Ausgabe 
6.1.1906 Zweites Blatt
 
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5- Jan.

imb dem Snperintenbcnfen Dr. Meyer-Zwickau, forote bcnt öfter- leidnirfien Parlamentarier unb eifrigen Verfechter der evangelischen Cache in Oesterreich, Rechtsanwalt Eisenkolb, gegen den Redakteur be§ N. Münch. Tagebl." Frhrn. v. der Tann angestrengt worden war" um folgenden Tatbestand: DaSR. Münch. Tgbl." brachte om 9. fOtni 1904 einen Artikel, der mit folgenden Worten begann: ,2ie Wartburg", das durch und durch verlogene protestantische Organ voraussetzungsloser öfeschichttzfälschuna, brachte unlängst eine Abhandlung über die englische Puloerverichwörung, worin in der bekannten unparteiischen Wabrbeitsliebe es wie gewöhnlich die Zesuiren für dieses Komplott verantwortlich machte." Dann gebt der Artikel auf dieVulververschworung näher ein und sucht nachzuweisen, daß der den Jesuiten gemachte Vorwurf durchaus ungerechtfertigt sei Der beklagte Redakteur hatte als Sachverständige dafür, das; dieWartburg" den Vorwttrf der Geschichtsfälschung verdtene, den Universitätsprofessor Dr. Kiwvster und den Privatgelehrten Nau­mann laden tasten. Tie Kläger halten die Universitätsprofessoren v Nivvold aus Jena und Dr. Kolbe aits Erlangen als Sachver­ständige geladen. Die Widerklage, die das Münchener Blatt erhob, stützte sich in der Hauptsache auf einen Artikel derWartburg", der älter mar als jener des besagten Blattes, nämlich vom 15. April 1904, in denk in Bezug auf Dönifles Luther-Dtographie und auf BusenbachersLuthers galante Abenteuer" gesagt roitrbe, dasN. Münch. Tgbl." scheine durch die Verteidigung beiderfeine Ehre darin zu setzen, den untersten Schlamm b;r gesamten kleri­kal en Vreste zu hüten."

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«TQu- mit der tvotbm nxtt jMltt, mar sie 'M erflärte ihr, Ehe gebrachten, bitte

Vermögen Agenden Arbeit, -fhtoieaermutttt ui." SelW das lehr herunterkom. en Kurgast klagte ttud) zu nehmen, * unerlaubter nas einen heftigen on ihrem Manne er hielt ihr den Die Ähimeger- hinmter, mvraus tritt erhielt. Em Cache ein Ende, lkenhaus schaffte, H>andlungen lag. dürfte Ich. bald c Techniker W. F. c tätig. Er blieb fern, weshalb er m die Firma für n Geldbetrag zu ei er noch bei der verreist, er trolle leeren. Die nichts 'ich sofort in eint er eine MzaHk diese Men wtt n au' alle W sich einen Teil ^elegenbeit ihn an* gab. Des andern! j Geldes, das ibtrt >e. Das Cchöffen- Togen Gefängnis, ic Strafe aus vier Macht kam, dah bei Genußsucht zu c m-qcn Urkunden* ,n lsörperverletzung ,e Gcsamtstrafe von nut - D-r de Hungen I..

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Kunst nnd Wissenjchaft.

Kassel, 5. Jan. Schriftsteller Wilhelm Benccke ist in­folge eines Schlaganfalls, 59 Jahre alt. gestorben. Der Ver­storbene. geb. 1846, war Redakteur der Zeitschriftvestenland

Wie verlautet, wird der bekannte Schriftsteller Hermann Bahr, her neue OMwegisseur be§' Münchener Hoftheaters, offiziell den Auftrag erhalten, die MünchenerAllg. 3tg.", die Germania" und andere Blätter, die in ihren Angrgsen ihm V e st e ch l i ch k e i t und U u l a u t e r k e i t vorwarfen, zu verklagen. Dadurch wird die Hvftheaterintendrnz eine Klärung der Situation schossen und Bohr Gelegenheit geben, öffentlich 'die gegen ihn ge­richteten fWitirvffe 2itr,"r<f-i,eno-:fen

E>ermHd>tes.

Ein Friseur Doktor der Rechte. An der Wiener Universität wurde Milivoy Jakovljevic zum Doktor der Rechte promeniert. Derselbe ist aus Ruma in Slavonien gebürtig, kam als Friseurgehilfe nach Wien, wo er später ein selbständiges Friseurgeschäft betrieb. In seinem Wissens­drange benutzte er die freie Zeit, die ihm sein Beruf übrig ließ, zum Studium und legte die Gymnasial- und Maturi­tätsprüfung ab. Hieraus fhtbierte er Rechte an der Uni­versität, wo er vor drei Jahren die erste Staatsprüfung ab­legte. Nachher absolvierte er den Abiturientenkurs an der Wiener Handelsakademie und setzte seine juridischen Studien bis zur Beendigung fort, wobei ihm sein Friseurgeschäft den Lebensunterhalt bot. Er wurde nun zum Doktor der Rechte vromoviert.

* D a s E i n k o m mc u d e 3 Mikado. Eine englische Zeitschrift macht über die Einkünfte des, Mikado einige interessante Angaben. Seine jährliche Zivilliste beträgt 6 000 000 Mark. Außerdem betragen 2 Millionen Mark, die Zinsen aus dem Vermögen von 40 000 000 Mk., das ihm aus der vor zehn Jahren von China empfangenen Kriegs­entschädigung ausgezahlt worden ist. 1000 000 Mk. bezieht der Kaiser aus den Erträgen, die ihm von fernem Privat­vermögen, das sich auf etwa 20 000 000 Mk. beläuft, zu­fließen. 2 000 000 Mk. bringen dem Mikado die ausge­dehnten Wälder, die sich in seinem Besitze befinden, eine Fläche von 5 124 873 Aeres bedecken und über 2 000 000 000 Mark wert sind. So beläuft sich sein jährliches Einkommen auf über 11000 000 Mk. Da aber die kaiserliche Familie aus 60 Mitgliedern besteht, zu denen 11 verheiratete und vier verwitwete Prinzessinnen gehören und der Kaiser für sie alle im größeren oder geringeren Maßstabe zu sorgen hat, so ist die Summe a'.s ziemlich gering zu bezeichnen.

* Kleine L ag e s'ch r on ik. In Beelitz wurde dem Schmiedelehrling Lehmann vers'hmtlich eine g l ü h e n d e E i s e n- ftange in den Leib gestoßen. Er hatte, als er Nagel schmiedete, einen KNaben, der zusah, gebeten, eine Eisenstange in der Esse glühend zu machen unb drebtc sich zufällig unachtsam um, als her Knabe mit der gfübenben (Stange zurückkehrte. Diese drang ihm in den Leib, traf dabei eine Schlaaader und führte den Tod durch innere Verblutung herbei. In O elsnitz stiftete Kommerzienrat Koch anläßlich des 25jährigen Bestehens seiner Fabrck 100 000 Mar! für eine Arbeiterstiftung. In Elberfeld spielten Mei Kinder des Kaufmanns Genster in Abwesende'g der Eltern mit Streichhölzern, steckten bA§ Bett an unb erstickte N. In Zalenze (Schles.) erstickten die Witwe Nitz und bereu erwachsene Tachter an Kühlen dunst. In pp er (Lausitz) erschlug der Landwirt Peisrich seinen B r " d - r i**t 9"^ "rSfr tvirr^11

i'cnM vrb Kerüc! r. AoläsrvirfschtUl.

Hessische Landes-Hvvothekenbank. Die Bank teilt mit, daß sich für das 3. Geschäftsmhr der Absatz an 3V« Proz. Oblümtionen auf rund 17 500 000 Mk. der Zugang an städtischen, ländlichen und Kommunalbarlehen (sämtliche nach dem Amorti- s'ti>ans--Svstem gegeben) auf rund 19 000 000 Mk. stellt. Der Obligationen Umlauf beträgt 44 000 000 Mk., der Gesamtdarlehns- bestrnb 50 000 000 Mk. Die Darlehnsbewilligungen gingen in künem F">lle über den Zinsfuß von 33,'i Prozent hinaus. Das Gewinn-Ertr^mlis ist beftücdche:-ch und dürste die im Staats­budget mit 31/2 Prozent in Aussicht genommene Verzinsung des 9 000 000 Ml. betragenden Betriebskapitals gestatten. Die Bank fungiert als Gelbausgleichungsstelle zu Künsten der hessischen öffentlichen Sv'r^ssen unb hat in dieser Eigenschaft sehr lebhafte Umsätze erzielen fönnen.

Konkurse <n Hessen. Heber b^s Vermögen ber Putz- imb M ob ewaren Händlerin Marie Kretz in ß-rieb berg wurde am 3. Januar 1906. nachmittags 4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Neck-tSmwalt Schröder in Friedberg wurde zum Konkurs­verwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 27. Jan. 1906 bei dem Amtsgerichte zu Friedberg anzumelden.

Die Reichsbank hat wieder etwa 20 M i l l. M ar f Schatzscheine begeben, die am 1., 6., 10. unb 13. Marz fällig werden: sie fanden willige Aufnahme.

Tendenzwechsel unb bie peruanische Anleihe. Während die letzten Tage des Vergangenen Iobres unb bie ersten d"s larfenben immer neue Kurserhöhungen brachten, hat fett Donnerst"g toieber eine stärk-re Mftl'wächung ftattgefurben. Als Ursache wer dm bezeichnet die ungünstige Haltung Newvorks,

Versteigerung.

Montaa, den 8. Januar, nachmittag 2*/2 Uhr, sollen datncr Walltorftraße 6, !(Tarmst. HanS), Haus- u. Küchen­geräte aller Art, 1 Pferd, 1 Kub, 1 Break, 2 Fahrräder, 1 9iä()« maschine, 12 Waagen, 80 Flaschen Cognac, 100 Flaschen Südwein, 2 Mille Zigarren, 2 Ballen Kaffee, 6 Stämme Werkholz, 3 Hobelbänke, 1 gr. Warenschrank, 1 Stück Schuh­stoff, 2 Paar Zngstiefel u. u. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 237

Gießen, den 6. Januar 1906.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

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namentlich der Kupferwerte, die starke RealisationÄnst aus allen Gebieten, das Erscheinen der Reichsschatzanweisungen, das eine Erhöhung des Privatdiskontsatzes mit sich brachte und schließlich die Marokko-Angelegenheit, in betreff deren weiterer Entwickelung man Besorgnisse hegt. Es herrschte zwar gestern eine leichte Er­holung, im ganzen haben aber doch, besonders die Montanwerte, die ja auch am meisten gestiegen waren, eine Abschwächung erfahren. So verloren gegen vorgestern Bochumer 3 Prozent, Eschweiler 2 Prozent, Gelsenkirchener 3 Prozent, Harpener 2V( Prozent, Kaliwerke Aschersleben gingen von 181 bis 177 zurück, Welteregeln 2,20 Prozent, Vereinigte Königs- und Laurahütte^ verloren li Prozent. Auch die Bankaktien schlugen eine rücksäufige Be- toegung ein. Die Aktien des Schaaffhausenschen Bankvereins und ber Dresdener Bank haben von dem neuen großen Erkelenzer Geschäft bis jetzt so viel wie gar nichts profitiert. Im Gegenteil: Dresdener Bank haben über 2 Prozent verloren unb auch die Aktien bes Schaashausenschen Bankv-ereins finb 1,40 Prozent zurückgegangen. Tie Mien der Deutschen Bank zeigen einen K'ursverlust von 1.30 Prozent. Möglicherweise hangt das mit der neuen peruanischm Anleihe zusammen, über die noch sehr viel Unsicherheit herrscht, obwohl sie eigentlich schon vor einigen Tagen zustande gekommen sein soll. Es heißt, daß es sich um eine 6 pro3. Anleihe von 3 Mill. Lstr. handle; der Uebemahrne- kurs wird auf 92,50 Proz. geschätzt. Es ist noch "zu erwähnen, daß mit diesem Geschäft deutsche Banken erstmals als (^etbgeber ür Peru auftreten. Einer späteren Meldung aus Paris zufolge oll übrigens bie peruanische Anleihe mit einer, internationalen Gruppe, zu ber auch das Bankhaus Speyer in London und Newvork gehört, abgeschlossen worden sein. Die Emission wird in Deutschland, 9(!metifa, Belgien unb Holl'-mb erfolgen.

Schwierigkeiten im russischen Pelzwaren Hau­be l. Infolge der politischen Unruhen int russischen Reiche sind von russischen Pelzfirmen namentlich in Südbeutschland fällige Zahlungen ausgeblieben. Ueber einen Fall von Zahlungseinstell­ung h"ben wir unter Kleine Finanzchronik berichtet. Auch in Petersburg machen sich Schwierigkeiten bemerkbar, doch dürfte ber Leipziger Rauchwarenmarkt, wie berKvnfekt." meint, nicht allzu groß in Mitleiben schäft gezogen werden, da bie Kredit­gewährung an russische Pelzfirmen in letzter Zeit sehr eingeschränkt wurde. Eine nachteilige und störende Folge der Unruhen in Rußland ist aber bA5 Ausbleiben der Berichte über neue Ware, s^d' '"'ki-'r "Ntz herrscht.

Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt.

M ü l h e i m a. d. Ruhr, 5. Januar 1906. Tagesbericht ber Firma Walter Hammer st ein.

Der K 0 h l e n k u x e n m a r k t zeigte heute eine schwache Halt­ung. Für fast sämtliche Werte bestaub Realisationsschluß unb die Kürse büßten babei entsprechend ein. Namentlich Auguste Viktoria, Graf Schwerin, Helene unb Amalie unb Langenbrahm waren schwächer angeboten. Verhältnismäßig fest waren noch Dorstfeld. Deutschland bei Haßlinghausen, Heinrich unb Mont Cenis, die Umsätze waren unbedeutend.

Auch der K'a l i kn r enm a r f t lag schwächer unb manche Werte mußten sich größere Wschläge gefallen lassen. Beienrode. Carlsfund, Bürbach, Wilhelmshall, Hohenzvllem unb Hohenfels notierten niedriger.

Der rr) Trrrr vtrh<-nh<rf fest.

Für die notleidenden Deutschen in Rußland

gingen ferner ein:

Bei Prof. Haller: Prof. R. W. 20 Mk., Prof. D. B. 10 Mk., ®ef). Rat H. 10 Mk., Geb. Rat Prof. P. 50 Mk., E. H. 50 Mk.

Familien-Uachrichtkn.

G e st 0 r b e n. Hetr Theodor Zöllner, Forsthans Dörrebach (Post Seibersbachs. Herr Lndwia Haaner, Astlar. Herr Jakob Stäbler, Bad-Nanheint. Fran Ernestine Rößner, geb. Kranse, Alsfeld. Fräulein Susanne Knierim, Alsfeld.Frau Wilhelmine von Hombergk zu Vach, geb. Willich gen. von Pöllnitz, Darmstadt. Fran Ww. Marie Mntern, geb. Will. Werdorfer Mühle.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Vor-ansstchtttck,e Witternnq tu Hessen für Sonntaa, den 7. Januar 1906: Trüb, Regen und später Schneeschauer. Später rasch Abkühluna und windig.

Näheres bitrdi die Gießener Wetterkarte.

«Srißinat-Dralilntelbuncint.

Berlin, 6. Jan. DieVerl. Pol. Nachr." melden: Zn dem dem Landtage in naher Zeit zugohenden Vorlagen gehören der Entwurf, der einen neuen Kredit für die Verbesserung der WohnungsVerhältnisse der Arbeiter und der gering besoldeten Beamten fordert, und das Gesetz, das den Eigentümern von land- und for st wirtschaftlich genutzten Grundstücken die Be­fugnis zur Festsetzung der" V e r s ch u l d u n g s g r e n z e ge­währt.

Berlin. 6. Jan. DerLokai-Anz." meldet aus Dar-es- Salaam: Am 1. Jan. gingen Teile der Besatzung von Mo- Tiorro und dem Detachement von Dibala unter Oberleutnant Wagener gegen den Sammelplatz der Aiifstänbischen am Tam- buru-Flusse im Matumbi-Gebiet vor. Die Aufständischen wurden zerstreut und- verloren 17 Tote unb 7 Gefangene.

Berlin, 6. Jan. Ein R a u b a n f a l l ist in der Nacht ans der Köpenicker Chaussee verübt worden. 2lls der Kut­scher eines hiesigen (Geschäftes auf dem Heimwege kurz vor Mitternacht die Chauise entlang fuhr, stürzten plötzlich aus dem Forst mehrere Männer herans, brachten den Wagen zum Stehen und fielen über den Kutscher her. Dieser setzte sich mit Aufbietung aller seiner Kräfte zur Gegenwehr und es gelang ihm auch, die Wegelagerer von sich abzuschütteln und durch eilige Flucht zu entkommen. Eine Tasche, die etwa 100 Mark Bargeld enthielt, hatten die Wegelagerer ihrem Opfer entrissen. Bei der geplanten Begründung einer Musteranstalt für Säuglingspflege han­delt es sich um eine Anstalt, in welcher auf wissenschaft­lichem Boden praktisch und theoretisch Erfahrung in einer bestimmten Richtung und in einer umfassenden, in ihren einzelnen, in einander greifenden Form gesammelt werden können, daß man von ihrem Ergebnis eine wesentliche Herabminderung der Säuglingssterblichkeit erwarten darf. Auch soll die Anstalt Aerzten aus dem ganzen Reiche zum Studium offen stehen. Eine beachtens­werte Verfügung betreffs der Schulzucht hat der Kultusminister an die Regierungsbehörden der östlichen Provinzen gerichtet. Es wird darin hervorgeboben, daß es besonders in der Ostmark notwendig sei, die Schulzucht mit väterlichem Ernst, aber auch mit väterlicher Freundlichkeit und väterlichem Wohlwollen

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zu handhaben. Dadurch soll verhütet werden, daß in bett Kindern polnischer Nationalität unangemeßene Aus« Übung der Schulzucht da> Vertrauen in deutsches Wesen- erschüttert werde.

Breslau, 6. Jan. Tas Kriegsgericht ber 11. Divlpon verurteilte den Unteroffizier Rowack vorn 11. Grenadier» Regiment wegen Geld borgens von Untergebenen 31 Fällen zu 2 Monaten Gefängnis und Degradation^

Paris, 6. Jan. Ueber die Mission des rnsfischen:. Bevollmächtigten Kokowzow wird noch berichtetA Wegen Unterbringung einer 800 Millionen -Anleihq hatte Kosowzew eine längere Uii'.rrcbnng mit R0upier^ in welcher er ihn ersuchte die Bemühungen der rusftichetf Regierung nach dieser Richtung hin zu unterstützen. Rouvier gab jedoch nach Rücksprache mit verschiedenen FinanzleuterL einen ablehnenden Bescheid.

Paris, 6. Jan. Ter Bevollmächtigte Rußlands^- Kokowzew, wurde dahin verständigt, daß der Plan, bei' franzö isschen Banken eine Anleihe von einen Milliarde Francs aufzunehmen, nach der Konfe-! renz von Algeciras bessere Aussichten auf «ingew habeu werde als jetzt. Aus Washington meldet derPetch Parisien", daß dem amerikanischen Delegierten für bie Marokkokonferenz dahingehende Instruktionen erteilt worden sind, ganz besonders für das Prinzip der offenem Tür in Marokko einzutreten. Weiter sollen die ameri« kanischen Delegierten alle Mittel anwende n,. um zu verhindern, daß Differenzen zwischeif Frankreich nnd Deut, Qi land entstehen, durch die' der M e l t f r i e d e b e e i n t c ch t i g t werden könnte.

Petersburg, 6. Jan. Dem bekannten Anarchisten- führer, Fürsten Krapotkin, ronrbe die Rückkehr nach Rußland gestattet.

Wien, 6. Jan. Die Henkel-Donnersrnarksche Vcr-> maltung dementiert das aus Abazzia verbreitete Geruchs daß die verstorbene Neichsgräfin Laura den Kaiser Wilhelm zum Erben ihrer Villen in Abazzia einsetzte.

Newy ork, 5. Jan. Es gilt als ziemlich sicher, daß deis Ausschuß, der die Verhältnisse der Versicherungs»' g escl lschaften zu untersuchen hat, einen Gesetzentwurf nach dem Muster des deutschen Versicherungsgesetzes einbringen wird, das der Gouverneur des Staates Rewpork in feinet, Jabresbotschaft an die Legislatur als mustergiltig be­zeichnet hat.

Washington, 5. Jan. Das Marinedepardement er­klärt, daß die Kreuzfahrt des Geschwaders des Admirals Sigsbee nach den europäisch ern Ge-. wässern schon geplant gewesen sei, lange bevor an amt« licher Stelle der leiseste Verdacht aufgetaucht sei, daß bie Marokkofrage eine den Frieden Europas bedrohende Gestalt' annehmen könne.

Buenos Ayres, 5. Jan. General Sarmiento und alle Offiziere der Provinzialbauptstadt San Juan wurden im Auftrage des Präsidenten der Argentinischen Republik verhaftet.

Telefomscfoe Kursfeepichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Hörse. 6. Januar, 1.15 Uhr.

3%°/0 Rcichsanleihe . . 100.70 3% do. . . 89.00

3%°/o Konsols .... 101.10 3% do 89 00 3^% Ressen 100.25

Oberhessen . . . 4°ä Oesterr. Goldrente. . 100.25 4*/c % Oesterr. Silberrente 100.75 4% Ungar. Goldrente . . 96.70 4% Italien. Rente . . . 106.10 3% Portugiesen Serie I . 68.05 3% Portugiesen p HI 68.10

l % Conv. Türken von 1903 90.50 Türkenlose 144.00 4% Griech. Monopol-Aul. . 52 70 \% äussere Argentinier . 89.30 3°/n Mexikaner .... 67.10 lX°/o Chinesen . . . 97 65

Aktien:

Bochum Guss 247.50

Buderus E. W 135.00

Tendenz: ruhig.

Berliner Börse, 6

Canada E. B 175.20

Darmstädter Bank . . . 148.20 Deutsche Bank .... 242.70 Dortmunder Union C. . . 99.70 Dresdner Bank .... 166.90

Tendenz: fest.

Elektriz. Lahraeyer . . . 140.50- Elektriz. Scbuckert . . . 130.30 Eschweiler Bergwerk . 263.2(> Gelsenkirchen Bergwerk . 226.001 Hamburg-Amerik. Paketf. 165 30 Harpener Bergwerk. . . 217 80 Laurahittte 247.50 Nordd. Lloyd .... 128.20 Oberschles. Eisen-Industrie 132.40 Berliner Handelsges. . . 171.60 Darmstädter Bank . . . 149.00 Deutsche Bank . . . 242 80

Deutsch-Asiat. Bank . . 183.00 Diskonto-Kommandit. . . 189.30 Dresdner Bank ... 166.40 Kreditaktien 213.20 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn 114.90 Gotthardbahn 199.00 Lombard. Eisenbahn . . 24 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.20 Prince-Henri-Eisenbahu . 128.50

Januar, Anfangskurse

Harpener Bergwerk . . 218.60'

Laurahiitte 248.40

Lombarden E. B . 24.50

Nordd. Lloyd 128.00

Türkenlose 144.70

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