Ausgabe 
6.8.1907 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

157.1

Erscheint täglich mit Ausnahme des sonntags.

Erneral-Anzeiger für Gbrrheffen

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion. ^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

Die ..Gletzener Famittenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DerHessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Dienstag G. August 1907

< AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen d 1|^ Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

; H R. Lange, Gießen.

nach

Ter englische KreuzerAntrinf

Lasablanca abgegangen sei.

Gibrialtar, 5. Äug.

Die französischen Generalratswahlen.

Paris, 5. Aug. Gestern haben die Ersatzwahlen zum Generalrat stattgefunden. In Montpellier würben in 13 von 20 Bezirken Winzer gewühlt. Dr. Ferroul ist mit 16 000 Stimmen in Montpellier und ein zweites Mal in Aigues-Mortts, Departement Gard, gelvählt worden. Nach Feststellung des Ministeriums des Innern über die Gcneral- eatswahlen gewinnen die Nepublikaner der Linken 14 Sitze, Die Radikalen und sozialistischen Radikalen 77, die unab­hängigen Sozialisten 4, die vereinigten 6 Sitze. Die Reaktio­nären verliereil 23, die Nationalisten 19, die Progressisten 58 Sitze.

auch sonst so getreu zu kopieren weiß. Doch ihr war das Wort accepi" entfallen. Deshalb ging sie ins Arbeitszimmer ihres Mannes unb sah dort im lateinischen Wörterbnche nach, wie empfangen" wohl zu übersetzen wäre. Sie fandconcipio, con- cepi, conceptiim, concipere." Das Stammwortcepi" muß ihr nun ,nieder ins Gedächtnis getreten sein: Flugs schrieb sie also hin: Concepi, Therese L. den . . Der junge Studiosus konnte sich diese Mitteilung über die Konzeption der Fran Prosessoriil zuerst nicht erklären, bis er allmählich zu der Uebcrzeugung kam, daß Fraii Therese von der spezifischen Bedeutung desEmpfangens" ün Sinne vonconcipere" eben keine Ahnung habe."

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Die bedeutendste litterarische Publikation auS Anlaß der 3. Jahrhundertfeier unserer Universität ist eine zweibändige, sehr voluminöse von der Universität selber y e r a u § g e g e b e n e F e st s ch r i f t. Sie istSr. Königl. Hoh. Ernst Ludivig, Großherzog von Hessen und bei Rhein, dem durch­lauchtigsten Rector Mngnificentissimus der LudwigS-Universität, in tiefster'Ehrfurcht dargebracht", imb enthält, mie sie bescheiden mit dem Titelblatt bemerkt, Beiträge zur Universitälsgeschichte. Doch man darf sie als den grundlegenden Baustein zum Geschlchtswert der hessischen Landesuniversiläc bezeichnen. Wir müssen uns für heute nur auf eine kurze Inhaltsangabe beschränken. Den ersten, 476 Quartsellen zählenden Band füllen eilte sehr umfangreiche Ar­beit des Oberlehrers Dr. Will). Martin Becker aus Darinstadt über Das erste halbe Jahrhtmdert der hessen-darmstädtischen Landes- Universität" und eine Ehronik der Uitiversität Gießen, in Gemein­schaft mit Dr. phil. Lehnert bearbeitet und im Auftrage der Landes- Universität herausgegeben von Prof. Dr. Heim. Haupt, Direktor der Universitätsbibliothek. Diese Ehronik knüp't zeitlich an die mit dem Jahre 1650 abbrechende Darstellung von Dr. Becker an und daran schließt sich ein TozentenverzeichniS von der Gründung bis ans ilnsere Tage, das ivohl als nahezu lückenlos angesehen iverden kann. Ten Inhalt des zweiten Bandes bilden: eine Geschichte der Gießener Slipendialaiistalt von ihrer Gründung im Jahre 1605 bis zum Abschluß der Reformen des Ministers v. Moser im Jahre 178u von D. tlieol. Dr. phil. Will). Diehl, Pfarrer in Hirschhorn; Tie Anfänge des Pietismus in Gießen' von J689 bis 1695 von Lic. theol. Dr. phil. Walther König, ,a.-o. Professor der Theologie; Ter ivissenfchaitliche Betrieb der prall. Theologie in der theolog. Fakultät zu Gießen von D. theol. Paul DrewS. o. Profeßor der

Lias Palmas, daß das! KanonenbootBazan'

Toulouse, 5. Aug. Infolge des Steges der Sozialisten bei den Stichwahlen für den Generalrat kam es gestern zwischen Sozialisten und Radikalen zu einem Krawall. Drei Personen wurden verletzt, darunter ein Gendarmeriehauptmanu, ferner eine Frau tödlich. Truppen besetzteit verschiedene Teile der Stadt.

Argelliers, 5. Aug. Marcellin Albert ist hier gestern abend der Gegenstand einer feindseligen Kundgebung gewesen. Man hatte einen Anschlag gegen ihn vorbereitet und er war gezwungen, sich in seiner Be­hausung einzuschlicßeu.

Neues aus Sübwestasrrka.

Berlin, 5. August. (W. B.) Aus Deutsch-Südwest­afrika wird gemeldet: Klein-Hendrik, der zweite Sohn Hendrik Witbois, ist aus dem englischen Gebiete zurückgekehrt und hat sich in Keeuuaunshoop dem Unterstaatssckre- tär von Lindequist gestellt. Wie fein Bruder Isaak Witboi, der in Otavi Wohnsitz erhalten hat, wird auch Klein- Hendrik mit feinem Anhänge voraussichtlich im Hererolande angesiedelt iverden. Seine Ergebung bedeutet einen großen Schritt ziir völligen Wiederherstellung der Ruhe im G r o ß - 9!a ma lande. An der Südgrenze dagegen er­scheint der Friede noch nicht gegen alle Möglichkeiten end­gültig gesichert. Morenga begab sich nämlich nach seiner Freilassung von Kapstadt nach Upington unweit der deutschen Grenze angeblich um Nach seiner Frau zu forschen. Es sind aber Nachrichten über die Grenze gelangt, nach denen sich der Nebellensührer im Grenzgebiete bereits mit einigen A n h äuge r n getroffen hat. Auf deutscher Seite iverden die Bewegungen Moreugas aufmerksam verfolgt. Die Grenze wird scharf bewacht, für den Fall, daß Moreuga aus anderen Gründen, als um sich dem Unterwerfungsabkommen seiner früheren Kampfgenossen anzuschließen, die Rückkehr auf deutsches Gebiet versuchen sollte.

ling heute wach Casablanca in See.

Pharis, ö. Aug. (W. B.) Dies Truppen, welche unter Führung des Gener»als Drude nach Casa- olianca geschickt werden, umfassen zwx,i Bataillone al­gerischer Schüßen Ms Blidah und Aöostaganem und ein Ba­taillon der Fremdenlegion aus Sidi Belabbes, zusammen 2400 Lstann Fußtruppen, ferner eine schwache Abteilung Artillerie und 300 Reiter, die den Chasseurs d'Afrique aus Blidah und den Spahis aus Aumale entnommen sind. Die Truppen werdet: in zwei Staffeln eingeschifft, die erste Staffel in Oran auf Kreuzern, öfa zweite in Algier aus derNive".

Paris, ö. Aug. Aus zuständiger Quelle verlautet, daß die B e s e tz u n g von Casablanca am Mittwoch abend er- falgen soll. ______________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 5. August. Der König von Siam, der gestern hier eingetroffctr ist, begibt sich morgen nach Nauen zur Besichtigung der Funkenstation und besichtigt über­morgen das hiesige Virchow-Krankenhaus. Am 9. August reist der König nach Wilhelmshöhe bei Kassel 'und am 10. August nach Braunschweig zum Besuche des Herzog­regenten.

DemNeichsanzeiger" zufolge genehmigte der Kaiser, daß den in den Stellen für die Unterdirek­toren bei t)ett Post- bezw. Telegraphen- oder Fernsprechämtern verwendeten Beamten die Amts­bezeichnung Vizepostdirektor bezw. Vizetelegra­pheudirektor mit dem Range der Post- und Tele­graphendirektoren verliehen werden.

Die Ratifikationsurkunden zu der am 8. April 1906 in Paris unterzeichneten Uebereinkunft zwischen Deutschland und Frankreich, betreffend den Schutz an Werken der Literatur und Kunst, sowie an Photographien sind in Paris ausgewechselt worden.

DasBerl.Tgbl." meldet aus Witten: Or. Peters erklärte auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahle, von einem der vielgenannten Giesebrechts sei ihm ein Erpressungsbrief zugegangen, in welchem mit wei­teren Veröffentlichungen gedroht wurde, wenn Peters nicht binnen acht Tagen 10000 Mark zahle. Der Brief ist der Staatsanwalffchaft übergeben worden.

DasBerl. Tgbl." meldet aus Straßburg: Gegen die prunkhafte Prozession anläßlich des Metzer eucharistischen Kongresses legte das reformierte Konsisto­rium scharfen Protest ein.

Hohensalza, 5. August. Der gestern hier abge­haltene polnisch-sozialdemokratische Parteitag für die Provinz Posen ist polizeilich aufgelöst worden.

Posen, 5. August. Sämtliche Schulvereine Preußens

Xtv vroroyttche Lage Der Europäer in Marokko.

2 ö l n , 5. Aug Ter Gewährsmann der Kölnischen Zeitung in ganger bedangt die Meldung von einem erfolgreichen Jeu erge sccht der Sta d t b e m a nn n n g von Casa- Hoca gegen bie S an bar a 6 er. Ter englische Konsul in Noazagon verlangte ein Kriegsschiff, da di e Sta d t b e d ro ht ick- 'T'te Oiegiemng lehnte jedoch nib, da Frankreich mit dem Ichutze der Engländer beauftragt sei. Heuten werden weitere Flüchtlinge aus Casablanca erwartet. Tie meisten Europäer, xirunter einige Deutsche, auch Herr und Frau Mannes^ aann, derentwegen Besorgnisse gehegt wurden, da sie im Innern geweilt hatten, haben sich an Bord des vor Casablanca liegenden deutschen DampfersArcada" begeben. 19 deutsche Herren ind 2 Damen sind 'einstweilen in Casablanca geblieben. Sie vollen sich im Hmffe des Herrn Brandt, das in der Nähe deA vanzösischen Konsulats liegt, im Notfälle halten, bis sie befreit uerben. Gewehre und 'Munition sind vorhanden.

Tianger, 5. Aug. Nach Briefen aus Rabat vom L. August ist die Lsage ziemlich ernst. Ter Stamm der 0zer in der .Umgebung der Stadt ist Unruhig. Tie Fran zo s e n verlangen die Entsendung eines Kreuzers, andem- alls werden sie die Stadt verlassen, die von einer ganz geringen Zahl von Truppen bewacht wird.

Tie Muhalla befindet sich ungefähr 14 Meilen >on Raisuli. In Briefen, die gestern hier eingetroffen sind, :eilt M>ac Lean mit, daß er während des letzten Kampfes ins Gebirge geschickt wurde unb einige Tage bei sonstiger guter Be- Mndlung Mangel an Nahrung und Schlafgelegenheit erlitten i)ätte, was sich jetzt aber gebessert habe. Tie Mahalla habe l k.a s sa r verlassen und marschiere nach der Gegend der Hl'mais, um auf einem anderen Wege die Verbindung mit der Mahalla Ben Bagdadis herzustellen.

Paris, 6. Aug. Fünf Spanier unb bret Ita­liener, die feit einigen Tagen als vermißt gemeldet waren, sind voll Sultanodeamteu unter Ruinen, wo sie tagelang ein .'lendes Dasein gefristet hatten, herausgeholt worden. Mehrere andere Personen entgingen, wie jetzt ermittelt wurde, der Er­mordung. In Tanger sind tausende von Flüchtlingen aus Casablanca versammelt. Tie Zahl der an Bord europäischer Schiffe untergebr-achtcr Manner unb Frauen, die alle ihre Habseligleiten in der Stadt zurückgelassen haben, beträgt mehrere hundert.

London, 5. Aug. Nach einer Meldung des Daily Chro- nicle aus Tanger ist der französische DampferConstantin" mit 800 Flüchtlingen ,aud Casablanca angenommen. 400 Spanier bewachen das Konsulat. Tie Dore der Stadt sind noch immer geschlossen. Unter den Mauren entstanden häufig Streitigkeiten. Es kam zu einem heftigen Kampf, wo - bei viele getötet wurden. Weitere Todesfälle von Eu­ropäern sind nicht zu verzeichnen. Viele Mauren plünderten >aS Gepäck, während die Flüchtlinge sich einschifften. Die Er- cegung der Bevölkerung von Tanger ist sehr groß. Siedrohen )ie Europäer niederzumetzeln, wenn die Fr,an- ;osen landen.

Madrid, 5. Aug. (W. B.) DerJmparcial" meldet aus

Klcittcs Feuilleton.

Von dem Gießener Univerfitätsjubiläum hat feltfamerweife, so weit wir sehen, nur ein sehr kleiner Teil unserer Unterhaltungszeüschristen 9iotiz genommen. Die bekannte Stuttgarter HalbmonatsschriftUeder Land unb Meer" brachte einen hübsch illustrierten kleinen Aussatz über Gießen und seine Universität aus der Feder eines Gießener Professors, und eine weit über Gebühr beachtete Berliner Wochenschrist ocrösfentlichte einen Artikel über eine Anzahl Gießener Professoren, bereit Bildnisse sie auch vorführte; jedoch ist der anonyme Verfasser auffallend par­teiisch verfahren. Alancher Gelehrter von roeitem Ruf und hoher Bedeutung ist völlig unerwähnt geblieben. Das ist alles, was uns bisher über unser schönes Universitätsfest in den belletristischen Üeiijchristen begegnete. Daß bie Fachpresse besser auf dem Posten war, versteht sich von selbst. Doch hierüber zu berichten, ist unsere Sache nicht, um so weniger, als uns nur bieTierärztliche Rund­schau" in Berlin ihre 'Nr. 31 vom ö. August bisher Vorgelegen hat, bie einen Aussatz enthält überDie Veterinärmedizin an der Universität Gießen" von Dr. Schäfer in Friedenau, sowie bie Porträts bei jetzigen unb früheren Gießener Dozenten der Tierheilkunde unb Abbildungen des neuen Velermarmstttuts an Der Frankfurter Straße.

-Folgendes amüsante G e s ch i ch t ch e n teilte die .Fr. Ztg." mit:Im Osten Deutschlands lehrt cm berühmter Professor des Rechts, berühmter vielleicht noch als Dichter beim als Jurist. Treu zur Seite steht ihm in allem seine Gattin. Dieser Professor erfreut sich einer großen Bibliolher und läßt, altruistisch wie er mm einmal ist, auch andere, nament­lich seine Studenten aus dem Seminar bereu Schatze benutzcn. Wenn er nun auS ihr ein Buch verleiht, so muß der Entleiher thim der Ordnung halber, einen Quittungszettel ausstellen: Bringt er s dann zurück^ so erhält er diesen Zettel wieder, und der^gretie Pro- sessor vermerkt auf ihm:Accepi, X . . den. . . , b.J). er quittiert über den Rückempfang des Buches. Eines Tages nun brachte wieder einmal ein Student ein folcherwetse entliehenes Buch dem Professor zurück, dieser aber war nicht zu Hause, wes­halb an seiner Statt seine Gattin den Studiosus empfing und ihm Das Buch abuahm. Sie wollte nun auch über die Rückgabe des Ruches quittieren, unb zwar ebenso wie ibr Gatte es tut, den ne

Theologie; Christof Helwig (Helvieus) als Didaktiker (1605 bis 1617) von D. theol. Dr. phil. Herrn. Siebeck, o. Prof, der Philo­sophie; Zur Geschichte des neusprachlichen Unterrichts an per Uni­versität Gießen von Dr. phil. Tietr. Behrens, o. Prof, der neueren Sprachen; Zur Geschichte der inebizinisthen Fakultät von Dr. med< Jul. Geppert, o. Professor der Medizin; Aus Briesen Justus v. Liebigs von Dr. phil. Kurt Brand, Privatdozent; und Die Pokale und Szepter der Universität Gießen (mit Illustration) von Dr. phil. Bruno Sauer, o. Prof, der Archäologie unb Kunstwissen­schaft. Beide drucktechnisch mustergültige Bande sind mit Bild­nissen, u. a. des Landgrafen Ludwig V. unb des Großherzogs Ernst Ludwig, geziert, sowie mit mancherlei Textabbildungew einigen Faksimile re. reich ausgestattet.

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Deutschlands Universitäten. Im Hinblick auf den 300. Geburtstag unserer Landesuniversität dürfte nachstehende Aufzählung der 20 deutschen Universitätes in der Reihenfolge ihres Alters von Interesse fein. An der Spitze steht die 1386 als ältere der beiden badischen Universitäten in Heidelberg errichtete, es folgte 1403 Würzburg, die älteste der drei baycr. Hochschulen, 1409 die sächsische in Leipzig, 1419 Rostock in Meck­lenburg-Schwerin, 1456 Greifswald als erste preußische, 1457 Freiburg als jüngere badische Universität, 1477 Tübingen in Württemberg, 1525 Marburg, die vormals kurhessische, jetzt zwcit- ältefte preußische Hochschule, 1544 Königsberg in Preußen, 1558 Jena als gemeinsame Universität von Sachsen-Weimar und den sächsischen Herzogtümern, 1607 Gießen, bie, Jubilarin, 1665 Kiel, vormals in Holstein, jetzt in den preußischen Elbl-erzogtümcrn, die weiteren preußischen Universitäten Halle 1694, Breslau 1702, Göttingen (nicht zu Hannover gehörig) 1734, ferner Erlangen, die weitere bayerische Hochschule, 1743, dann die beiden fiingften in Preußen: 1810 Berlin und 1818 Bonn, weiter 1826 die jüngste in Bayerns Hauptstadt München, und als jüngste deutsaie Universität die von Frankreich übernommene, 1872 zu Straßburg im Elsaß neuerrichtete. Während sonach Heidelberg, die älteste deutsche Musenstadt, int vorigen Jahre bereits aus eine 520jährige Geschichte als solche zurückblicken konnte, steht Leipzig im nächsp- solgenden Jahre (1909) die Feier eines halbtausendjährigen Be­stehens bevor, und auch die fast jüngste deutsche Universität in des Reiches Hauptstadt. Berlin, kann 1910 schon die Mät'ular- feier begehen.

halten bcumdcl)ft ihren Verbandstag in Berlin ab. Der Zeitpunkt soll noch bekannt gegeben werden.

Bochum, 4. August. Die in dem holländischen Städtchen Wintcrwyk abgehaltene Versammlung sämtlicher Polen-Vereine des rheinisch-west­fälischen JttdustriegebietZ beschloß die Gründung eines Zusammenschlusses aller westdeutschen Polen-Ver­eine, die Errichtung von polnischen Konsum-Vereinen in Westdeutschland und Erhebung einer ständiger Kopfsteuer für den polnischen Nationalschatz.

Würzburg, 5. August. Die Mitglieder des Schell-. Denkmalkotnitees erlassen eine Erklärung, worin sie ent­schieden gegen die Veröffentlichung des Papstbriefes an Commer durch das Würzburger Diözesan-Amtsblatt pro- testieröit.

Stuttgart, 3. Aug. Die Zweite Kammer nahm heute einen Gesetzentwurf betreffend die Beschaffung von Geldmitteln für Eisenbahnen und für außer­ordentliche Bedürfnisse der Verkehrsanstalteitverwaltung für die Finanzperiode 1907/08 an, der insgesamt 38 Mil­lionen erfordert.

Dar es Sala am, 3. Aug. Der DampferFeld­marschall" ist heute Morgen hier eingetroffen und mit Salut empfangen worden. Staatssekretär Dernbürg nahm zunächst Meldungen an Bord entgegen und begab sich dann an Land. Dort schritt er zunächst mit Oberst­leutnant Ouade die Front der von der Schutztruppe gestellten Ehrenkompagnie ab und nahm dann deren Parademarsch ab, worauf Konferenzen und Atelduttgen im Gouvernementsgebäude erfolgten. Der Lunch wurde bei dem Gouverneur Freiherrn v. Rechenberg ein-» genommen. Der Staatssekretär wurde von dem zahlreich erschienenen Publikum begrüßt.

Wien, 4. Aug. Tie polnischen Blätter Gali­ziens fordern die polnischen Abgeordneten auf, von der Re­gierung die Ausweisung Professor Meyers und an­derer preußischer Agitatoren zu verlangen. Tie Ausweisungen werden als Repressalien gegen die häufigen Polen-Ausweisungen aus Preußen gefordert.

Ischl, 4. Aug. Kaiser Franz .Joseph empfing heute vormittag den Fürsten von Bulgarien in einstündiger Audienz unb stattete ihm später einen fast halbstündigen Besuch ab. Ter Fürst mit seiner Begleitung war zum Familiendiner geladen; er reiste nachmittags ab.

Haag, 3. Aug. Der Schluß der Friedenskonfe-^ r e n § wird, wie halbamtlich berichtet wird, am 24. d. M. erfolgen.

Florenz, 5. Aug. Gestern kam es anläßlich der von den Radikalsozialisten veranstalteten Meetings zu schweren Straßenkrawallen. Der Mob steckte zwei Kirchen in Brand unb es mußte Militär herbeigerufen werden, um der Feuerwehr^ die Löscharbeit zu erleichtern, und um die Menge zu zer­streuen. Vier Gendarmen, zwei Torwächter und ein Polizeikom­missar wurden verwundet. Einer der Rädelsführer, der Sozialist Spiraccini, wurde verhaftet.

Der BerlinerLok.-Auz." meldet: In Lugano wurde der italienische Anarchijt Bonometti und der Redakteur Pro- tefta Unjana verhaftet, weil sie in Proklamationen zur Er­mordung König Emanuels aufgefordert haben, um den Tod Brescis, des Mörders König Umbertos, zu rächen.

London, 5. Aug. Die Internationale Konferenz für Schulhygiene wurde heute nachmittag durch Lord Crewe eröffnet. Sir Lauder Brunton hielt die Eröffnungsrede und skizzierte zum Schlüsse die Arbeiten des Kongresses.

Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die Bill einstimmig an, nach welcher ein Appellationsgericht für Kriminalsachen errichtet wird.

.Pjatigorsk, 5. Aug. Heute früh wurde im Zentrum der Staot der frühere Generalgouverneur von Odessa, General Ka- rangorow durch drei Revolverschüsse getötet. Die Täter, drei an der Zahl, sind entkommen.

Simbirsk, 5. Aug. Politische Gefangene ent* * waffneten und banden den Gefängnisaufseher. Requiriertes Mi­litär wurde mit Revolverschüssen empfangen. Die Truppen er­widerten durch Gewehrfeuer. Ein Gefangener wurde getötet und einige verwundet. Die Ruhe ist w i e d e r h e r g e st e l l t.

Simla, 5. Aug. (Reuter.) Tie Behar-Grundgesellschaft, eine einftußreiche und repräsentative Körperschaft, ..faßte eine