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5.7.1906 Erstes Blatt
 
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Erscheint täglich

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Zamilien- b lotter viermal in der

Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univeri.-Buch-u.Stem- druckeret. R. Lange. Redaktion, Exveditior» und Druckerei:

Gchulstraße 7.

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Verlag u.(srpeb.e^51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

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Erstes Blatt

LS6. Jahrgang

Donnerstag 5. Juli 1906

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

BezugSpretSr monatlich 7bPf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 2!k.2. Viertel­jahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnmmner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf.

auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und allgern. Teil: V. Witt ko; für »Stadt und ßanb' und »Gerichtssaal*: Ernst Heß; für den An­zeigenteil: HanSBeck,

Ire Heutige Dummer umfaßt 10 Seiten«

Nochmals die Meichstagswaljl Altena-Iserlohn.

Von einem gelegentlichen Mitarbeiter wird uns ge­schrieben:

Die Reichstagswahl in Altena-Iserlohn hat das über­raschende Ergebnis gebracht, daß die f r e i s i n n i g e Volks­partei, seit 1874 mit einer einzigen Ausnahme Inhaberin des Mandats, bereits im ersten Wahlgang endgiltig unter­lag und nur noch für die Stichwahl die Entscheidung zu treffen hat, ob die schwarze oder die rote Fahne über dem Wahlkreis aufgezogen werden soll. Zu derselben Rolle sind annähernd 7000 nationalliberale Wähler verurteilt. Welche Stellung der Liberalismus beider Schat­tierungen in der engeren Wahl einzunehmen haben wird, soll hier unerörtert bleiben, der Gründe für und gegen werden genug hervortreten. Es soll nur die Tatsache er­wähnt und in ihrer ganzen be schönenden Nacktheit hervorgehoben werden: 15 000 liberal gesinnte Männer, die in ihrer Gesamtheit zweifellos das Üebergewicht an Bil­dung, Besitz und wirtschaftlicher Bedeutung darstellen, haben zurückzutreten vor einer an Zahl geringeren Partei, welche es aber meisterhaft versteht, durch eine stramme und durch­greifende Organisation, nicht minder durch eine unbeugsame Parteidisziplin auszugleichen, was ihr an numerischer Stärke avgeht. Zn dem zu 73 Prozent evangelischen Wahl­kreise gab es von feiten des Zentrums stets nur Zählkandi­daturen; heute tritt diese Partei in den engeren Wettbewerb. Es wiederholt sich die schon seit Jahren in verschiedenen Wablkreisen (Bielefeld, Hildesheim, Diez) gemachte Wahr­nehmung, daß deren parlamentarische Vertretung wegen der Uneinigkeit der übrigen Parteien von der konfessionellen Minderheit gestellt wird oder worden ist. Ein Vorwurf kann hieraus bem Zentrum nicht gemacht werden, denn es hat jeder das Recht, zuzugreifen, wo etwas zu haben ist.

Gegen tuen aber die Anklage einer schweren Unterlassungssünde gerichtet werden muß, das sind die liberalen Parteien, die es von vornherein an der so nötigen Verständigung fehlen ließen. Neulich Darmstadt, jetzt Iserlohn, und wer weiß, was noch kommt. Aber damit nicht genug! Zwischen Sozial­demokraten und Zentrum besteht im Zielbewußt­sein kein Unterschied. Beide Parteien erkennen mit Scharfblick ihren politischen Endzweck und richten darnach ihre anzuwendenden Mittel ein. Die Sozialdemokraten verfügen über eine stets gefüllte Kriegs­kasse, weitverzweigte Presse, eine bis ins Kleinste reichende Organisation bei nie versagender Opferwilligkeit der Ge­nossen. Bei dem Zentrum ist es ein mächtiger Heerbann von Kongregationen, Sodalitäten, .Jünglings-, Männer-, Bauern- und Winzervereinen, welche zwar als religiöse bezw. wirtschaftliche Körperschaften gegründet sind, aber auf den ersten Anruf bei Wahlen geschloffen der Sturm­fahne folgen.

Wo findet sich Aehnliches bei den liberalen Parteien? Wo besteht hier eine Organisation, die ihre Fang- arme hinausgreifen läßt auf das platte Land, von Städtchen zu Städtchen, von Dorf zu Dorf, überall mit ihren Ver­trauensmännern bei der Arbeit, in steter Fühlung mit den Wählern und unterrichtet von deren Stimmungen, Wünschen und Bedürfnissen? Verkehrt und unverzeihlich ist es, wenn das politische Leben innerhalb der staatserhalten­den Parteien das Bild tatenloser Ruhe, der Kirchhofsruhe mit Moderdnft, darbietet. Stillstand ist Rückschritt!

Den liberalen Parteien ist es im Jahre 1903 ge­lungen, die Wahlkreise Gießen und Lauterbach zu er­obern, allem in zwei Jahren ergibt sich die Notwendigkeit, den Besitzstand gegen den Ansturm extremer Parteien von rechts und links zu verteidigen. Hierzu bedarf es unausgesetzter selbstloser Arbeit im Dienste der Partei und der von ihr ver­tretenen Sache. Es genügt nicht, zwei Monate vor der Wahl vor den Wählern zu erscheinen, ein Dutzend Versammlungen abzuhalten, einige Pakete Flugblätter zu verteilen und dann auf Siegesnachrichten zu warten, welche oftmals ausbleiben.

Der Wahlkreis Altena-Iserlohn hat eine weithin sichtbare Warnungstafel aufgerichtet. Mögen die von dorther kommenden Lehren und Mahnungen verständnisvolle Hörer finden und beherzigt werden von allen, denen es um eine friedliche und freiheitliche Entwickelung unseres Vater­landes ernit i|t. Wird dieses erreicht, dann hat auch die Wahlniederlage in Altena-Iserlohn ihr Gutes gehabt.

tzin Schalten der Vergangenheit".

Man schreibt uns:

In der Zuschrift aus Paris:Ein Schatten der Ver- gangenheit^ in Nr. 154 finden sich einige Bemerkungen, die nicht umvidersprochen bleiben dürfen. Der Verfasser schreibt: Zivei Dinge hat der Dreyws-Prozeß in Neunes seinerzeit gelehrt: einmal die ungeheure Macht der A l l i a n c e Israeltte, die eine ganze Welt mit dem goldenen Zauberstabe m Bewegung setzen kann, wenn sie will und wenn es sich um eines ihrer Mit- glieder handelt, zum anderen den Rückgang des französischen Nationalismus ... Es ist nicht festtustellen', wer mit gewaltsamen Mitteln gearbeitet hat, die französ. Nationalisten oder die Alliance, lind wenn die Alliance ihre Faden im Geheimen spann, die Natio- rmlisten schlvoren ihre Meineide in der Oessentlichkeit..

Schlimmer mißverstanden kann das Wesen der Alliance Jsraelite nicht werden als in diesen Sätzen. Die Alliance, eine Gründung des einstigen französischen Ministers Adolphe Cremieux jüdischen Glaubens, ist eine Vereinigiing aller Israeliten, um den unglücklichen Glattbcnsbrüdern in un- oder halbzivilisierten Ländern durch Förderung friedlicher

Kulturarbeit, namentlich Gründung und Unterhaltung von Schulen, beizustehen, so in Palästina, Rlunänien, Persien, Marokko. In Zeiten grausamer Verfolgungen sucht die Alliance mit ihren bescheidenen Mitteln das angerichtete Unglück, soweit es durch materielle Hilfeleistung möglich ist, zu heilen.

lieber ihre Tätigkeit erscheint alljährlich ein Jahres- bericht, der für die Mitglieder der verschiedenen Länder in ihre Landessprache übersetzt wird. Die Alliance ist fein Ge­heimbund und besitzt feineungeheuere Macht", sondern nur eine sehr beschränfte, sie hat feine anderen Mitglieder als solche, die ihren mäßigen Beitrag an dieses kulturfördernde und menschenfreundliche Institut entrichten. Niemals aber hat die Alliance mitgewaltsamen Mitteln" ihre Ziele ver­folgt, ja ihre Erfolge sind viel geringer, als der Verfasser des^Artikel ahnt. Ob Dreyfus Mitglied der Alliance gewesen ist, kann ernstlich in Zweifel gezogen werden, da er jüdischen Angelegenheiten keinerlei Interessen entgegenbrachte. Daß die Boten der Gerechtigkeit oft nur mit demgoldenen Zauber­stabe" in Bewegung gesetzt werden können, weiß jeder, der nur einmal in den Tempel der Gerechtigkeit, Bureau eines Rechtsanwalts, eingetreten ist, auch wenn seine Sache noch so gerecht sein mag, das brauchte nicht betont zu werden; daß aber die Familie Dreyfus, die reich begütert ist, und an ihrer Spitze der Bruder deö Verurteilten, Matthieu, ihr ganzes Vermögen zu opfern bereit gewesen sein mag, um Schmach, seelische und körperliche Qualen des Unglücklichen zu beseitigen, ist so selbstverständlich, daß es fein Lob verdient, noch weniger aber darf daraus Jemandem ein Vorwurf gemacht werden.

Hätte die Alliance Mittel zur Verfügung gestellt, um das schändliche Lügengewebe zu zerstören und mit allen ge­setzlichen Mitteln die Wahrheit ans Licht zu bringen, wer hätte sie darum tadeln dürfen, da ja das Verschulden des einzelnen Israeliten oft genug zum Verhängnis für weitere Kreise wird? Die Verteidiger des Dreyfus, der Vizepräsident der Deputierten-Kammer, Scherer-Kestner, Picquart Zola, brauchten gewiß nicht durch den goldenen Zauberstab in Be­wegung gesetzt zu werden, sie trieb die Liebe zur Wahrheit und Gerechtigfeit, die Liebe zu ihrem Vaterlande, das sie aus den Banden jener meineidigenVaterlandsfreunde" ge­rettet haben. Nicht die Macht der Alliance feiert ihren Triumph, sondern die Prophezeiung Zolas: la verite est en marche et rien ne 1 arretera pas. Diese Vorkämpfer der Wahrheit hatten das Recht für sich, sie spönnen Fäden im Geheimen, wie jeder Denkende sorgfältig seinen Plan entwirft und führten dann scharfe, aber ehrliche Waffen bei der Verteidigung der Wahrheit, die Alliance Jsraelite aber ist bei der Affäre völlig außeracht zu lassen.

politische Tagesscharr.

Für die Wiederbelebring des nationalen Gedankens wirbt mit starken und eindringlichen Worten Graf E. Reventloiv in der Leipziger WochenschriftWelt und Haus". Es ist hohe Zeit, damit Ernst zu machen. Durch eine ununterbrochene Kette von Mißerfolgen unserer auswärtigen Politik ist das Ansehen des deutschen Reiches im Abnehmen begriffen. Dies geht schon aus der fortschreitenden Isolierung gegenüber dem immer lückenloser werdenden Zusammenschluß der an­deren europäischen Staaten hervor. Der s. Zt. von uns ausgegangene Konferenzgedanke mag zwar manchem als eine geniale Lösung völkerpolitischer Konflikte erschienen sein, allein in Wirklichkeit sei der glatte Abschluß der Marokko- Konferenz nur durch fortgesetztes Zu rück weichen der deutschen Regierung möglich gewesen. Das be- rühinte Wort Bismarcks:Wir laufen Niemand nach" sei durch die Ereignisse längst Lügen gestraft. Wo gibt es eine Großmacht, der wir während des letzten halben Menschen­alters nichtnachgelaufen wären? Bismarck schuf Reibungs- slächcn zwischen den anderen Staaten nach dem alten, ewig richtigen Grundsatz:divide et imperau, wir beseitigen sie und damit die Freiheit des politischen Handelns für uns. An die Stelle der Politik der schiveigenden Tat mit alleiniger Rücksicht auf einen im Sinne des ReichswohlL positiven Erfolg sind Worte getreten und Versuche, durch rein persön­liche Einwirkungen Politik zu machen. Was uns fehlt, ist das Gefühl aufrichtiger Besorgnis, Verständnis für den Ernst der ganzen Verhältnisse und eine freie und gesunde sachliche Kritik. Man wende nicht ein, daß man in Fragen der aus­wärtigen Politik den verantwortlichen Vertretern nicht drein­reden dürfe, daß man ihnen einfach Vertrauen schenken muffe. In» Gegenteil je gründlicher sich die Volksvertreter und gebildete, öffentlich tätige Leute mit auswärtigen Fragen beschäftigen, desto mehr Anregung ivird die Regierung erhalten. Mehr politisches Interesse also! Fangen wir an, politisch und national ernsthaft zu werden.

Ans Brno tano«

Gießen, den 5. Juli.

** Vom HessischewLandeslehrerverein. Vom 13. August bis 4. September findet in Darmstadt ein Fortbildungskursus für Lehrer und Lehrer­innen statt.' Pros. Dr. Natorp-Marburg liest im Barackensaale der Technischen Hochschule über:Sozial- padagogik und ihre Hauptvertreter". DaS Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schul­

angelegenheiten, hak' die Kreisschulkommission angewiesen, den Lehrern und Lehrerinnen den zur Beteiligung an dem Fortbildunaskursus erforderlichen Urlaub zu be­willigen. Die Vorlesungen finden am 13., 14., 20., 21., 27., 28. August, 3. und 4. September statt, jedesmal nachmittags von 41/* bis 6 Uhr.

** Der XIX. deutsche evangelische Kirchen­gesangvereinstag, der unter dem Vorsitz des Ober- konsistorialrats Dr. Flö ring-Darmstadt in Schleswig stattsinden soll, wird nach neueren Bestimmungen vom 2. bis 4. September abgehalten werden, da der früher angekündigte Termin (18. und 19. September) aus ört­lichen Gründen nicht beibehalten werden konnte.

** 28. Mittelrheinisches Kreisturnfest in Hanau. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Termin, an dem das 28. Kreisturnfest abgehalten wird. Am Samstag 14. Juli wird an der Vorfeier schon eine große Zahl Turner teilnehmen und das Gros wird am Sonntag seinen Einzug halten. Die Anmeldungen aus Turnerkreisen sind in großer Zahl eingelaufen. Der Wohnungs-Ausschuß hat mit Hochdruck gearbeitet und eine stattliche Zahl Bürgerquartiere beschafft. Der. Zug- und Ordnungs-Ausschuß hat seine Dispositionen über Aufstellung und Marschroute des Festzuges getroffen und der Zug selbst wird ein freundliches, turnerisches Bild bieten, frei von jedem überflüssigen Ballast. Die Auf­stellung erfolgt Sonntag mittag 12 Uhr, der Abmarsch V21 Uhr. 11 Musikkapellen werden den Zug begleiten. Die Beteiligung unserer Bürgerschaft an dem Feste wird eine allseitige werden, wie dies die starke Nachfrage nach Familien- und Dauerkarten beweist. Auf dem Festplatz ist eine Post- und Fernsprechstelle errichtet, woselbst Briefe und Postkarten aufgegeben und abgenommen werden können, welche den PoststempelHanau Festplatz" tragen.

8. Ulfa, 4. Juli. Die Gast wirtschaft und Metzgerei von Christian Müller hier ging zum Preise von 17 000 Mark an Joseph Oppers aus Aßberg in Westfalen über.

X Friedberg, 4. Juli. Zu der hiesigen bereits kurz gemeldeten Kinde^m ordaffare sei noch bemerkt, daß die unnatürliche Mutter bei einem hiesigen Gymnasiallehrer in Diensten gewesen war und vor 14 Tagen einen gewissen Henkel in Nieder-Wöllstadt heiratete. Die Frau Henkel hat den Mord eingestanden, sie hatte dem Kinde vor etwa sieben Wochen das Leben geschenkt und alsbald in die Pfuhlgrube geworfen. Der Ehemann hat bereits die Scheidung der Ehe beantragt.

Hungen, 4. Juli. Hier ist ein Altertums- Museum gegründet worden; man hat es in den Räumen des hiesigen Solms-Braunfelsischen Schlosses untergebracht. In den nächsten Tagen sollen die Gegenstände geordnet und der Besichtigung zugänglich gemacht werden. Vorher findet eine Eröffnungsfeier statt. Zahlreiche Altertümer sind dem Museum von hiesigen Famillen überwiesen worden. Die Ordnung der Altertümer liegt in den Händen des Lehrers Staubach.

1. Eichelsdarf, 4. Juli. Gestern wurde der hiesige Bürgermeister Peter Freymann unter Begleitung zahl­reicher Kollegen und der Gemeinde zu Grabe getragen. Er erreichte ein Alter von 70 Jahren.

a. Einartshausen, 5.Juli. DasBczirkskrieger- fest des Bezirks Schotten findet Sonntag, den 15. Juli, in unserem Orte statt. Mit ihm ist gleichzeitig Fahnen­weihe verbunden.

Reichenbach i. O., 3. Juli. Mehrere Kinder spielten im Schuppen des Eduard Hochgenug von hier mit Zündhölzern und verursachten hierbei einen Brand, der sich so rasch über den ganzen Holzschuppen verbreitete, daß ein vier Jahre altes Töchterchen des Hochgenug sich nicht mehr zu retten vermochte. Zwar eilte der Groß­vater des armen Kindes auf das Geschrei der übrigen Kin­der hin sofort zur Hilfe herbei, und entriß das bereits brennende Kind dtzn Flammen, doch hatte dies schon so furchtbare Brandwunden erlitten, daß es bald darauf st arb. Leider zog sich auch der Großvater derartig schwere Brandwunden zu, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

(.) Lau n s b a ch, 4. Juli. Ter im Frühjahr gegründete Lahn-Dünsb erg-Tnrn<5rbund hält am nächsten Sonntag hier sein Verbandssest, verbunden mit Wetturnen, ab. Dem Verband gehören Die Turnvereine Wieseck, Rod-, heim a. d. B., Fellingshausen und Launsbach an.

f K r o f d o r f, 4. Juli. Tie Anlage einer guten Q u e l l- wasserversorgung hat schon seit Jahren die Gemeinde­vertretung von Krofdorf-Gleiberg beschäftigt, zumal auch hier manches Trinkwasser nicht ganz einwandfrei ist. Allein vergeblich suchte man bis jetzt in der Umgebung nach geeig­neten Quellen. Die Wasserversorgung kann daher nur von außerhalb, etwa vom Dünsberg oder aus der Gemarkung Königsberg möglich gemacht werden. Ersteres Projekt er­scheint aber faum ausführbar, zumal die Leitung aus­schließlich durch den königl. Forst geführt werden müßte. Es dürsten daher nur die Quellen in der Gemarkung Königs­berg in Betracht kommen, woher auch die Gemeinden Rod­heim unb Bieber demnächst ihre Wasserversorgung erhalten.

R. Frankfurt a. M., 4. Juli. Am Guterbahnhofe wurde heute Mittag, als sie Arbeitern Essen bringen wollte, die 68jährige Frau Ernst aus Bockenheim von einer Rangiermaschine erfaßt und getötet.