Ausgabe 
28.12.1906 Erstes Blatt
 
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Der Gutsbesitzer Janaz Rosenzweig in Neuha u S (Böhmen) wurde nachts burtf) Revolverschüsse ermordet. Als der -tnt üerbächtiq wurde der Postaehilfe Dowrcak verhaftet. Es scheint ein Racheakt vor,«liegen. - An der Juuenstädtischen « p a r k a s s e ( -m ft ien-CftefetHcbnft) inBudavest wurde em grober Betrug verübt, indem ,hr mittels geiälschter Brieie mit dem Namen eines tüiitsbesitzers, der ein Devot in Höhe von 600,000 fronen bet der Sparkasse hatte, 300,000 Kronen entlockt wurden. Die Polizeii ver- haiiete einen irüheren Buchhalter der Vaterländischen Bank, Dorbricks, und den Redakteur eines volksivirtschaftlichen Wmkel- blatles, namens Döbröü. Bei einer Haussuchung wilden beim Ei üeren 100,025 Kronen in Bar und Effekten, beim Letzteren 39,600 Kronen in Bar vorgefunden, die aus dem Betrug herrunren. Die Polizei fahndet noch au' andere Mithel'er. Aussehen erregt in i'iucrpol der Selb st mord des russischen Konsuls Robert de Mei mann, der seit einiger Zeit durch eine nur s, neu intimsten Freunden bekannte Privatsache lief bedruckt in Loudon iveilte. Am 26. Dezember stieb er sich zweimal em i.vlnches Dolchmesser in die Brust. Am 27. Dezember ist er ocr- jchicbcn. Als er noch bet Bewußtsein ivar, traf ein Telegramm c . , daß die bewußte Privatangelegenheit befriedigend erledigt sei. N'm teilte ihm den Inhalt des Telegramms mit; er murmelte:

s.-ül" und verschied. lieber 1000 Weihnachts-Pakete, die i h ^lachen bestimmt waren, verbrannten im Dussel- b o r- f c r Hauptbahnhofe. Der Brand entstand vermutlich durch Platzen einer umgesallenen Lampe. Ein angeblicher Kellner Rlärker, der eine auf 600 Mk. lautende gefälschte Postanweisiing bei der Poft eingefch'nuggelt hatte, wurde in Halle festgenommen. Plan vermutet in ihm den Mann, der kürzlich in Leiozig das Attentat au den reelbbricftrnner verübt hatte. In Zweibrücken er- | ch o s; s i ch ber 61sährige Bahnarzt Dr. H e s s e r t infolge Schwer- mu t am TodeStag seiner vor einem Jahre gestorbenen .zweiten Frau. - In Berlin hat der 26 Jahre alte Schneidergeselle Friedrich Neu- manu aus Frankfurt a. M. seine nm fünf Jahre jüngere fbinnt Helene Reimann ermordet, indem er ihr mit dem Taschenmesser den Hals durchschnitt. Nach Verübung der Mordtat beging er S e l b st m o r d. Er brachte sich mehrere Stiche in der Herzgegend bei und stürzte sich dann vom Balkon der Woh- i mg auf die Straße. Der Tod trat auf der Stelle ein, lieber

da? Motiv der Tat fehlt jede Aufklärung. Direktor Alfred Stender-Stefani vom Berner Stadttheater sprang in einem Anfall von Schwermut von der imqph',ner hoben Kirchenfeldbrücke in Bern in d i e Aar hinunter. Slender wurde nur leicht verletzt herausgezoacn und erlangte bald das Bewußtsein wieder. Uner- guickliche Verhältnisse zwischen dem Verwaltungsrat und der Direktion sollen die Ursache zu diesem Selbstmordversuche fein.

Universitäts-Nachrichten.

Die Verfassungsstatuten der technischen Hochschulen zu Berlin, Hannover und Aachen sind n"u g-rcgelt worden. Die Lehrer werden sich forten in fünf Klassen teilen: etatmäßige Professoren, Honorarprofessoren, Do'enten, Privat­dozenten, Lektoren. Die Honorarprofessoren werden von dem Kultusminister ernannt.

Paris, 26. Dez. Der höhere Rat für den öffcntlick^n Unterricht hat den Entwurf eines Dekrets auSgcarbcittt, nack welchem arkadischen Aerztcn und Studierenden der Medizin, welche die Vorbedingungen für die Doktorprüfung in ihrem Lande erfüllt, gestattet sein soll, falls sie sich später naturalisieren lassen, das französische Diplom alZ Doktor der Medizin unter Befreiung von höchstens drei Prüfungen zu verlangen, vorausgesetzt, daß sic daS Baccalaureat einer Mittelschule besitzen oder Lizenttaten des Science- sind.

Der Lemberger Professor Kasrmkr Mroblewski, bekannt als polnischer Literarhistoriker, der mit seiner jungen Frau die Feiertage über in Radymno weilte, ist dort durch Gcsaus- strömung im Schlafzimmer mit seiner Frau erstickt.

handel und verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 2«. Dez. ^Orig.-Telegr. de?Gieß. An,z.^ V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 726 Kälber 250 Schafe und Hammel. 646 Schweme, 5 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 7200 Pfg. Lebendgewicht 67.0000.00 Ps, 2. Qual. 7100 Pf., Lebendgewicht 56.00- 00 Pfg., 8. Qual. 6065 Pfg. Kälber 1. Qual. 9508 Pf.,

Lebendgewicht 5658 Pfg., 2. Qual. 8288 Pfg., Lebendgewicht 48-62 Pfg., Schlachtgewicht 65-70 Pfg. Schafe 1. Qualität 7880 Pfg., 2. Qualität 00 - 00 Pfg. Geschäft: bei Halber und Schafen lebhaft, kein Ueberstand; bei Schweinen gedrückt, Heber* stand unbedeutend.

Gießener Wetterdienst.

-roranSsichtliche Witterung für Hessen am SamStag dem 29. Dezember: Meist trüb. Schneefälle. Temperatur nicht ver­ändert. Veränderliche Winde.

Griginal-Drahtmeldungen.

Berlin, 28. Dez. Gouverneur v. Lindeqnist ist a u 5 London zurückgekehrt, nachdem über alle wesentlichen Wünsche der deutschen Reichsregierung in Bezug auf gemeinsame Maßregeln für den Grenzschutz bei Ginge- borenen-Aufständen ein Einverständnis mit dem Londoner auswärtigen Amte erzielt worden ist.

New York, 28. Dez. Die Newyorker ,<Sun* berichtet aus Chikaqo: Zahlreiche russische Agenten sind von ihrer Negierung nach Chikago entsandt worden, um die dort an­wesenden russischen Flüchtlinge zu überwachen. Diese stehen nämlich unter dem Berdacht, ein Komplott zu organisieren, um eine lang anhaltende revolutionäre Bewegung inS Werk zu setzen, bei berauch der kaiserliche Palast in Peters­burg angegriffen werben soll.

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Professor Dr. Otto Bindewald

geziemend in Kenntnis zu setzen.

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Danksagung*

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Rabertshausen, den 26. Dezember 1906.

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Familie Herbert

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Im Namen der Hinterbliebenen:

Familie Reichhardt

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste unseres so plötzlich verstorbenen lieben Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters, des

Herrn Bürgermeister Georg Widdersheim

für die sehr zahlreiche Begleitung zu seiner letzten Ruhestätte, für die reichen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Stotz, sprechen wir hiermit unsern innigsten Dank aus.

Der Verein Deutscher Studenten zu Giessen

LV. d. F.V.

Adolf Becker, cand. phil.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, für die überaus zahl­reichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Psarrassistenten Steiner am Grabe des teuren Verstorbenen sagt innigsten Dank.

Gießen, den 28. Dezember 1906.

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Danksagung

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen Verluste sagen besten Dank.

Familie Gnst. Schneider, Wieseck.

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Unterfertigter Verein erlaubt sich, seine lieben A. H. A. H. a. i. a. a. i. a. exm. !. a. exm. i. a. i. a. i. a. und a. a. hiermit von dem Tode seines verehrten Ehrenmitgliedes, des Herrn

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