Ausgabe 
31.1.1906 Erstes Blatt
 
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Traucrversammlung unterbleiben. Ain Montag nachmittag 5 Ubr hatten sich die Mitglieder be§ Staats­mini st e rin ,n s unter dem Vorsitz des Finanzm.m ters Gnauth vollzählig vereinigt, uni an der glätte ranlo)er Tätigkeit des Verstorbenen gemeinsam der Trauer um den Hingang des hochverehrten, wohlivollenden Chefs und Kollegen Ausdruck zu geben. arr..,. .

L U Landes-Univers'tat. Der Assrstcnt am Zoologischen Institut Dr. Max Rauther hält heute 51/ uiir in der kleinen Aula des UniversitatsgebaudeS eine Probevorlesung über das Wesen des Parasitismus und den Ursprung parasitischer Tierformen, um sich für das 6 ach der Zoologie zu habilitieren.

In der Gesellschaft für Erd- und Völker­kunde wird morgen, Donnerstag, Dr. Theodor Koch aus Verlin (ein geborener Grünberger) einen Lichtbilder- Vortrag über seine Reisen unter den Indianern am 91 i0 Negro und Amazonas halten. Der Vortrag findet in der großen Universitätsaula statt und beginnt pünktlich um

-^Hessische Vereinigung für Volkskunde. An dem dritten Mitgliederabend am letzten Donnerstag sprach Herr Professor Dr. Sauer über O b e r h e s s i s ch e Dorf- kirchen". Der Redner führte die Anwesenden bannt auf ein Gebiet, da§ noch ziemlich unbekannt, aber außerordentlich intereffant'ift und volkskundlich viel Bemerkenswertes bietet. In unserer oberhessischen Heimat finden sich die verschiedensten Typen des Kirchbaus: romanische, gothische und Reuaissaucc- bauten, bis zu den modernsten, manchmal recht wenig schönen und oft kalt und frostig wirkenden. Für die Volkskunde am interessantesten sind die eigentlichen Bauernkirchen, an§ Fach­werk bestehend, die sich hin und wieder finden, und die die Eigenart der sie benutzenden Gemeinden am besten wieder­spiegeln. Mit Hilfe von zahlreichen Photographien konnten die einzelnen Kirchen besprochen und von innen und außen betrachtet werden. Durch eine angeregte Diskussion wurden die sachkundigen nud lebhaft interessierenden Ausführungen de§ Vortragenden noch ergänzt und erweitert.

Das Gr 0 ßh. Gardedragoner-Regiment Nr. 2 3 wird in diesem Jahre sein 100 jährig es Be- ft eben feiern. Für den Juli sind daher große Veranstaltungen geplant, 11. a. ein Neitersest.

Freidenker-Vereinigung Gießen. Gestern abend konstituierte sich im Hotel Einhorn die Freidenker- Vereinigung Gießen mit 50 Mitgliedern. Der Verein schloß sich dem Blmd deutscher Freidenker und dem südwestdeutscheu Freidenker-Verband an. In den Vorstand wurden gewählt Rechtsanwalt Leun, 1. Vorsitzender, Stadtverordneter PH. Euler als dessen Stellvertreter, Siegel fr. und Amend als 1. und 2. Schriftführer und Rechtsanwall Dr. Spohr als Rechner. In nächster Zeit wird Schriftsteller Dr. Julius Kahn, der Vorsitzende des Frankfurter Freideuker- Vereins, in Gießen einen weiteren öffentlichen Vortrag halten.

P. A. 2 6. Lahntal - Sängerbundesfest. Am Montag Abend hatte der geschäftsführende Ausschuß seine erste Sitzung. Ter Arbeitsplan für die einzelnen Unter- ausschüffe wurde durchberaten und in großen Umrissen die Gestaltung des Festes festgelegt. Hierbei kamen die Er­fahrungen der einzelnen Ausschlißmitglieder bei früheren Festen sehr zu statten. Die Herren Todt und Atzbach gaben mehrere gute Anhaltspunkte von dem zuletzt in ©iefeen (1890) ftattgefunbenen gleichen Bundessängerfeste, was die Vor- bereitung ebenfalls erleichtern wird. Ein nicht zu unter­schätzender Faktor für die Durchführung des in ziemlich großem Rahmen geplanten Festes ist die Opferwilligkeit der Bundes- vereine, wie auch das gemeinsame Zllsamrnenwirken der anderen Gießener Gesangvereine für den gesanglichen Teil. Es wurde beschlossen, bei der Stadt darum einzukommen, daß als Festplatz Oswalds Garten freigegeben werde. Das Fest selbst soll drei Tage dauern. Die ganzen Be­ratungen, unter Vorsitz des Stadtv. Eichenauer, verliefen in recht sachlicher Weise; alle Anwesenden ließen durch­blicken, daß man gern für die Sache seine Zeit opfern will.

** Allgemeiner Staatseisenbahnverein. Am Sonntag, 28. ds. Mts., feierte der Verein Kaisers Ge­burtstag im Nellen Saalbau. Wie immer, war das Fest sehr gut besucht, zlirnal den auswärts wohiienden VerciuS- mitgliedern nebst Familienangehörigen freie Elsenbahnfahrt nach Gießen und zurück gewährt worden war. Tas Pro­gramm war reichhaltig und gewählt. Nach Einleitung der Feier durch Vorträge der Vereinskapelle brachte der Vor­sitzende, Eisenbahnbaliinspektor Schmitt, das Kaiserhoch aus. Hieran schloffen sich Deklamationen patriotischen Inhalts, Mllsik- und Gesangsoorträge, welche sämtlich von Mitgliedern des Vereins zur Ausführung gebracht wurden. Ten Schluß deS Programms bildete eine nut großem Beifall aufge- nommene Theateraufführung, wobei ebenfalls lediglich 23er» einSmitglieder mitwirkten. Sämtliche Darbietungen zeigten, daß der Verein begabte und tüchtige Kräfte unter seinen Mit­gliedern besitzt. Zum Schluffe wlirde getanzt. Der ganze Verlauf der Feier war in jeder Beziehung dem Zweck der­selben würdig und verfehlte nicht, die froheste Stimmung zu erzeugen und festzuhalten.

Der Zithermusik-Abend des Gernhardt- schen Zither- und Mandolinenchores hatte trotz der vielen Veranstaltungen des letzten Sonntags besonders starken Besuch aufzliweisen. Tas reichhaltige und vielseitige Pro­gramm wlirde sehr beifällig aufgenoinmen; besonders das von Musiklehrer Gernhardt und Herrn Max Büttner vor- yetragene Duett für Violine und das in Gießen noch wenig bekannte Zymbal. Daß neben den Zither-, Mandolinen- und Streichchören auch die Gesangsvorträge reiche Auer- kenmrng fanden, darf wohl einerseits beni Stimmenmaterial, anderseits der Auswahl schlicht volkstüiiilicher 2Uvenlict>cr zu gute gerechnet werden. Nach diesem Zitherrnusik-Abend dürste von den weiteren, ähnlichen Veranstaltungen des schon über 20 Mitwirkende zählenden Vereins das Beste 511 erwarten sein.

" EineBerufung als Hau Sb ursche in ein hiesiges Geschäft hat ein hoffnungsvoller stolzer Jüngling aus dem östlichen Vogelsberge mit folgenden hllldreicheu Worten anzllnehmen geruht;

Geehrter Herr!

Siu* Ihre Bille schreibe ich Ihnen Antwort. Ich nehme die Stelle als Harn'ourichc ein. Damit wir den Lohn vereinbaren, tonnen Sie zu mir kommen."

Der Empfänger der Karte hat sich natürlich beeilt, der

gnädigen Einladung zll entsprechen und cs ist 311 hoffen, daß die Verhandlungen über den Lohn zu einem befriedigenden Resultat führen werden.

X. Büdingen, 30. Jan. Heute nachmittag 3V4 Uhr sand die feierliche Beisetzung des Fürsten Bruno zu Isenburg und Büdingen auf dem hiesigen Friedhöfe statt. Einen solchen starken Fremdenzlidrang wie heute hat unser Städtchen wohl noch selten gehabt. Der imposante Trauerzug setzte sich gegen Vs4 Uhr, nachdem vorher in der Schloßkapellc eine kurze Andacht abgehalten worden war, zu der nur Eingeladene Zutritt hatten, in Bewegung. Zuerst die Vereine, bann 3 Wagen mit Kränzen, bie Kapelle be5 Hanauer Ulanenregiments, die Geistlichkeit, der von 6 Pferden gezogene Leichenwagen. Es folgten die hohen Leidtragenden (alle zu Fuß, baruntcr auch die Fürstin-Mutter), die Ver­treter auswärtiger Herrschaften, Kirchen- und Schiilvorstaud und Staatsbeamte, hieran schloß sich das übrige kaum über­sehbare Trauergefolge. Vor dem Friedhöfe bildeten die Schiiten und Vereine Spalier. Nach dem Ge ang der Trauer- gemeinde hielt Pfarrer Schäfer-Büdingen eine tiefempfundene Grabrede, der die WorteDie Liebe höret nimmer auf" zu Grunde gelegt war Der Gesangverein Liederkranz trug hierauf daS GrabliedWie sie so sanft ruhen* vor. Ter Segen, gesprochen von Pfarrer Schwer, beschloß die tief- ergreifende Feier. Ter Großherzog hatte den Kammerherrn Dbersthosslattmeister Frhrn. v. Riedesel zur Feier gesandt. Unter den Trauergästen bemerkten wir noch: eine Abordnung Österreich. Dragoner- und Jäger-Offiziere, den Fürsten zu So lins-Lieh, den Grafen Schlitz, gen. v. Görtz, Pro­vinzialdirektor Geheimrat Dr. Br ei de rt-Gießen, Oberst­leutnant M 0 0 tz -Friedberg und viele andere. Die standes- herrlichen Familien Hessens waren durch Mitglieder bezw. Vertreter sämtlich vertreten. Ter deutsche Kaiser und der Kaiser von Oesterreich hatten in sehr herzlichem Tone ge­haltene Beileidstelegramine gesandt.

fc. Darmstadt, 30. Ian. Gegen einen vielbeschäftigten hiesigen Rechtsanwalt wurde vorn StaatSanivalt Unter» nohung wegen Erhebung zu hoher Gebühren ein- geleitet.

-j- Marburg, 30. Januar. In dem nahen Dorfe Schönstadt stürzte der 73jährige Veteran Johannes P e t c r in der Dunkelheit auf der Heimkehr vom Krieger»Kommers in den Donbach und ertrank. Die Leiche wurde gestern früh aufgefimben.

Usingen, 30. Jan. Im Jagdrevier des Weißbinder­meisters Fritz Fuchs aus Rödelheim in Hausen-Anspach bei Usingen ereignete sich ein trauriger Unfall. Nachmittags gegen 3 Uhr wurde im Walde ein Treiben auf Hirsche veranstaltet. Bei dein Trieb durch den Wald blieb der 17 Jahre alte Treiber Gustav Eifert etwa 80 Meter hinter seinen Kollegen zurück. Die Treiber sollen laut Jagdvor- ichrift sich durch Rufe bemerkbar machen und den Treiberstoek nach unten halten. Entgegen dieser Weisung bat der junge Mann, der noch wenig getrieben hatte, keinen Laut von sich gegeben und den Stock nach oben gehalten. Der Oekonom Wilhelm Fischer III. auS Rödelheim hatte sich in einem Graben verdeckt vor dem Walde ausgestellt, das Gewehr schußbereit. Er hörte das Geräusch im Wald und sah jeden­falls den hochgehaltenen Treiberstock für ein Hirschgeweih an. Der unglückselige Schuß fiel. Der junge Mensch stürzte zu­sammen und man hörte ein Wehegeschrei:I ch bin ge­schossen!" Ter unglückliche Schütze Fischer steckte sofort eine Patrone in den Lauf und wollte sich erschießen. Die übrigen Herren bemerkten das und nahmen ihm das Gewehr ab, worauf er sich entfernte. Tie starke Schroiladung war dem Treiber in Oberschenkel und Unterleib gegangen. Da er nicht zu transportieren war, wurde ärztliche Hilfe gerufen. Als aber der Arzt kam, war bereits der Tod ciugetreten. Die Staatsanwaltschaft in Ufingen wurde von dem Unglücks­fall telegraphisch in Kenntnis gesetzt. Fischer irrte, nach der Frks. Z." einige Zeit im Walde herum und traf abends in Ufingen ein.

h. Hanau, 30 Jan. In einer gestern abend hier abgehaltenen Versammlung des nationalliberalen Vereins äußerte sich lautH. Zig." der Reichstagsabg Dr. Lucas dahin, daß die Tabaksteuer in der Fassung der Regierungsvorlage so gut wie als gefallen gelten könne, dagegen werde eine Zigarcttensteucr unausbleiblich sein. Die Brau st euer sei in der Fassung der Kommission so minimal, daß der Konsument nicht davon betroffen werde. Für eine Wehr st euer würde Dr. Lucas eintreten, da der zum Militär einaezoacne Mann schwere Opfer bringe.

Unglaubliche Z u st ände herrschen in dem ober­rheinischen Städtchen Vallendar. Seit dem Amtsantritt des jetzigen Bürgermeisters Kohls hat die städtische Schuldenlast um 400 000 Mark angenommen. Seit 1896 sind falsche Etats aufgestellt und Reoifi 0nen nicht durchgeführt worden. Eine Bürgerversammlung be­schloß, das Staatsministeriuin um alsbaldige Auslösung der Stadtverordnelenversammlung durch Königliche Verordnung zu ersuchen, die 2lnge(egenhcit im Landtage zur Sprache zu bringen und die verantwortlichen Beamten regreßpflichtig zu machen.

* Kleine Tageschrvnik. In Baden-Baden hängte die Frau des früheren Schutzmannes Merker, welcher seine Ent- lassung genommen und seine Frau verlassen hatte, ihre drei Kinder auf und versuchte sich selbst zu erhängen. Sie wurde jedoch an ihrem Vorhaben verhindert. In Kiel erstach auf der Schiffswerft Mönkeberg der Schiffsbauer Beondzw nn Wort­wechsel den S ch i s s s b a u m e i.st e r Ivens. In Z ü r i m ist der berüchtigte 2-rofchnrenschreibcr und frühere Pottzeiwmmysir in Straßburg, Stevhanv, gegen den bekanntlich die Ltaats- "Nwaltschast in Straßburg einen Haftbefehl wegen Unterschlagung im Amte erlassen hat, verhaftet worden. Die Auslieserungs- Verhandlungen sind eiimeleitet.

Arbeiterbewegung.

Mainz, 30. Ian. An dem A u s st a n d der K'onfek-- t i 0 n s a r b e i t'e r sind über 500 Arbeiter beteiligt, darunter über 400 ländliche Heimarbeiter.

Worms, 29. Ian. Heute sind hier die Konsektzvns- schneider in Aus st and getreten, nachdem in einer gestern abgehaltenen Versammlung beschlossen worden war, sichrem Vor­gehen der Kollegen in Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Hei­delberg und anderen Städten des süddeutschen Verbandes anzu­schließen.

Osnabrück, 30. Ian. Während eines Aus st an des bei der hiesigen Firma H. W. Ortmann kam eA zu schweren Aus­

schreitungen Streikender. Im Verlauf eines allgemeinen1 Tumultes wurden R e v 0 l v c r s ch ü s s e c.bgcg:bcii und mehrere Personen, darunter der Inhaber d?r Firma, v e r w unde t.

Liseubabn-ZeLtttUg.

Frankfurt a. M.. 29. Jan. Unter den Anträgen, die das hessische Zentrum der Kammer unterbreitet, befindet sich auch einer betreffend besondere Abteile für Schüler höherer Lehranstalten in den Zügen nach und von dem Schulort. Für einen großen Teil Oberhessens findet diese Anregung bereits Erledigung durch eine soeben ergangene Anordnung der Eisen- bahndirektion Frankfurt a. M. Darnach sollen auf den Strecken Frankfurt-Gießen, Gelnhausen-Gienen, Hungen- Nidda-Friedberg, Hanau-Friedberg und Homburg-Friedberg in den in Betracht kommenden Zügen gesonderte Schülerabteile künftig bereit gehalten werden.

handel nrrd Verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 31. Jan. /Orig.-Telegr. des ^Gieß, Anz.") V i e h m a r k 1. Zum Verkaufe staudeu 00 Kälber 00 Schafe und Hammel, 1K>4 Schweine; 1. Qual. 7980 Pfg. Lebendgewicht 60.5062.50 Pfg, 2. Qual. 78 Pfg., Lebendgewicht 61.0000 Big., 3. Qual. 7173 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pf., Lebendgewicht 0000 P^ 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlqchtaewicht 0000 Pfg., 2. Qualität 00-00 Psg. Geschäst: mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend.

Ic. Frankfurt a. 9)L, 30. Ian. beit- u n d Stroh- markt. Man notierte; Hen Mk. 0.00 bis Mk. 0.00, Stroh Mk. 2.602.80. LllleS ver 50 Kilo. Das Geschäft tvar schlevveud. Bon Heu war nur 1 Wagen ungefähren, der nicht verkauft wurde.

0 Kirck'hain, 30.' Jan. A-if dem heutigen V i e h m a r k t betrug der Auftrieb rund 600 Stück Rindvieh. Der Handel war im allgemeinen etwas flau. Ein recht reges Geschäft entweckelte ich dagegen aus dem Schweinem^rkt, wo die Zufuhr sich aus etwa 620 Ferkel und Läufer stellte. Man bezahlte für kleine Saugs''rses 3515 Mk. und für größere Ware 6090 Mk. je nach Größe und O"alität._____________________________________

Kirchliche Li ir ch r i ch t en. Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, im Matthäus- facti, Kirchstraße 9: Bibelstunde. Cffcnb. Jobs. 3, 113.

Vfarrer P. Schlaffer.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Vo-anSsichitiche Witterung in Helfen für Donnerstag, den 1. Februar 1906: Zeitweise heiter, leichter Frost, stellemvetfe geringer Schnee.

Näheres durch die Gieheiter Wetterkarte.

Teie^cmische des Giessener Anzeigers, mit" und Indnstr Frankfurter Fürs 3^6/0 Peichsnnleihe . . 100.95 3% do. . . 88.80

3 % °/0 Konsols .... 101.05 3% do 89 05

34% Hessen 99.90 '^°/n Oberbessen . . . 4 "0 Oesterr. Gold reute. . 100.65 4/5 0/n Oesterr. Silberrente 101.35 4% Un<rar. Goldrente . . 97.00 4% Italien. Rente . . . 106.40 3% Portuffiesen Serie I . 68.00 3Portugiesen III 68.39 1^°'n russ.Staatsanl. 1905 91.10 4y? n japan. Staatsanleihe 94.90 19« Conv. Türken von 1903 92 65 Tiirkenlose ... . . 147 20

4% Griech. Monopol-Anl.. 53.00 I % äussere Argentinier . 91.90 3°/0 Mexikaner .... 67.50 4 y °/0 Chinesen . . . 98 55

Aktien :

Bochum Guss 249.00 Buderus E. W 136.50

Tendenz: fest.

Berliner Börse, 2

Canada E. B 175.40 Darmstädter Bank . . . 148.70 Deutsche Bank .... 240.70 Dortmunder Union C. . . 93.30 Dresdner Bank .... 166.40

Kursher»cbte

teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.

e. 31. Januar, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lnhmeyer . . . 139 00 Elektriz. Schnckdrt . . . 129.40 Esch weil er Bergwerk . . 265.'0 Gelsenkirchen Bergwerk . 228 50 Hamburg- Amerik. Paketf. 166.75 Harnener Bergwerk. . . 216 40 Lanrahittte 248 50 Nordd. Lloyd 127.70 Oberschles. Eisen-Industrie 133 00 Berliner Handels'zes. . . 173 30 Darmstädter Bank . . . 148.90 Deutsche Bank . . . 241 10

Deutsch-Asiat. Bank . . 183.00 Diskonto-Kommaudit. . . 189.70 Dresdner Bank - .166 50 Kreditaktien . ... . 213.20 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn 115.40 Gotthardbahn Lombard Eisenbahn . . 24 40 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.30 Prince-Heuri-Eiscnbahn . 133.40

l. Januar. Anfangskurse

Harpener Bergwerk . . 216.00

Lanrabitte......

Lombarden E. B . 24 20

Nordd Lloyd 127.90

Ttirkenlose 146.80

Tendenz: fest.

Knsiinal-DraüUm'lSmigcn.

Zweite hessische Kammer.

R. B. Darmstadt, 31. Jan. In der herttigen Sitzung der 2. Klammer beantnvrtete nach der Giltigkeitserklärung aller nicht beanstandeten Wahlen Iustizminister Ewald die Inter­pellation des ?lbg. Bähr über die H c r g e r s h ä u s e r K'i n ds m 0 r d a s f ä r e. Er legte in der Lbetwort Verwahrung dagegen ein, daß 9ll>g. Bähr den jetzigen Vorfall mit dem Eber­städter aus eine Stufe stelle. In dem letzteren Fall hebe die Staatsanwaltschaft durchaus gesetzmäßig verfahren, waS aueg Abg. Köhler seinerzeit in der Kammer ausdrücklich zugegeben habe. Demgegenüber sei bei dem HergerShäiis''r Fall etu be­dauerlicher Mißgriff vorgekommen, indeni der mit der ständigen Stellvertretung des Staatsanwaltes beauftragte Assestor seine. Bef'-gnisse überschritten h^be. Er fei sofort enllassen worden und die Regierung habe Veranlassung genommen, den in Frage kommenden Beamten die schärfste Einhaltung der Vorschriften erneut zur Pflicht zu machen. Die Besprechung wird bis nach der Drucklegung der Antwvrt vertagt. Nach Erledigungeiner weiteren Anfrage über den Dau deS Mainzer Gerics'tsgebäudcs vertagt sich das Haus auf Donnerstag, vormittag 10 Uhr.

Berlin, 30. Januar. Die Abstirnmungen in der heutigen Sitzung der S t e u e r k 0 rn rn i s s i 0 n des Reichstags haben sich wie folgt gestaltet: Die Regierungsvorlage wird abgelehnt. Der Zentnunsantrag wird bis Ziffer e ange­nommen, jedoch werden hinsichtlich der Ziffer f außer der Regierungsvorlage auch die anderen Vorschläge abgelehnt. Der Zoll soll also nur für feingefchnittenen Tabak erhöht werden. Im übrigen bleibt bei den bisherigen Zollsätzen. Weiterhin wird der Antrag deS ZentrmnS auf Herabsetzung der Steuern für Gnunpcn von 45 auf 40 Mk. angenommen.

Berlin, 30. Jan. Die Wahlprüfungskommission des ReichZtaas erklärte die Wahl des 9lbg. Dr. Lucas (natlib. Hanau-Gelnhausen) für gültig.

Köln, 30. Ian. TieKöln. Ztg." meldet ans Berlin: Es ist schwer verständlich, zu welchein Zweck das Gerücht aufgebracht wurde, daß um die Wcihirachtszeit die Reichs- regierung ein Vorgehen gegen die Sozialdemo­kratie in Form eines Ausnahmegesetzes ge­plant habe, daß aber diefc Maßregel wegen des Wider­spruches des Zentrums sackcu gelassen worden sei. Wje unrichtig diese Nachricht ist, geht an sich aus den in letzter Zeit vom Reichskanzler und vom Justizminister im Landtage abgegebenen Erklärungen hervor. Auch braucht sich die Negierung bei der ehr bekannten Haltung des Zentrums uud überhaupt der großen ReichDkagsmehrheit