mtb der öffentlichen Wahrhaftigkeit unseres Kirchenwesens willen alS Gewisfenspflicht, dem evangelischen Oberkirchenrat gehorsamst zu erklären, daß sie grundsätzlich mit Pfarrer CSs ar überein stimmen, in der Anwendung modern- theolo g ischer Erkenntnisse auf ihre Stellung zum Bekenntnis, und daß sie auch fernerhin in ihrer amtlichen Wirksamkeit diesen Standpunkt vertreten, überzeugt, auf diese Weise dem Evangelium am besten zu dienen.
— Die Fraktion der freisinnigen Volkspartei hat beschlossen, im Abgeordnetenhause einen Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und allgemeinen Wahlrechts für die Wahl zum preußischen Land- tage einzubringen.
Marokkanisches.
Tanger, 6. Jan.
Durch glaubwürdige Eingeborene ist die Nachricht hierher gelangt, daß die Truppen des Maghsen Zinat, die Festung Raisulis, eingenommen haben. Die Artillerie der Ma- 1 halla schleuderte im Laufe des Vormittags zwei Granaten in die Feste Raisulis. Als keine Antwort erfolgte, man daher die Festung verlassen glaubte, rückte ein Teil der Mahalla vorsichtig vor. Man fand die Tore geöffnet ulnd die innere Festung von den Leuten Raisulis verlassen. Nur Verwundete sind zurückgeblieben, die nicht hatten fliehen können, unter ihnen ein Vetter Raisulis. Man hegt Befürchtungen wegen deS Schicksals von etwa 14 Gefangenen Raisulis, unter denen sich der vor kurzem von Raisulis Leuten gefangen genommene portugiesische Schutzbefohlene Arrar sowie drei seiner Verwandten befinden- Man glaubt, daß Raisuli , sie mitgenommen hat.
Den letzten Nachrichten zufolge sind zwanzig Mann gefallen, ' während die Anzahl der Toten auf seilen Raisulis fünfzig beträgt. Raisuli gelang es, abends aus Zinat, das zerstört ist und in Flammen steht, ins Gebirge zu fliehen. Er soll durch etwa siebenhundert Mann von den Gcbirgsstämmen Verstärkung erhalten. Gefangene sind vor Zinat nicht gemacht, doch fielen 2000 Stück Hammel sowie anderes Vieh in die Hände der Angreifer.
Kriegsminister GebbaS will den algerischen Offizier Ben Tedera mit der Vertretung des Kommandanten der Stadt beauftragen. Doch haben die dortigen französ. Behörden Bentedera nicht gestattet, der Aufforderung Folge zu leisten. Bentedera wurde angewiesen, Tanger nickt zu verlassen.
DaS Neueste aus Rußland.
In Petersburg drangen am 4. d. M. vier junge Männer der Terroristen gruppe in die Wohnung deS achtzig- I jährigen Generals Schepkin ein, der unter dem liberalen ! Regime Alexander II. Gouverneur von Sibirien war. Sie banden ihn und seine bejahrte Gattin an Stühle und verlangten Geld für die Terroristensache. Beide Opfer verloren daS Bewußtsein, worauf die Bande einen Schreibtisch erbrach und 1500 Rubel raubte. Eine Dienerin schlug Lärm, worauf die Einbrecher zu entfliehen suchten. Einer wurde ergriffen, doch erschoß er sich bevor er ab- geführt werden konnte.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 7. Januar 1907.
* • Stadtverordneter Emil Schwall f. In der Nacht auf Sonntag starb nach längerem Leiden der in den weitesten Kreisen der Bürgerschaft wegen seiner unabhängigen Gesinnung und seines biederen geraden Charakters sehr geschätzte und beliebte Zigarrenfabrikant Emil Schwall. Herr Schwall, ein geborener Gießener, waram 10. Mai 1851 geboren, i Er betrieb gemeinsam mit seinem Bruder seit 1878 eineZigarren- ; sabrik, fand aber neben seiner erfolgreichen beruflichen Tätigkeit noch Zeit, sich mit öffentlichen Angelegenheiten zu be- , schäftigen. DaS ihm entgegengebrachte reiche Vertrauen seiner । Mitbürger ist daraus zu erkennen, daß er in verhältnismäßig jungen Jahren (Ende der 80 er Jahre) in die Stadt- verordneten-Versammlung gewählt wurde, zunächst auf drei Jahre und dann zweimal als einer der Höchstbestimmten auf neun Jahre. Auch war er seit etwa 20 Jahren ein eifriges Mitglied deS Kirchenvorstandes. Herr Schmall war ein treuer Anhänger der fteisinnigen Partei, wenn er auch politisch wenig hervortrat. DaS Andenken des so früh Verstorbenen wird in seiner Vaterstadt noch lange fortleben.
• • Besitzwechsel. Das Geschäfts haus der Firma G. W. Schneider, Marktstraße 30, ging für 128 000 Mk. in den Besitz des Kaufmanns S. Meyerfeld von Großen- Buseck über. Er beabsichtigt, das seither im Hause betriebene Manufaktur- und Konfektionsgeschäft weiter zu betreiben.
* • Gestohlen. Einem Dienstmädchen wurde am 2. Weihnachtsfeiertag in einem Tanzlokal das Jackett und der Hut gestohlen. Die Stücke wurden von der Polizei in der Wohnung eines Schneidergesellen gesunden und konnten der Eigentümerin wieder eingehändigt werden.
* • Unfall. Am Samstag wurde auf dem Bergwerk der Arbeiter Franz Jankowsky verschüttet und erlitt einen Beinbruch. Der Verletzte starb heute morgen in der chirurgischen Klinik, jedenfalls hatte er auch innere Verletz, ungen davongetragen.
• • Unfug. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde am Gymnasium ein Stück der Einfriedigung mit Gewalt umgerissen, auch Straßenlaternen beschädigt. Als Täter wurden zwei Herren beobachtet, die hoffentlich festgestellt werden und ihrer Bestrafung nicht entgehen.
Arbeitsvergebung.
Die Mobiliarlieferung für den 9leubou der höheren Mädchenschule soll
Mittwoch, bett 23. Januar b» I. vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. ____
Looö I. Möbel des Direkwr-, Vorzimmers und Bib- liothek.
Loos TT. Möbel deS Konferenz-undLehrertnnenzimmers.
Loos ITI. Möbel des Zeichensaales.
Loos IV. Schränke und Tische re. deö Lehrmittelraumes.
LooS V. Schränke und Tische rc. im Physik- und Sauuw lunasraum.
LooS VI. Schiebelaseln, Abschlüsse und Tische re.
Loos VH. 400 Stühle und einige Hocker.
Zeichnungen, Arbeitsbeschrcibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genanten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlags- frist drei Wochen. Zeichnungen können nicht abgeben werden.
Gießen, den 5. Januar 1907. B 7.1.
Städtisches Hochbauamt.
______________________c r 6 e l.________________________________________
Neubauer sche Stiftung.
An eine bedürftige, in Gienen tvohnende, Rechtsanwalts- oder Advokatenwitwe ist ein Unterstützungsbetrag von jährlich 120 Mark zu vergeben.
Anträge auf Gewährung dieser Unterstützung sind an den Unterzeichneten zu richteir.
Gieße::, den 3. Januar 1907.
Der Pfleger der Neubauer'schen Stistupg
Mendels oh n, Rechtsanwalt. [202
" Unsitte. In einigen Dörfern dec Rabenau herrscht der Brauch, daß die Burschen hinter den, den Dienst wechselnden Dienstmädchen her gehen und mit der Peitsche knallen. Hierbei wurde einem Mädchen in Mainzlar mit dem Peitschenriemen in ein Auge geschlagen, sodaß es in die Klinik sich begeben mußte. Die Verletzung ist so, daß das Sehvermögen an dem einen Auge verloren sein wird.
"'Verhaftet wurde der von der Staatsanwaltschaft Deffau wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Arbeiter Hermann Müller aus Peiskersdorf.
"Die liebe Schwiegertochter. Ein vor acht Tagen verheirätetes junges Paar dahier teilt die Wohnung mit den Eltern des Ehemannes. Bereits gestern kam es zwischen den jungen Eheleuten zum Wortgefecht und als die Schwiegermutter zum Frieden mahnte, ergriff die junge Frau eine Kaffeetasse und bearbeitete damit den Kopf der Schwiegermutter derart, daß das Blut floß und ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden nmßte.
*• Das neue Dienstmädchen. Ein hiesiger Metzger hatte vor 14 Tagen ein Mädchen gemietet. Als das Mädchen gestern den Laden putzte, nahm es die Gelegenheit wahr und plünderte die Ladenkaffe. Auf erstattete Anzeige und gestellten Strafantrag hin gestand das schon mehrfach vorbestrafte Dienstmädchen die Tat ein; für das gestohlene Geld waren bereits verschiedene Einkäufe gemacht.
△ Lollar, 7. Jan. Der Geflügel-" und Vogelzuchtverein arrangierte am 5. und 6. d. Mts. eine Lokalausstellung, verbunden mit Prämiierung und Preisschießen. Es war durchweg schönes Material ausgestellt. Der Verein hatte diesmal kleine Barpreise ausgesetzt. Die Prämiierung der Tiere fand Samstag mittag von 1 Uhr ab statt. Als Preisrichter fungierte Herr Geflügelzüchter Södel von Nieder-Gemünden. Die Ausstellung war Sonntags gut besucht. — 25 Kroaten, die auf der hiesigen Main-Weser-Hütte beschäftigt waren, wurden am Samstag entlassen, da sie ohne ersichtlichen Grund die Arbeit niederlegten. Da man Ausschreitungen befürchtete, war bei ihrem Abzug Gendarmerie anwesend, deren Anblick auf die heißblütigen Söhne Kroatiens so ernüchternd wirkte, daß sie das Werk trotz ihres vorherigen aufgeregten Benehmens in aller Ruhe verließen.
Groß-Gerau, 5. Jan. Das hiesige „KreiSblatt" berichtet über einen Vorgang, der das allergrößte Aufsehen her- vorznrufen geeignet ist. Die Darstellung ist unterzeicknet von zwei evang. Geistlichen, Sanitätsrat Tr. Lahr und einer Reihe sonstiger Mitbürger unserer Stadt. Der Vorgang wird tute folgt dargestellt: „Am zweiten Weihnachtsfeiertaqe wurde die hiesige Gemeindeschwester in eine Fackilie, in der der Mann katholisch, Frau und Kind evangelisch sind, zur Pflege des schwerkranken Mannes gerufen. Da der katholische Pfarrer gebeten hatte, ihm bei solchen ihn angehenden Krankheitsfällen Nachricht zukommen zu lassen, veranlaßte die Schwester die Angehörigen des Kranken, den Pfarrer zu rufen. Er erschien alsbald und ließ, nachdem er etwa eine Viertelstunde mit dem Schwerkranken allein gesprochen, die Frau desselben ins Zimmer kommen. Hier erklärte er ihr, der Kranke habe sich gegen die katholische Kirche versündigt, weil er sich evangelisch trauen und sein Kind habe evangelisch werden lassen. Da er dies einsehe, diese Sünde wieder gutmachen und auch katholisch beerdigt sein wolle, habe er den Entschluß gefaßt, sein Kind der k a t h o l i s ch e n Kirche zu überweisen. Im Anschluß hieran sagte der Pfarrer noch zu der Frau, es sei ihm lieb, wenn auch sie katholisch würde, er wolle sie aber nicht zum Uebertritt zwingen. Hierauf zog er ein Papier aus seinem Rocke, auf dem einige Zeilen mit Tinte geschrieben standen. Hierunter schrieb er noch mit Bleistift: Es ist der Wunsch des Mannes, daß sein Kind katholisch wird, da der M a n n nicht mehr schreiben kann, unterschreibt es die Frau. Nur dieser Zusatz wurde der Frau vorgelesen und von ihr in der begreiflichen Aufregung unterschrieben. Der Pfarrer erklärte ihr wiederholt, daß er von diesem Schriftstück später Gebrauch zu machen gedenke und entkräftete das Bedenken, daß sie als evangelische Frau ihr Kind nicht katholisch unterrichten könne, durch die Zusicherung, daß er selbst es unterrichten werde. Er drückte ihr dann noch ein Geldstück als vorläufige Unterstützung in die Hand und verbot ihr, zu irgend jemand, vor allem nicht znr Gemeindeschwester etwas von dem Vorgefallenen zu sagen. Als 6er Pfarrer kaum das Haus verlassen hatte, starb der Kranke. Die Unterzeichner erklären, daß der Vorfall „auf Grund protokollarischer Aussagen" dargestellt ist.
Das Schacht-Unglück im Hunsrück.
Boppard, 5. Jan. Wie die „Bopparder Zeitung" zu dem Bahnbauunfall meldet, sind wieder drei Tote ans- gegrciben worden. Man schätzt die Zahl der noch Verschütteten auf 10 bis 18. ES sind meist junge Leute, darunter vielfach Söhne von Witwen. Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig, weil noch etwa 1000 Kubikmeter Erde wegzuschaffen sind und Nachrutschungen befürchtet werden.
Koblenz, 5. Jan. Von der Unglücksstätte meldet die „Koblenzer Zeitung" weiter: Kurz vor der Unfallstelle befindet sich eine Unterführung. Hier sind die Leichen, die man bis jetzt auS dem mehrere tausend Zentner betragenden Geröll hervorgezogen hat, untergebracht. Der Berg, welcher zu durchschneiden war, ist etwa 150 Meter lang. In der Mitte des Durchstiches hat sich die östliche Seitenwand, wahrscheinlich infolge des Tauwetters, losgelöst und hat die in der Mulde befindlichen Männer verschüttet. Die Nettungsacbeiten werden von dem Bauinspektor Lemke von der Betriebsinspektion Saarbrücken geleitet. Die Verletzten sind bei ihren Familien untergebracht worden. Sie haben meist Beinbrüche erlitten. Es hat den Anschein, als ob die Böschung zu steil angelegt worden sei, denn die Wände stehen fast
senkrecht. Es steht fest, daß das Unglück mindestens fünf-* zehn Menschenleben gefordert hat. Mindestens 4 bis 5 Arbeiter, deren Namen noch nicht festgestellt werden konnten, befinden sich noch unter dem Geröll.
Kurz vor NedaktionSschluß wird noch gemeldet:
Boppard, 6. Jan. Die beiden Leichen wurden heute nacht geborgen. Im ganzen wurden elf Arbeiter, ein Mädchen von 18 Jahren und ein Schulknabe getötet. Von den umgekommenen Arbeitern sind drei Familienväter. Die Zahl der Verletzten beträgt etwa zwölf.
Dermifcfotcs.
' Paris, 6. Jan. Nach dem heule veröffentlichten Ergebnis der letzten Volkszählung vom 4. März 1906 beziffert sich die Bevölkerung Frankreichs aus 39,252,267 Seelen. Die Zunahme feit der Volkszählung von 1901 beträgt 290,322. In vielen Departements hat die Zahl der Bewohner abgenommen infolge der Anziehung der ländlichen Bevölkerung durch die Groß- slädle. Von dem Gesamtzuwachs von 290,322 Seelen entfallen ans die über 30,000 Einwohner zählenden Städte 223,072: im Seine- departement stieg die Bevölkerung von 3,669,130 Menschen int Jahre 1901 auf 3,848,618 in 1906; hiervon entfallen auf Paris allein 2,763,393, das sind 49,325 mehr als im Jahre 1901.
* Einen schauerlichen Versuch zur Massenvergiftung völlig harmloser Menschen unternahmen in C h i e a g o st reitende Gesellen dortiger Bäckereien. Sie mischt-en tödlich wirkende Präparate, Karbolsäure und andere Giftstoffe in die Teigmassen, die die Streikbrecher verarbeiteten. Glücklicherweise wurde das Unheil zeitig genug bemerkt, um das Publikum warnen zu können, sodaß bisher niemand dem Attentat erlegen ist. Einige Verbrecher sind verhaftet, die Bäckereien polizeilichem Schutze unterstellt.
* Kleine Tagesckronik Bei Lyon sanden infolge eines A n t o m o b i l u n f a l l e s die Frau eines Arztes, sowie zwei Chauffeure den Tod. Ter Arzt, der selbst schwere Verletzungen erlitt, glaubt, das Unglück sei dadurch herbeigeführt worden, daß einer der Chauffeure bei einer Biegung von einer Ohnmacht besaiten wurde.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 7. Jan. (Orig.-Telegr. be5 „Gießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 18.75—00.00, Kurhesfischer Mk. 18.75—00.00, La Plata Mk. 19.50—20.00, Kansas Mk. 16.50—16.75, Roggen (hiesiger) Mk. 16.50—16.75, Gerste (Westerauer! Mk. 17.00—17.75, Franken- selder Mk. 18.50—19.25, Hafer 17.00—18.00, MaisMk. 13.50—13.75, Weizenmehl 27.00—28.25, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.25, 3. Qualität Mk. ‘ 23.25—23.75, Noggenmehl 0 Mk. 25.00-25.50,1. Qualität Mk. 24.00—24.50, Weizenkleie Alk. 10.00 bis Mk. 10.60, Noggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 18.00—18.50. Alles per 100 Kg. ab hier.
fr. Frankfurt a. M., 7. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht de? »Gieß. Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktvreis e. Zum Verkaufe standen: 409 Ochsen, 126 aus Oestreich, 40 Bullen, 06 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 643 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 358 Kalber, 335 Schafe und Hammes, 00 Schaie aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1769 Schweine. Bezahlt wurde für lOOPfimd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 80—85 All., 2. Qual 75-80 T?f., 3. Qual. 67—70Mk.: Bullen l.Qual. 78 bis 80 Mk., 2. Qual. 74—76 Mk.: Kühe 1. Qual. 76—78 Mk., 2. Qual. 72—75 Mk., 3. Qual. 62- 64 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kalber: l.Qual. 102—105Mq., Lebendgewicht 61-63 Pf., 2. Qual. 90—95 Psg., Lebendgewicht 53—57 Pfg., 3. Qual. 00— 00 Psg., Schlachtgewicht 00-00Psg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 00-00 Pfg.,' 3. Qual. 00—00 Pfg.: Schweine 1. Qual. 70—71 Pfg., Lebdgew. 56.00—00.00 Pfg., 2. Qu.68-69Psg., Lebend- gew. 55.00—00 Psg., 3. Qual. 60—65 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Markt mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend.
Orkg-nal-Drahtmeldungen.
Breslau, 7. Jan. Zu den Feierlichkeiten anläßlich des 25jährigen Bischofs-Jubiläums des Kardinals Kopp' wird auch der Kultusminister v. S t u d t in Breslau eintreffen und an dem Festgottesdienst und der Gratulations-Cour sowie dem Diner teilnehmen.
München, 7. Jan. Am gestrigen Dreikönigstage wurde der nach siebenjähriger Pause für die Karneüalsdauer wieder erstandene Schäflertanz mit einer Huldigung vor dem Regenten in dem von Tausenden gefüllten Kaiserhof der Residenz eröffnet. Barhaupt über eine halbe Stunde an dem geöffneten Fenster in der Winterkälte zuschouend, vergnügte sich der greise Fürst an dem uralten hübschen Handwerksbrauch und es wurden ihm Ovationen von außerordentlicher Wärme und Herzlichkeit dargebracht. Auch zum Prinzen Ludwig zogen die von einer gewaltigen Menschenmenge begleiteten Schäfler, um in der Wittelsbacher Allee zu tanzen. Der Thronfolger empfing ebenfalls eindrucksvolle Huldigungen von der Volksmenge.
Brüssel, 7. Jan. Der 42 Jahre alte aus Mecklenburg stammende Redakteur Paul F o r b e ck verübte in einem Casä Selbstmord. Die Ursache ist unbekannt.
Paris, 7. Jan. Die deutscheRegierung hat, wie der „Figaro" meldet, zu der Ernennung Jules Cambons zum Botschafter in Berlin in einer für den hervorragenden Diplomaten überausschmeichelhaftenForm ihreZu- jlimmung erteilt.
New-York, 6. Jan. DaS Ziel deS Bomben- merferS war augenscheinlich der 50 Millionen SBert* pdpiere und Bargeld enthaltende Stahltresor, der indeffen wenig beschädigt wurde. Die Bombe enthielt ein Drittel- pflind Nitroglycerin. Die Bank hat 130 Angestellte, von denen der Negerbote Cramp getötet wurde. 14 Personen wurden verletzt. Der Attentäter heißt Steele und war, wie die Fkf. Ztg. meldet, früher Polizist in Chicago Sein Lebensgang soll sehr unstet gewesen sein.
Holzversteigerung.
Montags den 14. Januar I. IS. werden aus den Distrikten Nainvöder Spies und Gierköpfe versteigert:
Scheiter, Rrn.: 673 Buche L Klasse, 42 Buche TI. Klasse, 5 -vainbuche lrund): Knüppel, Rm.: 189 Bucke, 3 Hainbuche, 9 Eiche, 7 Fichte II. Klaffe, 2 Lärche,- gewöhnliches Reisig, Rm.; 708 Bucke, 2 Eiche.- Stöcke, Rm.: 108 Buche, 8 Fickte. Das blau unterstrichene Holz fonunt nicht zum Ansgebot, das zerstreut sitzende wird nicht voraezeigt. Zusammenkimft IO1/. Uhr vormittags am Pflanzgartem Nähere Auskunft erteilt Großherz. Jorstwart Adam zu Rainrod.
Eichclödors, den 5. Januar 1907.
Großh. Obersörsterei Eichelsdorf. B1/,
Mann.
®3*|3heum
Schanzenstrasse 18 Schanzenstrasse 18
Täglich grosse Variete-Vorstellung
mit stets wechselndem Programm.
Sonntags 2 Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr, und abends 8l/2 Uhr.
Eintritt ä Person I, Platz 60 Pfg., II. Platz 40 Pfg.
Es ladet ergebenst ein 84
L. Wagner.
Bekanntmachung.
Um für den kommenden Sommer der Schnalcnptage wirksam entgegenzutreten, ist es jetzt notwendig, daß die überwinternden Schnaken in Kellern, Ställen und fonstigen Gelaßen vertilgt werden, ehe sie nuSflieaen und ihre Eier ablegen. Zu diesem Zweck wird demnächst die Stadtverwaltung durch Leute, die hierfür besonders nu§qebilbet sind, die Vertilgungsarbeit in den Kellern vornehmen lassen. Die Einwohner unserer Stadt bitten wir in ihrem eigenen und im allgenreinen Interesse, den hiermit beauftragten Äuten bereitwillig entgegenzilkommeu und ihnen bei Erledigung ihres Auftrages jede mögliche Unterstützung zu leisten.
Seinerzeit wird sich hieran die Vernichtung der Schnakenbrut in den stehenden Gewäffern, Waffertümpeln usw. anschließen und steht zu hoffen, daß auf diese Weise die Schnakenplage unterdrückt werden kann. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn die Vertilgung auch in den Gebäuden planmäßig erfolg-n kann und jeder auf seinen Grundstücken die Vornahme der erforderlichen Arbeiten gestattet.
Gießen, den 7. Januar 1907.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Cursckmann.B7,
Pferdebesitzeri
UA Original-H-Stoüßn äHH 1
Fabrikanten: LEONHARDT & C0„ Berlin - Schöneberg.
Jll. Kitalog pntlil


