^obei eine von ihm aufgestellte Uebersicht über die Leistungen der einzelnen Tekanatsgemcinden für die Mission in 1905, in welcher ein deutliches Bild sowohl von der Art, wie in den einzelnen Gemeinden für die Mission gearbeitet, als auch von den sichtbaren Erfolgen dieser Arbeit gegeben wird. Im ganzen gingen 4657 Mk. ein, worunter aus der Stadt Gießen allein 2733 MI. oder 10.4 Pfg. auf den Kopf der evang. Bevölkerung fallen. Die höchste Leistung mit 22.5 Pfg. pro Kopf hat Langgöns, dann kommt Beuern mit 21, Allendorf a. d. Lahn mit 18, Großen-Linden mit 10 Pfg.; der Durchschnittsbetrag für das ganze Dekanat beträgt 8.1 Pfg. pro Kopf. In Oppenrod hat ein Missionsfest stattgefunden, bei den: 100 Mk. Kollekte eingingen. Ein Gemeindeglied aus Beuern, H. Walter, ist in den Missionsdienst getreten und befindet sich in der Missions- anstalt zu Basel zwecks wetterer Ausbildung für den MissionZberuf.
Aus Stadt und Lund.
Sprechstunden der Nedaltion II - ' ’lb: vor ■ .7—V28 Uhr abds.
Gießen, 29. Nov. 1906.
** Großherzogs Geburts tag in Berlin. Man schreibt uns aus Berlin: Der Kriegerverein ehemaliger Kameraden der Großh. Hess. Division zu Berlin feierte am 22. November den Geburtstag S. K. H. des Großherzogs, seines Protektors, und beging damit die Feier des achten Sttftungsfestes. Die zahlreiche Beteiligung bewies, wie gern man der Einladung zu der Feier gefolgt war, und glab' Zeugnis davon, zu welch hohem Ansehen der Verein ht allen Kreisen der Reichshauptstadt gelangt ist. Von den erschienenen Ehrengästen seien erwähnt: Generalleutnant Frhr. v. Dinklage, Geh. Oberfinanzrat Dr. Strutz, Reichstagsabg. Kommerzienrat Heyligenstaedt aus Gießen, Kapitän z. S. Spring usw. Nach einem musikalischen Teil und nach Vortrag eines von dem Vereinskameraden Leutnant a. D. v. Carnap gedichteten Prologs, der von Fräulein Eschholz vorgetragen wurde, brachte General der Artillerie a. D. Rothe das Hoch auf S. M. den Kaiser aus. Es folgten dann einige Gesangsvorttäge von Frau Wilma Bäcker (ehem. Großh. Hess. Hof-Opernsängerin) und Musikdirektor Bäcker, worauf Generalmajor a. D. Keim, der Ehrenvorsitzende des Vereins, den Trinkspruch auf S. K. H. den Großherzog hielt. General Keim gab den Gefühlen der großen Freude, auch bei uns in Berlin, über die Geburt des Erbgroßherzogs Ausdruck, und wie wir in alter Hessentreue dieses frohe Ereignis von ganzem Herzen freudig mttempfunden hätten. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch ein. Nach Absingen der hessischen Nationalhymne ergriff der L Vorsitzende, Großh. Kreisveterinärarzt a D. Dr. Schaefer, zu einer längeren Bereinsfestrede das Wort. Sein Hoch galt der herrlichen deutschen Armee und Marine. Nach Aufführung eines Theaterstückchens und wiederholten Gesangsvorttägen hielt der 2. Vorsitzende, Apotheker Walter Weiß, die Schlußansprache, in der er den Freunden den Dank des Vereins ausfprach und gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck gab, daß man sich schon bei dem nächsten Feste um die so lang ersehnte Fahne scharen könne. Redner schloß mit einem Hoch auf die Gäste. Während der Kaffeepause brachte der 2. Schriftführer, Gärtner Karl Kuhn das Hoch auf den glänzenden Tamenflor aus. Ein solenner Ball hielt die meisten Festteilnehmer bis zum frühen Morgen zusammen. Eine ganz besondere Ehrung wurde dem Verein noch zuteil, indem seinem langjährigen Vorsitzenden, der sich um das Gedeihen und Emporblühen des Vereins wesentliche Verdienste erworben hat, von S. K. H. dem Großherzog das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen an dem Festtag verliehen worden ist.
** Ein neues Geschäftshaus, das wohl als das schönste unserer Stadt bezeichnet werden kann, wurde gestern ti oct mittag 5 Uhr dem ttruflustigen (bezw. für gestern dem schaulustigen)Publikum geöffnet, nämlich dasHaus derFirma Alex Salomon & Co., Schulstr. 4. Das viergeschossige in hellem Sandstein errichtete stattliche Gebäude ist von n--------------------------nun rwrnun 11 ■■111111 1 11 ■iiihibi —h ■ m
Architekt Hamann in modernem Sttl erbaut worden und die Zeit noch nicht eines Jahres genügte, den Prachtbau, der unserer Stadt zur Zierde gereicht, entstehen zu lassen. Das Erdgeschoß und das mit diesem durch eine bequeme Treppe verbundene erste Obergeschoß dienen als Verkaufsräume, während das zweite Obergeschoß als Lagerraum benutzt wird. Sieben große, geschmackvoll angeordnete Erker sorgen am Tage für Helligkeit, während abends die ganzen Verkaufsräume von innen und außen durch eine reiche Flut elektrischen Lichtes beleuchtet werden. Die Heizung erfolgt durch eine von der Firma H. Schaffstaedt gelieferte Warmwasseranlage. Die einzelnen Artikel, die die Firma führt, sind nach Spezialabteilungen gegliedert: Handarbeiten, Wäsche, Korsetts, Pelze, Seidenstoffe und Sammete, Bijouterie- und Lederwaren, Herren-Artikel, Artikel fürs Haus usw. usw., und zwanzig gleichmäßig in Schwarz gekleidete Verkäuferinnen stehen bereit, die Wünsche des Publikums zu befriedigen. Den besonderen Beifall der Damenwelt dürfte der allerliebste Anproberaum im ersten Obergeschoß bilden. Für die Feuersicher- heit des Gebäudes sind alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen: überall sind Hydranten angebracht, und zwei besondere Nottteppen sollen im Bedarssfalle dazu dienen, das 180 Quadratmeter Flächeninhalt einnehmende Haus innerhalb einer Minute zu entleeren. — Die auf 5 Uhr nachmittags angesetzte Eröffnung gestaltete sich zu einem lokalen Ereignis, große Scharen Neugieriger umstanden das imposante Gebäude, und bei weitem nicht alle konnten Zutritt zu den eleganten behaglichen Geschäftsräumen selbst finden. Zum Schluß sei noch anerkennend hervorgehoben, daß fast sämtliche Arbeiten von hiesigen Geschäftsleuten ausgeführt wurden, sodaß, wie das Unternehmen selbst, auch seine Ausführung ein glänzendes Zeugnis der Leist- ungsfähigkett unserer einheimischen Geschäftswelt darstellt.
** Die Großh. Brandversicherungskammer veröffentlicht soeben die Ergebnisse der Vertvaltung der Großh. Brandversicherungskasse vom Jahre 19 03. Die Einnahmen betrugen 3 971881.15 Mk., darunter 1960 735.98 Mk. Kassevorrat, 1826 992.97 Mk. Beiträge (davon 434 080.25 Mk. aus O b e r h e s s e n, 1 750 479.26 Mk. aus Starkenburg, 642 433.46 Mk. aus Rheinhessen), 74524.44 Mark Zinsen. Die Ausgaben beliefen sich auf 1812 339.93 Mark, sodaß ein Rest von 2 129 541.22 Mk. verbleibt. An Brandschäden und Abscbätzungskosten wurden 826 534.40 Mk. bezahlt, wovon auf Oberhessen 279 070.41 Mk. (Kreis Gießen 73357 Mk., Kr. Alsfeld 60 390.11 Mk., Kt. Büdingen 17166 Mk., Kr. Friedberg 86 625.50 Mk., Kr. Lauterbach 19 967.80 Mk. und Kr. Schotten 21 564 Mk.), auf Starkenburg 346 383.81 Mk. und auf Rheinhessen 201080.18 Mark entfallen. Als Vergütung für erhöhten Feuerschutz wurden 168934.67 Mk. geleistet. — Die Großh. Landes- feuerlöschka sse hatte 1903 bei einer Einnahme von 87 376.15 Mk. 87 076.27 Mk. Ausgaben. Unter den Einnahmen befanden sich 40 041.23 Mk. Zuschuß aus der Hauptstaatskasse und 42 257 Mk. Zuschuß aus der Brandver- sicherungskassL. An vernnglückte Feuerwehrleute usw. wurden 9519.62 Mk. Unterstützung bezahlt (in Oberhessen 2769.15 Mk., in Starkenburg 4682.12 Mk. und in Rheinhessen 2068.35 Mk.), während an Gemeinden und Feuerwehren zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen 76 705 Mk. Beihilfen gegeben wurden. Davon entfielen auf Oberhessen 17 900 Mk., auf Starkenburg 44 655 Mk. und auf Rheinhessen 14150 Mk.
ltz Lich, 28. Nov. Die voriges Jahr gegründete neue Ackerbauschule für den Kreis Gießen begann dieser Tage ihren zweiten Kursus; die Schule zählt zwei Klassen mit 36 Schulerrr. Die Stadt Lich läßt für die Anstalt gegenwärtig einen Neubau Herstellen, der jetzt im Rohbau vollendet ist und int Herbst 1907 eingeweiht werden soll.
cP Nie de r-B e s sin g en, 27. Nov. Gestern ereignete sich hier ein beklagenswerter Unglücksfall. Der Gastwirt Wilhelm Lotz wollte eine Fuhre mit Schweinen nach Gießen bringen. Noch int Dorfe scheuten die Pferde durch das Gegrunze der Schweine, sodaß Lotz vom Fuhrwerk herunterfiel und unter den Wagen kam, wodurch ihm beide Beine zerquetscht wurden. Die Pferde machten erst vor
Ibsens mit besonderer Genialität gezeichnete „Aase" suchte sie sich und ihren Sohn stets in ein Traumland zu versetzen und umgab sich und ihren Oskar, wie Aase ihren Peer, mit dem Dunstkreis der Selbsttäuschung. So könnte man wohl versucht sein, Ibsens „Peer Gynt" eine phantastische Vorschöpfung von Oskar Wildes phantastischer Lebensart zu nennen .....
Unser hoch geschätzter Gast, Herr Bolz, der scharfsinnigste, geistreichste und zugleich spitzsindigste Künstler unter den hervorragenden Mitgliedern des Frankfurter Schauspielhauses, erfaßt mit der Stärke seines Verstandes die Eigenart jeder Rolle, und reiche schauspielerische Ausdrucksfähigkeit steht ihm dabei zur Seite. Während einer schriftlichen Rücksprache über eine seiner mit feinstem Geiste dem Dichter nachgeschaffenen, vom Frankfurter Publikum leider vollkommen mißverstandenen mimischen Schöpfungen schrieb mir einmal Herr Bolz: ,Die schönsten und reinsten Genüffe meiner Kunst hat mir ihre Ausübung nicht coram populo bereitet, sondern im stillen Arbeitszimmer, wenn mir nach oft mühsamem Ringen endlich die Erkenntnis aufdämmert, jetzt bin ich dem Autor auf der Spur/ Kein Zweifel, daß Herr Edgar Bolz auch bei der Gestaltung seine? Goring des Autors Spuren sicher traf, daß er diesen englischen Grafen lebhaft greifbar, bestimmt in allen seinen beschriebenen und nicht beschriebenen Lebensäußerungen nicht nur vor sich, sondern in sich sah — allzusehr in sich sah. Herr Bolz ist ganz gewiß für Bühnengestalten rote Wildes skeptischen, blasierten Rasonneur Goring prädestiniett — wenn dieser Goring kein Brite wäre. Herr Bolz verfügt ja durchaus über die vornehmen Allüren eines Weltmannes. Aber ich denke mir, wie gesagt, hinter diesem Viscount Goring den Dichter selber, von bem sein Freund Sherard in seinem überaus fesselnden Pane- gyricuS auf Wilde mit dem Untertitel „Die Geschichte einer unglücklichen Freundschaft" •) ein vom Enthusiasmus inspiriertes verzücktes Schönheits-Porträt entworfen hat. Wilde- Goring wird niemals, auch bei der Entsendung seiner geistreichsten Paradoxe, die steifleinene Halttmg und, vor allem, die stoische Ruhe verloren haben. Vielmehr müßten sie mit der größten Selbstverständlichkeit als winzige Nebensächlichkeiten hervorquellen. „Ich war ganz hinreißend/ so pflegte, wie Sherard erzählt, Wilde von sich selber nach einem Geplauder in irgend einem Salon zu sagen. Gewiß, auch Herr Bolz war gestern hinreißend, roie immer, wenn er so ganz in seinem Fahrwasser ist, wenn er durch Geist und Witz zu
• Deutsch von Herrn. Freiherrn v. Teschenberg, Minden L W., I. C» C. Bruns.
glänzen hat. Denn Geist und Witz gehören zu ihm. Ohne sie ist Bolz nicht Bolz. Doch des Briten Art ist nicht seine Att, und mehr im Geiste des Dichters wäre es geiveseu, wenn er seine blendenden Geistreicheleien vorgetragen hätte mit des vornehmen Engländers unerschütterlicher stoischen Ruhe. Die Brillanten sollen wie das nichtige Spielzeug eines weit über alles gewöhnliche Menschenmaß reichen Geistes aussehen. Herr Bolz aber behandelte diese eleganten Nichtigkeiten wie große Wichtigkeiten, unterstrich und war eindringlich, statt das Phlegma eines raffinierten Blageurs zu zeigen. Herr Bolz zeigte nicht die affektierte Müdigkeit des Weltstadt-Dekadenten L Ja Wilde, sondern die fieberhafte Heißblütigkeit eines französischen Elegants. Und er predigte auch zu Zeiten mit größerem Ernst, als einem Lord Goring, der in den sentimentalsten Situationen seine Witze macht, zuzutrauen wäre. Doch worin seine Auffaffung dieser Bühnenfigur von der meinen sich unterscheidet, ist im wesentlichen nur, daß ich die spezifisch britisch-nationale Note vermißte. Davon abgesehen, war er — natürlich! — eine faszinierende Salonleuchte, unwiderstehlich in seiner flammenden, sinnverwirrenden Beredsamkeit, seiner bestrickenden, weltgewandten Artigkeit, seiner konseroatorischen Florettfechterei, wie seiner ehrlichen Begeisterung für jede gute Sache und einer Art von „Herzlosigkeit" , die man als vernünftiger Mensch wohl am besten mit innerlichstem Edelsinne bezeichnet. Da? ist gerade das Mitreißende bei Herrn Bolz, daß er stets selber ganz von seiner Rolle mitgeriffen scheint, daß alles, was er spielt, ihm aus dem Tiefsten zu kommen scheint, daß er lebt, was er zu „spielen" hat, sodaß der Zuschauer selber entrückt wird in jene Sphäre der Rolle, in die körperhaft gewordene Realität der künstlichen, vor ihm im Bühnenrahmen auSgebreiteten Menschenwelt. Darum war eS gestern doch ein ganz erlesener Genuß, diesem Meister deS spitzfindigen Epigramms mit gespanntester Aufmerksamkeit zu lauschen.
In Erstaunen setzte mich Frau Bayrhammer als die Intrigantin des Stückes. Diese vollendete Routine hatte ihr verflossener Winter nicht erwarten lasten. Dazu rassiges Temperament und ein scharfer Verstand, der den Schlichen der üblen internationalen Abenteurerin bis in die letzten Winkel folgte. Die Toiletten waren von tadellosem Chic und imponierender Kostbarkeit. Zuweilen sah sie aus wie ein lebendig gewordenes modernisiertes Gainsborough- Porträt. Tas stark Legere in Bewegungen und Gesten war hier ganz am Platze.
Ganz reizend war Frl. Schellenberg, wie ein Fruh-
Lich Halt, dort verunglückte der Wagen, ein Schwein war so verletzt, daß es sofort abqescolacbtet werden mußte.
ItmveriUätssKafbricbten* *
— DaZ U n i v e r s i t ä t s st u d i u m in Deuts chland. Im Sommer dieses Jahre? waren unter den 44 964 immatrikulierten Studierenden der 21 reidiSbcutfcben Universitäten 41 075 Reichs» angebörige gegenüber 38 835 im Winter 1905/06, etwa 21 300 im j Jahre 1881 und etwa 14 000 um 1872. Von den 41 075 deutschen Universitäts-Studenten des verflossenen Soinmerhalbjahres waren 24 514 Preußen (1881 etiva 13 00M, Bayern 4673 (2200), Sachsen 2994 (1500), Württemberg 1454 (1000), Baden 1654 (550), Hessen 124 9 (600), Elsaß-Lolhringen 1064 (200), 91 c d) w i ff en- schait bezw. S t a a t s w i s s e n s cb a f t e n studieren im Neichs- dnrchschnitt au? 100 000 Eimvohner 21,9, in. Preußen 21,7, in Bayern 27,5, in Sachsen 22,4, in Württemberg 17,8, tu Baden 18,3, in Hessen 22,4. Studierende der Medizin sind es: im ReichS- durchschnilt 9,5, in Preußen 9,0, in Bayern 12,5, in Sachsen 9,4, in Württemberg 1<>, in Baden 11,5 und m Hessen 16. Auf 100 000 Eimvohner evangelischen Bekenntnisses treffen zurzeit Sttidierende der evangelischen Theologie: im Neichsdurchschnitt 6,8, in Preußen 4,8, in Bayern 8,2, in Sachsen 5,5, in Württemberg 11,6, in Baden 9,5 und in Hessen 10,0. Erheblich anders ist das Verhältnis beint Studium der k a t h o I i s ch e n T h e o l o g i e. Hier treffen auf 100 000 katholische Einwohner zurzeit im Durchschnitt des Reiches 8,2, in Preußen 7,9, in Bayern 4,6, in Sachsen 2,5, in Württemberg 26,5, in Baden 13,2 und in Hessen 1,7. Bon den Preußen waren 28 vom Hundert auswärts eingeschrieben gewesen, von den Bayern nur 14 v. H., von den Sachsen 25,5, von den Württembergern 33,4, von den Badenern 27 und von den Hessen sogar 40 v. H.
tlifbtrßriif brr TobksWk in i)trStobt tfitljni 46. Woche. Born 11. bis 17. November 1906.
Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 33,49 °j(l6, nach Abzug von 9 Ortsfremden: 17,62 Vco.
Kinder
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene:
im
vom
1. L
ebensjahr: 2.-
-15. Jahr
Tuberkulose
6(2)
3(1)
—
2 (1)
Herzfehler
1
1
—
Gehirnerweichung
1
1
—
—
Neubildungen
2(2)
2 (2)
__
__
Gallensteinen
KD
1 (1)
___
Bauchfellentzündung
1
1
—
—
Darmverschluß
2(1)
—-
1
1 (1)
Altersschwäche
2
2
Lebensschwäche
1
—
1
—-
Verbrennung
2(2)
—
_
2 (2)
and. Verunglückung
_1Ä_
1(1)
—
Summe
19 (9)
12 (5)
2
5 (4)
Anw.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an,
, wie viel
der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach
bleuen gebrachte Kranke kommen.
Berlin, Amalienstraße 15-, den 7. August 06. Ich teile Ihnen mit, daß meine Kinder bleichsüchtig und nervös waren und daß mir dabei dar „Bioson mit Kakao" große Dienste tat, weshalb ich eS Jedem sehr empfehlen kann. Der Appetit hat sich wieder eingestellt und das Aussehen ist ein bedeutend besseres. Ich spreche Ihnen darum meinen herz, lichsten Dank aus und zeichne Hochach- tungsvollFannyWeißbart geb.Kurtz. Unterschrift amtlich beglaubigt durch das Kgl. Amtsgericht Berlin, Lützow.
Bioson wird von berufenen ärztl. Autoritäten und in Kliniken, Krankenhäusern usw. nach umfassenden Versuchen fortgesetzt als bestes, stärkstes, billigstes, zuträglichstes, bluterzeugendes Mittel angewandt und ist in Apotheken, Drogerien usw. das halbe Kilopaket zu drei Mark erhältlich. b2/10
Meßmers Tee verdient den Vorzug vor allen anderen Früh» stücksgetränken, er ist wohlschmeckend, leicht bekömmlich und außerordentlich ergiebig. Die Firma Meßmer (Frankfurt a. M.) deckt nur Empfehlenswertes mit ihrem Namen.
Mütter!
unterstützt das Gedeihen eurer Kinder.
lingsmorgen im Frührotschein, entzückend ihr neckisches Geplauder. Auch die herzlich liebenswürdige, wenn auch wienerische Gesprächigkeit der Frau Bons mußte allgemein gefallen. Ebenso verdient Herr Reimer diesmal für die originelle Charakteristik des greisen Grafen Caversham marines Lob. Seine und der Damen Bayrhammer und Schellenberg gestrige Leistungen stelle ich über die der Vertreter dieser Rollen im Frankfurter Schauspielhause.
Die Titelrolle dagegen gab Herr Bakof ein bischest lahm und seelenlos, namentlich wenig natürlich, obwohl er sich um typisch englische Charakterisierung bemühte. Freilich^ ist zuzugestehen, daß au6 dieser sentimentalen Rolle sich noch schlechter eine glaubwürdige Gestalt schaffen läßt, als aus der der idealen Gattin, die immerhin wärmer, schlichter und vornehmlich in den Gesellschaftsformen abgerundeter hätte auf« und angefaßt werden können, als es Fräulein v. Jage- mann tat.
Die Aufführung war, ein Verdienst Steingoetters, recht hübsch einheitlich abgestimmt.
Das überaus zahlreiche Publikum zeigte sich höchst interessiert und dankbar. P* W.
*
R.B. Darmstadt. 28. Rav'. , In der Konkurrenz für ein großes Warenhaus bet Firma L. Tietz in Düsseldorf, das eine, verbaute Fläche von 3400 Quadratmeter beansprucht, wurde Prof. W. O l b r i ch in Darmstadt unter 130ein^elausenen Arbeiten einer der drei ausgeschriebenen Preise im Bettag von 2500 Mk. zuepkannt. Das! Preisrichteramt übten u. a. Geheimrat Prof. Wallot - Dresden und Prof. H. Billing- Karlsruhe aus.
— Des Iren Bernhard Shaw neuestes Werk „DeS Doktors Dilemm a", eine Tragödie in vier Akten und einem Wlog, erlebte in London seine Uraufführung. Auch in diesem neuen Stück kehrt die selbstzersetzende Ironie Shaws an sich rein ttagische Momente ins Komische, oder Satirische oder Groteske um: doch als der Spott selbst bei dem Sterben eines Menschen nicht Halt machte, regten sich Stimmen des Widerspruches, die der halsbrecherischen Equilibristik der Sbawschen Menschengestaltung bis dahin mit gutem Humor gefolgt waren. Das neue Stück spielt in Aerztettcisen. Die Hauptszene, deretwegen Shaw das ganze Drama geschrieben zu haben behauptet, — der Tod eines amoralischen Künstlers — versagte indes.
—- Vöcklins „F-rühlingsabcnd" wurde auf der Ausstellung im Münchener Glaspalast für 100 000 Mark verkauft.
— Der bekannte Bühnenschriftsteller, Verfasser yon „Hase- manns Töchtern", „Mein Leopold" usw., Adolf l'Arrongc ist in Wien schwer erttankt. Es handelt sich um ein altes Bruchleiden, das eine Operation notwendig macht, die aber die Aerzte nicht ohne weiteres wollen, weil der Patient an Diabetes leidet. Die aus Berlin nach Wien gerufene Gattin des Kranken ist dott eingetroffen.


