Ausgabe 
1.8.1907 Erstes Blatt
 
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; Hau ifl im GcfangniA @>cl)rci6geTegettT)iett rtib PeHüre entzogen worden. Er hat bisher seine Zeit im Tütenklebln zngebracht.

Wie die ,.N. Z." erfährt, hat es der Staatsanwalt Dr. Bleicher abgelehnt, sich ciuf privatem Wege mit dem Verteidiger Karl Daus, dem jetzigen Rechtsanwalt und früheren Landgcrichtsrat Tietz, auseinanderzusetzen.

Zum Prozeß Dau bildet folgendes Inserat, das sich in einer süddeutschen Zeitung findet, einen Nachklang:Baden-Baden. Villa Molitor, in vornehmer Lage, ca. 17 Räume, Balkon, Veranda, Loggien, Badezimmer, elektrisches Licht, Zentralheizung, Wasser, Gas, Kanalisation, 3200 bezw. 4700 Quadratmeter Garten und Rasen, hypothekenfrei, preiswert zu verkaufen ev. zu vermieten. Durch dieses Inserat gewinnt man einen Einblick, wie die Familie Molitor gewohnt hat. Es ist Wohl ein fürstlicher Sitz zu nennen, und nun wollen ihn seine Besitzer verlassen, da die eigentliche Herrin durch die Kugel eines Meuchelmörders fiel und so viel, des Jammers seitdem über dieses Haus gekommen war.

Beim Schluß der Karlsruher Schwurgerichtssession richtete der Vorsitzende,, Landgerichtsdirektor Eller, der Präsident im Hau- Prozeß, an die Geschworenen eine Ansprache, in der er sagte: Es waren in der diesmaligen Session große Anforderungen an die Ruhe Ihres Gewissens, Ihre unerschütterliche Ucberzeugung und Ihren Mannesmut gestellt. Sie haben sich bei Ausübung Ihres Amtes als echte deutsche Männer bewährt."

VermUchtr».

Nheindiebach, 31.' Juli. Ein Automobil pas­sierte die Straße zwischen Nieder-Heimbach und Nhein-Diebach. Ein Junge aus Niederheimbach warf nach dein Fahrzeug mit einem Apfelrest, der in das Automobil siel. Dieses hielt an, ein Herr sprang heraus, bewaffnet mit einem scharf ge­ladenen Nevolner. Er fordert den Jungen auf, stehen zu bleiben, andernfalls er schießen würde. Der Junge lief jedoch weg, worauf der Automobilist sechs Schüsse abgab, ohne jedoch zu treffen. Eine Schar junger Mädchen ging vorüber und eine von diesen wurde von dem Geschoß ge­troffen. Das Mädchen, die einzige Tochter der Witwe Feld aus Rheindiebach, erhielt den Schuß in den Rücken; die Kugel konnte bis heute noch nicht entfernt werden. Während des ganzen Vorfalls stand die Gefährdin des Automobilfahrers mit einem geladenen Revolver am Wagen. Der Automobilist faste noch einen Jungen, der unbeteiligt dastand und würgte ihn am Halse, daß ihm nach Berichten eines Augenzeugen das Blut aus Mund und Rase lief. Ein Mann entriß dem Helden den Jungen, worauf sich das Automobil aus dem Staube machte. Die Nummer des Automobils ist sestgestellt. Das Mädchen, welches im Alter von 5 Jahren steht, ist, wie weiter gemeldet wird, schwer verletzt. Nach dem Automobil wurden bereits Nachforschungen in Wiesbaden cingelcitet.

* Die Frauenmorde in Newpork, über die wir gestern berichteten, scheinen aus das Konto ein und desselben Verbrechers zn entfallen, der nach dem VorbildeJack the Nippers" in wahnsinniger Mordlust seine Opfer hinschlachtete. Das eine der Opfer war eine schöne, ungefähr 25 Jahre alte Dame in eleganter Toilette; sie wurde im Vorraume des Souterrains eines Logierhauses in äußerst anständiger Gegend gefunden. Alle Anzeichen deuten auf einen furchtbaren Kampf des Opfers um sein Leben hin. Die Abdrücke an der Kehle beweisen, daß der Mörder abnorm große Hände hatte. Die Leiche war nach dem Tode mit einem Messer bis zur Un­kenntlichkeit verstümmelt und ganze Fetzen Fleisch waren mit den Länden abgerissen worden. Der Polizeiarzt erklärte bei der Totenschau, daß alles aus ein Aufschlitzerverbrcchen hin­deute; es sei kein Mord aus Rache, sondern das Werk eines Scheusals gewesen. Die Identität des Opfers ist noch nicht festgestellt.

* Kleine Tages chronik Bei dein Versuch, seine Geliebte oon der Inhaftnahme zu befreien, ist der Zuhälter Menzel erschossen worden. An dein Badestrande von N y cf auf Föhr land ein Arbeiter ein Paketchen Banknoten der National Provincial Bank of England in Dover im Werte von drei Millionen Mark. Der Fund wurde dem englischen Konsul übergeben. Joses Hasselmann, der erste Assistent einer Löwenbändigerin wurde in Gloucester beim Reinigen der L ö w e n k a f i g e zerrisse n. Eine Vöroin brach aus und drang in eines der Ankleidezimmer, wo sie passelmann sofort anfiel. Hasselmann starb unmittelbar nach der Ueberführung im Hospital. In Mailand sind drei Arbeiter infolge Hitzfchlag irrsinnig geworden. Auf dem Truppen­übungsplatz in Döberitz wurde ein Soldat des 1. Garde- Regiments in Potsdam, der in seiner Kompagnie in der Nähe der Sclneßstände exerzierte, von einer verirrten Kugel in den Kopf ge­troffen. Der Verunglückte ist seinen Verletzungen erlegen. Auf einen Breslauer Schnellzug wurde bei Berlin, zwischen den Stationen Erkner und Hangelsberg bei Berlin, von einem bisher noch nicht ermittelten Täter ein scharfer Schub gegen den Zug abgefeuert. Die Kugel zertrümmerte die Scheibe eines Abteils 2. Klasse und streifte einen Reisenden während ein anderer durch umberfliegcnde Glassplittcr im Gesicht erheblich verletzt wurde. Nachdem der Zug zum Halten gebracht worden war, wurde eine Streife nach dem Attentäter abgehalten. Dieser war aber bereits verschwunden. Der Bürgermeister Graf von Bebenhauseu (Bayerisch Schwaben) wurde v o n c i n e m S t i e r a u f g e s p i e ß t und mit aufgerisscnem Unterleib tödlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. In B u d a p e st ist infolge Unlerwaschung durch Ge­witterregen ein Neubau eingestürzt. Mehrere Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben und getötet. In Mac Greger im Staate Texas ist gestern eine Hitze von 47*/^ Grad Fahrenheit ini Schatten verzeichnet worden. Zahlreiche Personen erlitten H i tz s ch l ä g e. Viel Vieh ist durch die furchtbare Hitze umgekommen; einem Farmer krepierten allein 35 Stück Hornvieh. Der Provisor Pinner in G o st y n (Posen) vergiftete sich in der dortigen Apotheke in dem Augenblicke, als er wegen eines Sittlichkeitsverbrechen verhaftet werden sollte. In Toulon

Bekanntmachung.

Die unterm 17. Juli 1907, angeordnete Sperre der Ka th arkn en g a sse wird hiermit aufgehoben.

Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die L a n d g r a f e. n- siraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrv-erkehv gesperrt.

Gießen, den 29. Juli 1907.

Großherzoglrches Polizeiamt Gießen.

Herberg.

Verkaufsstellen üachWEis durch die Generalvertriebsstelle;

inschläqiqeii Geschäften

stürmte ehr Soldat des 4. Kolonlalreglmenles' im Säufer­wahnsinn mit gezückten! Seitengewehr durch die Straßen- Viertels und st a ch wüteub aus alle im begegnenden Personen ein, die zumeist schwer verwundet wurden. Er wurde nur mit Mühe überwältigt und verhaftet.

LLn^verkrLeits-Nachvrchten.

hc. Marburg. Für das Fach der inneren Medizin und experimentellen Pathologie habilitierte sich an der Universität Marburg Dr. mcd. Reinhard von den Velden, erster Assistenzarzt bei Prof. Brauer an der medizinischen Klinik. Seine Habilitationsschrift trägt den TitelEoordinationsstörungen des Kreislaufes".

Märkte,

ke. Franks u r t a. M., 1. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz.".) Anitliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zum Verkaufe, standen: 60 Ochsen, 00 aus Oesterreich 3 Bullen,'0 aus Oesterreich, 96 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 00 aus Rumänien, 731 Kälber, 31 Schafe und Hännnel, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schallämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 3285 Mk., 2. Qualität 7578 Alk., 3. Qualität 68-72 Mk.; Bullen: 1. Qual. 6971, 2. Qual. 6668; Kühe 1. Qualität 7476 Alk., 2. Qual. 70-72 All., 3. Qual. 6466 All., 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber 1. Qual. 9295 Pfg., Lebendgewicht 5557 Pfg., . 2. Qualität 8288 Pfg., Lebendgewicht 49 53 Pfg., Schlachtgew. 6570 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 8284 Pfg., 2. Qual. 7080,; Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand un­bedeutend ; bei Kleinvieh lebhaft, lein Uclerstand.

Limburg n. d. L., 31. Juli. Frucht m arkt. Durchschnitts­preise pro Malter. 'Roter Weizen (Nassauischer) 60.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 16.10 Mk., Gerste 00.00 Mk., Hafer 10.25 Mk. Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 8.00 Mk.

Littgcßaudr.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dern Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Sehr geehrte Redaktion!

Auch ich bin nur Privatabstinent und gehöre keinem Ver­bände irgendwelcher Art an, der seine Mitglieder verpflichtet, abstinent zu sein; aber auch hier gilt die Devise:getrennt mar­schieren, vereint schlagen!" Und in diesem Sinne hat mich das Warnun^schreiben des Allgemeinen Deutschen Zenttal-Ver- bandes zur Bekämpfung des Alkoholismus sehr gefreut; denn man kann die kommende Wahrheit nicht oft, nicht eindring­lich genug verbreiten. Sie muß immer und immer wieder gesagt werden, bis sie so alt und so allgemein geworden sein wird, daß sie jeder kennt. Galt nicht einstens auch die Sklaverei als ein anerkanntes Institut des Rechtes? Und wer einem alten Griechen oder Römer deren Abschaffung empfohlen hätte, wie wäre dem wohl begegnet worden? Nun, heute liegt die große Mehrzahl der Menschen in den Sklavenbanden des Alkohols, ob nun Wein, Vier, Punsch, Sekt, Schnaps, Likör re. u., das ist ganz nebensächlicher Bedeutung; die Hörigen waren im Grunde genommen auch Sklaven, und was in allen jenen Getränken der wirksame Bestandteil ist, bas ist eben der Alkohol.

Und wem ist denn der das muß gewiß anerkannt werden eminente Fortschritt zu verdanken, daß der Trinkzwang ein gewaltiges Loch erhalten hat? Etwa den sog.Mäßigen"? Nun, als mein Bruder Student wurde und als später ich der­selben Burschenschaft angehörte, da waren feierliche Beratungen und Konventsbeschlüsse vonnöten, um uns von den Trinksitten zu dispensieren; das ist nun anders geworden, habe ich mir sagen lassen, und ich begrüße diesen Fortschritt mit Freuden. Doch wem anders wäre dieser Fortschritt zu verdanken, als solchen wackeren Kämpen, wie Bunge, Forel u. v. a., die sämtlich zur totalen Abstinenz halten? Tie WassersuppeMäßigkeit" wäre nie fähig geworden, Einfluß zu gewinnen, wenn ihr nicht die Abstinenz den gewaltigen Rückhalt böte; wer heutzutage vor dem Sturmlauf der Abstinenzbewegung die Augen schließlich doch nicht ;nchr verschließen kann das können mit gutem Gewissen nur noch die Alkoholkapitalinteressenten wer die Wahrheit aner­kennen muß, die Wahrheit, welche den Alkohol in jeder Form für schlecht erklärt, nun, und wer doch nicht auf die Genüsse des Alkohols ganz verzichten mag und kann, der wählt dieser UebergangszeitGoldene Mittelsttaße" und schließt sich der Mäßigkcitsbewegung an und sagt zum mindesten mit jenem alten Münchener:I moan a, mit zeh Moaß könnt ma genua hobn!" Aber die Zeit wird kommen, wo die Ver- werfung der sog. Freuden des Alkohols ebenso allgemein sein wird, wie jetzt schon bei uns der Opiumgenuß und dergl. mehr. Heute ist es noch ein fernes Ideal und doch als solches schon nicht mehr ernsthaft bestritten, daß jeder von uns ceteris Paribus besser wäre, wenn er dem Alkohol entsagte! Daß viele ihn noch nicht entbehren mögen, daß sie für Aufmunterung, für ihre Begeisterung und Anregung des alkoholischen Stimulus noch nicht entraten mögen, ist doch nur ein Zeichen einer gewissen Schwäche, die es zu überwinden gilt. Die Abstinenz ist ein Ziel, das nicht von heute auf morgen errungen wird; aber ein ideales Ziel bleibt sie doch. Freilich muß man nicht die Frösche nach ihrer Meinung fragen, wenn man einen Sumpf austrocknen will!

Und noch ein Wort zu den guten Ratschlägen Ihres anderen Privatabstinenten: Wie wenig weiß er doch Bescheid, daß er nicht einmal weiß, wie umfassend die Arbeit der Gasthausreform bereits heute ist und wie viele Mühe auf die Herstellung der Ersatzgetränke bereits verwandt wird. Offenbar weiß er doch in der Literatur desWeinkenner" besser Bescheid als in der alkoholgegnerischen. Sonst wüßte er, daß gerade in den von ihm bezeichneten Richtungen die allergrößten Anstrengungen gemacht werden. Er wüßte aber auch, daß gerade hier das investierte Alkoholkapital der mächtigste Gegner ist und er sollte auch wissen, daß alkoholfreie Getränke nur dem schmecken können, dessen Zunge des Alkohols entwöhnt ist. Die Weine von Bechtel, Nectar und andere im Preise einfachen Tischweinen etwa gleich­gestellt sind nicht nur außerordentlich bekömmlich, sondern auch, besonders kalt gestellt, sehr frisch und wohlschmeckend freilich nicht für Ortenbächer! Das beste und billigste, sobald es nur weiten Absatz findet, wird die natürliche Zittonenlimonade sein und bleiben; Feinschmecker können einen Schuß Himbeer­saft oder alkoholfreien Rotwein darunter tun. Diese rein­schmeckenden Getränke stehen weit über dem abscheulichen Gebräu

verermgten Ungeschmäcks; dem Bier, in hem sich unvereinbare Ge-r schmücke nolens volens zusammenkomponieren lassen, hinunter bis zu mitgesottenen Katzen, Natten und Mäusen.

Ilnterwerfen wir uns also getrost dem Urteil späterer Zeiten; das Schnupfen wollen wir dabei ruhig den Alkoholkapitalinter­essenten überlassen und ihren Hörigen.

Hochachtungsvoll

. t Dr. Spohr, Rechtsanwalt.

Gienen, den 31. Juli 1907.

Mrehttche Nachrichten, Israelitische Neligionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 3. August 1907:

Freitag abend 7.40 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.55 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Hsractitische Neligionsgeineirrde.

Holtesdienll in der Synagoge (Südanlage).

Sanis tag, den 3. August 1907;

Vorabend 7.45 Uhr.

Ri o r g e n s 8.30 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr. Predigt.

Sabbatausgang 8.55 Uhr.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hesieu am Freitag bei;

2. August: Wolkig, weift trocken, fühl, miudig.

Grkgittal-Drahtmeldttnge«.

Lodz, 1. Äug. Der Straßenbahnverkchr ist wieder auf-, genommen. In der Stadt herrscht verhältnismäßige Ruhe, doch ziehen noch Kavallerie-Patrouillen durch die Straßen.

Dresden, 1. Aug. Der 34 Jahre alte Bergmann Adam aus Zöllnen geriet auf noch unaufgeklärte Weise in Be­rührung mit der Starkstromleitung einer unterirdischen Berg^ Werksbahn. Er war sofort t o t.

Haag, 1. Aug. Das Münchener Witzblatt S i m p l i c i s s i - m u s wurde auf Anordnung eines Kapitäns aus den Räumen des Norddeutschen Lloyd entfernt, wobei es als Schweineblatt" charakterisiert wurde. Bei dieser Szene war der deutsche Friedenskonferenzdelegierte Freiherr Marschall von Bieberstein zugegen.

Petersburg, 1. Aug. So viel hier bekannt, erfolgt die Abreise des Zaren heute abend. Die JachtStandard", sowie die sie begleitenden beiden Kriegsschiffe haben bereits vor Peterhof Anker geworfen. Alle Zugänge zur Küste sind streng abgesperrt.

Prag, 1. Aug. Der Professor der montanistischen Hochschule in Przibram namens Groh nmternahm mit seinem Bruder und seinen vier Kindern eine Bootsfahrt auf der Eöbe. Infolge Sturmes fenterte das Boot. Der Professor und ein Kind er­tranken, während der Bruder und die übrigen drei Kinder nur mit großer Mühe gerettet werden konnten.

Innsbruck, 1. Aug. Der Statthalter hat die Bezirks- Hauptleute. in Trient und Rovereto telegraphisch angewiesen, wegen der gegen die deutschen Touri ft en ftattgehabten Aus­schreitungen eine strenge Untersuchung einzuleiten und gegen die Schuldigen bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige zu er* statten.

Lemberg, 1. Aug. In einer Mühle in der Nähe von Jawarow explodierten während des Mühlganges drei Dy­namitpatronen, die ein Bauer zum Fischfang benutzen wollte, aber in der Mühle vergessen hatte. Die Mühle wurde beinahe voll- ftändig zerstört, 2 Personen in Stücke gerissen, mehrere verletzt.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 1. Ang., 1.15 Uhr.

3j^% Reichsanleihe . < 93.00 Elektriz. Lahmeyer . « . 116.00

3% do. . . 82.90 Elektriz. Schnckert . . . 102.00

3J4°/o Konsols .... 93.40 3% do 83.00

3%°/o Hessen . , . . 92.10 3^°/o Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente. . 97.70 4l/6 % Oesterr. Silberrente 98,15 4% Ungar. Goldrente . . 94.35 4% Italien. Rente . . . 103.25 3% Portugiesen Serie I . 66.40 3% Portugiesen III 67.30 4%°l0 russ.Staatsanl. 1905 91.55 4^% japan. Staatsanleihe 90.20 4% Conv.Türken von 1903 94.60 Türkenlose ..... 141.00 4% Griech. Monopol-Anl.. 48.90 4% äussere Argentinier . 83.90 3°/0 Mexikaner « , . 62.50

4Chinesen . . « . 96.00

Aktien:

Bochum Guss 206.25 Buderus E. W . . . 113.00 Tendenz: matt.

Berliner Börse,

Canada 172.50

Darmstädter Bank . . . 127.50

Deutsche Bank .... 222.50

Dortmunder-Union 0. . « 68.00

Dresdner Bank . . . . 136.60 Tendenz: matt.

Eschweiler Bergwerk , * 188.25 Gelsenkirchen Bergwerk .. Hamburg-Amerik. Paket!. 132.00 Harpener Bergwerk. « . 192.60 Laura tte 216.00 Nordd. Lloyd 116.65 Oberschles. Eisen-Industrie 102.10 Berliner Handelsges . . 150.25 Darmstädter Bank , 127.25

Deutschs Bank . « , 222.50

Deutsch-Asiat. Bank , 143.70 Diskonto-Kommandit. . . 167.50 Dresdner Bank . . . 136.25 Kreditaktien 203.40 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . 3. 95.50

Gotthard bahn . . , ..

Lombard. Eisenbahn . . 80.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.20 Prince-Henri-Eisenbahn . 130.00

1. Aug. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk, « « 193.00

Laurahütte . , . . 216.50 Lombarden E. B. . . 30.20

Nordd. Lloyd' . « .

Türkenlose . j * » . 140.20

Dar Verzeichnis der Leilnehnier am Univerfiläts- Jubiläum ist zum preis von (0 pfg. in der Seschästr- steiie des Eiehener Anzeigers zn haben.__________

SsAsettr mit Firma biMgst vrübl'fche Univeriitats-Druckerek. ©ieftttt.

B=V,

$er«thäü M MinMttMttn.

Die Kleinpflasterarbeiten für die Befestigung der Moltkesttaße zwischen Roonftraße und Wieseckbrückesollen

DonnerStan, den 8. August dss. Js., vormrttagS 11 116r öffentlich vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen wahrend der Drenttstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzurelchem

Zuschlagsfiist 3 Wochen.

Gießen, den 31. Juli 1907.

Städtisches Tiefbau amt Braubach.

Die Restauration *

im Bahnhof bleibt während der Festtage

M ganze Nacht geöffnet.

Arb eitsv eeg ebrmg»

Die zur Vornahme baulicher Herstellungen im Schulhausö in der Westanlage erforderlichen Ä

Schreiner und Weißbinder - Arberteu sollen Montag, den 5. August b. Js., vormittags 11 Ubr öffentlich vergeben werden.

Die Beröingungsunterlagen liegen bei uns j)ur Einsicht offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum ge* nannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlags frist 14 Tage.

Gießen, den 31. Juli 1907.

Städtisches Hochbauamt.

Gerbe!. B91/r

| Vertreter gesucht | H für den dortigen Bezirk. Derselbe muß mit Fabriken in enger A Fühlung stehen und ein Lager von Mk.500 pr. Eaffe unter- 9 jS halten können. Lohnender Verdienst sicher. Nur solvente Hi Herren der techn. Branche wollen sich melden.

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