Ausgabe 
4.3.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Frankfurter Mörse. 3. März, 1.15 Uhr.

. 141.50

. . 100.95

GeriehLssaal

Prince-Henri-Eisenbahn . 131.00

Berliner Börse,

. 286.20

. 24 30 . 126.70 . 144.90

EJektriz. Lahmeyer . .

Elektriz. Schnckert . . Esohweiler Bergwerk .

. 235.50

. 128.00

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenl ahn .

Gotthard bahn . . Lombard Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn .

3. März. Anfangskurse. Rarpener Bergwerk . . Lanrahütte . . , Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . Türkenlose . . . . .

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . .

Reichsanleihe do.

Konsols do. .

Hessen . - Oberbessen

174.20

14 00

242 -

81.60

163.90

129.00

254.90

220.90

164.50 211 00

236.00 12660

124.50

\% Griech. Monopol-Anl.. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4X°/O Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss .... Buderus E. W ...

Tendenz: ruhig.

4°ä Oesterr. Goldrente. . 4V5-n Oesterr. Silberrente 4 °o Ungar. Goldrente . .

496 Italien. Bente . . - 3?L Portugiesen Serie I .

54.00

91 60

67.60

96.30

Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paket!. Rarpener Bergwerk. . . Lanrahütte......

Nordd. Lloyd . . . . - Obei «chlcs. Eisen-Industrie

88.80

100.95

88 70

99.60

100*50

101.25

95.75

108.48

68.7V

69 95

91.50

93.80

93 30

3%6/o 3%

3M°/0 3%

8M°/o

3 %°ln

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Lodz, 4. März. In der Konstantinstraße wurde Heute abend ein Polizeirevieraufseher durch mehrere Re, volverschiisse gelötet Die Verbrecher entkamen.

Kiew, 4. März. In der Vorstadt Dennewka drangen 8 mit Revolvern und Dolchen bewaffnete Männer in daS dortige Postamt ein und raubten 8000 Rubel.

Plozk, 4. März. Im hiesigen Stadttheater, tn dem heute eine Wahlversammlung stattfinden sollte, wurde unter der Bühne eine mit einer Lunte versehene Bombe gefunden. , . , , _ _

San Francisco, 4. März, lieber den W r r b e l st u r nt, der die Gesell sL a f tsi n se ln hcimgeiuckt hat bernbtnrdn Offiziere des DampfersMariposa"' norfr, daß dem StuE schwere Seen vvranqinaen, welche ganze Dörfer weg schwemm­ten Die Scknsfe, die im K-ffen von Vavcete ans Tahitt lagen, vermochten sich zu retten. Der französische Gouverneur und der englische Konsul wandten sich an ihre Negierungen um Unter- stützung für Hunderte von obdachlosen Personen. Einern hiesigen Blatte wird gemeldet, es seienm e hrere I n seln v ers chw u n- den und an 10 000 Personenumgekommen. Drese Meld- una iit iadoch unbeltatiat _____________

. . 173.00 . . 148.25 . . 242 50 . . 182.50 . . 189.00 . . 163.60 . . 211.00

. 110.50

' * 24*40 . . 145.00

ansqe'üihn'würden. In ganz Hessen bis nach Thüringen hinein werden die Verputzarbeiten von Weißbindern ausgeiuhrt - m

«. k . _ « > I I . . A Ia A A VA zA A T 1 n V t I O t 11

' Lier in Gieren sind, so lange das Wechbmdergewerbe betrieben wird' diese Arbeiten nur von Weißbindergeschaften ausgeüchrt worden und bis zur Vergebung der Verputzarbeiten an der Höheren Töchterschule hat sich auch noch nie em hiesiger Maurermeister an einer solchen Submission oder bei Privatbauten beteiligt

Unparteiisch wird doch wohl ,ede Sache danach zu beurtei en sein wie solche landes- imb ortsüblich gehandhabt wird und hwr n Gießen seit langen Zeiten die Baugeschaite emgeteilt sind. Es scheint uns eher, daß hier ein anderer Grund vorliegt, nämlich der, daß man der gesetzlichen Innungsvereinigung nicht günstig gegen- übersteht Ferner ist es eine unrichtige Behauptung des Einsenders, daß der hiesigen Maler- und Weißbinderinnung auch auswärtige Meister^ anqehören, sämtliche Mitglieder sind in Gießen anlaisig nnd biesiae^Steuerzahler, sämtliche hiesige Meister, bis aus einen, haben'die^ Zweckmäßigkeit der Innung anerkannt. Tagmder DnmmnsDereuügung die realen Interessen der Mit- aleicknvie in anderen Vereinigungen der Beamten 2c. und b r «rbe tet b vr^?n ro^,n, wird oud) f.itenä ber löbl. Stabt. ^maltuua' und im Publikum keine Mißbilligung finden. Em tzinausschnellen der Preise hat dadurch nicht stattgesunden.

1 Der Vorstand

1 der Maler- und Weißbinder-Jnnuug Gießen.

Aniist und Wissenschaft.

Paukzeit, Sechs Wochen Heldentum" von Ludwig Hirschfcld-Wien, Arthur Cavael, Verlag m Lei^ig^ -- Die meisten Bücher haben einen Helden bicic?Jrat emen tyng» ling. Ein harmloser schwächlicher Mensm, ein Student, der bloß seinem Sttidium und seiner Neurasthenie lebt und nichts von SttidcMcntum und Welt und Weibern weiß, wird durch <nne K'ontrabage plötzlich aus seiner grüblerischen Einsamkeit herans^erissen und mit allem bekannt gewarnt was ihm bisher fremd war. Und nun muß er sich in der Hast von sechs wahn­sinnigen Wochen durch des alles durchkosten und durchkampsen, iwzu andere junge Leute Iobre brauchen, r^ewbett, Angst vor d e m D u e l l, Furcht vor dem Sterben. Paukw-esen, W studen­tische Getriebe. Das Treiben der Welt, der Zungen Leute, der Stadt und vor allem das Kapitel Weiber und Werb. Em Auf- ruhr von Gefühls- und Ged'.nkenwelten ist die Fwlge' .aber allev sttimm und innerlich, vor den Leuten ist er der kaltbl-, ttge Gentle­man. Erst im Auamblick, wo ihn das Weib enttarncht, kommt dieser Sonderling zur B sinnung und zur Nntmmvendung der sechs Wochen Pankzcit: so zu na-rden wie die andern und geht nun ruhig rum Duell. Die Sck ilderungen ber 3wrneiiraff Inme, der nächtlichen Angstt,-fände, der DueUmrcht find eindrucksvoll. Mer noch rnanck^rlci erklingt m die,em wunderlichen Buch jüdische, dcntschnationale Studenten, der Dumme, das Wesen wienerischer Musik, der Stadtfruhlivg und allerlcu Jeder junge Mensch, und wer jemals einer war, wird darin etwas finden, was ihn trifft und angeht.

In Friedenau bei Berlin ist der Kunst>chrlftteller Dr.Ado ' R o s e ,i b e r g im Alter von 56 Jahren g e st o r b e n Gr lebte seit lanaen Jahren in Berlin, wo er früher als Kunstkritiker der Post" tätig ivar. Am bekanntesten unter seinen Schriften ist eine handliche und vortrefflich au§geftattete, im Verlage von Velhagen u. Klasing in Leipzig erschienene Kunstgeschichte.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 2. März., Der Metzger G. G. von Friedberg hat den noch nicht lp johr. Luitgen seiner Lauffrau zeitweise zum Austragen von ockeffch- warär verwendet, was gegen ihn eine Anzeige wegen Der -aehens gegen das Kinder, chutzgesetz Dur p^lge Ixttte^ Por dem Schöffengericht machte er geltend, daß der Junge nur um von der Straße zu kommen, beschäftigt worden ist. Die -eistnnyen feien freiwillig erfolgt; eine Berguttmg habe er daftcr nicht erhalten. Das Sckwffengcricht machte mese Ausführungen ferner Gruirdlage und erkannte auf Freisprechung. Die staats- anwaltschaft focht dieses Urteil an und machte geltend, daß es drickst darauf ankomme, ob der Junge die Arbeit frestmlttg ge­leistet lyabe oder nickst; der Geschäftsinhaber warc^ bervflichtt t genresest, ilyn von der Beschäftigung abzuhaltem Die L^rafkammer war der Ansicht, daß die körperlichen Kräfte , des tzvenig in Anspruch genommen worden icten, . ß dm Borichriften des Gesetzes nicht zur Anwendung gelangen können, weshalb die Berufung zurückgewiesen wurde. Dw .^ienstmagd M D. von Gettenau kam mit einem von u,r gefauchten Brief -u' einem Bäcker in Bad-Nauheim, angeblich xm .Auftrag der Mutter seines Dienstmädchens und gab an, diese ,ei wi Geld­verlegenheit, sie könne die «teuer mcht bezahlen, e^sei ihrschon Verschiedenes gepfändet worden, eie bat nut > Mark, die ihr auch behändigt warben. Wegen Urkundenfälschung und Betrugs jwurden ihr 3 Monate und 2 Wochen Gefängnis angesetzt und mii-er Einbeziehung ftner früher erkcmnten Strafe von 3 Mo- raten und 10 Tagen, aus eine Gesamtstrafe von 5 Monaten und 1 Woche erkannt. Der Dien Unecht des Mullers B.B von tzersfeld wurde zu Schlitz mit einem Pferde, das eme Wunde an der Brust hatte, betroffen als er hn begriff war, mit einem beladenen Wagen eine steile Straße huaufzufohren. Auf Befragen erklärte der Kstecht, daß sein Dienuberr den Zustand NU^dZ kenne. Beide^'erhielten Strafbefehle, bereit Em- svriiche vom Schöffengericht zurückgewieicm wurden. B.^wcht Urteil an und behauptete, daß die Verlctzung des >ieres io minimal gewesen sei, daß von einer Ti e rg u a l e rc i glicht E^werdäi kann. Auf Gründ der Ausführungen ernes verständigen gelangte das Gericht zum I-r^e 11 vru ch.

3% Portugiesen HI 4X°',0 russ.Staatsanl. 1905

4/4° n japan. Staatsanleihe I % Conv. Türken von 1903

Türkenlose ... - - 144.60

Wegen Herausforderung zum Zweikampfe murde der Stabsarzt der Reserve Dr. med. S ch u tz e n h o l d m Laus iak vom Gericht der 2. Division Nr. 24 in Leipzig zu zwei Tagen Iestungshast veritrteilt. Zwucheu Dr. ^chutzenhold im ^r Brückner war es weaeii ber Einführung der freien Aeiztewahl ^ÄSfianb zu Differenzen gekommen. Am 21 Dezember lies- Brückner im P-idien Restaurant Ui Laufigk beleidigende Äsungen über Dr. Schützenhold fallen Als dieser von der Beleidigung erfuhr, schickte er einen Forstassessor zu ^.r. Biuckner, -Y(U|U) 1|t vlc ---------- - .

KL -nb-«»

auf Säbel überbringen. 1htSnipfliin f beVStrQfe werden die yerpuyaTucucn ,vv, -----v '--"Sst'c"',,'

ab °^as Kriegsgericht beruckstchtigie bei Ausmessung der pber,quxr(en müßte gerade eine Ausnahme emgefuhrt sein,

daß Dr?Schützenhold von der Herausforderung in einem offent- Oder MoNenmum i«

lid)en Lokale schwer beleidigt worden sei. ; ft n n §-

Berlin, 8. März. Im Prozesse gegen den Divisions plärret Bachstein aus Münster, ber vom dortigen Ober­kriegsgericht von ber Anklage, Einrichtungen der katholischen Kirche beschimpft zu haben, ^^fp'.-ochen wurde erkannte der zweite Senat des ReichSmilitargerichtes ^'tenuf stu fhebu ng Les freisprechenden Urteils und Zurückverweisung zur nochmaligen Verhandlung an die ^ormstanz. . <

Osnabrück, 4. März. Das Schwurgericht verirteitte den Landwirt Aßmann auS ^apgen. der seine . , c. a c. r - n

mißhandelt hatte, daß der Tod eintrat, zu sechs Jahren

Bei ber Stabt Gießen war e? von jejer üblich, daß bte städtischen Fuhrleistiinqen alljährlich öffentlich zur B e ae buna gelangten. In diesem Jahre ist hiervon roeienthd) ob- ?ewich^ worben, indem die vorjährigen AttorbaistendieTi^ zu den alten hoben Preisen ubemabmcii, wahreiid cm aRorbant, welcher billig afforbtert hatte, den Vertrag nicht mjjt .sollte und mir dessen Iuhrleistung zur Vergebung onentlich aus geschrieben wurde. Warum nun hat die städtische Bauleitung mdrt alle IuHrleistungen öffentlich ausgeschrieben? Dies waie doch sicherlich sowohl im Interesse der Stadt als auch der einzelnen st-uhrwerksbesiher gelccien gewc'en. ,

,Uaa in^riaerDieb. In Rodez (Frankr.) witriie wegen Diebstahles einesPaares al t e r H o lzschuh e em Wit

wurde; ber Urgreis war bisher unbestra t.»

Dem letztenEiuqesanbt" bettefsenb:Die Submission d-er Verputzarbeit für den Neubau ber höheren Töchterschul e" erwibern wir: Es ist richtig daß ent- svrecheub ber gesetzlichen Organisation bes Hanbwerks bie hiesigen Weißbinbermeister sich vereinigten, um in einer Innung sowohl den Anforberungen ber sozialen Gesetzgebung als auch gegenüber den schädlichen Auswüchsen, wie sie bei unsinnigen Submissionen zu tage getreten, und die Existenz bedrohlich gefährdeten, in loyaler Weise belehrend zu vermitteln!

falsch ist dagegen, wie der Einsender bemerkte, daß die ver­einigten Weißbinbermeister keine Konkuii-enz fürchteten und infolge- bessen mit ihren Preisen in bie Höhe geschnellt seien. Das ist nun in keiner Weise ber Fall, sondern bie Preise, die wir an^tzten, sinb so, wie sie in anerkennenswerter Weise vom hessischen Staat, um ben nngehmben Submissionen zu steuern, durch Großh. Bauamter mit den Vertteter-n sämtlicher Bauhandwerkern in eniem bestimm­ten, ben jetzigen Verhältnissen eingesetzten Preistarif festgesetzt würben, ber bei allen Unterhaltungsarbeiten ber Staatsgebaube als mass­gebend zu Grilnbe gelegt wirb. Jedem Geschäft wird alliahrsich durch Auslosung abwechselnd eine von diesen Arbeiten übertragen Diese von dem Staat und den Gronh Bauamtern vor 3 Jahren airfgefteUten und den hiesigen Verha tu,ffen angepaßteii Preise haben auch wir bei ber Submission ber höheren Tochterschule zu Grunde gelegt, unb baß wir aus Konkurrenz rechneten, ist -ratiache, ba wir ganz bestimmt auf auswärtige Konkurrenz gesaßt waren und bie ^rcignjfabe einßebcnb^befPe^c^ nienbcrS, baß die Serpuharbeiten, ü ...... rrttrK hiPT rinn bnn '11 ntirern

Schiffahrt habn, schwer gelitten. - Aus der Jwcl Mada- qaskar wurde die ganze Oslkiistc von einem Wirbelsturm hemigcsucht. Die Stadt Mahanoro wurde fast voll- stän'diq zerstört, lieber 50 Einsicborene unb 2 Europäer - wurden getötet, fast alle Europäer verletzt. Auch der an ; den Pflanzungen angerichtete Schaden ist sehr bedeutend.

* E r p l o s i o n an 93 orb eines deutschenDampfers. Aus Viktoria in Britisch-Kolombien kommt eine Trauer­kunde für Deutschland. Der deutsche Dampfer ..Servia" soll außerhalb des Hafens von Wladiwo stock auf eine schwimmende Mine gestoßen sein. Ein gewaltiges Leck wurde in den Schiffsrumpf gerissen und unmittelbar nach ber Explosion ging bas Schiff mit 100 Mann unter.

» Kleine Tagesckronik In Berlin wurde em Rechte anwalt auf einem Korridor des Kriminalgericksts von ein t Same Löblich insullirl. indem sie ibn nach einer heiligen Auseinandersetzung ins Gefickt schlug, sodaß er blutete. Die Dame wurde zur Feststellung ihrer Perionalien aus das P"lizeibureau gebracht. Es soll sich um eine ehemalige Opernsängerin handeln, die zu dem Anwalt Beziehungen unterhalten hat. Der Grund zu dem Angriff soll tn nwtenelle Motiven liegen. Der Sturm ft eig er Abelmeiei, dcr^ den Petri-Turm in Berlin erkletterte und an dessen Spitze eine ttahne befestigt hatte, bestieg am Samstag von Neuem den -.urni und holte die Jahne aus ber £)öhe herunter. Dem aickreoenden Schau­spiel, das einen glücklichen Verlauf nahm, sah eine große Memchen- inenne zu. - In P ° I o n sind 8 «e nickstnrreiul le »orge- kommen, wovon vier einen tätlichen Verlauf nahmen. JnLy on stürzte ein Wohnhaus ein. Fünf Ki nd e r wnrben al§~ c t ch en aus den Trümmeni hervorgezogen. Aus V i c t o r i a m Bn isch- Eolumbien kommt die Nachricht von einem Schiffsungtua im stillen Ozean. Vor zwei Wochen wurde der .spanische Damvfer Liube von einer schwimmenden russischen Mine auf hoher See 'getroffen. Das Schiff ging einigen Minuten unter. 2 1 P e r s o n e n ertranken. In Stuttgart ist cm Einjährig- ^reiwilligci vom Grenadierregiment ,Königin Olga' an Pocken gestorben. In Berliner Dekaturanstalten ist man gro ften treuungen auf die Spur gekommen. ^Einc Durchsuamug meh- lerer Resterl^ndlungen führte zur Cmtbeckung ganzer Warenlager, bie beschlagnahmt wurden. Die gestohleucn <^tone wurden von Arbeitern der Dckaturanstaltcn an diese Haiidlungen verlasst. Es wurde festgcstcllt, daß zwilchen den Dandlmii und den Ar­beitern schon seit Jahren ein ,ehr reger Verkehr bestand Im Grünewald bei Berlin wurde ein Graf ^cback ans E b a r lo t t c n b u r g mit einer Schußwunde in einer VlutlaaL liegend, besinnungslos aufgeffinden. Er konnte nur noch an­geben, daß er gelegentlich ei.ies Spazierganges von .ctiicm Ätrol ch angeschoffen worden sei. Es liegt^ anscheinend ein RaubanfaN vor, da festgestellt wurde,, dass dem Ueocrfallencn eine goldene Uhr sowie ein Portenwnnaie fehlten. Eine umr des Täters konnte bisher nickst ^nittelt werden ^n Z i zen- h aus en bei Konstanz wurde dcw 9 Jahre alte ^icdrichv.Briel mit durchschnittenem Halse tot aujgeninden.

Mörder Nwrde ein innger Bursche n amen s Au ton Vos ver­ha stet und in das Amtsgesängins eingeliefert. Derselbe leugnet die Tat. In Sanscoins (Frankr.) stürzte wahrendder Messe der Kirchturm ein. Eine große Anzahl Dndachttger wurde unter den Trümmern vcnchuttet ^-en letzten Nachnc. ttn Kvsolge wurden bisher 27 Tote und Verwundete unter den . Trümmern hervorgezogen.

Scbrfftnnckrt elften.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch E a r l L o o 5 Kirchenplatz.

Laut telegraphischer Nachricht ist der DampferChemnitz am 3. ds. 6 Uhr morgens wohlbehalten in Newnork angekoi^^.___

Griginnl-DraHtrneldungen.

Berlin, 5. Marz. Eine Verjammlung polnischer Arbeiter beschloß, die Liebfrauenkirche zu boykot­tieren, da die katholische Geistlichkeit polnische AnsprÜch, zurückwies. .

Berlin, 5. März. Oberstleutnant v. Franck, ter Ende Nov. v. I. seinen hundertsten Geburtstag feierte, wurde anläßlich seines 80)ahrigenOffizters- Jubiläums zum Generalmaior befördert. £Ae Masseurin und .Krankenpflegerin Franziska Blanc würbe wegen wiebcrholtcr Verbrechen gegen das kennende Leben unmittelbar vor ihrer Flucht nach Darrs v e r h a fte t

Weißenfels, 5. März. Der Theaterdrrektor Mayerhof erschoß sich aus Notlage.

Mailand, 5. Marz. Ein Bergsturz zerstörte einen Teil der Ortschaft Tavemola bei Brescia. Mehrere Hauser stürzten in den Jseo-See.

Daoos, 5. Marz. Eine Lawine zerstörte die Parserm- Hütte am Mittelgrat. Ein Skifahrer wird vermißt.

Petersburg, 4. März. Heute im Versamrnlungs- s.iale des Adels eine Versammlung von 6000 Mitgliedern des Handels- und I u d u str i e- V e r b an des statt, in ber folgende Resolution einstimmig angenommen mürbe:

Die Hebung ber Wohlfahrt Rußlands hangt ab von den in dem K'aiserl. Manifest vom 30. Oktober v.

Freiheiten, die in die Gr udgeietze ausgenommen werden mUsten. Das gegenwärtige r g c he n d er L a n d e sr e ai er- u ng, welches jeder Gesetzlichkeit bar ist, führt M unhaltbaren Erschütterungen der Wohlfahrt Ruß­lands und kann nicht mehr geduldet werden ohne äußerste Gefährdung des Landes und der DY-

Handel nnd Verkehr, volkswirlfthaft.

Kohlenprcise. Die neuen Mschlußpreise pro' J9OC5/O7 hat mm daS Kvhlenkonlor hcr-usgcgeben. Amhra^itkohlen aus­geschlossen sind die Preise durckM-g hoher als i. B. Das find wieber einrn't die Segnungen des ^vndikatswesenv.

** Konkurse in d essen. Ueber dasVennogen der Johann Adolf Berger Witwe, Josephine, geb. Meinhardt, zu M a m z, wurde am 24. Februar, nachmittags 3 Uhr, das Koukursver ähren eröffnet Anwaltsgehilfe Steffan zu Mainz wurde zum Konkurs­verwalter ernannt, ttonkursforderungen sind bis zum 10. JDlai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. Neber das Vermögen be^ Kaufmanns Heinrich Winter m W o r m § wurde am 26^ , e- bntar, nachmittags 3 Uhr, bas Konkursverfahren ei öffnet. Rechts- anwalt Dr. Strauß in Worms wurde zum Konkursverwalter er­nannt. Konkursforberungen sinb dis zum 10. April bei bem Amts­gericht Worms anzumelben.

Märkte.

ko. Frankfurt a. M., 5. März. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."l. Amtliche Notiei-ungcn bei- heutigen T'tehinot f - nreife. Zum Verkäme ftanben: 387 Offfien, lo8 au§ Ceft- reirf) 42 Bnl en, 0 ans Oestreich, 784 KnHe, Zersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 316 Kälber, 336 Schafe und Hamme 1502 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaslammei. Bezahlt wurde für 100'Tumb Schlachtgewicht' Ochsen 1. Guahtat <(779 Ulf., 9 o.,n( 7274 Mk. 3. Oiial. 6669'11(1.; Bullen l.Qiial. 66 bis 68 Mk., 2. Üunl."6264 Mk.; Whe 1. Qual. 6971 Mk., 2.Qual. 6365 Mk., 3. Qual. 4546 DIL 4. Qual. 4243 Mk., 5. Qual. 00-00ML Kälber: 1. Qual. 89-93Pfg., Lebendgewicht o4-57 Pf., 2. Qual. 81-86 Pfg., Lebendgewicht 48-51 Pfg-, 3. Dual. 0000 Pfg., Schlachtgewicht 6165 Schafe: 1. Qual. 70 80, 2. Qual. 70-72 Pfg., 3. Qual. 00-00 Mg.: Schweine 1. Dual. 82-00 Pfg., Pebbaciü. 64.00-00.00 W« 2. Du.80- 81 Pfg-, Lebend- gern. 62.50-63 ^fg., 3. Dual. 73-75 Pfg., Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. .

kc. Frankfurt a. M., 5. März. (Orig.-Telegr. desGießen. 9(m.") Amtliche Notierungen ber bentigen Fruchtmarktvrel 1 e. Weizen Mk. 18.5000.00, Kiirhessischer Mk. 18.5000, La Plata Mk. 18.50-20.00, Kansas Mk. 18.50-19.25, Roggen (hiesiger) gne 16.5016.75, oberste (Wetteranerl Mk. 17.5000.00, ifraiifen- selber Mk. 18,2518,50, Hafer 16.75-17.75, OTai§Tlf. 12.^13 00 Wettenmehl 2728.00, M. 0000, 2. Dualität Mk. 2o.00

bis Mk. 26.00, 3. Dualität Mk. 22.50-23.00, Roggenmehl 0 Mk. 24.75-25.75, 1. Qualität Mk.22.25-23 25, Weizenkle.e Mk. 10.00 bis Mk. 10.15, Roggenkleie Mk. 11.00-11.50, Malskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Rieb Mk.17.7o 18.25. Alle^ per 100 Kg. ab hier.________________

Eingesandt.

(Für den Inhalt der unter bi-icr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

SpielplaK ber vereinigten .frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 6. März, abends 7 Uhr: ^Tell. SchanspielhauS.

Dienstag ben 6. März, abends 7 Uhr: .Salome. Hieraus.

Im bunten Reck/ w

Arbeiterbewegung»

Wien 4 März. Die organisierten äugest eilten der Apotheken fast ganz Oesterreichs beschlossen m den A u st a n d itt treten.

Kirchliche Nachrichte«.

Evangelische (tzemeinve.

Montag, ben 5. März, abenb? 8 Uhr: Bibclstunbe tm Konfir- manbensaal ber Lukasgemeinbe. Text ^^ar!er E u ler.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Sroranssichtsfckic Witterung in Hessen für Dienstag, den 6. März 1906: Trüb unb geringer Regen. Nach milberer Nacht Tagestemperatur wenig verändert.

Näheres >itrch (Eichener q'^tterfarte.

Tendenz: ungleichmüs^sig.

Fabelhaft billig stellt' sich Tee aus Meßmers hochfeinen, staub­freien Teespitzen, beim ein Päckchen ä, 15 Pfg. ist ausreichend für 16 Tassen. Diese Teesvitzen sind durch ihre Billigkeit jedem paus- halt zugänglich und sollen zur Hebung des Konsums des so außer­ordentlich gesunden Getränkes beitragen.___________________d /,

Technikum Bingen

Rheinisches

für Maschinen- u. Elektro­technik, verbunden mit Chaufeanohulc.___

Progrramme frei.