tn ftanfni? übcrgcgangen war. So atzen wir abwechselnd dieses Pferdefleisch und Holzrinde. Da sind noch die Zieste unserer letzten Mahlzeit". Bei diesen Worten öffnete Nemy eine Holzfchnckiä, in ludrhcr ein Stück des Pferdefleisches lag, das einen furchtbaren Geruch ausströnttc, iowie ein bitzchen Haser und Holzfasern. „Ms Getränk batten wir Wasser, welches ans einer Röhre träufelte, und welches wir mit unsere m Harne mischte n. In den letzten Tagen, als wir schon den Tod herannahen fübltei», ragte ich zu meinen Kameraden, das; wir einzeln, ohne uns jedoch vollständig zu trennen, die Galerie durchforschen müßten. Bari der frischen Lust angelockt, gelangten wir bis zu einer Höl?? von 300 Metern und dann zu dem Einsturz am Schachteingang Nr. 2. I-ch'babe mich immer bemüht, meine Kameraden zu ermutigen und zu trösten. Ich fcclyielt immer den Kopf oben und vergast nicht einmal, meine Uhr anfzuzichen. Einige der Geretteten hatten jede Vorstellung von der Zeit verloren, die sie in dem Schiebt zngcbrackt hatten. Einige glaubten, das; seit der K a t a st r v p h e erst 48 Stunden vergangen feien. Ein Feuerwehrmann behauptet, daß man der französischen und deutschen Nettrnwsmannsck^aft niemals gesagt habe, andere Galerien zu durchforschen, als diejenigen, in welchen die Feuersbrunst herrschte Als Frau Nemh an das 23ett ihres Gatten geleitet wurde, sagte dieser auf ihr schwarzes Kleid zeigend: „Für wen trägst Du denn Trauer?"
Dr. Lourties, der die (Geretteten untersuchte, sagt, die ärztlichen Bemühungen seien zunächst darauf gerichtet, bei diesen Geretteten beit Nusbrnch eines Fiebers zu verhüten, denn in ihrem Körper seien von der infektiösen verdorbenen Nahrung l>er Ptomaine in Menge vorhanden, er hoffe jedoch, alle retten zu können. Die Verwandten der Geretteten durften diese noch nicht, wie sie wünschen, zu Hause pflegen. Manche sino überzeugt, dast noch mehr Ueberlcbendc gefunden toetben.
Professor Bronardel und andere Aerzte erklärten, dieser Fall sei in der Tat einzig. Die. Lungen der Bergleute Jeien wähl gewöhnt, schlechte Lust atmen zu können, aber die Luft tei zweifellos durch einen Spalt im Gauge erneuert worden. Das sei die einzige Erklärung dafür, bal- die Bergleute nicht zu Grunde gegangen seien.
Unter den Frauen der Bergleute herrscht große Erregung: sie stoßen Beschimpfungen und Drohungen gegen die Direktoren und Ingenieure ans und rufen: „Man hätte uns hinabsteigen lassen sollen! Wir h ä 11 e n^n n s e r e Männer undSöhne gerettet!" Es sind grvste Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden, da man cmfte Unruhen befürchtet.
„La Patrie" erhebt g^gen die Streikagitatoren die Anklage, dast sie die Bergleute noch gestern daran verhindert haben, in den Schacht h i n a b z u st e i g e n , um an den Rettungsarbeiten teilzunehmen.
Die Ingenieure erklären, man h'be die Ueberlebenden nickt eher aesunden, weil die zuerst durch den kürzesten Weg, den Iosephinengang verjuchte Rettung bnrrh den Brand abgesckmitten wurde, den man bekämpfen nutzte, und weil die später versuchte Rettung auf dem llmlvcg durch den Iuliengang mit größter Gefahr verbunden war, weil dieser durch die Explosion sehr in Mitleidenschaft gezogen war. *
Im Bezirk von Len? kam es zu Konflikten zwischen Streikenden und Arbeitenden. Ein Arbeiter wurde durch eine Schrotladung aus dem Gewehr eines nickt Streikenden le- b e u 9 g e f ä h r l i ck verwundet.
Anßkand.
In Odessa drangen Anarchisten in den Laden des Haserbandlers Zaslawsky und verlangten Geld. Als sie abgewiesen wurden, feuerten sie einige Schüsse ab, töteten einen Kommis und verwundeten den Besitzer. Arbeiter ergriffen ein Mitglied der Bande, eine weibliche Person.
Admiral Tschuchnin, der Oberbefehlshaber der Schwarzen Meerflotte, befahl, die Leichname Schmidts und der erschossenen drei Matrosen auSzugraben und ins Meer zu werfen. Schmidts Schwester wurde die Aushändigung eines am Todestage geschriebenen Abschiedsbriefes verweigert.
• Ans Stadt nnd Land.
Gießen, den 31. März 1906.
* • Promenadenkonzert findet morgen Sonntag llVo Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Hochzeitsmarsch aus dem „Sommernachtstraum" von Mendelssohn; 2. Maritana-Walzer von Dollinger; 3. Fantasie aus der „9(fcitoncrin* von Meyerbeer; 4. Armeemarsch Nr. 205 von Voigt.
** In dem Tunnel der preußisch-hessischen Basaltwerk c bei Kesselbach, der zur Beförderung der Steine nach dem Brechwerk in Kesselbach dient, löirb am Montag vormittag der Betrieb ausgenommen. Die Besichtigung der interessanten Anlage ist am morgigen Sonntag nachmittag von 3—5 Uhr, wie uns auS dem Lumdatal geschrieben wird, jedermann gestattet, jedoch muß jeder Besucher im Besitz einer Laterne sein, da die Beleuchtungsanlage aus betriebstechnischen Gründen erst vom nächsten Tage ab funktioniert.
* * E i u n e u e s G e s ch ä ft s n n 1 e r n e h m c n. Die Firma IuliuS Itimann, bereit Zentrale in Frankfurt a. M. sich befindet und die in zahlreichen Städten Filialen besitzt, eröffnete heute auch in unserer Stabt eines ihrer Warenkrebithänser. Das Gesckäftslokal befindet fick Blockstraße 14 unb 16. Das Geschäft ist nickt zu verwewltstn mit dkbzahlnugsgesckäftcn, beim es liefert dieselben Sack>en gegen Bar zum nämlicken Preise wie gegen Rateitzahlintgen. Die Preise ber (Hegenstäube sinb nicht hoch: bas Gesckästsprinziv lautet: K'rebit jedem ehrlichen Menschen. Die Firma genießt den Ruf eines reellen, auf solider Basis arbeitenden Geschäftes und sie verwahrt fick entschieden dagegen, mit ?lbschlogszalNungsgeschäfteit auf gleiche Stufe gc stellt zu werden. Alles was man zum Leben und zur Einrichtung einer gemütlichen ober eleganten Wohnung braucht, ist in bem Geschäft vertreten: Möbel, in einer eigenen Fabri k b-ergcfteUt. Beiten, ^Damen- und Herrenkonfektion, fertige Kostüme, wie Stoffe, Schuhe, Hüte, Teppiche, Kinderwagen, Fahrräder ufto. Das Lager bietet namentlich hinsichtlich der Möbel Reichhaltiges, einzelne Sackieu, z. B. Buffets, Damenschreibtische, ^ovhas sind wirkliche Kabinettstückcheu. Jedermann, auch Nichtkäufern, stet?, der Besuch des Jttmann'fchen Geschäftes frei, man möge sich also selbst überzeugen, ob die zum Käufe ausgestellten Sachen preiswert sind.
* * Zur Feier der Eröffnung der Kanalisation am 1. April findet morgen, Sonntag, vorm. 11 Vf Uhr pünktlich Freikonzert an der Kläranlage hinter der Margarctenhütte statt. Für Restauration und kalte Küche ist gesorgt.
Alsfeld, 30. März. Rektor PH. Weifenbach tritt am 16. April d. I. in den wohlverdienten Ruhestand. Der Lehrer-Veteran steht im 77. Lebensjahre. Er wirkt seit über 40 Jahren hier und beging im Jahre 1901 die Feier seines 50jährigen Amtsjubiläums. Zu Ehren des Scheidenden fand gestern, wie wir der „Oberh. Ztg/ entnehmen, in der Volksschule eine AbschiedSseier statt. Kreisschulinspektor Eck überreichte ihm das Dekret, das die Allerhöchste Anerkennung für treugeleistete Dienste ausspricht, sow-e das ihm verliehene Ritterkreuz 2. Klaffe deS Verdienstordens Plüch'p' deS Grotzmütigen. Dekan Sauerwein sprach namens ' c Schulvorstande? herzliche Abschiedsworte, die Verdiente des .Herrn Weifenbach um die Entwicklung der Anstalt hervor-'
hebend. Vllrgermelfter Arnolv fibermfltenc dem langjährigen Leiter der Volksschule den Dank der Stadt und überreichte ihm eine Ehrenurkunde, der zufolge Rektor Weifenbach das Ehrenbürgerrccht der Stadt Alsfeld verliehen wurde. Lehrer Lenz gab den Gefühlen des Lehrerkollegiums Ausdruck und feierte Rektor Weifenbach als gerechten Vorgesetzten, lieben Kollegen und leuchtendes Vorbild für die Lehrerschaft. Rektor Weifenbach dankte tiefbewegt für die ihm gewordenen Ehrungen. Gesänge der ersten Knabenklasse umrahmten den schlichten, aber um so eindrucksvolleren, feierlichen Akt. — Im hiesigen Bahnhof geriet gestern abend der 28 Jahre alte Rangierer Heinrich Dort aus Salzböden bei Gießen zwischen die Puffer eine? Güterzuges und wurde totged kuckt. Der Verunglückte hinterlässt Frau und Kind.
Offenbach, 30. März. Die Fechenheimer Polizei hat gestern den Wirt des niedergebrannten Bootshauses deS Offenbacher Rudervereins, Metzger, verhaftet. Metzger, der verheiratet unb Vater eines Kindes ist, steht im Verdacht, den Braud angelegt zu haben. Er wurde heute vormittag ins Amtsgericht Bergen eingeliefert. — Der Ruder- verein nimmt am Sonntag seinen Betrieb wieder auf, nach- dem ihm außer der „Undine" auch die Offenbacher .Hellay" und der Ruderklub Boote und Boothaus zur Verfügung gestellt haben.
h. Mainz, 30. März. Heute nachmittag 4 Uhr starb der Geh. Kommerzienrat Karl Stefan Michel, Ehren- bürger und Stadtverordneter der Stadt Mainz, lebenslängliches Mitglied der 1. hessischen Ständekammer, Präsident der Handelskammer und Aufsichtsrat der Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank), Mitglied des deutschen Eisenbahnrates, zweiter Vorsitzender des deutschen Handelstages, Ritter hoher Orden. Der Verstorbene, der der nati.o- ualliberalen Purtei angehörte, war seit vielen Jahrzehnten auf verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens in hervorragender Weise tätig und galt weit über die (Grenzen Hessens hinaus in handelspolitischen Fragen als Autorität. In der 1. hessischen Kummer gehörte er zu deren einfluß?- reichsten Mitgliedern und arbeitete namentlich als Mitglied des Finanzausschusses an einer Ausgestaltung der hessischen Gesetzgebung in wahrhaft liberalem Sinne. Ties zeigte sich auch im vergangenen Herbst bei der Beratung der Gemeindesteurrreform, in der er eine den Beschlüssen der 2. Kammer weit eistgegenkommende Spaltung einnahm. Sein unantastbarer Charakter und liebenswürdiges Wesen waren die Ursache, dast er wohl politische Gegner, aber keine Feinde hatte.
w Frankfurt, 30. März. Die Betriebsinspektion I gibt bekannt: Heute Nachmittag 1 Uhr 16 Min. fuhr der Personenzug 306 im Gleis 1 deS Hauptbahnhofs auf den Prellbock auf. Personen sind nicht verletzt worden. Ter Materialschaden ist unbedeutend, der Betrieb ist nicht gestört. Gleis 1 war »im 2 Uhr 5 Min. wieder frei. Die Ursache ist noch nicht festaestellt.
Vermischtes»
* Koblenz, 30. Marz, za erg rutsch zeigt sich aufs neue. Tas ganze Gelände ist durch ®enbiumcn abgesperrt. Weitere Häuser kommen nach und nach in Gefahr. Es herrscht ein schreckliches Schneegestöber, auch Regengüsse treten ein. Tie Feuchtigkeit ist so grost, dast man ein weiteres Abrutschen der ganzen südöstlichen Berghälsle befürchte t. Durch Sammlungen sind bis jetzt gegen 20 000 Mark eingegangen.
* Hannover, 30. März. Tas schwere Unglück des Berlin-Kölner E i l g ii t e r z u g e s (vgl. die gestrigen Telegramme) ereignete sich nxmige Schritte hinter dem Bahnhof Seelze. Nachts passierte der von Hannover kommende Eilgüterzug den Bahnhof und stieß hier infolge eines Versehens bei der Rangierung des Güterzuges mit diesem zusammen. Es erfolgte ein furchtbarer Anprall. Beide Züge wurden zum Teil aus den Geleisen geworfen. In das Chaos fuhr gleichzeitig ein von Hain holz kommende Güterzug mit voller Geschwindigkeit hinein. Tie drei Züge bildeten ein einziges Trü merfeld und bedeckten beide Geleise der verkehrsreichen Strecke. Hilfsmannschaften konnten mehrere zwischen den Trümmern eingeschlossene Schaffner des Eilgüterzuges retten, während der Zugführer Weuig vom Eilzug und ein mit lebenden Fischen aus Utrecht fahrender Passagier, dessen Namen noch nicht feststeht, nur als Tote hervorgezogen wurden. Ein Hilfsbremser wurde mit nicht schweren Verletzungen geborgen. Ter Materialschaden ist ganz enorm. Gegen die schuldigen Beamten wird gerichtlich vorgegangen.
* Rom, 30. März. Privatmeldungen besagen, daß infolge des andauernden Erdbebens die Panik unter der Bevölkerung Ust i ka s unbeschreiblich gewesen sei. Zudem hatten die zur Hilfe gesandten Schiffe, als die Erdstöße zwei Tage ausblieben, die Insel wieder verlassen. Tie Strafgefangenen wurden fast wahnsinnig vor Angst," schlugen die Türen des Gefängnisses ein und verlangten ihre Freilassung. Hierbei sollen einige Verwundungen vorgekommeu sein. Professor Zona, der nach Ustika entsandte Vulkanologe, depeschierte, daß die Insel wahrscheinlich dem Untergange geweiht sei. Sämtliche Häuser sind unbewohnbar. Tie Insel zählte 1000 Einwohner und 800 Strafkolonisten. Auf der Insel sind jetzt nur noch Beamte und vier Gendarmen, sowie ferner noch 50 Personen, die mit der Beaufsichtigung des Viehs beauftragt sind. Tas Land bietet einen trostlosen Anblick.
Konstantinopel, 30. März. Der Zeremonien - m eist er des Sultans, Abdul Reza, wurde mit vierzehn Komplizen nach feinen, sein Bruder, der Divisionsgen erat Schamil Pascha, mit elf Komplizen nach Tripolis verbannt. Vor dem Untersuchungsrichter gestand Abdul Reza, der Urheber des Mordes an R e d w a n Pas cb a zu fein._____
Universitäts-Nachrichten.
Darmstadt, 29. März. Trotz der Erklärung des Minister Präsidenten Braun in der zweiten hessischen Kammer, daß der H o ch f ck n l k o n f l i k 1 b e i g e l e g t sei, ist bei der ersten^ lcgenhcit-der Streit erneut a usg e brocke u. Die Stadt har die Studentenschaft zu der am 1. April statt findenden Ein Weihung des Vismarckdenkmals eingeladen und eine Beteiligung aller Korporationen erbeten. Daraufhin fand eine Sitzung des weiteren Ausschusses der Studierenden statt, der eine allgemeine Beteiligung der Studentenschaft ablehnte, dagegen beschlosi, dafj der engere Ausschuß an der Feier teilnehme. Tie allgemeine Beteiligung wurde mit der Begründung ab gelehnt, man könne nicht dulden, dast die beiden katholischen Korporationen in der Reihe der andern, wie das die Ausschust- fatznngen festsetzen, führen würden. Um aber den Eindruck einer i 'V'meiiien Beteiligung zu erwecken, wollen sich die sogenannten •'iniqlcii Korporationen und Fachabteilung dem engeren Ans" iyr allgemeinen Studentenschaft an schließen, wodurch die "l'i hen Korporationen ausgeschlossen sind. Letztere sollen ui... ückwrat Protest eingelegt haben. .Dabei ist der jetzige eng^
TniSTdnrft selbst vvm ntertorat man omjwtl anervannr. >?>egen feilte Wahl haben mein als 250 „Wilde" Einspruch erhoben, die, wie es heißt, beabsichtigen, im nächsten Semester den ftluS: scknübeitrag zu Perweiae'-n. um eine Regelung zu erzwingen.
Handel uitfc Verkehr, Volkswirtschaft.
Düsseldorf, 30. März. In der Generalversammlung der Bergwerksgesellschaft „Htbernia^, in der ein Aklienkavital von Mk. 58 679 000 vertreten war, hat der Fiskus Einsvruch gegen die ?lbftinununn der jungen Aktien im Betrage von 6' , Millionen erhoben. Ebenso erhob der Fiskus Protest gegen die Aiiszablung einer Dividende an die jungen Aktien, da nach dem Urteil des OderlaudeSgerichts in Hamm diese jungen Aktien nichtig seien und zu ermatten sei, daß das NeicbSgerickt diese Entscheidung bestätigen werde. Deshalb beantragte der Vertreter der Ctaats- regierimg die Verhandlungen bis nach der Entscheidung des Reichsgerichts, die am 2. Juli erfolgen soll, zu vertagen. Die Versammlung nahm den Eintrag der Regierung auf Vertagung an.
Märkte.
Giesteu, 31.März. Aiarktb'ericht. 9(uf heutigem Wockemuarkte kosteten: Butter vr. VK. 1.05—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 6-7 Psg, 2 Stck. 00—00 Big.. Gänieeier 00—00 Via.. Enteneier 0—0 Psg., Käse ny. Stck. 6—8 Pi., Kasematte 2Stck. 5—6 Big. Erbien vr.Liter 21Pfg., Linien pr. Liter 32 Pfg., Taubenvr.Paar0,80— l.OOMk., Hühner pr. St. 1,00-1.60 Mk., Hahne vr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten or. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse or. Pid. 00-00 Pfg., Ocksenfleisch pr. Psd. 74—82 Pig., Kick- und Rindfleisch vr. Pfund 70—72 Psg., Sclsweiue- fleiich vr. Pfund 86—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Psg., Kalbfleisch vr. Psd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —Kartoffeln vr. 100 Kg. 6 00—0.00 Mk.. Zwiebeln vr. Ztr. 6,00—fl.00 Mk., Milch ver Liter 20 Psg., Aev'el ver Pfund 25 bis 00 Psg., in Körhen 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-00 Pig., Birne» ver Psd. Mk. 0.00—0.00, Weinkraut ver Stück 20—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8—2 Uhr.
fc. Frankfurt a. M., 30. März. Heu- u u b Stroh- marff. Man notierte: Heu Mk. 3.40 bis Mk. 3.90, Stroh Mk. 3.30—0.00. Alles vev 50 Kilo Tendenz: icbv stramm.
GrZgrsral-Drahtinelduilgen.
Berlin, 31. März. Iuiriznunister Bese l c r erließ eine Verfügung, in welcher den Gerichten zur Pflicht gemacht wird, bet ber Anberaumung von Terminen auf die Interessen- des Publikums möglichst Rücksicht zu nehmen.
Posen, 31. März. In Cheinika wurde eine Dienst- magd verhaftet, die ihr neugeborenes Kind lebend den Schweinen vorwarf, welche den Kopf und die Gliedmaßen abfraßcn.
Hannover, 31. März. Ter durch die See.lzer E i seu b a h n ka t a str v p he augerichtete Schaden beträgt nach Schätzung der Eiseiibähnverwaltuug 300 000 M a r k. Wie die vorläufige Untersuchung ergab, trifft die Schuld den S t a t i o n s vw r st c h e r , der eine Viertelstunde vor dem Eintreffen des Zuges vorschriftswidrig rangieren ließ, obwohl der nächste Güterzug gemeldet war. Ter Beamte wurde unverzüglich seines Amtes enthoben. Ein verletzter Heizer ist gestorben.
Leipzig, 31. März. Tie Versammlung der vereinigten Grubenbesitzer in Zeitz, Meuselwitz und im Weißenfelser Bergrevier beschloß die Verhandlungen mit der Kommission des Bergarbeiterverbaudes bis auf weiteres ab zu lehnen, selbst auf die Gefahr hin, datz am Montag der Generalstreik proklamiert wird. 9htr den Tagelöhnern soll eilte kleine Lohnerhöhung angeboten werden.
Paris, 31. März. Arger Verschulden zeiht der Ingenieur Laue die Grubenverwaltung, weil sie bei ihrer merkwürdigen Luftzusichr-Regulierung die Mündung der Grube 3 luftdicht perschlosseu hatte. Nemp und seine Owuppe Fomtten von Glück sagen, daß sie aus Grube 3, wo sie keinen Luftzug mehr verspürten, weiter hasteten und zu Grube 2 gelangten, wo jenes Gerüst einstürzte, das zum Heil war. Aber viele mögen in Ofrube 3 erstickt sein.
Lens, 31. Marz. Vier wettere Arbeiter wurden lebend zutage gebracht. Sie gehören der von Nemt) geführten Gruppe an. Die Geretteten erfreuten sich nachts eines gesunden Schlafes. Bei 2 von ihnen dauerte jenes un» beiinliche Lachen an, das schon beim Verlaffen der Grube aiissiel.
Teheran, 30. März. Ter persische Arzt Ku- feina, ein FanatiM, wiegelte die Bevölkerung von Seistan gegen d i e e u r o p ä i s ch e n Aerzte auf, welche Pestkranke aus Privathäusern nach Hospitälern schaffen ließen. Tie Menge plünderte das Hospital, Ufi> nichtete die Arzneien und die Einrichtung itnd fiel über das englische Konsulat her. Ter Konsul und eilt Arzt wurden, wie der Telegraph berichtet, mit Stöcken geschlagen.
Tar-eS Sul a a m, 30. März. Hauptmann Nigmanu meldet von Mgeta Uont 13. d. M.: Tie Straße Kidatu—Jfa- kava -Mähenge ist geöffnet. Nigmanu ist mit seinem Te- lachement nach Iringa zurückgekehrt. Letzterer Bezirk ist ruhig. Ter H a u p t r ä d e l s fü hr e r im Tar-es-Sa- Iftamcr Gebiet K'ibassira vvn Kissaugire ist mit zwei Kolu- Oberpriestern von den Akiden-Muujibege von Mamermauge ein geliefert worden. Eine ungeheure VoNsmeuge begleitete unter Hohurufen und Schimpfrufen die Gefange- uen bis zum Bezirksamt.
des Giessener Anzeigers. mit.<reteilt von der Bank für Hande) und Industrie. Giessen.
Frankfurter Kö? 3J^°/o Reichsanleihe . . 100.75 3% do. . . 89.20
315 e/0 Konsols .... 100.85 3?d do. . . . . 8915 3^% Hessen .... 99.30 :,,/40 b Oberhessen . . . —.— 4 Oesterr. Goldrente. . (100 10 41/. 'V Oesterr. Silberrente 100.50 4 % Ungar. Goldrente . . 94.30 4?5 Italien. Rente . . . 105.90 3 °oz Porttigiesen Serie I . 69.60 3°.< Portugiesen r III 70.65 -1 >20 .. russ.Staatsanl. 190.) 91.90 4>5° n japan. Staatsanleihe 95.70 1 »6 Conv. Türken von 1903 93 80 Türkenlose ... . . 147.40
1 % Griech. Monopol-Aul. 54.40 *1 % äussere Argentinier . 92.80 3" 0 Mexikaner . . . 68.50 4>f.°,0 Chinesen . . • . 97.70
Aktien:
Bochum Guss 246.50
Buderus E. W —
Tendenz: fest.
Berliner Börse,
Cano.da E. B 176 20 Darmstädter Rank . . . 149.70 Deutsche Bank .... 241.50 Dortmunder Union C. . . 87.70 Dresdner Bank .... 167.40 Tendenz: fest.
31. März. 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . 148.00
Elektriz. Schuckert . . . 132.80 Esch weil er Bergwerk . 262.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 227 30 Hamburg - Amerlk. Paketf. 173 20 Barpener Bergwerk. . . 218 60 Lanrahütte 248.00 Nordd. Lloyd . . .133.10
Obeischics. Eisen-Industrie 131.00 Berliner Handelsges . 176.90 Darmstädter Bank . . . 119.80 Deutsche Bank . . . 24140
Deutsch-Asiat. Bank . • 183.40 Diskonto-Kommanüit. . . 193.05 Dresdner Bank . . . 167.40 Kreditaktien 211.75 Baltimore- und Ohio-
Ei senl ahn . . . 112.30
Gotthard bahn .... —•— Lombard Eisenbahn . • 24 25 Oesterr. Staatshahn . . • 143.80 Prinee-Hcnri-Eisenbahn . 138.50
31. März. Anfangskurse.
flarpener Bergwerk . . . 218.00 Lnuraiiüttc . . , . —
। onihardcn E. B ... 2420 Nordd. Lloyd 133.20 Türkenlose . . . . 146.70


