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Kleines Feuilleton.
Damit die
meinet vollen Befriedigung und Anertenuung darlwer Ausdruck zu geben, daß es den beiden von mir eingesetzten aommillionen gelungen ist, meinen Intentionen in so ausgezeichneter Wetze zu entsprechen und ein einzigartiges musikaluches Denkmal futf das deutsche Volk zu soffen. Allen, welche die,em bedeutungK. vollen Werke ihre opserwulige, treue Mitarbeit geliehen haben, »üble ich mich zu au.richtigem Danke verpslichtet, und ich er- niächlige Sie, den Kvmmissionsmitgliedern — loweit ich das mdg selbst zu tun Gelegenheit hatte — meinen wärmsten ^ank noch besonders auszusprechen." Indem ich mich die,es allerhöchsten Auftrages mit besonderer Freude hierdurch entledige, suge ich hinzu daß Seine Majestät im Einblick auf die reiche^ Fülle und die vorzügliche musikalische Bearbeitung der nt der Sammlung vereinigten Volkslieder der Hoffnung Ausdruck zu geben geruht haben, tab d>as Werk aus den deutschen Männergeiang wie auch — durch einte sachgemäße Bearbeitung für gemilchten Chor und Einzelstimmen — auf den Volksgesang überhaupt weitreichenden und v<,roiidlick)en Einfluß ausüben werde. Seme Majestät haben zugleich ausgesprochen, daß Allerhöchstdieselben es im Interesse der gesamten nationalen Entwicklung mit Freuoen begrüßen würden, wenn es gelänge, der Pflege des Geianges uiid seinem veredelnden Einsluß im Volksleben wieder einen breiteren Schaum zu gewähren, ^ur Erreichung disfes Zietes mitzuwirken, sei insonderheit die Schule .berufen., v. Stuot.-
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zeitigen Freifahrt durch ganz Lessen auch die G e w ä r u n g v o n D i ä t c n an oie Darmstädter und die in der vcäh^ wohnenden Mitglieder. ,, . _
Abg. Bähr (3)6.) wünscht, daß den auswärtigen Abgeon^ neten auch eine Entschädigung für versäumte Arbeit gezahlt werde.
Abg. R e i n h a r t halt die freie Fahri durch das ganze Lantz
— Ein Vortrag Bruno WilleS in der Freidenker-Vereinigung. Am kommenden Samstag abend werden wir zum drittenmal das Vergnügen haben, Herrn Dr. Bruno Wille in der hiesigen Fretdenler-Vereini- g u n g sprechen zu Horen. Das Thema lautet: „Gottesverehrung uiid MertschheitSdienst". Es darite deshalb wohl angebracht sein, in (wenigen großen Zügen eine Uebcrsicht über die bisherige Lebe n »arbeit dieses aus Fechners Spuren wandelnden Naturphilosophen zu geben. Dr. Brutto Wille wurds am G. Februar 1860 zu Magdeburg geboren. Er studierte 1881 hi 4>oiih und Berlin Theologie, nachher Philosophie und weilte Don .1885 bis 1886 als Hauslehrer im kaufe der rumänischen Tichterin Mite Premnitz in Bukarest und Sinaia soivie als N-ttsebeglcittr des Geographen Kiepert in Kleinasien. Nach Berlin juruckgekehrt, widmete er sich der Literatur, promovierte in Stiel und wurde Sprecher und Lehrer der freireligiösen Gemeinde in $3 crlin. 18S0 gründete er daselbst die „Freie Volksbühne", 1892 bie „Neue freie Volksbühne", 1900 den Giordaito-Bcuno-Bund, 1201 'mit Wilhelm Bäuche u. a. zusammen die „Freie Hvch- fdbule" und 1906 mit dem Maler Hermann Hendrick) die Sagen-
Abg. Molthan (Ztr.) macht darauf aufmerksam, daß die Erhöhung des Jagdstempels eine Voraussetzung für die Erhöhung bet Lehrergehalte bilde. Wenn also die Kammer die Jagdstempel- erhöhung ablehne, so würden damit auch die jetzt vom Finanzausschuß vorgeschlagenen höheren Sätze scheitern. Im übrigen wolle der Ausschuß die Erhöhung aus 60 Mk. für alle Nicht- Hessen, nicht nur für Reichsausländer, wie Abg. Reinhart be-
Leun (Bb.) spricht gegen den Antrag auf die Jagd- stempelerhöhung. Derselbe betrage jetzt schon 25 Mk., in Preußen dagegen nur 15 Mk. Man müsse auch auf die In- teressen der Gemeinden Rücksicht nehmen.
Abg Dr. Heidenreich (natl.) ist für die Erhöhung. Es handle fick'- hier nicht um eine neue Belastung des „armen Mannes".
Abg. Wolf (Antisemit) wünscht die Ausstellung der Jagd- karten von Januar zu Januar.
Abg Dr. Weber (wild) ist für die Erhöhung des Stempels für Ausländer, von denen vielfach „Raubbau" betrieben werde. Weiter wünscht der Redner die Jagdbesteuerung je nach bCC Abg^ »Ürau^?wünscht die Einführung einet Reichssteuer für $Ö0'ULbg1” U 11 i d) spricht sich gegen den Jmmobilienstempel im allgemeinen aus und wunfüjt dachr eine höhere Stenerprogresswn.
Abg Brauer fordert, daß auch die Fvrstwarte, die die Jagd auSÜbten, einen Wafienschein lösen sollen.
Die ÄLgg Hirsch el, Weber und Brauer beantragen die Erhöhung des Jagdstempels von 25 auf 40 Mk.
Ma Finger (iiatL) stellt den Durag, den Satz von 25 Mk. für Hessen zu belassen, Mgegen für Reichsdeutsche auf 40 und sür Ausländer auf 60 Mk. zu erhöhen. ~
Apg Leun wünscht die Ausgabe von Tageskarten und beantragt, Dagespässe L 1 Dtt. und Wochenpässe für 5 ?)JIL aus-
3 9 Abg. Dr. Weber verteidigt das Forstpersonal gegen die Bemerkungen des Abg. Brauer, und bemerkt, daß dasselbe nirgends besser ausgebildet fei, a'.s in Hessen. „ „ ,
Ministerialrat Dr. Becker erklärt sich gegen die Ausgabe von Tages- oder Wo ch-n mitten. Die Einnahnien würden bei der Einführung solcher Karten sehr geschmäteit werden. Wenn z. Ä. Karten für drei Tage zu 3 Mt. ausgegeoen würden, so wurden Diele Pächter weniger als zehnmal fotche Warten lösen. Dem Abg. Finger fei es nicht gelungen, datz bei Erhöhung des Stempels von 25 auf 30 Mk. der kleine Mann geschädigt werde.
Abg. Best (natl.) bittet, die Erhöhung für Auslandpässe abzulehnen. .
Abg. Dr. Osann trat!.) bespricht die Position direkte Stcuerstrafeu
und weist darauf hin, drtz die da,ur als Einnahme ongesetzte Summe ioon 80 000 M'l in der Siegel twch stark überschritten werde. Es sollte jeder, der sich Steuerhinterziehungen zu schulden kommen lasse, durch Nennung seines Namens öffentlich an den Pranger gestellt werden. Das liege im Interesse der Allgemeinheit. , „ , „ , .
Finanzminister Dr. Gnauth dankt oem Vorredn-w dafür, daß ' er Den Steuerpinttrziehern einmal kräftig ins Gewissen geredet habe, aber soweit zu gehen und die Namen öffentlich zu nennen, könne doch wohl nicht beiürwortet werden. Erfreulich sei übrigens, daß die Zahl der Steuerhinterziehungen immer mehr zurüllgehe. Der Minister macht hierüber einige nähere Mitteilungen und bemerkt: Man sieht daraus, daß es immer noch genug Sünder gibt!
Abg. Reinhart schließt sich ganz den Aus uhrungen Dr. Osanns an und bemerkt, daß man jetzt für das abscheuliche Wort Steuerdesraudation „Steuerirrung" eriunbcn habe. Redner bitte, unter Ablehnung aller zur Jagd, (HeinerHöhung gestellten Anträge Den vom Ausschuß gestellten Aiitrag anzunehmen.
Da alle diese Anträge mit dem Kap. 116 b in Zusammenhang stehen, wird die Abnimmung über dieselben bis zur Erledigung dieses Kapitels verschoben.
Vizepräsident Dr. Schmitt hat inzwischen den Vorsitz übernommen.
Bei Kap. 13, Landstände, Ausgabe 132870 Mk., regt Abg. «Pennrich (Zentr.) wieder die Frage der Freikarten für die Eiscubahufahrten der Abgeordneten
an und ersucht die Regierung, auf eine baldige Erledigung dieser Sache bedacht zu sein. i
Abg. Adelung (Sozd.) weist auf die ungünstigen Platze auf den Tribünen beider Kammern für die Journalisten hin, die eng zusammengepfercht sitzen und arbeiten müßten und dabei schlechte Beleuckstung hätten und auch die Redner oft nur schwer verstehen 'könnten. Er bitte dringend um Abhülfe.
Staatsminister Ewald erklärt, er habe in Sachen der Freikarten für die Abgeordneten beider Kammern schon mit dem ver- ftorbenen Eisenbahnminister Budde verhandelt, aber jetzt mit dem neuen Minister noch nicht darüber kon,erieren können. Er werd: aber bemüht bleiben, den Wünsck-en des Hauses in dieser Hinsicht Rechnung zu tragen. .
Abg. M othan erkennt die Klagen über die schlechten Platze der Journalisten durchaus als berechtigt an. Das Haus müsse doch bestrebt sein, den Jounialisten das Leden so angenehm wie möglich tu machen! Die Debatte über die freie Eisenbahnfahrt spinnt sich nun wohl noch eine Stunde lang weiter.
Die iÄbgg. Ulrich uno Raab verlangen neben der jeber-
lebendige All" und fein wohl bedeutenDstes Werk „Offenbarungen M Wachholderdaums". Zurzeit verläßt ein Werk Willes über „Darwin" die Presse, und ein größerer Roman „Die Abendburg" ist in Angriff genommen. Tie glänzende Begabung dieses Dichterphilosophen erzwingt sich in steigendem Maße die Beachtung weitester Kreise. Besonders ist cs der schon oben erwähnte Roman eines Allsehers. Tie „Offenbarungen des Wachbolderbaumes", der sich trotz feiner seltsamen, ganz aus dem Rahmen fallenden Eigentümlichkeit einen begeisterten Leserkreis erworben hat. Der Professor der Philosophie Friedrich Paul, en in Berlin hat diesen Roman seinerzeit glänzend besprochen, und dem Verfasser wurde der Schillerpreis dafür zuteil. Bruiw Wille besitzt eine wunderbare Rhetorik, und versteht es sowohl durch Form wie durch Inhalt «eines Vortrages seine Zuhörer außerordentlich zu fesseln. Zuhörer in ihrer Aufmerksamkeit nicht gestört werden, findet der Vortrag diesmal ohne Reslvuration statt.
— Das Volksliederbuch des Kaisers. Man schreibt aus Mainz: Tas hiesige Mitglied der vom Kaiser ernannten Kommissstn des „Bollsiieoerbua,s iur Männerchor", Prof. Dr. V o 1 b a ch, erhielt vom Kultusminister v. Studt nachstehendes Schreiben: „S. M. der Kaiser und König haben mir aus Anlaß d.r Vollendung des „Vottsttederouches ,ür Mannerchor" eine allerhöchste Kundgebung zugehen zu lassen geruht, vi welcher es heißt: „Nachdem ich das mir übergebene erste Exemplar des „Vo^slieoeroucys für Aeännerchor" einer näheren Durchsicht unterzogen habe, ist es mir. ein herzliches. .BedürspiS,
Kie Heutige Aumrner umfatzt 12 Seiten. (
Keusche Zweite Kammer. 11
R. B. Darmstadt, 5. März. 1
Am Ministertisch: Staatsminister Ewald, Finanzmiluster > E n a u t h, Minister des Innern Braun, Geh. Staatsrat strug ‘ dPräsident HaaS eröffnet die Sitzung U3t 10l/i Uhr.
Aui der Tagesordnung steht zuerst bu Beratung der Re- , gitruiigdüörloge betreffend die I n st and , etzung des Schlosses Lichtenberg (Jnnenraume). Die Raume Jollen bekanntlich zum Teil dem Reichsverband der deutschen landwirt- schastlichen Genossenschaften für Erholungsbedürftige überlisten weiden; die Kosten für die Herstellung der Jnnenraume sind auf 62 000 Mk. berechnet. #
Das Haus stimmt der Regierungsvorlage dem Ausschußantrag u Fortsetzung der Etatsberatung wird Kap. 3 Dein- baubomänen, Einnahme 171500 Mk., Ausgabe 138400Mk., ohne Debatte genehmigt. Kap. 4, Bad Salzhausen, ist mit Kap. 8, Nauheim, verfchinolzen und kommt daher hier in Wegkali. Kav. 5, Oolzmagazin zu Darmstadt, Einnahme 10 507 Mt., Ausgabe 1105 ülkt., Kap. 6, Kapitalzinsen und Sonstiges, Einnahme 41)500 Mk., Ausgabe 7000 Mk., Kap. 7, Staatsdomänen, für ßanieral» und Forstdomänen, Einnahme 261235 Mk., Ausgabe 12b 537 Mk. und Kap. 7 a, Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung, Einnahme 263 700 Mk., Ausgabe 216 812 Mk., werden genehmigt.
Abg. Ulrich gibt zu der Position „Ludw i g S ho s sn u n g" eine kurze Erläuterung seines Ausschußreferats, in welchem es hnßt: Im Ganzen macht d»er Voranschlag den Eindruck, datz bas Geschäft sich bessert, wenn auch nur langsam. Der Ueberfchuß beträgt diesmal 46 888 Mk. gegen 31175 Mk. im ißoriabre. Es wurde im Ausschuß darauf aufmerksam gemalt, daß man in Ludwigshoffnung rationeller arbeiten könnte. So seien im Winter keine Kohlen zu hoben gemefen, gerade in füier Zeit, wo der Absatz am größten hätte fein können. Ebenso Knute man zum Tagbau übergehen und wäre bann der stark nisgcsundene Lett und Ton recht gut zu Ziegelbrennereien und wideren industriellen Unternehmungen, wie Röhrenherstellung und Steinplatten, usw. Fabrikation zu verwenden, während letzt gar nichts in brr Richtung geschieht; man könnte außerdem aber auch darauf sehen, daß die abgebauten Gelände der Landwirt- ftyaft wieder zugängig gemacht würden. .
Finanzminister Dr. Gnauth sagt zu, die tm Ausschußbericht gegebenen Anregungen in Erwägung zu ziehen.
Abg. H i r s ch e 1 wünscht, es möge Fürsorge dafür getroffen werden, daß das Werk die ihm gemachten Bestellungen rascher zu liefern in b er Lage sei.
Bei Kap. 8, Saline, Badeanstalt und Tiesbauamt Vad-Rautzcim und Bad-Salzhaujeu
Einnahme 1218 976 Mk., Ausgabe 1 118 976 Mk., wünscht
Abg. Breitenbach (Bb.) die Herstellung eines schön angelegten Weges von Bad-Nauheim nach Schwalheim, der im Huteresse der Kurgäste bringenb erwünscht sei. Weiter wünscht Webner eine Vergrößerung der Anlagen beim ehemaligen fiskalischen Brunnen in Schwalheim> und empfiehlt den Ankauf des MänbeS zwischen dem Frauenwald und dem Johannisberg bei Lad-Nauheim. Durch die sich dort zahlreich aufhattenden „Pollacken" würden die Kurgäste vielfach belästigt.
Abg. Damm (freif.) bemerkt, daß die jetzige Kurlapelle in Nauheim ausgezeichnet fei und dankt dem Füianzminister für dic Verbesserung derselben.
Finanzininister Dr. Gnauth dankt dem Vorredner für die Anerkennung und sagt tunlichste Berücksichtigung der vorgebrach- tat Wünsche zu. Ä
Das Kapitel wird darauf bewilliat. Kap. 9, ©amen- llenganstatt zu Gammelsbach L O., Einnahme 34 921 Mk., Ausgabe 33 595 Mk., Kap. 10, Staatseisenbahnen, Einnahme 15 Mill., ülusgabe 380 000 Mk., und Kap. 11, Lotterie, Einnahme 800 000 Dtarf, werden ohne Debatte genehmigt.
Bei Kap. 12, Direkte Steuern, Regalien, indirekte Anlagen re., hat Abg. Reinhart den Antrag gestellt: Hohe Kammer wolle hcschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, die Verordnung, die Jagvwaffeupasie
betreffend, im Falle der Annahme der in Kap. 116 b finanziell mm Ausdruck gebrachten Vorlagen dahin zu ändern, daß kstnftig bie Jagdwaffenpässe nur Gültigkeit bis zum Ablauf des Kalenderjahres haben, baß die Jayresabgabe von 25 auf 30 Mk. für Reichsdeutsche zu erhöhen und für Reichsausländer der doppelte Latz, 60 Mk., einzuführen ist."
Abg. Reinhart begründet diesen Antrag.
Finanzminister Dr. Gnauth beleuchtet kurz die Stellung der Regierung zu diesem Antrag. Der Erhöhung der Jagd- wasfenscheine auf 30 Mk. werde die Regierung ihm Zustimmung [eben, dagegen hege sie bezüglich der Erhöhung auf 60 Mk. üc Reichsausländer das Bedenken, baß manche Gemeinden da- mrch geschädigt werden könnten.
Abg. Finger (natl.) möchte der Erhöhung beS Jagbstempels bon 25 auf 30 Mk. nicht beistimmen. Dagegen habe er gegen die Erhöhung von 60 Mk. für Reichsauslänber nichts einzu- tr enden.
nicht für geboten.
Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. HaaS, v. Bren^ t a n o , Pennrich il n. nimmt bttS Haus gegen vier Stimme^ einen Antrag Ulrich an, die Regierung zu ersuchen, beiml Eifenbahnminister in Berlin dahin zu wirken, baß den Mitgliedern beider Kammern im Grolcherzogtum freie Fahrt gewährt wird. Ein weiterer, darauf bezüglicher Antrag Pennrich wird 1168darauf vertagt sich HauS um i/s2 Uhr. Nächste SitzungL MUtwoch früh 9 Uhr. *
Von anderer Seite uns aus Darmstadt, 5. MLrz, geA schrieben:
Bei dem Kapitel Direkte Steuern qab eS heute eine mehr al» einstündlge Debatte über die vom Ausschuß vorgeschlagene Er« bohung des Stempels für I a g d w a f i e n p ä s s e. Bekanntlich Hal die Regierung neuerlich vorgejchtagen, die Skala dev vier unterstell Stufen der Lehrerqehälter weiter zu erhöhe n, um den Wünschen der liebtet enlgegenzukommen. Tas dadurch erforderliche Mehr an Mitteln für bie Lehrerbesoldungen oll nun teilweise durch Erhöhung der Gebuhten lut den Jagd- wasjenpaß aufgebracht weiden. Reichsdeutsche sollen stall bisher 25 Atait kün'tig 30 Mark zahlen, Ausländer die doppelte Gebuht. Tie Regierung erwartet hiervon eine Mehreinnahme bis etwa 25 000 Mark. AunaUendetweise träum mehrere Abgeordnete, vor» nehmlich aus Rheinhessen, gegen die geplante Erhöhung des Jagd« stempels auf; sogar gegen die Belastung der Auslandet-Jage« wandtrn sich einige Redner mit Rücksicht auf die jagdverpachtenden Jäger. Und doch ist es nur zu richtig, was der Abg. Dr. H e t d e n- i-cid) zur Begründung des Ausschuß-Antrags ausfuhtle, das es sich in dieser Frage doch um die Belastung eines Vergnügens reicher Leute handelt. Ter Abg. B r a u n-Alsheim steUte den Antrag, bie Regi tung zu ersuchen, im Bundesrat für Einrichtung eines Reichswafsenpasies emzutreten. So weit vergaß man Zweck und Ziel des Ausschußantrags. füllt Recht fragte darum auch Aiinilterialrat Tr. B e c£ e r den Antragsteller, ob er wirklich glaube, dos Reich würde den Bundesstaaten etwas von einem Reichsiagd- Itempel abgeben. Schließlich wurde bie Abstimmung über den Aus- schußantrag bis zut Beratiing des Nachtragsetats ausgesetzt. Warum man nicht auch diese Debatte für fpäter aufsparte (wenn sie überhaupt notwendig war l) ist nicht ersichtlich. Wie kleinlich diese Diskussion war, ließ auch der Regierungsoertreter durchblicken, al8 er aut des Abg. Ulrich Kritik an der Emw'cklung unserer totcuer- yolitif antwortete mit der ironischen Wendung ,um von Großem auf Kleines zu kommen". Man mag zur Steuerpolitik stehen, tote man will, wer die Lehrerbef old un gS a u s b e f f e r n n g, die W o h n u n g s g e l b z u s ch ü f s e der Beamten will, bem bleibt unter den gegebenen Umständen nichts übrig, als m den sauren Apfel der Stempelbefteuerung zu betten. Darüber sollten sich alle Parteien klar fein.
Eine endlose Debatte gab es noch über bie Frage der Freifahrt der Abgeordneten auf berErsenbahiu Hoffentlich gelingt es der Regierung, bei bem neuen preußischen Elsen- bahnmulister mehr Verständnis für bie Wünsche ber hessischen Volksvertretung zu sinden. Tenn es ist u. E. ein billiges Verlangen, daß den Abgeordneten die Möglichkeit gegeben wirb, an jeden Ort zu reifen, um sich dort informieren zu tonnen. Aller- dmgs gab es vier Slitglieber der Kammer, bie gegen diesen An- lCa9 Bemerkenswert ist noch die Annahme eines Antrags Raab, der auch tür bie in Darmstadt wohnya'ten Abgeordneten Ent- schabigungSgelber (Diäten) fordertt Tie Regierung schwieg zu diesem Antrag. __
Parlamentarische-.
RB 30jährigeS Kammerjubtläum. Am 7. März sind 30 Jahre feit bem Tage verflossen, an welchem Frhr. Heyl zu Herrnsheim zum Mtlglted der Griten Kammer der hessischen Landstände ernannt wurde. Nach dem kurz vorher erfolgten Ableben seines Vaters, der ebenfalls Mitglied der Ersten Kammer war, wurde durch Entschlteßung deS damaligen Großherzogs Ludwig III. vom 7. Marz 1877 Frhr. von Heyl tm Atter von 34 Jahren zum Mttgltede der Ersten Kammer auf Lebenszeit berufen. Zu Beginn deS 23. Landtags (1878) wurde er in den Finanzausschuß der . Ersten Kammer gewählt, dem er auch jetzt noch als hervor. : ragendes und eifrig tätiges Mitglied angehört. Bon den zur ; Zeit der Ersten Kammer angehörenden Mitgliedern i|t . Frhr. v. Heyl am längsten Dtttglied dieser Körperschaft.
Kö Die Finanzausschüsse beider Hess. Stände- : fammern hielten am 5. d. M. noch einmal eingehende ’ Beratungen tn Betreff des Staatshaushaltsetats und feines , Nachtrags ab. Der Finanzausschuß der I. Kammer tagte
jlr. 55 Erstes Blatt 157. Jahrgang Mittwoch 6. März 1907
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halle des 9tti.sengebii.ges. Von seinen literarischen Arbeiten c.en bet folgenden manne: „Einsied.er unb Geiwsie'" (Gedichte, „ ntv iittbelinnjt a-j per Qieiemyeibe" (Gedichte), „Malerin nie ohne y „Lw EhriMBülMk M üioniiuiü^e .WettmisÄaumtg", „Las


