Ausgabe 
6.8.1907 Erstes Blatt
 
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ungeti bei NLonarchei zrößten Nutzen habe

Autsllund und Wußland.

Die Begegnung von Swinemünde ist nun vorbei. Ist mn auch gewiß von den Vorgängen, die sich an Bord der ü'aiseryacht im engsten Kreise abgespielt haben, nicht viel m die Ocsfentlichkeit gedrungen, so steht es doch außer Z-rnge, daß die Entrevue als ein bedeutendes politisches Ereignis auaesprochen werden muß; denn um einen bloßen )öslichkeitsatt hätte sich der Zar angesichts der ihm dro- senden Gefahr nicht ans seiner stark bewachten Residenz regeben. Eine Aussprache war wohl beiden Monarchen m Hinblick auf die verschiedenen Veränderungen in der Konstellation der Mächte erwünscht. Rußland hat durch )LN ostasiatischen Krieg und die schweren inneren Wirren raglos an politischer Machtsülle beträchtlich eingebüßt, mmerhin ist aber ein gutes Verhältnis zum Zarenreich richt gering einzuschätzen. Es ist wohl denkbar, daß aus >en Besprechungen in Swinemünde, wenn sie auch nicht ille Gebiete der Weltpolitik umfaßt haben mögen, sich roch eine Verständigung über die wichtigsten Punkte )erauskristallisieren wird.

Zwischen Rußland und Japan sind kürzlich Verein- inrungen über Ostasien zustande gekommen, wenn auch Deutschland dadurch kaum tangiert wird, so haben wir )och im fernen Osten auch mancherlei wirtschaftliche Jn- eressen, deren Respektierung unbedingt gefordert werden nuß. Dieser Punkt dürste zweifellos zwischen Bülow und Fswolsty zur Erörterung gelangt sein, wie auch sonst rnsere Interessent in Asien eine Verständigung mit Ruß-

Von allen offiziösen oder inspirierten Kommentaren zur Kaiserbegegnung bei Swinemünde würdigt dieNordd. Allg. Ztg." nur die Ausführungen desWiener Fremden- blatt" der Wiedergabe und erkennt dadurch ihren Inhalt als aurhentifch an. Der Schwerpunkt der Erklärungen des Wiener Blattes liegt in dem Satz, daß es nicht gelte, eine neue politische Situation zu schaffen, sondern nur, em Ein- verständnis in der Beurteilung der gegebenen Situation feflzustetlen. Daß die Erzielung dieses Einverständnisses gelungen sei, schließen Privatdepeschen aus den zur Zu­friedenheit verlaufenen Besprechungen zwischen Fürst Bulow und Minister Iswolsky. Ferner gilt der herzliche Verkehr der beiden Herrscher als ein Zeichen für die Besestigung der deutsch-russischen Beziehungen. Der Zar kam m ge­drückter Stimmung an imb sott jetzt sehr aufgeräumt, ja heiter wie lange nicht, sein. Daraus wird man nicht ohne weiteres aus eine größere Intimität zwischen Ruß­land und Deutschland schließen können. Es ist erklärlich, daß auf Nikolaus II. das Gefühl einer lange entbehrten persönlichen Sicherheit im Schutz der deutschen Flotte wohl- tuend und befreiend einwirle mußte^

and wünschenswert erscheinen lassen. Dies gilt in erster üinie von den Verhältnis!en in Persien, wo auch Rußland zroße Kapitalien investiert hat, gantz abgesehen von den militärischen Gründen, die dort für das Zarenreich ob­walten müssen.

Es ist wohl nicht von ungefähr, daß die Zusammen- 'unst auf der Reede von Swinemünde kurz vor der Be­gegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard auf Schloß Wilhelmshühe ersolat und man darf mit Sicherheit darauf 'chließen, daß zwischen beiden Entrevuen ein gemein- lan les Bindeglied vorhanden ist. Es hat nicht an deutsch- eiüblichen Stimmen an der Newa während des letzten Jahres gefehlt, die Bemühungen, Unfrieden zwischen beiden Nachbarreichen zu säen, find aber ohne Erfolg geblieben und man darf der lleberzeugung sein, daß die Besprech­ungen der Monarchen und ihrer obersten Ratgeber den größten Nutzen haben werden. Swinemünde und dem­nächst Wlhelmshöhe dürsten den Beweis erbringen, daß Die Bestrebungen, Deutschland zu isolieren, ihren Höhe­punkt überschritten haben.

ein wesentlicher Zweck der Begegnung gewesen, dem Zaren die Möglichkeit dieser Erholung und Ablenkung zu schassen.

Telegraphisch wird uns über die Swinemünder Kaiser­begegnung folgendes gemeldet:

Swinemünde, 5. August. Um 10 Uhr begab sich Kaiser Wilhelm im VerkehrsbootHulda" nach dem Stcmdarl" und fuhr von hier mit dem Kaiser Nikolaus an Bord derDeutschland", die alsbald die Großadmiralsflagge im Vortopp und beide Kaiserstandarten im Großtopp setzte. Die beiden Kaiser waren von den Herren ihres Gefolges von der Armee und der Marine begleitet. Um IO1/* Ühr lichtete die gesamte Flotte die Anker, woraus ein Exer­zieren der Flotte auf hoher See folgte. Das Wetter ist sehr schön.

Gegen 2 Uhr nachmittags kehrte die Flotte aus die Reede von Swinemunde zurück. An Bord der Deutschland" sand hierauf ein Frühstück bei dem Flotten­chef, Prinzen Heinrich, statt. Um 3l/2 Uhr verließen beide Majestäten dieDeutschland". Der Kaiser geleitete den Kaiser Nikolaus zürnStandart". Aiis sämtlichen Schiffen der Flotte brachten die Besatzungen ein dreisaches Hoch auf den Kaiser Nikolaus aiis. Die Kapellen spielten die russische Hymne; die Flotte feuerte Säliit. Später unternahm Kaiser Wilhelm eine Segelfahrt auf derIduna".

Heute abend 8 Uhr gab Kaiser Nikolaus an Bord desStandart" ein Diner, zu dem auch die deutschen Adinirale 'und Kornmandaitten geladen waren. Kaiser Wilhelm, von, Reichskanzler und den sämtlichen Herren der Umgebung begleitet, begab sich im Verkehrsboot zu der russischen Kaiseryacht, wo er vom Zaren am Fallreep empfangen wurde.

Der Sicherheitsdienst für den Zaren ist abermals, verstärkt ivorden. Gestern vormittag traf hier der Chef der russischen Geheimpolizei ein und begab sich aus den NegierungsdampferSwante", der ihn zur Standart" brachte. Kein Boot darf sich dem Schiff nähern, aus dem sich der Zar befindet. Für die Absperrung des Schiffes sind jedesmal sechs Da inpfp inassen der deutschen Hochseeflotte beordert. Der Regiecungs- dampferSwante", der angeblich als Gepäckdampser dient, ist in Wirklichkeit ein Polizeiboot. Auf jeder Fahrt, die der Dampfer macht, befinden sich zwei russisch sprechende deutsche Geheimpolizisten an Bord.

Der Kaiser von Rußland verläßt die Reede von Swinemünde morgen vormittag 11 Uhr und kehrt nach Rußland zurück. Kaiser' Wilhelm verbleibt bis morgen abend 10 Uhr in Swinemünde und begibt sich von hier direkt nach dem Truppenübungsplatz Alten-Grabow.

Der Kurgarten, wo drei Musikapetlen konzertierten, war abends mit über 2000 Lämpchen geschmückt, während auf dem von einer dichten Menschenmenge besetzten Strande Feuerwerk abgebrannt wurde. Auch die gegenüberliegende Flotte war festlich beleuchtet.

Es ist natürlich unmöglich, über das politische Er­gebnis der Kaiserbegegnung authentische Mittei­lungen zu erhalten, doch hört man, daß ztmfchen dem Fürsten v. Bülow und dem Minister Iswolsky, die häufig miteinander konferieren, vollste Uebereinstimmung herrscht. Allgemein ist der Eindruck, daß eine weitere Festi­gung der deutsch-russischen Beziehungen er­reicht worden ist. - Wie man hört, ist die Idee zu der Käiser- begegnung in dem Umfange, wie sie jetzt vor sich geht, von Kaiser Wilhelm ausgegangen. Der Zar wollte an» sanglich nur auf hoher See mit Kaiser Mhhelm^u-

mir saß, brach in ein spontanes ^Eer aus , Verdutzt sah ihn unser würdiger Germanist an und inhr dann sehr ernst fort.

Sie glauben es nicht, es ist aber doch so!" .

Zum Widerspiel dieses trockenen Vortrags war noch ein schön­geistiger Liteyaräfthetiker da, der durch fernen blumelnden Vortrag Beti M= Damruw-lt entzückt-, «to Wen ein« Sw hebe fite Spirituosen den Spitznamendas Loch hatte. Bei diesem belegten wir in geringer Zahl ein Kvlleg über Shakespeare, aber «reich Nach iber Einleitung kniffen alle Zuhörer außer mir aus Da sollte ich nun dem Aesthetikcr nicht zumuten, meinetwegen zu lesen, aber er hielt mich mit dem üluS» f ^fres faciunt'collegiumf:®h bin ich, dann N e und noch der Geist Shakespeares !^ und so mußte ich Aus­halten ; in einem anderen Kvlleg aber überLiterarclsthetik er­laubte ich mir oft zu schwenzen. Nun war für ble Sti- ht'nhinten und ein solcher war ich auch ^ntte, sich ut ewem Testierbogen den Besuch der Kollegien zensieren, zu lassen und da brachte ich den sckMgeWgen Professor doch m Verle­genheit' es pflegte in der Regel mit //sehr fleißig oderflei- &Wert zu werden, und letztere Note stjauo nn Rufe der ä«Ö'- p

V suudurck daß sehr" im besuchten undsleitzig" L"KchwLtL"Veg Änd^S- rettete er seine Seele vor eines zerstreuten Gelehrten war der bereits

Mivatdozent B! Um seine Geistesverlorcnhcit auf dikÄbe M Nn stellten ihm seine Zuhörer einmal be° n^ilem Tiaae ein brennendes Dicht auf den Katheder, und er es gar nicht M bemerkem B-r seinem LÄggang wollte ?:n Student entfernen, doch Pa sagte er:Bitte, lassen Sie 1 ffw meinen Nachfolger brennen!" Einmal kam er moraens früh nicht zur gewohnten Stunde zum Frithltück zu Lnei^SauÄeuten herunter Als cS bedenllich spät ward, ang- ^ate man sich wegen seines Ausbleibens und wollte Nachsehen, er iwch chlEfe oder irank (ei. Da fand man ihn >m ve.ude und barfuß vor seinem Studiertisch Mhen und ganz versunken in einem sioliantcn lesen, und dabei war es bitterkalt^

Der Oriainale gab cs damals unter gebildeten wie unge- bildeten Leuten^ in Gießen viele; eine der originelMn Figuren

Gießener Studenten-Kkinnrrungen.

(Schluß.)

Schon als Gymnasiast empfand ich es alS einen alten Zopf, daß man uns ewig bis in die hochren Aalsen im alten dellas und Roni hcrumtummelt-, uns aber von emh-nrufcheN Mythologie und Literatur wenig zu sagen wußte. Um diesem Bildungmanko aufzuhclsen, wollte ich mich -mchdmGer^ manisiik umsehen. Nun hatten wir m auf diesem Gebiete e ne Celebrität, den Fortseher des Grimmschen, Wörterbuchs, das Urbild eines (S'cklTiteii. Kam man in leine Wohnung bei dem Stiefel^ Herren- und Tfamcnschuhmacher", dem sog. Grafen T so tra man deii freundlichen Professor in vorsundflutlichem Schlafrock inmitten wahrer Türme von Büchern, bte auf allen Möbeln unb Magmitenartig von der Erde auf emporragten und ?nnk tr.>;, feiner wiederholten höflrchen Emladung, frch setzen «BStsei»1*= von seinen Begegnungen mit bernhmteii Mannerm 'Ude^er stün-

-d Ld 'iÄte ihm die SehensLigkeitm Gießens zcigem tw M Ö w,e CTS LZMMSLM« bas Nibelungenlied undWucher

Hoffnung, in } aber njie loatb ich enttäuscht!

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zweifelsohne iriar aber das bewegliche Kirchenrätchen E u g e l. Bei allen Hochzeiten brachte er feine typpcyen Redensarten: an, wie folgende:Ja, ihr Leitcher, ich hab e gut Leim- vünnche, ich hab schon manch Kirche zusammegeleimt und es hat immer gehalte" und bei Tische brachte er dann folgenden gereimten Trinkspruch, wie zur Warnung, aus:

Tie Ehe ist em Vogelhaus:

Wer drinnen sitzt, der will heraus;

Wer draußen ist, der will hinein, - Wjas Menschen doch für Vogel fein!'

Vom Teufel war er kein großer Freund. Einmal brachte ibm ein Kandidat eine Probepredigt zur Durchsicht, es war darin viel vom Satan die Rede. Bedenklich schüttette er oerm Turchlesen das Haupt, nahm seinen Bleistift und sprach:Das Teiwelche, des Kerlche wolle mer emol streif! und tats.

Kur Dämpfung seines unverwüstlichen Lebenshumow hatte ihm dlas Schicksal eine wahre Xanthippe zum Eheweib gegeben. Als sie ihn endlich durch ihren Tod voii feinem .oMartyrium erWue und ihm ein Freund einen Beileidsbeimy machte, sprach er' Mertste net, w>as jetzt im Hause für e lauft Suttcfje weht?

Ein Original war auch ein sehr beliebter und bekannter Arzt. Ms einmal einer erzählte, die Kanarienvögel seien m rhrer veimat grün und färbten sich beim Transport gelb, da ergänzte er mit der wichttgsteu Miene:Ich vergaß einmal das Türchen an meiuE Käfig zu schließen, b.a HÜMte mein Kanarienvogel au, meinen Schreibtisch, soff mein Tintenfaß und verwandelte sich vor meinen Augen in eine DchwarzamiEm andermal Nihmte ein Ameriöaner die Findigkeit ihrer Detektivs. ,,^av ist noch ßiar nichts gegen unseren Polizeirat N.; der laßt i>u Svitzbuben gleich photographieren unb hängt xljre Bilder an ent- lich aus, so daß man sie gleich kennt." Uni den Peruaner von der Wahrheit zu überzeugen, führte man ihn an die R.-lche Buchhandlung, wo <all die Photographieii bei Gießener Pro­fessoren Qusgesteltt wwren.Sehen Sie^', mgte er, indem ev aut das Bild des berühmten Juristen I. beutete,das ist em Ösaupteinbrecher," und so ging er mit der Charakteriiierung der angeblichen Spitzbuben weiter, und er versmonte selbst den ehrwürdigen Kmizler B. nicht. r . . r .... . ir4llt

Auch im Bürgertuni gab es mancherlei komisch^Mguun. Tk war z. B. der sebftüeioußte Dro,chkenluticher Caspar H., der ben Studenten gegenüber mit feiner Freiheit renommicnc. JK pur en freier Kutscher", fa pflegte er sich in rubmcn,

fammentreffen; nur für den Fall sehr schlechten Wetters sollte Swinemünde aiiaelausen werden.

Petersburg, 5. Aug. (PetersV. Telegr.-Agentur.) Tie Entrevue zwischen dem russischen und deutschen Kaiser, welche die Erwiderung eines Besuches ist, den vor zwei Jahren der deutsche Kaiser dem russischen in Bjoerkoe machte, trug eilten äußerst herzlichen und ver­wand t s U) a f t l i ch e n Charakter. Tie Besprechungen zwischen dem Reichskanzler v. Bülows und dem russischen Minister des Aeußern, die seit langem in besten persönlichen Beziehungen zueinander stehen, berührten die verschieden­artigen gegenwärtigen politischen Fragen, verfolgten aber keinen speziellen Zweck. Auf beiden Seiten wurde konstatiert, daß weder in Europa, noch im fernen Osten der Frieden irgendwie bedroht ist. Was Einzelheiten be­trifft, so gaben die letzten Ereignisse in Marokko keinen Anlaß zu irgend welcher Beunruhigung, und die Maß­nahmen, welche Frankreich gemeinsam mit Spanien er­greift, können keine Verwickelungen Hervorrufen. Jnbezug auf die von Rußland und Japan unterschriebene Konvention, sowie auf das Uebereinkommen, das von Rußland mit Eng­land abgeschlossen werden soll, wird anerkannt, daß sie der Unterhaltung des allgemeinen Friedens höchst förderlich sind. Tie Begegnung zwischen den beiden Monarchen, sowie der Meinungsaustausch zwischen ihren Ministern können die Allianzbeziehungen Deutschlands ebensowenig wie die Ruß­lands zu den anderen Mächten ändern; sie tragen viel­mehr noch zur Befestigung der traditionellen gutnachbar­lichen Fweundschäst zwischen Rußland und Deutschland bei. Tie Vorgänge in Swinemünde vermögen nur in der gün­stigsten Weise den sriedlichen Gang der Ereignisse in Europa und Asien zu beeinflussen.

London, 5. Aug. Eine Depesche des Berliner Standart-Korrespondenten teilt mit, daß die deutsche Regierung über jede Phase der russisch- englischen Verhandlungen von der russischen wie von der englischen Regierung auf dem Lausenden gehalten worden sei und daß die Entente zwischen England und Rußland über die Interessen beider Länder in Asien keine antideutschen Tendenzen habe, noch weniger aber be­stimmt fei, Deutschland zu isolieren. Die Haupt­aufgabe desrussischen Besuches in Swinemünde soll denn auch die gewesen sein, dem Zaren Gelegenheit zu geben, diese Versicherung dem Kaiser persönlich zu wieder­holen.

Berlin, 5. Aug. Tie englisch-russischen Ab­machungen beziehen sich, wie versichert wird, auf die indische Nordwest grenze, auf Persien und auf Tibet. Außer Deutschland wurden auch Frankreich und Japan von England auf dem Laufenden gehalten.

Lunvkskonsercuz ötr Sozialdemokraten Hessens.

B. Friedberg,!. Aug.

Tie hessische Sozialdemokratie hielt gestern und heute im Saalbau" zu Friedberg ihren diesjährigen Parteitag ab. Nach beu üblichen Begrüßungsansprachen am Samstag naajmittag 6 Uhr begann unter dem Vorsitz des Reichs- und Landtagsabg. Ulrich die Beratung der umfangreichen Tagesordnung. Bur diesjährigen Reich stagswahl vertrat Abg. Ulrich die Auf­fassung, daß die Ablehnung d e r Ko l o n i a l v o r l a g e nur der vorgeschobene Grund zur Auflösung des Reichstags war, und daß es sich in Wirklichkeit um die Surücrbrangung des Einflusses des Zentrums handelte. Wenn man so beicheioen ist, es als eindtiederreiten" der Sozialdemokratie zu be­trachten, daß die Sozialdemokratie % Million Stimmen mehr erhalten hat, dann könne die Partei den Verlust der Mandate schon verschmerzen. Tiefer Mandatsverlust ist nur möglich ge­wesen durch den direkten Verrat des sog. liberalen Bürgertums au den liberalen Grundsätzen. (Leby. Sehr richtig.) Uejrigeng ist für die Partei der Verlust a n M a n d a t e n n i ch t,a u s- sch laggebend, sondern der Gewinn an Stimmen in der Wählerschaft. Tas liberale Bürgertum erntet schon setzt Hohn und Spott seitens ber ciÖP,^ir,

K.uhmu, Erstes Bla« 157. Jahrgang Dienstag 6. August i «07

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SemtÄ-Anzeiger für ©berbete 88S

Annahme von Anzeigen Qz % 6 r V u.Land" undGerichts-

bi3 vormst!ags"iouh^ Rotationsdruck und Verlag dervrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. B. Lange. Uedaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Anjeig-nteN°? H.^Bkck.