Ausgabe 
24.12.1906 Erstes Blatt
 
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Schlittenschellcn: das Weihnachtsglöckchen, daS grofe und klein heute abend zusammenrntt. - Bei Stockkeim wurde em alter Mann int Felde erfroren aiiiacnmben. Der Schnee ließt dort recht koch und die Poftfukrwerke sind jetzt sämtlich Schlittenfichrwerke geworden. Auch dein Schneeschuh- sport wird im Oberwald und am Hoherodskopf eifrig gebul- biqt Kältenachrichteu kommen aus dem ganzen Reiche. In Leipzig wurden zwei Männer erfroren aufgefunden. 9luf allen deutschen Strömen mutzte wegen Treibeises die Schiffahrt eingestellt werden. Im Weichselgebiet hotte man am Sonntag' 25 Gr. Cel. Aus Weit- und Ostpreußen werden gleichfalls mehrere Fälle durch Erfrieren gemeldet. Eine seltsame Kunde fonunt aus der kleinasiatischen Stadt Smyrna: Die großen Täler von Aidin und Magnesia sind von den infolge heftiger Regengüsse aus den Wern getretenen Flüssen überschwemmt worden. Das Hoch­wasser hat große Verwüstungen angerichtet. Einige Ortschaften sind völlig zerstört. Es sind auch Menschen u m g e k o m m e n.

** Kunstverein. 7k Gemäldeausstellung, am Brand, die seit Sonntag, nach dem letzten Bilder'.vachse!, wieder geo^inct und zirka 150 Bilder M'.l. ist wieder recht siedelt.g und l>at sehr interessante Bilde' aaszuiooyen. Sehr bekennte Emitter, rate E. Blume, C. Kästner. A. Jahn und A. Wenk-Munchen, C. Röchling und 5). Lich-^h rlottenburg. Klara gooeban, M. Weese und M. Ränke-Berlin, I. Happ-Franuurt, F. Wucherer- Cronbcrg, N. Civriani-Rom, B. GiullanEalland usiv. und vertreten. Auch f/.t Prof. F. Hein-Leipzig mit emer Lwllektwn Aguarelle und Zeichnungen die Ausstellung beichickt, ferner mit hervorragenden plastischen Ltrüeiten Luise Staudmger-DarmUadt. Zraei ganz neue Bilder, eine Sommer- und Wmterlandichast, zeigt unser einheimischer Künstler W. Barthel. - Nicht unerwähnt sollen drei Porträtstudien cüte5 jungen Gteßener Künstlers, W. Friebel, bleiben, der zurzeit noch in München studiert Die Ausstellung ist an dem 1. und 2. Feiertag von 11 bis 3 Uhr nachmittags ununterbrochen geöffnet. Bei der vorgestern nachmittag in Darmstadt abgehutme.t Verlosung des Kunstvereins sind von 61 Gewinnen £>ic folgenden aus in Gießen wohnende Mitglieder gefallen: 1. Oelgemälde und Aquarelle:Gardasee" von A. Siebert, Gewinner: Leutnant v. Nathusius.Bcssunger Herrengarten" von A. Noack, Gew.: Professor Dr. Geppert.Jäger und Treiber" von R. 3tip- pert, Gew.: Kaufmann F. Kraatz.EU Eichen" von W. Bader, Gew.: Major Freiherr v. Röder. 2. Plastik:Spielende Knaben" iKlingetplatte) von L. Staudinger, Gew.: Kaufmann E. Schmoll. 3. Kunstdrucke:Tri-bes Wetter" von F. Hoch, Gew.: Alice Fähnderich (Gießen-Dcunchen).Gastmahl des Plato" von Feuerbach, Gew.: Privatdozent Dr. Thomae.Aus einem alten Städtchen am Rhein" von H. Otto, Gew.: Hotelier Haubach.Herbstgo.d" von H. Otto, Gew.: Justizrat Hir-chhorn. Stock^ilm" von Heine, Gew.: Rechtsanwalt Dr. Stahl.Grune- waldsee" von W. Leistikow, Gew.: Fabrikant Silbereisen.Goethe im 12. Jahre" von K. Bauer, Gew.: Kaufmann C. Reiber. Rembrandt, Porträtkopf aus den Starämecsters", Gew.: Fabri­kant A. Bock und Frl. Bansa.Mondnacht von M. Klinger, Gew.: Geb. Justizrat Dr. Reatz.Bär und Elfe" von M. Klinger, Gew.: ApLthkki'nbefitzer Dr. Caesar.Gcsallener Reiter" (Inter­mezzi) von M. Klinger, Gew.: Drogist L,tto Schaaf.Billa Borghese" von O. Achenbach, Gew.: Malerin Emmy Dingeldem. Brautfahrt im Frühling" von L. Richter, Gew.: Sbeoiteur

Zänker.Goethe" von H. Simanowicz, Gew.: Professor Tr. Strahl. 4. Mappen:Mappe des Nadiervereins zu Berlin 1906", Gew.: Geh. Medizinalrat Tr. Löhlein Wwe.Spitzweg Mappe des Kunstvcreins zu München", Gew.: Geh. Justizrat Professor Dr. Schmidt. Nach Darmstadt sielen 32, nach Gießen 22, nach Offenbach 3, nach Mainz 3, nach Worms 1 Gewinne, zusammen 61. ,

»*Der Vorstand des Landes-Lehrervereins hielt am Montag in Darmstadt eine Sitzung ab, in der über die Besoldungsregulierung, die von der Regierung geplant ist, beraten wurde. Der Vorstand will sich erneut an die maßgebenden Faktoren wenden und wünscht vor allem eine Erhöhung des Grundgehaltes. Ferner wurde beschlossen, für den 2. Januar eine außerordentliche Hauptversammlung des Landes-Lehrervereins einzuberufen, um Stellung zu der Vorlage zu nehmen. Am gleichen Tage hält auch der kathol. Lehrerverein in Darmstadt eine Versammlung ab.

"Freigelassene Hunde. Gesetzlicher Vorschrift gemäß muß der, der den Besitz eines Hundes aufgibt, ihn spätestens bis zum Ablauf des Kalenderjahres bei der Bürger­meisterei seines Wohnorts abmelden, da er andernfalls zur Entrichtung der Hundesteuer auch für das folgende Jahr verpflichtet ist. Daher kommt es, daß gerade im Monat Dezember die Zahl der zur Abmeldung gelangenden Hunde besonders groß zu sein pflegt. Bedauerlicherweise gibt cs viele Hundebesitzer, welche sich des Hundes, dessen Besttz sie aufgeben wollen, am einfachsten dadurch zu entledigen suchen, daß sie ihm die Steuermarke abuehmcn und ihn sodann auf die Straße jagen und seinem Schicksale überlassen. Dieses besteht darin, daß er vielfach erst nach tage- und nächte­langem Umherirren in der Kälte ohne Nahrung und Obdach von dem Hundefänger eingefangen und nach Ablauf der Auslösungsfrist getötet wird. Diese mitleidlose Behandlung kann den armen Tieren erspart werden, wenn sie von dem Hundefänger bei dem Besitzer abgeholt und alsbald getötet werden.

" Auch ein Wahlaufruf. In Bad Nauheim fmdet demnächst Stadtverordnetenwahl statt, die einen Wähler zu folgendempoetischen" Wahlaufruf begeistert hat: Wählt Schlossermeister Knipp!

Mitbürger Nauheims!

Ein Mann voll Tatkraft und Verstand, Ein Mann, der Eisen bricht

Nicht leicht vor Andern kriecht.

Ein solcher Mann ist Nauheim mehr von Nöten, Als Hans und Kuntz mit all ihren Moneten.

** Tannenbaumbräu de pflegen sich jedes Jahr zur Weihnachtszeit zu ereignen. Trotz aller Belehrungen über ihre Verhütung ereignen sich solche Brände immer wieder. Wer aber vermeiden will, sich hierdurch die Festfreude zu verderben, dem sei empfohlen, den Tannenbanm mit festem, genügend breitem Fuß zu versehen und von allen brennbaren Gegenständen, ins­besondere von Fenstergardinen, möglichst entfernt aufzustellen, Kerzen fejt und derart sicher anzubringen, daß ihre Flamme oder ausstrahlende Hitze die Zweige nicht zu entzünden vermag, Baumwolle (SBattc. und Papicrdekorationen überhaupt nicht oder nur im imprägnierten (feuersicheren) Zustand zu verwenden. Aus Zelluloid verfertigte Sachen sollte man niemals zur Aus­schmückung des Baumes benutzen, sie sind infolge ihrer leichten Entflammbarleit ungemein feuergefährlich, wie die dadurch ver­ursachten, nicht unerheblichen Zimmerbrände beweisen. Ein Cl>rist- baum mit brennenden Lichtern darf nicht ohne Aufsicht gelassen werden. Hat der Tannenbanm seinem Z.veck gedient, so Hute man lieb, Stamm und Zweige ins Ofenfeuer zu stecken, da ihr reicher Harzgehalt folgenschwere (txplosionen verursachen tann.

** Tränket die Vögel. Nachdem das Thermometer kräftig unter Null gefallen ist, sei daran erinnert, daß zu dieser Zeit unsere Logelwelt viel mehr unter dem Durst, ms unter dem Hunger zu icioeu hat. Wer es gut mit unseren gliederten Sängern meint, halte deshalb ^.röge tu Bereit,ch ist, Deren Waner

nb und zu erneuert oder besser nvchi warnt gehalten wird, um es vor dem Einfrieren zu bewahren.

X. Hönau, 23. Dez. Alif seiner Urlaubsreife i n das Eltern bans verunglückte gestern abend auf dein Ost- bahnstofe der in Wilhelmshaven bei der 2. Matrosen-Artillerie- Abteilung dienende Einjährig-Freiwillige Presber nlis Langenschwalbach aus schreckliche Art und Weise. Er befand sich in einem Militär-Sonderzuge, der stier nach feinem Einlaufen kurzen Aufenthalt statte. Diesen Aufentstalt benutzte der Einjährige, um auszusteiaen und sich nach dem Warte- -aale des Bahiistofs zu begeben. Unterdessen setzte sich der Sonderzug wieder in Bewegling, der Einjährige sprang nach, bemerkte aber leider nicht, daß aus der entgegengesetzten Richtung ein Güterzug sterankam, von dessen Maschine er erfaßt unb schrecklich verstümmelt wurde. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er in das hiesige Garnisonlazarett gebracht, in dein er heute früh 7 Uhr verschied.

[] Marburg, 21. Dez. Bei der Viehzählung im Kreise Marburg wurden gezählt 3300 Pferde (gegen 3482 im Jahre 1904', 27 068 (25 929) Rinder, 15 070 17 192) Schafe und 27 015 (23 531) Schweine.

§ Laasphe, 23. Dez. In Niederschelden mürbe der in der Charlottenstütte beschäftigte 22 jährige Arbeiter Diehl von einer umstürzenden Eisenplatte getötet. Das gleiche Schicksal ereilte in der Grube Altenberg bei Bitifeld der Bergmann Katz, der unter herabstürzende Stein­massen geriet.

sfj Kirchhain, 21. Dez. In Burgholz siel gestern der Landwirt Nöcher die Treppe hinunter und blieb auf der Stelle tot.

Die durchgtsiranrte ^tora.

Ihre Wiege stand aus den Urwaldbäumen Brasiliens. Bei einem Aussluge mit Stammesgenossen geriet sie in Gefangen­schaft, ward aus ein Schiff geschleppt und in einer fremden Stadt trrfaurt Hier kam sie zu einem Mann, der ein Diener des großen Königs des Landes war. Er hatte ein Instrument, dem er Töne entlockte, welche bei der Gefangenen die Erinnerung an die heimatlichen Walder wachrief und ihr Heimweh weckten. Endlich winkte die Freiheit. An einem sonnigen Morgen des Juli hatte man vergessen, b'5 Gefängnis zu schließen. Sie entfloh und kam nach einigem Umberirren in einen Garten, der sie heimatlich anmutete. Dort beschloß sie zu bleiben, denn hier wuchseit Palmen und mancherlei andere ihr bekannte Gewächse. Am srähen Morgen schwang sich Lora, diesen Namen hatte man ihr beigelegt, auf die höchsten Bäume und hielt Um- chau nach den Verwandten, wobei sie ihre Stimme laut erschallen ließ. Es tamert a ber nur etliche Raben herbei, die ihr nicht halb waren und sie aus Neid wegen des schönen Federkleides bekämpften. Lora blieb jedoch Siegerin, trotz der Uebermacht der schwarzen Gesellen und ward seitdem von allem Mitgeflügel respektvoll behandelt. Ja, es ward nicht einmal Widersprach laut, als sie das verlassene Rabenneft in der Krone einer Kiefer bezog. Loras Nahrung bestand aus Beeren, Samen und Insekten. Ihr grünes Kleid schützte sie vor den Blicken feindseliger Menschen. Als aber die Bäume kahl wurden und die Nahrung zu Ende ging, lebte sie ausschließlich von den sauren, hartgefrorenen Holz­äpfeln eines Baumes, der sich über die Hütte hiesiger Eingeborener bog. Bei einem so kärglichen Mahle hatte sie ihr Herr gesehen, dessen Gefangenschaft sie entflohen war. Er hing an den Baum einen großen Käfig, nachdem er zuvor allerlei gute Sachen hinein- getan hatte, und hoffte dann auf die Rückkehr des Flüchtlings. Dieser schätzte jedoch die liebgewonnene Freiheit trotz aller Not höher als materielle Genüsse. Darüber ward der Herr zornig and hätte den Krummschnabel am liebsten getötet, um mit dem Skalp sein Wigwam zu schmucken. Lora entfloh jedoch noch recht­zeitig and erscheint seitdem nur dann zum Aepfelstehlen, wenn die Menschen nicht sichtbar sind. Zum Weihnachtsfeste Haven ihr mitleidige Kinder ein Bäumchen geschmückt. Statt Lichter sind Maiskolben daran. Auch Aepfel, Nüsse, Kränze aus Kürbis­kernen und andere Süßigkeiten fehlen nicht und als weiterer Schmack glitzert echter Schnee daraus.

So feiert Lora Weihnachten. Zwar in der ersehnten Freiheit, aber fern von ihrer Heimat und bei 14 Grad Kälte in einem hiesigen Garten.

Gießen, 24. Dez. 1906.t

Vertnifd>tc»e

E i n origineller Heiratsantrag. Die Itzehöer Nachrichten" geben folgenden HeiratsantragSbries wieder, den kürzlich ein wackerer Hamburger an ein in der Nachbarschaft von Oldesloe bedienstetes Mädchen gerichtet hat: .Hamburg, 2. Dezember 06. Liebe Freundin! Was zuerst den Anfang meines Briefes betrifft, so bin ich in Verlegensteit, wie ich anfangen soll, denn die Liebe ist ein Gefühl des menschlichen Herzens, doch zur Sache. Ein anderer würde es Ihnen vielleicht mündlich gesagt haben, aber mit mir ist es etwas anderes. Ich bin in Wandsbek von rätlichen Eltern erzogen, sehr nette Leute, aber ohne jeden Aufwand, stille Familienverhältnifse und etwas Vieh­zucht, doch jur Sache. Sie erinnern sich, mein Fräulein, was ein ehrlicher Sohn unter diese Verhältnisse für'n netten Menschen sein muß. Sie erinnern den Herrn, der sechs mal mit Sie am Lüb'chen Baum tanzte und Sie eine Brause, sogar mit einem Schuß, nebst ihre Freundin geben ließ und zuletzt noch zwei Rundstücke mit Käse ä 30 Pfennig, ich tat es ja so gerne, doch zur Sache. Dieser selbige Herr schreibt jetzt Sie, denn warum soll ich es länger verhehlen, ich fühle es schon zum ersten Mal, als ich Ihnen sah, ein Gefühl, ein Gekribbel und Gekrabbel, ganz so als wenn ein Floh auf und nieder hüpft, doch zur Sache. Tenn als ich näher zusah, war es fein Floh, sondern die Liebe zu Sie, vielleicht haben Sie dasselbe Gefühl gefühlt, und dann muß Ihnen doch auch etwas daran gelegen sein, in andere Verhältnisse zu kommen, denn ich als herrschaftlicher Diener kann eine Frau ernähren. Ich bin ein spaßhaften Gesellen, denn wenn es sich macht, daß Sie meine Frau sind, so sollen Sie als ''Nebenverdienst unsere Herrschaft kochen. Ich würde gern in den Mußestunden eine Frau unterhalten. Auf diesen Antrag eines offenen und ehrlichen Mannes erwarte ich baldigst zärtliche Antwort. Ihr treuer E. H."

* D i e n e u c ft e n Ei s en b a hu un f ä l l e. In (Slogan fuhr am Sonntag abend ein Zug bei der Einfahrt in den Bahnhof auf zwei nach dem Schuppen fahrende Maschinen. Der Packwagen entgleiste und örüdte die Stirnwand des folgenden Personenwagens dritter Klasse ein. Zwei Soldaten erlitten Beinbrüche, eine dritte Person wurde leicht verletzt. Als der von Köln nach Hannover fahrende Personcnzug Nr. 215 am Samstag abend in den Bahnhof Haste einfnhr, entgleisten die Lokomotive und einige folgende Wagen. Personen find nicht verletzt worden.

* Ein großherziges Weihnachtsgeschenk für die Universität von New York. Die Universität von Newyork h t von einem unbekannten Gönner als Weihnachts­geschenk Grundbesitz im Wert von ein und einer B ie c tc l miIlion Mart gestiftet erholten. Der Grund und Boden stößt an das Terrain der Universität an und rundet es

ausgezeichnet ab. Dies ist das größte Geschenk, da? die Universität von einer einzelnen Person je erhalten hat, wenn man von dem Bibliotheksgebäude absieht, das Helen Gon'd der Universität vor einigen Jahren bauen ließ. Wie es heißt, ist das großherzige Geschenk eine Sti'tun-a der W'tve des vor liirzer Zeit verstorbenen Multimillionärs Russell Sage.

* K l e i n e T " a " s ck' r nn t T In R h e i n h a u s e n ereignete sich in der Alfred Friedrich-Hütte ein scknveres Unglück. Drei TUa- idumfteit sollten einen Gasmotor in Bewegung setzen und bemerkten dabei, dal; das Beiitil in der Kammer unter dem Motor undicht geworben war. Cie stiegen deshalb in die Kammer hinab, um den Schaden zu reparieren, fonnien aber nicht wieder heraus. Alle drei wurden nach einiger Zeit als Leichen aufgetimbeu. In Leipzig ermordete ber 19 jährige Konservatorist Miabkoff, einBnlgare, s e i n e 1 7 j ä b r i g e G e l i e b t e, F r i e b a N l l r i ch, indem er ihr mit entern Messer den Hals dnrchscbnitt, er stieß sich bann in selbstmörbertscher Absicht das Messer selbst in den Hals. Schwerverletzt wurde er nach dem Krankenhanse gebracht. Der Kaiser hat ben wegen Zweikampfes zu 3 Monaten Festungshaft verurteilten i)lisistenzarzt Dr. Pust in Stettin begnadigt. Im Zentraltheater zu Stettin enistand Ktirzschlaiß am Kiite- matogravhen. Der Maschinennteister wurde getötet. Der Direktor erhielt schwere Braitdivimdett. Im Publikum brach eine Panik ans. Dort iaitdeit bei einem Zimmerbrcmde drei Kinder den Er­st t ck lt n g s t o d. Der Senat Hamburgs beantragte bei der Bürgerschaft die Ausschrestnmg eines Jdeemvettbewer^s unter deut­schen Künstlern für die Anlage eines 140 Hektar großen Stadt- parks. Tie Kosten der "Aiilage und znm Hochstbetraae von 3 'Millionen angenommen. Der erste Preis beträgt 10 ( 00 9)1 f., ;wei zweite Preise sind nut 6000 Mk. und zwei dritte nut je 4000 Mk. dotiert. In Wien vergiftete der Photographengehülie Pani Brandes seine Fran und seine zwei Kinder mittelst Cyan­kalt. Als Beweggrund der Tat wirb Not und Krankheit ange«

nomrnen.

Kird>lidK Nachrichten.

Evangelische Gerneinoc.

ibienfl.

1. Weihuachtsfeicrtag, den 25. Dezember.

Kollekte für bte K l e t n k t n de r - B e w a h r a n st al t.

In der Stadtkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer S ch w a b e.

Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus* gemeinde. Anmeldungen vorher bet dem Pfarrer jeder ©cmetnbe erbeten.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Abends 61/. Uhr: Weihnachtsfeier der beiden Konsirmanden- ' Vereinigungen der Piatthäusgemeinde.

In der JohanneSkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Professor D. Eck.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Kraus.

2. Weihnachtssciertag, den 26. Dezember.

Kollekte für d i e ?l r m e n.

In der Stadtkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Professor D. DrewS.

Abends 5 Uhr: Stehe Johanneskircbe.

In der Iohanneökirche.

Vormittags 9V, Uhr: Pfarrassistent Steiner.

Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes-f gemeinbe.

Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Abends 5 Uhr: Liturgische Andacht. Pfarrer Euler.

Abends 7 V. Uhr im Lnkassaale: Weihnachtsfeier der beiden Konstrmierten-Vereinigungen der Lukasgenteinde.

Bandel und verkehr, Volkswirtschaft.

V i e r i 11 i a r d e u S ch u l d e n. Ter neue deutsche Reichstag sieht sich gleich bet seinem Zusammentritt vor eine recht unerqmcf- liche Aufgabe gestellt, denn er wird erst neue Mittel zu bewilligen' haben. Nach dein Reichshaushaltsetat für das Jahr 1907, der unver­ändert auch dem neuen Reichstage zttgeheit tvirb, soll die Umlcim- suntme der schwebendeit Schatzschemverpstichtnngen bis auf 350 V.XitlJ Mk. erhöht werden dürfen. Jetzt ist die Höchstgrettze 275 Altll. 9)lf; Es sollen ferner im Wege des Kredits flüssig gemacht werden 264 752 389 Mk., wird hinzu gerechnet der vorläufig abgelegne. Nachtragsetat für Südwestafrika mit 29 220 000 Mk. und ferner bie; Summe ber noch n er tilgbaren Anleihekrebite in Höhe von 40 599 546 Mk., zusammen 334 571 935 Mk., so ergibt sich, das für das nächste Jahr mit einer Vermehrung der Reichsschuld um mehr als 30 Bltll. Alk. zu rechnen ist, sodaß das Cchtildkapital des Retcbs auf 4100 Mill. Mk. steigen wurde und zivar ohne Berücksichtigung ber Reichskasietf scheine (120 Mitt. Alk.) unb der kurzfristigen Reichsschatzscheine. Die irrage, wie der Geldmarkt den großen Bedarf oes Reichs aufbringen sott, ist porläufig schwer zu beantworten.

Telefonische

des Giessener Anzeigers, mitge und Industi'

Frankfurter Börse.

Beichsnnleihe . . 98.10

3% do. . . 87.10 314% Konsols .... 98.05 3% do..... 87 25

3|4°/o Hessen .... 96.20 s*^°/6 Oberhessen . . . 95.50 4% Oesterr. Goldrente. . 99.80 4l/6% Oesterr. Silberrente 100.10 4 ?6 Ungar. Goldrente . . 95.90 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 69.10 3% Portugiesen III 69.70 4 Vs % russ.Staatsanl. 1905 91.10 4/5° ö Japan- Staatsanleihe 9 .30 4 % Conv. Türken von lJU3 94.00 Türkenlose ... . . 144.60

4% Griecb. Monopol-Anl. 52.10

A% äussere Argentinier . 89.30 ö°/e Mexikaner . . 66.80 4>4°/o Chinesen .... 9615

Ir 4a *1 *

Bochum Guss . . . '. . 242.30 Buderus E. W .... 133.00 Tendenz: etwas schwächer.

Berliner Börse, 24.

Can ad a E. B. . . . . . 195.90 Darmstädter Bank . . . 140.30 Deutsche Bank .... 241.90 Dortmunder-Union C. . . 84 lu Dresdner Bank . . . 157.60

Tendenz: schwächer.

Kursberichte

teilt von der Bank für Handel ie. Glessen.

24. Dezember, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 140.00'

Elektriz. Schlickert . . . 120.50

Esehweiler Bergwerk . . 253.00

Gelsenkirchen Bergwerk . 229 50

Hamburg-Amerik. Paketf. 158.00

Harpener Bergwerk. . . 214.00

Lanrah litte...... 243 50

Nordd. Lloyd.....130.70

Obeiachles. Eisen-Industrie 126.20

Berliner Handelsges . 173.60

Darmstädter Bank . . . 140.50

Deutsche Bank . . . 242.10

Deutsch-Asiat. Bank . . 173.00

Diskonto-Kommandit. , . 185 50

Dresdner Bank . . . 157.50

Kreditaktien.....216.00

Baltimore- und Ohio-

Eisentahn . . . 121 10

Gotthard bahn.....193.00

Lomoard. Eisenbahn . . 34 60

Uesterr. Staatsöuiin . . . 145.80 Pnnce-Henri-Eisenbalm .,

lezember. Antanjyskuree.

Harpener Bergwerk. . . 213.50 Laurahütte . . . . 243.30 Lombarden E. B. . 34.60 Nordd. Lloyd ...... Türkenlose . .....

Die nach- A ö r f o sind DienNtuff, den 25. !>eebr. von stehenden ü 1 lt l ü 12 Uhr mittags bis U Uhr nachts sicher anzutrelfen. |D/u

H. Arndt, Bahnhofstr. 39. l>r. Kipper, Wilhelmstr. 2. Dr. 51 eyerhoff. Neuen Bäue 27.

Mittwoch, den 26. Dezember

S.-It. Dr. Haupt, Asterweg 29. - Ur. Schliephake, Goethe» Strasse 44. - F. Wagner. Westanlage 51.

1. Feiertag 49 Uhr

Nur offen.

. 2. Feiertag 4-9 Uhr

Nur Hirsch-Apotheke offen.

Postpaket-Adresjen mit Arma

iicit btUigfi vrMii'iche Unwersitälr-Vruckeret. (Skfien.