ein Tiger auf alles Lebende stürzt, ,was^ ihm tm Wege steht, ist mir der Beweis, wie ohnmächtig dieses Schimpforgan m Wirklichkeit ist, wenn ihm die Zähne aezcigt werden. . Wir bleuen dem Hetzblatte nichts schuldig. Seine Wut, Jeine schamlosen Anrisse, seine Gemeinheiten gegen die Buchdrucker und uns und die damit c'rzielten Erfolge sind mit ein Beweis dafür, wie dieser Tiger als Affe sich seinerzeit ahnungsvoll selb st erkannt c."
Die deutschen Steuerzahler.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in einem „Die deutschen Steuerzahler" überschriebenen Artikel:
Den wiederholten Versuchen der sozialdemokratischen Presse, das deutsche Volk als besonders schwer mit Steuern belastet. hm- zustellen, und die „nichtbesitzenden Klassen" als die eigentlichen Träger der Steuerlast auszugeben, stellen wir die folgenden Tatsachen gegenüber: Die gesamte Steuer- und Abgabenlast für staatliche und kommunale Zwecke war im Jahre 1902 nach den Berechnungen in dem eben erschienenen Werk voii tt Kaufmann über die Kommunalfinanzen auf den Kopf der Bevölkerung tn Großbritannien 101,44, in Frankreich 79 57 und in Preußen einschließlich des Anteils an den Reichssteuerlasten 42,50 Mark. Die Reichssteuerlasten betragen nach dem Etatsentwurf für 1907 rund 1179 Millionen. Davon sollen nach dem „Vorwärts/auf die nichtbesitzenden Klassen 1069 Millionen entfalten. In Wirklichkeit belasten einzelne Steuern, wie die Erbschasts-, Weckyelstempel-, Schaumwein- und Zigarettensteuer im Gesamtbetrag von 190 Mlll. fast ausschließlich die besser gestellten Kreise. Von den verbleibenden 989 Millionen, die von den Besitzenden und Nichtbesitzenden gemeinsam zu tragen sind, entfallen, wenn man von den preußischen Verhältnissen ausgeht. 65 Prozent auf die einkommeniteuersreie Bevölkerung, oder 16,32 Mk. pro Kopf und 34b Millionen auf die einkommensteuerpflichtige Bevölkerung, unter Hinzurechnung der obigen Sonderlast von 190 Millionen, 25,3 Mk. pro Kvpf. Die hinzukommenden Staatssteuern, die in Preußen für 1906 auf 282,5 Millionen veranschlagt wurden, belasten die einkommensteuerpflichtige Bevölkerung mit weiteren 21,73 Mark pro Kopf. Für 1907 ist der Satz sicher nicht geringer. Setzt man den Betrag der weiter dazutretenden Gemeinde- und Kommunalabgaben mit dem niedrigen Satz von 500 Millionen ein, wovon höchstens 15 auf die gemeinsam zu tragenden Steuern für Vier und andere eigentliche Verbrauchsgegenstände entfallen, so ergibt sich durch die übrigen 485 Millionen für die einkommensteuer- pflichtige Bevölkerung Preußens eine fernere Belastung von 37,3 Mark pro Kvpf. Die einkommensteuerpflichtige Bevölkerung steuert also in Preußen zu den Reichs-, Staats- und Kvmmnnalsteuerlasten über 1100 Mill. Mk. bei, wovon der größte Teil sich auf V? dieser Bevölkerungsklasse zusammendrängt, die einkommensteuer- freie Bevölkerung dagegen nur rund 400 Millionen Mark. Für das Reichsgebiet erreicht die Leistung der einkommensteuersreien Bevölkerung an Reick)s-, Staats- und Kommunalsteuern im ganzen noch nicht 700 Millionen, die Leistung wird aber überholt durch das, was aus öffentlichen Mitteln der einkommensteuerfreien Bevölkerung unmittelbar zugute kommt. Dahin gehören zunächst 102 Millionen, die im Reichsetat füt 1907 zur Erleichterung der Durchführung der Witwen- und Waisenversorgung, zur Wohnungsverbesserung und an Reichsbeitrag zur Invalidenversicherung vorgesehen sind. Dahin gehören weiter die Summen, um welche die Entschädigungsleistungen der reichsgesetzlichen Arbeiterversicherung über die Beitragsleistungen der Versicherten hinaus- gehen: diese Summen waren im Jahre 1904 bereits 263 Mill, und sollen für 1907 nur mit demselben Betrage eingestellt werden. Ferner sind hier mindestens 420 Millionen an öffentlichen Aufwendungen für das Volksschulwesen anzuführen: die nur zu einem winzigen Bruchteile durch die Schulgelder gedeckt würden. Dazu treten noch mindestens 100 Millionen Mark an kommunalen Aufwendungen für das Armenwesen. Mindestens 885 Millionen Mark kommen also im Reiche den einkommensteuersreien Volksschichten aus öffentlichen Leistungen unmittelbar zugute gegenüber einer Steuerleistung von höchstens 700 Millionen für öffentliche Zwecke. Dazu kommt noch, daß in den vom „Vorwärts" so kräftig angegriffenen Etatsansätzen für militärische Zwecke rund 300 Millionen für Ausgabeposten stecken, die sich zum allergrößten Teil in Arbeitslohn umsetzen müssen und so wiederum den breiten Volksschichten mit einem sehr wesentlichen Bruchteil zugute kommen. Die Ausgaben für das Heer und die Marine, ohne die zum Teil sehr erheblichen entsprechenden Ansätze in den Kvlonialbudgets, betragen in Frankreich nach dem Budget des Jahres 1906 20,2 Mark und in Großbritannien nach der Abrechnung für 1905/06 27,1 Mark auf den Kopf der Bevölkerung. Die dementsprechenden Ansätze des Etats für die Heeres- und Marineverwaltung im Reichsetat für 1907 belaufen sich unter Einrechnung der einmaligen und der außerordentlichen Ausgaben auf 1079 Millionen oder 17,8 Mark auf den Kvpf der Bevölkerung. Im Vergleich zur Bevölkerung sind demnach die Aufwendungen im Reich für das Landheer und die Marine geringer als in Frankreich und in Großbritannien, und daß im Reich diese, wie die übrige öffentliche Last, nicht in erster Linie von den „nicht besitzenden" Klassen getragen werden, haben die vorstehend angeführten Tatsachen klar ergeben.
Aus StaM und Land.
Gießen, den 28. Dezember 1906.
** Auszeichnung. Dem Oberkassenvorsteher Martin Lenz bei der hiesigen Bahnverwaltung wurde von S. M. dem Kaiser der Titel als Rechnungsrat verliehen.
** Die Gro ßh. Zentral st eile für die Landesstatistik hat eine Erhöhung ihres Mitgliederbestandes erfahren. Wie die „Darmst. Ztg." mitteilt, war hierfür die Erwägung maßgebend, daß es wünschenswert schien, an den Arbeiten der Zentralstelle neben den bisher in ihr vertretenen Zentralbehörden auch die Kreise mehr wie seither zu beteiligen, die infolge ihrer Tätigkeit an einer möglichst um,asfendeu Statistik interessiert sind. Es ist geplant, auch aus landwirtschaftlichen Kreisen eine geeignete Persönlichkeit in die Zentralstelle zu berufen. — S. K. H. der Großh-erzog haben den Ministerialrat im Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden der Abteilung für Bauwesen Geheime- rat Freiherr von Biegeleben, den Ministerialrat im Ministerium des Innern und Vorsitzenden der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe Dr. Usinger, den ständigen Hülfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, Oberfinanzassen'or Balser, den Ministerialsekretär bei dem Ministerium des Innern Pisto r„ den ordentl. Professor an der Landesuniversität Dr. 23 i er m er zu Gießen, den außerordentl. Professor an der Technischen Hochschule Dr. Berghoff-Jsing zu Darmstadt, den Bürgermeister Dr. G l äff in g zu Darmstadt (als Vertreter der größeren Städte), den Syndikus der Handelskammer Offenbach Schloßmacher (als Vertreter der Handelskammern), den Syndikus der Handwerkskammer Engelbach zu Darmstadt zu weiteren Mitgliedern der Zentralstelle ernannt.
** Zu welcher allgemeinen Berühmtheit der „Hauptmann von Köpenick" auch int Vogelsberg geworden ist, zeigten die Weihnachtstage. Wer aus dec Stadt zu Besuch aufs Land kam, der brachte sicherlich unter feinen Weihnachtsgaben als Geschenk den Hauptmann von Köpenick nut. So begegnen wir ihm unter den Spielsachen der Kinder als automalifchec Marschmann, als Hampelmann mit getreuem Konterfei usw. Wo em Verein eine Weihnachtsbescherung veranstaltet, da fehlte auch nicht der Hauptmann von Köpenick als Hauptsolonummer, fei es als lebendes Bild oder als Soloszene oder als Ensemblespiel.
W. Gar beute ich, 27. Dez. Der von hier gebürtige Kaufmann Hermann Katz, der Begründer des Welthauses Kotz Brothers in Singapore, wurde am zweiten Weihnachtsfeiertage in Frankfurt a. M., 68 Jahre alt, beerdigt. Er mürbe hier als der Sohn eines Vichhändlers geboren, besuchte hier bis
zu seinem 14. Jahre die Schule, kam' dann nach Frankfurt a. M. in die kaufmännische Lehre und bawies hier große Regsamkeit und Energie. Nach Beendigung seiner Lehrzeit sandte sein Chef den jungen Mann als seinen Vertreter nach London, wo er mit solchem Erfolg tätig war, daß ihn eine englische Handels-Kompagnie für Indien engagierte. Später machte er sich dort unter der Firma Katz Brothers selbständig, nahm zu seiner Unterstützung seinen Bruder Aron, den er aus Garbenteich hatte kommen lassen, in das Geschäft, das sehr bald einen solchen Aufschwung nahm, daß die Brüder in Pcnnog, auf Borneo, auf Sumatra, in London und in Frankfurt a. M. gutgehende Niederlassungen begründeten. Katz Brothers beschäftigten sich mit der Ein- und Ausfuhr aller nur denkbaren Waren und Produkte, sodaß die Firma sich einen Weltruf erwarb. Vor ca. 20 Jahren siedelte der Verstorbene nach Frankfurt a. M. über und bezog dort die von ihm errichtete Villa Singapore. Außer seiner geschäftlichen Tätigkeit übte Hermann Katz vor allem eine reiche Wohltätigkeit aus. Er hat seine hessische Heimat nie vergessen und liebte besonders sein Heimatsdorf, wo er in seinen letzten Jahren öfters und gern verweilte. Die Bedürftigen und Armen des Ortes werden den Wohltäter nie vergessen.
Nidda, 27. Dez. Am Abend des ersten Weihnachtsfeiertags wurde bei unS wieder ein feierlicher liturgischer Abendgottesdienst mit Ansprache des ersten Pfarrers gehalten. Es wechselten Gemeindegesang, Gesang der höheren Bürgerschule, der ersten Volksschulklasse und des gemischten Chors sowie Sologesang miteinander ab. Eine besonders erhebende Einlage bildeten zwei Violinvorträge mit Orgel- begleitung (geistliche Stücke von Beethoven und Mozart). Tie geräumige Kirche konnte nicht alle Besucher fassen. Zwei schön geschmückte Christbäume zur Rechten und Linken des Altars schmückten die Kirche. Die Kollekte war für eine neue Orgel bestimmt. — Wir sind ganz ein geschneit, die Straßen und Wege mußten mit dem Bahnschlitten gangbar gemacht werden. Seit Jahren trat wieder zum erstenmal der Bahnschlitten in Tätigkeit.
----Aus dem Kreise Lauterbach, 27. Dez. Zu dem Bahnprojekt Birstein-Lichenroth-Freiensteinau-Hosenfeld- Fulda ist jetzt ein neues gekommen, das von Fulda aus über Ober-Bimbach, Großen-Lüder, Müß, Blankenau und Hosenfeld nach HauSwurg fahren soll. Sehr gut wäre es, wenn die Strecke nach dem Amtsgericht Neuhof weitergeführt würde. Beide Projekte werden von den Bewohnern des südlichen und östlichen Vogelsbergs lebhaft begrüßt, würden sie doch der vom Verkehr abgelegenen Gegend die langersehnte Wohltat einer Bahnverbindung bringen.
sä. Darmstadt, 27. Dez. Bei dec heutigen Ersatzwahl zur Handelskammer wurde mit 99 Stimmen der Seifenfabrikant Kommerzienrat Jacobi, der schon jahrelang der Kammer angehört und ihr zweiter Vorsitzender war, aber bei der letzten Wahl nicht gewählt worden ivar, wieder mit fast allen Stimmen gewählt. Um Jacobis Verbleiben in der Handelskammer zu ermöglichen, war Buchdruckerei- besitzec Karl Wittich freiwillig aus ihr ausgeschieden.
fc. Frankfurt a. M., 27. Dez. Bei der Straßen- reinigung wurden wegen des starken Schneefalls gestern und heute 350 Mann neu eingestellt. 24 Schneeschlitten sind in Tätigkeit, die in sechs Abteilungen Wege bahnen.
Vermi|d>te»e
• Eine unglückliche Ehe. Man erinnert sich, daß der öftere. Erzherzog Leopold Ferdinand den limplen Namen Leopold Wölfling annahm, um seiner Liebe zu der Sängerin Adamowicz willen, die er dann heiratete. Jetzt hat Herr Leopold Wölfling seine Villa in Zug bei Zürich oertaffen und ist an die Riviera gereist wegen Zerwürfnis nut seiner Gattin. Es ist plötzlich in ihr eine Leidenschaft für den Vegetarismus erwachsen. Sie ergibt sich ausschließlich der sogenannten naturgemäßen Lebensweise, kämmt und wäscht sich nicht mehr, trägt nur die spärlichste Kleidung und keine Wäsche und ißt nur rohe Pflanzen. Sie ließ in letzter Zeit ihrem Gatten keinen Augenblick Ruhe, weil sie ihn gleichfalls zum Naturmenschen bekehren wollte. Tas war dem früheren Erzherzog doch zu viel. Vor seiner Abreise zog er den Advokaten Laschenal in Genf wegen Scheidung zu Rate. Laschenal meinte jedoch, es ließen sich schwer Gründe dafür sinden, da Fra u Wölfling sich der Scheidung widersetze. Finanziell ist Wölfling nicht glänzend gestellt. Er bezieht nur eine Rente von 3000 Francs per Monat, hat aber viele Schulden. Mit der Familie Toskana sind alle Beziehungen abgebrochen.
* Die Verteidigerin ihrer Ehre. Ein eigenartiger Mordprozeß wurde vor wenigen Tagen vor den Geschworenendes Städtchens Hazlehurst in dem amerikanischen Staate Mississippi geführt. Auf der Anklagebank hatte Frau Angie Birdsong, die Gattin eines der angesehensten Einwohner des Städtchens Monti- eello und Nichte des Bundessenators McLaurin, Platz genommen. Sie war beschuldigt, ihren früheren Hausarzt Dr. Thomas Butler erschossen zu haben. Der Ermordete, der verheiratet und Vater von mehreren Kindern war, stellte Frau Birdsong, die eine klassische Schönheit" ist, fortgesetzt nach. Als es ihm nicht gelang, sein Ziel bei ihr zu erreichen, verbreitete er Gerüchte über sie, die geeignet waren, ihren guten Ruf zu untergraben. Die so schmählich verleumdete Frau erfuhr, daß Dr. Butler der Urheber und Verbreiter der boshaften Gerüchte sei, die über sie in Umlauf gesetzt wurden, und ohne sich zu besinnen, eilte sie nach dem Hause des Arztes, um ihn für seine Niedertracht zu züchtigen. Das Zusammentreffen mit dem Verleumder steigerte ihre Erregung noch mehr, sie zog ihren Revolver und streckte ihn mit fünf Schüssen zu Boden. In der Verhandlung, die mit ihrem Freispruch endete, gab sie ohne weiteres zu, Dr. Butler erschossen zu haben. „Ich tötete ihn, wie ich einer Giftschlange ohne Zaudern den Kopf zertreten würde. Der Mann brachte mich um meinen guten Ruf, das einzige, wofür es wert ist, zu leben", sagte Frau Birdsong, als der öffentliche Ankläger sie fragte, ob sie sich für schuldig erkläre. Das eigenartigste an der Verhandlung war, daß die Angeklagte von ihrem Onkel, Bundessenator McLaurin, verteidigt wurde, während der Onkel des Ermordeten, Exgouverneur Longini, die Anklage vertrat.
* Kleine Tages chronil. Der Maurergeselle Otto Hoff- mann aus Al11omischel (Posen), der vergangene Woche unter bem Verdacht, feine Braut, die 24jährige Schneiderin Marlha Weber e v m o r d e t zu haben, verhaltet wurde, gestand nach zehn- stündigem Verhör die Bluttat ein. — In einem B e rllnerHotel durchschui 1 t am Weihnachtsabend ein Kellerarbester Bereut nn Streite dem Maichirnsten Gottschalk, der Familienvater ist, den H a ! ... Der Verwundete ist gestorben, der Täler verhaltet. — In P ans i|: em Skandal, m dein zwei Aerzle, eine Hebamme sowie cm. gaiw Anzahl Mädchen und junger Frauen fompiomutiert sind, cnibcct' worden. Es sollen über 100 verbrecherische Fälle vorgekoinmen sein, »n denen 9t eu gebotene verbrannt worden sind. —
In Wien wurde der Hoflieferant imd Fabrikbesitzer, Ingenieur Wilh. Ritter, tot in seinem Zimmer aufgesunden. Die Unter-' suchung ergab, daß aus dem von Ritter benutzten Gasofen Leuchtgas entwichen mnr. — Durch eine Lawine wurde in Hospitalet (Frankreich) eine Anzahl Häuser verschüttet. 4 Personen haben ihren Tod gefunden. Stellenweise liegt der Schnee 4 Pieter hoch. Tie Bewohner der Häufer konnten erst nach 48 Stunden Arbeit aus ihrer Lage befreit werden.
Kun ft und Wissenschaft.
— U6uf ar eit fieber* von Skowronnek und Blumenthal fanb bei seiner Erstaufführung im Frankfurter Schauspiel- hause ein beifallsfrohes Publikum. Aufführiing und Inszenierung ivaren gut. — Im Residenzt Heater hielten die S ch l i e r- feer wieder ihren Einzug und erzielten mit ihrem neuen Stück „D er verkehrte H o s" ein ausoerkauftes Haus und großen Beifall.
Gerichtssaal.
sd. Darmstadt, 26. Dez. Als Posten vor Gewehr hat bet Musketier A. Obenscheuer von der 2. Kompagnie des Jnf.- Negiments Nr. 118 sieh schwer gegen seine Instruktion vergangen, indem er in einer Reihe von Fällen in der Nachtzeit meist Rekruten um Geld oder Zigarren anbettelte lind, wenn er keinen Erfolg hatte, die Leute mit der Gewehrmündung stieß, ober am Kragen packle und sogar bedrohte, so daß seine Tat an räuberische Er- pressling grenzt. Er wirb wegen Forderung und Aniiahme von Geschenken auf Posten, wegen vorschriftswidriger Behandliing, sowie wegen Mißhandlung Untergebener zu 3 Monaten ®efängni§ verurteilt. — Wegen Mißhandlung in drei Fällen und oorfchristswibriger Behandliing Untergebener wird vom Kriegsgericht in Darmstadt zu 10 Tagen gelinden Arrest verurteilt der Sergeant Konrad Ries von der 5. Schwadron des Dragoner- Regiments Nr. 24, weil er einige Dragoner mit einem Rohrstock gehörig durchbläute, die sich vor seinem Vorschlag in der Maim- schastsstube wegen der Uniform, die sie für die Kirche anziehen sollten, stritten.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag nach Weihnachten, den 30. Dezember. Cbottfsbtenfi.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9* l/2 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
In der Iohanneßkirche.
Vormittags 9V, Uhr: Pfarrassistent Steiner.
Sylvester, den 31. Dezember.
In der Stadtkirche.
Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
In der Fohanneskirche.
Abends 8 Uhr: Pfarrer Kraus.
Neujahr, den 1. Januar 1907.
Kollekte für die Armen.
In der Stadtkirche.
Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Schwabe.
Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Euler.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrassistent Steiner.
Nächsten Sonntag, den 6. Januar, Epiphanias, wirb da? Landes-Mifsionsfest begangen werden. Dabei wird die alljährliche Kollekte für die Heidenmission gesammelt werden.
Ter Anhang geistlicher Volkslieder zum Gesangbuch ist erschienen und kann vorerst bei den Kirchendienern zu 20 und 25 Psg. bezogen werden. Bei den Buchbindern sind außerdem auch ungebundene Exemplare, aber ohne Noten, zum Einlegen in das Gesangbuch zu haben.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 29. Dezember 1 906:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit । zur heil. Beichte.
Sonntag, den 30. Dezember 19 06: Sonntag nach Weihnachten.
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben- Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 91 /„ Uhr: Hochamt.
Nachmittags um 5V2 Uhr: Andacht.
Israelitische Neligionsgemeinde.
<$>ottesbten’t in der Synagoge (Sitbanfngr).
Samstag, den 29. Dezember 1906.
Vorabend 4.30 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr.
Sabbataiisgang 5.20 Uhr.
Kchsffsrrachrrchten.
Red Star Linie.
Ter Postdampfer „Kroonland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Dezember wohlbehalten in New-Bork an gekommen.
Tetefomsclhe Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse
3^°/0 Reichsanleihe . . 98.— 3% do. . . 86.90
°/0 Konsole .... 98.05
3% do. .... 87 05 3 >4% Hessen . . . . 96.30 3^0/0 Oberhessen . . . —.— 4 % Oesterr. Goldrente. . 99.70 4*/6% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 96.40 4% Italien. Rente . . . —.— 3?6 Portugiesen Serie I . 69.10 3% Portugiesen „ III 69.70 4 x/i °/0 russ.Staatsanl. 190u 80.90 415" 0 japan. Staatsanleihe 85.70 1 % Conv. Türken von 1903 9->.70 Türkenlose ... . . 144.40
■1 % Griech. Monopol-Anl. 52.10 1% äussere Argentinier . 89.— 3°/0 Mexikaner . . 67.— 4>iu/0 Chinesen .... 96.35
Aktien:
Bochum Guss..... 242.50
Buderus KW.... 133.—
Tendenz: fest.
28. Dezember, 1.15 Uhr.
Elektriz. Laluneyer . . . 140.— Elektriz. Schlickert . . . 120.05
Eschweiler Bergwerk . . 252.40 Gelsenkirchen Bergwerk . 230 20 Hamburg - Amerik. PaketL 158.10 Harpener Bergwerk. . . 214.06 Lamahütte...... 243.50
Nordd. Lloyd . ... 131.40
Obci sehles. Eisen-Industrie 126.— Berliner Handelsges . . 175.30 Darmstädter Bank . . . 141.30 Deutsche Bank . . . 243.20
Deutsch-Asiat. Bank . . 173.70 Diskonto-Kominandit. . . 187.40 Dresdner Bank . . . 159.10 Kreditaktien.....217.30
Baltimore- und Ohio-
Eisentahn . . . 122.70
Gotthardbahn.....—.—
Loinbard. Eisenbahn . . 34 90 Oesterr. Staatsoahn . . . 148.50 Prince-Benri-Eisenbahu . 152.50
Berliner Börse, 28. Dezember.
Canada E. B......198.70
Darmstadter Bank . . . 141.10 Deutsche Bank .... 242.90 Dortmunder-Union C. . . 84 lo Dresdner Bank . . . 158.90
Tendenz.: ruhig.
Aufangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 214.10
Laurahütte .... 243.90
Lombarden E. B. ... 34.70
Nordd. Lloyd.....131.20
Türkenlose.....145.—
M e ß in e r s Tee wird in hunderllaufeiid Familien und " mcbvcrcu Hofhaltungen getrunken. Durch ihn haben viele den
1 -i Gcnuij, den feinen Tee für wenig Geld bieiet, erst kennen geleint, sind Teetiinker gelvordcn uild haben die Marke M eß in er ui ihren Kreisen weiter empfohlen. ss'V,
n 3 n B 4 S1! 3l, 3 4 31 31 3 3’ 3 3 4 31 3
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