Pnnee-HenrLEisenbahu . 134.20
217.20
ISörse, 6. Juli. Antangskurse.
. 173.50
Elektriz. Lahineyer . .
Elektriz. Schuckert . . Eschweiler Bergwerk .
96.10
87.00
27.80
139.10
. 226.20
. 72.50
140.00
. 154.25 130.40
. 226.20 . 143.80 . 170.50 . 139.80 . 203.40
217.15
27.70
118.90
142.40
4J^0/» russ.Staatsan]. 1905 4X7» Japan. Staatsanleihe 4 -H C'onv. Türken von 1UU3 Türkenlose......
4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier .
3°/0 Mexikaner < . .
4>a°/0 Chinesen . . « .
Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . filrkenlose .
4%
4%
3%
3%
. 121.50 . 10595 . 214.40
. 194.50
3X7< 3% 334% 3% 3^% 3^7«
Reichsanleihe do.
Konsols . .
do. . <
Hessen
Oberb essen .
Aktien:
Bochum Guss . . . .
Buderus E. W . .
Tendenz: fest.
Berliner
Canada E. B.....
Darmstädter Bank . .
Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .
Tendenz : fest.
Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat. Bank .
Diskonto-Kommandit. .
Dresdner Bank . .
Kreditaktieu . .
Baltimore- und Ohio- Eisenbahn
Gotthard bahn . .
Lombard. Eisenbahn
Üesterr. staatsnahn . .
4% Öesterr. Goldrente. . 476 % Oesterr. Silberrente
Harpener Bergwerk. . . 198.00
Laurahütte......217.15
Sordd. Lloyd.....118*80
Obeischles. Eisen-Industrie 106.50
8e^okdungsölsferenz zwischen Richtern und Oberlehrern
führen.
und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 6. Juli. 1.15 Uhr.
Perioden von je 14 Tagen mit einer Woche Pause wechseln zu lassen.
** Botanischer Garten. Von der Tirektion des Botan. Gartens geht uns folgende für die weitere Öffentlichkeit bestimmte Nachricht zu: Tie Gartenordnnng über den Besuch des Botanischen Gartens tOr Landes-Universität, die an mehreren Stellen aufgehängt ist, u n te r s a g t den Besuch des Gartens gänzlich kleinen Kindern, welche der Aufsicht bedürfen, und Schulkindern ohne Begleitung Erwachsener. Durch Ueberschreitung dieser Bestimmung sind im Garten in letzter Zeit vielfach Beschädigungen entstanden, dass hier auf die Ordnung hingewiesen wird mit dem Bemerken, daß das Gartenpersonal angewiesen ist, strenge über die Erfüllung der Gartenordnung zu wachen und Kinder auszuweistn. Ter Botanische Garten ist ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken bestimmt, und es darf die Aufwendung erheblicher Mittel nicht dadurch illusorisch gemacht werden, daß Spielkinder mit Puppenwagen, Bällen und anderem Spielzeug, mit Obsttüten oder dergleichen den Garren als Spielplatz benutzen und allerlei Unheil anrichten. Es ist umsoweniger Grund dazu, als den Kindern und ihren Wärterinnen in unseren ausgedehnten, schönen und schattigen Stadtantagen volle Gelegenheit geboten ist, in freier Umgebung sich zu bewegen. Größeren Schulkindern soll der Garten, obgleich in erster Linie für die Studierenden und Freunde der Botanik bestimmt, zum Zwecke der Belehrung in Begleitung Erwachsener nicht verschlossen sein. Es Tann jedoch nicht geduldet werden, daß Schulkinder ohne Begleitung den Garten als Turchgang benutzen oder allein darin spazieren gehen, da der Schaden, her aus Unbedacht augerichtet wird, dem Garten und den berechtigten Besuchern des Gartens zum Nachteil gereicht. Wertvolle Pflanzen wurden abgerissen, das Alpinum geplündert, das Victoria regia-Bassin (sogar in Gegenwart Erwachsener) mit Butterbrotsbrocken zur Fütterung her Fische oder mit Steinen zur Ver- scheuchung her Frösche beworfen und dabei die schönen Wasserpflanzen, deren Kultur viele Mühe und Kosten verursacht, zerstört. Aus diesen Gründen wird die Gartenordnung an dieser Stelle in Erinnerung gebracht.
** Kun st verein. Die Gemälde-Ausstellung nm Brand bleibt von heute nb wegen vollständigen Wechsels der Gemälde, einige Tage geschloffen. Wie vom Vorstand beabsichtigt ist, soll die nächste, Ausstellung, die am 15. Juli eröffnet werden wird, Bilder von vorzugsweise hessischen Künstlern aufweisen, die der hessischen Künstlervereinigung angehören, wie von Prof. Bracht, Prof. Bantzer, R. Kaiser, O. Ubbelohte, W. Thielmann, H. Giebel rc. Ebenso werden auch unsere sämtlichen einheimischen Künstler in der Ausstellung mit ihren Arbeiten vertreten sein. Ferner wird die Ausstellung noch mit einer sehr hervorragenden Kollektion eines leider zu früh verstorbenen talentvollen Künstlers F. Brandt, t in Nom, vervollständigt werden.
'' Vogelsberger Schlag. Als jüngst bei der Kaiser-Regatta in Ems die Gießener Mannschaft Wetzlar beim Vorrennen mit großem Vorsprung geschlagen hatte, rief ein unter den Zuschauern befindlicher Gießener Sportsmann, begeistert von dem schönen Erfolg, aus: „’S Gewitter, was unsere Leute aber auch für ein Schlag haben." Trocken erwiderte ein anderer Sportskollege: „Ra, was kanns sein? Simmenthaler Schlag." Als Gießen aber iin Entscheidungsrennen die Emser Mannschaft auf deren eigenem Wasser schlug, meinte der Gießener: „Ach was, bei uns ist schon immer Vogelsberger Schlag daheim gewesen, wenn wir auch nicht immer bannt gut gefahren sind."
Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg-Amerik. Paket!. 134.20
94.15
83.80
94.35
84.00
92.80
94.00 98.50
98.70
93 35
103 40 65.80
66.60
91.20
92.45
94.50
143.00
49.10
84.60
63.00
96.05
Gießener Strafkammer.
X Gießen, 5. Juli. Stimmeukauf.
Ter Landwirt H. A. I. von Hattenrod ist angettagt, in einer öffentlichen Angelegenheit, her Bürgermeisterwahl ©ix vattenrod im Herbit 1905, eine Stimme gekauft und her ^aglöhn er K. A. VII. eine solche verkauft zu haben, weshalb beide wegen Vergehens gegen § 109 des Strafgesetzbuchs angeklagt wurden. Bei fyer fraglichen Wahl war auPer dem seitherigen Bürgermeister Rock der Kriegervereinspräsident Need als
Aus Stadt mhO» Cattö.
Abdruck unserer durch Korrespondeuzzeicheu kenntlich gemachten Orgiualartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Auz.) gestattet.
Gießen, den 6. Juli.
•* Vom Großherzogl. Hofe. I. K. H. der Großherzog und die Groß Herzog in werden am Sonntag, 7. d. Mts., abends, London verlaffen und über Vlissingen die Rückreise antreten. Vom nächsten Mittwoch ab finden voraussichtlich Audienzen und'Vorträge wie gewöhnlich statt.
-Des Großherzogs Dank. Auf ein Begrüßungstelegramm des deutschen Schießvereins, der z. Zt. in Darmstadt sein Preisschießen abhält, antwortete S. K. H. der! Groß Herzog aus Loudon folgendes: ,Freue mich sehr über freundliches Gedenken. Ernst Ludwig".
** Landes-Universität. Herr Dr. JanVersluys, der sich für das Fach der Zoologie an unserer Universitä! zu habilitieren wünscht, hält am Mittwoch, 10. Juli, 12 Uhr pünktlich in der großen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Betrachtungen über d ' Organ- b:. lanzlurche".
" - •' v r,: .1 Sontrag unseres Abg. Köhler.
t Präsidenten des Reichstags cm ausfühA . Ersuchen gerichtet, die Reichstags-
ember beginnen und die Sitzungs-j
Ungar. Goldrente . .
Italien. Bente . .
Portugiesen Serie I .
Portugiesen „ III
Manöver des 18. Armeekorps 1907.
21. Division. Die 41. Infanterie-Brigade hält vorn 9. August (Regiment 88) bezw. 15. August (Regiment'67) bis 4. September bei Nordenstadt bezw. Mainz Regiments- bezw. Brigadeexerzieren ab. Vom 6.-7. September finden Manöver bei Birstein, vom 9.—14. zwischen Nidda-Gelnhausen und Salmünster, vom 16.—17. solche zwischen Nidda-Gedern und Wächtersbach statt. Die 42. Infanterie-Brigade hält (Regiment 80) vom 14.—28. August Regimentsexerzieren bei Nordenstadt bezw. Wiesbaden ab. Regiment Nr. 81 und 166 üben vom 22.-28. August bei Rohrbach, Kreiß Büdingen, tm Negimentsverbande, die Brigade exerziert vom 30. August bis 4. September ebenda. Die Manöver find analog denen der 41. Jnsanlerie-Brigade. 21. Kaballeri ("Brigade, Dragoner 6, exerzieren vom 1.—12. August die Mainz, Ulanen 6 vom 19. Juli bis 14. August ebenda; vom 14.—25. August üben die Regimenter , int Standorte. Die Brigade nimmt daraus an den Kaisermanövern im Verbände der Kavallerie-Division A teil. 21. Feldartillerie- Brigade (Regiment 27) verläßt am 20. August die Garnisonen Mainz und Wiesbaden und nimmt vom 26./8.—17./9. an den Manöoern der 41. und 42. Infanterie-Brigade bezw. her 21. Division teil, ebenso Regiment 63, mit dem Unterschiede, daß die 1. Abteilung desselben die Garnison Frankfurt a. M. am 23. August! verläßt.
25. Division. 49. Infanterie-Brigade (Regiment 115) übt vom 22.-27. August bei Wölfersheim, Reg inte nt Nr. 116 und 168 vom 19.-27. August ersteres bei Steinbach, letzteres bei Wölfersheim. Die Brigade exerziert vom 29. August bis 3. September ebenfalls bei Wölfersheim. Die Manöver beginnen am 4. September bei Friedberg, finden am 9.—14. zwischen Hel- denbergen- Friedberg- Hungen statt und werden am 16. und 17. zwischen Nidda-Gedern-Wächtersbach, 50. Infanterie-Brigade, Regiment 117 übt vom 21. August bis I 1 27. auf dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt, Regiment 118 in der gleichen Zeit bet Mainz. Vom 29. August bis 4. September Brigadeexerzieren bei Darmstadt. 6. und 7. September Manöver bei Büdesheim und Heldenbergen, vom 9.—17. wie bei her 49.
! Brigade, 25. Kavallerie-Brigade. Dragoner 23. und 24. nehmen ; uotrt 3. September bis 17. an den Manövern der 50., 42., 41. nnd 49. Brigade bezw. 21. Division teil. 25. Feldartillerie-Brigade, Regimenter 25 und 61 nehmen vom 22. resp. 23. August bis 17. September an den Hebungen her 49. und 50. Brigade bezw. her 25. Division teil. Die Unteroffizier-Schule Biebrich wird der 41. Infanterie-Brigade zugeteiü und verläßt am 4. September hie I Garnison. 4 Batterien Fußartillerie Regiments 3 einschließltch Bespannungs-Abteilung und dreißig ermieteter Pferde schweren Schlages nehmen an den Tivisionsmanövern der 21. Division am 16. und 17. September teil. Bei den Regimentern 166 und 168 werden dritte Bataillone formiert Die 49. Infanterie-1 Brigade mit zugeteilten Truppen hat am 9. September Kriegsmarsch. Pionier-Bataillon 21 und Train-Bataillon 18 treten teils zur 21. teils zur 25. Division. Abtetlungen des Telegraphen- Bataillons Nr. 3 Codlenz werden her 21. Division attachiert.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für Bandel
X Klein - Linden, 5. Juli. Unser K r i e g e r v e r e i n blickt auf sein 25jähnges Bestehen zurück und erhält die K a i s e r s ch l e i f e. 9(u§ diesem Anlaß plant her Verein am 13., 14., 15., Juli ein größeres Fest, zu dein sich bereits 16 Kriegervereine aus der hessischen und preußischen Umgegend angemeldet haben; dazu kommen noch sämtliche hiesige Vereine. Auch haben sich die Jungfrauen des Dorfes zusammengetan, um dem Verein ein Fahnenbandelier zu stiften. An sechs ©ritnher des Vereins werden Ehrenurkunden überreicht. Die Festmusik stellt die Kapelle des Gießener Kaiser W i l h e l m - R eg i m e n l s. Der Fest- platz liegt am Eingang zur Wetzlarerstraße und bietet Sitzgelegenheit für über 2000 Personen. Auch die Gießener Militär- vereine haben ihre Teilnahme zugesagt. Bei her großen Beliebtheit Klein-Lindens als Ausflugsort ist ein zahlreicher Besuch des Festes zu erwarten.
O Daubringen, 6. Juli. Morgen feiert der Kriegerverein fein 35jährige8 Stiftungsfest, bei welcher Gelegenheit ihm die Kaiserschleife übergeben luirb. Da die Feier auch gleichzeitig das Bezirks fest des Verbandes Gießen umfaßt, so verspricht das Fest einen recht imposanten Verlauf zu nehmen; etwa 40 Vereine haben gegen 1000 Mitglieder angemeldet.
+ Saasen, 5. Juli. Unser Dorf steht gegenwärtig unter dem Zeichen der Bür g e rme i st e r w a h l. Unser Bürgermeister Schmidt mußte krankheitshalber sein Amt niederlegen, nachdem er es 26 Jahre zum Segen der Gemeinde geführt hatte.
^Butzbach, 5. Juli. Heute abend gegen 7 Uhr entlud sich über unserer Stadt ein starkes Gewitter mit Hagel. Der Hagel war so heftig und mitunter in der Korngröße von 20—25 Millimeter, so daß er hier und da die Fensterscheiben zerschlug. Die Fruchtfelder besonders östlich der Stadt bieten ein trauriges Bild der Zerstörung.
W. Bad Nauheim, 5. Juli. Bis zum 4. Juli sind 15 527 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6481 anwesend waren. Bäder wurden bis wni 4. Juli 175 556 abgegeben.
RB Darmstadt, 4. Juli. Das 8. Preisschieben des Schießvereins deutscher Jäger hat am Mittwoch seinen Anfang genommen und zwar unter sehr zahlreicher Beteiligung hervorragender Schützen aus den verschiedensten Teilen des Reiches. Am gestrigen ersten Tag war von früh 8 Uhr ab Kartenschieben und Ehrenpreise aus dem Tontaubenstand. Die Beteiligung war bei allen 'Schießen sehr gut, zu Ende geführt wurde das sog. Sechs- Hasenschießen, wobei Kommerzienrat Hickler, der Vorsitzende der hiesigen Schützengesellschast, den ersten Preis errang. Den zweiten erzielte Herr Scheppler-Straßburg. Heute haben die beiden Hauptschießen um die Meisterschaft auf laufende Wildscheiben ihren Anfang genommen. Die Meisterschaft für Tontauben siel Rentner Mertens-Berlin zu. Für alle Schießen sind sehr wertvolle Preise ausgesetzt. Für die Unterhaltung am Abend sorgen Militärkonzerte und Vorträge des Schubert-Quartetts, sowie Volksbelustigungen mancherlei Art.
Amerika und die gelbe Gefahr.
Detr amerikanische Kriegssekretär Tast, dessen Reise nach den MNppinen und übet Sibirien nach Europa für den kommenden Herbst angekundigt ist, darf als der staatsmämüsch bedeutendste Mitarbeiter Roosevelts gelten. Ob er bei her Präsidentenwahl int nächsten Jjahre an dessen Stelle kandidieren wird, ist eine offene Fckage. Es spricht jedenfalls für die Schwierigkeit her allgemeinen Situation Nordamerikas, daß grade Mr. Tast aus die Polstische Weltreise geschickt werden wird. Ter politische Eha- rakter der Fahrt ist an der geplanten Reiseroute ohne weiteres erkennbar. Sie führt von San Francisco über die Sandwichsinseln, die Philippmen und Japan zunächst "nach Sibirien. Es wird dabei immer gelber um Mr. Tast tverden, schon auf den Amerikanischen Sandwichsinseln wohnen armähernh 100 000 Ja-! raner, die führende Welle des gegen die Küste der Union brandenden gelben Menschenstroms. Tie Vmikees mögen sich wehren, nrif sie wollen: aus eigener Kraft können sie diesen Strom nicht zurückdämmen. In Sestenläufen, auf hem Wege über Chile, Brasilien, Kolumbien und MexiÄ dringt er in den amerikanischen Kontineirt ein. Rur dort, wo sie den Pankees erwünscht wären, fehlt es an gelben Eimnanderern: in Panama. Tie Fvrtfüh-1 rung des JsthmuskanaV verzögert sich in bedenklicher Weise, lveil nicht hinreichend brauchbare Arbeiter vorhanden sind. Tenn Chinas ^Regierung 'hat, wohl auf japanische Beeinsiussung hin. die Provinzgouverneure angeiviesen, der Anwerbung von Kulis als Kanalarbester den schärfsten Widerstand entgegenzusetzen. So ist der Zeitpunkt der Betriebsfähigkeit des Panamakanals noch gar nicht abzusehen, ein für die maritime Wehrkraft der Union sehr fataler Umstand.
Die im Januar d. I. eröffnete, guer durch Mexiko führende 'Tehuantepee^Eisenbahn präsentiert sich allerdings als treffliche und zukunftsreiche Verbindung zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozcan, ober Kriegsschiffe kann sie weder ersetzen noch befördern, an denen nach Zahl und Gefechtswert die Union im , Pacific dem japanischen Partner gegenüber bedeutend im Rückstand ist. Ihre Chancen im Falle eines offenen Konfliktes mit hem Jnselreich sind also nichts weniger als günstig, und die Vermutung jlcibt sich kaum abweisen, daß dem klugen Kriegssekretär Taft die ^lufgabe zugewiesen ist, auf seiner Reise burdj Europa an das Solidaritätsgefühl der weisen Raffe gegenüber der gelben zu appellieren, bei den Großmächten der alten Welt Stimmung zu machen! f für eine Störung her Kreise Japans.
Bei den zwischen letzterem und England-Frankreich bestehenden Verträgen ist das eine schwierige Mission, und die weitausschauende Politik Englands, die den gefürchteten Weltmarkt-Konkurrenten Amerika mattgesetzt hat, nötigt zu rückhaltloser Bewunderung. Es erscheint vom amerikanischen Standpunkt aus naheliegend, ein ^Einvernehmen mit Rußland und Deutschland anzustreben als Gegenwirkung gegen die englisch-französisch-japanische Entente. Für ^Deutschland liegt aber kein Anlaß vor, den Boden her Neutralität zu verlaffen und sich um her schönen Augen Amerikas willen mit Japan zu Überwerfen, umsoweniger,^ als die Union sich wahrlich nicht beeilt, den loyalen handelspolitischen Ansprücheir Deutschlands gerecht zu werden.
Kandidat aufgcstellL In Hattcurod besieht hie Sitte, daß den Mit- gliedern des .Kriegervereins im Erkraukuugsfalle eine wöchentliche Unterstützung von ^wei Mark gewährt wird, insofern sie sich darum bewerben und ihre Erkrankung rechtzeitig melden. Ter L.aglöhner A. war kurz vor der Bürgermeisterwahl stank und hatte deshalb einen Anspruch aus 4 Mk. Unterstüttung, die ihm aber vom Vorstiand wegen verspäteter Anmeldung verweigert wurde Er war der Meinung, her Präsident Neeb sei allein an der Ablehnung ieines Gesuches schuld und toar deshalb dessen offener (pcgner. Als der Landwirt A. in Erfahrung gebracht hatte, daß Daglohner A. den Recb doch wählen würde, wenn ihm die 4 Mk. Unkrirüfeun<? gewährt, würden, ging er ihm am Wahltage in das Wahllokal nach und suchte ihn zur Wahl des Reeb zu überreden Als er sich sträubte, drückte er ihm 4 Mk. und den Wahlzettel des Gegenkandidaten in die Hand mit der Weisung, Reeb zu Böhlen und nahm ihm den anderen Zettel ob, worauf er Neeb wählte, ^votzdem trug der Gegenkandidat Bürgermeister Rock den ^ieg davon. Beide Angeklagte waren geständig; es wurden ihnen mildernde Ilmstände zugebilligt und aus die geringste zulässige -träte von je einem Monat Gefängnis erkannt.
Bcamtenbeleidigung.
JBor dem Schöffengericht Alsfeld lwttc sich der Landwirt B. H. von Ohmes wegen Beleidigung des dortigen Bürger-» mestters zu vestantworten. Es war ihm zur Last gelegt, das; er den Buraenneister während der Ausübung seines Berufs und m Beziehung auf feinen Berus öffentlich beleidigt habe, indem er ihm in einer Gemeinderatssitzung den Vorwurf machte, er habe etwas unrichtiges vorgetragen und wenn er das tue, so tue er noch mehr, womit er meinte, es sei ihm auch zuzutrauen, daß er dem ÄteiSamt falsche Berichte erstatte. Weiter habe er he-' merkt, der vom Bürgermeister geleistete Eid sei ein „hölzerner liib ' oder „volzmachereid", womit man in der dortigen Gegend einen Nicht gehaltenen bezw. verletzten Eid meint. Dieser Ausdruck rührt noch vor dem Jahre 1866 aus dem Kurhessischen, wo die Holzmacher eidlich verpslichtet wurden, daß sie aus dem Walde kein Holz mitnehmen, aber trotzdem sich ihren ganzen Bedarf fre- neUen. Ter Angeklagte behauptete, er sei mit einem anderen als Patzer lur bei Rausch- und Milzbrand gefallenes Vieh gewählt worden; in her vom Kreisamt veröffentlichen Bekanntmachung war aber her Bürgermeister selbst als Schätzer bezeichnet tvorhcn.l Licieg habe ihm Veranlasiung zu einer Beschwerhe beim KreiSamt gegeoen und die,es Vorkommnis sei auch in her fraglichen Sitzung besprochen worden. Eine Beleidigung habe ihm fern gelegen, die •^erlund cA" ^em .Ew sei irrtümlich ausgesaßt worden, er habe nicht den Bürgermeister gemeint, sondern er habe nur erklärt haß er aut Grund des von ihm geleisteten Eides verpflichtet fciJ Mtur gl! torgen, daß die Interessen der Gemeinde gewahrt werde/ Tas Schottengericht hielt die Sache nicht für aufgeklärt genug und heb mangels Beweises Freispruch ein treten. Ter Bürger- meiner als Mbenkläger und die Staatsanwaltschaft fochten das Urteil an. Tie Berufungsvertzandlung ergab, daß der Angeklagte mit stiner Wahl in die betreffende Kommission im Irrtum war, und daß der Bürgermeister einen unrichtigen Bericht nicht ein- gereicht hat, wenn auch nicht verkannt inurhc, daß er unkorrekt gehandelt hat. Es konnte dem Angellagten, her im guten Glauben war, das Recht zugesprochen werden, die Sache zur Sprache zu bringen, doch soweit durfte er nicht gehen, daß er dem Mrger- mellter Eidesverletzung und falsche Berichterstattung verwarf. Tas
™ wurde aufgehoben und aus eine Geldstrafe von 4 0 Mark erkannt.
Diebstähle.
?lls im vorigen Monat ein vierjähriges Kind mit einer Markt, tnfclje, in der sich ein Portemomiaie mit 4 Mark befand, am Wall' tor zu einem Metzger geschickt wurde, begegnete ihm die 40jähriae vielfach bestrafte D i e u st m a g d A. K. G. aus E h r i st e r o he. Sie nahm hem Kind das Portemonnaie nu5 der Tasche und entfernte sich damit. Eine in der Nähe befindliche Frau bemerkte, wie sie das Geld zählte urb dann davon wankte. Die Angeklagte bestreitet den Diebstahl nicht; sie beruft sich aher auf 'sinnlose Trunkenheit. Tatsächlich steht sest, daß sie schon vor 10 Uhr morgens schwer angetrunken war, doch schloß das Gericht aus dem Unistand, daß sie das Geld noch zählen konnte, daß sic noch wrißte, was sie tat. Sie. erhielt wegen Diebstahls im wiederholten Rückfall eine Gefängnisstrafe mm 8 Monaten, wobei ihrs durch den langjährigen ?llkoholgenuß verursachte geistige Minderwertigkeit strasminderud berücksichtigt wurde, während andererseits im Interesse der Allgemeinheit die Strase nicht zu niedrig bemessen werden durfte.
Blutschande.
Unter Aitsschluß der Oesfentlichkeit mürbe gegen den Bäcker I, H. G. von Gamdach imh dessen Stieftochter'K. K. wegen Blut- schände verhandelt. Das Ergebnis war, daß G. zu einem Jahr G e f ä n g ii i s und fünfjährigem Ehrverlust verurteilt mürbe, wahrend seine Stieftochter, die als die Verführte angesehen wurde, mit zwei Monaten durchkam. ________
Arbeiterbewegung.
Bielefeld, 4. Juli. 400 Näherinnen der Wäschebranche (Hausgewerbetreibende) im Kreise Herford haben wegen L o h n d i f f e r e n z e n die 9lrbeit niedergelegt.
3 wirf au,,4. Juli. Die Lage im hiesigen Bergrevier verschärft sich immer mehr. Die Revierkommission ist jetzt zum zweiten Male an den hiesigen Verein für bergbauliche Interessen herangetreten mit dem Ersuchen, mit ihr über die bekannten Forderungen der Arbeiterschaft zu verhandeln. Der Verein für bergbauliche Interessen Hal das Aiisuchen zum zweiten Male abgelehnt. Eine allgemeine Delegierteiikontere,iz der sächsischen Reviere ist für den 2. August nach Chemnitz einberufen.
1)1« nach- A a i* 7 | p sind Sonntag, den 7. Juli von stehenden XIV 4 Zi IC 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzntrelfen. D,/,
Dr. Geyer, Seltersweg 64. — Dr Klein, Ost-Anlage 37. — ______Dr. Zinsser. Goethestrasse 10.
Sonntag, den 7. Juli von 4—9 Uhr nachm. [631
Nur Hirsch-Apotheke offen.


