Nr. 302
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Tem toiebenet Anzeiger werden nn iL<ertüel mit dein hessischen Landwirt die Giehener Zamilien- blätter mennal m der Worbe deiqeleql.
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91 bi ehe für Teutleben: Anzeiger Wietzen.
Erstes Blatt 156. Jahrgang
General-Anzeiger
Montag 24. Dezember 1906
mpiuuhdi oieriel» ifibrhd) Mk. 2.20. durch 9(bbo(e- u. ßiceiflftelleit monnthd) 6o iit., durch biet'ofi lUf.2.— viertel- jährt, auefchl Beiiellg. Annahme von Anzeige» für die iaue»iuinunct bl- vornntluga 1U Uhr. ßetlenpteie lokal 12*ütw au6ipäii4 2U lüg.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Sie heutige Kummer umsaht 12 Seiten.
Deutsche ZScihnachtkN.
»Ehre sei Goll in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die emeS guten Willens sind/ das leuchten, wie vor achtzehn Jahrhutiderlen, bie Sterne durch die Winter- nacht; das rufen, wo Christen wohnen, die Glocken vom Turin ins Land; das flammen die Lichter vom Tannenbaurn, wo Liebe für Liebe sorgt. Es ist die alle Botjchast des Heils und in ihrer sieghaften Kraft allen gewärtig, denen in Schauei und Ehrfurcht vor der Erhabenheit des tvunderreichen Weih- nachtsrnystermms in der Menfchenbrust die Saiten des erhebenden und verpstichtenden Bewußtseins wiedertönen, als Ebenbild dec Gottheit befreiend und helfend, edel und gut durch die Schöpfung zu wandeln.
Unter dem Tatinenbauli» findet daS Kind, was ihm der heilige Christ beschert; was Großen an Liebe am Weihnachtsabend zuteil wird, i|l ihres Herzens Zug und eigenes Tun und Lassen.
Es war einmal ein Kind; vor 85 Jahren lachte es in das Leben hinein trog Pulverdampf und Tonnec der Schlachten, und es ocrsiano noch nichts davon, als die Glocken läuteten, daß em großes Volk nach vielen Jahrhunderten der Zwietracht und des Zerfalls sich wiedergesunden. Und es begriff nicht, wenn dec Vater zur iDiuilct davon sprach, daß es mm wie feiner Familie, fo dem ganzen Volke beichiedeu fein möge, den Lohn heißer und opfertvllllger Kämpfe in dauerndeui Frieden zu genießen; daß eS gedeihe, seine Ehre zu hüten und der Menschheit voran zu schreiien in den Werken des Friedens auf den Psaden nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.
35 Jahre sind seit jener Zeit dahingegangen. AuS dem Kinde »ft em Miami, aus einem Volke, das aus einst so bitter hadernden Geschlechtern, damals 40 MiiUionen Seelen umfassend, sich zusaiiimenschloiz, ist eine Station von mehr als 60 Millionen geworden, obwohl sie Jahr für Jahr Hundertlausende ihrer Kinder in ferne Welten ziehen ließ. Gefesngt steht das Haus da in der Hut der Söhne jener Väter, die m Schweiß und Blut dereinlt die Fundamente gelegt haben. „Feinde rings nm* heißt es freilich wie damals; aber flärker lfi auch die eiserne Wehr geworden und schärfer und härter der Stahl, der die Schioelle hütet.
Und hat der Friede im deutschen Hause eine bessere Heimstatt gefunden? Leider nein. Läßt man in der Stille der heiligen Tage Menschen und Tinge vorüberziehen, wie mancher möchte nicht an des deutschen Volkes Zukunft zagen! Wo hat es bisher eine große Aufgabe im Aufbau des Reiches gegeben, bei der nicht mühsam die endlich folgende Mehrheit zusammengesucht werden mußte! Tie große soziale Friedens- arbeil iveitichauendcr berufener Führer der Nation Hal die Massen nur immer begehrlicher gemacht, und heute braucht man nur das Wort Reichs-Kolonialpolitik zu nennen, und in die kurze, allzukurze Weihnachtsstille reckt die beklagenswerteste Friedlosigkeit ihr struppiges Haupt. Sie hat einst in den Jahrhunderten nationaler Gleichgültigkeit und in den Tagen der Religionskriege Deutschland |o elend und schwach gemacht und in den 7Oec Jahren des vorigen Jahrhunderts während des Kulturkampfes die Votksleidenschaften aufgewühlt. Ob man in Südafrika die Truppen schneller oder langsamer ab- beruft, diese wackeren, entsagungsslarken, opfermutigen Kämpfer um die Ehre Deutschlands, über deren Notwendigkeit im fernen friedlosen Lande doch nur der auf dem Kriegsschauplätze Kommandierende ein bestimmtes Urteil abzugeben vermag — darum streitet man heute mit höchster Verbitterung und darum macht eine einsichlstoje, kindlich-trotzige oppositionelle Mehr- heil der Reichsregierring den so anmaßlichen als unbegründeleu Vorwurf der Unlerdrückung des Willens der berufenen Volks« Vertretung. Darum verlästert man einander vor dem schadenfrohen Auslande; darum werden Negierung und die Miittel- parteien verdächtigt, darum ziehen fatsche böse Hetzworte durch die Straßen.
Gleich einem ehernen Glockennif hat es in den letzten Tagen wie aus den Zeiten des ersten Aufstiegs des neuen deutschen Reiches wieder geklungen. Es schien, als wolle die Reichs- regicrung das deutsche Volk aufrufen zum Kampfe gegen Nom und seine Knechte m Deutschland, die drauf und dran war, die Neichsregierung noch fester in das Joch zu zwängen, das sie jahrelang mit betrüblicher Energielosigkeit getragen hat. Denn alles, was während der fünfjährigen Reichs- kanzlerschaft Bülows im Reiche geschah, das geschah dach deut Willen oder doch nach ausdrücklichen Vereinbarungen und verbindlichen Abmachungen mit dem Zentrum. Und daß es zur Zeit Hohenlohe's nicht anders mar, das beweisen feine veröffentlichten Aufzeichnungen und, nach glaubwürdigen Versicherungen, noch mehr die noch nicht veröfsentlichien Auf- zeichnungen, die uns mdeß auch die großen "Männer einet grouen Zeit wieder lebendig werden ließen. Aber das Glockenläuten verstummte gar schnell wieder, trotz der lutherisch derben Deutlichkeit Dernburgs, des ersten Rufers im Streit, der nicht ttn Hofkleide des Diplomaten auf den Plan trat, sondern im schlichten Nocke des deutschen Kops- Qlbciter5 mit Schöpferkraft den Pfaffenhammer in wuchtiger baust schwang. Die Neichsregierung nahm den Kampf gegen das Zentrum auf, nicht weil sie gegen Rom zu kämpfen entschlossen ist, sondern aus anderen, mehr persönlichen Gründen.
Noch in den ersten Tezembertagen stützte sie sich allem auf das Zentrum. In Opposition ihr gegenüber befand sich nicht allein die gesamte Linke, sondern selbst nahezu die rechtsstehenden Parteien allesamt. Von allen Seiten bedrängten sie Haufen von Schwarzsehern, nur das Zentrum stand ihm bei. Diese immer mehr um sich greifende Vereinsamung und die immer engere Anlehnung an das Zentrum schien ihr aus einmal unheimlich, und sie drehte plötzlich und ganz unerwartet den Spieß um, in der Hoffnung, sich so auf breitere und vornehmlich gefügigere Volkslreise stützen zu können. Und diese Rechnung tiog nicht. Tie Uebermacht des Zen. irums war äußerst unbequem, zumal eS niemals etwas gab, ohne vorher mit festen Händen genommen zu haben. Alle übrigen Parteien sind weniger begehrlich und weniger anmaßend, taffen sich leichter mit schönen Versprechungen auf eine glücklichere Zukunft abspeisen, und sie alle ergriffen nach der jähen Tat der Neichsregierung nut eifriger Hau deren dargebotene Hand ztim Kampfe gegen das Zentrum. Die bisher von den Mitlelparlrien allesamt nicht mit Unrecht mißtrauisch beobachiete und als so ilhbcial wie schwankend erkannte Reichsregierung hatte mit einem Feoeriirich die ganze große Schwarzseher-Truppe von der KreuzzeitungS-Rechten bis zur süsdeuiichen Vorkspartel für sich gewonnen.
Südafrika ward darob bald übersehen, und mit ihm unsere braven deutschen Krieger im greucluollen afrikanischen Land, die in Tod und Gefahr stets sich gleichblieben, die Kämpfer eines gesitteten Volkes, die auf Tornenwegen bahnbrechend vorgehen und von denen so viele im Todesrltl tapfer gefallen sind. Während draußen so mancher Sohn und Bruder vor barbarischem Feinde liegt, sind daheim vieler Augen tränenfeucht um eines lieben Toten willen. Denn ihrer gedenkt doch nur ein kleiner Teil des deutschen Volkes, im wesentlichen nur die, bie liebe Angehörige dort unten haben. Und doch leisten sie Großes und sind um vieles entsetzlicheren Gefahren ausgesetzt, als es die Krieger von anno 1870/71 waren. Mtan lese nur den zweifellos auf gründlich,ten Schilderungen tapferer Schutztrupplec beruhenden ungemein anschaulichen und packenden, siellemveise ergreifenden Feldzugsbericht „Peter Moor? Fahrt nach Cüdweft" von Gustav Frenssenl Und daß sie drunten Nützliches vollbringen, baß, namentlich auch um britischer Begehrlichkeit ivlllen, sie bork unten dringend von Nöten sind, das lönnlc selbst em Blinder sehen . . .
Tarüber geht das Leben von Millionen Menschen, unbekümmert um bie von bet Reichsregierung ohne sonderliche Besonnenheit heraufbeschworenen Gefahren drinnen und draußen — wir sollten die bedrohtichen Bestrebungen fremdet euro- päischet Mächte nie aus dem Auge verlieren — seinen alten Gang. In den Städten schieben und drängen sich die Leute durch die Straßen und durch die Verkaufshäuser, als wäre nichts geschehen. Wie sonst haben sie zu Hause ihre Heimlichkeiten und hecken frohgemut ihre kleinen Ueberraschungen aus.
Vollends möchte man des Lebens Lasten vergessen, wenn man heute in Kiuderaugen schaut, wenn man den Jubel hört, der auSbricht, weil unter dem strahlenden Weihnachtsbaum Alles lag, was der Wunschzettel enthielt. Ja, die Jugend kann noch jauchzen. Ihr fliegt das Leben so leicht und glatt hm, wie ein Wiesenbach, sie hat noch nichts begraben, keine Enttäuschungen trüben ihr bie Erinnerung. Wollte sie bem Weihnachtsfeste einen Namen geben, sie würbe es bas »hebe* nennen, wie Luther, bet den Gruß des Engels »Ave, gratia pleual* in: Du »liebe* Maria verdeutschte.
„Tenn so viel will der Engel sagen und so würde er gerebt haben, wenn er sie hätte deutsch grüßen wollen. Wer deutsch kann, der weiß ivoht, weich em herzlich lern Wort das ist: Tu »liebe" 'Diana! Ich weiß nicht, ob nun das Wort »liebe" auch jo herzlich und genugsam in laieililscher oder anderen Sprachen reden möge, das aho dringe und klinge ms Herz durch alle Sinne, wie es nu in unserer Sprache.*
So jubeln die Kinder: Tu liebes Weihnachtsfest, du lieber Tannenbaurn!
Sollen wir Erwachsenen kalt bleiben inmitten dieser Wärme? Soll nicht em Funken von der Kindesfreiide auch in nufere Herzen schlagen? O doch, überlaffen auch wir uns auf Stunden wenigstens dem Fesleszauber! Setbst für den ernstesten Betrachter gibt es m der Gegenwart Momente, die die ihn ermutigen müssen. Tie Triumphe der Wiffenschasl iind Technik, die Fortsetzung jenes EntwicklungsprozeffeS, der den Anteil von Industrie und Handel an der Gesamtbevöl- ferung stetig mehrt, ohne die Landwirtschaft zu schädigen, der vielmehr neue, größere Absatzgebiete erschlossen werden für rationellere Arbeitsweise, begründen immerhin bie Hoffnung auf eine allgemeine bessere Zukunft. 9iiemanb verschließe sich darum ber Weihnachlsstimmung, sondern teile die allgemeine Freude, genieße das Glück, das im Beglücken liegt. Nut gar zu bald, wenn der Lichtetglanz erloschen und das grüne Waldkmd seiner Zier entkleidet ist, meldet sich wieder und zwar diesmal um vieles schneller und zugleich um vieles dringlicher als sonst, der Ernst und die Strenge der bürgerlichen Pflichten, die uns vorschreiben, nach unserer besten Einsicht nut besten Kräften dafür Sorge zu tragen, daß nach Berlin in des Reiches verantwortungsvolles Parlanient Männer entsandt werden, die der Reichs- regierung auf die Finger sehen, die des Volkes innerste Stimme verstehen, die gewillt und fähig sind, unter voller Kenntnis und Berücksichtigung der Mittel auch der kleinsten deutschen Steuerzahler m liberaler Weise bei
zutragen zur Wohlfahrt nicht eines einzelnen Standes, lonbcrit der Nation.
Wie der Kampf seine Rechte hat, so hat sie auch der Waffenstillstaiid. Weihnachten aber bedeutet Waffenstillstand und innere Sammlung, Sammlung in Gott. Den Weg zu ihm weist uirs einer der tiefsten und originellsten deutschen Dichter des 17. Jahrh., der fromme Schlesier Johann Scheffler (Angelins Silesius):
„Halt an, wo läufst du hm? Ter Himmel ist in dir. Suchst du Golt anderswo, btt fehlst ihn für und für."
Aus S.aoi uuo Tuns.
Sprechstunden vr. d.ruc... i i ..... i i ., .7—Vr8 II hr abdS. Gießen, den 24. Dezember 1906.
"Nut wenige Stunden noch, und machtvoll schallt über Stadt und Land ber feierliche Klang ber We > hnachts - glocfen. Ueber Tächer und Giebel trägt leichter winterlicher Wind den Schall, und wessen Ohr er trifft, bem zieht weihevolle Stimmung ins Herz, ber horcht auf ob dem holden Klange, und Erinnerungen, die weit, weit zurückliegeu, werden lüifbcr wach, süße Erinnerungen an bie Kindheit. Es hat einen eigenen Zauber, das Weihuachlssest, einen Zauber, bem nch niemand entziehen mag. Tage froher (Sriuaitung leiten eS em; wie hat zumal bie Jugenb gejubelt und frohlockt bei dem Gedanken an das heranuahenbe Weihnachtsjest, wie hat sie kaum ihre llngcöulb bemcifietn können.
Morgen, Kinder, ivrrdS ivas gedeih Morgen iverden wir uns heim, Werst) em Jubel, welch em Leben Wird in unienn Haust stur.
Einmal iverden iuiv noch wach, Heißa I Tann ist Feieriag !
Nun ist endlich ber ersehnte 'Augenblick gekommen. In allen Häusern prangt ber ChrlUbaum, durch die Straßen zieht würziger Harzgeruch und Kuchendiift, und hunderlsältig erklingt öie getragene Weise: »Stille 3lad)t, heilige Nacht.* Und in den Sang hinein tönt der Ton der Kirchenglocken, eindringlich mahnend, daß dem Feste der weltlichen Freuden eine tiefe religiöse Bedeutung zu Grunde liegt, daß es das Fest der Liebe ist. /Liebet einander,* das ist Leitmotiv des Weihnachtsfestes. Liebe war es, die all die Herrlichkeiten erstehen ließ, die heute bei der Familienfeier unter dem im Lichter- glanz erstrahlenden Weihnachlsbaum ausgebreitet liegen; Liebe bereitet auch an zahllosen Orten denen, bie sonst keine Wcih- uachtsfreude haben würben, ben Weihnachtstisch, ben Armen und Kranken. Weihnachten spendet Bekümmerten Trost und macht harte Herzen weich und milde. Wenn bie Lichter glänzen unb Tannenduft uns umweht, wenn wir bie Gaben empfangen, bie Liebe uns gewährt, dann fühlen wir uns entrückt den Leiden und Sorgen der Alltäglichkeit, und das Glück einer reinen, besseren Welt verklärt uns nut seinem Schein, dann feiern wir — was wir allen unseren Lesern von Herzen wünschen — in wahrhafter Weise:
Fröhliche Weihnachten!
- Erste Kammer. S. K. H. der Großherzog haben den Gerichtsasseffor Gustav Becker aus Darmstadt zum Kanzleidirektor der Ersten Kammer der Stände ernannt.
•• Besondere Auszeichnung. Rektor und Senat der technischen Hochschule in Berlin haben durch Beschluß vom 14. Dezember 1906 bem Vortragenden Rat im Ministerium ber öffentlichen Arbeiten in Berlin, Geh. Oberbaurat Keller, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um bie Förberung ber Wafferbaukmrlt bie Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. Geh. Rat Keller ist der Sohn des früheren hiesigen Beigeordneten Buchdriickereibesitzer Keller.
•• Der Winter hat sich gründlich aufgerafft und deutliche Beweise seines Daseins gegeben. Es scheint, daß er in den Kalender geguckt und gemerkt hat, seine Zeit sei gekommen. Als »Winters Anfang* fand er den 23. Dezember verzeichnet. Ta sagte er sich: Nun darfst du nicht länger zögern, sonst glaubt man gar, du seiest so gemütlich, wie die deutsche Neichsregierung es bisher war, und könntest das Zepter nicht führen. Zeigt sie sich stark, so tu* lch's auch. — Und so trat er denn schon ein paar Tage vor dem festgesetzten Termine aus seiner hoch oben in den Bergen gelegenen Eishöhle heraus und schritt m die Täler hinunter und zog über die kahlen Ebenen, und überall, wo er hmkam, erstarrte bie Erde unter feinem Fuß und baS Wasser gefror unter seinem eisigen Anhauch. Im Handumdrehen sank die. Tempelatur 10, ja sogar 12 Grad unter Null, Eisblumen bildeten sich an ben Fenstern und Eisflächen auf ben künstlich unter Wasser gesetzten Wiesen. Mit freubestrahlenden Augen iahen bie Freunde und Freundinnen des Eislaufes das lang ersehnte Erscheinen des Winters zur Tatsache werden und nut blank geputzten Schlitiichuhen zogen sie hmalis zur Eisbahn, um dem stählenden Wintersport nach Herzensliist zu huldigen. Während wir nun aber ElS in Hülle und Fülle haben, fe. (t es an den rechten Mengen Schnee. Die Poesie der Weih- nachtsfeierkage erleidet diirch den Mangel an Schnee eine Einbuße. Edgar Allan Poe, ber amerikanische Dichter, hat m einem seiner herrlichsten Gedichte bie süße Melodie ber Schlittenglöckchen wundervoll wtederzugeben verstanden. Doch wir werden wohl sobald kein munteres Schellengeläute in ben Straßen vernehmen, dafür aber wird zu Hause em Glöckchen erklingen, das em noch süßeres Stimmchen hat als alle


