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4.1.1907 Erstes Blatt
 
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157. Jahrgang

Erstes Blatt

Nr. 3 Erstes Blatt 157. Jahrgang Freitag 4. Januar 1807

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für den Kreis Sieben. iHAttAVnb pR 11 At* den poliL und öligem.

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Verlag u.Exped.L^Kol V .Gerichtssaal*-. Ernst

2u>rcfie für Tepeschen: notattonsbrud u. Verlag der vrühl'schen Univ.'Vuch- und Ztelndruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition u. Druckerei: 5chulstrahe 7. «^'7

Anzeiger Gießen. aciguueu. yuu» -oea.

5te tzeulige Yummer umfaßt 10 Seiten.

Zur Zvatzlblwegung.

Gießen, den 4. Januar 1907.

Nachdem von den Freisinnigen, denen sich die National sozialen angeschlvssen haben, dte Kandidatur Heutigen starbt akzeptiert morden ift, konnte gestern bereits dte erste gemeinsame Sitzung deS liberalen Ausschusses (tm Restaurant Kaiferhos) staltsinden. Sic war überaus gut besucht. Der Vorsitzende der National, liberalen Partei sprach den Vertretern der übrigen Parteien den herzlichsten Dank für ihre Milaufstellung des Kandidaten aus. indem er ausdrücklich anerkannte, daß sie dte durch das Echetlern der EtntgungSverhandlungen in Darmstadt und Alzey-Btngen heroorgerufene Verstimmung zurückgesetzt hätten hinter der Erwägung, daß das Interesse des Vaterlandes und unseres Wahlkreises gebiete, die kleinen Parteiunterschiede und die Mißstimmung zu übersehen und Schulter an Schulter kämpsend unfern Wahlkreis dem liberalen Bürgertum zu erhallen. Im Verlause der Sitzung wurde der gem.lnjamc Wahlaufruf festgestellt und eine Reihe von Anord­nungen für die Wahlagitation getroffen, die infolge der Kürze bet Zeil und der 'Ausdehnung unseres Wahlkreises große Ausgaben an die milwirkenden Mitglieder der vereinigten Parteien stellen wird. Aber sie wird dennoch energisch und umfassend geführt werden. Da unfl nur noch wenige Wochen von dem Wahltag trennen, wird die für unsere Stadt geplante öffentliche Versammlung, in der der Kandidat über seine bisherige Tätigkeit im Reichstag Rechenschaft geben und zugleich fein Programm entwickeln wird, nicht schon in den nächsten Tagen, sondern erst später staltsinden. Dagegen hat die Agitation auf dem Lande, zunächst in der Rabenau, begonnen, und am Sonntag soll in Hungen eine große Wählerversammlung staltsinden.

Vom Vorstand des nationalliberalen Vereins in Bingen ist ein Schreiben bei der nallib. Parteileitung cingegangen, in dem nntgeteilt wird, daß auch die Zentralleitung der nationalliberalen Partei in Berlin gegenüber den Nationalliberalen des Wahlkreises Bingen den Wunsch ge- äußert hat, sie möchten die freisinnige Kandidatur Schmidt-Elberfeld unterstützen. Der Vorstand des nationalliberalen Verein« in Bingen teilt weiter mit, daß der Verein, soweit er hierzu in der Lage sei, diesem Wunsche entsprechen werde und auf cm günstiges Resultat hoffe.

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Im Kreise Friedberg ist als dritter Kandidat zur Reichstagswahl der Landtagsabg. Bähr-Herrn Hag von den Antisemiten aufgestellt worden, und wie es heißt wollen die Zentrum Sl eute feine Kandidatur unter- stützen, wodurch er für den Grafen Onola em gefährlicher Gegner würde.

In dem Reichstagswahlkreis Friedberg-Büdingen wird den ,91. H. Vbl.' auch nach der Landlagsabg._ Jutz genannt, der von der VolkSpartei mit Hülfe der Freisinnigen und deS Zentrums in den Reichstag gesandt werden soll.

In Offenbach wurde an Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden seitherigen Abg. Dr. Becker Lehrer Dem von Neu-Isenburg als nationalliberaler Reichstags- kandidat aufgestellt.

In einer VertrauenSmänncr-Versammlung der Zen- trumS pari ei wurde für den Wahlkreis Offenbach. Dieburg der Arbeltersekretär Joseph Becker aus Frankfurt einstimmig proklamiert.

Die vereinigten Liberalen deS Wahlkreises Worms.Heppenhcim-Wimpfcn stellten Ingenieur Dr. phil. et jur. I. Kolmann auf.

In einer in Wor m S abgehaltenen Vertrauensmänner. Versammlung des Bundes der Landwirte wurde be- schlossen, die Kandidatur Heyl zu unterstützen.

In Frankfurt a. 2JL stellten die Nationalliberalen den Töchlerschuldirektor Keller, die Mittelständler und Sinti- leimten den Fabrikanten Kämpf auf.

In Siegen-Wittgenstein-Biebenf opf stellten bieNatio- nallibsralen den Gewerken Jak. Kreutz als Kandidaten auf. Die Hirsch-Duncker'schen Oeiverfvercme hatten zugunsten der Kandidatur deS ArbeitersekretärS Ziegler eine Wähler. Versammlung nach Siegen emberufen. In ber Diskussion wurde seitens der nationalliberalen Wahlkrelsleitung em Einigungsversuch unternommen. Nachdem sich die Frei, finnigen bereit erklärt hätten, Kreutz gleich im ersten Wahl- gange zu wählen (wofür die letzteren in Hagen von den Nationalliberalen unterstützt werden sollen), möchte man die Ziegler-Kandidatur ziirückziehen. Die Freisinnige Volkspartci i|t sich natürlich einig in dem Kampfruf: Fort mit Stöcker! Um sicher zu gehen, daß die ,©töcfeiet* im hiesigen Wahl­kreise endgültig und für immer abgetan wird, beschloß die Versammlung, von der Ausstelliing eines eigenen Kandidaten abzusehen. Die Liberalen haben die besten Hoffnungen. Erzberger wurde als Kandidat der Zentrumspartei auf- gestellt. ES handelt sich bei dieser wie den zahllosen anderen Kandidaturen Erzbergers nur um eine Zählkandidatur.

In Fritzlar beschloß eine VertrauenSmänner-Versamm- lung des Bundes der Landwirte und der Konservativen, den

bisherigen Abg. Liebermann von Sonnenberg (deutsch, sozial) wieder aufzustellen.

In der von katholischer Seite nun aufgefteflten zweiten Kandidatur des Kommerzienrats von Boch in Mettlach für Merzig-Saarlouis ist eine Demonstration ge­gen Roer en zu erblicken. Boch versicherte, in teligiu|cn Fragen auf dem Boden des Zentrums zu stehen. Die an- oeren bürgerlichen Parteien Unterstufen Bvchs Kandidatur.

Dte Eii.^ungsversuche zwischen Nationallibera- l e n und Bund der Landwirte in der P f a l z sind nunmehr endgültig gescheitert. In einer Konferenz des Bundes dec Landwirte wurde beschlossen, in sämtlichen sechs pfälzischen Wählt reisen eigene Kandu>atcn auszustellen.

In Stettin starb der freisinnige Reichstags-Kandidat für Ujedom-Wollin, Rechtsanwalt Dr. Delbrück an Blut- Vergiftung nach dreitägiger Krankheit. Im zweiten anhaltifchen Wahlkreise kommt die Einigung der bürgerlichen Parteien zu Stande. Die Freisinnigen zogen ihre Kandidatur zurück. Geinelnsamer Kandidat ist Kommissionsrat Traulmann. Die konservative Partei des Wahlkreises Teltow-Beeslow - Storkow -Eharlottenburg hat Oberbürgermeister Boddin in Rixdorf als Kandidaten nn Reichstage ausgestellt. Der Verband der nationalliberalen Partei deS Wahlkreises hat beschloßen, diesen Kandidaten zu unterstützen. Als poln. Kandidaten für den Wahlkreis Hohensalza- Moligno-Strelno ist daS Herrenhaus-Mitglied von KoscielSk» in Aussicht genommen.

In Posen teilte in einer Wählerversammlung der Führer ber Freisinnigen, Rechtsanwalt Placzek, mit, bie Frage eines Kompromisses mit den anbecen deutschen Parteien für die bevorstehenden RelchSlagsivahlen wurde verhandelt, und es bestehe begründete Aussicht, daß es in öer ganzen Provinz Pofen zu einer Einigung aller deutschen Parteien komme.

Dem Vikar Dr. Nelke in Fordon, der als pol­nischer Kandidat im Wahlkreise Dirschau-Pceußisch- etargarb ausgestellt werden sollte, wurde durch Bischof Dr. Roscntrcter tue Genehmigung zur Annahme der Stanoihatur untersagt.

Tie Bulow'sche Wahlkundgebung ist, wie wir gestern bereits mitleütcn, vom Berliner Zentrums- organ, der ,Germania*, geschickt pariert worden; sie hat bie verstreuten Anerkennungen für bie frühere Haltung ber ,re- gietenben Partei* zu einem Strauß gebunden und laßt sich im übrigen die autoritative Feststellung sehr behagen, daß irgendwie bedenkliche Zugeständnisse dem Zentrum m religiösen und kulturellen Fragen nicht gemacht worden sind. Fürst Bülow wird vermutlich auf eine leidenschaftl. Erwiderung auS dem Zentrumsturm gerechnet Haden. Aber hier wird ihm mit ber eleganten Waffe der Satire begegnet. Man steht, Umgang bilbet. Die Zentrumsherren lernten vom Diplomaten Bülow. ,Mit Euch, Herr Doktor, zu spazieren, ist ehrenvoll und bringt Gewinn.* Zum Uebcrflug komm, heute die ,'ireuzztg.* und vervollständigt die Befriedigung des Zentriims. TaS führende Organ der konservativen Partei sucht auch gerade einen der zentrumsfreundlichen Sätze aus dem Bülow'fchen Manifest sich aus, den Satz, marin der Kanzler auf die Mitwirkung ber nationalgesinnten Elemente des Zentrums im neuen Reichstage hofft. Daran knüpft bie .Kreuzztg " an und bezeichnet bie konservativen Elemente im Zentrum als unentbehrliche Helfer der Rechten beider Verteidigung der kirchlichen Interessen gegenüber dem Liberalismus. Von einer liberalen konservativen Mehrheit, wie sie Fürst Bülow sich wünscht, ist die »Kreuzztg.* begreiflicherweise durchaus nicht entzückt.

Die ,Nordd. Allg. Zig.* schreibt:

Darum 8000 Mann? Schon zur Zeit des Hererofeldzimes war man erstaunt, daß gnen die Wilden eine größere Truppen- macht ausgeboteu luurbe; mau IvuUuluc fick) a«er iu-cy mehr darüber, daß die Gefechte trotzdem mit verhältnismäßig geringen deutschen Kräften geschlagen wurden. Alle Kolonialmächte er­staunen nicht über dergleichen. Daß dies bei uns geschieht, liegt teilweise wohl daran, daß man nocy immer nicht die Schwierig­keiten begriffen hat, mit denen unsere Soldaten in Südwestafrika zu kämpfen haben. Nicht die im Einzelfall gegenüberstehenden Feinde find dort die Hauptgegner, sondern die Ausdehnung undllnwegsamkeitdesLandes,diegeringeKultur und der Mangel an Lebensrnitteln und Wasser. Tie 8000 Mann, die augenblicklich noch als unumgänglich nötig für die Kolonie verlangt werden, verteilen sich auf ein Gebiet, welches IV2 m a 1 s 0 groß ist, als das Deutsche Reich. Eisen­bahnen sind kaum vorhanden, feste Wege ebenfalls nicht. 2000 Mann stehen im Norden und müssen dort stehen bleiben. Würde man sie zurückziehen, so würden die unruhigen Elemente der Ein­geborenen sosort die Oberhand gewinnen. 12 3 Ansiedler wurden im Hererolande ermordet mangels Truppen, sie zu schützen. Es bleiben für den Süden annähernd 6000 Mann. Diese Truppen kämpfen etwa 500 Kilometer von der Küste. Es bleiben nach Abzug der notwendigen strafte für die Etappen, Sicherung der Transporte ufw. rund 4500 Mann. Hiervon gehen aber noch Mannschaften für Telegraphen- und Heliographenstatio­nen, für Sicherung der Proviant- und Munitionsdepots und für Herden zur Versorgung der Truppen mit frifdjem Fleisch ab. Ferner gehen 10 Prozent Kranke, Aerzte und Lazarett- personal ab. Dann ist es begreiflich, daß nur wenig fechtende Feldtruppe übrig bleibt. Tas ist eine alte Erfahrung aller Kolo­nialkriege, an dte auch wir uns noch gewöhnen müssen. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn wir nur kleine Abteilungen von

1 bis 2000 und Kompagnien von 40 Gewehren an den Feind gelangen sehen.

Die Ergebung der Bondelswarts brachte uns un­bedingt dem Ende des Krieges näher. Aber selbst, wenn noch andere im Feld stehende Banden (Simon, Copper, Fielding, Morris, Stürmann) sich ergeben hätten, waren wir nicht in der Lage, die Truppen glei« zurückzuziehen. In der dem Sieidj^tage im November 1206 vorgelegten Denkschrift, die fdjon nut utr ^uociuvcrfmig des Aun.^moes rechnete, sind bereits die Gründe auLgeführt, weshalb die Truppen und eine Bahn nach wie vor zur Herbeiführung dauernd ruhiger Zustände im Lande notwendig seien. Wer die Truppen zu früh und zu stark vermindert, der versündigt sich an den braven Truppen, die heldenmütig den Feind bezwungen haben: er entreißt ihnen die Früchte aller Anstrengungen-, ebenso an den Farmern. Wer sollte an einer Fortsetzung des Krieges Freude haben? Am »oenigsten doch die Regierung! Was an Truppen zurückgezogen werden kann, wird zurückgezogen, daran kann kein Einsichtiger zweifeln, und doch gibt c» Leute, die allen Erklärungen znm Trotz und gegen alle bessere Einsicht mit parteipolitischem Starrsinn, die Frage erneuern: warum die bOOO Mann? " ..........

Minister Ataun.

S. K. H. der G r 0 ß h e r z 0 g ernannte dem W. T. B. zufolge den Präsidenten im Ministerium des Innern Braun zuni M i - nister des Innern mit Wirkung vom 1. Januar an.

Die definitive Ernennung des seitherigen Miuisterialpräsi- benten jum Minister des Innern wird in allen fortschrittlich ge­sinnten Streifen Helfens lebhafte Befriedigung Hervorrufen. Ist doch der neue Minister einer der tüchtigsten und kenntnisteichsten Beamten des Lanoes, ein Verwaltungsbeamter von selvständiger liberaler Gesinnung, der die wirtschaftlichen Verhältnisse aller drei Provinzen in Stadt und Land durch eigene Anschauung genau kennt und schon früher als Chef der Miniiteriatabteuung lür Landwirtschaft, Handel und Gewcroe seine Hauptaufgabe in der gleichmäßigen Förderung dieser drei Stände erblickte. Dazu zeichnet ihn tiefes soziales Empfinden aus, dessen Anschauungen in Arbeitersragen, insbesondere im Versick;erui:gswesen und aus dem l^vUiete der Gewerbeimpettwn weit über Hessen hinaus Beachtung finden. Auch alle künstlerischen und kunstgewei.ouchen Bei^ccb- ungen haben in dem neuen Minister seither schon einen ver­ständnisvollen Förderer gefunden und es ist zu erwarten, daß dies zum Segen des ganzen Lanoes in Zukunft in gleicher Weise ber Fatt fein wird. Braun ist überzeugter Liberaler, auiiiajiiger Förderer des direkten Wahlreck-ts und überzeugt von dem Werte der bürgerlichen Selbstverwaltung für das allgemeine Wohl, sodaß auf diesen für Hessen attuelicn Gebieten auf eine joerriwiyung der Volkswünsche im modernen fortschrittlichen Sinn gehofft werden darf.

Die hohe Meinung, die Minister Braun von dem kommunalen Selbstverwaltungsrecht hat, trat in den letzten Monaten anläßlich des Falles E i ß n e r t augenfällig in Erscheinung, und fein bei dieser Gelegenheit erfolgtes ehrliches und rückhalUoses Bekenntnis zu wahrhaft konstitutionellen Grundsätzen trug ihm die offene und versteckte Gegnerschaft einflußreicher Kreise ein. Als, wie allge­mein erwartet wurde, feine definitive Ernennung zum Minister bei Großherzogs Geburtstag ansblieb, wurde schon die Befürch­tung laut, daß es diesen Streifen gelungen sei, das Vertrauen des Landesherrn zu Braun zu erschüttern. Die nunmehr erfolgte Ernennung zeigt, daß diese Befürchtungen grundlos waren und daß S. K. H. ber Großherzog nc^h wie vor gewillt ist, die Re­gierung in wahrhaft liberalem Sinne zu führen. Atinister Braun wird ihm dabei ein tüchtiger und eifriger Helfer fein und mun kann nur wünschen, daß seine Tätigtest an der Spitze des wich­tigen Ministeriums des Innern reojt lange und erfolgreich (et

*

Aus Darmstadt wird uns zu dieser Ernennung von einem unserer Muarbeuer folgendes Geschlchichen erzählt, das sich bei der Aeujahrsicuel, zu welcher auch Braun geladen war, abgespielt hat:

Ter Großherzog gratulierte bei dem nach der Tafel stalt- gehabten Cercle der neuen Exzellenz zu ihrer Ernennung, worauf der neue Almister in seiner bekannten fchlagiertigen Weise in hnmortsttschem Tone dankend ertvidene:König l. Hoheit! Sowas muß man aber auch s ch r i t t 11 ch Haden". Der Stanöesiürft erwiderte hierauf, daß er die Ernennung dem etaatfciiiinifier mit dem Anurage nntgeteilt habe, ihn (Braun) davon zu benachrichtigen. ^Ties ist auch schon geschehen, Kgl. Hot.eu", erklärte Braun, .doch jchrtitlich wär itiirs lieber !* Ter Grogherzog versprach hierauf, bau dies selbiioerftändlich auch geschehe, doch ivenn er es nicht anders nie, ivolle er ihm seine Beitättgung vor all den Gälten betamit geben, was der Groß- Herzog Hut erhobener Summe in leutseligster Weise tat.

Deutsches Reich.

Berkin, 3. Jan. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen heute abend den bisherigen italienischen Botschafter, Grafen Lanza, in Abichiedsaudtenz. Um 8 Uhr fand ein Diner bei den Majestäten statt, dem die Prinzen Adalbert und August Wilhelm von Preußen, Reichskanzler Fürst von Bulow, Graf Lanza, Staatssekretär von Tschirschky, die Mit- glieder der italtenifchen Bolfchaft und andere beiwohnten.

__ Die in Bertin anwesende amerikanische Tarif- Kommission hat die Unlersuchimgen über die Wünsche und Beschwerden der deutschen Exporteure so gut wie beendet, sodaß die Herren als Tag ihrer Abreise den 17. Januar festgesetzt haben. Gemäß dem Uebereinfommen mit den deutschen Kommissaren werden bie amerikanischen nichts über das Ergebnis der Konferenz mitteilen. Sie legen ihren Bericht dem Präsidenten Roosevelt direkt vor und dieser kann dann darüber verfügen, wie ihm gut dünkt. Man nimmt an, daß er ihn dem Kongreß m einer befonberen Botschaft unterbreiten wirb. Tie Konferenzen sind glatt unb zufrieden­stellend verlaufen.

- Von unterrichteter Seite wird der Voß. Z. mitgeteut,