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Erstes Blatt
GietzenerAn;eiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
156. Jahrgang
mbrlicb 'HK. 2.20, durch Abhole- u. 3roetgfteQen monatlich 65 Pt., durch die Post 'Hit. 2.— otertel- jährl. au6fd)L Bestell g. Annahme von Anzeige, für die Tagesrnu inner bis vornnllagS 10 tthr. ZetlenprerS: lokal 12i$tw auSwärlS 20 P»g.
Verantwortlich *üt den poltL und allgem. Teil. P. Wittko. tüt .Stadt und üantr und .Gerichtssaal' (i t nfi peß, hit den Anzeigenteil: vanS
Nr. 282
Erschein» tafltld) ouhet SonniaaS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wecblel mit dem lieffischen Eanörolrt die Gießener Kamillen« blätter viermal in der Woche beiqelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unlverf.-Buch-u. Stern- bruderet, öt Lange. Redaktion, Eroedrrum und Drucreret:
Schul st raße 7.
Redaktion 113
Verlag u.Exved. e^51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Freitag 3V. November 1906
VezngspreiA, monatlich75Pi.. viertel»
Die heutige Mummer umfaßt 14 Seiten.
Gießen, 29. November 1906.
$9 etc.: Die Voranschläge der Landgemeinden deS Kreises Gießen für das Rechnungsjahr 1907.
Das GtosshcrMliche Kreisamt Gietzen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Greises
Wir bringen unsere Verfügung vom 28. August l. Js. — KretSblatt Nr. 108 — wiederholt in Erinnerung und erwarten, soweit eS noch nicht geschehen, baldigste Vorlage der Voranschläge.
___________________Dr. B r eid ert.___________________
Lrkanntmacyung.
Die Auslosung der Reihenfolge der Hauptschöffen zu den Sitzungen 1907 soll
Donnerstag, 6. Dezember 1906, nachmittags 4 Uhr,
nn Zimmer Nr. 5 des Amtsgerichts in öffentlicher Sitzung stattfinden.
Gießen, den 28. November 1906.
Grobherzogliches Amtsgericht.
tzm amerikanisch s Aachurterl über deutsche Keeresemrichtung.
In Göttingen, beim 2. Kurheff. Jnf.-Regiment Nr. 82, hat in Genehmigung der militärischen Zentralstellen ein Offizier der amerikanischen Bundesarmee längere Zeit unsere Heereseinrichtungen studieren dürfen, lieber seine Beobacbtungen hat er, der Hauptmann Eli A. Helmick, in dem „Journal of the United States Jnfantry Association" sich des längeren ausgelassen. Sein Urteil hat auch für uns Interesse. Hauptmann Helmick stand, wie er schreibt, vor der Wahl, entweder wenig von vielen Teilen unserer Armee, oder verhältnismäßig viel von einem tleinen Teil des Heeres zu sehen. Er hat sich für die letztere Alternative entschieden.
Es ist erstaunlich, daß gerude ein Republikaner und unbefangener Kritiker als am auffallendsten bei der deutschen Armee „nicht die Leute, näht die Offiziere, und nicht die Heereseinrichtungen (militari) methods)" ansieht, sondern ihren Geist, bie Gründlichkeit und den Enthusiasmus, mir dem der Dienst getan wird. Hauptmann Helmick schreibt, so lesen wir in der „Gött. Ztg.", diesen Erfolg dem ständigen aneifernden Beispiel, der Initiative in Wort und Tat unseres Kaisers zu und preist das Pflichtgefühl, das durch dies Vorangehen des obersten Kriegsherrn dem Heere eigen geworden ist. Als ein Hauptmitt el für den inneren Zusammenschluß und die Wahrung der Tradition eines Truppenteils bezeichnet der amerikanische Beobachter die Einrichtung des Offizierkasinos und der Erholungsräume der Mannschaften. Mit gewiß beabsichtigter Gegenüberstellung amerikanischer Verhältnisse betont Hauptmann Helmick, daß er in dem Göttinger Kasino niemals Spiel- oder Trinkgelage sah. Er rühmt die Einfachheit der geselligen Unterhaltungen und die durch die Kasinoeinrichtung gebotene Möglichkeit der gegenseitigen Erziehung im Ofsizierkorps. Lächerlich gering ist nach Ansicht des hochbezahlten, amerikanischen Militärs das Gehalt der deutschen Subalternoffiziere. Hauptmann Helmick findet es darum auch selbstverständlich, daß ihre gesellschaftliche Stellung eine andere als in den Vereinigten Staaten i|t, und daß mit dem Offiziersrock eine gemiife Bevorzugung des Trägers verbunden ist. Sehr b eg ei ft ert ist Hauptmann Helmick von dem deutschen Unteroffizier. Er chrcibt die Ueberlegenheit unserer Unterchargen gegenüber dem amerikanischen Material außer der höheren Bildung zwei äußerlichen Gründen zu: der — von den Gemeinen — getrennten Unterbringung und der Tatsache, daß alle Unteroffiziere von den Mannschaften auch außer dem Dienst gegrüßt werden müssen. Die weitgehende Detail- instruklion durch die Ofsiziere und Unteroffiziere ist nach Ansicht des Fachmannes aus dem Ljankeelande ein weiterer Hauptgrund für die Vorzüglichkeit der Armee.
Ich sah die Leute Fehler machen, aber zu keiner Zeit habe" ich gesehen, daß auch der Fclddienft nicht — in nachlässiger oder oberflächlicher Wer)e betrieben wurde. Gerade bte mühselige (painstating), geduldete Aufmerksamkeck, bie allen Einzelheiten geschenkt wird, zeitigt solche vorzügUche Resultate. Nichts wird als zu unbedeutend angesehen, um nicht mit der gleichen Sorgfalt behandelt zu werden."
Nur wenig hat dem Ae,ucher aus Amerika unsere Uniform gefallen. Er findet die Zusammenstellung der weiten „sackartigen" (baggy) Hose mit dem hohen Stiefel unvorteilhaft für das militärische Aussehen. Dazu bezeichnet Hauptmann Helmick den hohen Stiefel als „unbequem und steif" und sieht in ihm den Grund zu vielen berechtigten Klagen aus den Reihen der Soldaten. Ter Helm dagegen wird als bequeme militärische Kopfbedeckung gerühmt. (?)
Bon auch politischem Interesse und Wert ist, was der Amerikaner über die Einstellung der Rekruten und ihre Ausbildung sagt. Er schreibt von der „geschickten Verteilung" der verschiedenen Elemente, welche die allgemeine Wehrpflicht unter der Fahne zusammcnbringt, unter die Kompagnien des Regiments.
„Auch die wütigen Sozialdemokraten werden nach diesem Prinzip behandelt; man läßt sie nicht zusammen, verbiete! ihnen auch, sich während der Dienstzeit in irgend einer Weise mit Politck zu beschajtcgen. Ein forgfaltig ausgeuroeiteter Bücher- schatz dient mit dazu, die sozialipischen Ideen einzelner Rekruten in den zwei Jahren des altiven Dienstes zu beein-
lussen und umzumodeln. Der Mann wird nicht nur als Soldat ausgebildet, sondern man arbeitet dauernd an ihm, ihn u einem nühlichen Glied der Gesellschaft im Sinne der beut- chen Regierung zu machen.
Ten Tienst der Rekruten nennt Hauptmann Helmick allerdings übertrieben. Dabei findet er aber die Aufmerksamkeit, die gerade diesem Dienst geschenkt wird, und mit der er behandelt wird, ganz außerordentlich. Tas „gespannte Interesse eines jeden in der Ausbildung begriffenen Mannes" bezeichnet er direkt eine „Erquickung" für jemanden, der amerikanisches Material gewohnt ist.
Detttlche» Reieh.
Schloß Randau (Schlesleu), 29. sJIod. Anläßlich der Anwesenheit des Kaisers fand gestern abend eine Tafel statt, an der u. a. teilnahmen: Ter Herzog und die Herzogin von Trachenberg, Fürst zu Hohenlohe-Oehringen, Graf v. Hülsen- Häseler, Oberpräsident Graf von Zedlitz-Trützschler, Prinz Heinrich XXX. von Reust. — Heute vormittag begab sich der Kaiser mit dem Gefolge in das Jagdgelände.
Berlin, 29. Nov. In der heutigen Sitzung des Bunde SratS wurden die Mitteilungen des Präsidenten des Reichstags über die Beschlüsse des Reichstags a) vom 13. Nov. 1906 zu der Petition betr. die Rechtsverhältnisse der in die häusliche Gemeinschaft aufgenommenen Dienstverpflichteten; b) vom 13. Nov. 1906 zu den Petionen des Deutschen Apotheker- veremS usiv. wegen Regelung des Apotheker wese ns dem Reichskanzler überwiesen. — Ferner wurden die Vorlagen über a) den Entwurf eme5 Gesetzes zur Aenderung des Ge- etzes betr. die Abwehr und Unterdrückung der Vieh- euchen und b) den Entwurf eines Gesetzes betr. die Feststellung des Haushaltsetats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1907 den zuständigen Ausschüssen überwiesen.— Die Verordnung betr. die Abänderung der AusführungS- bestimmungen zu dem Gesetz über Kriegsleistungen wurden genehmigt. — Dem Gesetzentwurf vom 20. Aug. 1906 betr. den Veredelungsverkehr mit Kaffee zum Rösten wurde zugestimmt. Die Anzahl der Etats für das Rechnungsjahr 1907 sand Zustimmung.
— Die auffallend zahlreichen Sitzungen des preußischen Staats Ministerin ms in den beiden letzten Wochen sollen, wie verlautet, sämtlich der Frage der Linderung der Fletsch- teuecung gegolten haben.
Hamburg, 29. Nov. Von bestunterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß die Direktion des Schlachthauses beauftragt worden ist, an zuständiger Stelle sich zu informieren, welche Einrichtungen event. getroffen werden müßten, falls die Neichs- regierung sich entschließen sollte, amerikanisches lebendes Vieh zur Einfuhr zuzulassen, das dann in Hamburg unter gewißen Kaiitelen geschlachtet werden müßte.
— In einer von der Woermannlinie einberufenen Versammlung der Verschiffer nach Deutsch-Südwestafrika wurden von Woermann Zugeständnisse inbezug auf billigere Tarifierungen von Baumaterialien aller Art, Getränken und Futtermitteln gemacht. Ferner sollen Gewichtsraten und ein Rabattsystem eingeführt werden. Der Frachtsatz von Lüderitzbiicht nach Swakopmund ist auf 15 Mk. per Tonne einschließlich Ausschiffung und Landung festgesetzt worden. Dadurch soll erreicht werden, daß in der Kolonie sich ein Stapelplatz bildet.
Posen, 29. Nov. Nachdem die Ueberführung der Leiche deS Erzbischofs v. Stablewski gestern nachmittag vom erzbischöflichen Palais nach dem Dome stattgefunden hatte, erfolgte heute die Beisetzung in der Herz-Jesu-Kapelle des Domes. Die Zahl derjenigen, die am Sarge oorbeigegangen sind, beträgt gegen 50 000. Der Beisetzung wohnte im Auftrage des Kaisers Oberpräsident v. Waldow teil. Ferner waren die Spitzen der Behörden anwesend, u. a. der kommandierende General v. Luck, Regierungspräsident Kramer rc.
— Erzbischof von Stablewski hat, Posener Blättern zufolge, letztwillig über drei Viertel Millionen Ntart für polnische Legate und wohltätige Stiftungen hinter- lassen.
Aus Siaot Miio fcano.
Gießen, den 30. November 1906.
** Die Taufe des Erbgroßherzogs. An den am 4. Dezember stattfindenden Tauffeierlichkeiten werden außer einem Berte eter des Kaisers und dem Vertreter des Königs von England, dem Herzog von Teck, nur die nächsten Verwandten der Allerhöchsten Herrschaften, ferner die Diplomatie, die Spitzen der Behörden und der Hofstaat teilnehmen. Nach Beendigung der Taufhandlung findet im Neuen Palais eine Frühstückstafel statt.
"Die zweite Volksvorlesung von Dr. Ebel über die Geschichte der Stadt Gießen fand vor zahlreicher Zuhörerschaft am Mittwoch statt. Der Vottragende holte zu- nächst die Hauptereignisse aus der mittelalterlichen Geschichte der Stadt nach und schilderte sodann das 16. Jahrhundert, das für Gießen von besonderer Bedeutung geworden ist. In dieser politisch und religiös bewegten Zeit wurden die Festungswerke angelegt und Gießen tonnte als Stützpunkt und Waffenplatz in den Kämpfen Philipps des Großmütigen eme nicht unbedeutende Rolle spielen. Dann wurden bie Bauten besprochen, die sich seit der Nennaissance in der Stabt erhalten haben, und hierauf die Gründung der Uni
versität, ihre Bedeutung und das akademische Leben dargestellt. Eine Schilderung der Festung und Garmion leitete über zu den Kriegsereignissen des 17. und namentlich des 18. Jahrhunderts, woran sich eine Skizze des bürgerlichen Lebens und der Kulturzustände, des Handels und des Gewerbes in diesem Jahrhundert anschloß. DaS 19. Jahrhundert begann mit politischen Umwälzungen, die knapp erörtert wurden, ebenso wie das Verhältnis der Biirgerschaft zu den nationalen Strömungen dieser Zeit. Die Fortsetzung bildete die Geschichte der revolutionären Bestrebungen bis zum Schluffe des Jahres 1848. Ein kurzer Ueberblick über die Entwicklung, die die Stadt seit der iDtitte des vorigen Jahrhunderts genommen hat, beschloß den Vortrag. Die ausgestellten Pläne, Ansichten und Archivalien auS dem Besitze der Stadt und des Vortragenden förderten die Anschaulichkeit des hochinteressanten Vortrags, der durchweg auf eigenen Forschungen beruhend sehr viel Äteues, noch nicht Veröffentlichtes bot. Reicher Beifall lohnte denn auch den Redner, dem der Ausschuß zlim größten Dank verpflichtet ist.
** Lehrerpersonalien. Uebcrtragen wurde dem Lehrer Henkel zu Glauberg die zweite Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Friedberg, Stadtteil Fauerbach. — In das Stirdjengebet wurde durch ein Ausschreiben des Oberkonsistoriums eine Fürbitte für den Erbgroßherzog ausgenommen.
"Der Evang. Arbeiterverein, der seit Jahren bemüht ist, den Mitgliedern und Freunden gute Musik und Darbietungen der Kunst zu vermitteln, veranstaltet nächsten Sonntag, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaale Liebig- straße 56, wiedereinen HauSmusik-Abend, zu dem jeder Aiusikfreund unentgeltlich Zutritt hat.
b'0 Darmstadt, 29. Nov. Als in vergangener Nacht ein Herr aus einem Restaurant in der Dieburgerstraße herauskam, trat ihm ein junger Mensch entgegen und stierte ihm in unverschämter Weise ins Gesicht. Der Herr oerbat sich das, worauf ihm der Niensch sofort den Zwicker entzweischlug. Nun entwickelte sich zwischen den Beiden eine Balgerei, in deren Verlaufe der Bursche dem ohne jede Ursache angegriffenen Herrn die Nase ab biß.
Mainz, 29. Nov. Die Eingemeindung von Mo mb ach kann vorerst deshalb nicht perfekt werden, weil nach einer Mitteilung des Oberbürgermeisters Mombach in Bezug auf die Bestattung der Leichen und der Wasserversorgung von Mombach Bedingungen aufgestellt hat, die für Mainz unannehmbar seien. (Fkf. Ztg.)
Frankfurt, 29. Siov. Nach der „Frkf. Ztg." hat dort eine Versammlung einer Anzahl Zeitungsverleger auS Frankfurt, der Provinz Heffen-Nassau und dem Großherzogtum Hessen beschlossen, die Mehrkosten, welche ihnen durch die tarifmäßige Erhöhung der Arbeitspreise und der Preise für die Materialien erwachsen, durch eine Erhöhung der Abonnement- oder Anzeigenpreise auszugleichen.
FC Frankfurt a. M., 29. Nov. Wegen falscher Beurkundung wurde gegen einen hiesigen praktischen Arzt ein Verfahren eingeleitet. Er war nach dem Hinscheiden eines Kindes gerufen worden und hatte auf die Angaben der Mutter, ohne die Leiche genau zu untersuchen, bescheinigt, daß das Kind an Stimmritzenkrampf gestorben sei. In Wirklichkeit war es, wie der Gerichtsarzt auf erhobene Anzeige feststellte, an einem Schädelbruch gestorben, den es dadurch erlitten hatte, daß es von der Mutter mit dem Kopse gegen die Wand geworfen wurde. Die Ntutter sitzt in Hast.
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 29. November 1906.
Am Bundesratstisch die Staatssekretäre v. Tschirschky und Frhr. v. Stengel, sowie Kvlonialdirektor Dernburg.
In der fortgesetzten Beratung der Nachtragsetats für Südwest a s r i k a erklärt:
Abg. Dr. Semler (natl.): Tie Wahl des neuen Leiters der Kvlonialverwaltung schien ein Hirogramm zu bedeuten und btefe Vorlage scheint dem Programm zu entsprechen. Daß wir gestern eine erschöpfende Programmrede nicht bekamen, sei nicht zu bellagen. Kaufmännische Art ist es nicht, klug zu reden, sondern klug zu handeln. Mit seinen Leitsätzen sind wir im allgemeinen einveruanden. Den Wunsch des Reichskanzlers, daß man dem neuen Kolonialdirektor mit Vertrauen entgegen kommen möge, wolle seine Partei gern erfüllen. Wir sind bereit, mit ihm milzuarbeiten. Die Uebersicht über die finanzielle Entwicklung der Schutzgebiete hätte am besten auch bie Militariasten enthalten sollen. Eine genaue Uebersicht über die milttärrjcyen Ausgaben ist bringenb erwünscht. Mit dem Prinzip der Ex- peduionen m unaufgeschlossene Gebiete muß gebrochen werden. In der Bilanz sind mehrere Posten auf das militärische Kvnw gesetzt, die aber auf das wirtschaftliche Kvnw gehören, so Hafenanlagen, Anlage von Telegcaphenlinien und dergleichen. Der Ausvau der Eisenbahnen läßt iwch sehr viel zu wünschen übitg. Das Bahnprogramm Keetmanshoop—Kubub halte ich für ein Proielt, welches der 9ict gehorchend, nicht dem eigenen Triebe entbanden ist. Ich bäi.e eine großzügige Bahnpolttir erwartet, durch d.e ganz Südwestofrika durchquert würde. Es fehlt an einer Planmäßigkeit. Wir wollen nicht von Fall zu Fall Bahnlinien bewilligen: desh.ilb verlangen wir für d'e Zukunft ein bestimmtes System, toodnrch nicht das Geld ausgegeben, sondern erspart wird. Ten Süden von Westasrika zu räumen, h->eße das ganze Schutzgebiet räumen. Das wollen und bürgen wir nicht. In bie Not unterer bort kämp,enden Truppen groß, so ist sie doch nicht so groß, wie die Undankbarkeit im Vaterlande. (Hört! Hört!) Daß im vorigen Jahre hier bie Bahn abgelehnt wurde, erklärt sich aus btr ollg. Koloniawerstimmung. Tiefe Stimmung wird man auch diefcs Jahr zu erzeugen suchen. Das darf aber unser Urteil nicht irretuhren. Tenn cs ist Tatsache, daß ein iltieg immer Miß-


