lichcn die niannigfachcn Vorbereitungen für die UniversitätS- jubelfcier ruhten. Es ist ein seltsames Mißgeschick, von dem gerade in letzter Zeit die Universität betroffen wurde. Der Tod der Professoren W. Oncken, Höhlbaum und Stade, mit denen ein hochbcdeutsames Stück der neuesten Geschichte der hessischen Landcsuniversität dahingegangen ist, machte sich in den Fest-Kommissionen sehr bemerklich. Dazu kam dann noch der Rücktritt einiger Herren von den ihnen übertragenen Kommissionsämtern. Die aus gesundheitlichen Rücksichten nun gebotene Niederlegung des Rektorats durch Geheimrat Bostroem ist die schwerste Unbill, die den Festvorbereitungcn zuteil werden konnte. Sie möge die letzte sein, und möge sich unter der Leitung des im Vorjahre als Rektor bestens erprobten Geheimrats Vchaghcl nun störungslos die gesamte Vorarbeit zum Feste vollziehen.
S ch u l p e r s o n a l i c n. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Mainz Profeffor Dr. Joh. Baptist Seidenbcrger zum Direktor der Realschule zu Gernsheim ernannt.
• * F o r st p e r s o n a l i e n. Am 23. März d. I wurden die Forstreferendare Edwin von Becker aus Dic- denhofen, Gust. Friedrich aus Alzey, Fritz Knaf aus Büdingen, Karl Reiß aus Offenbach, Gg. Wagner aus Alzey und Otto Zimmer aus Darmstadt zu Forstaffessoren ernannt.
• • Verhaftet wurde der Metzger Bernhard Hoffmann aus Schleifer, weil er unechte Uhrketten für echt goldene unter den falschen Vorspiegelungen, er sei mittellos und in Noth, verkaufte und zum Verkauf anbot. Hoffmann hielt sich unter falschem Namen hier auf und hatte noch einen Komplizen bei. sich, der sich aber seiner Verhaftung !durch die Flucht entzog. Daß das Geschäft ging, beweist, daß beide vom 1. bis 2. Feiertag nickt weniger als zwei Dutzend für 50 Pfg. eingekaufte Uhrketten in Preislagen von 2.50—3.00 Mk. an den Mann brachten.
• • Das altbekannte Restaurant zum Andres geht am 4. April an den seitherigen Pächter des »Hessischen Hofes" Kaltwasser über.
- E i n e n t s e tz l i ch e r U n g l ü ck s f a l l, der einer jungen Gießenerin da§ Leben kostete, trug sich, wie uns aus Darmstadt telegraphisch gcnieldet wird, am 1. Osterfeiertag nachmittag ini dortigen neuen Hotel-Restaurant Heß zu. Im 3. Stockwerk des Hintergebäudes hatte das Personal gerade zu Mittag gegessen und das Geschirr sollte mit den, ziemlich schweren Materialaufzug nach unten gebracht werden, als das seit etwa 14 Tagen dort in Stellung befindliche Dienstmädchen P. Althaus den Kopf durch eine zerbrochene Scheibe des Aufzugs steckte und dem Führer zurief, er solle sie noch mitfahren laffen. Der Aufzug war aber in demselben Augenblick gerade in Bewegung gesetzt worden und schnitt den Kopf des Mädchens glatt ab, so daß es sofort tot war. Eine gerichtliche Untersuchung des Tatbestandes wurde sofort eingeleitet. Die Leiche des Mädchens 'würbe nach dem Friedhof gebracht.
•* Der Vorstand der Landwirtschaftskammer von Hessen hielt am Samstag eine Sitzung ab, zu der auch die Vorstände der ProvinztalanSschüsse von Obcrhessen (Abg. Korell) und Rheinhessen zugczogcn waren. An Hand ausführlicher Referate rourbe bie Beteiligung an den Ausstellungen in Düsse l borf unb Mannheim besprochen und definitiv beschlossen. Weiter wurde beschlossen zur Ergänzung der Kaimner bei Sonderberatungen folgende Herren vorzuschlagen: Geh. Hofrat Prof. Dr. W a g n e r-Tarm- stadt, Prof. Dr. Gisevius-Gießen, Oekononuerat Goethe- Darmstadt, Forstmeister Dr. Weber-Konradsdorf, Land- tagsabg., Rechtsanwalt und Notar von Brentano- Offenbach, und Geheimrat Wilbrand-Darmstadt, sowie ein noch zu ernennender Vetcrinärarzt. Weiter beschäftigte man sich noch mit der Anstellung von Beamten. Ockonomieral Dr. Müller, sowie Dr. Hamman, die seit Jahren bei beni Landwirtschaftsrat beschäftigt sind, wurden definitiv als Beamte übernommen.
** Hessische Landes-Ausstellung 1908. Der Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die Platz geslaltung und die provisorischen Bauten der Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst lin Darmstadt 1908 ist offen für alle im Großherzogtum geborenen ober dort ansässigen Künstler. Tie Entwürfe müssen bis zum 11. Mai eingereicht sein. Das Preisgericht besieht aus Geheimerat Frcih. v. Biegeleben, Geh. Baurat Professor Hofmann, den Professoren Olbrich, Pützer und Scharoogel. ,An Preisen stehen 3000 Mk. zur Verfügung. Der Wettbewerb erstreckt sich auf die Ausstellungsbauten, Gebäude «für angewandte Kunst, Kaufhallen und Resiauratiousgebäude.
= Wieseck, 1. April. Am Samstag fand hier die Ersatzwahl für den kürzlich verstorbenen Bürgermeister Sommerlab statt, die recht ruhig und ordnungsgemäß verlief. Von 580 Wahlberechtigten machten 407 von ihrein Stimmrecht Gebrauch. Schreinermelster Karl S ch o m b c r erhielt 203, Landwirt Hch. Neckel 147 und Kaufmann Ailg. Seibert 57 Stimmen. Da Herrn Schomder zwei Stimmen an der absoluten Mehrheit fehlen, hat zwischen ihm und Herrn Neidet Stichwahl slaltzufiuben.
— Klein-Linden, 1. April. Diirch das stetige Anwachsen der beiden Gemeinden Großen- und Klem-Linden haben sich die Amtsgeschäfte des Geistlichen derart vermehrt, daß eine Kraft dazli nicht mehr ausreicht. Das Großh. Oberkonsisloriiim hat diese Tatsache erkannt und geht nunmehr mit dem Plane um, für Klein. Lin den eincPfarr- Assislenten stelle zu errichlen und hier einen zweimaligen Gottesdienst emzurichtcn. Durch diese Maßnahme wird außerdem eine Verteilung der überaus zahlreichen Kirchenbesucher eintreten und die in Frage stehende bauliche Erweiterung unserer Kirche auf spätere Zeiten hinausgcrücki werden können.
+ Großen-Linden, 1. April. Das überaus günstige Osterwetter. hatte eine wahre Völkerwanderung nach den Waldungen in der Lindener Mark heroor- gcrufen. Es ist in der Tat ein unvergleichlicher Genuß, in den forstlich schön gepflegten Watdanlagen, abgeschieden von dem lärmenden und hastenden Stadt- und Straßenverkehr, das Auferstehungsfest m dieser friedlichen und lieblichen Waldeinsamkeit begehen zu können. Wem es int Hause zu enge wird, der suche unseren Wald auf — hier atmet alles Freude, Leben und Glück,
? Lich, 30. März. Der Gesangverein „Cacilia" veranstaltet Mitte Juli eine größere Festlichkeit, verbunden mit Fahnenweihe. Die Fahne, die in kunstvoller Sccken- Handstickerei ausgeführt wird, ist der hiesigen altbekannten Fahnenfirma Hermann Hisgen (vorm. Gg. Hisgen) zur Ausführung übertragen worden.
Butzbach, 31. März. Ein hier ausUrlaub weilender Soldat des Dragoner-Regiments Nr. 23 siel heute nachmittag bei einem Spaziergang so unglücklich, daß er ein Bein brach. Er wurde noch am Abend in das Militärlazarett nach Gießen verbracht.
— Friedberg, 1. April. Die Pachtung des Burg- bergS zwecks Herstellung von Anlagen und Promenaden ist jetzt von allen in Betracht kommenden Instanzen genehmigt. Tie Pachtung ist zwischen Stadt und Fiskus auf 25 Jahre abgeschlossen,'die Stadt zahlt 300 Mk. jährliche Pacht. Tie rege Bautätigkeit der letzten 10 Jahre hat die früher ausgedehnten Anlagen und Spaziergänge so beschnitten, daß ein Ersatz nötig ist, und so soll der schön gelegene Burgberg hierzu eingerichtet werden. Der Verschönerungsverein will 2000 Mk. beisteuern, wenn die Anlage nach den Plänen eines fachkundigen Landschaftsgärtners geschieht.
X Harbach, 1. April. Der Sohn des Gastwirts Scheld von hier wurde heute tot aus dem Ortsteich gezogen. Was den Bedauernswerten in den Tod getrieben, ist unbegreiflich, da die Familie in guten Verhältnissen steht. Da§ Mitleid mit den Angehörigen ist allgemein.
k. Vom Vogelsberg, 1. April. Der Bismarck- turm auf dem 780 Meter hohen Tau fstein wird im April bei günstigem Wetter bestimmt in Angriff genommen, nachdem jetzt die letzten Verhandlungen mit den Behörden sowie die Geldfrage geregelt ist. Tte Grundsteinlegung wird um Pfingsten, die Einweihung im Herbst erfolgen. Die Pläne hat Architekt Hofmann-Herborn entworfen, die Arbeiten führt Bauunternehmer Winn-Gießen aus. Von der Station Hart- mannShain an der neuen Vogelsbergbahn wird der Turm in etwa s/i Stunden zu erreichen sein.
fc. Büdingen, 31. März. Die Hochzeit des Frhrn. Cornelius v. Heyl zu Herrnsheim mit der Prinzessin Mathilde zu Psenburg und Büdingen findet am 11. April im hiesigen Schlosse statt.
fc. Frankfurt a .M., 31. März. Die Vereinbarungen zwischen der Stadt und der Frau Georg Speyer über ein vor einiger Zeit angekündigtes Vermächtnis zu wissenschaftlichen Zwecken sind jetzt endgültig geregelt worden. Die Stadt erhält nach dem Tode der Stifterin 3 Millionen Mark. Weitere 100 000 Mk. werden alsbald gespendet, damit die Verwaltung der Stiftung sofort in Funktion treten kann.
Frankfurt, 31. März. Im Palmengarten sehen wir erst die Kätzchen der Weiden und Hasel, Schneeglöckchen und Wmterstern, während andere Frühblüher sich kaum zu regen beginnen. Blicken wir uns aber in den Schaiihäuiern des Palinen- gartenS um, so vermissen wir die Blüten des freien Landes nicht, beim hier sehen wir Blumen in reicher Fülle. Hervorragend sind besonders die Orchidee n vertreten, von denen wir in der vorderen Abteilung von Haus 10 eine prächtige Kollektion sehen. In den mannigfachsten Formen und Farben zeigen sich diese Bewohner der tropischen und subtropischen Zonen, bie Cattleyen Columbiens, bereit schöne Farben so auffallcnb sind, die Lycacten mit den großen dunkelrot nüauzierten Blumen, verschiedene Ten- drobien von indischer Herkunft, darunter das reinweiße Tendrobiuin iormosum gigantum aus Moulrnain, bie leuchtend goldgelben Önci= bium Eavendishit aus Guatemala, der aus Assam stammeude Phajus assanucus, bie Cypripebien, sie sinb im Verein mit zierlichen Formen zu einem anmutigeu Bilde vereinigt. In Haus 3 ist das Topsrosensortiment, bas dort auch getrieben worden ist, ausgestellt; der eben beginnende Flor wird einen Glanzpunkt der blunustischen Darbietungen des Gartens bilden. Auch Haus 7, 8, 12 und 13 erfreuen durch ihren Neichtluu au lieblichen Blüten, wir finden dort Camellien, Primeln, Cyclamen und Begonien. Wie in den Schauhäuseru, so ist auch in der B ütengalerie immer etwas Neues zu sehen. Neben den immer noch schönen Cameltien sind Hyazinthen, Tiilpen uiid Crocns vertreten, herrliche Fliederbüsche, Schneeball und andere schöitblühende Sträucher teilen über zu dem Azalienftor, der in seiner Schönheit immer wieder bewundert wirb. Alan sieht überall das Bestreben, den Besuchern das Beste zu zeigen und stete Abwechslung zu schassen.
** Kleine Mitteilung c u t. s 4) c 11 c n und den Nachbarstaaten. In Laubenheim spielte gestern em lOjähriges Mädchen mit einer Platzpatrone. Die Vatroue explodierte und das Kind wurde tödlich verletzt. — In Eschenrod wird demnächst eine Wasserleitung gebaut werden. — In Mainz ft a r b , 76 Jahre alt, der Tomkapuular Tr. R a i ch, Deriasser bebeutenber kircheugeschichtlicher Werke.
Hessischer Handlungsgehilfe»^.
sd. Frankfurt a. M., 31. Mär-.
Der dritte hessische Handlungsgehülfentag, her von dem Deutschnationalen Handlungsgehülfenverband eingerufen war, tagte heute hier. Es waren von auswärtigen Organisationen Höchst, Homburg, Hanau, Gelnhausen, Gr.-Anheim, Marburg, Gießen, Limburg, Fulda, Darmstadt, Wiesbaden rc. vertreten. Auf der Tagesordnung standen besonders zwei Referate. Der erste Referent, S ch e l l i n-Hamburg, berureitet sich ausführlich über die Schäden der Frauenarbeit im Han-- delsgewerbe und suchte, auf reiches statistisches Material gestützt, die Behauptung, daß die Frau ihrer natürlichen Veranlagung nach für £ien ungesunden Kaufmannsstand nicht geeignet fei, zu begründen. Da sie ferner den ergriffenen Beruf niemals als einen dauernden betrachte, sondern immer die Ehe erstrebe, fehle ihr von Anfang an der nötige Ernst. Die moralische und die physische Kraft der Frau leide unter ihrer Tätigkeit im Kaufmannsberufe und darum müsse dieser drohenden Gefahr 'eilens der männlichen Gehülfen Einhalt geboten werden. Die weibliche Arbeitskraft müsse auf die Familienberufe übergcleitet werden, wenn dem deutschen Volke ein gesundes Geschlecht erhalten werden solle. Eine von dem Redner vorgeschlagene R e so- lut i 0 n, in der die Forberungcu der Handlungsgehülfen nochmals erläutert werden, fand einstimmige Annahme.
Tas nächste Referat: Die staatliche Pensionsver-- icherung für bie Privatangestellten behandelte Herr Bott-Frankfurt. Er erklärte, daß die Forderung der Hand- lungsgehülfen nach einer staatlichen Altersversicherung alt fei, da der Handlungsgehülse, der im Alter mit dem Schwinden feiner Kräfte sein Brot verliere und der sich durch sein meist geringes Einkommen nichts ersparen könne, dann der Not preis- gegeben sei. Die Lebensversicherung sei durch die hohen Prämien illusorisch, zudem bei längerer Nichtzahlung der Prämien alle Ansprüche verloren gingen. Die Geschästskaffen wären der Konjunktur der Zeitverhültnisse unterworfen und böten keine dauernde Garantie. Eine zwangsweise Regelung der Altersversicherung durch beit Staat sei wünschenswert uni) dieses Verlangen habe zur Gründung des Hauptausschuffes zur Herbeiführung einer starten lautlichen Pensionsversicherung geführt, in dem über 400 000 Privatangestellte vertreten sind. Dieser Ausschuß vcraustaltetc eine Umfrage, die die Regierung veranlaßte, sich ebenfalls mit der Frage zu beschästigen. Tie Regierung beauftragte den Ausschuß, die Grundlage für einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, der in seinen einzelnen Vorschlägen fast eiustitnmig die Zustiinmung
der Regierung fand. Diese Verständigung führte zu der Denkschrift, die kürzlich dem Reichstag vorgelegt wurde, und es sei zu hoffen, daß bei der Sympathie, die alle Parteien dieser Frage entgegenbringen, das Gesetz auf Grund dieser Denkschrift zu stände komme. Auch hierzu wird von der Versammlung eine Entschließung einstimmig genehmigt, welche dem Reichstag zugehen soll. In den Ausschuß zur Vorbereitung des 4. Hess. HandlungSgehülfentages werden gewählt Schellin-Franksurt als Vorsitzender, ferner: Aßmus, Duwe, Kneil-Frankfurt, Sauer- Offenbach, Koch-Höchst a. M., Zirkenbach-Fulda, Haarmanu- Wiesbaden, Ohlen-Darmstadt, Weidmann-Kassel und G r 0 s ch. Gießen.
Lingeiandt.
lFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die RedaUck-' R"b'irurn gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Die Bcigeordnetenwahl in Oueckborn.
Der Verfasser des Artikels über die Beigeordnetenwahl in Queckborn in Nr. 73 des Gieß. Anz. will nicht als sicher bezeichnen, daß Familienzwistigkeiten bei der Wahl vorgekommen sind. Wenn nun ein Ehemann seiner Frau sagt: „Wenn dein Vater nicht bei uns wählt, hast du keine gute Stunde mehr bei mir", sind das nicht Zwistigkeiten genug in der Familie? Daß die Mehrzahl unseres Dorfes für Ruhe und Frieden ist, das ist selbstverständlich, wenn aber der Einsender des Artikels in Nr. 73 die Rnhestister bei seiner Partei sucht, so ist er dach auf dem Irrwege, denn die Mittelchen, mit denen diese Partei auf den Stimmenfang ge. gangen ist, hat nur Haß unter den Einwohnern hervvraerufen. So hat unter anderem jemand, der der Gemeinde zum Vorbild dienen sollte, verschiedene Gemeindediener zu sich kommen lassen und verlangt, bei seiner Partei zu wählen oder überhaupt nicht zu wählen. Jedoch vergebens, und das mit Recht, denn ein rechtlich Denkender wird seine Stimme auf diese Art und Weist nicht I)ergeben, auch nicht, wenn ihm mit Enthebung aus seinem Dienste gedroht wird. Die Schafe werden abgeschasft, um Rache an dem Schäfer zu üben, weil er nicht bei ihnen gewählt hat, und wenn noch ein Kuhhirte da wäre, der aiiqt wählte wie die Parole lautete, fo würden vielleicht auch manche ihre Kühe abschaffen. Und da will noch einer behaupten, diese Partei wolle Ruhe und Frieden! Es sollen weiter verschiedene mit K0t beworfen worden sein. Jedenfalls hat der Alkohol mehrere in den Kot geworfen. Tie Nichlwähier konnten sich in den Lokalen der lu nterlegenen Partei gar nicht aufhalten, denn sie wurden beschimpft umd sollten hinausgeworfen werden. Es wird rroch be» hauptet, viel Alkohol sei genossen worden unb besonders von bet siegreichen Partei, dnen biese hätte 2 Tage gefeiert. Wenn auch bie siegreiche Partei zwei Tage gefeiert hat, so brauchte immer noch keiner der Wähler nach Hause geführt oder getragen zu werden, und auch bie siegreiche Partei hat in den zwei Tagen wohl nicht so viel verzehrt wie die unterlegene in einem, denn die siegreiche Partei hat Mäßigkeit geübt Jnbezug auf die Reichs, tagswahl wird zugegeben, daß cs nur wenige gab, die ihre Gegner durch. Schreien mundtot zu machen suchten. Es gab aber welche, und die siick zu kennen. Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß keiner dcr siegreichen Partei mit Mistgabeln oder sonstigen Waffen gesehen worden ist.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gieße».
April
1907
Q ~ ~ e c £ 3? *
2» 743,3 15,6
9" 743,21 8,8
7" 743,4 1 4,0
39
72
77
S still N
Wetter
I
1 4 Sonnenschein
: still Klarer Himmel
2 Sonnenschein
I i
Höchste Temperatur am 31. März bis 1. April — 15,9* C.
Niedrigste „ „ 31. „ „ 1. „ = 3,6' C.
Sehrffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.
Bremen, 27 März. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelsckraubeii-Cchnellposckampier „Kaiser Wilhelm der Große", Kapitän P. Well in vom Norbdenlschen Lloyd in Bremen, rst gestern 10 Uhr abends wohlbehalten in Neivyork aiigekommeu.
Br einen, 27. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Postbampfer „Großer Kurfürst", Kapiläu E. Prehn, vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen, ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angenommen.
Reb Star Linie.
Ter Postbampfer „Zeelaick" bet „Neb Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 26. März wohlbehalten in New-Port angefominen.
Telefonische Kurstie^ichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse, 2. April, 1.15 Uhr.
31^% Reichsanleihe . . 96.35 ‘6% do. . . 85.50 3>i% Kousols .... 96.35 '6% do. .... 85.75 3>j0/0 Hessen . . . 94.50
j^*7o Oberhesseu . . . 94 00 4% ücsterr. Goldreute. . 98.90 4l/5 56 Oesterr. Silberrente 99.60 4% Ungar. Goldreute . . 94.50 456 Italien. Reute . . . 102.50 356 Portugiesen Serie I . 67.50 356 Portugiesen „ III 68.00
u/0 rass.ütaatsanl. 190u 90.45 4h" 0 japau. Staatsanleihe 92.00 j 56 Uouv. Türken von 1003 93.— Ttirkenluse.....141.40
1% Gneeh. Ilonopol-Anl. 49 50 156 äussere Argentinier . 86.— ou/0 jüexiKauer . . . 65.95
4>s u/0 Chinesen .... 96.20
Aktien:
Bochum Guss..... 223.25
Buderus E. W .... —.—
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 2.
Cauada E. B......168.50
Darmstädter Bank . . . 1ö6.
Deutscue Bank .... 230.7b Dvrtmuuder-Uniou C. . . 74.7o । Dresdner Bank . . . 146.251
leudeiu; ungleichmässig.
Elektriz. Lahmeyer . . , 131.00 Elektnz. Schuckert . . . 116,30 Eschweiler Bergwerk . . 23135 Gelsenkirchen Bergwerk . 199.20 Hamburg-Amenk. PukeU. 137.40 Harpener Bergwerk. . . 209.- Laurahütte...... 220.25
5ordd. Llojd.....127.—
Ubeischles. Eiseu-Iudistrie 113.25 Berliner riandelsges . . 159.60 Darmstädter Bank 136.-
Deutsche Bauk . . . 281.70
Deutsch-Asiat Bank . . 168.50 Diskunto-Koiumaudit, . . 172.60 Dresdner Bauk . . . 146.— Kreditaktieu.....214.—
„Baltimore- and Ohio-
.Lisenluhn . . . 107.75
Gottuardbahn . . . . —
Lomuaid. Eisenbahn . . 27.90 Oesterr. blaatsuunu . . . 143.40 fnuce-Henn-L-istiubabi . 136,60
April. Aufangskurse.
üurpeuer Bergwerk. . , 209.00 i.aurauütte .... 225.20 umüarden E. B. . 28.60
Aordd. Lloyd.....127.10
1 üraenluse . ... 141.40
im Taunus.
N Sommerkur für ?r»n.k,e Warme geschätzte Lage am Südabhansre des Taunus fiehag
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vr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt HHHÜHH


