des
8M7<
3
3% Portugiesen
III
Türken lose . .
. . 139.00
92.50
96.60
Prince-Heun-Eiseubahn .
225.00
ISerliner .fiiörse, 7. Juni. Anfangskurse.
D16/.
26.60
144.10
132.20
russ.StaatsanJ. 1905 4>S °/0 japan. Staatsanleihe 4% Couv. Türken von 1903
49.50
83.80
I Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schuckert . . Eschweiler Bergwerk .
. 121.40
. 106.75 . 222.—
98.90
99 20
93.15
103.30
67.10
67.90
90.10
92.90
93.70
Berliner liandelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-
Eisen Lahn . Gotthard bahn . . Lombard. Eisenbahn Uesterr. Staats bahn .
Harpener Bergwerk.
Laurahütte . .
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . . . i urkenlose .
. 204.70 . 223.60 . 26.90 . 117.50 . 138.70
93.75
83.70
93.95
83.70
93.—
3
Canada E. B. . .
Darmstädter Bank . Deutsche Bank . , Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz.: ruhig.
4% Uesterr. Goldrente. . 4l/69o Uesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bento . . . 3% Portugiesen Serie I .
Reichsanleihe do.
Konsols . ,
do. . .
Hessen Oberhessen
Tie „Bert. Bülksztg." schreibt noch ohne Berechtigung:
Trotzdem die Automobilruserei bei der Hcrkorncr-Fahrt schon mehrere Menschenleben gefordert Hal, gehl der mörderische Sport munter weiter. Nichts rührt sich. Kein Verbot erfolgt. Wenn bei jedem derartigen Rennen mit den Menschenleben nur so gespielt wird, dann erwächst für die Behörden die gebieterische Pflicht, dem Massenmorden ein jähes Ende zu bereiten! Sind die Landstraßen dazu da, daß deutsche Männer, Frauen und Kinder mir nichts oir nichts nieder oder totgefahren werden? Wir glauben nicht. Darum bleiben wir dabei, daß ungesäumt die behördliche Verfügung erfolgt: üerkomer-Fahrt — Schluß!
4% Griech. Monopol-Aul. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner
4>av/o Chinesen . . .
Aktien:
Bochum Guss .... Buderus E. W
Tendenz: befestigt.
*
Stuttgart, 6. Juni. Tte Zweite Kammer hat heute einen Antrag des Zentrums, der mit Rücksicht auf die bet der .tzcrkomer-Wettfahrt^ dorgeloinmenen Unglüasfälle zunächst ein Verbot die > er Fahrr in Württemberg verlangte, in der allgemeinen Faftung eines Verbots von Wett- und Kvnkur- renzfahrtcn mit -id gegen 32 stimmen abgelehnt. Auch zwei Abänderungsantrage zu dem Zenrrumsantrag wurden mit großer Majorität abgelehnt.
. 129.00
. 122.90
. 73.20
139.21
. 150.50 129.30
. 222.75 . 154.00 . 168.20 . 139.60 . 205.00
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank lilr Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse 7. Juni, 1.15 Uhr.
Arveiterbervegurrg.
Z n der in der B e r g a r b e 11 e r - D e w e g u n g des S a a r r e v i e r s wieder ausgestellten Forderung der zwangsweisen Einftchrung des JnstinilS der ArbeltertoulroUeure zur Untersuchung der Bane nuf ihre Sicherheit erfährt die Boss. Ztg., daß die preuß. Regierung einet1 gesetzlichen Regelung dieser Frage nicht zustnnmen wird. Eine allgemeine Gewährung dieser Rechte setze nach der Ansicht der maßgebenden Stellen ein gleichmäßiges, geistiges und soziales Niveaii der Bergarbeiter voraus, das tatsächlich nicht vorhanden ist. Bei den großen Unterschieden, ivelche in dieser Beziehung zwischen den Bergarbeitern des Ruhr- und Harzbezirkes gegenüber denen der oberschlestschen Gruben besteht, hält man die Zwangseinführung der Älrbenerkontrolleure nichc für angängig,
zumal auch die Gefahr des Mißbrauches eines solchen Institutes zur politischen Agilation vorttegt.
Tie Kriegerkameradschast Gießen hat sich wiederum um ihre umflorte Jahne versammelt, um ihrem langjährigen Ehren- mitgliede die letzte Ehre zu erweisen. Kamerad Kirch weilte gern in unserer Milte und hielt die Kameradschaft stets hoch Ich lege im Namen der Kriegerkameradschast Gießen diesen Kranz an seinem Sarge nieder. Wir werden dem Heimgegangenen ein ehrendes Andenken bewahren.
Nach dem Vorsitzenden der Kriegerkameradschast nahm Oberst v. Lindenan das Wort und hielt folgende Ansprache: „Wie die alten Soldaten, so huldigen auch die jungen, den Manen des hier entschlafenen, echten deutschen Mannes aus tief bewegtem, dankerfülltem Herzen. Einen Kranz legt das Regiment an diesem Sarge nieder, wie es solchen sonst den eignen Söhnen weiht. Dem treuen vaterländischen Empfinden des hier Entschlafenen war des Vaterlandes Heer keine in sich abgeschlossene Kaste, sondern das Volk in Waffen, zu dem der Entschlafene allezeit gerne in Berührung trat, in dessen Mitte er gerne weilte und in dessen Kreisen auch er immer gerne gesehen war.
Sein letztes Tun und Wirken galt den tapferen Söhnen dieses Heeres, die in Afrikas Erde ruhen. Der Fürsorge ihrer Himerbliebenen hatte er seine letzien Tage und seine letzte Kraft geweiht. Tiefer, unauslöschlicher Dank lebt darum in unseren Herzen.
Gewiß, er war ein schlichter, einfacher Bürgersmann! Aber selten gute Eigenschaften schmückten ihn. Unter allen strahlte eine mächtiger als die anderen: die helle Freude an seinem deutschen Vatcrlande. Wie Ullrich von Hutten, so war cs auch ihm eine Lust, in diesem deutschen Lande zu leben. In froh- geinutetcm Sinn hat er fördernd und anregend unter uns ge- iriri't, wacker kämpfend für seine Ideale. Im Anklange an Ullrich von Huttens Wort möchte ich sagen: ,,Es war eine Lust, mit Dir zu schaffen, ruhe sanft Du echter deutscher Streiter!"
Oberst Weimer aus 5iiöbn rief im Namen der Logenbrüder des südlichen Teiles der Provinz Oberhessen dem Verstorbenen ehrende Worte der Anerkennung und des Dankes nach. Herr Reiber sprach dann im Xiamen der Gießener Rudergesetlschaft, der derHeimgegangene seit seinem 25. Lebensjahre als treues und eifrigstes Mitglied angehört und die er 14 Jahre als Vorsitzender geleitet hat, und später noch einmal un Namen der Frankfurter Nudergesellschaft. Geheimrat Pros. Dr. Netto widmete namens des Eisvereins dem Toten einen letzten Schcidegrnß. Hauptlehrer Schaaf pries die Fürsorge des Verstorbenen für die Gießener VolkSschullehrer- jchaft. Und endlich sprach als Delegierter der Rudergeselljchast Fraulsurt-Sachsenhausen, der Redakteur des Frankfurter Organs des Bundes der Landwirte Flurer, ein paar Worte des Dankes an den Verstorbenen, der dem Sachsenhäuser Ruderverein in schweren Zeilen seine tatkräftige Unterstützung hat zuteil werden lassen.
Alle diese Herren legten prächtige Kränze am Sarge nieder.
Die schlichten und ergreifenden Worte der Sprecher mußten die gesamte Trauerversamnllung, in der wir alle Schichten der Bevölkerung versammelt sahen, Beauitenschaft, Bürgerschaft und Arbeiterschaft, Professorenschaft und Offizierskorps, zu herzlicher Rührung stimmen. Als dann der eichene Sarg mit dem Toten aus derHalle hinausgetragen wurde, da ordnete sich alsbald der Zug. Voran schritt die Kapelle des Kaiser Wilhelm-Regiments, an der Spitze Musikdirektor Krauße. Dann kam eine Deputation der Kriegerkameradschast mit ihrer Fahne. Dem Sarge folgten zunächst der Ober- bürgermeister und die Vertreter der Stadtverwaltung und das wohl nahezu vollzählige Stadtverordneten-Kollegium, die sonitigen Spitzen der Behörden und dann die vielhundert- köpsige Schar der Leidtragenden aus allen Ständen und Bevölkerungsklasseii der Stadt. Der Zug bewegte sich durch die Grünbergerstraße, Ludwigstraße unb Liebigstraße zum Bahnhof. Dort stand hinter dem Hotel Kühne, an steinerne Rampe ein nut frischem Waldesgrün geschmückter Eisenbahnwagen bereit zur Aufnahme des Sarges. Noch eine wehmutsvoll klingende Melodie, gespielt von der Regiinents- kapelle. Dann ivard der Sarg in den Wagen gehoben und schloß sich langsam vor den Augen der letzten Begleiter.
Heute nachmittag findet die Einäscherung in Offenbach Itatt. Oberbürgermeister Mecum und drei Herren vom Nationallib. Verein, Kommerzienrat Em melius, Oberlehrer Dr. Krausmüller und Stadtverordneter Petri, werden auch dieser letzten Feierlichkeit beiwohnen. —
Jean Kirch hat der Stadt Gießen das Charakterbild eines Mannes hinterlassen, der ein ganzer Alaun war und dem liberalen Bürgertum ein aufrechter und zielbewußter Führer.
Gelsenkirchen Bergwerk . 192.20
Hamburg-Amerik. Paket!. 130.50
Harpener Bergwerk. . . 205.00
Laurahütte...... 223.60
hordd. Lloyd.....117.60'
Obeisehles. Eisen-Industrie 105.—
kcm bd5, was er unserem Kollegium lange Jahre hindurch gewesen -ist.
Nachdem er schon vielfach im öffentlichen Leben sich betätigt unb zahlreiche Verdienste erworben hatte, übertrug ihm das Vertrauen seiner Mitbürger im Jahre 1895 das hohe Ehrenamt eines Stadtverordneten. Wie er als solcher stets für das Beste der Stadt und ihrer Bürger besorgt und tätig war, wie er seine reiche Lebenserfahrung und aussergewöhnliche Arbeitskraft in vollem Maße hierfür einsetzte, des sind >vir alle Zeugen. Immer licbens- ,würdig und zuvorkommend, lieh er jedem, auch dem geringsten seiner Mitbürger gern sein Ohr, und feinem versagte er feinen wertvollen Rat. Bei seiner Entschließung beharrte er nie bei । einer vorgefaßten Meinung, sondern er würdigte immer auch die !Gründe des Gegners, unb mehr als einmal sprach er aus, daß seine frühere Ansicht irrig gewesen und er sie demgemäß berichtigt habe.
Es ist ganz natürlich, daß die Stadtvcrordneten-Versammluug Einem Manne von so hervorragenden Eigcnschafteit älsbald eine Reihe weiterer Ehrenämter übertrug. Er wurde Mitglied der /städtischen Vorschlagswinmisfion, der Finauzlommission, des Schul- iVorstandes, dec Deputation für den Arbeitsnachweis, der Ver- stehrskommission, der Theaterkoinmission und Vorsitzender Der städt. Pjerdemarktkommissiou. Was er in diesen Deputationen und Kvrn- Missionen geleistet hat, ist nur zum kleinsten Teil in weiterem Kreise bekannt und kann w:r von Denen recht gewürdigt werden, die hier mit ihm zusammen arbeiteten. Ganz besonders lag ihm am Herzen, das Ansehen unserer Stadt nach außen zu heben und ihre Verkehrsverhältnisse zu verbessern. Das betätigte sich in hervorragender Weise in Dem Aufschwung, den der städtische Dserdemarkt unter seiner Leitung nahm, in der Begründung und der Leitung des Omnibusunternehmens und £cn vielfachen Verhandlungen, Die er int Auftrage Der Bürgermeisterei wegen Auflage weiterer Eisenbahnen in unserer Provinz führte. Sein Sinn 'für gemeinnützige Veranstaltungen zeigte sich ferner in feiner Tätigkeit als Mitglied des Aussichtsrats der Bezirlsspa'rkasse uuo seinem lebhaften Interesse für das neue <rtadttheater, zu dessen .Gründern er gehört, in seinem treuen Wirken für Die Loge, Den .'Ruderklub, Den Eisverein unD viele andere Vereinigungen. Die stetzten Monate seines Lebens waren unter voller Hingabe seiner -Person den Vorbereitungen für das Jubiläum unserer Universität gewidmet. Die Schllderung seiner Verdienste auf diesen Gebieten Darf ich wohl berujenerem Munde überlassen.
Die Bürgerschaft Gießens stattete ihm ihren Tank für seine verdienstvolle uneigennützige Tätigkcii ab, als mit Dem Jahre 1904 sein Mandat als Sradtverordneter ablies, indem sie ihn mit außergewöhnlicher Mehrheit — auch mit der überwiegenden Mehrzahl Der Stimmen feiner politischen Gegner — wiederwählte. Und letzt wiederum zeigt sich Die Dankbare Anerkennung in Der ! Trauer, die bei seinem plötzlichen, tragischen Ende Die ganze Stadt erfüllt, und in dieser imposanten Trauerversammlung.
Was er seiner Familie war, gelernt mir nicht zu berühren; aber wer ihn einmal im Kreise Der Peinigen sah, weiß, wo Der Kernpunkt seines Wesens lag, und Die Liebe zu seinen Angehörigen ,mußte uns diesen Mann nur noch teurer machen Es ist ft;m nicht vergönnt gewesen — und das ist nicht unsere geringste Klage — in diesem Kreise Der Seinen, in seinem selbstgeschaffenen schönen £)eim, einen helleren, sorgenfreien Lebensabend zu genießen, alle seine Kinder in Das Leben einzuführen und sich an ihrem Glücke zu erfreuen.
1 Alles in allem Darf ich sagen, Jean Kirch war ein echter deutscher Mann, Der sein hohes Ehrenamt in echtem, Deutschen Sinne vertrat. Das ist cs, was ihn uns in seinem öffentlichen Wirken teuer und unersetzlich gemacht hat. Groß ist unsere Schuld, und wenn ich mir je bewußt war, im Namen unb im Sinne | unterer Stadt zu sprechen, so bin idj es jetzt. Da ich am Sarge dieses Mannes ausruse: Die Stadt Gießen sagt Dir Tank!
3itzN ergriff Kommerzienrat Koch das Wort, um dem verstorbenenLogenbruder einen letzten Abschiedsgruß zu widmen. Seine Rede hatte folgenden Wortlaut:
Wir werden, verklärter Freund unb Bruder, noch ans Manchem dankerfüllten Herzen schildern hören, welche großen Verdienste Dir auf so mannigfachen Gebieten Der öffentlichen Wohlfahrt und geselligen Vereinigungen zur Seite stehen, aus dem Du Dich als , verständnisvoller, pflichtgetreuer Mitarbeiter bewährt hast. Aber ineben dem öffentlichen Schauplatz, auf dem sich diese ersprießliche Tätigkeit entfaltete, gibt es noch einen stillen Ort, Die Loge — to0 mein FreunD als langjähriger Berater nicht minDer segensreich gewirkt hat. Dafür wollen Die Brüder am Sarge ihres allzufrüh Heimgegangenen Meisters vom Stuhl ehrendes Zeugnis ablegen, und Dir, geliebter Bruder, in stillem Taukgebet den Sck'eidegrnß darbringen.
Mit allen Brüdern in echter Bruderliebe verbunden, im vollen, ungeteilten Vertrauen des Bruderkreises stehend, verstand cs unser Stuhluieister, die Humanitären Lehren Der Freimaurerei in die -tat umzujetzeu und so i|t durch ihn — durch vermehrtes Wohltnn manche .träne des Kummers getrocknet worden.
Trauernd umstehen wir Darum Leinen Sarg und unsere Klage ringt sich aus tief Irem Herzensgrund empor, daß es Dir nicht langer vergönnt war, unser Führer zu fein.
Ist auch Die warme Bruderhano er faltet, erstarrt das Herz, das einst so warm einem jeden Bruder entgegenschlug — für uns, geliebter Freund und Bruder, bist Tn nicht tot — ‘.Sein Andenken wird unter uns fvrtleben als der Wackersten einer, Der in unserer Bruderkette gestanden Hai. Ruhe sanft!
Der Rektor der Universität, Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaghel sprach darauf folgende Worte:
Die Landesuinversität gedenke dankbar des Verstorbenen der nut unerschütterlicher Liebenswürdigkeit, voll Takt und Verstand- ms aufs eifrigste und wirksamste mitgearbcuet hat an Der Losung Dec mannigfaltigen Aufgaben, Die Die nahe Jubelfeier uns gestellt nieder " lrCUeV (Srinncrun9 le9c ec einen Kranz an seinem Sarge !
3ni Namen des Nationalliberalen Vereins I sprach Rechtsanwalt Kaufmann:
Anstelle des verhinderten Landwirtschaftsministers von Arnim entbot der Oberpräsident der Rheinprovinz Freih. v. S ch o r l e m e r der Landwirtschaftsgesellschaft einen Willkommengruß, dankte dem Prinzen August Wilhelm als Vertreter des Kaisers für sein Erscheinen und führte odann aus: Wenn auch im induftriereichen Westen das landw. Gewerbe infolge der Verschiedenheit der klimatischen und der Bodenverhältnisse, durch die Zerstückelung )es ländlichen Grundbesitzes und vor allem durch den Mangel an ländlichen Arbeitskräften mit ganz besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, so blicken die westfälischen und rheinischen Landwirte doch auch im Verein mit ihren übrigen deutschen Berufsgenossen mutig und vertrau- ensvoll in die Zukunft. Sie erkennen dankbar die ; ü n st i g e r e L a g e a n, welche für den landw. Berufsstand
?-e .ncucu Handelsverträge und nicht minder )urch die feste Hartung der verbündeten Regierungen und insbesondere der preußischen landwirtschaftlichen Verwaltung bei der im vergangenen Jahre eingetretenen <yleisch Verteuerung geschaffen worden ist. Tie deut- chen Landwirte vertrauen fest darauf, daß Bundesrat und Reichstag auch fernerhin da,ür emtreten werden, daß der Landwirrschaft die zur Erzeugung und Verwertung ihrer Produkte noiiyenbigeii Vorbeoingungcn erhalten bleiven. Als gutes Zeichen für die Weiterentwicklung auf landwirt- d)aftltcf)em Gebiete gilt den Landwirten die Berufung des langjährigen und verdienstvollen Leiters der deutschen Landwirtfchaftsgeseltschaft an die Spitze des preußischen Ministeriums für Landwirtschaft. Redner sprach sodann dem Prinzen August Wilhelm Die Bitte aus. Seiner Majestät den Aaut dafür zu übermitteln, daß S. Königs. Hoheit hierher enrjanbt worden sei. Der Prinz werde überzeugt etn, daß die anwesenden Landwirte ohne Ausnahme treu
Tie Wanderverfammlung
der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.
Düsseldorf, 6. Juni.
In der heutigen Gesamtausschußsitzung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft wurde beschlossen, für 1908 Stuttgart, für 1909 Leipzig und für 1910 Hamburg als Ausstellungsort für die Wanderausstellung )cr Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Vorschlag zu bringen.
Hochansehnliche Trauerversammlung!
Schmerzbewegt eriulle ich Den nur gewordenen Auftrag, im Xiamen Des nationalliberalen Vereins Gießen an Der Bahre unseres Durch Den 4,oD uns allzufrüh entrißenen geliebten, verdienstvollen Führers leiner slerbltchen Hülle die letzten Abjchieds- worte zuzurufen. Er war unser! Ein durchaus national und wahrhaft liberal gesinnter echter deutscher Alami vom Scheitel Ins zur ^ohle; Der Besten einer, Den wir in unserem Verein, in unterem Lande, ja in der Gesamtpartei un Reiche hatten, cm Partei,rermd m des Wortes edelster Bedeutung, cm leuchtendes Beispiel für viele! 7
... F von «ns gegangen mitten heraus aus seinem Wirken wr das Allgemeinwohl, aus seiner Arbeit und feinem Streben für die Ausbreitung und Fesiigung des vaterländischen Gedaukeus. Er schied von uns in Dem Augenblick, in Dem er kurz zuvor sich von Des Lebens Lasten und Muhen zurückgezogen hatte, nicht um ""^uruhen, sondern um {em bedeutendes wissen und Können aus politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu yiuh und Frommen ferner Mitbürger um so tatkräftiger in den Dienst der Allgemein. Helt zu stellen.
WaS er uns als Mensch, als Parteisreund und als politischer Führer getvesen ist, wird ihm der nationaUiberale Verein, Dessen ajorltanD er feit 1889 angeljört und Den er Jahre lang als erster Vorsitzender mit Geschick und Erfolg geleitet hat, nie vergessen, •oum Zeichen Dafür, daß wir unserem verdienstvollen Führer stets em ehrendes, treues Andenken bewahren werben, lege ich im Jiamen und Auftrage des nationalliberalen Vereins diesen ilram an (emem Sorge meöer. Ruhe janjt, werter Parteisreund! Möge Demer Asche Die Erde leicht sein! y
Geh- Forstrat Prof. Dr. W immenauer sprach sodann im Namen des nationallib. Landesausschusseö des Gcoß- 'herzogtiiins. Er rühmte ebenfalls die großen Verdienste des ^Verstorbenen um die nat.-tib. Partei, die den Velluft eines unvergeßlichen Mitgliedes in dem Toten betrauere.
Bureanoorfteher B r n ch h ä u se r trat dann hervor, tiefer Ergriffenheit sprach er folgende schlichte Worte:
stehen zu König und Vaterland, zu Kaiser und Reich. Freiherr v. Schorlemer schloß mit einem Hoch auf den Prinzen.
Namens der rheinisch-westfälischen Landwirtschaftskammern sowie der rheinischen und der westfälischen Landwirtschaft sprach Kammerherr v. B r e u n i n g der Landwirtschaft Dank für die hervorragenden Leistungen aus und schloß mit einem Hoch auf die Teiltsche Laiidwirtschaftsgesellschaft und ihren Vorstand. Oberbürgermeister Marx brachte ein Hoch auf die deutsche Landwirtschaft und Ritterschaftsrat v. Fre y er-Hoppenrade einen Toast auf die Stadt Düsseldorf aus. Hieran schloß sich die Vorführung der Pferde und ein Rundgang durch die Ausstellung.
Tie Hcrkomerfahrt.
II.
Würzburg, 6. Juni.
Bei der heutigen Fahrt von Eisenach nach Mannheim ging in den beiden ersten Stunden strichtveise ein scharfer Regen nieder. In Der Rühe von Münnerstadt ereignete sich ein U n f a l l. Der Stöwer-Wagen Nr. 13 von Friedrich Mappes-Heidelberg über-, schlug sich dadurch, daß er zu schnell einen Berg hinunter ging und die Bremsen nicht schnell genug funktionierten. Tie Insassen wurden unter den schweren Wagen geschleudert. Ter Kontrolleur Graf Königsmarck von den Darmstädter Dragonern konnte leicht verletzt unter Dem Wagen hervorkriechen. Ter Fahrer Dagegen erlitt eine blutige KopfwunDe. Ter Wagen ist völlig zertrümmert. Tie ersten Wagen trafen in Würzburg um 10 Uhr ein. Sie Durften aber erst um 12 Uhr die Weiterfahrt nach Mannheim antreten. Graf Areo vom Arbeitsausschuß ist gestern ebenfalls außer Gefecht gesetzt ivorden; er kam mit.Der linken Hand in Die Kette seines Wagens. Das erste Fingerglied wird wahrscheinlich im Weimarer Kranlenhause amputiert werden müssen. Ein Chauffeur erlitt durch Abspringen der Felge einen Schädelbrum. Der Sieger Der vorjährigen Fahrt, Dr. Rud. Stöß-Zwickau, Der als letzter einen Horchwagen steuerte, erlitt Tesekt an Der Steuerung und gab die Weitersahrt auf.
M a n n i) e i m, 6. Juni.
Tie heutige ziveitc Etappe der Herkomerfahrt ivurde durch Geivillcrschaucr crichwert. Als erster lraf Wagen Nr. 9 (Laden- burg-Alereedes), ziveiter Nr. 19 (Erle-Benz), dritter Nr. 1 (Porel auf de Dietrich) em. Nachdem eine Anzahl Automobile, etwa 50, am Ziel versammelt waren, durchfuhren diese im feierlichen Zuge zu Ehren Der Hcrlomenahrt die reichgeschmückle Stadt und begaben sich vor das Schloß, wo der Großherzog und Die Großherzogin in einer Equipage Die Reihe Der Kraftwagen entlang fuhren.
Bis heute ab-eni) 7 Uhr sind sämtliche 145 heute früh gestarteten Wagen bis auf 10 hier eingetroffen. Ansgegeben haben Die Weiterfahrt: Nr. 10 wegen TtuppelDesekts, Nr. 77 wegen Erkrankung des Besitzers uuo Nr. 13. Bei der Feudenheimer Fähre wurde ein junger Mann überfahren, doch soll den Fahrer kein Verschulden treffen.
Kurz vor Aiannheim wurde ein Gymnasiast, der versuchte, vor einem herkommenden Automobil über Die Straße zu lauten, von diesem, irotzdem Der Führer Des Wagens bremste, erfaßt unb beiseite gejchlcuDert; er erlitt einen Oberschenkelbruch.
Mit dem ersten Wagen ivurde von der Oberleitung ein Mann eingevracht, Der auf der Meckenheimer Landstraße von einem Auwmobil überfahren worden mar. Derselbe erlitt einen Armbruch.
l'ÄPENTÄ’j


