Ausgabe 
31.7.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Sterblichkeitstabellen die sechs wichtigsten Länder Europas

in

und eine

Kannen war nut 18 Prozent Walser getauft. Der Staatsanwalt dean. tragt? gegen die Pantscherin 14 Tage Gefängnis. DaS Gericht kam zu der milden Geldstrafe von 50 Mark. Der mitangeklagte Ehemann Johann Dhcin wurde freigefprochen, weil er von derStreiterei" mchtS gewußt hätte._____

Temperatur der Lahn und der Luft

in der Mülle r'sch-n Badeanstalt.

Wasser

Vermischtes.

Das neuefte Eisenbahnunglück. Nach einer Meldung aus Newbury (Nordamerika) sind bei der Ent­gleisung eines Schnellzuges der Zentralbahn nach der Pacisic- füfie, die in der Nähe von New-Hamburg erfolgte, der Maschinist und der Heizer getötet und etwa 12 Personen verletzt worden, jedoch keiner tätlich.

Ein Eisenbahnattentat. Zwischen den Stationen Labuissiere und Sobre-Sur-Sambre in Frankreich

Bevölkerung haben werden Europäisches Rtlßland Deutschland Oesterreich-Ungarn Großbritannien Italien Frankreich

Entsprechend wird attch i

Universitäts-Nachrichten.

Der ordentliche Professor der Mineralogie und Direktor des mineralogischen Instituts an der Universität Breslau Dr. Karl Hintze hat einen Ruf nach Bonn als Nachfolger deS am 1. Oktober in den Ruhe­stand tretenden Geh. BergratS Prof LaspohrcS erhalten.

Gerichtssnai.

Mainz, 30. Juli. Eine Brühe, die aus 80 Prozent Wasser und 20 Prozent Milch bestand, fand sich bei einer Revision in einer Milchkanne der Milchhäudlerin D h e i n hier. Die Milch in den übrigen

Eingesandt.

(Für den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Wer gestern abend bezm. heute nm die Mitternachtsstnnden die Landgrafen st raße passierte, wurde unwillkürlich vor die Frage gestellt: Gibt es in Gießen keine Organe, die diesem über­triebenen Singen nnd Lärmen Einhalt gebieten können? In einer dortigen Restanration hat seit kurzem eine Jugendgesellschaft ihre Kneipe. Hierdurch ist die Geduld der Anwohner bereits: wiederholt auf eine harte Probe gestellt worden, in der vergangenen Nacht war aber die Ruhestörung derart, daß selbst der Ruckstchts- vollste gegen eine Wiederholung energisch protestieren muß. Die Landgrafenstraße war bis dahin eine beliebte Straße wegen ihrer Rübe. Wenn kein Wandel erfolgt, ist diese dahin. Wer Ruhe liebt und sucht, kann dann dort nicht mehr wohnen, nnd dies hat denil weiter zur Folge, daß die Anliegenschaften der Straße nicht unwesentlich entwertet werden.

Mrehttche Nachricht*«.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 2. Augnst: Ausflug der Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Marknsgemeinde nach Staufenberg. Abfahrt mit dem Zuge 2.08 Uhr nachmittags.

fafen Gemeinden ausgeübt, mithin haben sie fast alle Orts- i rimvohner unterrichtet. 1

Wetzlar, 30. Juli. Gestern abend zwischen 5 und 5 Uhr wurde eine hiesige in der Mitte der siebziger Jahre stehende Frau, die Witwe Jakob Spring, von einem Motor­radfahrer in der Schwarzadlergasie üb erfa hren resp. so an­gefahren, daß sie zu Falle kam. Sie starb bald nach ihrer Einlieferung in das städtische Krankenhaus. Neber die Schuld des Fahrers werden widersprechende Angaben gemacht. (W.A.)

Friedberg, 29. Juli. Heute fand hier eine Ver­trauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte unter Vorsitz deS Bürgermeisters Moscherosch-Burggräfen- rode statt. Auf der Tagesordnung stand Wahl der Kandi­daten für die hessische Landwirtschaftskammer. Für den Bezirk Vilbel wurde als Kandidat aufgestellt Graf Oriol a-Büdesheim, für Friedberg Landwirt Adolf Hensel- Dortelweil, für Bad-Nauheim LandtagSabg. Breidenbach- Dorheim. Für den Butzbacher Bezirk konnte kein Kandidat nominiert werden, da nicht genügende Vertreter dieses Bezirks erschienen waren. Einer Versammlung in Butzbach, die dem­nächst stattsindet, soll es vorbehalten sein, den Kandidaten zu benennen. (F^kf. G. A.)

r. Rüddingshausen, 30. Juli. Ein schrecklicher Unglücksfall passierte heute in dem benachbarten Decken - bach. Der Heizer Nikolai von hier, der bei der Maschine auf dem Zimmerplatz beschäftigt war, wurde vom Treib­riemen erfaßt, geriet in das Sägewerk und wurde gräßlich zugerichtet. Er sollte in die Klinik nach Gießen verbracht werden, starb aber während des Trans­ports dorthin. Nikolai hinterläßt eine Frau und zwei Kinder, von denen das jüngste 10 Tage alt ist.

sd. Darmstadt, 30. Juli. Der Brauereiverein Darmstadt, dem 38 Brauereien in Darmstadt, Pfungstadt, Groß-Gerau, Eberstadt, Babenhausen, Beerfelden, Auerbach, Bensheim, Brensbach, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt, Reichels- heim, Erbach, Hirschhorn, Seligenstadt, Heppenheim, Michel­stadt und Ober-Mosiau angehören, hat in Uebereinstimmung mit den Verbänden von Frankfurt, Mainz, Worms 2C. mit Rücksicht auf die Erhöhung der Zölle und der Brausteuer eine Bierpreiserhöhung beschlossen: Ab 1. August be­tragt der FaßbierpreiS mindestens 13 Pfg. für 5/10 Liter, 12 Pfg. für </io und 10 Pfg. für s/io Liter. Kleinere Gläser und Schnitte kosten ebenfalls einen Pfennig mehr als seit­her. Der Flaschenbierpreis wird allgemein für Konsumenten auf 19 Pfg. die ganze Flasche und 10 Pfg. die halbe Flasche, für Wiederverkäufer auf 16 Pfg. die ganze und 8 Pfg. die halbe Flasche erhöht. Der Großherzogl. Hof- musikmeister An ton ist gestern in hohem Alter gestorben. Er war bekannt als der Jnstandhaltec des Darmstädter Glockenspiels im Residenzschloß, desien Obhut ihm seit langen Jahren anvertraut war.

X Mainz, 29. Juli. Die hiesigen Volksschulen sollen als neue Unterrichtsdisziplin den K naben Handfertig­keit S - Unt erricht erhalten. Die Stadtverordnetenver­sammlung hat bereits 4700 Mk. bewilligt, damit das ge­nannte Unterrichtsfach zunächst in der Leibnizschule, wo es bereits probeweise betrieben wird, zur weiteren Ausgestaltung gelangt. Von den dort gemachten Erfahrungen wird es ab­hängen, ob der Arbeitsunterricht alsdann auf alle Volks­schulen ausgedehnt wird. Am 9. August treffen fünfzig österreichische Weingutbesitzer aus der Nähe von Wien hier ein, um eine Besichtigung der Einrichtungen der Großh. Weinbaudomäne sowie der Weingüter in Nacken­heim, Bodenheim, Oppenheim und Bingen vorzunehmen. Domänenrat Mayer, der die mustergiltigen Einrichtungen ge­schaffen hat, wird die Führung übernehmen.

Worms, 30. Juli. Die nationalliberale Partei soll sich, wie nach derWormser VolkSztg." verlautet, bereits mit der Kandidatenfrage für die nächste Reichstags wähl befaßt und beschloffen haben, an der Kandidatur des Abg. von Heyl festzuhalten. Zum sozialdemokratischen Reichstagskandidaten wurde gestern in geheimer Abstimmung Arbeitersekretär Johann Engelmann gewählt.

fc. Frankfurt, 31. Juli. (Eig.Drahtbericht.) Gestern nachmittag fand imKönig von England^' eine gut besuchte Versammlung statt, die von den Dampsmolkereien und dem Vorsitzenden des Milchhändlervereins einberufen war und sich mit der von den Landwirten angekündigten Milch­preiserhöhung auf 16 Pfg. beschäftigte. Die Versamm­lung beschloß, am 2. August eine allgemeine Milchhändler- Versammlung abzuhalten. Die Anwesenden verpflichteten sich ferner, den Milchverkaufspreis auf 22 Pfg. zu erhöhen, wenn die Versammlung am 2. August einen dahin gehenden Be­schluß faßt.

sil Marburg, 30. Juli. Die hier tagende Haupt­versammlung der Hessischen Bienenzüchter-Ver­eine beschloß die Gründung eines Allgemeinen hessischen Bienenzüchter-VereinS. Gleichzeitig fand hier auch eine reich­beschickte Bienenzucht-Ansstellung statt.

i von:

170 Millionen

95

65

62

50

41

die Zahl der Bevölkerung

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bußbach vollendete gestern Fran Ehrrstine Zimmer Witwe, die älteste Einwohnerin, ihr 90. Lebens­jahr. In Heidelbach wurde der Sohn des seitherigen Bürger- mÄsters, Otto Seim, mit 54 Stimmen zum Bürgermeister ge­wählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. An Stelle des von seinem Amte enthobenen Gemeindeeinnehmers Fr. Zimmer wurde der Schreiner Hch. Koch zum Gemeindeeinnehmer der Ge­meinde Bisses bestellt und verpflichtet. In Lindheim starb Beigeordneter Hch. König X. Auf dem Bahnhof Nidda wirv der Güterschuppen erweitert, während in dem Bahnhof Hirzenhain eine Erweiterung durch Anlage eines dritten Geleises stattsindet. In B a d S o d e n ist beim Radfahren die Frau des Hofschauspielers Wolfram aus Kassel gestürzt und gestorben. Der 32jährige Kaufmann Hermann aus Frank­furt ist beim Baden im Offenbacher Freibad ertrunken, obgleich Hilfe sofort zur Stelle war. Die Leiche konnte noch nicht gefunden werden. In W o r rn s wurde infolge ausströmenden Gases aus der undichten Leitung heute vormittag der Wirt Rausch tot in seinem Schlafzimmer aufgefunden.

ist vergangene Nacht ein Attentat gegen den Paris-Kölner Eilzug verübt worden. Eine Schiene war losgelöst und 17 cm. zurückgebogen worden. Als der Zug, welcher Paris um 10 Uhr verläßt, um 1 Uhr 35 Min. an die Stelle kam, rannte die Maschine eine 6 Meter hohe Böschung herab, über- türzte sich und riß die beiden nachfolgenden Gepäckwagen mit sich, von denen der erste umstürzte und der zweite ent­gleiste. Die Paffagiere kamen unversehrt davon, während der Heizer, ein 25jähriger Mann, auf der Stelle getötet wurde. Der Lokomotivführer erlitt schwere innere Verletzungen. Die Behörde besindet sich an Ort und Stelle. Es heißt, daß der Anschlag gegen den Zug geplant war und man es auf den Inhalt des Postwagens abgesehen hatte, der an­geblich Wertbriefe im Betrage von 2 Millionen Franks mit sich führte. Hervorzuheben ist, daß vor zwei Jahren an derselben Stelle ein ähnliches Attentat verübt wurde.

' Tätliche Abstürze in den Alpen. Am 29. d.M. ist am Galen stock in Uri ein Feldwebel der Festungstruppen 800 Meter tief auf den Siedelengletscher gestürzt und tot aufgefunben worden. Am La treinfirt (2132 Mir.) bei Frutigen im Berner Oberland ist der 21jährige Schlosser Burckhardt beim Edelweißsuchen eine 50 Meter hohe Fluh abgestürzt. Seine Leiche wurde zerschmettert ausgefunden. Am Bürglenflnh bei Wattcnwil (Bern) ist beim Edel- weißpflücken der 23jährige Landwirt Zimmermann zu Tode gestürzt. In der Höhe von Hochgallmig ist der Tier­arzt Franz Pock abgestürzt und im Urgertobel als Leiche gefunden worden. In Passeier stürzte der Meraner Dienstmann Josef Stieler auf dem Heimweg ca. 80 Meter über eine Sandmoräne ab und blieb tot.

Europas Bevölkerung im Jahre 1950. Dr. Löwenthal berechnet, daß nach den vorliegenden Geburts-

Gicßener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hesse» für Mittwoch, den 31. August 1906: Heiter und trocken, noch etwas wärmer. Schwache südliche bis östliche Winde.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Original-Drahtnreldungen.

Kassel, 31. Juli. Die freisinnige Volkspartei und der liberale Wahlverein im Wahlkreise Rinteln-HofgeiSmar fordern die Wähler auf, in der Stichwahl den sozial­demokratischen Kandidaten als daS kleinere Hebel an­zusehen und diesem die Stimme zu geben.

Berlin, 31. Juli. In der Angelegenheit des MajorS Fischer heißt es, es sei nicht unmöglich, daß auch gegen den Obersten Ohnesorg wegen schlechter OrientirunA über seine Untergebenen eingeschritten würde.

Berlin, 31. Juli. Freiherr Franz von Lipper­heide ist int Alter von 72 Jahren hier gest orben. (L» war der Begründer und Herausgeber derModenwelt" sowie des neuerdings erscheinenden vortrefflichenSprichwörter- buchs". D. Red.)

München-Gladbach, 31. Juli. In Odenkirchen verübte ein Riemenschneider aus Kalk, der am Morgen ge­traut worden war, am Nachmittag ein schweres Sittlich- k eitsverbrechen an einem 6jährigen Mädchen und fuhr dann mit seiner Frau nach Kalk, wo er verhaftet wurde.

Gelsenkirchen, 31. Juli. Ein Polizetsergeant, der einen entsprungenen Fürsorgezögling festnehmen wollte, wurde von diesem durch mehrere Revolverschüffe tätlich verletzt.

Bant in Oldenburg, 31. Juli. Bei Sandkrug stießen ein Personen- und ein Güterzug zusammen. Ein Güterwagen und ein Packwagen wurden erheblich, mehrere Personenwagen leichter beschädigt. Menschen sind nicht ver­letzt worden.

Altona, 31. Juli. Bei einem Zusammenstoß zweier elektrischer Straßenbahnwagen wurde ein Wagen aus dem Geleise gehoben und an ein Eckhaus geschleudert. Drei Personen wurden schwer verletzt, der Schaffner und Wagen­führer trugen leichte Verletzungen davon.

nicht beachtet.

Ein Montblanc-Durchstich. In Frankreich be­schäftigt man sich mit dem Gedanken eines Montbtanc- Durchstichs, für eine Konkurrenzlinie der Simplon-Bahn, für die die Franzosen nicht einmal ordentliche Zufahrtslinien fertiggebracht haben, die doch beträchtlich billiger gewesen wären, als ein neuer Alpendurchstich. Diese Montblanc-Linie soll nämlich etwa 150 bis 200 Millionen Fr., also reichlich das Doppelte des Simplon-TunnelS kosten. Der Montblanc- Tunnel selber würde nur etwa 15 Kilometer lang. Letzthin ei ein Pariser Ingenieur M. Monod in der Gegend sowie auch in Genf und Turin gewesen, um sich mit den maß­gebenden Kreisen der Nachbarländer ins Einvernehmen zu etzen. Wahrscheinlich wird man diesen vor allem ansehnliche Beiträge zumuten; für das kleine Genf allein rechnet man auf 10 Millionen Fr. Damit wird es aber derVoff. Ztg." zufolge noch gute Weile haben, wie mit dem Montblanc- Durchstich überhaupt. Man mag sich an den Ausspruch be§. ranzosischen Abgeordneten Janet, einer der berühmtesten Eisenbahnmänner Frankreichs, erinnern, der im vergangenen Jahr vor der ganzen Kammer das Montblanc-Bahnprojekt als gänzlich überflüssig und utopistisch, alsdie tollste aller Tollheiten" bezeichnete.

* Kleine Tageschronik. In Hamburg wurde das 21jährige Fräulein Hars, welches am Sonntag ckbend von einem Ausflug ermüdet, den Hahn des Gasherdes aus­gedreht hatte und dann, ohne das Gas anzuzünden, ein­geschlafen war, durch das Gas getötet. Als ihr Bruder mit einem Licht die Küche betrat, wurde er durch die Explo- 'ion schwer verletzt. Bei Dresden wurden zusammen­gebundene Mädche nleichen, anscheinend Schwestern im Alter von 20 und 30 Jahren, aus der Elbe gezogen. Sie waren mit Taschentüchern am Oberarm zusammengebunden. Beide Taschentücher tragen das gleiche Monogramm. Tie Mädchen sind sehr gut gekleidet. Ein Verbrechen ist nicht ausgeschlossen. In Herne verhaftete die Polizei einen Zimmermann, der vor Mei Jähren nachts in einem Dorfe unweit Werl den 60 Jahve alten Handelsmann Streckmann erschlagen und die Leiche auf einen Dünger­haufen geworfen hätte. Der Verhäftete gestand die Tat nach längerem Leugnen ein. Er wurde ins Gerichtsgesängnis gebracht. Bei Zabrze (Oberschles.) ist am Sonntag ein Wolkenbruch niedergegangen. Die Straßen sind meterhoch überschwemmt. Die Bewohner der niedrig ge­legenen Häuser flüchteten, weil das Wasser in die Wohn­ungen drang. Ein Wohnhaus wurde unterspült und stürzte ein. Der Blitz schlug mehrere Male ein und äscherte ver­schiedene Häuser ein. Ter Schaden durch Wasser und Hagel­schlag aüf den Feldern ist außerordentlich groß. In Wilds chönau (Tirol) hat der Talmühlbach infolge eines Wolkenbruches die Straße zerstört, fünf Brücken weg- geriffen und einie Mühle zerstört.

§pulplaK der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 1. August, abends halb 7 Uhr:Lohengrin." Donnerstag den 2. August*): pTlauto solo. Hieraus:Ter Postillon von Lonsumeau." Freitag den 3. August:Mignon." Samstag den 4. August:Oberon." Sonntag den 5. August, abends halb 8 Uhr:Tannhäuser/ Montag den 6. August, abends halb 8 Uhr:Der Zigeunerbaron."

Schauspielhaus.

Von Samstag den 7. Juli bis incL Freitag den 3. August bleibt da? Schauspielhaus geschlossen.

) Anfang, wenn nickt ander? bemerkt, abends um 7 Uhr.

Gerichtssaal.

Trier, 29. Juli. Ein Schicßbuch-FälschungSprozeß wurde gestern abend nach sechStätigcr Verhandlung im Kriegsgericht der 16. Division beendet. Major M e j e r wurde wegen vorsätzlicher unrichtiger Ab­stattung einer Meldung und wegen Ungehorsams zu einem Jahr und einem Tag Festungshaft und D i e n st e n t l a s s u n g , Haupt- mann Jouin wegen Unterlassung einer Meldung, Mißhandlung und Mißbrauchs der Waffe zu sieben Monaten Festung, die Land- wchrfeldwebcl Stahl, Unlerbcrg und Machwirth wegen Ungehorsams und unrichtiger Meldung zu sechs Monaten und einer Woche Gefängnis, der Feldwebel Schöne wegen Begünstigung und Miß- brauchs der Dienstgcwalt zu drei Tagen Mittclarrest verurteilt. Feldwebel Chilla wurde freigefprochen. Der ehemalige Sergeant Biencfcld, der den Prozeß ins Nollen gebracht hatte, erhielt eine Zusatzstrafe von vier Monaten Zuchthaus. Die Begründung des Urteils fand in nicht öffentlicher Sitzung statt.

Sandel und verkehr, Volkswirtschaft.

Uebcr den Südafrika Goldminenmarkt schreibt ein Finanzblatt, daß sich in neuerer Zeit aus diesem Gebiet eine Besserung vollzieht, die zum guten Teil darauf zurückzusührcn ist, daß man die schlechten Positionen, die so sehr auf dem Markt lasteten, als überwunden ansicht. Die guten Verhältnisse die sich in den besseren AuSbeutcziffcrn zeigen, gelangen daher wieder etwas mehr bei der Kursbeslimmung zur Geltung. Die Unsicherheit hinsichtlich der Entscheidung der indischen Regierung in der Arbeiterfrage und der Gestaltung der politischen Der- hältnisie in Transvaal wird wohl noch weiter hemmend, im ganzen aber überwiegt jetzt doch eine optimistische Auffassung. Soweit hat sich dies nun allerdings noch nicht verdichtet, daß dadurch die Scheu und Frucht, von der weite Kreise der Besitzer erfaßt worden waren, überwunden wären; aber steigende Kursbewegung pflegt mit der Kraft einer zwingenden Logik zu wirken und cS soll uns nicht wundern, wenn im Falle eine solche wirklich zum Durchbruch kommt, unser Publikum seine icierlichcn Abstincnzgelübdc aufgibt und sich von neuer Gier für Goldminenaktien erfaßt zeigt. Es soll uns aber auch nicht wundern, wenn dann das Publikum sein Geld neuerdings verliert.

Von d e r Berliner Börse. Die aufgeregten Ruffen-Tage scheinen vorüber zu sein und es geht in der neuen Woche wieder int ruhigen Hochsommer-Tempo weiter. Die lokalen Märkte waren gänzlich untätig, hingegen waren amerikanische Bahnen, besonders auch die in Deutschland gebandelten, besucht. Prince-Henri gehen weiter zurück. Dagegen lagen Lombarden wieder etwas bester. Baltimore fliegen von 117.50 bis 119.20. Rustenfons waren im ganzen behauptet; Rusten von 1902 notierten 72,60 gegen 73.50. Das ist immerhin schon wieder ein bemerkenswerter Rückgang. Bergwerksaktien verkehrten schwach, teils auf Gewinnsicherungen der Börse, teils auf angebliche Lohnforderungen der Arbeiter. Für SchiffahrtSaktien zeigte sich einiges Jntereste. Banken waren eher etwas abgcschwächt. Privatdiskont notierte 38/8°/o-

Märkte.

p Wetzlar, 29. Juli. Der letzte Vieh markt war von Käufern schwach besucht. Die Preise waren daher niedriger als aus deut nächsttägigen Herborner Markt. Immerhin bewegte sich der Handel auf beiden Märkten flott. Achtwöchige Ferkel kosteten das Paar ca. 65 Mark, bessere Qualitäten 10 Mark mehr. Infolge der vorzüglich ausgefallenen Heuernte und der aussichtsreichen übrigen Entte war bei den Rindviehpreisen eine kleine Steigerung gegen das Frühjahr ztl konstatieren. Ein Jahr alte Rinder kosteten 160 bi§ 170 Mk., ebenso alte Ochsen (hierznlande Lippert genannt) tpurben mit 400 Mk. und höher das Paar bezahlt.

außereuropäischen Ländern steigen:

In den Vereinigten Staaten auf 130 Millionen

In Japan 1 75

Freilich ist hierbei die MalthuSfche Theorievom stetigen Wachsen* als allein maßgebend angenommen und ein künst­liches Eingreifen (Frankreich) oder eine natürliche Entwickelung (Vereinigte Staaten), die des hindern oder fördern könnte,