Ausgabe 
4.3.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

156» Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 54

Gießener Anzeiger

Erscheint W-kich mit Ausnahme des Sonntag-.

Eie ..Gießener ^amMenblätter- werden dem ,Snneiorr viermal wöchentlich beigelegt. Der E^rlstjchtz Laxdlvttt- erscheint monatlich einmal.

Montag 4. Marz L 806

Rotationsdruck unb Verlag der Brü hl 'ich»

UnwcrsUätsdruckerei. 9L Lange,

Redaktion, Expedrtion n. Druckerei: Schukltt.K, Tel. Nr, 6L Tetegr^Adr. J ilnactfi« Lieh«.

Eeneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen.

nur 72 Millionen bringen sollte. Da die Negierung dem

für die Zähheit und Energie der Deutschen. Und somit j Anträge zustimmt, darf die Einführung der ReichserbschaftS- steht auch zu hoffen, daß es dieser zähen Energie, die sicher- steuer als gesichert gelten.

auf Grund solcher Uebelstände mit den Ortspolizeibehörden in Verbindung zu treten und diese zu ersuchen, bei Anträgen auf KonzessionSerteilung für Gast- und Schankwirtschaften in der 9uii)c der Bahnhöfe, die ihnen gemäß § 33 der Gewerbe­ordnung zur gutachtlichen Aeußcrung zugehen, auch den Eisen- bahndircktionen Gelegenheit zu Einwendungen zu geben.

Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat die Bahnhofswirtc ihres Bezirkes verpflichtet, an die Eisen­bahn b c di en ste te n gute Milch zum Preise von 7 Pfg. ür 2/io Liter abzugeben. Ten Anlaß zu dieser nachahmens­werten Anordnung dürften die überaus günstigen Erfahrungen gegeben haben, die in der von der Gesellschaft für Wohlfahrts­einrichtungen in Frankfurt a. M. eingerichteten und betriebenen Eisenbahner-Verpflegungsanstalt mit der Abgabe von Milch gemacht worden sind. Es werden dort neuerdings monatlich rund 10 000 Gläser Milch (3/io Liter zu 6 Pfg.) verkauft. In einem von der genannten Gesellschaft ganz in der Nähe errichteten Kaffee- und Milchausschank werden außerdem mo- natlich rund 10 000 Tassen Kaffee, 3000 Tassen Schokolade und 12 000 Gläser Milch (zu 6, 10 und 6 Pfg.) verkauft. Auch an diesem Verbrauch ist das Eisenbahnpersonal stark beteiligt.

raten, der bestimmt, daß der Ermittelung de? Betrages der Maffe der Wert zur Zeit deS Anfalles zugrunde gelegt wirb, und in Verbindung damit § 27, der eine Steuerermäßi­gung für landwirtschaftliche und forstwirtschaft­liche Grundstücke vorsieht. Abg. Am Zehnhoff begründet die in seinem Anträge vorgesehene Vergünstigung, wonach bei Grundstücken, die dauernd land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen, der ErtragSwcrt zugrunde gelegt werden und als Ertragswert das 25fachc des Reinertrages gelten soll, den die Grundstücke nach ihrer bisherigen wirtschaftlichen Bcstiinmung bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung nachhaltig gewähren können. Nach längerer Debatte wird § 18 in der Fassung des Antrages Am Zehnhoff angenommen. Die Beratung des § 17 wird nach kurzer Debatte abgebrochen und die Weiterberatung auf den 6. März vertagt.

Ter Ertrag der Neichserbschaftssteuer nach dem Antrag Am Zehnhoff wird von sachkundiger Seite auf 80 Mil­lionen jährlich geschätzt, während die Regierungsvorlage

Erbschaftssteuer.

Berlin, 3. Mürz. Die Steuerkommission des Reichstages setzte die Beratung bei § 12 des Erbschafisstcuer- gcsetzes (Betrag der Steuer) fort, wozu mehrere Abänderungs- onträge vorliegcn. Bei der Abstimmung wird der Antrag der vereinigten Konservativen, Reichspartei, Zentrmn und .Nationalliberalen angenommen, wonach § 12 folgende Fassung «erhält: »Die Erbschaftssteuer beträgt vier Prozent für leibliche Eltern, voll- und halbbürtige Geschwister, sowie Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern; sechs Prozent für Großeltern, entfernte Voreltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Stiefkinder, Abkönnnlinge zweiten Grades von Geschwistern, uneheliche vom Vater anerkannte Kinder und deren Ab­kömmlinge/ sowie für an Kindesstatt angenommene Minder, soweit sich auf diese die Wirkungen der Einnahme an iKindesstatt erstrecken; acht Prozent für Geschwister der «Eltern, Verschwägerte im zweiten Grade der Seitenlinie; zehn Prozent in den übrigen Fällen. Ucberstcigt ber Wert des Erwerbes den Betrag von 20 000 Mk., so wird das 1 Vig fache der vorstehenden Sätze erhoben; bei SO 000 Mk. das 1 2/io fache, bei 50 000 Mk. das 1 3/10 fache, bei 75 000 Mk. das 14/io fache, bei 100 000 Mk. das 1 6/10 fache, bei 150 000 Mk. das 1 6/10 fache, bei 200 000 Mark das 1 7/10 fache und so fort bei jedem ferneren 100 000 ein Zehntelfaches mehr, bei einer Million Mark also das 2 5/10 fache."

Auf Antrag von Am Zehnhoff wird sodann § 18 be-

Altstimme vorzüglich paßte. Deutliche Textaussprache und schöne edle Tonbildung ließen die gute Schule erkennen.

Reicher, aus vollem Herzen kommender Beifall wurde ihr und Herrn Trautmann zuteil.

Etwas eigentümlich in dem zum größten Teile modernen Programm mutete mich zuerst die Sonate von Pietro Nardini an. Nardini, im Jahre 1722 zu Fibiana in Toscana geboren, war Schüler Tartinis und zeichnete sich als bedeutender Violinspieler aus. 1753 wurde er württemb. Hofkonzertmeister, 1770 Orchesterdireltor in Florenz, wo er 1793 starb. Seine Kompositionen hat Ferdinand David, der berühmte Leipziger Konzertmeister, wieder ans Licht ge­zogen, und einige, worunter auch die gestern gespielte, in seineHohe Schule des Violinspiels" ausgenommen. Herr R e b n e r brachte den ersten Satz der Sonate m. E. in der Tongebung mitunter etwas rauh, wogegen er mich im zweiten Satz, welcher nach Davids Angabe einer anderen Sonate desselben Komponisten entnommen ist, durch seinen seelenvollen innigen Ton entzückte, und im letzten Satze durch die virtuose Behandlung seines Instrumentes das Publikum zu lautem Beifall hinriß.

Mit dem E-dur-Trio Nr. 3 von Altmeister Haydn, das mir in seinem letzten Satze etwas überhastet schien, schloß der aenußreiche Abend.

Die Lehrer- und Geistlichengehälter vor dem preußischen Abgeordnetenhause.

Berlin, 3. März.

Zur Aufbesserung der Grundgehälter und A lterszulagen in leistungsschwachen Gemeinden hat die Regierung drei Millionen Mark neu eingestellt, statt der vom Abgeordnetenhause verlangten fünf. Im Gegensätze hierzu schlägt Frhr. v. Zedlitz (frk.) vor, die Petitionen der Re­gierung zur Berücksichtigung zu überweisen, damit für ihre Zwecke im nächsten Etat zwei Millionen Mark neu eingestellt

Iie Marokko-Konferenz.

DaS Plenum der Konferenz beriet am 3. d. Mts. in 2r/zstündiger Sitzung den zusammenfassenden Bericht der Redaktionskommission über die drei marokkanischen Staats­bank-Projekte. DaS Ergebnis dieser Plenarberatung war die Annahme derjenigen zwölf Artikel, in denen alle drei Vorlagen einig sind. Bonden strittigen Punktender drei Entwürfe kam kein einziger zur Annahme. Jedoch gelangte man in dec Frage der Gerichtsbarkeit, der die Bank zu unterstellen sein wird, zu einiger Annäherung der widerstreitenden Anschaungen. Die anderen wesentlichen Differenzpunkte, insbesondere der, welcher sich auf den Kapitalanteil der verschiedenen Mächte bezieht, bleiben somit unverändert bestehen, sodaß das materielle Er­gebnis der gestrigen Beratung gleich Null ist. Sie hat die Gegensätze um nichts zu verringern vermocht.

In Paris haben die Depeschen über diese Sitzung großen Eindruck gemacht. Es scheint, daß in Algeciras der Eindruck geherrscht hat, die deutschen Delegierten litten aus Berlin Weisung erhalten, sich den Ansprüchen Frank­reichs gegenüber unnachgiebig zu zeigen, und dieser Einoruck dürfte zur Beschleunigung der Ereignisse fceigpi tragen haben.

Pariser Blätter stellten mit Befriedigung fest, daß der Dreibund als aufgelöst betrachtet werden könne, da Italien sich infolge der Abstimmung von demselben zurück­gezogen habe. Die Abstimmung wird als ein Sieg der französischen Politik bezeichnet. In Telegrammen der Pariser Sensationspresse heißt es, die Delegierten der Frankreich freundlich gesinnten Staaten bereiten sich jetzt schon darauf vor, daß die Konferenz ihre Arbeiten im Lause dieser Woche ergebnislos ein stellen wird.

In Gibraltar lief ein große senglisch es Ge­schwader ein, weitere Schiffe werden erwartet. In Spanien faßt man diese riesige Machtentfaltung als eine Demonstration auf und glaubt, England werde jetzt energisch für Frankreich eintreten, wobei auch Spanien mittun soll, das jetzt angesichts der deutschen« Opposition gegen spanisches Silbergeld einen Vorwand zur offenen Schwenkung habe.

Ans diplomatischer Wiener Quelle verlautet dagegen, Oesterreich, Rußland und die Vereinigten Staaten hätten Vorstellungen in Berlin erhoben, und seither zeige sich Deutschland zugänglicher. Sir Charles Dilke gibt in derN. Fr. Pr." seiner Ansicht dahin Ausdruck: Tie französische Regierung sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß.ihre Armee für einen Einzelkampf mit Deutschland viel besser gerüstet sei, als man in Frankreich annehme. Aber auch Deuts chland wisse das und seine Friedens­liebe werde dadurch verstärft

lich nicht die letzte Kriegstugend des deutschen Soldaten ist, nun baldigst gelingen wird, den Aufstand in unserer süd- westasrikanischen Kolonie gänzlich niederzuschlagen, auf daß dem so viel Unheil bringenden Krieg ein Früchte tragender

Friede folgt! *

Der Kaiser richtete an Major Langer, den Führer de§ am 28. Februar von Hamburg ausgereisten Transportes Z. 6 folgendes Telegramm:

Am heutigen Tage gedenke ich dankbar meiner braven Truppen in Südwestaüika, wünsche dem ausrelsenden ErgnnzungstranSport glückliche Fahrt und beauftrage Sie, der Ueberbrinqer meines kaiserlichen Grußes an die vor dem Feinde stehenden Ossiziere unb Soldaten zu sein/

Heute früh erhielten wir au5 Swakopmnnd eine mit Bleistift geschriebene Ansichtspostkarte, die folgende freund­lichen Worte tragt:

Swakopmurrd, 2. Febr. 06.

Zwei alte Gießener, die bald selbst in G. ein passieren werden, senden viele Grüße.

W c n d e, Lt. 4. Feldbattr. Dr. Schaaf, Oberarzt

Man wird die rückkehrenden beiden Afrikaner tn Gießen mit herzlichem Jubel begrüßen. Bekanntlich wurde Leutnant Wende, Sohn des Gießener Oberstabsarztes Dr. Wende, am 1. Dez. bei Gubuoms leicht verwundet. Diese Karte läßt darauf schließen, daß er heute erfreulicherweise vollständig wiederhergestellt ist.

Die 3 Ansichten der Karte (Verlag der Swakopmunder Buchhandlung G. m. b. H.) geben ein Bild von der trost­losen Oede jener Gegend. Die langgestreckten einstöckigen Ge­bäude verleihen der Landschaft kein gewinnenderes Aussehen. Man sieht die Mannschaften bei der Arbeit: beschäftigt mit der Anlegung eines Feldtelegraphen, mit der Dressier- nng von Eseln, mit der Musterung von Pferden.

Giefzenev Ponzertverenr.

Gießen, 5. März.

. Der gestrige zweite Kammermusikabend war trotz des schönen Frühlingswetters gut besucht. Eröffnet wurde der Vbend mit dem herrlichen C-dur-Trio von Johannes Brahms. Brahms wurde schon im Jahre 1853 von Schu­mann als der künftige Messias bezeichnet. Noch selten ^ft eine Bezeichnung so vollständig eingetrosfen als diese. Er ist ein würdiger Nachfolger Beethovens geworden, lvenn auch erst in den Werken seiner letzten Schaffensperiode. Hier kann man fast von einer Anlehnung an Beethovens letzte Quartette reden. Wie Beethoven, verschmähte er die Schnellarbeit; erst ließ er seine Werke vollständig ausreifen, bevor er sie der Oefsentlichkeit übergab.

Wer seinen Werken mit Ernst und Andacht lauscht, hat einen unbeschreiblichen Genuß. So erging es mir gestern mit dem Trio op. 87, welches von den Ausführenden, den Herren Rebner, Hegar und Trautmann, welch letzterer sich trotz eines kranken Fingers seiner schweren Aufgabe unterzog, recht gut zu Gehör gebracht wurde.

Ter mit einem ernsten würdevollen Thema beginnende erste Satz, das eine ungemein ernste Stimmung aus- tzwechende Andante von moto, das spukhaft dahinhw^svÄe

A m Ende zu?

Ter gestrige Sonntag brachte uns aus Tcutsch-Süd- w a f r i k a die erfreuliche Nachricht von der Ge f a n g e n- ncsjne unseres nächst! Morenga gefährlichsten Gegners, des^ Bethanier-Häuptlings Cornelius. Damit ist das Ende des Aufstandes um einen bedeutsamen Schritt näher gerückt. T-er berüchtigte Führer der Aufständischen hat sich bekanntlich schon einmal Anfang Februar in Berseba den Deutschen gestellt, aber nachdem man seinen nachträglichen Anspruch aus Zusicherung des Lebens und auf Belassung des geraubten Viehes nicht anerkannte ,enikam er in kühner Flucht den deutschen .Händen unb setzte den Kampf lveitcr fort. Nun hat er sich auf Gnade und Ungnade ergeben. Dieser Erfolg unserer Truppen ist nicht nur an und für sich erfreulich, sondern vor allem ist die moralische Wirkung in Betracht zu ziehen, welche die Niederlage des wegen seiner Tollkühnheit und Verschlagenheit besonders gefähr­lichen Feindes auf die noch aufständischen Eingeborenen sicher ausüben wird. Älnerkennung verdienen unsere tapfe­ren Truppen, die da unten im schwarzen Erdteil Außer­gewöhnliches leisten. Der endliche Erfolg ist ein Zeugnis

politifebe Sagesschau.

Aus Herrn v. Buddes Reich.

In einem neuerlichen Erlaß deS Eisenbahnministers lüirb darauf hingewiesen, daß das Verbot des Genusses alkoholischer Getränke während des Dienstes den im Betriebe beschäftigten Beamten und Arbeitern gegenüber mit allen Mitteln der Dienstzucht durchgeführt werden müsse. ES gehörten hierzu nicht nur die eigentlichen Disziplinarstrafen, sondern auch die Ausschließung von Anstellung, von Gehalts­zulagen und von der Beförderung. Inwieweit von diesen Mitteln Gebrauch zu machen sei, bleibe dem pflichtmaßigen Ermeffen der Eisenbahndirektionen überlasten. Nach einem weiteren Erlaß halt der Minister eS für geboten, daß jeder un Betriebsdienst beschäftigte Angestellte, der im Dienste trunken gewesen, in den Anwärterlisten für Beförderungsstellen ge­strichen wird. Eine Wiederaufnahme in die Listen würde erst dann in Frage kommen, wenn auf Grund längerer Beobach­tung mit Sicherheit angenommen werden könne, daß der Be­amte sich ein gleiches Vergehen niajt wieder zu Schulden kommen lasten wird. Hinsichtlich der Anstellung sei eine ent­sprechende allgemeine Anordnung schon früher getroffen: da­nach sei bei Beamten, deren Dienstführung zu erheblichen Klagen Anlaß gibt, die Uebergehimg bei Besetzung etats­mäßiger Stellen nicht nur statthaft, sondern geboten, sofern nicht überhaupt die Entlastung in Frage komme. Bei der Verhängung von Disziplinarstrafen gegen Bedienstete, die sich der Trunkenheit schuldig gemacht haben, habe es nach den Beobachtungen des Ministers vielfach an Ernst und Folgerichtigkeit gefehlt. Häufig sei solchen Beamten für den Wiederholungsfall die Dienstentlassung angedroht worden, diese Androhung aber zumeist nut Rücksicht auf die gebotenen persönlichen Verhältnisse trotz des Rückfalles nicht aii§» geführt worden. Ein derartiges Verfahren widerspreche den Erfordernissen der Dienstzucht und der damit zumeist zusam­menhängenden Betriebsicherheit. Von der angedrohten Ent­lassung werde im allgemeinen nur dann abzusehen sein, wenn seit der ersten Verfehlung ein sich über Jahre erstreckender Zeitraum vergangen sei, innerhalb besten der Bedienstete sich tadellos geführt habe. Bei den Untersuchungen über Eisen- bahnunfälle sei ferner den Einwirkungen des Alkohol- genustes vielfach nicht in ausreichendem Umfange nachgeforscht worden. Ermittelungen seien nach dieser Richtung hin häusig überhaupt nicht angestellt ober auf die Erörterung der Frage beschränkt worden, ob der an einem Unfälle schuldige Beamte zurzeit des Unfalles betrunken ober angetrunken gewesen sei. Dieser Punkt werde regelmäßig klarzustellen und dre Ermitte- lung, soweit angezeigt, auch darauf auSzudehnen sein, ob der Beamte infolge gewohnter Unmäßigkeit im Alkoholgenuu ober unter der Nachwirkung eines ausnahmsweise starken Alkohol­genusses auch ohne Trunkenheit an seiner körperlichen und geistigen Spannkraft Einbuße erlitten habe. Weiterhin heißt es, die angestrebte Beschränkung des Alkoholgenusses werde an man­chen Orten dadurch erschwert, daß sich in unmittelbarer Nähe der Personen-, Güter-u.Nangierbahnhöfe eine außerordentlich große Zahl von Gast- und Schenkwirtschaften befinde, die durch ihre Lage und durch Anpreisungen verschiedenster Art die Beamten und Arbeiter zum Alkoholgenuß verleiten. Der Minister macht darauf aufmerksam, daß eS den Eisenbahndirektionen freistehe, Scherzo, in dem mich dlesäüber ausgeführten Geigenfiguren ganz besonders erfreuten, und der letzte mit hinreißendem Schwung gespielte Satz brachten den Herren reichen Beifall.

Störend wirkte in der Ausführung das leider oft zu tief gestimmte Cello, was besonders tn den häufig Vor­kommen den Oktavenstcllen, Geige und Cello, recht lvenrg angenehm zu hören war.

Frau Ida Kuhl-Dahlmann, eine Dame mit wunderschöner klangvoller Altstimme, brachte durch Vortrag einiger Lieder (von denen ich die Texte und Angabe der Dichter vermißte) eine interessante, genußreiche Abwechs­lung in das Programm. Wenn sie auch, wie mir schien, bei den ersten drei Liedern etwas befangen war, was auf die Entfaltung ibrer Stimme und die Intonation besonders nachteilig wirkte BrahmsVon ewiger Liebe" war bei­spielsweise, nach dem Schlüsse zu, sehr in die Hohe ge­trieben so erkannte man doch, insbesondere durch den schönen Vortrag und echt künstlerische Auffassung schon die Vvrzüae ihrer Künstlcrschaft, welche bei den Liedern von Trautmann unb Amadei in ganz bedeutender Weise zum Durchbruch kam. Herr Trautmann hätte sich für seine zwei rrunbcrschönen Kompositionen kaum eine bessere Interpretin wünschen können. Mit wahrhaft ergreifender Innigkeit sang sie das Lied von Mwöei, zu welchem dte dunLl gedarbte