Ausgabe 
31.3.1906 Viertes Blatt
 
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Nr. 77 Viertes Blatt.

156. Jahrgang

Samstag 31. März 1906

Grlcherrri »8»^ mit Ausnahme des Sonntags.

LteettSenci Lamilienbläirer- werden dem ,Nn,eiqer rvrmai wöchentlich beiqeleqt. Der ta»v®ur erjchenu monatlich einmal.

Gietzener Anzeiger

Rotationsdruck imb Verlag da Brflbffdw UniDcrfuätSbrudcreL DL Lange, ©tefceu

Redaktion. Expedition o. Druckerei SchnOtr U, SeL Nr. 6L Lelegr.-Sldr.i An-erga ©letze».

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Der konstruierte Ehebruch.

Ein schier unglaubliches Sittenbild wurde vor dem Schwur­gericht des Landgerichts I;u Derlin aufgerollt. Wegen Mein- >es hatte sich ein noch junger Postbote Röhring zu verant- jggrten, mit ihm sitzt das Kaufmann Jablonskische Ehe­paar auf der Anklagebank, das den jungen Mann gemeinschaftlich -nm Meineide angestiftet haben soll, um einen Ctirunb zur Ehe­scheidung künstlich zu konstruieren. Frau JablonSki lx»tte mehrere tausend Mark in die Ehe gebracht, der Ehemann hatte das Geld in bad Geschäft genommen und verpulvert. Als das Geschäft immer mehr yurücfging, kam es wiederholt zu ehelichen Zwistig­keiten, und schließlich machte Jablonski fcirfcr Fran den Vor­schlag, daß sie auf alle Fälle eine Ehescheidung hcrbeisühren toollten, dast sich I. bann eine neue wohlhabende Frau suchen unb ihr dann einen Nevers ausstellen solle, wonach er ihr im Falle seiner ncr<*n Eheschließung eine grossere Geld- suntme auSzablen solle. Frau I. war hiermit cinoerflanben und inszenierte zunächst einböswilliges Ver­lasset. AlS man einsah, daß man damit nicht weiter kam, fahle bad Ehepaar gern eins ckwftlich den Plan, baß nun ein Ehe­bruch konstruiert werden sollte, so daß die Frau als der allein schuldige Teil erklärt würde, und der Mann die Möglichkeit einer neuen Eheschließung erhielt. Der Ehemann suchte unter Zustimm­ung seiner Frau verschiedene Bekannte für diesen Plan zu ge­winnen, holte sich aber überall einen Korb. Endlich fanden die Eheleute in dem unerfahrenen R. ein taugliches Objekt für ihr verbrecherisches Unternehmen. Der junge Mann wurde fort und fort von I. unb auch von seiner Ehefrau bearbeitet, bei der Verhandlung des Eheschndungsprozesses als Zeuge zu erscheinen unb eiblich zu bekunden, daß er mit Frau I. sträflichen Umgang gehabt habe. Er sträubte sich lange Zeit, die Eheleute liehen aber nicht locker, und schließlich erlog der junge Mann ihren fongesetzt en Einwirkungen: er ging wirklich aufs Gericht unb beschwor. Wahrheit Swidrig, das; er Umgang mit Frau I. gehabt habe. Diese wurde alS allein schuldiger Teil erkannt, unb ihr Ehemann schritt nun schleunigst zu einer neuen E he. Schon als es noch nicht feststanb, ob ber junge R. den Eid leisten würde hatte stch I. bereits mit einer wohlhaben­den Dame verlobt, und seine liebe Frau war. so gütig gewesen, ihn, all er auf die Brautschau ging, eigenhändig reckt fein hercms- zuputzcn, damit er einen recht günstigen Eindruck macken sollte. Diese Ereignisse spielten sich 1901 ab, und eS wäre vielleicht Gras darüber gewachsen, wenn nicht Fran I. schließlich selbst die ganze Geschichte angezeiat hätte. Unb bas kam so. Sie lernte einen braven Arbeiter kennen, der gewillt war, sie zu heiraten, sich aber bad Urteil im Ehesckeibungsprozcß vorlegen lieh und nun Bedenken trug, eine Eh« mit ihr einzugehen, da sie ja als schuldiger Teil erhärt worden war. Run wurde Frau I. gesprächig, und versickerte, daß N. einen Meineid geleistet habe und dazu von ihrem früheren Ehemanne angestiftet worben sei. Ihr Bewerber verlangte nun von ihr kategorisch, daß sie leben Makel von ihrer Person durch eine Strafanzeige gegen R. und I. wegwaschen müsse, unb sie kam diesem Verlangen nach. Run wurden aber nicht nur der junge Mann unb ihr elremaliger Ehemann «in Untersuchungshaft genommen, sondern sie selbst mußte auch bald dorthin wandern, da auch sie sich^der An­stiftung zum Meineide schuldig gemacht haben soll. So kamen nun alle drei Personen vor die tzleschworenen. Jablonslki wurde zu zwei Jahren Zuchthaus, die anderen beiden Angeklagten zu je neun Monaten Gefängnis verurteilt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 31. März 1906.

* Personalien. Ucbertragen wurde dem Lehrer Joh. Jung zu Dexheim die zweite Lehrerftelle an der Ge- mei> beschule zu Götzcnhain, dem Lehrer Aug. List mann zu Oberschmitten die zweite Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Södel. Am 26. März d. I. wurde Karl Peter- mann aus Nidda zum Schreibgehilsen bei dem Steuer* kommisiariat Groß-Gerau ernannt.

'* Hohe chinesische Gäste. Mit bewundernswerter Schnelle hat man hier auf dem Bahnhof eine Empfangshalle für die z. Zt. Deutschland bereisende chinesische Studien­kommission errichtet. Diese trifft am 1. April, vormittags, 10.23 Uhr, mittels Extra zu aeS hier ein. Da e8 die chinesische Sitte verbietet, daß hohe chinesische Würdenträger den gleichen Bahnsteig benutzen, der für den allgemeinen Verkehr her­gestellt ist, so mußte neben dem Eilgüterschuppen ein Pavillon errichtet werden, welcher durch seine echt chinesische Form auch

das nicht chinesische Auge entzücken muß. Der Kaiserliche Dolmetscher, Herr Tai jatt jing-tfching Szeh, welcher schon feit gestern hier weilt, hat bereits in verschiedenen Hotels Vorbereitungen treffen lasten zur Aufnahme der fremden Gäste und deren Dienerschaften. Ter Zweck des Hierher- kommenS gilt den Sehenswürdigkeiten sowie der ihrer Vollendung entgegengehenden Kanalisations- und Theaterneu bau anlag e. Auch werden am Sonntag Schiffenberg unb Gleiberg besucht, wohin die fremden Gäste in Sänften getragen werden, wie eS in China üblich ist. Der Weg, den die Sänftenträger Sonntag nachmittag präzis 4 Uhr machen, ist von der Haupt­post durch Liebigstraße, SelterSweg, Schulstraße, Süd- anlage, Frankfurterstraße und zurück nach dem Bahnhof. Es möge schon hierbei bemerkt sein, daß alle diejenigen, welche dem ca. 18 Sanften starken Zuge in der Stadt be­gegnen, nicht stehen bleiben dürfen und stets rechts weiter» gehen. Die Abreise nach Köln erfolgt, wie uns ossiziell mit» geteilt wird, Montag Nachmittag 6.32 Uhr ebenfalls mit Extrazug.

Der vom ,Gießener Ausschuß für VolkS- d orlefungcn* in Aussicht genommene letzte Vortrag: Goethes Welt- unb LebenSanschauung" wird von Oberlehrer Dr. Strecker auS Bad-Nauhcim an Stelle des er­krankten Professor Dr. Staudinger auS Darmstadt gehalten werden. Er findet am 4. April, abends 8l/t Uhr, wie bis­her in ber Turnhalle des Realgymnasiums statt.

* Gernälbe-Ausstellung am Branb. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, ist die Ausstellung von morgen, Sonntag, an wieder geöffnet. ES hat ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden. Ausgestellt sind von Professor Gunther-Naumburg (Charlottenburg) 17 Aquarelle, 4 Oelgemälde, darunter Motive auS unserer Umgebung. Von H. Baluschek aug Berlin 18 Gemälde, die daS Leben unb Treiben au3 Berliner Vorstädten vor Augen führen. Von M. Brandenburg-Berlin, dem bekannten Jllustrutator, sind 16 Gemälde da, die seither im Kunstsalon Banger in Wiesbaden ausgestellt waren, und, wie em dortiges Blatt schrieb, hatte sich diese Ausstellung eines kolostalen Besuches zu erfreuen. Dort wurden von der Rednerin Mela Escherrch über M. Brandenburg vor den Werken des Künstlers Vor­träge gehalten. Ferner weist die Ausstellung noch hervor­ragende Kunstwerke von anderen namhaften Künstlern auf, unb sie wird sicher reiche Anziehungskraft bei unseren Kunst­freunden ausuben.

^.Wetzlar, 28. März. Jetzt schon erkennt man die großen Vorteile, welche die Regulierung ter unteren Dill für Wetzlar unb Hermannstein gebracht hat, denn von ber sonst gewohnten Frühjahrsüberflutung war diesmal nichts zu spüren. Die Regulierung, die beinah 60 Jahre (1858) schwebte, ist im vorigen Herbste zum Abschluß gebracht worden. Dazu wurden von der Stadt Wetzlar unter besonderer Be­rücksichtigung von Hermannstein 5583 Mk. aufgebracht. Die Interessenten hatten insgesamt 63 666 Mk. beizusteuern, da­runter die Buderusschen Eisenwerke 50 000 Mk. Für die Stadt Wetzlar sind die Hochwassermißstände gänzlich beseitigt, dazu hat sie im Zuge der Bann- und Schleusenstraße zwei neue Brücken erhalten. Die Gemeinde Hermannstein hatte an der Regulierung insofern ein großes Interesse, als da­durch die Feldmark bedeiltend verbessert und eine geeignete Verbindung mit dem Gelände auf dem rechten Ufer geschaffen worden ist.

** kleine Mitteilungen ans Heffe n unb den Nachbar st aalen. Zu Frankfurt a. M. versammelte Möbelfabrikanten grünbeten unter dem NamenVerband der M öbelsabrikäntcn Mittel - nndWestdeutsch land s" eine Vereinigung zu dem Zwecke, ihre Interessen zu wahren unb gemeinschaftlich zu regeln. Der Bau einer elektrischen Bahn nach dem F e I b b e r g, bem höchsten nassauischen Berges-

Alesnes Feuilleton.

Dic keramische Manufaktur des Großher- zvgs. Man schreibt uns: In Darmstadt sind draußen an ber Straße nach Eber stad t in aller Stille Gebäulichkeiten ent­standen, die die Tcramiirbe Anstalt S. K. H. des GroßherzoAs beb'tbcvgcn. Der Grvßherzog hat es seit langem schmerzlich empslinden, daß in keramischen und Terraeottagegenständeii häufig jeder künstlerische Gedanke fehlte, daß lediglich Massenartikel auf den Markt kamen. Besonders bezieht sich das auf die Figuren, Basen, Brunnen nsw., die die Gärten schmücken. Gewöhnlick wächst da ein steifer Pilz ans ber Erd^, oder ein Gnom mit langer Pfeife, dem ein Reh entgegensprmgt, belebt das Einerlei irgend eines Rasens. Alle diese Trage leiden mehr oder weniger an Geschmacklosigkeit. Gerade auf diesem Gebiet will die Grotzh. K'eram.-Mannsaktnr Abhilfe schaffen: selbstverständ­lich befaßt sie sich auch mit der Herstellung der landläufigen Keramiken, wie Vasen, Kruge, Teller nsw. und mit brr von Wand­fliesen. Zur Leitung der keramischen Manufaktur hat der Oftoß- herzog 5ierrn I. I. Sckarvo"-l ans München berufen, dessen Erzeugnissen auf der Weltausstellung in JBt. Louis der Große Preis zuerkannt wurde. Seit etwa 14 Tagen hat die Großh. keramische Manufaktur ihren Betrieb aufgenommen; sie ist in jeder Weise vorzüglich eingerichtet Ein schöner Ausstellungs­raum ist vorhanden, und die Arbeitsräume sind hell unb luftig. Scharvogel ist es u. ,?<. gelungen, für Terraeotten ewc ganz eigenartige Masse herzustellen, die ein Gemisch tron drei Farben­tönen, hellgelb, rosa und grau, aufweist. Diese Art Terraeotta wird sich zwischen den deutschen Gartengewächsen in ausgezeich­neter Weise ausnehmen, weit besser, als die Gegenstände von oft schreiender Farbe, die bisher zum Schmucke der Gärten dienten. Auch bezüglich der Fliesen hat Schacvogel Hervorragendes in die Wege geleitet. Prächtige Muster, die sich dem umgebenden Holz ober anderem Material trefflich anpassen, sind ausgeführt. Soweit man nach den bisherigen Leistungen Scharvogels schließen darf, wird die Großh. keramische Manufaktur nach verschiedenen Rickttrngen der Keramiken und terraeotten vorbildlich und an­regend wirken.

E in junger o b er bessis ch e r Komponist^ der stucl. phil. et mus. Sv u r t Moog aus Gedern, Sohn des dortigen Apothekers Otto M., hat in Leipzig einen ganz un­gewöhnlichen Erfolg gehabt. Wir lesen imLestH. Tagebl." im

Berichte über eine Prüfung im dortigen Kgl. Konservatorium der Musik: r¥X.

Es handelte sich diesmal weniger um junge Brrtuojen, als um junge Kvnwonisten, von denen Äammcrmufitarbeiien zur Vorführung kamen. Das Bemerkenswerteste, fein Zweifel lonnie darüber walten, war ein K' l a o i e r q u i n t e tt (F moll) von Herrn Kurt Moog ans Gedern (Hessen). Bemerkenswert deshalb, weil sich dabei sowohl lonfcteriidje Gewandtheit, wie stinnnung- erweckende Empfinbungssvrache kundgaben. Natürlich ist Herr Moog noch fein fertiger Meister, bringt noch nicht alles an ber rechten Stelle an. Namentlich Scherzo-Gedanken treten etwas verfrüht (schon int ersten Satze) auf, manches auch (so die tremolicrenbcn ©eigen) ist mehr orchestral als kammer- musikalisch gedockt. Daneben aber trifft man doch nicht weni­ges, was gleichermaßen angeborene Begabung und erfolg­reichen Fleiß beweist, die Durchführung des ersten Satzes ist feifelnd, der zweite Satz mit dem Herzen geschrieben.

Stud. Moog ist, wie wir von anderer Seite hören, seit drei Jahren Schüler des Leipziger Konservatoriums und, ein seltener Fall, gleich im ersten Sabre wurden mit Erfolg mehrere seiner Kompositionen (die sich alle in ber klassischen Richtung der Kammermusik bcivegent an Vortrags- und Prüfungsabenden des Konservatoriums öffentlich aufgeführt. Im vorigen Winter war die' u. a. ber erste Satz einer E-moll-Symphonie, ber großen Beifall fand, lieber beit Erfolg seines neuesten Werkes, des oben erwähnten Klavierauintctts, schreibt der junge Komponist selber in einem Privatbriefe folgendes:

Der Erfolg meine» Quintetts übertraf alle meine Erwart­ungen. Nach dem letzten Satz erhob sich ein Beifallssturm, wie ick ihn in den drei Jahren, seit ich auf bem Konservatorium bin, noch nicht erlebt Ijabc. Mindestens fünf Minuten währte der Applaus, schließlich itnirbe nach mir gerufen unb von allen Seiten brängte man mich, ick solle mich dem Publikum zeigen. Ich tat dies jedoch nicht, da dies ausdrücklich verboten i|t. Der Beifall legte sich erst, als der nächste Spieler bereits auf dem Podium erschienen war. DaS Quintett wirkte sensationell. Es wird allgemein als neu und originell empfunden."

Ein Hörer, Universilälsorosessor Dr. jur. et phil. Arthur Prüfer (an der Leipziger Hockschule), schrieb Herrn sind. M.:

. . spreche Ihnen meine freudige Anerle uiang über Ihr formell wohlgeulngencs und1 inhaltlich sehr bedeutsames

gipiel soll mit Sicherheit zu erwarten fein. Man will, wie es heißt, die Chausseen Crouberg-Kömgitein-RoteS Kreuz benutzet:. (? T. Red.). Bei der kürzlich in Biedenkovs abgehallenen ®encrclvrnamm[ung des Oberhessischen Touristenvereins wurde über den Stand der Berbandlungen wegen Errichtung eines dauer­haften Aussichtsturmes aus der S a ck p s e i i e Mitteilung gemacht. Die rechts der Straße Battenberg Biedenkopf hegenbe Sackpfeile ist mit 674 Bieter der höchste Punkt des vormals Hess. Hinterlandes, von dem man besonders nach Norden unb Osten, demKahlen Asien*, und deut fernen kurhessischen Berg- unb Hügel­land eine prächtige Aussicht genießt.

Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.

* Hessische Batik, A.-G., Darmstadt. Die General« Versammlung genehmigte einstimmig die Anträge der Verwaltung, sowie die Vertetlung einer Dividende von 4 Prozent. In den Ans- sichtsral wurde anstelle von Dr. Brüning Justizrat Frieß, Kassel, gewählt.

Chemische Werke vvrm. H. und C. Albert Amöne­burg-Biebrich a. Rh. Erst vor einigen Tagen hieß es, daß die Verwaltung nicht in der Lage sein werde, mehr als i. V., also 18 Prozent, zu verteilen. Nun ist die Leitung aber doch ziemlich weftntlick über den vorjährigen Satz binau5gegangcn, indem siel9PrvzentDividende in Vorschlag bringen wird. Der Geschäftsgang int neuen Jahr wird von bet Verwaltung als bisher gut bezeichnet.

Reichsbank. Am 23. Avril wird in Aalen (Württ.) eiu<? dou ber Reichsbankstelle in Ulm (Donau) abhängige Reichsbank- Nebenstelle mit Kasseneinrichttmg und beschränktem Giroverkehr er­öffnet werden.

Kathreiners Malzkaffee" !

D17/,

als

Schutzmarke

1. Das fest verschlossene

befannten Ausstattung.

Als untrügliche Zeichen reincrS Malzkaffee merke man

2. Das Bild des Pfarrers Kneipp,

3. Die Nnterschrift des Pfarrers

länder erobert fofer sagt, daß gate wesentlich weiteres als

Welcher Malzkaffee ist der beste?

des erbten Kath- sich:'

Paket in feiner

bezeichnet werden. Dieser Malzkaffee ist

Diese Frage wird von keinem Kundigen mehr aufgeworfen, weil sie längst entschieden ist. Denn ein Malzkaffee, der sich in ver­hältnismäßig kurzer Zeit fast alle Kultur-

Kueipp,

4. Die FinnaKathreiners Malzkaffes Fabriken".

hat, und von dem ein Petten- er, .alle andern Kaffee-Surrv- überragt', darf wohl ohne der beste imb vollkommenste

Wie wir weiter erfahren, ist cs das Bestreben des Herrn stud. M., der fürs praktische Leben, auch als reproduzier e n- der Künstler, durch Augenleiden und Nervosität gehindert ist, seine eigentliche Begabung, die als Komponist, als sckaf- f e n d e r Künstler, zu einer Lebensstellung zu gestalten. Wie schwer es aber einem Anfänger, einem int großen Publikum noch unbekannten Namen gelingt, einen Verleger zu fiiiben, ber bae! Risiko der ersten Drucklegung übernimmt, das hat, wie Tausende vor ihm, auch er schon erleben müssen. Nim soll aber ein Leipziger Verleger sich Angeboten haben, das erfolgreiche Quintett in Verlag zu nehmen. Dieser wünscht aber eine vor­herige Subskription auf 50 Exemplare. Vielleicht finden sich tit Gießen u. a. O. einige üermögenbe Musikfreunde bereit, den jungen hoffnungsvollen Komponisten zu unterstützen. Die Red. des Gieß. Anz. wäre gern bereit, die Vermittlerrolle zu über­nehmen.

Man schreibt uns aus Frankfurt a. M., 29. März: In einer sehr guten Bühneneinrichtung durch den Intendanten Elaar gelangte Shakeipeare'sCvrivlan" gestern abend treff­lich inszeniert zur Ausft'.hnmg und sand sehr starken Beifall. Die Bolls- und Massenszenen kamen sehr echt unb naturgetreu: zur Gelttum. Don den einzelnen Darstellungen ist die der Titel­rolle deS Derrn K'irch, die Dirgilie der Frl. Doch unb die des Meuenius Agrippa, durch Herrn Dayerhammer, hervor­zuheben.

D i e S ch a u b ü h n c", herausgegeben von Siegfried Jacobsohn, enthält in der 13. Nummer ihres zweiten Jahr­gangs vom 29. März: Friedrich Halm und Julie Rettick. Von Alexander von Weilen. Spielmannslied. Bon Rudolf Nfttner. Berliner und Russen. Don S. I. Brahm-Höflich. Bon Dr. Richard Treitel. GreinersLiebeskönig". Von Julius Bab. Pariser Chronik. Von Friedrich Hotbo. Der verlorene Vater. Von Willi .Handl. Theatersprüche. Von Albert Bor6e. Rund­schau. (Wc-s ihr wollt. Hagemann. Ein niederdeutscher Dra­matiker. Der neue Skowronnek. Die vier Grobiane. Aurora in Oel.tDie Schaubühne" (Verlag: Lesterheld u. Co., Berlin W. 15. SiefeubiirgerftraEz 601, Wock>msckrift für alle künstlerischen Bestrebungen des Dramas, des Theaters und ber Oper, erscheint jeden Donnerstag im Umfang von 2432 Seiten und lostetdie Einzelnummer 20 Pf. vierteljährlich 2.50 Mark.