Nr. 75 Zweites Blatt
156. Jahrgang
Donnerstag ÄS. März 1906
Erscheint OgNch mit Ausnahme deS Sonntags.
We ^Sietzeaer FamNiestblSttett* werden dem ,enAcmer viermal wöchentlich beigelegt. Der E^elstjch« taiOBUt** erichetnt monatlich einmal.
Gietzener Anzeiger
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Aas Komprom'ß von Alaeciras.
Uff!---so mögen setzt die Delegierten der Mächte
in Algeciras erleichtert cufatmcn, nachdem nach wochenlang en Bemühungen nun endlich in der Polizcifrage ein volles Einverständnis erzielt worden ist. Der amerikanische Vermittlungsvorschlag fand die Billigung Frankreichs, obwohl er im Grunde genommen nichts anderes bedeutet, als eine ctiuaS andere Formulierung des österreichischen Vorschläge^ hinsichtlich der Beaufsichtigung der Polizcioffiziere; ob das diplomatische Korps gemeinsam mit dem Generalinspettcur die Aufsicht ausübt, oder ob dieser seine Berichte dem diplomatischen Korps mitteilt, ist de facto genau dasselbe, denn die Diplomaten hätten sich stets auf das militärische Urteil des Generalinspekteurs verlassen. Daß Frankreich in dieser Frage endlich nachgegeben hat, hat seine guten Gründe. Selbst die befreundeten Mächte begannen trotz aller entgegengesetzten französischen Darstellungen allmählich über die Haltung Frankreichs sehr mißvergnügt zu werden, weil Revoil und Regnault alle Vorschläge, welcher Art sie auch waren, ein schroffes Nein entgegensetzten, ohne ihrerseits sich zu bemühen, einen Gegenvorschlag zu unterbreiten, oder anzugeben, was sie eigentlich wollten. Es mußte dies den Eindruck Hervorrufen, als wenn man am liebsten französischerseits im Interesse jener Hintermänner es auf ein Scheitern der Konferenz ankommen lassen wollte. Aber Bourgeois mag wohl doch insgeheim ein Machtwort gesprochen haben, weil bei einer weiteren hartnäckigen Haltung man allerseits an der Aufrichtigkeit der französischen Negierung gezweifelt hätte. Es ging nicht an, daß Deut s ch- land, welches bisher eine Konzession nach der anderen machte, ohne daß man französischerseits auch nur einen Finger gerührt hätte, noch weiter nachgab. Offiziöse Auslassungen deutscherseits, sowie die Besprechungen unserer Vertreter in Algeciras dürften keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß Deutschland an die Grenze seiner Nachgiebigkeit gelangt und kein Tipfelchen weiter gehen würde. Das hat anscheinend seine Wirkung nicht verfehlt und so ist, nachdem bereits der Redaktionskommission das Einverständnis Deutschlands und Frankreichs zu dem amerikanischen Vermittlunegsvorschlage mitgeteilt worden war, auch in der Plenarsitzung über diese Hauptfrage eine Einigung erzielt worden.
Auch in der Bankfrage hat Frankreich schließlich nachgegeben, indem es sich mit zwei Anteilen begnügte, wofür dem französischen Konsortium ein Kontrollrecht über die Zolleinnahmen überlassen wird.
Nur noch einige minder wichtige Punkte harren der Erledigung, und es steht wohl außer Zweifel, daß auch hierin ein Einverständnis erzielt wird. Die Verteilung der Häfen auf die spanischen und französischen Jnstruk- teure wird kaum viel Kopfzerbrechen machen, wenn nicht Frankreich sich nicht wieder noch ein bischen auf die Hinterbeine setzt, nachdem noch Revoil Anfang dieses Monats erklärt hatte, daß die Konferenz die Verteilung der Häfen vornehmen soll. Alm ehesten wird noch die Frage der Bankzensoren in befriedigendem Sinne geregelt werden: Italien und Oesterreich stellten das Verlanaen, gleichfalls einen Zensor ernennen zu können, wenn deren Zahl mehr als drei betragen würde. Um nun nicht auch noch die anderen Staaten zu einem gleichen Vorgehen zu veranlassen, ist England bereit, seinen An spruchau feinen Zensor fallen zu lassen, damit nur drei Stellen vorhanden sind, welche Frankreich, Spanien und Deutschland übertragen werden füllen. Man glaubt daher, daß Mitte nächster Woche die Ratifikation des Protokolls wird erfolgen können.
So wird man denn vielleicht auch von der Marokko- konferenz sagen können: was lange währt, ivird gut. ?llle Abmachungen gelten zwar nur auf 5 Jahre, weil man erproben will, ob sich die Einrichtungen bewähren, indessen dürfte damit dem Vordringen Frankreichs in Marokko, der sog. Tunifikation, auf lange hinaus ein Riegel vorgeschoben sei.
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Aus Berlin wird uns geschrieben.-
Fürst Bülow veranstaltet heute ein großes' dramatisches Liner. An die Spitze der Eingeladenen stellt die „Nordd. Ällg. Ztg." den französischen Botschafter Bihourd. Es ist ein Essen zur FeicrderEinigungvon Algeciras, zur Feier der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich. Man wird sich herzlichst beglückwünschen und die Hände schütteln, und Bihourd, der nach vor etlichen Monaten besorgten Auges eine Kriegsp'artei am Berliner .Hofe entdeckte und eiligst über seine Wahrnehmungen nach Paris berichtete, kann morgen melden, daß das Diner einen harmonischen Verlaus nahm, und daß der Reichskanzler von bezaubernder Liebenswürdigkeit war.
Die gesamte Diplomatie der Großmächte scheint hochbeglückt. Alls den Aeußerungen der Konferenzteilnehmer klingt es sckner wie Begeisterung ob der Ergebnisse der langen Verhandlungen. Eine neue Aera des Vertrauens, das Morgenrot einer friedlichen Aera für Frankreich und Deutschland, freundliches und dauerndes Ein vernehme n zwischen den beiden Ländern, herzliche und aufrichtige Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, Zerstreuung des Unbehagens, das aus Europa lastet: das und noch manches andere verkünden die Diplomaten mit mehr oder minder poetischen Worten der Welt als frohe Botschaft. Es geschieht so selten, daß die Diplomaten einig sind, daß diese Prophezeihungen viel Bestechendes haben. -Die Diplomaten müssen es doch wissen, ob die Zukunft sriedlick>e Aussichten gewährt, sie sind ja ui die Geheimnisse der Kabinette eingeweiht. Wir möchten den Jubel der Mgeciras-Diplomaten zunächst darauf zurückführen, endlich aus diesem trostlos öden Nest erlöst zu sein — denn das ist menschlich. Wir glauben auch daran, daß die Herren aus Ueber^eugung von der neuen Aera des Friedens gesprochen haben, und daß die Sprache in diesem Fall nicht dazu diente, die Gedanken zu verbergen. Aber solche tiefcgehende Verstimmungen, wie diejenigen zwischen Frankreich und Deutschland, werden nicht o h n e R e st b e s e i t i,g t. Bis in die letzten Tage Hecken sich die Preßorgane der deutschen und der französischen^ Regierung bis auf das grimmigste befehdet, der Ton war an Schärfe kaum noch zu überbieten. Ist anzunehmen, daß nun mit einem Male alles vergeben und vergessen wird? Denn die Pfeile, die hin und her flogen, batten ein anderes Ziel als die Leiter dieser Zeitungen. Hier kämpfte Regierung gegen Regierung — und mitten dazwischen befand sich das befreundete R u ß l a n d". Ist anzunehmen, daß die „auffällige"
Handlungsweise Rußlands, Frankreichs zum Widerstand zu ermutigen und Deutschland durch Veröffentlichung der Note eine Zurechtweisung zu erteilen, in Berlin mit weiteren Beweisen rückhaltloser? Vertrauens und Wollwollens beantwortet wird? Ist Italien durch seine bockst seltsame Haltung auf der Kvnfcrenz unserem Harzen naher gerückt? Hat selbst Spanien im aller- mindesten zu schätzen gewuvt, daß Deutschland durch Eintreten für die allgemeinen Interessen in Marokko Spanien nützlich war, das, dnrck Geheimvertrag gefesselt, Frankreich selbst nicht zu widersprechen wagte?
Kurzum, die Situation nach 'der Konferenz ist um nichts besser, als vor der Konferenz. Feinde ringsum. Allenfalls ist der Vorteil, daß wir cs nun sehr genau wissen und die Verläßlichkeit sogenannter Freunde kennen gelernt haben.
Die Berliner Börse war heute d u r ch a n s n i ck t z um Enthusiasmus gestimmt, obwrhl ihr die Marvkkokonfe- rcnz Sorge genug gemacht hat. Aber es will kein recktes Vertrauen in die Zukunft aufkommen, trotz oder gerade wegen der beruhigenden Versicherungen der Diplomatie.
Der Berichterstatter des Pariser „Matiu* in Algeciras interviewte die verschiedenen Delegierten über das Ueber- einkommen. Der englische Delegierte Nicolson sagte:
Dos Uebereinkommen ist erfreulich und Frankreich und Deutschland müssen sich zu demselben beglückwünschen. Es gewährleistet die Interessen beider Länder und verletzt in keiner Weise die Interessen Marokko? oder irgend eines anderen Landes. Ich hoffe, das; es viel dazu beitragen wird, eine neue Aera des Vertrauens und der Ruhe herbeizuführen und so zur Erhaltung des Weltfriedens beizutragen.
Rövoil sagte:
Ich glaube, daß wir ein nützliches Werk vollbracht haben. TaS Bestreben Frankreichs, die Interessen aller zu achten, hat sehr dazu beigetragen, seinen Rechten Anerkennung zu schaffen. Ter glückliche AuSgang der Konferenz wird mit allgemeiner Genugtuung ausgenommen werden, und das wird die beste Belohnung der Delegierten sein.
Herr von Radowitz sagte:
Ich bin mit dem Uebereinkommen sehr zufrieden. Die Verständigung, zu welcher wir endlich gelangt sind, wird, so hoffe ich, zu einem freundlichen und dauernden Einverne h m e n zwischen den zwei großen Ländern sühren, die viele gemeinsame Intereffen besitzen und viel dabei zu gewinnen haben, sich gegenseitige gute und aufrichtige R a ch b a r n zu sein.
Visconti Venosta sagte:
Italien bedürfe nicht blos des Frieden?, e§ bedürfe auch der Sicherheit, daß der F r i e d e n i n Z u k u n s t aufrecht erhalten bleiben werde. Indem ich hier arbeitete, um eine A u s- s ö h n u n g zwischen unserem Bundesgenossen Deutschland und dein befreundeten Fr a n k r e i ch herbeizusühren, habe ich für die Intereffen Italiens gearbeitet. Italien hofft, daß die heute erzielte Entente zwischen Frankreich und Deutschland eine Entente cordiale werden möge in dein Sinne, ivelchem man der Entente cordiale zwischen England und Frarikreich gegeben hat.
Algeciras, 28. März. (HavaS.) DaS Komitee hat heute vormittag die Aenderungcn betreffend die Erzielung bcsierer Steuererträqe und die Schaffling von neuen Einnahmequellen für Marokko geprüft. Das Komitee hat feiner Artikel 8 angenommen, der bisher zurückgestellt war. Die Waren ausländischer Herkunft sollen danach bei ihrer Einfuhr in Marokko mit einer Zuschlagstaxe von 21/, Prozent ihres Wertes belegt werden. Die Mehrzahl der Artikel wurde genehmigt.
Algeciras, 28. März. Die nächste Sitzling am Donnerstag wird vornehmlich der Frage der Bankzensoren gelten. Der Herzog von Almodovar sagte beim Verlassen des Sitzungssaales wörtlich: Die Konferenz ift eigentlich beendigt, und es ist nur noch die Arbeit des Ordnens und Protokollierens der zustande gekommenen Beschlüsse und Verfügungen zu erledigen.
London, 28. März. „Daily Expreß* meint, das Resultat der Konferenz sei für Deutschland ein unzweifelhafter Mißerfolg. Die Gerüchte von Bülows Rücktritt seien der beste Kommentar zu seiner Politik. Deutschland sei im staude gewesen, die Einsetzung eines Schiedsgerichts zu erzwingen, habe aber nicht den Schiedsspruch selbst für sich gewinnen können.
preußisches Abgeordnetenhaus.
Berlin, 28. März.
Einziger Gegenstand der Tagesordnung ist der Berickt der Kommission über den Staatshaushaltsetat. Zunächst erftMtct Graf v. Kahserling k- Neustadt den Generalbericht. Der vorliegende Etat sei von allen bisherigen der am reichsten bemessene. Tie innere politische Lage sei sehr erregt. Die Sozialdemokratie bemühe sich, auf Regierung und Landtag einen Druck auszuüben. Er freue sich ckahcr, daß der Minister fest auf dem Boden des 2 r e ikl a s fc n w a hlr e chtS stche. Tas Herrenhaus werde stets die Mittel bewilligen, um der Verhetzung seitens der Sozialdemokratie entgegcnzutreten. Redner bittet, den Etat zu genehmigen.
Graf Mirbach geht auf die politische Lage ein und speziell auf den Llppell des Ministerpräsidenten zum Zusammenschluß aller b u r g e r l i ck e n E l e m e n 1 e. Er b e z w e i - zweifelt, daß ein solcher Zusammensckluß möglich ist. Aber nicht nur in Süddeutfckland, sondern auch hier in Berlin fei der Plan der Vereinigung aller Liberalen mit den übrigen Orv- nungSpartei'n gegen den Umsturz eine Ntop ic. Die Regierung solle sich durck eine vorübergehende Erhöhung der Matti- kularbeitrüge Zeit verschaffen für die Ausarbeitung eines vernünftigen geregelten Steuersystems.
Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben bemerkt, bic Steuern im Osten seien zwar hock, aber die Regierung habe in den letzten zwei Jahrzehnten sehr viel für die Landwirtscha ft getan. Tas einzige durchgreifende Mittel, um den Osten wieder aufzuhelfen, sei natürlich ein ausreichender Schutz dcr Landwirtschaft. Tie Zustimmung der einzelnen Regierungen zu einer Reicks- Vermögens- und Reichseinkommensteuer halte auch er für aus- g^Tr'^v. Burgsdorff erklärt, da mit Preußen das Reich stehe und falle, müsse auch hier Reichspolitik erörtert werden. Er fordert st rcngcreHandhabnngderGe setze gegenüber dcr agitatorischen Tätigkeit der Sozial-
^'crzog* v? Trachenberg beklagt gleichfalls die sozial
demokratische Agitation und fordert den Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien.
In der Spezialdebatte wünscht beün Landwirtsckaftsrat Graf Oppendorf, daß d^s landw. Genossenschafts-und kommerzielle Bildungswesen an bet landwirtschastliclnu Hochschulen eine größere Förberung erfahre.
Der Landwirt sch ast setat, der Etat der Forstvcrwall- ima niib eine R-nb' weit?- t E«.ns n-.-rb-,) bcwisiwt.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. März. Der Kaiser traf heute mittels Automobil in Potsdam bei der Kaserne des 1. Garde- Ulanen-Regiments ein und besichtigte die OfsizierSreitftunbe. Von dort begab er sich nach der Kaserne deS 3. Garde- Ulancn-RcgimentS, hierauf zu den Leibgarde-Husaren und dann zum Regiment Garde-du-KorpS, wo er ebenfalls die OffizierSreitstunde besichtigte. Später nahm er im Offizierskasino der Garde-du-Korps das Frühstück ein.
— TaS hundertjährige Besteden des Eisenwerkes dec Firma Gebr. Stumm wurde in Neunkirchen festlich begangen. Auf ein Ergebcnheitstelcgramm an den Kaiser lief folgende Antwort ein:
„Ich habe den HuldigungSgruß, welchen die mit den Beamten und Arbeitern des dortigen Werkes festlich vereinten Mitglieder der Familie von Stumm anläßlich des hundertsten Gedenktages der Erwerbung des Neunkircher Eisenwerkes dargebracht haben, mit Freuden entgegen genommen und spreche allen Beteiligten Meinen wärmsten Dank aus. Die großartige Entwicklung, welche die Stummschen Wette im Laufe der Zeit erfahren haben, ist nicht zum mindesten zurückzuführen auf das traditionell gewordene vorbildliche Zusammenstehen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die musterhafte Fürsorge für die Wohlfahrt der Arbeiterschaft und den Geist der Königstreue und Vaterlandsliebe, in dem die Werke flets geleitet worben sind. Ich gebenfe dabei gern der hervorragenden Verdienste meines verewigten Freundes, deS Freiherrn Earl Ferdinand von Stumm-Halberg, und wünsche den Stummschen Werken auch fernerhin ein kräftiges Blühen und Gedeihen. Wilhelm R.*
— Wie die .Köln. 3tg.' meldet, hat der Kaiser die aus CourrißreS heimgekehrten deutschen BergungS- mannschaften auffordern laffen, sich ihm am 2. April in Krefeld vorzufiellen.___
Politische Cagerscharr.
Die Bevölkerungeduhtigkett
ist nach den vorläufigen Ergebniffen der letzten Volkszählung vom 1. Dezember 1905 in den deutschen Bundesstaaten sehr verschieden. Im ganzen Reich kamen auf 1 Quadratkilometer 112.1 (1900 104.9, 1871 75.9) Einwohner. Am dichtesten bevölkert sind die Gebiete der Hansestädte; in Hamburg kommen auf 1 Qukm. 2107.1 (1900 1850.1, 1871 816.8) Einwohner, in Bremen 1027.4 (877.0 und 476.8), in Lübeck 355.6 (325.1 und 175.2). In allen drei Hansestädten hat sich also die Beoölkerilngsdichtlgkeit seit Bestehen des Deutschen Reiches mehr als verdoppelt. Au vierter Stelle rangiert das Königreich Sachsen mit 300.3 (280.3 und 170.5) Einwohnern auf 1 Quadratkilometer; dann folgen Neuß ältere Linie mit 222.9 (216.0 und 142.5), Reuß jüngere Linie mit 174.9 (168.4 und 107.8), Hessen mit 157.5 (145.8 und 111.0), Sachsen-Altenburg mit 156.0 (147.3 und 107.4), Anhalt mit 142.6 (137.5 und 88.7), Baden mit 133.2 (123.9 und 96 9), Braunschweig mit 132.3 (126.4 und 84.5), Schamnburg-Lippe mit 132.3 (126.8 und 93.9), Elsaß- Lothringen mit 125 0 (118.5 und 106.8), Sachsen-Koburg» Gotha mit 122.5 (116.1 und 89.0), Lippe mit 119.8 (114.3 und 91.5) und Württemberg mit 117.9 (111.2 und 93.2). Unter dem Reichsdurchschnitt stehen Cachsen-Mci- ningen mit 108.9 (101.6 und 76.2), Sachsen-Weimar mit 107.2 (100.3 und 79.2), Preußen mit 106.9 (98.9 und (70.7, Schwarzburg-Rudolstadt mit 103.0 (99.6 und 80.3), Schwarzburg-Sondershausen mit 98.8 (93.8 und 77.0), Bayern mit 85.8 (81.4 und 64.1), Oldenburg mit 68.2 (62.1 und 49.3), Waldeck mit 52.8 (51.7 und 50.2), Mecklenburg- Schwerin mit 47.6 (46.3 und 42.5) und Mecklenburg-Stre- litz mit 35.2 (35.0 und 33.1) Einwohner auf 1 Quadratkilometer. ________________
Ausland.
London, 28. März. „Daily Telegraph* meldet aus New-Port, man habe ein großes Komplott entdeckt, welches von den syndizierten Arbeitern veranstaltet worden ist. und bezweckte, mittels Dynamit das Eigentum aller Arbeitgeber zu zerstören und letztere zu ermorden, satls sie nicht syndizierte Arbeiter beschäftigen. Einer der Verschwörer, namens Morau, soll geständig sein und alle Schuldigen angegeben haben. Er behauptet, daß die Verschwörer bereits Tynamitattcntate in den letzten Monaten in New-Port verübt hätten.
Paris, 28. März. Aus Anlaß der unter dem Vorsitz dcS Marineministers Thomson stattgehabten Sitzung deS höheren Marinerats weist „Echo de Paris* darauf hin, daß bas Mitglied deS höheren Marinerats, Vizepräsident Fournier, in einem Bericht die Anschauung vertreten habe, daß alle Panzerschiffe und Panzerkreuzer in derNord- see konzentriert werden müßten. Das Blatt glaubt, der höhere Marinerat werde dieser Ansicht beipflichten.
Frnhjahrs-Pferdemarkt.
(Original-Bcricht dcS Gießener Anzeigers.) th. Gießen, 29. März.
Unsere Stadt stand gestern unter dem Zeichen deS Pserdemarktes. DaS prächtige Wetter und der Umstand, daß die Landwirte draußen im Feld noch nichts tun können, hatte einen Strom von fremden Gästen zu uns geführt, deren Schaulust auch voll und ganz befriedigt wurde, denn der Markt ist ganz vorzüglich verlaufen und brachte wundervolles Pferdematerial und die Vorführung von im Besitz von Privatherren usw. befindlicher Gefp-annq


