Ausgabe 
5.1.1907 Drittes Blatt
 
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L 57. Jahrgang

Eeneral-Anzeiger für Cderheffen

r?r. 4 Drittes Blatt

Erscheint-Nch mit VuTnahme deS Sonntag«.

Ti«rletzener Lamlllendlätter" werden dem ,An,eiger^ oiermal wöchentlich beigelegt, baS '.Lrelrdlatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Ter..hesstsch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.

amstag 5. Mannar 1907

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Uniöcrfuät« - Bilch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Truckerei: 6 di ul- strabe 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzetgerGießen.

polttiid>e (Zagcsfcban*

Tie preabllchen Beamten hosten.

R. Berlin, 4. Jan.

§S ist in Dreien üblich, das Geheimnis des Staatshaus­halts zu hüten bis zu dem Tage, da der Chef der Finanzver- Wallung in der EtatSrede im Landtag den Schleier lüftet Hoffent­lich bringt die demnächst durch yrhrn. v. Rheinbaücn erfolgende Enthüllung des ElalSgeheimniffes keine Enlläufämng für die- ienigen, die da erwarten, es werde die Steigerung der Staatseinnahmen bei der Eisenbahn ist fic sehr beträchtlich auch ihnen zugute kommen. Gemeint sind die prcub- Beamten, auch die der preuß.-hcss. Eisenbahngemein, schäft, insbefoiidere die Unterbcamten. Sie rechnen zuversicht­lich aus Gewährung einer Teuerungszulage, wie sie von vielen Kommunalverwaltungcn bereits an städtisch Beamte und Angestellte ausgezahlt worden ist. Es liegt überdies bekannt­lich em nationalliberaler Antrag vor, der die Regierung um eine derartige Zuwendung an bie UnleroeaMt.u erwart. Sollte sich die Regierung ablchiiend verhalten, dann könnte die Miß- sliinniung unter den so gering besoloetcn Beamten bei der Rcick)S- tagswahl in uncrwünscyter Weise zum Ausdruck kommen.

Zu dem ThemaKolcnial-AffefsoriSmuS" liefert die Zeitjchnst »Der Turmcr" (m Stuttgart) einen in- tereffanten Beitrag:

Ein mea.enourgischer Pfarrcrssohn kam nach Windhuk. etanth-öDoruneue beeiißUn nicht fernen Horizont. Ehrlich ver. diente er jein Brot als saurer. Avec er H..Ue leine vielte, wo er fein H^upt yinkjeii tüiinie. Au, einem hemen Huget be­-log cr |io> fein HauSchcn zu bauen. Seine Arvelt bmite er maji Qujgeuen, modle er niuji am ^ungcctuche n^gen. Bvm Tuge gehörten ihm nur b.e brennend bauen wtldugsnundiM und die lnhdn Wioimicheuuiachte. Beide verwandte er zu seinem Hausbau. Es dauerte zwar lange, aber gedu.dige, z^he Aus­dauer brachte das Haus unter Dach. Es beioährie fich durchaus bn dem nachften |polienurua>artijcn Tropeilregeu. Der Bentül toux |u>U auf fern Hausu-em Es war der ernt Schrid vorwärts. Dvch Re Ereuoe dauerte Nicht lange. Unfer tyre anb tour buio gezwungen, zwei Schritt zurück zu machen. Er er vielt den B e. fehl, das Haus abzubrechen, weil der zu oem Gebiet« des neuen t-jauite gehöre. Bald faß der jung« S^edien» buxgtt üi einem Zett und Mle Zeit mib uJiufje, üuer den cr »ieheichen Einflug schckanojer AiieiforenwciShcll naa-zudenren. Aber bteier luftige Aujenlhattsvrt war für die Dauer nicht für ihn bttommiiu-. Er bclam einen langen, harten Zieberanfack, der Nicht nur seine lnugiuin errungenen irriparmne brrzehrte, sondern ihn auch un den Rand des Grabes brachte."

Unb bann wundert nmn sich, warum tüchtige strafte, die arbcilcn wollen, auS der stolome wieder hinausgehen.

vcutschc» Nelch.

Berlin, 4. Jan. Zum Gedtinsiage des Kaisers flehen, wie von mjorimeucr Seite verlautet, mililärucl)e Be- fürderuiigen von Prinzen des königlichen HaufcS in Aussicht; und zivar spricht man von einem Avancement des stronpruizen unb des Prinzen August Wllhelni.

Wie der Truppenlornmandeur von Südwestasrika, Oberst v. Deimling, meldet, ist bie Rücksendung von weiteren 6Uü Wtann vor dem 1. April in die Wege geleitet.

Wie die »Deutsche TageSztg.* mitteilt, denkt man an die Errichtung eines preuß. WafferbauministeriumS zniiächsl nicht, da bie Wkinumjen über bie Zweckmäßigkeu einer solchen Wlaßregel in den beteiligten streifen noch aus- kinandergehen.

staltoivitz, 4. Jan. Gegen den Abg. storfanty ifi ein gerichtliches Ermittel ung Sve rsa h ren eingcleitei worden, weil er Beamte der Bergverwaltung veranlagt haben soll, verlranliche Akten heraliSzugeben, deren Inhalt er im Reichstage behandelte. In dem einen Falle handelt es sich um eine amtliche Lohnstatifuk der oberschlesischeii Bergarbeiler, auf die er sich bei der Jleischnot-DebaUe stützte, im anderen Falle um angebliche Abmachungen des Fislus mit der stohlen-Großfirma Wollheim, beten Erörterung im Par­lament privatim in Aussicht gestellt wurde. Seine Ver- nehmung fand gestern vor dem Uiitersuchungsrichter statt.

Stuttgart, 4. Jan. Die vereinigten Handwerks- kammern des Landes haben in der heutigen Vorschlagswahl für einen Vertreter des Handwerks zur Ersten stammer gewählt: Malermeister Schmdler-Göppmgen und Flaschnermeister Lorenz-Stuttgart. Ter stönig ernennt einen dieser beiden.

stüln, 5. Ian. In amtlichen Kreisen ist man sich nach der »Köln. Ztg.* nicht zweifelhaft darüber, baß die Regierung zur Fortführung dec Ansiedelungspolitik m den vom ölen tum bedrohten Landesteilen für den 1. April n. Js. neue Mittel anfordern muß, da bis zu diesem Zcitpunki der Ansiedelungsfonds bis auf einen geringfügigen Rest er­schöpft fein wird. Auch darüber scheint in amtlichen Kreisen kaum noch em Zweifel zu bestehen, daß die bisherige An- siedelungspolitik in mancher Beziehung fehlerhaft geivesen ist, unb baß es in Zukunft, um zu einem Erfolge zu gelangen, in verschiedener Richtung einer Abänderung der bisherigen Maßnahmen bedarf, ob dazu auch eine Verstärkung der bis­herigen Machtmittel des Staates notwendig sein wird, wird eingehend erwogen.

Karlsruhe, 5. Jan. Die Red aktionen der Bad. Landesztg., des Volkssreundes sowie des Bad. Laudesboten, Guer auch ein Redakteur in seiner Privatwohnung sind gestern vormittag in eine Art Belagerungszustand versetzt worden. Es handelt sich um folgendes: Vor einigen Tagen erschien im totalen Teil der hiesigen Presse eine Notiz, wonach den Angestellten verschiedener Hofämter u. a., auch des Hoftheaters, Teuerungs-Zulagen in Höhe von 50 biS 100 Mark gewährt worden seien unb daß anläßlich des Jubiläums des Großherzogspaares die Tcheaier-Arbeiter eine besondere Grati.itatton ec hatten hätten. Schon am folgenden Tage erhielten,,Bolts,reund" wie Lanoesztg. die Mitteilung, daß die Jubiläums-Gratifikation nur in 2/4 L i t e r L> e i n bestanden haoe und daß die Teuerungs­zulagen noch nicht ausgezahlt, sondern nur in .Ausfuhr

gestellt se.en und zwar in ininuna.ee Hohe. Inzwischen stellte sich heraus, daß die Bad. Landes^g. mit ihrer ersten Nachricht durch die gefälschte llnrerschrift eines Beamten aus dem Bureau der Zivilliste irre ge­ährt worden war und daß bie Berichtigungsnotiz im all­gemeinen zutraf. Je.)t fahndet die Kriminalpolizei nach oem Fälscher der Unterschrift, aber auch nach dem Verfasser, dem in seiner Stellung Unannehmlichkeiten entstehen könn­ten. Man ging nun so weit, daß man bei einem Redakteur > is zur körperlichen Untersuchung schritt mit dem Resultat, daß der Derichtigungsbrief auch t a t s ä ch l i ch gefunden wurde.

Ausland.

Wien, 4. Ian. Wie m militärischen Kreisen verlautet, wirb bie Reorganisation des österreichischen GeneralstabeS nach bet» t sch em Muster im Laufe des Frühjahrs erfolgen, desgleichen auch bie Reorganisation bei Kriegsschule.

Aufsehen erregt hier ber heutige Leitartikel be§ FrembenblatleS, der scharf gegen bie Erhöhung des Postporlos, ber Telegramm-Gebühren unb Telephon- Abonnements polemisiert. TaS Blatt fragt, ob baS der Be- ginn ber zielbewußten Industrie-Politik sein solle, welche die Regierung angelüubigt habe. Diese Erhöhung sei im höchsten Grade wirtschaft- unb kullurseinblich.

Washington, 4. Ian. Das neue Fleischbeschaugesetz in den Vereinigten Staaten cifotbed eine so große Anzahl von Tieiärzten unb Flesichuispelloren, baß ber Nachfrage nicht genügt weiden kann. Um ben Export von Schlächterprobuklen auf ber Höhe zu hatten, Haden jetzt einige Schlächtereibesitzer der Universität Illinois eine Summe von einer 2?hllion Mark unb etnen großen Bauplatz umsonst angeboten, bamil der Staat batauf eine tierärztliche Hochschule errichte. Ter Piäsibent IameS von ber IllinolS-Unlversität soll bie Vesten Tierärzte Europas engagieren unb wirb zu diesem Zweck eine Reise nach Deutfchlanb, Frankreich unb ber Schweiz unternehmen.

2lu* £*aot uno tuuö.

Sprechstunden l. .. ...... - u,-. . ji.;. ,'/°8 Uhr abdS.

Gießen, den 6. Januar 1907.

- Der Wahlaufruf bcc vereinigten liberalen Parteien liegt der heutigen Stummer beS Gießener Anzeigers als besonbere Beilage bet.

Eisenbahn Personalien. S. K. H. der Groß­herzog haben ben Bahnmeistern Ioh. Borger zu Hart- maniiShaiu, WÜh. Jo osl zu Bübingen, starl Ludw. stiefer zu Lauterbach uiib Karl Friedr. Schmibt zu Dieburg; den Eisenbatznassistenien Iohs. Hey de zu Manikür unb Herrn. Ioh. starl Gg. ströcker zu Fulda; dem BahiihofSverwaller Hch. Karpf zu Nlücke bie unkündbare Anstellung verliehen; ebenso rourbe den Bahnhofsauff ehern Iohs. 91 le bern fer zu Ortenberg unb Hch. holpert zu Stieber-Ldmen; bem Lokomotivführer Hch. Herrn. Fischer zu Bebra; bem Wagen- meister Hch. Friebr. Pfeiffer zu Frankfurt a. M.; ben Zugführern Hch. Techert zu Gießen unb Gg. Herr inann zu Gebern; ben Weichenstellern 1. Klasse Aug. Jungk zu Gettenau-Bingenheim, Ioh. Gg. Schmitt zu Villingeu, Hch. Schmitt zu Obbornhofeu-Bellersheim, Wilh. Benber zu Ober-Schmitten, starl Bender zu Melbach unb Karl Funk zu Salzschlirf unb dem Stellwerkswelchenslellcr Ioh. Gg. Görncrt zu Gießen bie unkünbbare Anstellung ver­liehen.

* Vostpersonaknachrichten. Verlieben ist von S. M. dem Kaiser dem Postmeister S e e l g e n in Laiuerbach der Cha­rakter als Reelnmngsrai, von S. K. H. dem Großhcrzog dem Tver-Posisebassner Schröder in Gießen das Allgemeine Ebren- zeichen mit der Jnfchrnl »Für langjährige treue Tiensle" am Bande des iOerdienflordens Philipps des Großmüligen und zwar beiden denn Seheideu aus dem Tienfl. Versetzt fuib Poliselretär li i ft von Alsield nacl) Filehne, Tvcr-Poslaisisienl S ch l i e h von Kömgswmier »ach Gießen unb Poslassislent Gröniuger von Gienen nach tXlien «Ruhr). Clatsmäßig angefieHt sind als Poftiekrelär der charok- lerisierle Poslfelrelar Drescher aus Gießen m Alsleld. Ernamu ui nun Lder-Posiielreiär Poslfekretar Weber m Gießen. Ange­nommen sind als Teiegraphengehütsimien Auguste Bebauer und \ohanna yuker in Fnedverg unb Hedwig Kotter m Butzbach; als Poitaaenteu bie Landwirte Hch. 9t ü h 1 m 9liedermoos und Gg. o u 1 a b a cb in Rockenverg. Freiwillig ausgeichieden i|t Poslagem Bellinger tu Rockenberg. Gestorben ist Poflageni Konrad R ü h l m Riederuioos.

" Unser Regiment halt demnächst mit bem Marburger Jäger-Bataillon eine größere Feld- dienst üb ung ab, die sich in der Gegend pon Kirchners unb Frouhausen abipielcn wirb. Die kürzlich durch die Blätter gegangene Nachricht, daß die hiesige unb bie Butz­bacher Garnison eine gemeinsame größere Hebung abhalteu würden, ist unrichtig.

-Die B e e r b i g u n g beS so früh verstorbenen Max Herrscher fand am Donnerstag in Frankfurt unter zahlreicher Beteiligung statt. Tie hiesige Bühne war durch eine Deputation vertreten unb Tircktor Stein- qoetier widmete im Namen des Personals dem heben hochtalentierten Kollegen ein paar letzte Worte des 9iachruss.

91 n l a g e m u f i t finbet morgen vormittags 12 Uhr in der Süb-Anlage mit folgendem Programm statt: 1.Ouvertüre au8 Frau Luna, Luicke. 2. Maritana, Walzer v. Dellmger. 3. Jiilrodultivn unb Ehor aus Loheugrin, Wagner. 4. Ar- meemarsch 9ir. 123.

- Dem Rechtsanwalt Kraft in Bubrngen, ber heute sein bOjähriges D1 e n 11 j u b i l ä 11 m feiert, wurde oon Er. Königl. Hoh. bem Gr oßherzog ber Charakter als Iustizrat verliehen. .

- Allerlei Schwindel. Tas Verfandhau- cüfsgott' in Tluste in Galizien hat unlängst durch Zeitungen Prospekte verbreitet, m denen frische Butter, das Postkolli (10 Pfund) franko für 9 9JIL angeboten werben.

Ein Einwohner eines bcnachbaricn Ortes ließ sich eine solche Senbung ziischicken, er lüfte cs auS, mußte aber außci dem Betrag vou 9 Alk. noch 1 Mk. Zoll bezahlen. 9113 er daS Paket öffnete, befanden sich barm 4 Pfunb Butter unb der Rest war Schmierkäse. Jedenfalls recht teurer Schmierkäse, bas Pfund zu 1 Rik. Eme Reklamation bei bem Verjanb- haiiS blieb unbeantwortet. Der sog. Sp.ielverein »Merkur* in Rixborf bei Berlin suchte durch ProseMe Personen zum Beitritt zum Verein zu veranlassen. Es hanb^te ich um eine monatliche Gclbsendung an ben Verein, wo­gegen ber Emsenbenbe angeblich an einer 9lnzahl Lose Teil­haber werben sollte. Tie Erlunbigimgen ergaben, baß ber Vorsitzenbe des Vereins, ber Buchbmber Stephan Schuster zu Stixborf, keinerlei Garcuitie für em solches Unternehmen viele, unb sein Unternehmen wurde polizeilich inhibiert. ES ist deshalb bei einem BetrugSversuch geblieben, sofern nicht chon Leute (Selb an Schuster abgesandt haben.

stönig l. V r e 11 ß. st t a s s e n - L 0 11 e r i e. Tie Ziehung der 1. Kiasje 210. Königl. Preuß. stlassen-Kollene wird nach plan- mäßiger Beslumiruug am 10. Januar b. I., früh 8 Uhr, ihren Anfang nehmen. _

0 Leihgestern. Am 3. Januar waren es 25 Jahre, daß Lehrer Jung hier fein Amt antrat. Zur Feier dieses Tages halten seine Schüler den Kathcdec geschmückt und ihm in ber Ttorgendämmerung einen Fackelzug bar­gebracht. Am Abeub bewegte sich ein stattlicher Fackel- jug, indem bie Gemeinbebehörbe, ber Schul- unb Kicchen- uoriiaiib, sowie sämtliche Vereine beS Orte« vertreten waren, unter Vorantritt einer Musikkapelle nach bem neuen Schul- Haus. Hier beglückwünschte Tekan Strack den Jubilar unb dankte ihm im Warnen der Gemeuibe für feine ersprießliche Wirksamkeit. Bürgermeister Heß überreichte ihm als sicht­bares Zeichen ber Anerkennung eine golbcne Uhr. Beibe Gesangvereine, bie die erhebcnbe Feier durch ihre Lieber vcr- herilichten, ließen ihrem früheren Lehrer Ehrenbiplome über­reichen. Sichtlich gerührt bankte Herr Jung für alle biese Ehrenbezeugungen unb gelobte, ber ihm anvertrauten Jugend auch fernerhin em treuer Lehrer sein zu wollen. Zur 9lach. feier versammelten sich bie Vereine in ihren Stauunlolalen, währcnb bie Behörbeu, stollegen beß Jubilars unb bie Vor- ftänbe ber Vereine sich zu einem stommers in bem Lokale öeß Wines Tern vereinigten. Die schöne Feier wirb der Einwohnerschaft noch lange im Gebüchtnis fein.

= Aus dem Lumdatal, 4. Jan. In unserer Gegend wütet seit einigen Wochen die Influenza wieder, jung unb alt wwb von ihr befallen; älteren unb schwächlichen Leuten bringt vielfach ben Tod. Infolge des schnell euigetretencn TauwetterS cpht bie Lumda mit Hochwasser unb ist hier unb ba über die Ufer getreten. .

-I Grün berg, 4. Jan. Hier starb der langjährige Beigeorbnete Georg Keil. Ec wucbe gestecn unter äußerst zahlreicher Beteiligung beecbigt. Am Grabe legte Bürgermeister Zunmer einen stranz für die Stabt nieder, unser ältester Einwohner, Rentner (Silier, einen solchen un Warnen des Voischußvcreins unb Herr Zliumer-Bmgmuhle ben vou bem Grünberger Pferbeversichenuigsvcrein gefpcnbeten.

§ Offenbach, 4. Jan. In der gestrigen Sitzung ber Stadtverordnetenversammlung wurde bezüglich der Bürgerin eist etwa bl einem Antrag ber nur aus sozial- bemokratischen Whtgliebern zufammengesetzten Wahlkomimsjion gemäß beschlossen, die drei in bie engere Wahl gekommenen Bewerber, Tr. Roth, Vogt unb Tr. Tullo emzulaben, nach den Reichstagswahlen in öffentlicher Sitzung V 0 c tr a g darüber zu halten, wie sie ihre Stellung als Bürgermeister einer Stabt wie Offenbach auffassen. Die Reisekosten werben nach den hier gültigen Sätzen vergütet. Gegen den Antrag limimten die bürgerlichen Stabtverorbneten, die nach wie vor an der Wiederwahl des Oberbürgermeisters Brink festhalten. (Ta bie Amtszeit des jetzigen Oberbürgermeisters schon am 1. Februar abläuft, wirb sich also Offenbach eine Zeitlang ohne Bürgermeister behelfen müssen. BemerlenLivert ut, daß dieser Beschluß ebenso wie der über die Wahl des^Stadlv. Weipert ziun Beigeorbneten in nichtoffentlicherSitzu n g gefaßt wurde. Wüt dem sonst oon ber Sojialbcmotratie so ,ehr betonten Grunbsatz dec Oeffentlichleit steht dieses Gcheimoecsahren m grellem Wlberspruch. Allerdings ist man ja 011 derartige Widersprüche bei ber Sozialdemokratie da, :uo sie bie Wiehrheit hat, laugst gewöhnt. D. Web.)

ll Hechtheim b. Mainz, 4. Jan. Ter sozialdemo­kratische (Scmcinbcrat, Wiaurec Reifert II. wurde gegen den Zentrums-Kandidat Landwirt A.artin ste im zum Bürger- meisicrei-Beigeocdneten gewählt. Reifert erhielt 319 unb Keim 291 Stimmen. Die Bestätigung ber Wahl liegt dem . Kreis-AuSschuß ob.

Ir. Frankfurt a. WL, 4. Jan. Rach den letzten Hoch- wasicrnachcichten i|t heute nacht bas Els von Schweinfurt und Würzburg bei einem Wasferitcmb von 2,40 m abgetrieben. Born Obermain wirb starkes Steigen gemeldet. In panau ist ber Main oon gestern auf heute roieberum um einen halben Wider gestiegen. Ter Stanb ist 2,46 m. Das Wasser steigt jetzt ziemlich schnell. Auch die Kinzig ist m raschem Steigen. Ter Rhein ist in Mannheim auf 3,69^ in Maxau auf 8,80, in stehl auf 2,26 m gestiegen. Auch üer Sleckar ist über 9lacht sprunghaft weiter gewachsen. In Bingen ist der Rhein über einen halben Nieter gestiegen.

Ein großes Schachtunglück im Hunsrück bei dem etwa 40 Arbeiter verschüttet Wurden, ist am gelingen Freitag nachmittag 4 -Ihr beim Bau der H u ns- r üei 6 a 1)n Boppard-Castell aun vorgetommen. Zwi­schen Lamscheid unb Lefningen, in der Nähe von ©aucrbEuim, wurden zwei Arbeiter verschudet. ^ie sollten gerettet wec- oen, wozu von Der Baufirma eine Anzahl Aroetter nach llngläasi^tte abgeorbnei würben. Tie Arbetter veriiuMeu