Ausgabe 
30.11.1906 Drittes Blatt
 
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das Ministerium dazu zwingen. (Der Präsident ermahnt den

Laufe der Jahrzehnte zu der Erfahrung gelangt, daß die Monarchie einen Schutzwall des Kapitalismus bilde. Wolle man ihm in einem Rechtsstaat das Recht nehmen, daß er den republikanischen Gedanken propagiere. Man glaube schon jetzt nicht mehr, wenn man seine Partei als Umstürzler hin­stelle, sie sei keine Bande von Verbrechern. Man fordere jetzt

Redner, sich nicht in Ausdrücken zu bewegen, die parla­mentarisch nicht zulässig sind.) Die Negierung habe ja da§ Recht, bei der dritten Wahl desselben Kandidaten selber ihren Mann zu ernennen, aber dann werde es bald dahin kommen, daß sich kein anständiger Mensch mehr vonr Ministerium be­stätigen lassen werde und dann würde es in den Augen der Volksmassen als das Ministerium der Ungerechtigkeit und der Gewalt gekennzeichnet werden. Redner wendet sich dann da­gegen, daß man seine Partei in der Versammlung vom

gegenüber zu wahren.

Nachdem sich noch Abg. Reinhardt in längeren, auf der Tribüne schwer verständlichen Worten gegen 2r. Gut­fleisch noch gewendet hat, polemisieren die Abgeordneten Ulrich und Tr. David noch in ziemlich erregtem Tone gegen diesen Redner.

Um bweiviertel neun Uhr ist endlich die Debatte über die Interpellation erschöpft und der Präsident schließt die fast sechsstündige Sitzung.

Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr.

gezeigt habe. Die Sozialdemokratie besitze ein scharfes Rechts­gefühl, aber nur für alle sie selbst berührenden Fragen, nicht auch für die Rechte anderer Parteien. Würde die Sozial­demokratie ihre schönen Theorien von Freiheit, Gleichheit re. auch in der Praxis betätigen und wirklich dahin streben, die vorhandenen Fehler in unserem sozialen Leben zu verbessern, so würde unsere Stellungnahme zu ihren Bestrebungen eine ganz andere sein. Redner erklärt schließlich, daß er und seine Freunde im Großen und Ganzen von den Erklärungen vom Regierungstische befriedigt sei. Daß das Ministerium infolge der nationalliberalen Parteiversammlung seine De­mission einreichte, halte er nicht für richtig; das hätte nur geschehen sollen, wenn diese Vorwürfe auch von der Majorität der Kammer erhoben worden wären. Ein vereinzelter Fall von Irrtum der Negierung brauche nicht gleich zur Demission zu führen. Die Minister müßten gerade in einer so schwierigen Situation es für ihre Pflicht halten, auszuharren. Er erkläre namens seiner Partei, daß dieselbe einstimmig die Bestätigung mißbillige, und es nicht nötig war, noch so gefährlichen neuen Zündstoff in das Volk zu werfen. Damit solle aber der Ne­gierung kein Mißtrauensvotum erteilt werden. Im übrigen könne er sich nur den Ausführungen des Abg. Reinhardt und dessen Resolution anschließen. Den Männern der Regierung aber rufe er ein Videant consules rc. zu.

Abg. Bähr erklärt, auch seine Partei mißbillige die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten. Sie stehe nicht im Einklang mit den Anschauungen in den weitesten Kreisen der ländlichen Bevölkerung. Redner beklagt dann das geringe Entgegenkommen des Herrn Finanzministers in agrarischen Fragen und spricht die Erwartung aus, daß in dieser Hinsicht eine Wendung zum Bessern emtreten möge.

Abg. Ulrich bemerkt, er wolle ebenfalls Videant consules rufen, aber in dem Sinne, daß sie darauf achten sollten, daß dem Volk kein Schade geschehe. Die drei Vor- redner hätten der Negierung über die Bestätigung des einen Beigeordneten ihre Mißbilligung ausgesprochen, sie hätten nicht vergeßen sollen, daß gleich ein Paar Andere nicht be­stätigt wurden. Er müsse seine Anerkennung aussprcchen, daß der Fürst des Landes den Mut gehabt hat, der ganzen Kamarilla gegenüber das zu tun, was er für recht hielt. Die bürgerlichen Parteien seien heute die eigentlichen Ver­treter des Klassenegoismus. Man könne den Sozialdemokraten nicht einen einzigen Gewaltakt nachweisen. Das Bestreben des Kapitalismus gehe dahin, die Macht immer mehr in wenige Hände zu bekommen. Derselbe wachse sich für eine Gefahr für den Staat aus. Die Sozialdemokratie sei im

den Klassenkampf vertrete, gebe es mit ihr keinen Frieden. Redner geht dann auf die Offenbacher Verhältnisse und die vom Fürsten dieses Landes, er solle Gesetz Gesetz sein lassen. Haltung , der Ulrich sch en Blätter näher ein, dieselbe mit Die traurige Vereinigung von Bauernbündlern, Zentrum und scharfen ironischen Worten geißelnd, wobei er oftmals stür- Natwnalliberalen beweis- qenüqsam, daß sie nur heuchelten, misch von den Soztaldcmokratcn mit Zw->ch-nruf-n bedacht , -t ro1cov < <5wird. Durch die Hetzarbeit der Sozialdemokratie werde die weil sie selber b' nicfjt airteben rooUten. im deutschen Wolke immer mehr erweitert, Schließ-

Er fordere oom Ministerium keine Extra-Wurst gebraten aber R(% ^wahrt sich Redner noch energisch dagegen, daß die er fordere Gleichberechtigung. Wenn man die Kandidaten Protestversammlung von Frhrn. v. Hehl ausgegangen sei. seiner Partei nicht bestätige, so werde sie Sturm laufen und uiid senie Freunde seien keine Knechte dieses Herrn, sie das Ministerium dazu zwingen. (Der Präsident erinahnt den wüßten ihre Freiheit und selbständige Stellung auch ihm

der Volksvertreter besitzt. Niemand könnte dem Großherzog ägen, welch bessere Männer man an die Stelle setzen könnte. Alles was heute vorgebracht wurde, sei nur eine Wieder­geburt der altem Gedankengängc, die schon vor Jahrzehnten gegen die Sozialdemokratie verwendet wurden. Das Mini- terium habe einfach gerecht gehandelt und seine Schuldig­keit getan und da seien Vorwürfe nicht am Platze. Er und seine Freunde würden bedauern, wenn aus der heu­tigen Verhandlung irgend eine Schwächung des Ministe­riums Hervorgänge. Tas Ministerium stehe als gerecht­fertigt da. Der heutige Tag sei ein Tag der Freude und les Triumphes für das Ministerium.

Abg. Dr. Glässing nimmt für seine Person Stellung zu der Frage auf dsie heftigen Angriffe auf die Inter­pellanten. Die Rolle eines Agitators der sozialdemokrat. Partei sei unvereinbar mit der Stellung eines Vorsitzenden des Gewerbegcrichts, des Einigungsamtes. Eine agitato­rische Beteiligung am politischen Wahlkampfe müsse dem Beamten seine Autorität nehmen. In dieser das Rechts­bewußtsein der Allgemeinheit tiefberührenden Frage müsse jeder ehrliche Deutsche ohne Rücksicht auf sein politisches Glaubensbekenntnis die Haltlosigkeit des von der Regier­ung eingenommenen Standpunktes anerkennen. Redner er­örtert dann die Stellung eines sozialistischen Amtsinhabers, bei der durch Streiks seitens der Agitatoren bewerkstellig­ten tiefen Erregung und bespricht dann die Autorität der obersten Staats- und Gemeindebehörden. Tie Bestätigung sei ein Akt des Monarchen und dürfe nicht zu einer blichen Formalität herabsinken. Tie Regierung dürfe nicht die Möglichkeit bieten, die Autorität der Gemeinden zu beein­trächtigen.

Abg. Dr. David bemerkt, es sei eigentümlich, daß die Sozialdemokratie hier zum Schutz des verfassungsmäßigen Rechts der Krone auftreten müsse. Der Redner wendet sich besonders gegen den Frhrn. v'. Hehl, den er mit Be­zeichnungen wie Geldsack, Großherzog usw. bedenkt. Auch in Ludwigshafen sei ein Sozialdemokrat zum Bürgermeister gewählt worden und in Baden hätten ja die Nationallibe­ralen mit den Sozialdemokraten ein Wahlbündnis be­schlossen. Redner polemisiert dann gegen die Abgg. von Brentano und Tr. Glässing und bedauert dieEinknickung" der Regierung vor der nat'ionalliberalen Volksseele. Die bürgerlichen Parteien hätten mit ihrer Agitation nur .Haß gesät und das Vertrauen des Volkes auf die Rechtsgleichheit erschüttert. Die Sozialdemokratie werde den heute hier zutage getretenen Parteiblock bei der nächsten Reichstags­wahl ohne Furcht entgegentreten.

Abg. Tr. Osann II. betont, daß nicht parteipolitische Erwägung, sondern der Gedanke an das Vaterland die Pro­testversammlung gezeitigt habe. Er verwahre sich dagegen, daß hier von einem Entrüsiungsvotum gesprochen werde, wie Dr. David es getan. Redner geißelt dann das heutige Bestreben der Sozialdemokraten, ihr monarchisches Gefühl zu revidieren (Ohorufe), während die Parteiblätter noch bei der Geburt des Erbprinzen und den Ordensverleihungen nur Hohn und Spott hatten. Solange die Sozialdemokratie

4. November des Landesverrats verdächtige und ihr die Vaterlandsliebe abspreche. Auch sie habe sehr wohl eine solche, aber das Vaterland der Ausbeuter sei nicht das Vater­land der Sozialdemokraten. Die 16 unterzeichneten Inter­pellanten behaupten, die Sozialdeniokraten ständen außerhalb der gegebenen Staats- und Gesellschaftsordnung. Das tun wir nicht, wir stehen mitten im Kampfe des Lebens und suchen unsere Ideale zu erreichen. Der Redner geht nun noch ausführlich auf die Versammlung vom 4. November ein und kritisiert die dort gehaltenen Reden in seiner bekannten aggressiven Weise. Seine Partei sei die stärkste im Lande, sie hätte eS auf 68 000 Stimmen gebracht, während die Nationalliberalen nur 56 000 und das Zentrum nur 33 000 Stimmen erhielten. Jeder nichtbestätigte Beigeordnete werde für die Folge dazu beitragen, die Stimmenzahl der Sozialdemokratie zu erhöhen.

Abg. Tr. Gut fleisch : Die Debatte erinnere ihn leb­haft an die Verhandlungen im Reichstage im Jahre 1890, als es sich um die Verlängerung des Sozialistengesetzes handelte. Es wurden damals fast dieselben Fragen auf­geworfen wie heute hier. Auch damals gab es Männer selbst aus seiner eigenen Partei, die der Meinung waren, daß Vorsicht der bessere Teil sei. Es kam aber doch die Er­wägung zum Durchbruch, daß in dem Gesetz ein großes Quantum von Ungerechtigkeit stecke, und es war eine Wohl­tat, daß es anders wurde. Es sei nicht zu bestreiten, daß eine große Summe sozialpolitischer Interessen aus der Sozialdemokratie entstand, die ganze Kranken- und Unfall­versicherung, Invalidenversicherung rc. Man dürfe den An­teil, den die Sozialdemokratie an der Verbesserung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung habe, nicht leugnen. Tieser Antrag sei groß und wir müßten dafür der Partei zu Dank verpflichtet sein. Tie sozialpolitische Reife hat sehr zu­genommen und das sei ein großer Fortschritt für unser Vaterland. Man müsse die Sozialdemokratie mitarbeiten lassen und ihr Gelegenheit geben, zu zeigen, was sie leisten kann. Wir sollten dem Großherzog dankbar fein, daß er hrer den richtigen Entschluß vollzogen hat. Er wiederhole hier das Wort Ulrichs, daß der Großherzog nie dem Volke näher gestanden habe, als in dem Moment, als er die Be­stätigung unterzeichnete. Tie Agitation in der Versamm­lung vom 4. November habe eine Wirkung auf das Mini­sterium ausgeübt, die er nicht billigen könne. Das hätte nur geschehen sollen, wenn in der Volksversammlung eine große Mehrheit gegen die Negierung entschieden hätte. Er bedauere, daß das Ministerium so empfindlich war und würde es noch mehr bedauern, wenn dasselbe auch heute noch auf seiner Ansicht beharrte und nicht aus der heutigen Verhandlung den Schluß Höge, daß es das volle Vertrauen

Zwei feindliche Aerzte.

Landau (Pfalz), 29. Nov. Dr. Hugo Waller sie in, 24 Jahre alt, einjährig-freiwilliger Arzt im 1. Schweren Reiter-Regiment, zurzeit kommandiert zum 4. Bayer. Feld- Artillerie-Regiment, war, wie wir schon kurz meldeten, der Herausforderung zum Zweikampf, sowie der Beleidigung be­schuldigt. Ter Hergang ist folgender: Dr. Wallerstein wurde im Mannheimer Allgemeinen Krankenhause als Assistent der Abteilung für Augenbehandlung, die dem 48 Jahre alten Arzt Dr. Bahr übertragen ist, zugeteilt. Als Wallerstein sich diesem vorstellte, tat er dies mit den Worten:Herr Kollege, ich bin Ihnen als Assistenzarzt zugetcilt." Dr. Bahr erwiderte:Ich pflege mir meinen Assistenten selbst zu wählen." Zwischen beiden bestand von nun ab ein ge­spanntes Verhältnis. Als nun am 18. Juli d. Js. in der Augenambulanz für Arme sich ein Mädchen einfand, das sich eine stark blutende Verletzung am Handgelenk zugezogen hatte, verband Dr. Wallerstein die Wunde. Dies paßte Dr. Bahr nicht, er stellte Dr. W. zur Rede und bemerkte, er hätte ihn erst fragen müffen. Dr. Wallerstein entgegnete, er sei im Recht, zudem hätte ein anderer Raum nicht zur Verfügung gestan­den, er hätte es nicht nötig, zu fragen. Er verbitte sich eine solche Behandlungsweise. Dr. Bahr nannte hierauf das Gebühren Dr. Wallersteins taktlos. Letzterer verließ hierauf das Zimmer, bemerkte aber noch, Dr. Bahr werde das Weitere hören. Dr. Wallerstein beauftragte dann den Rechtsanwalt Dr. Marx von Mannheim, bei Dr. Bahr die Sache beizulegen. Als Dr. Marx mit Dr. Bahr verhandelte, erwiederte Dr. Bahr: Ich habe nichts zurückzunehmen." Die Antwort des Dr. Marx war:Gut, dann habe ich einen anderen Auftrag. Gehen Sie Satisfaktion?" Dr. Bahr bejahte dies. Als ihm Dr. Marx mitteilte, er solle ihn im Auftrage Dr. Wallersteins auf Säbel fordern, weigerte sich Dr. Bahr, auf die Forderung einzugehen, mit der Be­gründung:Wenn ich Student wäre, würde ich die For­derung annehmen, aber dies war dienstlich, Dr. Wallenstein ist mir subordiniert. Diese Aeußerung veranlaßte Dr. Wallerstein, den Leiter des Krankenhauses, Dr. Lindmann zu fragen, ob Dr. Bahr sein Borgesehter sei. Da diese Frage verneint wurde und Mcdizinalrat Dr. Lindmann der Ansicht war, Dr. Bahr sei gegenüber Dr. Wallerstein nur eine Respektsperson, trat Dr. Wallerstein aus dem Krankenhause aus und schrieb an Dr. Bahr einen Brüf, in dem er bemerkt:Sie haben auf meine Forderung nicht reagiert, ich erkläre Ihnen, daß Sie ein schmutziger

Charakter und ein gemeiner Kneifer sind. Würde ich nicht Ihre Familie berücksichtigen, so müßte ich Ihnen körperliche Züchtigung angedeihen lassen." Dr. Bahr zeigte Dr. Wallerstein wegen Beleidigung an, worauf dann noch Anklage wegen Herausforderung zum Zweikampfe folgte. Der als Zeuge geladene Dr. Simon bezeichnete das Benehmen des Dr. Bahr als Skandal. Der Vertreter der Anklage beantragte 10 Tage Festung, sowie eine Geldstrafe von 100 Mark. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Lin deck aus Mannheim, plaidierte auf Freisprechung, Dr. W. wurde zu 1 Tag Festung und 100 Mark Geld­strafe verurteilt.

Nachrichten,

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 2. Dezember, 1. Advent'.

Kollekte zum Besten der Kirchenkasse.

Kitte-rdfenfk.

Ju der Stadtkirche.

Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beichte und beiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11V« Uhr: Kinderkirche für die Matthausgemeinde.

Pfarrer D. Schlossen

Abends 5 Uhr: Pfarrer S ch iv a b e.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konftrmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Mittwoch, den 5. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.

Donnerstag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr, im Matthäus- saal, Kirchstr. 9: B i b e l st n n d e. (Offenb. Joh. Kap. 8 und 9.)

Pfarrer D. Sch losser.

Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten:

Am 2. Advent im Abendgottesdienst für die Matchäus- gemeinde.

Am 3. Advent im Abendgottesdienst für die Markus­gemeinde.

Zu beiden Abendmahlsfeiern wird besonders auch die konfir­mierte Jugend eingeladen. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Iu der JohauneSkirche.

Vormittags 9V, Uhr: Psarrassistent Steiner.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannes» gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11*/* Uhr: Kinderkirche für die Johannes» gemeinde. Pfarrassistent Steiner.

Weitere Abendmahlsfeiern finden statt:

Am Sonntag, 2. Advent für die Johannesgemcinde und Sonntag, den 3. Advent für die Lukasgemeinde, jedes­mal im Abendgottesdienst.

Zn beiden wird besonders auch die konfirniierte Jugend ein» geladen. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Tie P^arrgeschäste für die Johannesgemeinde besorgt bis auf Weiteres Psarrassistent Steiner, Südanlage 7.

Freitag, den 7. Dezember, nachmittags 4 Uhr: Missionskranz der Lukasgemeinde im Lukassaal.

Pfarrer Euler.

Wie alljährlich, so wollen die vier Kirchengemeinden auch in diesem Jahre wieder ihren Armen zu Weihnachten eine Bescherung bereiten. Wir richten daher an die Glieder unserer Gemeinde die herzliche Bitte, uns dazu durch freundliche Beisteuern behilflich sein zu wollen. Gaben nehmen die Gemeindeschwestern, sowie die mit­unterzeichneten Pfarrer entgegen.

v. Schlosser. E u I c r. Schwabe. Steiner.

Katholische Gemeinde.

SamZtag, den 1. Dezember 1906:

Nachmittags um 5 Uhr und -abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 2. Dezember 1906:

1. Adventssonntag.

Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße.

um 91/» Uhr: Lochamt mit Predigt.

Naclnnittags um 5' /Uhr: Christenlehre: darauf Andacht.

Vermifdptei»

* EinAlter Herr" einer Verbindung einer schwäbischen Hochschule kehrt nach mehrjähriger Abwesenheit im Auslande ins Ländle zurück und besucht bei dieser Gelegenheit auch seine studierenden Verbindungsbrüder., Während seiner langen Abwesenheit müßen sich jedoch die Verhältnisse sehr geändert haben, denn, als sich einer seiner Bekannten bei ihm erkundigt, wie es ihm denn bei seinem Verbindungsbrüdern gefallen habe, erwiedert er im unver­fälschten heimatlichen Dialekt:

Do hocke se jetzt auf d'Kneip nauf, sauset Soda­wasser onb schwätzet hochdeitsch!"

(Aus der MünchenerJugend".)

* Kleine Tag eschronit. In Alsenz (Pfalz) venm- treute der Holzh ändler Kopp als Vorstand des Sterbekasfen- vereins 19,000 Mk. und ging flüchtig. Jtz R e n st a d t a. d. Hardt wurde der verheiratete Steinhauer Winker, 47 Jahre alt, und die 29jährige Witwe Stütz aus Annweiler in einem Garten- Hänschen t o t ausgefunden. Beide hatten einen S ch u ß l n s H e r z. Ter Mann hielt noch den Revolver in der Hand. In hmterlassenen Briefen gaben sie ihren Entschluß funb, gemeinsam zu sterben. Ein früherer Liebhaber der Witwe ist kürzlich wegen eines auf sie verübten Mordversuchs zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Man meldet aus New-York, daß der Dampfer I. H. Jones im Hohnrn-See u n t e r g e g a n g e n ist. Mannschaften und Passa- giere, im Ganzen mehr als 40 Personen, sind mit unter - gegangen. Wrackstücke des Schiffes wurden an die Küste gcschwemint. _____

GerLchtssaal.

Leipzig, 29. Nov. In dem L a n d esv e rratSproze ß wurde heute nachmittag das Urteil verkündet: Lanzani erhielt 2 I a h r e 6 M o n a t e Z u ch t h a u s und 3 Jahre Ehrverlust; 4 Monate wurden aus die Untersuchungshast angerechnet; auch wurde auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. H a m b urflet- wurde freigesprochen, da der Beweis als nicht vollständig erbracht angesehen wurde. ..

Posen, 29. Novbr. Die Strafkammer verurteilte heute Die Redakteure Majerski und Bobowski wegen Vergehens gegen § HO des Strafgesetzbuches (Aufforderung zum U r. gehors am gegen die Gesetze oder obrigkeitliche Anordnungen), begangen durcy, zwei Artikel zum S ch u (ft r e i f zu 2 0 0 M ark G e lh^stuf^.

ffiuf EBwe, Frau

ich habe jetzt Feine» Tag, an dem ich nicht wenigstens meine M3 Ttzd. Schachteln FayS ächte Sodener Mineral-Pastillen dED verkaufe. Tie sind eben so vielfach erprobt, daß die -.eute immer auch des Erfolges gewiß sind. Ich selbst f^hme, M M obgleich ich als Apotheker doch die Wahl unter den Mitteln | I habe, stets nur Fays ächte Sodener, lueim ich mich erkatler .8, .8. habe und darum eben weiß ich selbst, wie ausgezeichnet oie

kleinen Dinger wirken. Hier eine Schachtel! 85Pfl-r" danke sehr. iuv"/»