Ausgabe 
21.12.1906 Zweites Blatt
 
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Nachfolger ernannt roorben. Die GefchäfLZlutlgfeit ist in dem Berichtsjahr als außerordentlich umfangreich zu bezeichnen. Im Jahre 1905 liefen 2412 Unfallanzeigen em. Erstmalig entschädigt wurden 1308 Unfälle. Der Genossen­schaftsvorstand hatte 3375 Bescheide zu erlassen. Die .Höhe der geleisteten Entschädigungen an Verletzte beziffert sich auf 644 791 Mk. Die Zahl der eingelaufenen und zu erledigen­den Schriftstücke belief sich aus 43 412. Die Ausgaben für Unsallentschadigungen Huben gegenüber 1904 eine erhebliche Steigerung erfahren (int Vorjahre 612 796 Mk.). Um einer Rentensteigerung zu begegnen, haben sich die Rentenrevi­sionen als recht zweckmäßig erwiesen. Diese Revisionen sollet! keineswegs den Zweck verfolgen, die Rentenempfänger gelegentlich einer Nachuntersuchung unter allen Umstünden in ihrem Rentenbezug zu kürzen, sondern auch Gelegenheit bieten, sich durch Augenschein von dem Zustand des Ver­letzten und der tatsächlichen Schädigung zu überzeugen. Geh. Negierungsrat Vuhmann oeriu-ret dann noch über sonstige Maßnahmen, die für die gedeihliche Entwickelung in Frage kommen, z. B. über Unfallverhütung, Heilver­fahren, Konferenz der i... i w. rische rächen Berussgenossen- schatten und über die Einrichtung einer mit der Genossen­schaft zu verbindenden Hastpflichtversicherung.

* Ein spaßhaftes EisenbahnerlebniS wird demWetzl. Anz." aus Jägerkreisen berichtet. Fuhren da vor einigen Lagen zwei Waidmänner, von denen der eine in Heuchelheim, der andere in Gießen beheimatet ist, von Atzbach nack) Kinzenbach dieweü jie einen Hund bei sich halten, vierter Güte natürlich. Preis der Billetts für jeden menschlichen Passagier 5 Pfg., für das Hundevieh dagegen 10 Pfg. Unsere Jäger nahmen aber die höhere Taxierung ihres vierbeinigen Begleiters nichr übel, im Gegenteil.Platz ba, ihr £eut", sagte der eine von ihnen beim Einsteigen lachend zu den anoeren Mitreisenden,Platz da für unfern Waldmann" der hat für zwei bezahlt."

D a r m st a d t, 20. Dez. Der Zustand deS Geistes­kranken Leipziger Studenten Hagen hat sich infolge des TodeS des Dr. Weber so verschlimmert, daß Hagen als gemeingefährlicher und unheilbarer Kranker lebenslänglich einer Irrenanstalt überwiesen werden wird.

w. Darmstadt, 20. Dez. Die Stadtverord­netenversammlung beschloß, entsprechend dem Antrag deS Finanzausschusses, eine städtische Anleihe in der Höhe von Millionen Mark, verzinslich zu 4 Proz., aufzunehmen. Die erste Rückzahlung soll am 1. Febr. 1914 mit 1 Proz. des Anlehens erfolgen.

H. Offenbach a. M., 20. Dez. Gestern abend um 7 Uhr 7 Minuten fuhr der auf Bahnhof Offenbach aus­fahrende Person en zug Nr. 211 dem von Mülheim kommenden Leerzug Nr. 8 72 2 in die Flanke, wobei drei Personenwagen des Leerzuges stark beschädigt wurden. Per­sonen sind nicht verletzt. Der Schaden soll etwa 10 000 Mk. betragen.

Mainz, 20. Dez. DaS Vermögen der Stadt be­trägt nach den soeben erfolgten Aufstellungen 64 034 780 Mk., die Schuld 34 365 430 Mk. (Frkf. Ztg.)

Wiesbaden, 20. Dez. Ein Millionenetat wird nach derFrkf. Ztg." der Etat der Kurverwaltung für 1907. Ec ist von 737 000 Mk. auf über eine Million Mark ge­stiegen. Die Hauptausgaben sind für Verzinsung und Tilgung aufzuwenden, nämlich rund 313000 Mk.; die Haupteinnahmen fließen auS den Kurhauskarten, rund 420000 Mk., aus dem Kochbrunnen, rund 140 000 Mk., und au§ Gartenfesten und ähnlichem, rund 100 000 Mk.

h. Frankfurt a. M., 21. Dez. Im Stadtwald wurde gestern beim Fällen von Bäumen der in den vierziger Jahren stehende Gärtner Reinhold Müller von einer um­fallenden Tanne getroffen und erschlagen. Müller, der Familienvater war, wurde von dem umfallenden Stamm der Kopf und em Bein zerschmettert.

^"Kleine tVt 111 e 11 i. n n e n aus H e s se n und den Nachbarstaaten. In Uetzhausen wurde Bürgermeister D ü ck e r t nach 27 jähriger Aintslälrgkeit einstiimmg wiedergewähll. In Nieder-Stoll, das vor kurzem von Uetzhausen abgetreuni lvurde und eine eigene Bürgermeiiierei erhielt, wurde Ortsgenchts- vorsteher Reitz zum Bürgermeister geivähll.

Vermischtes.

Vom Annener Unglück. In Witten scheinen Anhaltspunkte dafür gesunden worden zu sein, daß die Roburitwerkesnoch einen an derenSpreng stoss als Roburit her stellten. Aus dem Terrain der großen Ziegelei sollten Svrengversnche angestellt werden, für welche in dem Felsenboocn 3Vs Meter tiefe Bohrlöcher von dem Schießmeister der Roburitfabrik angebracht worden waren. Da man die Wirkung des Roburits kannte, wird ange­nommen, daß man einen anderen Sprengstoff erproben wollte. Auch nach dieser Richtung hin würden Untersuch­ungen angestellt.

* Strandung. Wie baä Hamb.Frbl." meldet, ist der DampferBradford", der sich auf der Fahrt von New- s2)orf nach Westindien befand, nach einer Drahtmeldung aus Kingston in der Nähe der Strandungsstelle des Dampfers Prinzessin Viktoria Luise" auf den Grund geraten. Die Strandung erfolgte bei der Einfahrt in den Hafen von Kingston (Jamaika). Nähere Einzelheiten fehlen. Am 16. Dez. strandete bei Whalsah die BarkNordwind", die den neuesten Meldungen zufolge als verloren zu betrachten sei. Bei der Strandung ertranken der Kapitän Ge- wald, der Schiffsjunge Dreß mann aus Berlin und ein Schiffszimmermann, dessen Name noch unbekannt ist. Die Geretteten, 17 Mann der Besatzung, befinden sich auf der Reise nach Hamburg.

"-Kleine T a g e s ä> r o n i! Dem Fürsten von S an­der h a u s e n wurden ivährend einer Erkrankung aus der Privat- schatulle 10 0 0 0 Mk. gestohlen. Unter dem Verdachte den schrecklichen Mord in Ai a ck e n am Rheni aii dem jungen Mädchen während des Gottesdienstes begangen zu haben, wurde der eigene Vater und der Bruder der Ermordeten verhaftet. Tie Leiche wurde in bestialischer Weise verstümmelt am Tors- brunnen und die Kleider an verschiedenen Orten verstreut gesunden. In Oberhausen wurden in einer abgelegenen Gegend zwei verheiratete Bergleute von zwei Strolchen ü b e r s a l l e n. Einem der beiden Bergleute wurde die Kehle d u r ch g e s ch n i t t e n. Der andere wurde tödlich verwundet. Die Täter, zwei alte Zucht­häusler, wurden verhaftet.

Sandel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.

G e w e r k s ch a f t F e r n i e. In der am 15. ds. Alts, abge­haltenen Gewerkeversammlung der Gewerkschaft Gießener Bräunst ei n berg werke vormalsFenne* in Gießen, in der 41 Gewerken mit 642 Kuxen vertreten waren, wurde ivte uns geschrieben wird, vom Vorsitzenden des Grubenvorstandes berichtet, daß der Prozeß Pfahl Wiels und Aufsermanns wegen Ai k. 2 2 0 000 rechtskräftig zu Gunsten der Gewerkschaft abge- wiesen worden ist. Feriter daß die geschäftliche Lage in letzter Zeit sich sehr gebessert hat, und zwar durch die Abmachung nut der Eisenerzgesellschaft an die noch eine größere Menge alter Bestände, von bis jetzt nicht verwendbaren Materials zu verhältnismäßig güiisligeu Preisen abgefetzt wurden, tvodnrch der Gewerkschaft ein nicht nnbeträchllicher Ue,verschliß verbleibt.

GerichtssaaL.

S ch n e i d e m ü h l, 20. Tez. Wegen Aufreizung zum Schul- st r e i k e wurde der Probst Grylewicz in Slesin von der Strafkammer zu 500 Mart Geldstrafe verurteilt.

Posen, 20. Tez. Tas Urteil im Prozeß gegen Waffen­diebe ivurde heule verkündet. Es wurden verurteilt Kaufmann Behrend-Pofen, Händler Besbroda-Thorn und Arbeiter Jäger-Metz zu )e einem Jahr sechs Atonalen Zuchthaus, der Kasfensührer Donath-Spaudau zu einem Jahr nenn Atonalen Gefängnis, Kauf­mann Naderfohn - Klem-Tarpen zu einem Jahr sechs Atonalen Gefängnis. Allwarenhändler Loll-Grünberg, Tischler Redecke-Hildcs- heim, Kaufmann Güntzel soivie Neupert und Großer wurden frei- gesprochen. Großer-Spandau wurde freigejprochen wegen Unzn- rechniingssähigkeit. Den Verurteillen Behrend, Jäger und Nader- john wurden vier Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet. Besbroda und Donath wurden sofort aus der Hast entlassen. Tas Gericht beschloß, 9leupert für die unschuldig erlittene Untecsuchungs- haft eine Entschädigung zu gewähren.

Originat-Drahtmel-ungen.

Berlin, 21. Tez. Der Kp sshäus ervund der deutschen Kriegerverbände richtet einen Appell an 'feine Mitglieder, in dem er es als heilige Pflicht bezeichnet, dafür zu sorgen, daß ein Reichstag aus der Urne her­vorgehl, der für die nationale Ehre des Reiches Ver­ständnis habe.

Essen, 21. Dez. Im benachbarten Steele ist ein Post­agent von der Schlafkrankheit befallen worden. Es gelang leider nicht, den schon tagelang Liegenden zum Be­wußtsein zu bringen.

Breslau, 21. Dez. Der Führer der Reichspartei, von Kardorfs, beabsichtigt, für die bevorstehende Reichs­tagswahl im Kreise Großwartenberg-Oels nicht mehr zu kandidieren. An seiner Stelle wurde Rittergutspächter Hauptmann En en als konservativer Kandidat aufgestellt.

London, 2l. Dez. In den Elektrizitätswerken von Greenwich ist eine große Feuersbrunst ausgebrochen, welche in kurzer Zeit eine so große Ausdehnung gewann, daß eine Explosion des Dampfkessels erfolgte, bevor es den Arbeitern gelungen war, sich in Sicherheit zu bringen. Zwei Arbeiter wurden getötet, viele verwundet.

Bern, 21. Dez. Ter Landesausschuß der deutschen und ö st er r.-ungarischen Sozialdemokraten erläßt einen Wahlaufruf, in dem er zu Geldsammlungen für den WahlfondS der deutschen Sozialdemokraten auffordert.

Liederkranz!

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Donnerstag, den 27. Dezember 1906, nachm. 4 Uhr,

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Gießen, den 20. Dezember 1906.

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Gießen, den 21. Dezember 1906. B1 /

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