drniMnerrn gfftmocTL Mr unznsäsNgr amrucye Wahl- beemflussungen wird folgendes erklärt: daß firei Samt mann Werner dem Kriegerverein zu Langenhain eröffnete dre Ucberlieferung der vom Kaiser gesafteten ^hiienschleife könne nur erfolgen, wenn der Kriegerverein Wallau wähle: dafi der KrcisschnlinspeN r des St*rei|e§ Lauterbach, Andres, die Lehrer seines Kreise5 v.r,ammclte und sie ermahnte, für Wallau stimmen; d s Kreisrat Schönfeld ans Schotten im Kreise Schotten für seinen Kollegen öffentlich amtierte; endlich: daß ein Flunblatt verbreitet wurde, bas die Bürgermeister von 34 Ortschaften mit ihrem Namen unter» widmeten Es soll Beweis erhoben werden, in welcher Weise Kreisrat Schönfeld agitiert hat und in welchem Um- fanne hessischen Bürgermeistern Polizeigcwalt znsteht. Man behauptet wohl mit Recht, do - die hessischen Bürgermeister ja so gut wie keine Poli^eigewalt haben.
Zlusland.
Kopenhagen, 3. Febr. @3 ist nunmehr bestimmt, ifcafj die Leiche deS verstorbenen Königs mit der Eisenbahn nach Noskilde gebracht werden soll. Mit dem Zuge werden sich der König und seine Gemahlin und die übrigen Mitglieder der königlichen Familie, sowie die fürstlichen Gäste dorthin begeben.
London, 4. Febr. Der „Dbferoer' erfahrt, das; Balfour und Chamberlain im Verlaufe eines intimen TinerS, welches zur Besprechung der gegenwärtigen Lage der uniomstischen Partei am Freitag Abend veranstaltet worden war, nicht zu einem Einverständnis gelangen konnten und daß infolgedessen die Opposition endgiltiq in zwei oder §ar drei Gruppen geteilt sein werde. Wie das Blatt ferner berichtet, wird der ehemalige Minister Long wahrscheinlich Balfour in der unionistischen Parteileitung ersetzen.
Rouen, 4. Febr. In der Kathedrale kam eS jgestern abend anläßlich der Inventaraufnahme zu Ruhe- störungen. Auch gegen den Erzbischof Fueet, welcher 'der republikanischen Gesinnung verdächtig ist, fanden feindselige Kundgebungen statt.
Cettin je, 6. Febr. Die auswärts verbreitete Meldung, wonach Fürst Nikolaus an König Peter die Bitte richtete, Serbien solle für Montenegro acht Batterien Schnellfeuergeschütze bestellen, damit Montenegro mit Serbien eine politische Allianz schließen könne, wird hier von amt» licher Stelle als vollkommen grundlos bezeichnet.
Tokio, 4. Febr. (Reuter.) In einer Sitzung des Budgetausschusses erklärte heute der Vertreter der Regierung auf eine Anfrage, es werde erwartet, daß der Tonnengehalt der Flotte in dem Finanzjahr 1907/08 auf 400 000 TouS erhöht werde._______________________
Rußland.
In der Citadelle zu Warschau wurden neuerdings II Mitglieder des Anarchistenkomitees kriegsgerichtlich erschossen.
Petersburg, 4. Febr. Ter Minister deS Innern -entsandte den Ministerrat Ssawitsch nach Homel zur Fest. Stellung der Ursachen der dortigen Brände itnb Unruhen.
— General Grodekow reiste gestern Abend in Be- tzleitnnq zweier Generalstabsobersten und eine? Adjutanten nach Chardin ab. Die Blätter wollen zuverlässig wißen, Grodekow sei zum Stadthalter deS fernen Osten? ernannt junb werde wahrscheinlich auch den Oberkommandierenden General Lenewitsch ersetzen.
, Die Helsingforser Blätter enthalten den Entwurf für I)ie neue finische Volksvertretung. Danach soll der Landtag auS einer Kammer mit wahrscheinlich 200 Mitgliedern bestehen. Die Mitglieder deS Landtags sollen auf drei Jahre gewählt werden. Für die Wahlen sollen außer den im Wahlgesetz festgelegtcn Bestimmungen noch folgende Regeln gelten: Wahlberechtigt sind alle sinischen Bürger, sowohl Männer als Frauen, welche über 21 Jahre alt sind. Bon der Wahl auSgeschlosien sind diejenigen Personen, die sich nicht im Besitz der bürgerlichen Rechte befinden. Wählbar sind alle Personen mit 25 Jahren, in Ausnahmefällen mit dem vollendeten 24. Jahr.
Sin Frotcst gegen den prcuß. Schulgesehenlwurf.
<Original-Bericht des „Gieß. Anz.")
sd. Frankfurt, 4. Febr.
Eine imposante Kundgebung gegen den preußischen Schulgcsetzentwurf fand heute vor- Mittag hier statt. Sie war veranstaltet von den National- liberalen, Nationalsozialen, Freisinnigen, Demokraten und Sozialdemokraten. Ter Zirkus Schumann, der etwa 5000 Personen faßt, war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Hunderte fanden keinen Einlov mehr. Ten Vorsitz führte Stadtverordnetenvorsteher Justizrat Tr.Friedeleben. Er führte aus, wenn der Gesetzentwurf Gesetz werde, so werde man in die dunkelsten Zeiten des Mittelalters zurücksallen und noch weniger wie heute fragen, was leistet der Mann, sondern welcher Religion ist der Mann. Solche Zustände dürften keinesfalls eintreten, die Schule müsse frei sein, vor allem von der Kirche. (Beifall.) Oberlehrer Nierhaus snationalsozial) kritisierte die einzelnen Paragraphen des Scl)ulgesetzentwurfs. Am bedenklichsten seien die Bestimmungen für das flache Land, wv Kvnfessionsschulen eingeführt würden, wenn nur eine kleine Minorität deren Einführung beantrage. Tort werde oas Zentrum seine Haupternte halten und dafür sorgen, daß man katholisch rechnen, schreiben und lesen lerne. Ans religiösen und pädagogischen Gründen sei die Simnltanschme der Konfessionsschule vorzuziehen. Solange die geistliche Schulaufsicht bestehe, müsse ,man es ablehnen, Abweichungen von der Simultanschule zuzugestehen. Ter sozialdemokratische Stadtv. Redakteur Dr. Quarck knüpfte an das bekannte Goethewort: „Nur der gewinnt die Freiheit und das Leben, der täglich sie erwerben muß" an. Von der unterjochten Volksschule ver- spreche man sich die wirksamste Unteriochung der breiten Massen. Ter preußische Regierungsstandpunkt gehe seit 100 Jahren dahin, daß Lesen, Schreiben und Rechnen genüge für des Volkes Fortkommen. TaS neue Gesetz wolle den Kvtau der Lehrerschaft vor der Geistlichkeit. Unter großer Heiterkeit teilte er mit, daß die Frankfurter Volksschulkinoer wahrend, der acht Schuljahre 210 biblische G?schichten, 155 Bibelsprüche und 119 Liederverse auswendig lernen müssen. Tie Kinder in den höheren Schulen würden etwas mehr mit der Religion verschont. Tie konfessionellen Streitigkeiten spielten sich in kleinen, nach verschiedenen Richtungen hin beschränkten Kreisen ab. Tie Schule sei nicht dazu da, um der Verödung ber_ .Kirchen abzuhelsen. Ter Mut zu bekennen, was wahr ist, das sei die wahre Religiosität. Medner schloß mit dem Wunsche daß alle hier Versammelten
einig vierven sollten viF zum Falle Des ^esetzentwurrs, einig und stark gegenüber aller Schul- und Volksverderberei in Preußen. (Stürmischer Beifall.) Ter Direktor der Frankfurter Elisabethenschule, Keller, sprach sodann als nat.-lib. Politiker und Schulmann. Er gab einen historischen Rückblick über das Schulwesen, das ursprünglich als reine Staatseinrichtung ins Leben getreten sei. Weit gefährlicher als der Schulgesetzentwurf fei der Toleranzantrag des Zentrums. Tas Zentrum habe seine Macht in erster Linie der Untätigkeit des Liberalismus in Deutschland zu verdanken. Ter Kernpunkt alles Unterrichts liege nicht in der Religion, sondern darin, den Charakter des Kindes zu bilden und seine Willenskraft zu stärken. Tie geistliche Schulaufsicht sei eine Folter für die Lehrer. Ter Gesetzentwurf müsse fallen, das sei geradezu eine Kulturnotwendigkeit. Nach dem Westen, nach den Vereinigten Staaten solle man die Blicke richten, dort könne man lernen, was Freiheit des TenkenS und des Handelns heißt. (Beifall.) Frl. Adele Schreiber aus Berlin hob hervor, daß das neue Gesetz der modernen Frau im Staate keine Rechnung trage. Tie Frauen seien überzeugt, daß die Konfessionsschule engherzige, kleinliche, mit Vorurteilen behaftete Menschen erziehe. In fast allen Kulturstaaten hätten die Frauen in den Teputationen der höheren Mädchenschulen mitzureden oder würden sonst bei der Erziehung der Mädchen befragt. Je mehr die Erziehung in die Schule verlegt werde, um so größer müsse der weiblicbe Einfluß auf die Schule werden. Ter Vorsitzende schlug hierauf folgende Resolution vor: ,,Tie heutige, von etwa 5000 Personen aller Klassen und Parteien besuchte Versammlung im Frankfurter Schumann- theater erhebt lauten und entschiedenen Protest gegen den Entwurf des Schulgesetzes, der dem preußischen Abgeordnetenhaus vorliegt. Sie verlangt einmütig die Ablehnung der Vorlage. 1. Weil sie bie unglückliche mittelalterliche Spaltung oes Volkes nach Konfessionen in den Erziehungsund Vildungsanstalten in bie Massen trägt, die heute besser und geschlossener als jemals für den Wettkampf der Einzelnen und der Völker untereinander herangebildet werden sollten. 2. Weil sie, ftalt die in Nassau und Frankfurt bewährte Simultanschule weiter auszubreiten und zu entwickeln, diese einengen und untergraben will. 3. Weil sie die gesetzliche Schulaufsicht festlegt, statt He zu beseitigen, und die Frauen von der Schulaufsicht ansschließt. 4. Weil sie den bisherigen Hauptträgern alles Fortschritts, bie Volksschule, nämlich ben Gemeinden, das Recht der Schulverwaltung entzieht. 5. Weil sie in Widerspruch steht mit den §§ 26 und 1 unserer Verfassung. Aus allen diesen Gründen ruft die Frankfurter Versammlung die preußische Bevölkerung aller Gemeinden zur tatkräftigen Wahrung ihrer bedrohten Volksschulinteressen auf und bittet sie, mit einzu treten in den großen Kampf für die Unabhängigteit der preußischen Volksschule von geistlicher und staatlicher Bevormundung."
In der D i s k u s s i o n sprach zunächst der demokratische LandtagSabg. Oeier. Er betonte, daß er im Adgeordneten- hause entsprechend auf die Frankfurter Protestversammlung Hinweisen werde. Tie preußische Lehrerschaft verwerfe einmütig daS Gesetz. Die Forderung Iber Simultanschule sei eigentlich noch nicht weitgehend genug. Wenn uns die Freunde der Konfessionsschule dazu zwingen, dann schreiben wir die konfessionslose Schule auf unser Panier, dann soll sichs zeigen, wem sich das Volk zuwendet. (Stürmischer Beifall.) Ter freisinnige Landtagsabg. Funck bemerkte, es sei besonders bedauerlich, wie schlecht die preußischen Gemeinden, die doch so viel für die Volksschule getan hätten, in dem Gesetzentwurf wegkämen. Frankfurt habe eine jährliche Schullast von 6 685 000 Mk. Dazu trage der Staat 6850 Mk. bei. (Heiterkeit.) In anderen Gemeinden liege das Verhältnis ähnlich. ES sei beschämend, daß es heute möglich sei, einen solchen Gesetzentwurf vorzulegen. In der Stadt Goethes werde man ba$u nie und nimmer seine Zustimmung geben. Tie Studentin Der Rechte Anna Schulz auS Heidelberg betonte nochmals den Standpunkt der Frauen. Der freireligiöse Prediger Kl au ke aus Frankfurt forderte unter stürmischem Beifall zum Massenaustritt auS der Kirche auf. Tas werde mehr nützen, als alle Protestversammlungen. Was die Katholiken und die extrem Protestanten Erziehung zur Religion nennen, das sei in Wirklichkeit Erziehung zur Heuchelei. Frau Henriette Fürth aus Frankfurt betonte den Standpunkt der Mütter in der Schulfrage. Als letzter Redner trat ein Freund der Konfessionsschule auf, der wahre Stürme der Entrüstung entfesselte und nur mit Mühe seine Tarlegungen zu Ende bringen konnte. — Schließlich nahm bie Versammlung die Resolution einstimmig an. Ter Vorsitzende schloß mit dem Wunsche, daß auch in anderen wichtigen politischen Fragen, z. B. beim Wahlrecht, die Liberalen Frankfurts sich fortan einig zeigen möchten. Mit allgemeinem Beifall und Jubel schloß dann gegen 2 Uhr bie Versammlung.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 5. Februar 1906.
•* Bei den Gewerbegerichtswahlen am Samstag wurden von den Arbeitgebern 114 und von den Arbeitnehmern 1071 Stimmen abgegeben. Gewählt wurden bei den Arbeitgebern von der Liste der gewerblichen Vereinigungen 10 und von der Liste der freien Gewerkschaften 2 Beisitzer. Die Arbeitnehmer wählten 11 Beisitzer der freien Gewerkschaften mit 858 und 859 Stimmen und 1 von den nationalen Arbeitern ausgestellten Beisitzer mit 109 Stimmen. Bei der Gewerbegerichtswahl vor drei Jahren wählten 102 Arbeitgeber und 835 Arbeitnehmer, so daß — namentlich bei letzteren — eine recht erhebliche Zunahme zu verzeichnen ist.
— Besitzwechsel. Herr Kaufmann Louis Frech kaufte die Besitzung des 9)1. Salomon Gaus in der Ludwigstraße für den Preis von 37 000 Mk. — Die Philosophenwal d-Wirtschaft, der Fran Witwe Leib gehörig, ging in den Besitz des Herrn Ferd. Harnicke! zum ,fiaifcrbof' für den Preis von 120 000 Mk. über.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters Auf die Wiederholung von Halbes Liebesdrama ,3ugenb<‘ in der morgigen TienstagSabonnementvorstellung sei auch an dieser Stelle ausdrücklich hingewiesen, da es voraussichtlich die letzte Aufführung des Werkes ist.
** Ein Fest auf der Alm veranstaltete gestern abend der Gesangverein Sängerkranz im Neuen Saalbau, daß recht zahlreich besucht war und einen sehr schönen Verlauf nahm. Ter Saal hatte eine geschmackvolle, dem Cha- rakter deß Festes entsprechende Ausschmückung erhalten, die von den Herren Malermeister Eugen Groß und Architekt Phil. NicolauS entworfen und auSgeführt war und allgemeine Bewunderung erregte. Der Eingang bestand auS einem Tunnel und beim Austritt aus ihm sah man an der gegenüberliegen» ben Wand eine die aame Breite einnelun-nde Aloenlandschait
mn Alpenglühen und hatte vor per) einen oeoirgsice. ’ncajra vom Eingang konnte man sofort mit dem 9ltiffiteg zur Hülle beginnen und wenn man die umfassende Aussicht von der Hütte bewundert hatte, konnte man beim Abstieg verschiedene (ÄebirgShöhlen (Sektbude) usw. bewundern. Die Besucher der Veranstaltung hatten durch die gewählten Kostüme falt durchweg dem Charakter des Festes Rechnung getragen und auch das Unterhaltungsprogramm ordnete sich dem Leitmotiv deS Ganzen gesch'ckt unter. Eingeleitet wurde das alpine Fest durch Gesangsvorträge von Herren und Damen. Dest Höhepunkt bildete der große gemischte Chor mit Ordj ftcr* begleitung „Am Wörther See". Auch ein regelrechter Juxplatz war eingerichtet und Karussell, Schießbude und Panorama sanden eifrigen Zuspruch. Zum Schluß gab es einen solennen Tanz, der alle Festteilnehmer in bester Stimmung zusammenhielt. Um recht weiten Kreisen Gelegenheit zur Besichtigung der originellen und kostspieligen Saaldekoration zu geben, bleibt sie, wie an anderer Stelle erwähnt, bis Dienstag stehen. An diesem Tage findet größere? Militärkonzett statt.
** „I n t a l cr Singvögel" luden gestern zu einem Konzert nach Hotel Einhorn ein. Wenn man an und für sich bei Bekanntwerben eines derartigen Konzertes mißtrauisch ist, so wird man bei Anhören des frischen, fröhlichen Gesanges der Jnntaler bald anders gestimmt iverden. Es waren wirklich rech! bsackstensw.rte Leistungen. Unter tüchtiger Leitung hörte man mit Zitherbegleitungj sehr gute Chorgesänge, die miz Solovorträgen für Sopran, 2llt und Baß abwechselten. Namentlich letztere wurde mit reichem Beifall ausgenommen. Die Jnntaler konzertieren heute, Montag, und'morgen, Dienstag, nochmals im Einhorn, und am Mittwoch gibt die Truppe ein Kvnzcrt im, Frankfurter Palmengarten.
♦* Eine Schlägerei an welcher sich zirka sechs Personen beteiligten, entspann sich in der Nacht auf Sonntag in der Frankfurterstraße unmittelbar hinter dem Bahnübergang. Mehrere Beteiligte wurden erheblich verletzt. Tnrch zwei Gendarmen konnten die Kämpfer, die mit Todesverachtung aufeinander losgingen, getrennt werden. Vorübergehende fanden heute morgen noch zurückgelassene Waffen in Gestalt von zerschlagenen Stöcken.
— Lang-GönS, 4. Jan. Gestern abend feierte der Gesangverein Frohsinn sein 51 jährigeS Stiftungsfest. Mit Theater, Gesangsvortragen usw. verlief das Fest in schönster Weise. Die anderen hiesigen Vereine waren zahlreich oertreten.
□ Steinbach, 4. Februar. Heute morgen kurz vor 9 Uhr erhängte sich in seiner Scheuer ein im 77. Lebensjahr stehender Landwirt von hier. Der Bedauernswerte litt in letzter Zeit an Geistesstörung, was man wiederholt bemerkte, und hat jedenfalls die Tat im Zustande geistiger Umnachtung volliührt. Kurz vorher hatte er noch Kaffee mit feiner Familie getrunken. — Ein Mann von Birklar der an bet im Hausener Gemeindewald stattsindenden Holzversteigerung ieiluehmen wollte, glitt auf ebener Straße aus und fiel so unglücklich zu Boden, daß er ein Bein brach. Der Vei> unglückte wurde mit einem Wagen nach Birklar verbracht.
Höchst a. d. Ridder, 2. Febr. Auf der feit einem Vierteljahr eröffneten Nebenbahn Stockheim-Vilbel gab eS hier heute morgen eine größere Verspätung, Die Lokomotive hatte einen wichtigen Maschinenteil verloren, der die Weiterbewegung unmöglich machte. Der Zug hatte zwei Stunden Aufenthalt, bis eine Neseroemaschine von Friedberg herbeigekommen war. Die Reisenden, deren Ziel Frankfurt war, wurden mit dem nächsten Zug über Friedberg befördert. (Kl. Pr.)
§ Friedberg, 4. Februar. Der Frühjahrspferde- markt ist auf den 27. und 28. Februar festgesetzt. Damit ist eine Verlosung und Prämiierung verbunden.
Darmstadt, 3. Febr. II. KK. HH. der Gro ßh erzog und die Großherzogin begaben sich heute mittag zum Luncheon nach Schloß Heiligenberg. — Prinz Ludwig von Battenberg wird morgen Schloß Heiligenberg wieder oerlaffen. (Darmst. Ztg.)
R. B. Darmstadt, 3. Februar. Wegen eines in der verflossenen Nacht verübten Verbrechens im Sinne des § 174 Pos. 2 Str.--G.-B. wurde heute der Schutzmann Repp dahier in Untersuchungshaft genommen.
R. B. Darmstadt, 4. Febr. Die Stellungnahme deS Rektors unserer Technischen Hochschule, Geh. Baurat Pros. Gutermuth, zu Gunsten der konfessionellen Verbindungen und des Klerikalismus hat in der hiesigen Studentenschaft eine tiefgehende Erregung hervorgerufen und beginnt jetzt auch die Aufmerksamkeit der politischen Kreise zu erwecken. Der Rektor hatte sich nicht damit begnügt, auf dem allgemeinen Kaiserkommers der Studentenschaft die katholischen Verbindungen als vollkommen berechtigt hinzustellen und der Allgemeinheit der Studentenschaft wegen ihres Aus- schluffes die schwersten Vorwürfe zu machen, sondern er hatte auch dem Kommers der beiden katholischen Korporationen .Naffovia^ und ^Moenania" in Begleitung zahlreicher anderer Profefforen einen Besuch abgestattet und dabei in längerer Rede feine vollsten Sympathien den beiden Korporationen ausgesprochen. „Er beglückwünschte sie zu ihren Prinzipien und ermutigte sie, daran festzuhalten, da sie ihm die sichere Gewähr dafür bieten könnten, daß sie schließlich alle Eingriffe der Gegner zu schänden machen würden", so schreibt ein Teilnehmer des Kommerses über die Rede deS Rektors. Die Erbitterung in der Studentenschaft über diese völlig einseitige und unmotivierte Parteinahme zu Sanften des Kleri- kalismuS kam auch gestern abend auf dem im Kaisersaal abgehaltenen Kaiserkommers des Darmstädter S. C« in schärfster Weise zum Ausdruck. Aiich hier war neben den Profefforen v. Rösler und Berndt der Rektor Prof. Gutermuth wieder erschienen. Die Begrüßungsrede auf die Profefforen und Dozenten hielt ein Chargierter der „Rhenania^, der sein tiefes Bedauern darüber aussprach, daß zu dieser echt nationalen Feier der studentischen Korporationen so wenig Piofefforen erschienen seien. Er hoffe jedoch, nicht annehmen zu muffen, daß der jüngst wieder vom Zaun gebrochene Hochschulkonflikt die Veranlaffung dazu sei. Bei aller schuldigen Hochachtung der Profefforen und ihrer Stellung als Lehrer der Studentenschaft gegenüber müsse er doch die Erklärung abgeben, daß sich die Studentenschaft auf feinen Fall eine Gesinnungsknechtung gefallen lassen werde. (Lebhafter Beifall.) Man sollte von ihr nicht etwas verlangen, was sie nicht zu erfüllen gesinnt und in der Lage sei. Er bracht« t»1*! ^och ausdrücklich nur auf diejenigen Professoren auS»


