- b möriig. Wenns nur keine Enttäuschung gibt! Die Sache \ wäre wohl so zu verstehen, daß der Zar und König Eduard | sich des Einverständnisses Kaiser Wilhelms versichern wollen, ehe die bewußte Friedenskundgebung in aller Form proklamiert wird. Dec Zar als Vater des Gedankens der Haager Kon- * ftrenz und König Eduard als politischer Vertrags-Virtuos hätten immerhin besondere Veranlassung, sich zu solchem Zweck mit dem Herrscher des Landes ins Benehmen zu setzen, I auf dessen Einkreisung es bis vor kurzem noch abgesehen h schien.

Man kann füglich nicht annehmen, daß die bedeiitsamste I internationale Frage, die der Abrüstung, auf diesem Wege j der Losung nähergeführt werden soll, denn in dem parlamentarisch regierten England müßte das Kabinett um solche Absicht des Königs wissen, und der Premierminister hätte dann unlängst 1 zur Abordnung der Friedcnsliga sich zuversichtlicher über die iJ Möglichkeit einer internationalen Einschränkung der Rüstungen geäußert. In welchem Sinne sonst die angeblich bevorstehende I Friedenskundgebung der Souveräne gehalten sein sollte, ist f! nicht zu ersehen. Beachtenswert erscheint in diesem Zusammcn- ,j hange immerhin, daß König Eduard auch mit Kaiser Franz ] Joseph zusammentrlfst. Die nächsten Tage sollen also Klar- j heit schaffen. Es gibt wohl Niemanden, der nicht den

süßeste Hoffnungen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus". .

Lßhar schrieb dazu eine im allgemeinen m lieblichem Schwünge sich schaukelnde Musik, die durchflossen ist von der schönen blauen Donauwelle seines Talentes, bald munter plätschernd, bald übermütig ausschäumend, im ganzen reinlich lind erquicklich, ivenn auch mitunter stark banal. Seine Spezialität ist, wie bei seinem großen Vorbilde Strauß, die Tanzmelodie, der Walzer. Darum geben ihm ferne Librettisten immer Gelegenheit zu Walzern, und immer wieder stecken neue Walzermotive ihre Köpfchen heraus. Schade nur, datz seine Melodien eine so unerhörte Popularität erworben haben, daß sie heute allenthalben als musikalische Stadt- und Landplage gelten und die Witzblätter mit gutem Grunde ihnen aus der Massen gram sind und sie mit ihrem bitter­bösen Spotte überschütten. Trotzdem möchte manchmal der grießgrünligste Kritiker da capo rufen, zumal wenn er von der Klavierseuche wie von den durch noch üblere Musikapparats erzeugten Martern im wesentlichen verschont geblieben ist.

Zu einer wohlgelungenen Vorführung dieser charmanten Pariserischen Operette gehören die arügen Formen der ele­ganten Welt, gehört vollkommenster gesellschaftlicher Schliff, gehört Jugendblüte, Glanz und Pracht und strahlende, leuch, lende Schönheit. Wie jämmerlich wohl hätte sich bei allen Bemühungen dieses kokette musikalische Spiel in unserem alkn Stadttheater ausgenommen. Der Ball im Palais des Ge- sandten, das pontevedrinische Gartenfest und die Grifttten- saturnalie, sie boten dekorativ und kostümell überraschen) hübsche Bühnenbilder. Die nach unseren Begriffen geineezu

Paris gibt den Librettisten, Victor Läoa und Leo Stein, den Hintergrund, die Metropole der Eleganz und Arroganz, die mit unnachahmlicher Grazie Luxus und Lüste rn sich birgt Und durchs Libretto wie namentlich dre Musrk weht, unsere Nerven prickelnd und bestrickend, unsere Sinne wohlig erregend und umkosend, Pariser Luft, trippeln mit kurzen raschen Scyritten seidenrauschend schicke kleine Pariserinnen und andere reizende Frauetl von internationaler Abenteuer­lichkeit und bezauberndem Charme, mit schalkhaft teccem Lächeln und versül-rerischer Scheinheiligkeit, die der Manner Lust und Glück sind - und :hr Schicksal.

ES wird iins eine kuriose Geschichte aufgetischt von fröhlichen herzlichen Wünschen, zu denen freilich ein paar alberne Karikaturen an§ der Zeit des Tiefstandes der Operette sich gesellen. Wir sehen nur feiten verbrauchte Situationen, (die übelsten davon waren hier, im Gegensatz zu dec sonst über- ails glänzenden und musikalisch vorzüglichen Frankfurter Auf- führimg , geschmackvoller Weise gestrichen) hören ein ein paar gute und einige bei den Haaren herbeigezogene Spässe und erleben eine im wesentlichen nicht gar so unmögliche und aniüsante Handlung, die Liebesgeschichte eines exotischen Gesandlschaftsattachss und einer unermeßlich reichen lustigen Witwe, die aus Gründen der natürlichsten Staatsraisoii dem exotischen Vaterlande, das nach berühmten Mustern sich in ewigem Dalles befindet, treu bleiben soll. DiplomcitijchcS Brimborium wird dazu angewandt, von operettenhaster Unvcrnunsl. Nach unsäglich buntem Intrigen- spiel erfüllen sich des Märchenstaates Pontevedro reale wie das über die Massen warmherzigen und ehrbaren, daS Geld ,vie die Sunde hassenden Attaches und der lustigen Witwe

Ans StaSt tmd CanO.

Gießen, 7. Aug. 1907.

** Ludwig- und A l i c L - S t i f t u n g. Die in diesem Jahre errichtete Militär-Darlehenskaste der Stiftung gewährt Mitgliedern, die Der 5. Abteilung Der Sterbekasse (1000 Mk. Sterbegeld) angehören und ihrer Militärpflicht als Einjährig- F.reiwillige genügen wollen, gegen Bürgschaft des Landes- Lehrervereins oder sonstige Sicherheitsleistung Darlehen bis zum 5)öchstbetrage von 600 Mk. Die Darlehen sind mit 4 v. H. zu verzinsen und nach Avlauf der Militärzeit in vierteljähr- lichen Teilzahlungen von mindestens 20 Mk. zurückzuzahlen.

** Erledigt ist die mit einem cuang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bisses. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

*' Bejttzwecyjel. Das Anwesen des Weißbinder- meisters Nicolaus in der Sieinstraße 52 ging für 28 000 Mk. an Phil. Brunnengraber über. '

*" Tageblatt der Lud oviciana. Die auf Seite 14 der 9lr. 2 des Tageblatts der Ludoviciana erwähnte Stiftung rührt von Kommerzienrat Siegmund Heichelheim her. Der in Nc. 4, Seite 27, als Kommersredner erwähnte stud. Krack e ist Angehöriger der Burschenschaft Germania.

** V om alten Schloß. Es wird uns mitgeteilt, daß der im Schlafzimmer im allen Schlosse aufgestellte Ofenschirm von der Gießener Aliceschule, nicht von Friedberger Damen hergestellt und gespendet wurde.

** Der neueste Stadtplan von Gießen ist im Verlag von Emil Roth erschienen. Der vom städtischen Bau­amt bis auf die neueste Zeit ergänzte Plan, der 40 Pfg. kostet, ist recht übersichtlich und kann bequem in der Tafcye mitgeführt werden, da er zum Zusammenlegen eingerichtet und mit einem Umschlag versehen ist. ~ ,

** In Amerika verstorbene Helfen, b-rau Kath. Schneider, geb. Hartmann, aus Alsfeld, 77 Jahre alt, zu Brooklyn, N. Y. Julius Parthesius aus Gemünden an der Wehra, aO Jahre aiW zu Troy, N. Y. Valentin De aus Auerbach, 76 Jahre alt, zu Eleveland, O. Frau Sybilla Vorst, geb Mai aus Köngernheim, 77 Jähre alt, zu Madison, Nebr. Nathan Berg aus Offenbach, 73 Jahre alt, zu Chicago, JU. _ _ . n ,

= Grünberg, 5. Aug. Veute wurde fiter Zeugfabrckant Hch Schmidt zur letzten Ruhestätte gebracht. Ein Schlag­anfall, der ihn in voriger Woche betraf und von dem er sich nicht wieder erholte, hatte dem Wirken des Entschlafenen, der im 65. Jahre stand, ein plötzliches Ende bereitet. Aus ganz kleinen Anfängen, vom einfachen Lohnweber, hatte er fein Ge- chäft durch eigenen leiß und Tüchtigkeit zu seiner ^tzb.

(Siebener Stadttheatev.

Die lustige Wittwe.

In unser prächtiges neues Stadttheater war, nachdem drei der größten unserer Nationaldichtung und der schön­heitsvollste der deutschen Tonheroen als die ersten in ihm zu Worte gekommen find und nachdem es dann während der alänzenosten Universitäts-Jubelfeier dem Festeszauber gedient hat als großartigste Stätte für einigesrohsinntge Stunden, reich an Geist und Grazie und sattrtsa.)em Humor, ans einen Abend die Operette gehüpft, das kecke Tochter­lein der ehrenwerten und vornehmen Dame Oper aus rhrer slüchtiaen Verirrung mit dem burlesken Herrn Polichinello, genannt Hanswurst. Sie ist heute, nach vielen, vrelen Irr­fahrten und Acetanrorphosen, einelustige Wttwe . Wenn man nämlich heute von der Operette redet, dann meint man nurdie lustige Witwe" des Herrn Franz Löhar aus Wien, der übrigens teineswegs zu den Toten, sondern vlel- mehr zu. den höchst Lebendigen zählt. Lebeuspruhend ist sein Werk, und unterhaltsam, wie eines fröhlichen Wieners fröhlicher Jugenomut, und neues Leben bringt es m me arg verödete Operettenliteratur. Unbestritten stellt es em en der größten'Wiener Opereilenerfolge der neuen Seit bar, den man um |o höher einzuschüpen hat, al» er im wesent- lichen mit Wn,clerischen Rütteln ohne "US" we^l^ve Ävn- Zessionen un Da., 'y.ublitum errungen ward. Ldhar bescht ein eindringliches melodisck>es Talent, das Arglos Mene- rische jranzdsische, Ualienische uno uilgarnsche ToMverte an- einander reiht Und doch ist et keiner von den Operetten- komponisten, die allzu ojt sremoe Minden Mlen und sort- während in den Gehölzen von Strauß uno Offenbach re. zu ertappen sind.

für untunlich erachtet. Man hat im Ausland über den deut­schen Paradedrill wiederholt gespöttelt, und es mag seiner­zeit in China unter dem Grasen Waldersee aus diese Art von Darbietungen vielleicht zuviel Eifer verwenoet worden sein. Gleichwohl fesselt der Schneid der deutschen Truppen bei den Paraden die fremdherrlicheu Offiziere immer aufs neue. An der Heerschciu im Zusammenhang mit Manövern wird auch von Rußland und Frankreich sestgehalten, wäh­rend Oesterreich--Ungarn sie weniger regelmäßig veranstaltet, und Italien neuerdings überhaupt davon Abstand nimmt, was von einem Teil der dortigen Presse als demokratische Errungenschaft bezeichnet wird. Ungeachtet der friedlicher gewordenen Weltlage hat übrigens der italienische General­stab den diesmaligen Manövern mehr als bisher die Kriegs­möglichkeit zugrunde gelegt. Es wird deshalb ebenso sehr auf die Nahrungsmittelzusuhr und den Dienst des Roten Kreuzes als auf die Erprobung des neuen Wasfenmakerials Bedacht genommen. Die G e n e r a l i d e e ist: Abwehr eines über den Simplon und Großen Sankt Bernhard in das oberitalienische Seengebiet herniedersteigenden Feindes. Was bisher über das deutsche Kaisermanöver dem italienischen wird der König gleichfalls beiwohnen be­kannt geworden ist, läßt erkennen, daß es sich im besonderen um eine Belastungsprobe auf die Leistungsfähigkeit der schweren Festungsarlillerie und der Marschleistung Der Fuß­truppen handett. Das lenkbare Militärlustschiff wird vor dem Manöver dem Kaiser in Berlin vorgeführt; bei dieser Gelegenheit dürfte darüber entschieden werden, ob das Luft­schiff während des Manövers in Aktion zu treten hat.

Nr. 188

Erschein« täglich

außer Sonntag». Dem Gietzenei Anzeiger werden im Wechsel mit Dem hessischen Landwirt Die Gießener Kamlllen- bläUer viermal in der Woche beigelegt unb zweimal wöchentlich das Krdsblatt für den Kreis Gietzen. Fernsprech-An- kchlutzf.d.Redaktion113 w

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U 00ttnütogTiönui) Rotationsdruck und Verlag der vröhl'schen Rniv.-Buch- und Stsindruckerei. B. Lange. BedaMon, Expedition und Druckerei: Schnlstrah« T.

Delegierten un Haag wünschte, daß der letzte Abschnitt ihrer ttibeit unter einem günstigeren Stern stehen möge.

Zum englischen Abrüstungsantrag liegt übrigens eine neueste Meldung desB. T." vor, derzufolge Deutschland geneigt sein solle, denWmischantrag" Englands anzu­nehmen und der Aufsagung beizutreten, daß die Wieder­aufnahme des Studiums der 'Abrüstungsfrage dringticher sei als jemals. Tie Richttgkeit der Meldung muß be­zweifelt werden, wenngleich eine derartige Stellungnahme Deutschlands schließlich nichts weiter bedeuten würde als eine Beteiliguitg an demerstklassigen Begräbnis" des englischen Antrags. Tie bei Der Abschiedsseier vor Swine- münde zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren gewechselten Trinksprüche lassen sich ja fiar erkennen, daß es um den wirk­lichen Beginn der Rüstungseinschränkung schlecht bestellt ist. Ter eingeleitete Ausbau der russischen Flotte möge erfolg­reich durchgefuhrt werden" diese Worte hat Kaiser Wil­helm, wie es üblich ist, im Einverskandnis mit dem Zaren gesprochen. Cine Friedenskundgebung mit Waffengeklirr! Warten wir ab, was der Tag von Wilhelrnshöhe den Tele- gierten im Haag und den Freunden des weniger Betoajj* neten Friedens bringen wird.

polrtische Lages?chan.

Vor den Manövern.

Jrn Bereich des 10. Armeekorps sind die Vorberettungen zuni Kaisermanöver in vollem Gange, und die Staot Han­nover, in deren unmittelbarer Nachbarschaft das militärische Schauspiel seinen glanzvollen Anfang mit der Kaiserparade nehmen wird, erwartet einen Fremdenzustrom, wie nie zu­vor. Das vom Fürsten Bülow in Aussicht gestellte Be­streben aus Ersparnisse im Militärwefen soll, wie es heißt, beim Kaisermanöver betätigt werden. Der Forksall der nicht unerhebliche Kosten verursachenden Parade wird aber woyl

Größe gebracht, dabei aber immer der einfache schlechte Ätanu! geblieben. Im öffentlichen Leben beteiligte sich der Verstorbene hier an fast allen gemeiitnützigen Bestrebungen und Vereinen. Tie zahlreichen Vereine, denen er fast alle als Vorstands­mitglied angefiörtc, gaben ihm das letzte Geleite zum Fried­hof. Vorau ging der Turnverein mit seiner Fahne. Tiefem gehötte er als Vorstandsmitglied seit dessen Begründung an, und der Verein betrauert in dem Verstorbenen einen feiner, eifrigsten Förderer. Am Grabe legten Kränze nieder mit Wörter^ der Dankbarkeit und Verehrung für den Entschlafenen: Spengler-^ meister Schröder namens des Turnvereins, Fräutcin Z o ck l e r für die Tamenabteiliing des Turnvereins, Dekan Wagner für, die Friedhofskommission, Steinfiauermeister L e o tt h a r d für ben; Gewerbeverein, Dr. Krausmüll 8r von Gießen namens des' Gewerbevereins und Nationalliberalen Vereins Gießen, Beig. F u t b a t für den Vertehrsverein Grünberg, dessen eifriger 1. Vorsitzender der Verstorbene schon seit Jahren war, Werk'' sührer Schweden namens der Arbeiter der Firma. Ter Ver-^ »wrbene hinterläßt int öffentlichen Leben Grünbergs, nammtlich bei allen gemeinnützigen Vereinen, eine empfindliche Lücke.

+ Bad-Salzhausen, 5. Aug. Von den auf Häusers Gerten veranstalteten ersten privaten Konzerten war das, Konzert am Donnerstag, 1. Aug., wenig besucht, dagegen war 'Sonntag, 4. Aug., starre Beteiligung zu verzeichnen. Es sollen seshalb vorläufig art Wochentagen keine Konzerte mehr statt- finden, dagegen wird in Bad-Salzhausen künftig jeden Sonntag Konzert sein.

x Bad-Nauheim, 6. Aug. Ter Herzog Paul zu Mecklenburg hat nach vorzüglich gelungener Kur und sechs­wöchigem Aufenthalt Nauheim verlassen, unb ist nach München abgereist.

-j- Lauterbach, 6. Aug. Der Hoteldirektor Ernst Gern mer in Bad-Nauheim erwarb das Hotel-Restaurant zum Anker von Valentin Hedrich sür 62 000 Mark.

? Gedern, 5. Aug. Gestern stürzte ein Mann von einem fiofielt Kirschbaume fierab und wurde besinnungslos nach. Hause verbracht. Hier koristatierte der Arzt Debeutenbe Ver­letzungen int Rücken. ,

d. Mainz, 6. Aug. Nachrichten aus Parts zufolge pt Oberbürgermeister Dr. Götte!mann das Kreuz der Ehrenlegion von dem Präsidenten bet französischen Re­publik verliehen rvorden. Die ^iachricht war von einigen Blättern verfrüht Ende vorigen Jahres verbreitet worden. Es war wohl anzunehmen und die Annahme hat sich jetzt : als richtig erwiesen, daß Frankreich sich der Stadt Mainz und ihrem Oberhaupte für die am 30. Okt. v. I. auf dem hiesigen Friedhöfe veranstaltete pietätvolle Feier erkenntlich 1 zeigen werde.

ü Frankfurt a. M., 5. Aug. Auf der Wander- : Versammlung der Imker fand am Samstag hier eine ' Einigungsversammlung statt, die Erfolg hatte.

Ter deutsche Bienenwirtschaftliche Zentral-Verein und der deutsche Neichsoerein haben sich zu einem deutschen Imker- bund zusammengeschlossen, der nun eine Mitgliederzahl ; von rund 200,000 Bienemvirteu umfaßt. In dem neuen

Verband sind sämtliche deutsche Jmkerverbände und Ver­eine vertreten und es darf nun mit Sicherheit ein fernerer Aufschwung der deutschen Bienenzucht erwartet werden. Aus allen deutschen Gauen, aus Oesterreich-Ungarn und der Schweiz sind Imker mit Familie hierher gefommem Die Ausstellung wird überaus gut besucht. ___

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 6. AuguU Nach Feierabend.

Anfang vorigen Monats verlangte der Steinbrucharbeiter Gg.

G. zu Bingenheim in einer dortigen Wirtschaft, nachdem , Feierabend geboten war, noch ein Glas Bier, das ihm von der, , Wirtin verweigert wurde. Hierauf ergmg er sich in beleidigeuDe Aeußeruugen gegen sie und überhäufte fie mit den unflätigsten; Ausdrücken, weshalb die Frau ihren bereits! zu Bett gegangenen; > Miami rief. Als dieser den Angellagten ranafinte, letzt nach : Hanse zu gehen, stürzte G. sich mit gezogenem Mesier auf ben Wtrc , unb brachte ihm eine Schnittwunde an dem Knie bei. .ter Wirt , versuchte ben Angeklagten von sich zu halten und es entstand : ein Ringen, wobei der Angeklagte noch 15 bis 20 mal Dem Witt nach den. Beinen stach imd^ihn^der^^verlMe^daß^r