Ausgabe 
7.1.1907 Erstes Blatt
 
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. 7. Januar, abdS. neitxb ^odjenu

Redakteur Tr. Aiax Quarck, für die At»l l e l sk a n d s v e r - e t n t g u n g der frühere Stadtverordnete Michael Ä ä ui P i und lür die Teniokralle der LandtagSabg. Rudolf Oefer. Ter Wahlkreis Frcmliuri »vuide bisher bciaimliich von einem Sozial­demokraten un Reichstag vertreten, der znletzi mit knapper Mehr- heil wiedergeivöhlt wurde. AIS Gegenkandidat fungierte damals em Temokral, em Jude. Tie Aruifeunlen stimmten für den Sozial- demolraien und gaben damit den Ausschlag. Tiesmal Hal die Temolrane eine- Christ ausgestellt, der sich den Sly wohl erobern würbe, lagen b-a Verhälliuhe nicht wejenllich anders als da-uals. Ta durch, daß auch die anderen Parleien Ziandidaren auhreUteii, werden sich die Stimmen 5 n Gunsten der Sozialdemo­kratie zersplittern, zumal im deniokratlsch-freilinnigen t'ager keine a" grobe Einigkeit herrscht. Em großer Teil der Frei­sinnigen wird voraussichtlich md)t stimmen, denn er ist empör! darüber, daß die Fiaknon keinen eigenen Kandidaten ausgestellt hat. Als solcher war bekanntlich der ^andtagsabg. Funck in Aus- sicht genommen, der aber zu Gunsten Lesers verzichtete. Die Kan­didatur Känipf wird von de>i Anlisemilen, den Christlich-Sozialen und der freien evangelischen Volksoeremigung unterstützt. Ter Jungliberale von Laßaulx erfreut sich großer Beliebtheit, doch sind ferne Chancen nach iiage der Dinge gering.

In üDiarburg wurde vom Zentrum Negierungscat Klocke in Treysa als Rcichstagskandidat ausgestellt.

In Bonn wurde am Sonntag nach einer wirkungsvollen Rede des Generals v. Trotha Oberlandesgenchtspräsident a. D. Hamm zum antiklerikalen Kandidaten proklamiert.

Ein paar nationale Arbelterkandldaturen sind von Jntecesie. Die Konservativen haben als Kandidaten

Deutsches Reich

Berlin, 6. Ian. In E>ojlrci>cn Ijvit ein ts

geschenk des Kaisers an den a m e r i k a n is a- e n Bot ch a f t e r Charlarnagne Tower Aussehen erregt. Tas kostbare G» , chenk stammt aus dem Privatbesitz des Kaisers und mar von einem mir Bleistift geschriebenen eigenhändigen Brief begleitet. Der Kaiser schreibt seinemde ar Mister Joni er", daß er entzückt sei über die augenblicklichen herzlichen Bei Ziehungen zwischen Deutschland und Amerika, weil er darin eine großeGarantiesüroenWeltfriedew erblickt. (Das Ausfallendste daran ist wohl, daß dec deutsche Kaiser in diesem Briefe sich der englischen Sprache bedient hat. D. Rd.)

Gestern besuchte der Kaiser das Kunstgewerbemuseum, um eine von Kommerzienrat Schwederer-Atünchen geschenkte Krippe in Augensckjein zu nehmen. Später konferierte er mit dem Reichs­kanzler in dessen Palais.

Der Kaiser tzac an den Großadmiral v. Köster eine in den ehrendsten Ausdrücken abgefaßte Lrdre erlassen.

Auf Antrag der Staatsanwattschasi ist durch Beschluß deS Landgerichts das gerichtliche Verfahren gegen den Geh. exp. Sekretär Schneider und den Geh. Sekretariats- assistenten Götz eingestellt worden. Beide standen unter dem Verdacht, amtliche Schriftstücke aus der Kvlonial- abteilung dritten Personen ausgeliefert zu haben., Die über sie verfugte Suspendierung vom Amte ist rückgängig ge* macht worden. ,

DieDeutsche Tagesztg." schreibt: In dem Bel ei d i g u n g s p r 0 z e ß, den Dr. Karl Peters gegen dieKöln. Ztg. führt, wird, wie wir aus London erfahren, derF a l l H e l l w i g' der den Reichstag im Dezember 0. I. beichäftigtc, eine neue: Beleuchtung erfahren. Geheimrat Dellwig, der angeb. .che Aw. stifter des ganzenFalles Peters", wird im Zeugenverhör ver­nommen werden, ebenso Herr v. Bennigsen, der Korreipondent derKöln. Ztg." Es ist zu hoffen, daß wir damit endlich zu dem eigentiicfen Untergrund dieser Angelegenheit gelangen werden, die die öifentliche Meinung feit zehn Jahren beichäftigt.

Nachdem mit dem 1. Januar das gesamteSeetrans-i Portwesen für die Kolonien von dem Kolonialamt auf die Seetransportabteilung des Reichsmarineamts über­tragen ist, hat diese Behörde sofort die er,oroerlichen Schritte lür weitere-Rucktransporte aus Teuffch-Südwestafrika, eingeleüet.

Professor Sch moller beruft im Verein mit zahlreichen Vertretern der Wissenschaft und Künste für den 8. Januar eine große öffentliche Versammlung ein, in der der Kolonialdirektov Ternburg die erste Ansprache halten wird. Die Ein- berufer, die den verschiedensten poetischen Parteien angehören, verfolgen die Absicht, ine Wähler über die Bedeutung einer ent­schlossenen Koloniatpolitik aufzuklären.

In dem Be, inden des Ministerialdirektors Tr. Althoff ist eine weitere erhebliche Besserung eingetreten; jedoch ist mit Rücksicht auf eine immerhin mögliche Verschlimmerung des noch keineswegs ganz gehobenen Leidens einftlveUen nicht abzusehen, wann Tr. Ailhon seine dieristliche - Tätigkeit wieder aufnehmen kann.

Wie man von zuständiger Seite erfährt, wird wegen Abschaffung der amtlichen Trichinenschau in den bereinigten Staaten in Zukunft kein amerikanisches Schweine­fleisch mehr eingeführt werden.

Im Etatseiit.ours für 190/ wird für beit Präsidenten des Reichsbankdirektoriums ein Gehalts-Mehr­betrag von 10 000 Mark gefordert, und zwar in Geitalt einer Repräsentationszulage. Bis z.e Verabschiedung des Etats lür 1906 roax die Stelle des Reich-bankpräsidenlen im Gehalt mit 30000 Mk. den ^taatsiekre^ceii gleichgestellt.

Nach der Entscheidung im Fall Ceiar ist folgende ge­meinschaftliche Erklärung von 14 7 preußischen im Amte stehenden Pfarrern dem Obercirchenrat zugegangen:

Aus Anlaß Der Entschswung im yau Ebsar evipfindeN es tee untaöeiebneten Pfarrer der preußischen LandsÄiLchs^

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unserer Zollpolitik würde die Hauptursache der Fleischnot beseitigt sein, die man zu Unrecht den Metzgern mit zu- : chreide. Er verbreitete sich sodann noch über die Schäden deL Zolltarifs für den Handwerkerstand, forderte eine Reform der Rechtspflege im volkstümlichen Sinn, ins­besondere auch eine Reform des Militärslrafrechts, und ver­langte schließlich eine den Interessen der Arbeiterschaft ent- prechende Sozialpolitik, insbesondere die Gleichberechtigung von Arbeitgebern und -Nehmern hinsichtlich deS Arbcitsver- trageS, unbedingte Koalitionsfreiheit, Rechtsfähigkeit der Be­rufsvereine. Daß der Redner für die Erhaltung des jetzt bestehenden Reichstagswahlrechts eintritt, ist wohl selbstver- tündlich. Er schloß mit der Versicherung, daß er im Falle feiner Wahl sich bemühen werde, daS Mandat im Sinne der Förderung deS Wohles deS Wahlkreises und Vaterlandes auSzuüben. Nach der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede machte Nealschuldirektor Dr. Pütz einige Bemerkungen über die Stellung des Dr. Wallau in der Fleischnolfrage, worauf der Vorsitzende die Versammlung nut einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß.

Wir lesen in der »Köln. Volksztg.*, dem rhein. ZentrumS- organ, folgende Korrespondenz anS Darmstadt:

Eine Weinheimer zahlreich besuchte Veriraiiensmanner-Ver- smnmtung der Z e n l r u rn s p a r l e i des Wahlkreiies Bensheim- Erbach beschloß, von der Aiiisiellung einer Zeiilrumskanditdaiiir Abstand zu nehmen und bereus un e r st e n W a h t g a n g e für den christlich-sozialen Kandidaten 9i i p p e l aus Hagen emziurete». Tas Zentrum verfügt im Wahlkreise über 4ü00 Stimmen. Tamil wird veihindert, daß der seuherige naiionalliberale Vertreter, Geir Rat Haas, mit dem Sozialdemokraten in die Stichwahl kommt. Im Wahlkreise F r , e d b e r g - A i, d 1 n g e n handelt es sich für das Zentrum in erster Linie um die B e s e 11 i g u n g des Blockkaudi- dalen Wrnen Lri 0 la. Tas Zentrum wird un ersten Wahlgauge auch hier auf eine Zentrumskandidalur verzichten und seine 20UU Stimmen direkt auf Den Bauernlstindtcr Bähr vereinigen.

Es ist sehr bezeichnend für die Niittelstandsfreundlichkeit deS Zentrums und der von ihm so liebevoll unterstützten .MillelstandS"kandidatiir des Stöckenaners Rippel, daß sic die Wahlversammlung in der vom Wahlkreis ziemlich ent- fernten und nicht sehr bequem 511 erreichenden badischen Stadt Weinheim abhailen. Hoffentlich merkt sich dies der Mittelstand des Wahlkreises VenSh^-n-Erbach für den Tag Der Wahl. Im übrigen überschätzt der Darmstädter Korrespondent deS Polenblattes am Rhein die Anhängerschaft deS ZentruniS in "Äenshcim - Erbach gewaltig. Bei der letzten Wahl erhielt das Zentrum nicht rund 4000, sondern genau 2358 Stimmen. Hoffentlich bereitet bie vorwiegend protestantische Wählerschaft der beiden Wahlkreise den vcr- kappten Zentrumskandidaten Rippel und Bähr den oerbienten Durchfall.

DasMainzer 2agebl/ teilt der vaterländisch und frei­heitlich gesinnten Wählerschaft des Wahlkreises Mainz nut, daß Tr. Friedrich Pagen st tz-cher sich bereit erklärt hat, die Kandidatur für die liberalen Parteien dort anzunehmen. Tie freisinnige Partei unterstützt diese Kandidatur, die Temo- (raten aber sind Gegner Dr. Pagenuechers.

Die Lage im Wahlkreis Alzey-Bingen scheint immer verworrener zu werden. Nachdem soeben erst berichtet mürbe, daß der nach dem Scheiter»» einer gemeinsamen Kau- didatur der liberalen Parteien 0011 seilen der Nationalliberaleu ausgestellte Kandidat Lichtenstein die Ueberuahme der Kandidatur abgelehnt habe, verlautet jetzt nach den ,51. H. Vbl.*, auch Laudtagsabg. W0l f-Stadeckeu, der vom Bauernbund ausgestellt »var und der Unterstützung der Zentrumspartei sicher sein durfte, von der Kandidatur zurück- getreten sei.

^on der Wahlö.wcgung im Reiche.

Aus Frankfurt a. 9)1., 6. Jan., erhielten wir folgende Meldung:

Nachdem da? Zentrum heilte den Redakteur Erzberger ausgestellt Hal, ist die Kandldaienlisle famliicher Paneien voll- ständig. Es kandidieren nunmehr für die nationalliberale Panel Kaii'mann Fntz von L as j a ulx (der Vorsitzende des jung- liberalen Vereins. T. Red.), für Die Sozialdemokraten

für den zweiten Berliner RelchstagSivahlkrciS den Arbeiter Reinhardt ausgestellt und die Nationalliberalen stellten im Wahlkreis Recklinghausen-Borken den Bergmann Zieback aus Harpen als ReichstagSkandi- daten auf.

Zwischen den Nationalliberalen und Baucrn- bundlern ist jetzt in den Wahlkreisen der Rheinpfalz endgültig ein Wahlbündnis abgeschlossen worden.

AuS Osnabrück wird gemeldet, daß dort die Auf­stellung eines Zentrums-Kandidaten von verschiedenen hervorragenden Vertretern der Partei öffentlich mißbilligt wurde. Ferner hat für den Wahlkreis Olpe-Meschede-Ar n S - berg, besten Mandat dem Zentrum gauz sicher ist, die Vei- tretling der westfälischen Zentrumspartei die Kandidatur des bisherigen Abg. Fusangel nicht anerkannt. Dieser, erklärt jedoch, daß er seine Kandidatur aufrecht erhalte.

HillgerS Wegweiser für die ReichslagLwahl."

Zur 9ii'ich8tagSwah^ ^önimt rechtzeitig ein ausgezeichnet orientierendes Werlchep « dem TitelHillgerS Wegweiser für die Verlag von Hermann

Hillger. Preis 50 Pfg./ '' Tas 160 Seiten starke Büchlein rnthält ein überaus wertvolles Material. ES befinden sich darin neben einer ausführlichen Chronik über die letzte Legis­laturperiode, das Wahlgesetz, das Wahlreglemcnt für den Reichstag, Schilderungen der einzelnen Parteien, sowie eine ganze Reihe sorgfältig aiisgearbeiteter Zufammenstellungen und Uebersichten, ferner die Programme und Die Wahlaufrufe; sämtlicher Parteien, eine ausführliche Liste sämtlicher Wahl­kreise mit den 1903 und bei den Nachwahlen für jede Partei abgegebenen Stimmen und vieles andere. Allerdings kann man auch manches Schiefe dann finden, so z. B. wird als Führer dec hessischen Nationallibcralen Freiherr v. Heyl be­zeichnet, während doch nur ein Teil sogenannter National- liberaler ziir Hcylschcn Gefolgschaft gehört. Kurz, das Werlchen führt mit Recht den Flamen Wegiveiser für die Reichstags­wahl. Man wird nichts darin vermissen, was für einen Deutschen Wähler inbezug auf die bevorftehende Wahl uon. Jnteresie fern kann.

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Ämlne iellidmjtctt iiänbiat ü-Bühne erleiden.

Karl pollmanil, TtUJiifnaoe L H.

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aus unb bekannte sich als Anhänger einer d e r |t ä n D1 g e n Kolonialpol itik. Bezüglich der Reichssteuern sprach sich Herr Reh entschieden für die Grundsätze der freisinnigen Partei aus und forderte dementsprechend an Stelle der Ver­kehrs- und Konsumsteuern eine Reform der Branntweinsteuer, befferen Ausbau der RerchSerb- f ch u f t S sl e u e r und Einführung einer Reichsoermögens- [teuer für Vermögen über 100000 Mk. Ferner trat er em für die Erhaltung der Wehrkraft des Reiches unter Ver­meidung unnötiger Ausgaben für die fortwährenden Uni­formänderungen, allzu frühe Pensionierungen u. s. w. Entschieden bekämpft müßten die Soldaten- mißhandlungen werden. Die Förderung der Land­wirtschaft liege wohl jedermann am Herzen, sie solle aber nicht auf Kosten der anderen BerusSstande geschehen, sondern durch eine gerechte Steuer- und Zollpolitik (Abschaffung der Futtermittelzölle usw.), denn an der jetzigen Wirtschaftspolitik hätten 6/6 der Landwirtschaft treibenden Bevölterung keinen Vorteil und von den Bauern des Wahlkreises nur ganz wenige. Mit einer Aenderung

Nr. S Erstes Blatt 157. Jahrgang Montag 7. Januar 1807

vezugSpreis:

Erscheint täglich JRüTTSy 7nonallich7öPs.,viettel-

außer Sonntags. 'v Av 2^ rfl v iährllch Mk. 2JO; durch

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die Siebener Familien. WWW Hr N M Hf HB HU Hf H HL H Hf Annahme von Anzeigen

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Woche beigelegt und W M W M V tH ~ Zeilenpreis: lokal 15Pf.,

zweimal wöchentlich das auswärts 20 Pfennig.

KrtUblatt für ben Kreis 9 9 zIa < <" ** Berantwortlicb für

SS General-Anzetger für Oberhessen MW ahrtd« füt Tepeidjen: Rotatlonrdmcl und Verlag der Brühigen Unlo.-Vuch. und St-indrnckerel. H. lange. Reöattion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. " B-L

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Ale üfutiß'. Kummer umlatzr 8 beiten.

Zur ZHaylbewegung in Kcffen.

Man schreibt unS aus Oden Haus en ^Rabenau): Am 1 Freitag nacymutcig sond hier im tzauvtschen Saale die erste liberale W a h i v e r s a m ..i l u n g ituii, vie von Bürgermeister Lang eröffnet wurde. Lehrer Schweitzer wies in kurzen, markigen Worten auf die Bed>mung und den Ernst dieser Stunde, foiuie uer nun lomu*e..ven Zcic hin. Vie*.auf ertiriff Br. Katb- flcifd) aus Gießen das Wort unb schilderte in ungefähr s/Jtün* biger klarer Rede die Auflösung des Reichsiages sowie die Be- bcuiung unserer suDwestdeutfcüen Kolonien in Afrika. Haupt- fachlich besprach.er bic deutsche Baumwoll-Industrie unb betonte, baß gerade unsere Kolonien zur Erzeugung der hierzu erforder­lichen Rohprodukte geeignet seien. Er wies hierauf auf die seit­herigen Verdienste tzeyligenstaedts im Reichstage hin, rootauf Kommerzienrat Heyligenstaevt selbst eine kurze Schilderung über seine Tätigkeit im Reichstage gab und versicherte, auch ferner stets für des Vaterlandes Wohl einzutreten. Lehrer ©apoeibtr dankte nun im Namen der Versammelten den beioen Rednern unb sprach den Wunsch aus, daß auch alle, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt, am 25. Januar ihre Stimme Heyligenstaedt schenken möchten. Er scploß mit einem beifällig Qufgeiiommcncn Hoch auf diesen, worauf teuerer dankte. Gegen 6 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.

Plan schreibt uns aus Butzbach, 7. Jan.:

Gestern abend sprach vor et»öa 300 Wählern der agrarisch- ttationaLibcraie s.ithcr.üe Abgeordnete unseres WahUrcises (Fried- berg'Babingen) Gras Oriola in etwa 1 ^stündiger Siebe. Zu- iiüü)|t bcjd.)d1tigte er iich mit der Frage: Warum ist der Reichs- g aufgelöst iporbe»:. Sodann widerlegte er einzelne Aehaup- . iigen aus einem vor kurzem erschienenen soziaidemokratischLn aigblütt. Er wies ferner darauf hin, daß es bie Sozial- Demokratie fei, die stets fordere, aver mit der gleichen Müiifwucnj nie bewillige. Mit bezug auf die Zahlenangaben ber bie Schmbcnlasten des Reick>eL seitens der soziaibemokrat.

itei erkläite et in längeren Ausfüllungen, woraus bic)e bc- . nbi^n, unb kam zu bcm Schluffe, Daß es sich zum großen a al um produktive Schulden handle, bie sich bestens für bau Reich Derintcrei,testen. Die Rcichsfchulden von Hccr unb i.aiine seien deshalb so bedeutend, weil bie meisten übrigen i^juiben )uia# oet ^nizelstaaten leien uub von bieien auch Duett getragen würben. Bei bem vom Reich zu leistenden Zuschuß von 50 Mutioncn Mark zur Alters- unb JnvaliDeliverftcherung sei bas Reich selbst bet größte Arbeitgeber Otwln »van bann einen lliüablid auf seine leithenge Tätigkeit im Reichstag und hob hervor sein Eintreten für Unterstützung bet Militännvaliben, bas Verlangen einer Entschädigung für bie Verzichtieistung auf den Zivilvctiorgungsschein, Neuregelung der Wohnungsgeid- -uschüste, Etl>öiM»ig ber Naluraivctpftegungsgechet jürs Militär, bas Zustaiidelummen der verfchieDenen inbirelten Beiteurtungen, bic er zu rechtiertigen suchte, bie Ablehnung bet Stempeistaucr, wobei er zu erroalynen vergaß, daß bie Ktachtvt.eiurkundenstempel- Iteuer zustande gekommen i|i. Zugleich erklärte sich der Redner als Gegner ber Reichserbschaftssteuer unb als gwßer Freund einet ReieiBeinkommcnüeu^r. Aus die Fteifchnot ging Redner nicht nüber ein, es üilekessierte nur bie Angabe, baß 72 Proz. aller Schivcine in Dcutschlanb weder von Agrariern noch kleinen Bauern gezogen würben, sondern gerade von Dem kleinen Ar­beiter! Da ber Redner sich bereits vor einigen Wochen erst über die übrigen Punkte seiner Reia-Stagstaffgleit bis ins einzelne verbreitet h-.tte, so sckywß er seine Rebe mit dem Wunsche, baß i.iie bürßctiuyen Parteien vereint gegen bie Sozilllbemo. irutie zuiammengehe»'. möchten. Zur Tiskujiwn meldete sich buCujtdüniDait Dr. Brücher aus Bad-Rauheim, Schriifführer des dortigen Freisinnigen Vereins. Er verurteilte bejonderS . .e Fahrtartensteuecn und überhaupt daL Verhalten ber Rechts- libctulen Partei, die auch stets zu Ausnahmegesetzen zu haoen fei. Um nicht in dasreaktionäre Fahrwaner" hmeinzugeraten, 'onnc seine Partei unter leinen Umständen für biefen lliberalen Kandidaten eintreten. Nach kurzen Er- oibirungen des ersten Redners »Dutut bie Sknammlung mit einem Hoch auf das Vaterland geschlossen.

Aus Bad-Sia u heim, 6. Jan., wird uns geschrieben: Sicherem Vernehmen nach wird die freisinnige Partei dieser Tage ihren e» g e n e u Kandidaten bringen. Es^chiveben zuizeil noch Verhaiidliliißbn mit Parteiangehorigen von yrieDberg und Butzbach.

Die freisinnige Partei des WshN^L^seE Als­feld-Lau ter bach-S^ otten eröffnete'am Sonnlgg ihre Agitatlonstätigkelt für bie Reichstagswahl burch eine von nahezu 400 Personen besuchte Versammlung in Alsfeld. Nachdem der Vorsitzende, Fabrikant Waldeck, die Anwesen­den begrüßt halte, legte der Kandidat, Landlagsabgeord. RechtSamvalt und Notar Reh, in etwa ernslündiger Rede die Grundsätze dar, die ihn im Falle seiner Wahl bei der Ausübung des NlandatS leiten würden. Er sprach sich zu Eingang seiner Rede über die Gründe der ReichstagSauflösimg

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