Nr. 303 Zweites Blatt
156. Jahrgang
Donnerstag 27. Dezember 1006
Erschein! tLgltch mti sluSnahm« de» Sonntag».
Die „Eletzener LamlNenblStter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich delgelegl. Der ^hilfsich« Conörnlrt*' erschemi nwnaUtch einmal.
Gietzener Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der vrü hl'schar UnwersuLlSdruckeret. ÖL Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Cchulstr.7.
Tel. Nr. 5L Lelegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.
Bckaimtlilnchung.
Samstag, den 29. Dezember 1900, nachmittags 31/, Uhr, findet im Cafö Ebel zu Gießen eine
Ktneralvnfammlunq
mit einer vorauögehenden, um 3 Uhr beginnenden
Ausschuß-Sitzung
des Bezirkszuchlvkreinö Gießen für Vogelsberger Vieh statt, wozu die Ausschußmilglieder, die sonstigen Wtitglieder des Vereins und der angefchloffenen OrtSzuchtoereine, sowie alle Interessenten ergebknst eingeladen werden.
Tagesordnung:
1. Prüfung der Rechnung für's Rj. 1905.
2. Äeitritt zum Verband der Nindviehzuchtvereine in der Provinz Oberhessen.
3. Vortrag deS Herrn Landwirtschaftslehrers Franz in Lich über Maßnahmen zur Förderung der Viehzucht unter Berücksichtigung der Jungviehaufzucht und deS Werdeganges.
4. Verschiedenes.
Tie Großherzogllchen VNrgermeistereien der- jenige» Gemeinden, in welchen sich Mitglieder unseres Vereins und Züchter von Vogelsberger Vieh befinden, werden ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung ortsüblich veröffentliche» zu lassen.
Gießen, den 22. Dezember 1VUÖ.
Der Direktor
deS BezirkSzuchtvereinS Gießen (Vogelsberger Vieh).
Dr. Merck, Großh. KreiSanilinann.
BelaiuUmachuilsi.
Unter dem Schweinebeslande des PH. Weigel XVI. in Klein-Linden ist Schwemeseuchr (-Pest) auSgebrochen.
Gchüftsperre ist verhängt.
Unter dem Schweinebeslande deS Friedrich Raab zu Utphe ist Schweineroilauf auSgebrochen.
Gehöftsperre ist verhüngL
Die unter dem Schweinebestand» der JohS. Petri Wwe. zu Oppenrod auSgebrochen« Rotlaufseuche ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden.
Die unter dem Schweinebeslande deS Ludwig Weis zu Oppenrod auSgebrochene Rollauffeuche ist erloschen. Tie angeordneten Sperrmaßregeln sind ausgehoben worden.
Die unter dem Schweinebeslande deS Heinrich Keil II. zu Ettingshausen ausgebrochene Rollaufjeuche ist erloschen. Die angeordnelen Sperrniaßregeln sind aufgehoben worden.
Gießen, den 24. Dezember 1906.
Großherzvgliu^s Gießen.
I. 93.: Langermann.
Lckanillmachimg.
Als allgemeiner ?lnitstag, foivie ais ordentlicher Gerichtstag geniäß Z.-P.-O. § 500 ist wöchentlich der Donnerstag, vormittags 6—12 Uhr und nachmittags 2—5 Uhr, festgesetzt.
Zur Aufnahme von Jinmobiliarverträgen, sowie zur Entgegennahme mündlicher Anträge und Erklärungen in Grundbuchsjachen ist ausichließlich für jede Woche der Dienstag, vorniittags 8 x/a—12 Uhr und nachmittags 2—5 Uhr, bestimmt.
An den übrigen Werktagen ist für die RechtSsuchenden die Geclchlsjchreiberei während der Zeit von 10—12 Uhr vormittags geöffnet.
Dringliche Anträge und Erklärungen werden auch zu anderer Zeit entgegen genommen.
Lich, den 21. Dezember 1906.
G^oßheezoguaies Amtsgericht.
Reichstagswaylvo bereitnngen.
Gießen, 27. Dezember.
Das vereinte Vorgehen der Liberalen in Hessen mit Ausschluß leider der Landeshauptstadt suchen immer wieder neue Zuschriften an die „Frankf. Zlg." zu hintertreiben, deren Elnstuß in Hessen in mancher Hinsicht recht schädlich ist, weil sie sich über interne hessische Verhältnisse gar zu oft mangel- yaft orientiert zeigt und jedem Räsoneur ohne weiteres Raum zu halb oder gar nicht berechtigten Klagen geivährt. >8ald von hier, bald von dort erhebt irgend em nut einer Kandidatur kurzsichtiger Unzufriedener seine Stimme, um für die Aufstellung einer zweiten liberalen Kandidatur zu plädieren. Dabei steht es außer Zweifel, daß jede Zersplitterung unter den Liberalen, daß getrenntes Marschieren von Rationalllberalen und Freisinnigen in einigen Wahlkreisen nur zum Unterliegen des Liberalismus überhaupt führen würde. In manchen Wahlkreisen würde unter solchen Umständen ziveifellos weder der nationalliberale noch der freisinnige Kandidat in die Stichwahl kommen! Zwei liberale Kandidaturen in einem obcrhessischen Wahlkreise wären von größtem Ucbel.
Es ist ja vielleicht an manchen Orten von dieser oder jener Partei rorschnell gehandelt worden. Lian nominierte einfach diese Kandidaten ohne vorherige Rückiprache nut der anderen liberalen Gruppe und erschwerte so von vornherein das Zusammengehen. Tas aber sollte nirgends den Anlaß geben zu unbedingtem Bruche. Es ist noch^Zeit zu gemeinsamen Verhandlungen und es werden sich hoffentlich, wenn dieser oder jener einer großen Gruppe durchaus nicht passen allenthalben Männer finden laffen, die allen Liberalen
genehm sind. 9hd)t genug aber können wir warnen vor zwei liberalen Kandidaturen.
•
Der preuß. Minister beS Innern von Bethmann-Hollweg hat an die Laudrate ein verlrauliches Schreiben gelichtet, worin Anweisungen wegen der ReichsiagSwahl gegeben werden. Den L a n d r ä t e n ist empfohlen worden, sich einer parteipolitischen Stellungnahme außerhalb des Wahltages zu entgolten und namentlich Wahlaufrufe nicht zu unterschreiben, um Wahlpioleslen vorzubengen. Auch soll den Bürgermeistern der Städte diese Praxis empfohlen iverben.
Einem Beschluß des preuß. SlaatSministeriums entsprechend sind die Ressorunimster ersucht worden, durch geeignele Anordnungen dafür Sorge zu tragen, daß bei den Reichslagswahleu den Beamten ihres Ressorts die Ausübung des W a h l - r e cb l e 6 an den Tagen der Haupt-, Stich- und Nachwahlen möglichst erleichtert iverde.
Wie die ,B. Nauheimer Ztg.* erfährt, fand eine Vorslandssitzung deS freisinnigen Vereins statt, in der beschlossen wurde, die Kandidatur deS Grafen Oriola nicht zu unterstützen, vielmehr im Wahlkreis Friedberg» Büdingen einen eigenen Kandidaten auszustellen und nut aller Entschiedenheit daS Zentrum und die Reaktion zu bekämpfen. Die erste Wählerversammlung soll Anfang Januar in Bad-Rauhelin stattsinden.
Aus Marburg wird unS geschrieben:
Tie Verlraiiensmämier-Versainmlung der k o n s. Partei beschloß, von der AuistellklNg eines eigenen Kandidaten adzujehcu und dem von den dcutjch-joziateu und dem Bund der Landivirte ausgestellten SchriiisieUer Dr. Earl Böhme auS Berlin die Lummen zu geben.
Wie verlautet, hat der frühere LandivirtschaftsmiNister oon PodbielSki die ihm von den Konservativen ange- lragene Kandidatur in Kyritz angenommen.
In Otterndorf wurde in einer Versammlung deö Bunde- der Landwirte der Direktor deS Bundes, Dr. Diedrich Hahn gegen den bisherigen nahonaUtbcralen Abg.Dr. Bö 11ger für den Wahlkreis Otterndorf-Geestemünde ausgestellt.
Die deutsch-nationale Partei In Württemberg ladet die Volkspariei, die konservauven und den Bauernbund ein, bei der Reichstagswahl gegen Zemrum und Soziatdeurotraien gemein- jam vorzugehen.
Tie Nationalliberalen stellten im 2. oldenburgi- J cf) e n Wahlkreise den Cefononuerai 0 e t f e n als Kandidaten an' gegen den keifmnigen Abg. Träger. Im 1. oldenb. Wahlkielie lummen die Nauonalsozialen sür den freisinnigen Kandidaien Ahlhorn.
In einer liberalen Versammlung wurde für Straßburg- Land der bisherige Abg. Blumenthal wieder ausgestellt. 3m Kreise RappoltSweiler stellten die Sozialdemolraten den Stadiral Ai e y e r und in Mülhausen die Demokraten den Rechtsanwalt Dietz auf. In Hagenau stellten die Liberalen den Notar Götz und das Zeiitrum in Mülhausen den Ge- werkschasissekreiär Fischer auf.
Im Wahlkreise Elbing» Al arienburg erklärten in einer Besprechung zwischen Vertretern der k o n s e r v a t i v e n, Nationalliberalen und Freisinnigen die Bertreier der liberalen Parteien, daß sie gleich in der Hauptwahl s ü r einen g e- mäßigten Konservativen etntreten würden. Die konservativen halten jedoch an dem Agrarier von Oldenburg sesl, für den die Liberalen nicht emtreten. Sie werden daher eine eigene kand idatur ausstellen.
Ieicrtags-Krwägungen zur Zleichstasswayl.
Wir erhielten aus Gießen von angesehener liberaler Seite folgende Zuschrift:
Der Leitartikel in Rr. 302, zivelles Blatt, Ihrer geschätzten Zeitung „Tie Situation in Hessen vor der Reichs- tagswahl" hat in den weitesten Kreisen unserer Emwohncr- schast lebhaften Beifall und vielseitige Zustimmung gefunden.
Während die anderen Parteien, Sozialdemokratie und Antisemiten, bereits eifrig an der Arbeit sind, Flugblätter verteilen und Versammlungen abhalten, sind die Anhänger der Kandidatur Heyligenslaedt zur Untätigkeit gezwungen, weil der Freisinnige Verein seine Entschließung bis in das neue Jahr hinausgeschobcn hat, ohne einen m. E. hierfür maßgebenden Grund zu haben.
Die Führer des freisinnigen Vereins sollten sich doch gegenwärtig halten, welche große Verantwortung sie durch diese Verzögerung auf sich nehmen und welche gerechtfertigte Vorwürfe ihnen werden würden, wenn der mit großen Opfern im Jahre 1903 für die Liberalen zurückeroberte Wahlkreis durch diese Unentschloffeuheit wieder verloren ginge, und zwar in die Hände zweier Parteien, von denen man nicht weiß, welche von beiden als das größere Ucbel für unseren Wahlkreis bezeichnet werden muß.
Zur Klärung der Stellungnahme der freisinnigen Partei und des Verlaufs der Einigungs-Verhandlungen in Darmstadt , deren Endresultat die hiesige nationalliberale Partei in ihrer gelegentlich der Vertraiiensmänner-Versammlung ge- faßten Resolution aufs aufrichtigste bedauerte, mögen folgende Darstellungen bienen; dieselben sind von dem Landesausschuß der nationalliberalen Partei bekannt gegeben und zur Ver- fügung gestellt worden.
„Die Vertreter der LandesaussHüsse der Freisinnigen und Nationalliberalen Partei sind zu Verhanolnngcn über einmütiges Vorgehen in den hessischen Wahlkreisen zusammengetreten; damit sollte auch über ein einmütiges Vorgehen in allen hessischen Wahlkreisen verhandelt werden. Es erklärte aber bet freisinnige Vertreter, Justizrat Gallus, in der Besprechung alsbald, daß von jeder Gemeinsauikt.it die nationallibcral vertretenen Wahtireise Worms und Friedberg ausgeschlossen seien; ein Eimreten )ur Frhrn. v. Hehl und Grasen Oriola finde nicht statt.
Auch in dem Wahlkreise Gießen behalte man sich vor, dem nationalliberalen Vertreter Heytigenstaedt einen frei- sinnigen Kandidaten entgegenzu st eilen.
Für den Wahlkreis Darmstadt mußte von den Nationalliberalen die Kandidatur des Pfarrer Korell oder einer anderen Persönlichkeit angenommen und in dem Wahlkreise Stlljep sollte der freisinnige Vertreter Schmidt-Elbersell) L i ersten Wahlgange unterstützt werden. Ta'.m laf;e sich, meinte der freisinnige Vertreter, über die Unteri. ■..'iv.v.?, der Naci . -.1 liberalen in anderen Wahlkreisen verhandel. .e a. j ;.. ijiidj Unternu^ung
der LationallibOrgien in den .^üiimicn ell^ko.-LauterbM
Bensheim-Erbach in Betracht gekommen. Trotz diesem sehr mert« würdigen Vorfckstage ersuchten die Nationalliberalen die Frei- finnigen im Interesse des Friedens um andere Vorschläge. Die ßrrcifinnigen blieben aber bei einer tuettcren Unterhandlung zwischen den Vorsitz"nden der Poikeiin darauf bestehen, daß in Darmstadt Pfarrer ftoreii ober Pfarrer Naumann als Kandidat von den Nationalliberalen angenommen weroeu müsse!"
Daß bei dieser Festhaltung dec Freisinnigen an die Kandidatur Korell mit dem A u s s ch e i d e n d re i e r na tio nal- liberaler Wahlkreise (Worms-Friedberg-G ießen) aus dem Wahlbündnis, die Verhandlungen scheitern müßten, ist klar, insbesondere, wenn man bedenkt, daß in den Wahlkreisen BenSheim und Alsfeld, in denen allein eine Unterstützung in Aussicht gestellt wurde, der Freisinn keine oder doch nur wenige Anhänger hat.
Und nun fragt man sich: was veranlaßt die beiden Vertreter unserer Stadt im LandeSauSschuß der freisinnigen Partei zu obiger Erklärung? Dem seitherigen nach heißem Kampf gemeinsam gewählten liberalen Herrn Heyligenslaedt unserem m Stadt und Land hochgeschätzten und im öffentlichen Leben stehenden hochverdienten Mitbürger, einen Gegenkandidaten — ohne jede vorherige Rücksprache mit ihm oder seinen Parteifreunden genommen zu haben — entgegenzustellen? DaS heißt einfach den zur Freude aller liberal gesinnten Wähler errungenen Wahlkreis der vaterlandslosen Sozialdemokratie überlassen! Tenn wenn man den nicht wieder gutzumachenden Fehler begeht, zwei liberale Kandidaturen aufzustellen, dann wird voraussichtlich keiner von beiden in die voraussichtliche Stichwahl kommen, sondern der tüchtige Altbürgermeister Köhler-LangSdorf oder der Sozialdemokrat Krumm wird die Universiläts- und Pco- oinziathauptstadt Gießen im Reichstage vertreten.
DaS kann und darf nicht geschehen. An der Spitze befl hiesigen freisinnigen Vereins stehen erfahrene, hochangesehene und einflußreiche iviänner; der Partei selbst gehört ein großer Teil unseres Bürgertums an. Von deren Einfluß wirb efl abhängig fein, ob der für unser politisches Leben so verhängnisvolle Schritt geschieht, ob unserem seitherigen Reichstagsabgeordneten der verdiente Dank und Anerkennung durch feine Wiederwahl zuteil wird, oder durch einseitige engherzige blinde Parieisucht der Wahlkreis den Sozialdemokraten oder den Antisemiten ausgeliefert wird,
»
Zur Ausklärung.
Aus privaten nat.-lib. Kreisen GießenS et* hielten wir folgende Zuschrift:
In dem Aoendvlatt der „Franks. Ztg." vom 22. Dezember ist ein Artikel enthalten, der das bedauerliche Scheitern der Verhandlungen zwischen der Freisinnigen Partei und den Nationalliberalen in Darmstadt mittellt. In diesem Artikel wird ein Punkt verschwiegen, der so wesentlich ist, daß bei seiner Angabe alle zuungunsten der Nationalliberalen gezogenen Schlüsse hinfällig würden. Da die hiesige Partcüeitung der Freisinnigen und das übrige Gießener Publikum durch Verbreitung jenes einseitigen Berichtes auf eine falsche Babn geleitet werden könnten, ist es dringend angebracht, die Ausführungen der „Franks. Ztg." richtigzustellen.
Dort yciht es, daß in den Verhandlungen zwischen Justizrat Gallus (frei).) und Abg. Dr. Osann (natl.) der national* liberale Vertreter erklärt habe, daß die Nationalliberalen auf Ausstellung einer serbimudigen Kandidatur zugunsten einer Partei* kosen Periönlich'c'eit verziclsten wollten, daß sie aber Pf. Karell und Pros. Harnack ablehnten.
Hier fehlt datz die Nationalliberalen als gemeinsamen Kandidaten den Landtagsabg. Noack, der der Freisinnigen Partei in unserem Landtag angehört (Das ist nicht ganz richtig. Herr Neg.-Rat Noack ist Hospitant der Freis. Partei. Er pflegt selber zu sagen, daß er „leichte Tuchfühlung mit Dr. Gut fleisch habe". D. Red.), vorgeschlagen haben. Nach dessen Ablehnung wurde Oberlehrer Kissinger in Vorschlag gebracht, der ebenfalls Angehöriger der Freis. Partei ist, bezw. der National-Sozialen, die in Darmstadt mit der ersteren verschmolzen sind. Auch dieser wurde abgelehnt.
In dem Artikel der „Franks. Ztg." heißt es weiter:
„Hiernach ist festzustellen, daß die Freisinnigen zu einer Verständigung mit den Nationalliberalen für alle in Betracht kommenden hessischen Wahlkreise bereit waren, daß aber die Nationalliberalen zu einem billigen Abkommen nicht zu haben waren. Sie betrachteten offenbar die ganzen Verhandlungen nur unter dem Gesichtspunkt, unter allen Umstunden zu verhüten, daß der Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau dem Pf. Korell oder einem anderen ausgesprochen Linksliberalen zu- falle. Die Freisinnigen können in einem solchen Verhalten nicht den Schein eines aufrichtigen Willens auf der Seite der Nationalliberalen erblicken, ihnen entgcgenzukommen, und sie Überlassen damit den Nationalliberalen die volle Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen und die sich daraus ergebenden Folgen usw."
Der erwähnte Artikel ist in eine Form gekleidet, die auf einen Eingeweihten als Verfasser schließen läßt. Wir aber können nur sagen: Der Verfasser hat entweder nicht gewußt, daß die Nationalliberalen b:s f reif innigen Abg. Noack usw. vorgeschlagen haben, oder er betrachtet dieses Mitglied der ircijinnigen Landtags- Fraktion nicht als ausgesprochen linksliberal und setzt ihm also den Stuhl vor die Partcitär, oder er hat sich einer S^cye schuldig gemacht, die man als politische Brunnenvergiftung ansehen muß.
Anschließend seien '.roch folgende Tatsachen festgestellt: Tie Vertreter dcr Freis. Bolkspartei und der Nationalliberalen im Reichstag sind in Berlin übereingefvmmen, grundsätzlich sich den gegenwärtigen Desitzstand zu gewährleisten. Für »enen wurde oei der Verabredung betests Ausfül/rung dieses Grundlatzes nicht Bestimmtes festgesetzt, weil hier die Verhältnisse verworren lägen. Wer hotte hier die Hand im Spiel? Es wäre interessant, dies zu wissen.
Die Freis. Partei besaß in Hessen ein ReichstagSmandat: Bingen-Alzey. Dieses wurde ihr in Darmstadt auch wieder zu- gestanden. In keinem anderen hessischen Wahlkreise war die genannte Partei bei den leisten Wah.en in die Stichwahl gekommen. In Alzey-Bingen hotte sie bei der ersten Wahl nur etwa 50 Stimmen mehr als die Nationalliberalen. In Rücksicht auf die gegenwärtige pu.itiiaje Lage haben sich jetzt die Nationallide- ralen in TXirmstadl, deren Kandidat dem der Freis. Partei um mehrere tausend Stimmen voraus war, erboten, auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten und eine neutrale Persönlichkeit im Verein mit b.r Freis. Partei zu wählen,--. B. den Freisinnigen Noack. Verdieitt diese Hallung der stärkeren der beiden liberalen Parteien nicht Anerkennung? Die oben angeführten Schluß- iolg.rangen ench^teu siatt Anerkennung eine schwere Beleidigung.
silLeust [icy big N.llwnauche.rmen loeigevten, Pi, ftviell Mr


