Ausgabe 
4.12.1906 Erstes Blatt
 
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Dienstag 4. Dezember 1906

156. Jahrgang

Erstes Blatt

Are Heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

elabeudt, WW5 f

Äus S.aor uno tuno.

Glegen, den 4. Dezember 1906.

In Audienz empfangen wurde von Sr. könig­lichen Hoh. dem Groß Herzog am Samstag u. a. Real- schuldireklor Karg von Butzdach und Reglerungsrat Weicker von Gießen.

Charaktererteilungen. S. K.H. der Groß­herzog Haden dem Oberlehrer an dem Gymnasium zu Worms, Diehl, und dem Lderleheec an dem Seminar für VolkS- schullehrerinnen zu Darmstadt, Noack, den Charakter als Professor erteilt.

** Kollekten für Wohltätigkeitszwecke, die namentlich zur Weihnachtszeit von Befugten und Unbefugten gern vorgcnommcn werden, sind nur mit behördlicher E» laubnis gestattet. Wenn Uolleklanten leine schriftliche, nut dem Amtssicgel deS Großh. UreisamlS oder des Polizelamts ver- fehene ErlaubniSbeichemigung oorzeigen können, ist anzu­nehmen, daß es sich um Schwindel handelt. In diesem Fall empfiehlt eS sich, die Polizei m Kenntnis zu setzen.

** Für 0 i e u 11 e n 11. a, e biyung oer Stabt» verordn eten--Versammlung um Donnerstag, den 6. Dez., nachm. 4 Uhr, i)t folgenoe Tagesordnung vorge­sehen : 1. Baugesuch des Kart Nesseldreher für die Ro0- heimerstraße. 2. Buugesuch des Hans Fvrrsch für die Kirch- straße. 3. Errichtung eines Hüynerftalies aus einem städt. Lriebviertel. 4. Gesa/äflsretiamen an städtischen Gebäuden. 5. Instandsetzung des städtischen 5pau,es Neuenweg 2. 6. Verlegung des SZetaileiujiotaid. 7. Vetpachtung der siaot. Bleichen, b. Crrichrung einer Ziegenzucytstation. 9. $t.- bereinlgung in der Gemartung Gcegen rechts der Lahn; hier: ÄoiteiianteU der Stadt. 10. Kosten für üie Feldberei- nigung links der Lahn. 11. Ferdvereinigung tinls der Lahn; hier: Gewannbezeichnung. 12. Erwerv von Straßen­land an der Marburgerstrage. 13. Erwerb der Hofreite des Heinrich Noll VLL zur Durchführung der Grogen Mühl-

monnilid)76>BL, ptertel» jährlich M. 2.20; durch 9lbbole- u. ^weigsiellen monathdi 6o M.. durch diePosl 'DI!. 2. viertel- jährt, ausscht. Beilellg. Aniiahme von llnzetge« sür Die laqeSiuiiiiinex bis Donnilingfl 10 Uhr, ßeilenpretS; lokal 12'Bt< auSivärlS 20

Verantwortlich tüt den poltL und auqem, Seil; P. Witiko 'ü, .Stadt und Canb* und -tüerichtölaal'. Utnfl p e 6 . hi< den 91 n» zeiaeuteil; HanS Beck.

Die ttolonialdebatte im Reichstag. V.

R. Berlin, 3. Dezember.

ES geht immer aufgeregter im hohen Hause zu. Die Flut der lvlon. Anklagen und Beschwerden will sich nimmer erschöpfen. Dernbürg muß sich auf den Versuch be­schranken, Oel auf die Wogen zu träufeln. Der Erfolg ist kaum nennenswert. Es machte heut beispielsweise geringen Eindruck, als vom Kolonialdirektor versichert wurde, die Pensionierung des Geh. Legationsrats Hellwig habe der Affäre deS Dr. Peters nichts zu tun. Der Un­mut, von dem die Volksvertretung durch die kolon. Vor- komnlsse erfüllt ist, kam sehr bald wieder zum Durchbruch und steigerte sich bis tur lebhaftesten Entrüstung wahrend der Anklagerede des Abg. Roer en (Ztr.), bei deren düsterem Hintergrund die prophetischen Auges von Dernburg erblickte kviomaieSonne" jählings verblaßte. Roeren versügt, wie er sagt, über eine Liste kolonialer Vtrs fe­talen, deren Aufzählung einen ganzen Tag in Anspruch nehmen würbe. Er teilte heute nur einige mit, von denen er behauptete, daß sie der Regierung längst bekannt seien, ohne daß eingegriffen worden wäre. Der Zentrumsmann kennzeichnete speziell die rohen Passionen gewisser Kolo n iald e a mter, nameiitlich die Anwendung brutalster Prügelstrafe. Eines der Stäbchen", nut denen letztere vollzogen wird, ist Roeren aus derMusterkolonie" Togo zugesandt worden. Er prä­sentierte den handjesten Stock dem Reichstag, mit dem Bemerken, man könne sich ungefähr einen Begriff machen, wie ein Knüttel aussehe, wenn dieser faustdicke Stock von Gewalthabern in den Schutzgebieten alsStäbchen" bezeich­net werde. Abg. Roeren hat sein Material m der Haupt­sache, wenn auch mittelbar, von den Missionaren, die selbst feinen leichten Stand im dunklen Erdteil haben, und, wie die Herren vom Zentrum mit Empörung vernahmen, bereits mannigfacher Willkür derUebermenjchen" ausgesetzt waren.

Es ist in der Tat beschämend, wie Beamte des Reichs, die doch christliche Kultur und Gesittung nach Afrika tragen sollten, dort niederen Instinkten Raum geben, und wie in manchem Fall daS Recht den Eingeborenen gegenüber gebeugt wird. Da nmß man sich wundern, wenn Aufstände nicht auSbrechen. Das Schlimmste aber ist, daß die Regierung, obwohl sie um die Uebellalen gewußt haben soll, die schuldigen Beaniten fast sämtlich in den Kolonien belassen, ja teilweise wieder hinausgeschickt hat. Erfreulich ist nun, daß Abg. Roeren sein Material vor der Oeffentlichkeit mitteilen konnte, daß es nicht der Beschlag­nahme verfallen ist, wie ein Teil des Erzbergerschen. Diese letztere Angelegenheit spielte übrigens heute in die Debatte hmem, wobei Präsident Graf Balleitrem sein Verhalten als Reichstags-Oberhaupt in der durch den Untersuchungsrichter im Sommer im Reichslagsgcbäude veranstaltetenHaus- snchung* rechtfertigte. Die Kolonialkritiker billigten den vom Präsidenten vertretenen Standpunkt, da die Rechte des Par­laments gewahrt scheinen.

Das Bedeutsamste an der Sitzung war jedoch die Ver­teidigung der Regierung durch den Kolonialdintior Dern­burg. Er kehrte die energische Seite seines Wesens heraus, die er durch Gereiztheit des Tones unterstrich. Das zeugte von Mut; ob aber diplomatisch war, darüber dürften dem Fürsten Bülow gelinde Zweifel kommen. Denn Dernburg behandelte die Beschwerdeführer aus den Missionen und aus dem Zentrum so schroff, daß die Freund- schäft zwischen der ausschlaggebenden Partei und dem neuen Herrn im Kolonialamt wohl bald in die Brüche gehen wird. Befremdlicherweise war heute iveder der Reichskanzler noch der Staatssekretär des Auswärtigen zur Stelle, Man ließ den parlamentarischen Neuling ganz allein im Kreuzfeuer, der dort in wilder Erregung rhetorische Hiebe austeilte, rücksichtslos mit den über­lieferten Formen brach und den Abg. Roeren dadurch blosstellte, daß er ihm den der Regierung gemachten Vor­wurf, zu vertuschen, doppelt und dreifach zurückgab.

ES spielten sich heute Szenen ab, die an die Zolltarif- kämpfe erinnerten. Vielfach hatte man den Eindruck, als .hänge* Dernburg bereits jetzt nicht mehr an seinem Amte. Er sprach selbst wiederholt von der Mög- lichkeit seines Rücktritts; die gewaltigen Schwierigkeiten, die er vor sich sieht, haben die Farbe der Entschließung, die koloniale Reinigung durchzuführen, wohl schon angekränkelt. Wer eS so darstellt, als terrorisiere das Zentrum die Re­gierung, dessen Bleiben kann bei den heutigen Verhältnissen kaum lange fein. .Ein Deimling in Zivil! 9lun, wir werden auch mit ihm fertig werden* meinte bedächtig cm alter Zentrumskämpe in der Wandelhalle, wo der aulgeregte Heerbann Dr. Spahns lebhaft debattierte, während im Saale Abg. Dr. Arendt (Rp.) dem Kotomaldiretlor beijprang in der Abwehr und für Dr. Peters wie em Leu focht. Bitt der Bewilligung des Staatssekretariatz für Dernburg durch das Zentrum hat es wohl jetzt noch gute Wege. Ko nflikts- ft off liegt in der Luft. Der Kanzler wird aber wohl in privaten Verhandlungen sicherlich das äußerste versuchen, um ein Abschwenken deS Zentrums zur Opposuion zu ver­hüten.

Nr. 285 trldielni tAgflJ) aufoer 6omuoq4.

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Händedruck dem Verurceiiren gegenüber den Wunsch aus-» sprach, daß es ihm beschieden sein möge, die Strafe zu überstehen und dann wirklich ein ordentlicher Mensch zu bleiben.

*

Dem falschen Hauptmann von Köpenick sind in der Not gute Freunde genug erstanden. Eine sehr vermögende Berliner Dame hat sich an die Verteidigung Voigts ge­wandt und die Absicht kund gegeben, ihm eine lebens­längliche Rente zu stiften, sodaß er den Rest^seines Lebens nach Entlassung aus dem Ge,angnis gegen Sorgen geschützt verleben kann. Voigt hofft, die 4 Saijre Gesang- nis bei guter Gesundheit zu überwinden.

Südwcstäsrlk^üttd^dt^^äugelifche Mission.

Wir erhielten folgende Ziischrick:

In dec intcrenanten Rede des Zentrumsabg. Erzberger gelegentlich dec hlvlonialdebatte im Reichstage am 30.. November kommt u. a. die Stelle vor (zitiert nach dem Bericht des Gieß. Anz. Nr. 283):Was ist übrigens geschehen, um d.e Eingeborenen friedlich zu gewinnen? Einmal i|t em Missionar dazu ent- saiidt worden, mehr habe ich wenigstens Nicht gelesen."

Merlwurdig i|t, daß der in anderen ko lammen Dingen so unheimlich bewanderte Herr in diesem Punkte )o wenig orientiert ist es haiidelt sich allerdings um evangeli|che Misirons- arbeit, meriwurdiger noch i)t, baß von leiten der Regierung [eine RichtigiteUung erfolgte.

Es durite die Oeneuliichkeit interessieren, auf die oben ge­nannte Frage des Abgeordneten eine authentische Antwort zu vernehmen und zwar von feiten des Jnspettors der Rheinischen Million, Haugieitec, degen Misswu ui lsudwe,ta|rita arbeitet. Dieser schreibt hierüber:

In den beiden -sammellagern Omburv und Otjihaenena hatten die Rheinilchen Miisionace Kuhlmann und W. Diehl bis zuni 1. Auguit 8 <22 Herero gesammelt; darunter waren an 23U0 Alälmer mit 320 Gewehren. Dreier Eriolg |and die An­erkennung der Behörden in |olchem Maße, daß Gouverneur XluU>eqiiiii Ende Juli iwch eine 3. Sammel necke in Olioiongvmbe Lam Waterberg errichten ließ, die dem Millionär Z. Oliv (Ötjim-- binQuej übertragen wurde. Schon in den ergen Wochen sanden ,ich dort nut rpilfe deS zuruagekehrten Grohmanns Dimoiheus <00 Herero nut etwa <0 Gewehren ein. Da Otwiongomve viel näl)er am Gebiet der noch vorhandenen Hererower,te hegt, konnte Ombuco auzgehoben werden. Eben|o wuroe die ^ammeitätigteit in Otsihaenena eüige|telit, weil dec dortige Millionär von Mitte Sepleniber ab eine neue Sammelstelie in dem weck im Osten bei Gobabis gelegenen Ombataha einrichten )ollte. Daraus kann auch die in mi||wnari|chen Dingen au||ackend einseitig berichtende südasrikanische Pres,e ersehen, daß auf Beranlaisung bOS Gouvernements das friedliche Sammeln der zernreuten He­rero auch jetzt noch fortg es etzt wird. Omburo undOtuhaenena bleiben von je 20 Hererolauiilien beletzt, die unter Deckung eines Millionärs oder Sanitätssoldaten hie dort gemachten Garten­anlagen pflegen sollen.

Zum ischruß |ei lestgestellt, daß von den Herero, die bisher als Boten von Ombuco aus ihre Volksgenossen aus dem Felde zurüaholten, nur ö Prozent Ehrilten waren. Die anderen waren Heiden. Aber auch sie haben vertrauensvoll die Anordnungen des Missionars er,uckt, und znm Teil mehr getan, als ein billig denkender Alen sch von ihnen erwarten konnte. Daß es eine aktive Fr leiden spartet unter den Herero gibt, ist in er)ier Linie der evangelischen Mi|swn zu verdauten. ES hat sich gezeigt, daß tratz alter Verirrung ein guter, brauchbarer Stern im Volke vorhanden i|t, der bei richtiger Behandlung zum Vor- lchein tflnunt D i e verständige Fürsorge für die Ein­geborenen i|t die wichtig,le von allen Kolonial- a u 10 a b e il 2hi matzgeoenoer stelle in Windhut in dies längst erkannt. Der Oe,ieickaa)ieck gegenüber muß dies aber |tus au,s neue betont werden."

Auch über Meie letztere, wichtige Frage ist im Reichstage, wie betannt, verhandelt und von Sboionialdirettor Denwurg auf i>ie notwendige E>chaffuiig einesEingeborenenrech­tes" hingewiesen worden. Glücklicherweise scheint es in die।er lüiiuierigen präge auch energud) vorwärts gehen zu socken, und dann erst wird die Blütezeit derKoloniai|chnorrer", wie Erz­berger treiiend bemerkte, vorüber sein.

Gußmann, Pfarrer.

ückerriku Monogramme

sicher rc. in sauberer na. Frida Kieh(er atze 29, 1. .6941

Unterricht in Steno- S (ijitem Stolze-Schrej) bewahrter Methode a Preisen erteilt.

Höingen untn 08847 euer feiger erbeten,

(Minz

Lhvb in üirzer zeit ht sich lucht durch M imfrrer Agentur L Derücler überall gi- llt jeden Äerui geeignet, erbeten an Postjach2S nm.

Der Chef der Reichskanzlei, v. Lobell, ließ sich von Dernburg den Verlauf der dramatischen Szene schildern. Es wird also wohl in kürzester Frist eine Rucksprache des Fürsten Bulow mit dem jireitbaren Kolvniaidirettoc statl- haden. Letzterem erteilte heute schpn Abg. Roeren eine Antwort, wie sie einem RegierungSmitgiied wohl noch nie gegeben wurde. Zioeren sprach vonplumpen und rohen Beleidigungen", von r s e nso b b e r- ton", von Vertrauensbruch,, absoluter Un­wahr h e i t ujw.Nach;>i)rer ganzen Vergangenheit sind Sie nicht fähig, mich blog^u stellen, Herr Kolo­nialdirektor!" Dieses Wort Roerens schlug dem Faß den Boden aus. Es erhob sich im Zentrum uno aus der Linken ein Beisallsor lan, der Dernburg von seinem Sessel aussa'hren ließ und zur Wortmeldung veranlaßte. Er suchte sich zur Ruhe zu zwingen, die hochgradige innere Erregung gewann aber bald ine Oberhand und legte auch ihm |ch.arse Worte in den Mund. Besonders peinlich be­rührte int Zentrum die Vene|ung von Briefen des Abg. Roeren an den Reichskanzler uilD an das Kolonialanti, Die daS Bild der Millionen alleroiiigs in etwas vec|choben. Aus den Tribünen aber erntete Dernbu rg Hande- klatscheli. Der Chef der Reichskanzlei verwahrke sich eben|aiis sehr entschieoen gegen Roeren. Em stürmischer und vielleicht solgen|chwerer Lag._________________________

Kom Schufter-Kauprmuun in Köpenick.

Gegen die Auöweimngs'PraLis der Polizeibehörde, wie sie im Berlau| des 'p^r,ze||es gegen den falschen Hauptmann von Köpenick Voigr ge|chiloert wurde, richtet sich eme Interpellation, die die national- liberale Fraktion emvr.iigen wirk. Es ist Aussicht vorhanden, daß über Dieje Fnierpeliation bald nach den Weihnachtsserren verhandelt wird.

So wird Ulis heute aus iöeriui gemeldet. Die national* liberale Frakiwn handelt verdienstlich, daß sie die Ausweijuligspraxis, aus die in dem berühmten Prozeß ein so grelles Lick)k gefallen ist, zum Gegenstand einer Reichs- tagstnterpellorwn zu machen gedeutt. Der Verurteckle ist meljr als üreigigmal ausgew^,en worden, trotz redlichen Muhens lu,m einen ehrlio-en Erwerb. Wie der Staats­anwalt im Prozeg erhärte, fei die Polizeiaufsicht im Jn- tere)|e der Allgemeinheit notwendig. Was sie gefruchtet hat, zeigt der Handstreich desHomptmanns", Der eine ^ladt mir 13 Mann ve|etzte, trotz oer Polizeiaufsicht! Not­wendig erscheint also dock) wohl niajt sie, sondern vielmehr, daß die At e n s ch l i ch r e i t zu ihrem Recht kommt und oag nut veralteten, mitteiaiierliaien L>e)runmungen auf­geräumt toeroe. Dem Vernehmen nach sind bereits von der Reichsregierung Erhebungen über die Po- lizeiaufficht angeordnet. Man darf wohl daraus reajnen, dag junaajit aus oem Verwaltungswege für eine mildere Anwendung der betretenden Besugnisse ^orge getragen wird.

Es unterriegk kaum einem Zweifel, daß Voigt sich heute seinen LevenSuuteryait ais ei)i)amer Schuster erwerben wurde, wenn ihn nicht die Polizei wie eui Freiwild von Ort zu Ort gehest hätte. Zn seiner Valer>iadt Lcksn tonnte er leinen Envero smven. Denn Dort kannte man seme Vergangenheit, uno wo er sonst nackcher Stellung |anD, er» reiajie «ihn überall Der porizeuiu.-e Ausweisungsbefehl. Das ist der Flrick/ Der Pviizeiau||ick)r!

Auch Hennig war oev |u ALinlichen als existenz- oerniu)icnuenPorizeiau,,cck)i" unbeaufsichtigt ge­nug, um Den wcoro in rrvannsee bei Bemm oegeyen und lieg, monatelang Dem strafenden Arm der Zu|.ra etitziehen zu können. Unverstanoiick) i|£ es auck), dag nun Dem Boigt nach feiner leyieu ^n-apeiDUbUiig nicht Den von ihm er» oetenen Ausianospafj gao. Er hatte sich während feines husenlyaiies im ^uiyigaufe eine E,umme ge|pan, gerade genug, um davon vie ueberfahrt naaj, Amerika za be» H-reuen; wesharb al|o Ucfj man ihn Denn nicht laufen? Aber das ertaubte nie yeihge Bureautrakie nicht, Denn oann Ware Die Stellung umer PoilHe.aufftchl iiiusorifch geworden! Darum Our, re Der Mann Deut, cgi and nicht Der» tauen, und ,o drängte man ihn wieoer auf die Bahn des yerbreujen» zurück. Die für immer zu Ver­lagen seine größte Sehnsucht war!

Der Fall Voigt beu.uiet eine neue ernste Mahnung, sowohl Den Sh.a,bori<rUg alS oie ipdrizehattgteil einer grunolichen Reform zu unterziehen. Die Poiczei ist zum oüjuge oes Levens um) Eigentums Der Bürger da.

Gieicgwohi t]i es erfreulich, Vay sich uui Gerichtshof gefunoell hat, der unter Wurvtgung bet Begleitumstände iuu.De walten lieg uno lein Hehl Daraus gtmuciji hat. Daß Voigt em Opfer D-eq Beihaimtsfe geworoeii ist. Der Vorsitzende selbst gab zpi, bay bei bet vorangegan- genen Verurteckung Votg«.s wtgen |<.tnes Embrnches in Die Wongruwitzer Getitgtslaise zu lo Jahren Zuchthaus n ich t ganz korreit versahren wotoeii |ei uno einem Re- oi|ibnsgejuche unter alten UmflänDen hatte Rechnung ge­tragen luetven muffen. Segt bemetiensiuert ijt aueg, Die Urieiisbegrunvung, iucia,,e g«.Liujjum ein Veroilt oer Polizeiauffi chi enthalt, inoem ausdrücklich ge­sagt wird, oay Voigt uitfäcgitch em Opser Der )iaat- 11ck) en Ordnung geworden uno ohne die Ausweisung vielleicht noch heute rugtg als Schuyniack^er ui kuismat lebte. Lag preu|ji|cg.e uiigter ein so ossen es Wort Iprechen, ehrt sie. Eme schärfere Kritik haue das Vor­gehen Der Polizei wohl kaum etsahren können. Denn in oer Begründung Des Urteils wirb mit Dürren Worten zu verstehen gegeben, dag Die schematische n M a y n a g - men Der Polizei f chu ld an Dieser TragoDie jmo. Man wird allenthalben oui Begründung des Urteils un Falle Voigt gern unterschreiben uno |ia.) den freundlichen Worten des humanen Vorsitzenden anfck)ließen, Der unter