vor,
III
3% Portnciesen
. 115.50'
der
209.00'
D7,
2
2
2
35.10
127.00
11,9
14,4
13,1
025
9»6
Elektriz. Lahmeyer . .
Elektriz. Schuckcrt . .
Eschweilcr Ber2-werk .
4.
5.
5. Juli. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. Lanrahittte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . .
. 143.40
. 129.95 . 254 50 . 219.00
Gestern Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn
. 158.50
. 138.60
. 235.90
. 82.80
Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommaudit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .
Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn
Bem. Himmel Regen Bed. Himmel
Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: ruhig.
höchste Temperatur am Niedrigste
748,4
747,2
746,3
— Zollfrei! — Muster au Jedermann! —
Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich
. 35.20
. 143.80
. 152.50
Tendenz : ziemlich fest.
Berliner Börse,
4°o Öesterr. Goldrente. . 41/6?K Oestcrr. Silberrente 4 "6 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bente . . . 3 So Portugiesen Serie I .
und Industrie. Giessen.
Firnnkfnrter Börse. 5. Juli, 1.15 Uhr.
mss. Staat sanl. 1905 414n'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......
4% Griech. Monopol-Aul. - 4% äussere Argentinier . 4°/0 Mexikaner . . . . 3>4% Chinesen . . . .
Aktien:
Bochum Guss.....
Buderus E. W . .
240.80
127.30
S ESE NE
Wft
3% 3
3%
3 M°/f 3%°l.
99.75
88.40
99.85
88 40
98.70
Peichsanleihe do.
Konsols . . do. . .
Hessen . . . Oberhessen
55
83
95
Universitäts-Nachrichten.
— Der Generaldirektor der Königs. Bibliothek in Berlin und ord. Professor für Kirchengeschichte an der Friedrich - Wilhelms «Universität, Dr. theol. med. et. phil. Adolf Harnack ist jum Wirkl. Geheimen Oberregierungsrat mit drin Rang der Räte erster Klasse ernannt worden. Prof. Harnack, der als Nachfolger von WilmannS zum Kommissarischen Generaldirektor der KSnigl. Bibliothek berufen wurde, bat vor kurzem das Generaldirektorat endgültig erhalten. Dem Lehrkörper der Berliner Universität gehört er seit 1888 an, nachdem er von 1874 als akademischer Lebrer in Leipzig, Giessen und Marburg tätig gewesen war.
— Ank Grund einer Arbeit über „Die Bedeutung dcS Aufsichtsrats für die Aktiengesellschaft" ist Dr. phil. et jur. Richard P as so w aus Teterow in Mecklenburg mit Genehmigung als Privatdozent für Nationalökonomie an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschastcn zu Frankfurt a. M. zngelassen worden.
uit her La btt von Jahr zu Jahr zunimmt, so daß selbst minderwertiges Biel) hoch im Preise steht. Der Kälbermarkt, der sehr gut versehen war, hatte diesmal darunter zu leiden, dass die hohe Preise onlegeude Kundschaft, die für Frankfurt und Wiesbaden einkauft, ausgeblieben war. Diese Plätze hatten ihren Bedarf am Frankfurter Markt decken können, der in Kälbern überfahren lvar. Der Kälberhandel liess sich nur bei weichenden Preisen machen. Selbst der starke Einkauf unserer Giessener Metzger konnte dagegen nichts machen. Der Gangviehmarkt war ohne Bedeutung. Nm die 10 bis 15 Paar Ochsen, die aufgefahren waren, entwickelte sich kein eigentlicher Handel. Recht schleppend gestaltete sich der Schweinemarkt. Trotzdem konnten die Verkäufer die hohen Preise der letzten Märkte für die Ware, halten. ES war aber für unsere Verhältnisse zu wenig War? am Markt, so dass ein Druck auf die hohen Preise nicht ausgeübt werden konnte. Es wurden gehandelt: das Paar Kühe, srisckr- melkend und tragend, I. Qual. 460—525 Mk., 2. Qual. 375 bis 425 Mk., 3. Qual. 280 bis 340 Mk. Verkauft wurde Fettvieh der Zentner Schlachtgelvicht: fette Rinder 1. Qual: 76—78 Mk., 2. O ual. 73 74 Mk., fette Kühe 1. Qual. 68—71 Mk., 2. Qual. 64 66 Mark. Kälber 1. Qual. 76—78 Mk. besonders schwere Ware bis 82 Mk.,, 2. Qual. 72-74 Mk., 3. Qual. 65—70 Mk. Die Preise für Schweine touren dieselben wie beim letzten Markt. x Nächste Markttage 17. und 18. Juli. Am 18. Juli ist auch Krämer- und Kirschenmarkt.
Bei Kinder» mit Brechdurchfällen und Sommerdrarrhöeu bewährt sich als ausgezeichnetes Nährnüttel Knfekes Kindermehl ohne Milch in Wasser gereicht, da cs die in der Muttermilch vorhandenen Bestandteile im richtigen Verhältnisse enthält und daher zur ansschliesslichen Ernährnng der Kinder dienen kann. Die (vv »stosse desselben bilden einen sehr ungünstigen Nährboden für die Umstellung der Organismen, welche die Durchfälle verursachen, v > ewirken daher eine Sistierung der Krankheit. hv’/ri|
Gelsenkirchen Bergwerk
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Harpener Bergwerk. . • 208 90
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Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Handel
Gevichtssaal.
V Marburg, 3. Juli. Die hiesige S t r a f k a m m c r beschäftigte sich heute mit einem umfangreichen Pressebelei- digungs Prozess. In Bettenhausen hei Kassel wirkt seit längerer Zeit ein Lehrer Schäfer, über dessen Unterriebtsführung und Behandlung der Kinder, bereit Zahl in seiner Klaffe manchmal 130—150 betrug, dann und wann bei der vorgesetzten Behörde Beschwerden entliefen. Als diese nichts bnlfeit, erschien eines Tages int „Volksblatt für Dessen und Waldeck" ein Artikel aus Bettenhausen, in dem der Mehrer als Prügelpädagoge bezeichnet wurde. Die Folge war eine Klage gegen den damaligen verantwortlichen Redakteur Ernst Müller, die jedoch Teilten Erfolg hatte, denn das Landgericht Kassel erkannte auf Freisprechung. Auf eingelegte Revision bin hob das Reichsgericht dieses Erkenntnis aus, indem es den § 193 als^in diesem Falle nicht anwendbar bezeichnete und verwies die Sache ans Marburger Landgericht. In der heutigen Verhandlung waren etwa 20 Zeugen, meistens Einwohner aus Bettenhausen, sowie der Pfarrer, ein Arzt und mehrere Schulkinder erschienen. Alle in der ersten Instanz in Kassel erwähnten Vorkommnisse, die man dem Lehrer zur Last legte, kamen noch einmal zur Sprache. Tatsächlich wurde durch den Ortsschulinspektor festgestellt, dass Schäfer etwas übertrieben mit dem Stock unterrichtete, wenn ihn auch die grosse Zabl der Schüler etwas entschuldigt. Auch der Arzt bekundete, dass man mehrfach mit folchen Schlägen in Verbindung zu bringende Atteste von ihm verlangt habe: der Tod eines Schülers sei jedoch auf andere Ursachen zurückzufiihrcn. Der Staatsanwalt tonr mit dem Reichsgericht der Meinung, daß der t? 193 hier nickst in '-Anwendung zu bringen fei, denn zu solchen Ausdrücken sei ein Redakteur, in seiner Zeitung nicht befugt. Er beantrage auf eine Geldstrafe von 400 Mark zu erkennen. Das Gericht schloss fick' der letzteren Ansicht an und erkannte auf 150 Mark Geldstrafe.
Leipzig , 4 Juli. In dem S v i 0 n a g e p r oz e ss gegen den M a s ch i n e n b a u s ch ü l e r D 01 f e n aus Essen wurde dieser von dem Vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichts wegen versuchten Verrats ntilit. Geheimnisse z u 3 Ja h reu Z u ch t h a u s, 5 3obren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Er hatte einen Fragebogen einer auswärtigen Regierung beantwortet und von einem Dreher bei Krupp Zeichnungen von Rohrrücklauf ge schütz en verlangt, an Stelle dieser jedoch Zeichnungen vor Schiffsgeschützen erhalten, die nickst geheimgebalten zu toerber brauchten. Der Angeklagte wurde freigesprochen, soweit es sick um das Pulver bandelt, da man nicht gewohnt ist, dieses gelpstn zu hatten. Strafverschärfend bei dem Urteil wirkte die Hart näcki 'keit. mit je er der AnaTlaat-' npraeqaimen war.
Major v. Zauder und Genossen vor deu Geschworenen.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
H. F. BreLlau, 3. Juli 1906. (Vierzehnter Dag der Verhandlung.)
Die Tätigkeit des Angeklagten v. Zander als AufsichtSrat.
Rmifmmm Ernst Schmitz (Hannover) als Zeuge bctimbct: Er habe mit v. Zander zusammen im AufsickstSrat der Steinkohlen Bergbau Gesellschaft „Witze" gesessen, v. Zander sei ein sehr fleissiges und tüchtiges Aufsichtsratsmitglied gewesen; er habe die Interessen der Gesellschaft mit grosser Sorgfalt wahrgenommen. Wenn die Tätigkeit hev Angeklagten nicht sehr erfolgreich war, so lag es an den Verhältnissen und war nicht die Selrnld des Aiigeklagteii.
Der Vors. hält hen Angeklagten weiter vor, dass sie im De- Reinber 1904 g r 0 ss e P 0 ft c u Kolonial w a r c n u n d Delikatessen, im Jahre 1905 Kinderkleider, Darncngarderobe ufiv. gekauft haben.
Bei öeinemann u. Eo. in Berlin hat Frau v. Zander im Juli 1905, also zu einer Zeit, als der Mann bereits verhaftet war, bestellt Briefwagen, S1 i e f e 1 st ä n d e r, Schreibmaterialien und
23,7
20,1
16,4
100.60
100.40
96.00
103.50
70.00
70.50
89.10
95.25
95.60
146.60
53.70
90.25
70.30
98.00
eiiw große Anzahl anderer Bifouteriewareu.
Der Vors. hält hierauf dem Aiigeklagten v. 3anher un einzelnen die von ihm, bezw. seiner Frau geuiachten Schulden um die Summe der Schulden sestzustellen.
Bei einer dem Angeklagten v. Zander weiter vorgehalteiien Schuldforderung eines Kaufmanns Weiss (BreSlmO bemerkt v. Lander: Da? ist der Freund von Schoevke, der die auf meinem Gute von Schoevke verübten Wilddiebereien verkauft Hai. Vors.: Darauf kommt es doch hierbei gar tiicht an, lassen Sie doch endlich die lächerliche Wilddiebereigeschichte. _ v. Zander: Wenn ein anderer etwas getan hat, dann ist es lächerlich, wie wäre es, wenn es von mir geschehen wäre. Bors, (heftig) : ist eine Kritik meiner Leitung, die ich mir ganz entschieden rcr-
nhtraqt.
Reichsbank. Am 16. Juli wird in Ingolstadt eine von RcichSbank.Hauptstellc in München abhängige Neichsbanknebenstelle nut Kasseneinrichtung und beschränkten Giroverkehr eröffnet werden.
Nordd. Lloyd ...... 127.00
Obeischles. Eisen-Industrie 127.00
bitten muss.
Darlehen vom Oberhosmarschall Fürsten zu Solms.
Der Vors. hält dem Angeklagten v. Zander ferner vor, dass er dem Oberhofmarschall Fürsten zu Solms 6000 Mark schulde, v. Lander: Mein Freund, der Oberhofmarschall deö Kaisers, Fürst Solms, lieh mir aus Anlass der Ueberschwemnuing 6000 Mark. Siaatsanwalt: Da? Darlehen wurde vor der lleberschwemmung gegeben, v. Zander: Dann war es vielleicht aus Anlass des Wasserhochdrucks. ' Jedenfalls sandte ich dem Fürsten zur Deckung zwei Teutonia-Aktien, die damals einen inneren Wert von mindestens 10 000 Mark hatten. 14 Monate lang sind mir nur immer die Belastunqsmomente vorgehalten wordeii. Bors, (heftig): Ich muss diese sich immer wiederholenden versteckten Angriffe gegen den Untersuchungsrichter mit voller Entschiedenheit zurückweisen, v. Zander ruft in grosser Erregung dazwischen: 14 Monate lang hat man mir nur immer Belastungsmomente vorgehalten und alle entlastenden Momente ignoriert und mich in einer Zelle ein- acfpcni gehalten. Bors.: Ich bemerke Ihnen, Angeklagter, ivenn Sie mit den Angriffen gegen den Untersuchungsrichter fortfahren sollten, so haben Sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Auch der Vorwurf, die Untersuchung sei in die Länge gezogen worden, ist vollständig unbegründet. Sie haben eine grosse Anzahl Beschwerden erhoben. Diese mussten an der zuständigen stelle geprüft werden, - dies hm ganz besonders die lange Untersuchung verschuldet. Also nicht der Untersuchungsrichter, sondern Sie durch Ihre vielen Beschwerden haben die lange Untersuchlmg im wesentlichen ver schuldet. _ . .
Bei deu weiteren Vorhaltungen der von v. Zand.r und /S-rau gemachten Schulden bemerkt v. Zauder mit bewegter Stimme: Ich werde sedenfalls bis zu meinem letzten .*öauch haran arbeiten, um alle meine Schulden abzutragen. Ich hoffe, ich werde nickst eher die Angen schliessen, ehe ich alle meine Schulden, auch tue durch die unsinnigen Handlungen meiner Fran entstandenen, vollständig bezahlt haben werde. Soweit mir meine Schulden be fannt waren, hätte ich mit den 120 000 Mark he stimmt alles be zahlen können. Fck konnte nicht mehr tun, als' die Entmündigung meiner Frau beantragen. Eine Scheidung wäre nach den gesetz liehen Bestimmungen unmöglich geivesen.
Tagebuchanfzeichuungen.
Alsdann gelangt eine Reihe D a g e b u ck 0 u f z e i ck n u n g e n des Angell, v. Zander zur Verlesung. Es heisst in diesen n a.: „Ich bedauere ganz unendlich, dass ich von der Landtrnrtsckaft fern Verständnis habe. Marie sagte mir: Ich bin B u m m 1 er, der nichts versteht. Sie mag recht Haben. Marie ist eine sehr kluge Frau, sie muss aber ihr Versprechen, nickt mehr 10 ver schwcnderisck zu fein, endlich erfüllen." „Ick habe bv' Gemüts . stimmung eines V e r b re cke r s , d e r g e h ä n g t toe rd e n wll. Alle meine Spekulationen haben sick zerschlagen, ^ck habe letzt selbst die Hoffnung aufgegcben, dass die ^Teutonia Aktien unter zubringen sein toerhen." An anderer Stelle: ,.Jck ltudierte die Danzardnnng am vreussiscken Königshofe und beteiligte mich ab-nds lebhaft am Danz." In ferneren Aufzeichnungen klagt v. Zander über Geldnot „Ich habe, kaum noch so viel,, um mein .Hotel bezahlen zu können. Ich färbte mir aber mein Haar und fuhr seelenvergnügt nach V)ause. Voriger schrieb ick an Lucttig und andere mit der Ditte um Stundung." v. Zander: Diese Aufzeichnungen sind auf augenbfickl'cke Seelenitimmungcn zurückzuführen, die mit der Wirklichkeit keineswegs übereinstlmmen.
Gerichtsvollzieher stade bekundet als Zeuge: Im Jahre 1903 habe er 53 Pfändungen auf Schloss Schmoegerle vor- genommen.
gittme Tochter Napoleons III. Auch diese Angabe wird ins Reich der Phantasie zu verweisen sein, da Napoleon III. zwar tatsächlich mehrere illegitime, zum Teil anerkannte Kinder hinterlassen hat, diese aber sicher nichts ntit dieser Herzogin von eigenen Gnaden zu tun saben.
• Kindermund nm Z 0 Na m t. Ans Luxemburg wird geschrieben: Den in der Nähe der belgisehen Grenze wohnenden Familien ist das Recht zugestanden worden, jenseits der Grenze ge- wiffe Quantitäten von Fleisch und Mehl, die hier sehr teuer sind, einzukaufen und zollfrei herüber zu bringen. Jede Familie darf sich aber mir einmal wöchentlich in dieser Weise in Belgien verproviantieren und mit dieser Aufgabe bloss ein Mitglied der Familie betrauen. Der betreffende Einkäufer muss bei der Rückkehr den luxemburgischen Zollbeamten den Erlaubnisschein vorweisen, auf dem Tag und Quantum der Einfuhr verzeichnet werden. Kürzlich kehrte eine Frau au§ dem Belgischen zurück und liess den Schein visieren. Auf die Frage des Zollbeamten, ob sie etwas Zollpslich- tiges zu deklarieren hätte, erwiderte die Luxemburgerin fest und tolz: „Nein!" Da rief ihr Töchterchen: „Aber Mama, du denkst lickst an die Würste, die du in deine Strümpfe gesteckt hast!" Die tapfere Frau fiel beinahe in Ohnmacht, als die Würste, die nickst zollfrei sind, konfisziert wurden, und sie überdies noch em Protokoll unterschreiben musste, das für sie böse Folgen haben wird.
* Kleine T a g e 8 ch r 0 n i k. In einer Alpenhütte unweit des G 0 t l h a r d h 0 s v i z e s wurde eine erstarrte L c i ehe gefunden und nach den aufgefundenen Papieren als die des Bürsteisiabrikanten Adam Stock ans Aschaffenburg sestgestellt. Stock muss durch Erfrieren seinen Tod gefunden haben. — Während eines Gewitters in (S c n t r a 1 i a in Pennsilvanien fuhr der B l i tz in ein Bergwerk und wurde durch eine Metallader einen Kilometer weit fortgeleitet. Durch den Blitz wurde ein D y n a m i t l a g e r zur Explosion gebracht, wobei viele Bergleute getötet, oder schwer verwundet wurden.
. 169.80
. . 139 20
. . 236 40
. . 177.80
. . 182.80
. . 158.50;
. . 209.80
vermischter.
* Essen, 4. Juli. Frl. B a r b a r a Krupp, zweite Tochter des verstorbenen Alfred Krupp, verlobte sich heute mit dem Regierungsassessor Freiherrn T h i l 0 von W i l in 0 w s k i. Der Bräutigam ist 28 Jahre alt und der älteste Sohn des neu ernannten Oberpräsidenten von Sachsen und dessen Gemahlin, einer geb. von Wilke. Erst am letzten Samstag hat er in Berlin fein Assessor- Examen bestanden.
* Unfälle. Auf dem Bahnhof Joawctche bei Breslau fuhr der Personenzuq Nr. 911 einer Rcm- gierabteilung in die Flanke, wobei fünf (Güterwagen ent- qleisten. Von den Passagieren wurde Niemand verletzt. Ein Bremser aus Gleiwitz wurde leicht verletzt. Ter Materialschaden ist bedeutend. — In Altona stiess ein Unbekannter einen Strassenbahnwaqcn den stellen Abhang zwischen den Bergwcrksstädten Puntian und Vortage hinab. Elf Personen kamen habet ums Leben.
* Herzogin oder Hochstaplerin? Vor dem Pariser Strafgerichte fass dieser Tage auf der Anklagebank eine hochelegante ^rait von tadellosen gesellschaftlichen Umgangsformen, um sich wegen einer Reihe von .^reditschwindeleien zu verantworten. Von einer ganzen Reihe erster 'Firmen hatte sie unter falschen Vorspiegelungen Waren von beträchtlichem Werte, so von einem Juwelier ein Diamanten-Halsband, das auf 30000 Mk. geschätzt wurde, herauszuloeken verstanden. Vor Gericht wollte sie nur zugeben, Schulden gentacht zu haben, bestritt aber jede betrügerische Absicht, da sie ein Jahreseinkommen von 75 000 Jranks habe. Sie gab an, „Herzogin Aivy Mandas de Villanda" zu heissen, aber es dürfte nicht ganz leicht sein, einen authentischen Ursprung dieses etwas opcrcttenhaft klingenden Herzogtitels aufzuspüren. Die Richter liessen sich denn oitch durch fernen (hlcmz nicht blenden, fondcrit verurteilten die Iran Herzogin zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt anderthalb Jahren. Noch weniger Eindruck erweckte die immer noch stattliche und gut aitssehende Iran dainit, dass sie durchblicken liess, in ihren Adern fließe das Blut eines entthronten Herrscherhauses. Sie sei nämlich eme tlle-
Märkte.
ftb-> Giessen, 5. Juli. Der Viehmarkt hatte einen Austrieb non etwa 1500 Grossvieh, 200 Kälbern und 4oO Schw.'inen. Obaleick der Vorhandel sich weniger flott machte, als sonst, und obschon man seitens der Käufer stark auf ein sinken der Preise für Milchvieh am Hauptmarkt rechnete, tote pic-s an den Märkten der letzten 14 TiiflC auch anderswo sich gezeigt hatte, war der .Handel in dieser Ware, dock bet den ölten' hohen Preisen put, wenn das Geschäft int Anfang nur langsam und schleppend ging. Die Käufer zeigten bei dem grossen Vorrat keine Kauflust, inußten dann aber zur Deckung ihres Bedarfs übergehen. Dadurck, entwickelte sich ein flotter -Handel, besonders in guter Milchware, toolche die Verläuser mit Erfolg Mir Erzielung höchster Preise benutzten. Der Bedarf an Milche kühen für die Gegenden am Niederrhein, bei Frankfurt und Wiesbaden, sotoie für die Badeorte, lag -'bett vor und musste gedeckt werden Das Geschäft in Fettvieh war von Beginn des Marktes an sehr ilott. Tie eriieilen Preise waren höher, als bei den letzten Märkten. Der nickst unerhebliche Austrieb an Scklachttieren war int Umsehen verkauft und genügte nicht für M«' Nachfrage Für fette Rinder mussten unsere hctmischen Metz^i- - die diesmal stark in das Geschäft eingriffeu^ Preise anlegen, luic wir sie seit Jahren nicht gehabt habet!, ^chlackst- litrc werden in der Provinz immer knapper, weil Der Bedarf in den Badeorten und in den kleinen 'iahten der - 'vknz und
4. Juli = -4- 24,4 6 C.
4 „ = 4- 15,00 C.
IFonSartl - Seide T. 95 pr. -»
Landwirtschaft.
§ Aus dem Ohmtal, 4. Juli. Ein solch reicher Heuscgen, wie er in diesem Jabrc unfern Landwirten beschert ist, gehört zu den Ausnahmen. Die Heuböden und Heuschober reichen nicht au5, den Heuvorrat zu fassen; die Fruchtböden müssen zur Hilfe herangezogen werden. Es ikt nicht zu viel gesagt, wenn man die Heuernte als eine Dovpelernte im Vergleich zu den normalen Ergebnissen bezeichnet. Insonderheit sind es die Bergwiesen, die Triften, die Feldwiesrn, welche ganz unerwartet reiche Erträge liefern. Trotz deS unbeständigen Wetters ist auch die Qualität des Heues meist eine recht gute. Da die Arbeitskräfte rar sind, haben sich die Landwirte zur Einführung der amerikanischen Mähmaschinen entschlossen. Wie auSg ebig man davon Gebrauch macht, zeigt die große Zahl dieser Maschinen in den versd;iedenen Orten.
? s; 0 ln Vogelsberg, 4. Juli. Die Bienen entsprechen nicht den guten Erwartungen, zu denen die Imker nach den Aussichten des Frühjahres berechtigt'gewesen. Tie wcchselvolle, meist scuchtkalte Witterung bat die Honigerntc sehr beeinträchtigt und auch das Schwärmen der Völker vielfach vereitelt. Der Bienenhonig dürfte hiernach wiederum ein seltenes Produkt werden.
Budapest. 4. Juli. Amtlicher Saotenstandsbericht dcS AckerbaumiuistertumZ vom 1. Juli: Weizen 46,15, Roggen 12,95 gegen 12,88, Gerste 13,25 gegen 12,79, Hafer 11,64 gegen 11,26 Millionen Meterzentner der Schätzung vom 15. Juni. Der Bericht hebt Irrüor, dass infolge des Vorhandenseins von Rost die Endergebnisse für Brotsrückste sich noch nachteilig ändern dürften. Die Maispflanze ist befriedigend, die Entwicklung geht normal vor sich und die warme Witterung lässt ein gutes Erträgnis erbosten. Die Kartoffel liefert einen befriedigenden Ertrag. Zuckerrüben gedeihen dort, wo ein Wurmschaden nicht ru verzeichnen iss, reichlich. Die Pflanze ist üppig und verspricht im Landesdurchschnitt ein gutes Erträgnis. Der Ergänzung^ anbau besserte sich um ein Bedeutendes, stellenweise bedarf re Snst noch Regen.
$piefpf(tn
des Grosshcrzoftlichen Kurtüeatcrs Bad-Rauheim.
Direktion Hermann ©teingoetter.
Montag den 9. Juli: Unter Mitwirkung der Kurkapelle: „TaS Wetterhäuschen". Musikalisches Genrebild in einem Akt von B. Selbp. Hierauf: „Die schöne Galathe/ Mythologische Over in einem Akt von SuppS. Mittwoch den 11. Juli: „Pension Schöllerch Posse in drei Akten von W. Jacobi und Karl Laufs.,' Im ersten Zwischenakt: Ballet-Einlage. Freitag deu 13. Juli: Unter Mitwirkung der Kurkavelle: „Die Fledermaus". Operette in drei ?lkten von Joh. Strauß' Samstag den 14. Juli: „Alt-Heidelberg". Schauspiel in vier Auszügen von W. Meyer- Förster.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Giessen.
Ruust uttb Wissenschaft.
Ein Kongreß für Kinderforschung und Jugendfürsorge wird voin 1.-4. Oktober zu Berlin in der Universität nbgchalten werden. Dem vorbereitenden Ausschuss und Vorstände gehört u. a. der Gießener Psinbiater Prof. Dr. Sommer an.
Sanfccl tiitfe VerFcbr, Volkswirtschaft.
4 pro 5. Anleihe der Stadt Köln. Von den 36 Mill. Mark 4 proz. Anleihe werden am 9 b. M. 30 Mill. Mark zur Zeichining aufgelegt, sowohl in Berlin tote in Frankfurt a. M. Der Zeicknungspreis beträgt 101,90 Prozent. Die Tilgung her Anleihe beginnt im Jahre 1907. Tie Zulassung derselben zum Börsenhandel wird in Berlin, Frankfurt a. M. und Köln be-
l
' Juli
1906
;asstnqs.r o0‘ t'w ■uuauio.wft
Temperatur der Luft
Älbsolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter


