Ausgabe 
6.7.1906 Erstes Blatt
 
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e

Handel

4

% Oesterr. Goldrente.

Berliner Börse, 6 Juli. Anfangskurse.

Cauada E. B. . .

240.10

126.50

. 144.50

. 130.00

. 253.10

. 218.70

98.75 100*70 100.40

95.75

103.15

70.00

70.75

89.00

95.35

95.20

14640

53.60

91.00

70.35

97.80

. 88.25

. 99.81

. 88.15

do. Konsols do. Hessen . . Oberhessen

Das neue ft c Eisenbahnunglück. Bei So bkow (Polen) ist gestern nacht ein Zusammenstoß zwischen einem Militärzug und einem von Kielce kommenden Güterzuge er- solgt. Soweit bisher bekannt, wurden drei Zugbeamtc und fünf Soldaten getötet, mehr als 50 Personen verletzt.

r ntr^cI1eil^ers.Y(lnc<§rf)^nuir- Aewyork bat sich eine Gesellschaft gebildet, um den Niagarafall zu ii b e t b r ü cf c n Sie besitzt ein UnternehmuNgskavital von 20 Mill. Mk., und will die Brücke über den nördlichen Teil des Talles führen. Die Brücke ioll derart angelegt werden, daß sie dem Eisenbahnverkehr dienen kann.

Elektriz. Lahmeyer . .

Elektriz. Sehuckert . . Eschweiler Bergwerk

. 208.00

. 34.80 . 126.40 . 146.90

Hnrpener Bergwerk.

Lanrahfltte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose . . .

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn .

Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahu

- OmntbuSverkehr zum Lahntal-Sängerfest. Die OmmbuSgesellschaft wird von SamStag nachmittag ab bis Montag abend die wegen der Linie B Bahnhof-Grün- bergerftraße nicht wie bisher durch die Bahnhofstraße, sondern ber Festbesucher wegen durch Neustadt Westanlagen und um- gekehrt verkehren lasten; auch werden Ertrawagen vom Fest­platz zum Bahnhof eingestellt. Die Linie nach dem Schiffen- bergerwald wird am kommenden Sonntag nicht gefahren.

* DaL diesjährige Dünsbergwett urnen wird, wie in der gestrigen Sitzung des AuSschustes der Gießener -L.urnerschaft beschlosten wurde, am Sonntag, 9. September, abgehalten werden.

(X) Großen-Buseck, 6. Juli. Im Anschluß an den *n Nr. 153 des ^Gieß. Anz.enthaltenen Bericht über das schone gemeinsame Fest der beiden hiesigen Gesangvereine sei noch mitgeteilt, daß die neue Fahne des Gesangvereins Sängerkranz allgemeine Bewunderung erregte. Sie wurde non der Bonner Fahnenfabrik augesertigt.

+ LaunSbach, 5. Juli. Zu dem am 8. Juli hier statt­findenden I. BundeS-Turufest des Turnerbundes Lahn-Dünsberg haben sich 47 Wetturner angemeldet.

k. Frischborn, 5. Juli. Gestern weilte der Großh. Staatsanwalt aus Gießen hier zwecks Vernehmung der Zeugen in einer Anzeige wegen Meineid. Wie ver­lautet ist die Anzeige grundlos und gegen den An­zeiger dürfte ein Verfahren wegen falscher Anschuldigung eingeleitet werden.

b. Äffen beim b. Friedberg, 5. Juli. Heute Mittag mürbe der 56jährige Ortsbürger Heinrich öfter ro eil er non hier wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet und nach (Stegen mS Provinzial-Arresthaus gebracht. W. hat schon roegen deS gleichen Delikts eine zweijährige Gefängnisstrafe verbüßt.

138.70

236.20

82.80

157.70

Professor Drude

Gme erschütternde Kunde erhielten wir heute vormittag ouS Berlin. Sie lautet folgendermaßen:

,Der Direktor deS Physikalischen Instituts der Universität Berlin, Professor Drude, hat seinem Leben freiwillig durch Erschießen ein Ende gemacht. Die Tat geschah in nervöser Ueberreizung, die durch Ueberanstren- gung hervorgerufen sein dürste.

2Btr können es kaum fasten. Dieser Mann von so außer­ordentlicher Lebensfreude und so ungewöhnlicher Schaffens­kraft hat sich selber den Tod gegeben. .... Hier bei uns in Meßen hat er sich so heimisch, so wohl gefühlt wie ein alter Gießener. Er schlug die ehrenvollsten Rufe nach Leipzig, nach BreSlau und Tübingen unbedenklich aus, und selbst als die Berufung nach der größten und bedeutendsten deutschen Uni­versität, der in der Reichshauptstadt, kam, da zögerte er lange, und eS bedurfte der schmeichelhaftesten Lockungen von Seiten der allmächtigen Erzellenz Althoff (ber man ja jetzt auch starke Nervosität nachgesagt Hot), bis Drude sich endlich entschloß, dem der ganzen Drudeschen Familie so lieb gewordenen Gießen auf immer Lebewohl zu sagen. Tort, so sagte er sich von vornherein, erwarte ihn, wenn auch ein glänzendes

. 169.75 . 139.10 . 236 20 . 177.60 . 182.30 . 157.9p, . 209.20

. 114.70

.' 34*60 . 144.10

. 152.00

Wo 3%' Wo 3% Wo Wo

Gelsenkirchen Bergwerk . _______

Hamburg-Amerik. Paketf. 160.90 Harpener Bergwerk. . . 208.00 Laurahutte...... 232.00

Nordd. Lloyd.....126.70

Oberschles. Eisen-Industrie 126.70

RB. Darmstadt, 5. Juli. In der heute Nach- rnittag abgehaltenen Sitzung der Stadtverordneten gedachte der Vorsitzende, Oberbürgermeister Marmenweg, mit Worten herzlicher Freude ber glücklichen Geburt min9^ten Hohenzollernsprofsen in Berlin. '^lc,^erfamtP^un9 beschloß einstimmig die Absendung eines Glückwunschtelegramms an den Kaiser.

Wetzlar 5. Juli. Die bevorstehende Umge­staltung des Bahnhofs Wetzlar bringt der Gemeinde Garbenheim einen wesentlichen Vorteil. Tie dortige Gemeindevertretung bemühte sieh feit Jahren um eine Haltestelle an der Teilstrecke Lollar-Wetzlar. Sie sollte schließlich unter der Bedingung gewährt werden, daß ein Zuschuß von 9000 Mk. durch die Gemeinde gewährt würde. Nun liegt der hiesige Bahnhof ausschließlich auf Niedergirmeser Gebiet und der vorgesehene Umbau kann nur. in der Richtung nach Garbenheim erfolgen. Die Konigl. Eisenbahndirektion hat der Gemeinde Garbenheim ohne jegliche Beihülse derselben eine Station für Personen- unb Güterverkehr telegraphisch zugesagt. Als Gegen­leistung wird nur die Aufhebung eines Feldweges über 1ün)ic bic ^fuhr von Material von dem Würzberg" gegen Vergütung verlangt.

s. Marburg, 5. Juli. Dem 3jährigen Kinde des Uhrmachers Nahler wurde heute Nachmittag durch einen Kohlen­wagen einHändchen glattweg abgefahren. Heute hielt das Infanterieregiment Nr. 116 in der Gegend bei Caldern eine Schießübung ab. Ein Teil der Truppen passierte unsere Stadt.

X Darmstadt, 4. Juli. Am 2. Juli wurde durch den Generalaüwalt des Reichsvcrbaudes der deutschen lanbto. (Sknonenfcfiaften, tztzh. Regierungsrat Haas-Darm- ftabt, der zweite Sommerkursus der deutschen landwirtschaftlichen Genossen schaftsschule e^ftnet. Während der im vergangenen Winter veranstaltete halbjährige Lehrgang, der die Heranbildung von Anwärtern für die Stellen von genossenschaftlichen Berufsbeamwu ^mn Zwecke hatte, einen schulmästigen Charakter trug, werden die Lehrgegenstände in diesem Sommerkursus für im Dienste befindliche Beamten in Bortragsform behandelt: c§ soll in dem auf vier Wochen begrenzten Kursus den Beamten Gelegenheit geboten werden, ihre Fachkeuntnisse |u vertiefen. Die zahlreiche Beteiligung bewies wiederum, kür wie notwendig die Einrichtung der Genossenschaftsschule erachtet wird: außer Revisoren fanden sich auch andere im Genossenschaftswesen tätige Herren zu diesem Lehrgang ent. Während die Bormittagsstunden den Borträgen ne» hnbmet sind, werden wöchentlich mindestens zwei Rach Mittage durch Diskussion ausgefüllt. Für die übrigen Nachmittage sind Besichtigungen genossenschaftlicher, land- tmrtschaftlicher und gewerblicher Betriebe vorgesehen Die Bortragsgegenstände umfassen das Gebiet des' landwirtsch. Gen offen schaftswcsen s (-Organisation. Geschäftsführung, Re- ^ston, Buchführung, Benvaltungslehre usw l und werden Dirrdi Borträge über genossenschaftliche Ira gen. allg. Rechts­runde, landwirtschaftliche Handels und Warenkunde, Innbro. Kreditwesen usw. ergänzt. ?J1§ Lehrkräfte ftiugieren neben ben Beamten des Reichsverbandes und des Hessischer Ber- b^ndes verschiedene auswärtige Spezialisten auf dem Ttete des Genostenschaftswesens.

Einkommen und eine vieles und viele überragende Position, eine schier erdrückende Arbeitslast.

Aber er hat sich schließlich doch zur Uebersiedelung nach yedm bestimmen lasten, und es ist schlimmer gekommen, als er e8 sich hat ahnen können. Ueberarbeitung hat ihn mürbe gemacht und krank, so krank, daß er, ungeachtet seiner Fa- ntirie, seiner ihm in allen Stunden, und auch in seiner Arbeit ftets treu und hilfreich zur Seite stehenden Gattin, in unglück­seligem Momente Hand an sich selber legte . . .

Von den näheren Umständen wissen wir noch nichts, die Berliner Abendblätter werden ja wohl Einzelheiten mitzuteilen in der Lage sein.

Vrof. Paul Drude war einer der liebenswürdigsten Menschen, denen man auf dem Lebenswege begegnen kann, ein Mann von ursprünglich heiterstem Temperament und ein Monn, der sich wahrlich nicht so leicht unterkr-egen ließ. Taz" ein Gelehrter, der trotz seiner verhältnismäßig jungen Jahre (er war am 17. Juli 1863 geboren, stand also noch vor der Vollendung seines 43. Lebensjahres) drauf und dran war, sich als Pkwsiker Weltruf zu erwerben A/s Herausgeber der 1790 von Gren begründetenAnnalen ür Physik^, von denen jährlich drei dicke Bände in zwölf Heften erscheinen, hatte er sich in Gelehrtenkreisen längst hohe Anerkennung erworben, er hatte sich aber auch durch diese Redaktion eine Bürde auferlegt, die in Berlin, wo er mit ganz neu angestellten Assistenten, an ungewohnter Stätte, also unter den schwierigsten Verhältnissen, zu arbeiten hatte, £>cn tatkräftigen Mann, der seinen Körper durch aller­hand Sport ganz besonders widerstandsfähig gemacht hatte, im Verein mit allen den mannigfachen anstrengenden Be­rufsarbeiten zerbrach.

Stettin, 6.. Juli. In Lampelhagen bei Neuqardt brannte cm Schafstall mit 50 Schafen nieder. Der Hüte- l u ii g e Hoppe kam i n den Flammen unt.

~ ®rc(r6 Juli. Der Nachtwächter Brühl in Klein- Krufchen brachte seiner Ehefrau während des Schlafens ^H^esse-rstiche in den Hals so schwere Verletzungen bei, daß die Frau starb. Der Täter erhängte sich.

Dresden, 6. Juli. Wie dasDr. J."'amtlich meldet, ernannte der Koni g anläßlich seiner Anwesenheit in Kiel Den Prinz en Heinrich von Preußen zum Ge- u o l der Infanterie in der Sächsischen Armee und zwar ä li |uitc deS 2. Grenadierregiments Nr. 101 Kaiser Wil­helm, König von Preußen.

Frankenthal, 6. Juli. Der prakt. Arzt Dr.Faendler wurde von der Strafkammer wegen SittlichkeitSver- gehen, begangen an Patientinnen, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

V arj §, 6. Juli. In Südfrankreich herrschten gestern heftige Gewitter, die in Feldern und Wein­gärten großen Schaden anrichteten. In Toulon wurde cm Gemeinderatsmitglied in seinem Weinkeller vom Al'tz getötet. In Flenrat suchten 10 Schulkinder, nie eben die Schule verlassen hatten, unter einem Baum ^0)1113 vor dem Regen. Ein Blitzstrahl tötete vier nnb verletzte die übrigen sechs so schwer, daß Befürch­tungen für ihr Leben bestehen. Wahrscheinlich hat das Unwetter auch ans See großen Schaden verursacht.

Rom, 5. Juli. Der König, erhielt heute ein Tcle- gramm des Herzogs der Ab ruzzen, in üiclchem oic|cr ihm meldet, er habe den von Menschen nie be - trete n en höchsten Gipfel des Ruwenzorr er­stiege ii. (Der int Mquatorialen Aftika gelegene Bergs. i)t ungefähr 5600 Meter hoch. D. Red.)

d rsburg, 6. Juli. In Kronstadt mürben neuer» hing-? 8 0 Matrosen der 8. Flotten-Equipäge wegen revolutionärer Umtriebe verhaftet. Wegen der immer mehr um sich greifenden Garung in der Armee wurden! 1 am tu die M anöver abges a g t.

Gerichtssachl.

H an nove r, 5. Juli. Das Schwurgericht verurteilte den E e r ichtssekretär H a m tinn wegen jahrelanger b c - Lr 1J d) ® r r e n e rt) c b u n g, Unterschlagung von Gerlchtokosten in ,9 Fallen und wegen Amtsverbrechen seit 1897 unter Annahme mildernder Umstände zu insgesamt 4 Jahren Ge­fängnis.

W i e n, 5. Juli. In St. Pölten wurde heute vor dem Kreis- gcricht eine E n 1 f ü h r n n g s g e s ch i ch t e verhandelt. Seit dem April 1900 war der 14jährige Franz Szepam ans Zell

Universitäts-Nachrichten.

Xer, $r,ot'efi°r on der Universität Utrecht Tr. 2llbert Jtaratb (ent geborener Wiener, Schüler Billroths) ist unter Ver-

"'es Charakters als Geb. Hostat mm ordentlichen Professor der Chirurgie und Direktor der chir. Klinik an der Universität eeibefbetg als Nachfolger Pros. Czernys ernannt worden. Vas neue gk-kramr an ber Rnperto-Carola übernimmt Professor Naratb mit 1. Oktober.

Vermischtes.

Brandstiftungen. In Mühlberg im Landkreise (hfurt, steckte der 14jährige Schmiedelehrling Düker das Haus seines Meisters in Brand, wodurch zwei große Anwesen ein- geäschert wurden. Als Grund gab der Brandstifter an, daß itim seine Lehrzeit nicht gefiel. Infolge einer Brandstiftung brannten drei Dörfer in der Nähe des piemontesischen Städtchens (Snneo nieder. Der verbrecherische Urheber, der den Racheakt gegen ein Dammbaukonsortium vollführen wollte, beging Selbstmord. In Verzuolo wurde ein Lagerhaus mit aufgespeicherten Kokons durch Feuer zerstört. Der Schaden beträgt eine halbe Million Lire.

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. .

Dresdner Bauk . . .

Tendenz: schwächer.

Folgende Personalnachrichten wurden nn§ von der hiesigen Universitätskanzlei zur Verfügung gestellt:

Karl Ludwig Paul Drude wurde 1863 zu Braun­schweig geboren. Er studierte Physik, Mathematik und Natur- Wissenschaften an den Universitäten Freiburg i. B., Berlin und Göttingen. Am 11. Juli 1887 promovierte er in Göllingen Von Ostern 1887 bis Ostern 1892 war er Assistent am phyükalischen Institut in Göttingen (Abt. für theoretisch Physik). Im Januar 1890 habilitierte er sich für Physik an ber Universität Göttingen. Im Februar 1894 wurde er Titular-Profeffor in Göttingen und folgte im August 1894 einem Rufe als Extraordinarius nach Leipzig. Am 24. Mär' 1900 folgte er einem Rufe als ordentlicher Professor an unsere Landesuniversität. Wahrend seines Wirkens an unserer Alma mater lehnte er drei ehrenvolle Rufe nach Tübingen, Leipzig unb Breslau ab. Zum Dank brachte ihm die Studenten- chast am 13. November 1902 einen Fackelzug, an welchem 'ch Im Nel'en Saalbau ein großer Festkommers anschloß. Am 25. November 1902 wurde er mit dem Ritterkreuze 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen au§- geä^chnet. Am 1. April 1905 folgte er dem Rufe an die Universität Berlin.

Märkte.

C rr V 1 b n 5. Juli. Der heutige Viehmarkt war «i Ä! V'en. Im ganzen waren strka 400 Schweine und bl otiiä Jtntbüien aiügetrieben. Der Handel auf dem Rindvieh- nmrrt war ruhig, da außer .Handelsleuten wenig Kauflustige er* V'enen waren; der Platz war nach drei Stunden völlig geräumt. 4,ie 'Breile hielten sieh auf der seitherigen Höhe. Aus dem Schweine- mnrn war die Nachfrage recht lebhaft und die Ware wurde fast ^'ullich abgelebt. Während für Ferkel und Läufer wieder sehr höbe greife gefordert und gezahlt wurden, waren die Einlegschweine verhältnismäßig billig.

^^rnnnurt a. 9)1., 6. Juli. Mrig.-Telegr. deS .Gieß.

Jüte 6m ar Pt. Ium Verkaufe standen 00 Kälber, »0, Schafe und Hammel. 186 Schweine: 1. Qual. 7374 Pfg Lebendgewicht 57.00-57.50 Pf., 2. Qual. 71-72 Ps., Lebendgewicht OO.50-O6 <Prg 3. Qual. 60-62 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf. Lebendgewicht 0000 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht ^00 Pfg., Schlachtgewicht 00- 00 Pfa. Schafe 1. Qualitä- Schlachtgewicht 00-00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. (Bekfiäft gut, Neberstand unbedeutend.

Eine mit. zärtlichster und aufopferungsvollster Liebe um ihn stets bemüht gewesene Witwe, vier noch in jugendlichem A/ter stehende blühende Kinder stehen nun an der Bahre dieses treuen und gütigen Gatten und besorgten Vaters, und <§ trauern um sein jaheS, erschütterndes, gänzlich unerwartetes, ja unbegreifliches Ende seine Berliner und Gießener Kollegen und eine vielen Gießener Freunde sowie zahlreichen Schüler in bitterem Schmerz. Alle wohl sind sich darüber klar, daß dieser restliche Mann und ausgezeichnete Gelehrte nur in einem Augenblick geistiger Verlassenheit zu der Waffe greifen konnte, bie seinem schaffensfrohen und an Erfolgen so reichen und Bedeutendes verheißenden Leben ein vorzeitiges Ende bereiten sollte. Wer ihn kannte, verehrte in ihm nicht nur den Ge­ehrten, den hervorragenden Physiker, sondern auch den prächtigen, treuherzigen, humorvollen, fröhlichen, auf vielen, einem eigensten Forschungsfelde fernliegenden Wissensgebieten beschlagenen und anregenden Menschen. Universität und etabt Gießen, des sind wir gewiß, werden den Professor Paul Trude niemals vergessen, der zum Rufe unserer Uni- oeriität wesentlich beitrug unb der Stadt Gießen während feiner hiesigen Wirksamkeit ein warmer, aufrichtiger Freund gewesen ist. _0

Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ftlr und Industrie. Giessen.

4*/8^ Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bente . . . 3?o Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen in 4J46/o russ.Staatsanl. 1905 4%°n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose .... . . 4$o Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier .

4°/0 Mexikaner ... 3>i°/0 Chinesen ....

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . .

Tendenz: schwächer.

Frankfurter Börse. 6. Juli, 1.15 Uhr.

Beichsanleihe . , 99.75

verschwunden. Er wurde endlich in einem Kloster aufgefunden wohin ihn ferne Lehrerin Büchel gebracht hatte. Die Büchel leugnete jede Schuld. Sie wurde aber überführt und wegen Un- äud)t und Entführung eines Minderjährigen zu sechs Monat schweren Kerker verurteilt.________

Gicßcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst.

_ ^^auösichilichc Witterung in Hessen für Samstag den 7. ^ttu 1906: JuN ach st noch trüb, dann Aufheiterung. Etwas warmer wie heute. Schwache westliche Winde.

__________ Näheres durch die Eichener Wetterkarte.____________

(D r i gi h a b T>r a b t tn c it tt ge tt«

Berlin, 6. Juli. Das NeichSmarineamt teilt mit, baß ihm von einer angeblich für den kommenden Herbst ge­planten neuen Flottenvorlage nichts bekannt ist.

Bochum, 6. Juli. Der Arbeiter Budenberg zerschnitt fiel) bie Pulsadern, zündete seine mit Terpentin be- gofienc Kleidung an und stürzte sich dann aus seiner im 4. Stock befindlichen Wohnung auf den Bürgersteig, wo er mit zerschmetterten Gliedern liegen blieb.

-'Öaniburg, 6. Juli. Der Kaiser sandte an den ^cnat anläßlich hes Brandes der St. Michaelskirche ein Beileidsschreiben folgend"n Wortlautes:Dem Se- °« Bevölkerung Hamburgs spreche ich mein leb-

nafte<3 bedauern aus über den Braud und die Zerstörung ber formvollendeten St. Michaelskirche. Möge dieses ehr^ würdige Wahrzeichen der Stadt bald in früherer Schönheit nach altem Borbilde wieder erstehen." DasBerl. Tglb." meldet aus Hamburg: Aus dem dem ausgebrannten > der Michaelskirche benachbarten Grabgewölbe mei> ben letzt die Gebeine geschafft, darunter die des Erbauers Der Kirche, ^onntn. Die (Scheine sollen in der wiederauf- gebauten Jmche wieder beigesetzt werben Der Kirchenvor-

eröffnet am Samstag offiziell die Sammlung für ben Wiederaufbau der Kirche in früherer Gestalt. Der einlaufende Schnellzug zermalmte im Bahn- !^e. Wilhelmsburg den Lademeister Semps, als dieser die Gleife überschreiten wollte.