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5.1.1906 Zweites Blatt
 
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156. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 4

Erscheint «glich mit Auknahme des Sonntags.

DieStehener Samifier.blättcr* werben dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^istfcht CäHöwUt erscheint monatlich einmal-

Freitag 5. Januar 1 KOK

Rotationsdruck und Verlag der BrÜbl'sch«, Unweriitälsdruckeret. R. Lange, Gieheu.

Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulstr. r.

W Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.; Anzeiger Gieren.

Eeneral-AnZeigei'. Amts- und Anzeigeblatt ffir den Kreis Eichen.

fnfipft: »Ta der Staat dem Syndikat für das neue Jahr einen um 60 Pfg. erhöhten Breis bewilligt hot, läßt biefer durch Verzicht aui die Vertragserfüllung über bO 000- Mk. ganz unberechtigter Weile in bie Taschen der Kohlenkönige fließen. So werden die Satten übersättigt." Die obige Behanvtnna ift völlig ans der Lnft gegriffen. Weder Hat das Syndikat Anspruch erhoben, dak^bie Staatseilenbahnverwaltung aus die Nachlieferung der Rückstände zu den Vertragspreisen verzichte, noch hat die Verwaltnng einen olchen Verzicht ausgesprochen ober in Aussicht genommen. Damit erweisen sich auch die aus jener Behauptung gezogenen Schluß­folgerungen als leere Verdächtigungen. Der Vorfall beweist ejnmal wieder, wie wenig derVorwärts* über die Vor­gänge des wirtschaftlichen Lebens unterrichtet ist und mit welcher Leichtfertigkeit er die schwersten Anklagen aller Wahrheit zuwider in die Cefrentücbfeit bringt.

DieSÖerl. fiorr/ teilt mit: Der Minister für öffent­liche Arbeiten setzte bie tägliche Arbeitszeit in den Werkstätten der preu ß.-hessi scheu StaatSeisen-

Deritsckes

Berlin, 4. Jan. Der Kaiser begab sich gestern nachmittag im Automobil nach Hundekehle und machte von da aus mit Admiral ä la suite v. Müller und Flügel- adjutant v. Remnann-Kosel einen Spaziergang nach Jagd­schloß Grünewald. Zur Abendtafel mären Oberstallmeister Freiherr v. Reischach und Kapitän v. Schimmelmann geladen.

Der Ministerialdirektor a. D. Dr. Hermes, der zum 1. Oktober an Stelle des ausscheidenden Professors Dr. Kropatschek als Chefredakteur derReuen Preuß. (Kreuz-) Ztg." berufen worden iit, war bis zum vorigen Jahre Direktor der Abteilung für Verwaltung der laudwirt- schastlichen und der Gestütsangelegenheiten im Ministerium für Landwirtschaft.

DieRordd. Allg. Zig." schreibt:

In der Nr. 2 desVorwärt s" vom 4. Januar finbet sich hinter der SvitzmarkeVater Staat blecht" die Behauptung, die preußische StaotKeisenbahnverwaltung habe auf die yach- lieferimq von 89 000 Tonnen Dienstkohlen, mit welchen das ryem.- westi. Kohlensyndikat Hinter der vertraglichen Lieferungsvervstichtung zurückgeblieben ift, verzichtet. Daran wird die Bemerkung ge-

Keer und Alotte.

Wie verlautet, soll-n im kommenden Kaiser- Manöver bei Paraden nur noch der feldmarschmäßige Anzug getragen werben an Stelle des bisher üblichen Parade- anzuges. Schon im verfloffenen Kaisermanöver bei der Parade in Urmitz bei Koblenz am 11. September hat das 8. Armeekorps auf Anordnung des Kaisers feldmarschmäßigen Anzug getragen. An dem Kaisern,anöver zwischen dem 5. (Posenschen) und 6. (schlesischen) Armeekorps wird dem schlesischen Armeekorps vom 12. jeder Waffe eine Brigade zugeteilt werden, u. a. eine kombinierte Katserulanen-Brigade, bestehend aus dem ersten Ulanenregiment Rr. 74 und dem dritten Ulanenregiment Rr. 21.

Bolitischk Tagesschau.

Ter Fall Sartorius.

Berlin, 4. Jan.

Der wegen Weinpantscherei zu 3000 Mk. Geld­strafe verurteilte Reichstagsabg. Sartorius will, wie ein pfälzisches Blatt meldet, die Fraktion der Freisinnigen Voll partei darüber entscheiden lassen, ob er sein Mandat nieder- leaen soll. Bei der Fraktion, die erst am nächsten Dienstag wieder zusammentritt, ist, wie dieFr. D. Presse" feststellt, feine solche Anfrage eingegangen.

Wer den Prozeß auch nur oberflächlich verfolgt hat, mußte Grauen empfinden über die hier zur Sprache ge­kommene Behandlung eines für Menschen bestimmten Ge­tränks. Tie Kunden dieses Weingutsbesitzers werden sich ge­schüttelt haben, als die Zeugenvernehmungen feststellten, welche Art von Verunreinigungen das Mußbach-Wasser enthalt, das Sartorius dem Wein beizumischen fein Bedenken trug. Es ist darauf hinqewiesen worden, daß die Enthüllungen geeignet seien, dem pfälzischen Weinhandel Abbruch zu tun. Das ul allerdings möglich, obschon am Rhein und an der Mo'el ebenfalls Verurteilungen wegen Weinpantscherei vorgekomn.cn sind. Zur Genüge steht feit, daß ein Mann, von dem man es am wenigsten'erwarten konnte, Weinpantscherei begangen hat. Das Vertrauen der Wähler hat zweifellos eine Er-

bahnverwaltung auf 9 Stunden herab. In den Eisenbahndirektionsbezirken Berlin, Frankfurt a. ' M., Magdeburg und Posen ist der Neunstundentag seit dem 2. Januar eingeführt, die übrigen Bezirke folgen, sobald eststeht, daß örtliche Bedenken dagegen nicht vorliegen.

Rach einer Londoner Meldung soll auf Las Palmas eine deutsche Koh lenstation ähnlich der auf Madeira angelegten errichtet werden. Die Vorarbeiten hätten _ mit Hilfe der Wörmann-Linie bereits begonnen. Alle deutschen Dampfer werden diese Kohlenstation aufsuchen und dort Preisermäßigungen erhalten, weil die deutsche Kohle teurer als die englische sei. Es handelt sich, jedoch nicht um die Anlegung einer Kohlenstation in militärisch-politisch°m Sinne, sondern um die Erwerbung eines Kohlenlagers durch eine Privatperson, die sich dann bei der Marine um Lieferungen beworben hat.

München, 4. Jan. Der vereinigte erste und dritte Ausschuß der Kammer der Reichs rate nahm das Wahl­gesetz mit elf gegen eine Stimme (Auer) an. Auer stimmte dagegen, weil sein Antrag auf Einführung der absoluten Wahlmehrheit in Artikel 14 mit 8 gegen 4 Stimmen ab- gelehnt worden ist.

parlamentarisches.

Osnabrück, 4. Jan. Der Reichstagsabg. Engelen erklärte sich gegen die Tabaksteuer; das Zentrum sei nur für die Belastung starker Schultern bei der Fmanz- vorlage.

Zwei Denkmäler für Amerika.

S. W. K. Darmstadt, 2. Jan.

In bei Ausstellung, die gegenwärtig von der Freien Ver- türgunc* Darmstädter Künstler in der Kuns!Halle veranstaltet ist, sieht man unter den Werken der Plastik die Modelle von zwei Denkmälern aus der Werkstatt des Bildhauers Robert Caner. Das eine ist ein Reiterdenlmal, in dein eine eigenartig neue Ausgabe gestellt und glücklich gelöst ist. Das Denkmal güt dem Andenken eines Bürgcrgenerals der amerikanischen Unwnsarmee : Franz Sigel ein geb. Badener, zuerst Offizier, dann Derdel- hcr^cr Student, daun, im Alter von 25 Jahren, un Strudel des" badischen Aufstandes zum Kriegsminister der preuiionW.n Regierung aufgerückt Ivar nach einem vorübergehenden Auf­enthalt in der Sch.veiz, wohin er sich geflüchtet hatte, 1852 lM- über in die neue Welt gezogen und batte dort, in Newyort und St. Louis, eine Tätigkeit als Ingenieur und Lehrer gefunden. Da riß ihn ber Bürgerkrieg im Jahre 1861 wieder in die alte militärische Laufbahn: er enidytete ein Regiment, zeichnete W mehrfach aus und rückte nach dem Siege von Pea Rrdge zum Generalmajor der Unionsarmee auf. Erst vor wenigen Jahren ist er gestorben. Das Denkmal, das nach Robert Cauers Modell setzt in Lauchhammer gegossen wird, soll in St. Louis Aufstellung finden. In der schlickten, fast bürgerlichen Tracht der amercka- nischen Truppen sitzt der General auf dem Pi erde, der Kopf.rst leicht vorgestreckt, er späht aufmerkiam in bie Ferne, ferne Reckte hält den Krimstecher. Die Haltung ist lebendig und doch nickt so momentan, daß die monumentale Wirkung geschädigt würde Das Pferd steht mit den Bemen rulng, wendet aber den Kopf zur Seite. Also auch hier in der Ruhe emegclmfse Bewegung, und der Reiter kommt auch in der Vorderansicht da­durch mehr zur Wirkung. Die fn.W, ^abhängige, durch fern Vorbild alter ober neuer Zeit eingeengte Auffassung, mit der die e'geno.rtige Aufgabe angegriffen ist, verdient ebenftvrel Lob, wie die meisterliche Ausführung Nicht wie. er siegreich einzieht oder die Parade abnimmt, sondern mitten in ber Kriegesarbeit, nur fn Witt" dieser General ber neuen Welt dargestellt werden.

In demmideren Denkmal stehtFriedrich^Wilbe-vi von Steuben vor unS (1730-1794), der aus dem Gefolge ^riedricks d, Gr. beim Ausbruch der nordamerikanischen Revo.u.ion^in die Dienste der Vereinigten Staaten trat und oeionders als Instrukteur der

amerikanischen Armee berühmt geworden ist.. Auch hier hat Robert Eauer ruhige monumentale Wirkung mit leckerer, leben- diaer Charakteristik zu verbinden gewußt Der General steht breitspurig da, die Linke am Degeii, mit der Rechten auf fernen langen Stock gestützt. In der Men Haltung, m dem energi­schen, ausgeprägten Kops, der offenbar nach zeitgenosilicyen Bild­nissen modelliert ist, kommt die ganze Persönlichkeit zu über­zeugendem Ausdruck.

Der Künstler entstammt dem Kreuznacher Vildhauergewstecht, das nun schon in der dritten Generation Hervorragendes geleistet hat Seine Vaterstadt besitzt von ihm die prächtige Gruppe des' Michel MortDenkmals, St. Louis, wo er mehrere, Jahre gelebt hat, eine Reibe von Marmorbstdnissen, und aus ver­schiedenen Friedhöfen des Rheinlandes trifft man Grabdenkmäler von seiner Hand. Einige davon gehören zum Schönsten, was die neuzeitliche Plastik auf diesem Gebiete hervorgebracyt hat.

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Die meistgelesenen Romane desIahres 1905. Die Redaktion desLiterarischen Echo" hat, wie früher, w auch am Ende des verflossenen Jahres wieder an eine Anzahl groper deutsckier Leihbibliotheken die Frage gerichtet, welche belletrsttt- schen Bücher im Laufe des Jahres 1905 von ihrem Leserkreis am meisten zur Lektüre verlangt worden sind. Es lind auf bie Frage die Antworten von 151 Leihbibliotheken eingegangen, und in ihnen wurden als die meist gelesenen Werke bezeichnet: 1)Gotz strafst" (IIII von Ed. Stilgebaucr (Berlin, Richard Vong, llömat. 2)Tagebuck einer Verlorenen", herauSgegeben vo;i Margarete Böhme (Berlin, Fontane u. Cost 77 mal. 3)Peter Eamenzind" von Hermann Heste (Berlin, Fasck^r) 63mal. 4)Asmus Sempers Jugendland" Vvn Otto Ernst (Leipzig, L Staackmann > 49 mal. 5'Das schlafende Heer von K. Vicb.g, 47 mal. 6)Heimat des Herzens" von G. Freiherrn von,Lmp- teda 34 mal 7)Der hohe Schein" von L. Ganghofer, 27 mal. 8)Buddenbrooks" von Th. Mann (Berlin, S. Fischer) 27 mal.

Monatshefte für g r a p h i s He s Ku n stg ewe r be. Herausgeber: Albert Knab: Redakteur: Earl Mattmes, Berlin. Verlag von Earl Flemmmg, A. G., Glogau. jährlich 1- .Hefte mit Tafeln und Kunstbeilageri zum Preise von.24 Mk. Sonder- hestW i n t e r s o u n e n w e n d e 5 Mk. für Nichtabonnenten.

91 Island.

London, 4. Jan. Kriegsm in ister Haldane hielt heute nachmittag bei einer Versammlung eine Rede, in der er den Wert einer leistungsfähigen Armee hervor- hob, die eine Streitmacht sein müsse, mit ber man auch überseeische Expeditionen an?führen könne. Essei ferner notwendig, ber Miliz einen hohen Ausbildungsgrad zu geben, bie Bevölkerung zum Eintritt in das Volunteer- korps zu ermutigen und die Korvs vor allen Dingen auf Staatskosten auszurüsten. Ter Kriegsminister fügte hinzu, daß die Marine so stark bleiben muffe, wie sie heute sei.

Rom, 4. Jan.Giornale d'Jtalia^ bringt eine Be­sprechung über die Marokkokonferenz, in der es heißt, daß Deutschland die Gelegenheit wahrnehmen möchte, um die allgemeinen Beziehungen mit Frankreich zur Sprache, zu bringen. Frankreich wünsche nämlich, das gute Ein­vernehmen mit Deutschland fortzusetzen. Tas Arbeiter- blattAvanti" sagt: Am Vorabend der Konferenz möchten, die Arbeiter erfahren, welche Haltung Italien einzunehmen gedenkt, da ein Nachgeben in Sachen der deutschen Jnter- effen Italien dahin bringen könne, an einem kriege­rischen Abenteuer, welches Deutschland plane, lei Ine hm en zu müssen.

Wien, 4. Jan. Wie gemeldet wird, hat Kaiser Wilhelm anläßlich des Jahreswechsels eine besonders herz­liche Glückwunschdepesche an Kaiser Franz Josef gerichtet und die Hoffnung ausgesprochen, seinen Freund und Bundesgenossen wieder einmal sehen zu können.

Petersburg, 4. Jan. Im Marine-Ministerium sind drei besondere Kommissionen gebildet worden, die erste zur Untersuchung der näheren Umstände der Seeschlacht von Tsuschima, die zweite zur Untersuchung der lieber- gäbe ber vier Panzerschiffe, die von Nebogatow befehligt wurden. Wegen der Uebergabe sind angeklagt Nebo­gatow und die Kapitäne Gregoriew, Lischin und Smirnow. Die dritte Kommission soll eine Untersuchung wegen der Uebergabe des Torpedoboote?Bedovoi" anftenenJ

Cap Haitien, 4. Jan. (Reuter.) Die Anhänger des flüchtigen Präsidenten Morales wurden bei Puertoplaie auf San Domingo von den Truppen des Vizepräsidenten General CasereS vollständig geschlagen und zersprengt. . General Rodriguez, der frühere ©ouüerneur von Monteeristi, ist ge­laden. Die Verluste sind auf beiden Seiten groß.

fchütterung erlitten. .

Ter nalionalliberale Abg. Münch-Ferber, der s. £>t. m schlimme Transaktionen bei einer von ihm geleiteten Erb- schaftSregUung verwickelt war, wollte sein Mandat behalten, bis das Reichsgericht über die Revision des Veleidigungs- prozesseS entschieden hatte, aus dem Münch-Ferber als der Verurteilte hervorging. Tas Reichsgericht wies die Revision ab, unb nun erst' bequemte sich der Volksvertreter zum Ver­zicht auf sein Mandant. Es ist danials Verwunderimg da­rüber geäiißert worden, daß die Partei nicht sofort Slnftalten traf, den Strich zu ziehen zwischen sich und Münch-Ferber.

In beiden Fällen hat Eigennutz eine Rolle gespielt. Personen, die sich über die vom Gesetz errichteten Schranken hinwegsetzen, können nicht Getzgeber sein.

Auf Grund eingehender Informationen teilt der »Psälz. Courier" mit, daß eine Revisionseinlegung des ReichS- tagSabg. Sartorius nicht erfolgen wird.

Der in den Prozeß Sarwrius verwickelte Chemiker Dr. Moslinger ans Nei.stadt a. H. wurde voLaufig nus der Biltersuckimasbaft entlassen. Er war wegen Verdachtes der Bei­hilfe zur Weinfälschnng am 11. Äugust v. I. verhaftet und nach Frankenthal übergeführt worden. Gegen ihn wird m der reäcfrftat Zeit verhandelt werden. , , , ,

Die Gesamtkosten des Sarwrius-Drozeises belaufen sich nach vorläufigei/ Schätzung ruf 20 00030 OOP Mark.

Dis Zustände in Wußland.

Moskau.

Der Zar befahl, 100 000 Rubel dem Generalgou- verneur von Moskau zur Verfügung zu stellen. Dia Summe soll an die notleidende Bevölkerung, die durch den Aufstand gelitten hat, verteilt werden.

Generalgouverneur Dubassow veröffentlichte am 4. d. M einen ausführlichen Bericht über die letzten Ereignisse in Moskau und sagt darin folgendes:

Nach der am 28. Dezember erfolgten gründlichen Nie­derlage ergriffen die revolut. Banden unter Benutzung der Eisenbahn, die sich noch bis zum 29. Dezember in ihren Händen befand, die Flucht; jetzt sind sievollständig zeri prengt. Ter erbitterte Widerstand, den die Aufrührer leisteten, tnaayte das Eingreifen von Artillerie nolir-enbig, die jebod) durch das Bestreben gehemmt wurde, das Leben und die Wohnstätten der friedl. Bürger zu schonen. Einige Fabriken, die der Geueral- gmiverneur dann in seinem Bericht aufzählt, wurden durch ^lr- tilleriefeuer zerstört. Nach der Uebergabe wurde die krie^ergche Aktion eingestellt und einige Tage entgegen dem Jntereffe .eines gänzlichen Erfolges ausschließlich dazu verwendet, das Viertel, in devi gekämpft wurde, von Frauen und Kmd-nn' zu raumen. Am 3 Januar nmrde der Kampf von den Truppen zu Ende geführt. Am Schlüsse seines Berichtes führt der Generalgouveriieur noch folgendes aus:Verschiedene Zeitungen klagen die ^rupp.cn an, mit unnötiger Schärfe und OkaufamTeit vorgegangen zu sern. Diese Verdächtigungen, deren Zweck es augenscheinlich ist, das Band zwischen der Nation und dem Militär zu zerreißen und Die Armee bloßzustellen, verdienen keine Widerlegung". er Gou­verneur wendet sich aber an die Mit-chader der aii-acn'-tUtcn

Heft 3 des 4, Jahrganges ist als 90 Seiten starkes Sonderheft in kostbarer künstlerischer Ausstattung unter dem Titel ^Winter­sonnenwende" erschienen. Schon die Titelbenennung laßt auf den nordischen Charakter des Werkes schließen. Ebenso eigen­artig wie anregend ist die Nenerung, den Aussätzen durch be- soiidere, mehrfarbig gebniefte Titel und Umrahmungen, die sich dem Inhalte anpassen, ein buchähnliches geschlossenes Gepragv zu geben. Aus dem reichen Inhalte seien besonders ermahnt dw AufsätzeNordische Formen unb Farben" von Ernst Schiur, Eisblumen und Kristalle" vvn Johannes Meru,Fidus unb Von'der Nacktheit" von Carl Matthias. Ganz besonderen Wert erhält das kostbare 5oeft aber durch 23 bisher unveröneutlich.te Beiträge berühmter Künstler, die in der MteilungLtudien ans den Mappen norddeutscher Maler" als Knnstbeilagen m Lichtdnick und Buchdruck je einzeln aufgelegt sind. Die beste Garantie für den bleibenden Wert des Heftes bieten die Namen der KNustler Professor Eugen Bracht, Louis Corinth, Professor Ludwig Detr- mann Fidus, Professor Ludwig von Hofniann, Professor Friedrich Kalimorgen, Walter Leistilow, Professor Max Liebermann, <yrau Cornelia Vaczka, Professor Carl Saltzmann, Prof. Max seliger/ Heinrich Vogeler. Hervorragendes Interesse erhält das Heft auch durch die abgedruckten Biographien der beteiligten Künstler, die meist, teils in launiger, teils in sehr ernster Form, vvn den Künstlern selbst verfaßt sdrd.

Kulturbilder aus dem Simplicissimus. Band 5: Der Künstler. Preis in vierfarbigem Nmsckleg kartoniert 1.50 Mk. Verlag von Albert Langen in Münckcn. Dieses neue Bändchen umfaßt wieder fünfzig Bilder uiid Wine aus der Sphäre, die der Titel ncimt Der SammelnameKünst­ler" umfaßt eine Sckxrr von sehr verschiedenartigen Leuten. Der Dichter, der Maler, der Musiker werden ebensogut bei ihren kleinen Schwächen gefaßt wie die Sckxiuspieler aller Art bis züist Varietee- unh Zirkuskünstler hinunter.

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Von der neuen Zeitschrift des Deutschen Vereins i. r KunstgewerbeD ie W er kkunst" (Jährl. Bezugspreis für 24 Hefte'10 Mk.) sind jetzt im Verlag von Otto Salle in Berlin W. 2 weitere Hefte erschienen,' die an größeren Beiträgen Artikel über die Wieirer Werkstütte (I. A. Lux), Die Münchener Aus-

Kolonialvost»

Jrn Schutzgebiet Kiautschau soll die Rindvieh- unb Schweinezucht verbessert werben. ES soll baS durch eine Kreuzung deS chinesischen Viehs mit erstklassigen heimischen Tieren geschehen. TaS Unternehmen liegt in den Händen einer Privatfirma in Tsingtau. Der Truppentrans­portdampfer .Borussia^ nimmt in den nächsten Tagen einen Zuchtstier unb 10 Zuchtschweine an Bord und befördert sie nach Kiautschau.