Verdienste um die Förderung der deutschen Baukunst, die er sich vor allem durch seine vorbildlichen Schöpfungen im Gemeindcbauwesen der NeichshaupLstadt erwürben hat, die Würde eines „Doktor-Ingenieurs Ehrenhalber verliehen.
** Der landwirtsch. Provinzialverein für Oberhessen besitzt ein Vermögen von 130000 Mark (nicht 13000 Mark, wie es infolge eines Druckfehlers in der Samstagsnummer hieß.)
** Rohheit. Als gestern morgen Vs? Uhr ein hiesiger Arbeiter zur Arbeit in die Heyligenstädt'sche Fabrik gehen wollte, bemerkte er, daß am Bahnübergang an der Licbigstraße hinter ihm jemand gelaufen kam, weshalb erstehen blieb. Der Verfolger versetzte dem Arbeiter, als er an ihn herangekommen war, ohne weiteres einen Schlag ins Gesicht und lief weiter. Dem Arbeiter kam alsbald das Blut aus dem Mund und beim Verbinden in der Klinik stellte es sich heraus, daß die Backe mit einem Mester durchstochen und die Zunge verletzt war. Die rohe Tat erfolgte vhne jeglichen Grund, der Arbeiter kennt den Täter nicht und kann ihn wegen der Dunkelheit auch nicht genau beschreiben.
X Staufenberg, 26. Nov. Vergangene Woche wurde unser mehrjähriger Beigeordneter und langjähriger Rechner und Mitbegründer der Spar- und Vorschußkasse, Heinrich Benzler, zur letzten Ruhe gebettet. Das letztgenannte Amt legte er noch bei Lebzeiten hin und ist somit auch schon ein neuer Rechner bestellt, dagegen wird die Wahl eines neuen Beigeordneten in nächster Zeit stattfindcn.
---- Steinberg b. Gießen, 24. Nov. Ein 'imposanter Leichcnzug, wie er wohl selten hier vorgekommen ist, passierte heute die Straßen unseres Ortes. Galt es doch, unserem so früh geschiedenen allverehrten Lehrer Albach die letzte Ehre zu erweisen. Um 2 Uhr versammelten sich vor dem Schulhause hier eine große Anzahl einheimische und auswärtige Leidtragende. Auch der Ortsvorstand von Steinheim b. Hungen, seinem früheren Wirkungskreis, hatte es sich nicht nehmen lassen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Nach dem Gebet des Geistlichen sangen die Kinder der ersten und zweiten Klasse das Lied „Christus der ist mein Leben", worauf sich. der Zug in Bewegung setzte. Voran schritt der Kriegervercin, dem der Verstorbene angehörte und die erste und zweite Schulklasse. Dann folgte der Sarg, getragen von Mitgliedern des Kriegervereins. Diesen umgab eine gewundene Guirlande, getragen von Mädchen aus der Schulklasse des Verstorbenen. Hierauf folgten die Angehörigen, die hiesigen Lehrer, die zahlreichen auswärtigen Kollegen, der Orts-, Schul- und Kirchenvorstand, sowie die übrigen Leidtragenden. Der Zug bewegte sich zum Gotteshaus. Nach Absingen des Liedes „Ich weiß an wen ich glaube", durch die Schulkinder, hielt der Ortsgeistliche Pfarrer Sommerlad die Leichenrede, der er den Text Joh. 13, 7, zu Grunde legte. Er schilderte die Vorzüge des Verstorbenen als Lehrer, als Mensch, Gatte und Vater. Nach dem Gebet setzte sich der Zug in derselben Ordnung nach dem Friedhof in Bewegung. Nachdem der Sarg versenkt, die drei Ehrensalven abgegeben und Gebet und Segen gesprochen waren, folgte die Nwder- legung der Kränze der hiesigen und auswärtigen Lehrer, des Ortsvorstandes zu Steinheim, des hiesigen Orts-, Schul- und Kirchenvorstandes sowie eine schier endlose Anzahl Kränze der Kinder. Der Verstorbene hatte erst das 41. Lebensjar überschritten; sein früher Hingang wird allgemein betrauert. Er hinterläßt eine Witwe und drei Kinder.
□ Bad-Rauheim, 25. Roo. Da für unsere Stadt in der nächsten Zeit große Projekte zu beraten und beschließen sind, hat die Stadtverordneten-Versannnlung beschlossen, für die beiden im laufenden Jahre gestorbenen Stadtverordneten inallerKürze Ersatzwahlen vorzunehmen. — Der Voranschlag für das städtische Elekrizitätswerk sieht eine Einnahme und Ausgabe von 38 823 Alk. vor. — Für den Ausbau des Ernst Ludwig-Ringes bewilligte die Stadt 13 000 Mk. Die Errichtung der 15. Schulsielle an der Volksschule wurde beschlossen.
A Fried berg, 25. Nov. Dec hiesige Bauve rein .Eigner Herd", der vor Jahren vom Kirchenrat Mayer gegründet wurde, hat bereits zahlreiche Häuser gebaut und an minder Bemittelte gegen kleine Anzahlung abgegeben. Nun hat der Verein beschloßen, im Frühjahr wieder eine Anzahl Häuser in der Vorstadt zu bauen. — Ein Sittlichkeits- attentat wurde nahe der Stadt auf zwei Frauen verübt. Im letzten Augenblick erschienen auf die Hilferufe der Frauen Spaziergänger, die den Unmenschen verjagten und das Verbrechen verhinderten.
C) Bleichenbach, 24. Nov. Tie Sch ash erd e der hiesigen Gemeinde brach in voriger Nacht plötzlich aus. Ein großer Hund drängte die Schafe in eine Ecke des Pferches, sodaß die Horden nachgaben, und die Herde stob auseinander, zum teil.in «.ndere Gemarkungen. Nicht weit vom Pserch zerriß der Hund ein Schaf und fraß es terltver.se aus; ein anderes fand der Schäfer am Waldrand arg zugerrchtet. Bisher Foimtc der Eigentümer des herumstreifenden Hundes noch nicht ermittelt werden.
Darmstadt, 24. Nov. Das gegen den Rechtsanwalt D r. Mainzer II. hier wegen Verussverfehlungen schon seit mehreren Monaten anhängige umfangreiche Strafverfahren ist, nach dem Darm'st. T. A. soweit gediehen, daß die Voruntersuchung geschloßen werden konnte und dem Beschuldigten nunmehr die Anklage zugestellt worden ist. Dieselbe soll außer Gebührenüberhebung noch andere Vergehen betreffen. Demnächst hat die Beschlußkammer zu entscheiden, ob das Hauptverfahren zu eröffnen oder der Beschuldigte außer Verfolgung zu fetzen sei.
sc. Mainz, 25. Nov. Bei dem Versuch, ein gestohlenes Fahrrad zu veräußern, wurde hier ein Mensch festgenommen, der sich als Gauner entpuppte, der in verschiedenen Vororten von Ludwigshafen als angeblicher Regierungsassessor auf den Bürgermeistereien die Kataster revidierte und dabei die Gelegenheit benutzte, die Gemeindekassen zu plündern. Der Festgenvmmene machte mehrere Fluchtversuche. Er hatte einen scharf geladenen Revolver und Papiere auf den Namen des 25jähr. Geometergehilfen Adam Ludwig Arnold aus Hamm bei sich,
X. Wächtersbach, 25. Nov. Der Kai ser hat ein ihm gewidmetes, von den Prinzessinnen Maria, Zd« und Resit^ KU Ysenburg und Büdingen-
Wächtersbach verfaßteß" Opus „Das H e ssenlänb" (vierstimmiger Männerchor) angenommen und jeder der Prinzessinnen sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift überreichen lassem — Der Kaiser von Oesterreich übersandte der Fürstin zu Vsenburg und Büdingen-Wächtersbach für den Bau der katholischen Kapelle in Wächtersbach 3000 Mk.
Wetzlar, 24. Nov. Verliehen wurde dem Landrat Dr. jur. S a rtorius zu Wetzlar und dem Superintendenten Wieder zu Aßlar der Note Adlerorden vierter Klaffe.
Marburg, 24. Nov. Wie in vielen anderen Städten ist auch hier von den städtischen Behörden beschlossen worden, den Kommunalbeamten angesichts der hohen Lebensmittelpreise eine Gehaltszulage zu gewähren. Diese Zulage, die am 14. Dezember zum ersten Male ausbezahlt werden soll, ist verschieden und bewegt sich zwischen 50 und 100 Mk. Sie wird in der Weise gezahlt werden, daß den Beamten der niedrigsten Gehaltsklasse die Zulage von 100 Mk., denen in einer höheren Klasse eine entsprechend geringere und denen der höchsten Klasse die von 50 Mk. zukommt. (Hess. Ldsztg.)
[] Marburg, 25. Nov. Ein Handelskonsortium kaufte das Rausche Gut in Beltershausen zwecks Aufteilung für 150 000 Mk. — Ter israelitische LebrerLaser in Vöhl wurde in dem Augenblick vom Tode ereilt, als er bei einem Familienfest einen Toast ausbrachte.
Baukontrolle.
Ter Deutsche Handwerks- und Gelverbekammertag hat sich in einer Eingabe an den Bundesrat und an den Reichstag gegen die in der Resolution der 11. Reichstagskommission niedergelegten Forderungen auf Erlaß von Verordnungen zum Schutze der Bauarbeiter auf Grund des § 120 e der Gewerbeordnung, auf Anstellung besonderer Beamter für die Baukontrolle gemäß § 139 b der Gewerbeordnung und auf Hinzuziehung gewählter Vertreter der Arbeiter bei der Kontrolle ausgesprochen. Tie derzeitige durch die Baugewerlsberufsgenossenschaft und die staatlichen und kommunalen Baubeamten ausgeübe Baukontrolle entspräche im allgemeinen den an sie zu stellenden Anforderungen. Auch seien die Berufsgenossenschaften dauernd bemühlt, durch Anstellung weiterer technischer Auf- sichtsbeametr im Hauptamt und durch den Erlaß weitgehender Unfallverhütungsverschristen die Unfälle nach Möglichkeit zu verringern. Das gehe daraus hervor, daß die Derufsgenosfenschasten des Baugewerbes hinsichtlich ihrer Aufwendungen für die Unfallverhütung an zweiter Stelle ständen, während die Unfallgefahr im Baugewerbe im Vergleich zu der Unfallgefahr in den übrigen Gewerben erst an vierter Stelle komme. Auch die durch die Schuld der Arbeitgeber hervorgerufenen Unfälle seien im Bcur- gewerbe geringer als in einer ganzen Reihe anderer Gewerbe, wie z. B. in der Glasindustrie, Töpferei und Ziegelei, in der Holzbearbeitung, in der Eisen- und Stahlindustrie, in der Textilindustrie, in der chemischen Industrie usw. Außerdem sei zn berücksichtigen, daß ungefähr doppelt so viel Unfälle wie durch die Schuld des Arbeitgebers durch die Schuld dec Arbeitnehmer selbst herbei- geführt würden. Da also die Unfallverhältnisse im Baugewerbe sogar günstiger lägen als in einer ganzen Reihe anderer Gewerbe, so könnten die Forderungen der organisierten Arbeiterschaft, die sich die 11. Reichstagskommission zu eigen gemacht habe, nur politischen Motiven entsprungen. sein und zwar sei dabei das Hauptgewicht auf die Zuziehung gewählter Arbeitervertretcr zur Baukontrolle zu legen. Die Forderungen der einheitlichen Unsallverhüt- ungsvorschriften und der Ausübung der Bauaufsicht durch besondere Beamte dienten lediglich dazu, der genannten Hauptforderung nach außen hin die Schärfe zu nehmen, die sie haben wrdeü, wenn sie allein aufgestellt würde. Man versuche zunächst die Zuziehung gewählter Arbeitervertreter bei der Baukontrolle durchzusetzen mrd werde dann diese Arbeiterkontrolle auch für die übrigen Gewerbe fordern. Gelinge es im Baugewerbe, so habe man außerdem noch den Vorteil, daß dadurch die Arbeiter einer ganzen Reihe anderer bei Bauausführungen beteiligter Gewerbe, wie z. B. des Klempner-, Ofensetzer-, Tapezier-, Glaser-, Tischler-, Schlosser-, Steinsetzer-, Installateur-Gewerbes unter die gewerkschaftliche Kontrolle gebracht würden, die bis jetzt im allgemeinen, da diese Gewerbe meist noch in der Form von Kleinbetrieben ausgeübt werden, den gewerkschaftlichen Einflüssen weniger zugänglich seien, als die Arbeiter gewerblicher Großbetriebe. Daß die Befürchtung, daß (liefe gewählten Arbeitcrkontrolleure ihre Stellung en einer unerwünschten politischen Agitation benutzen würden, auch in den Kreisen der Regierungen geteilt wird, gehe deutlich aus den Ausführungen der Regierungsvertreter in der 11. Reichstagskommission hervor. Jedoch seien auch die Arbeiter an sich im allgemeinen als Kontrolleure nicht geeignet, da ihnen die nötigen theoretischen Kenntnisse für die Beurteilung der Festigkeit von Gerüsten und Baukonstruktionen fehlten. Jedenfalls würde eine Verminderung der Bauunsälle durch ihre Tätigkeit kaum eintreten, dies gehe deutlich aus den Unfallzrffern des bayrischen Baugewerbes, in dem seit 1901 von den Behörden bestellte Baukontrolleure mitwirken, hervor, denn sie seien beträchtlich höher als die Unfallz-jffern z. B. der preußischen Baugewerksberufsgerkossenschaften, in deren Bezirken eine Arbeiterkontrolle nicht stattfinde.
vermischtes«
* Die Verhandlung gegen den falschen Haupt- m.ann von Köpenick wird vor der dritten Strafkammer des Landgerichts II Berlin stattfinden. Die Eröffnungskammer hat in diesem Sinne entschieden und die Verweisung vor das Schwnrgecieht abgelehnt. — Der Hauptmannsstreich wird dem Polizei-Inspektor Jäckel in Köpenick verhängnisvoll. Seine Pensionierung steht zum 1. April n. I. in Aussicht. Den Anlaß dazu soll sein Verhalten während dec Belagerung des Rathauses durch den falschen Hauptmann gegeben haben.
* Ueber die Kollision des Dampfers „Kaiser Wilhelm der Große" mit dem englischen Dampfer „Orinoko" liegt jetzt vom Kapitän Güppers folgender näherer Bericht vor: Nachdem der Anker auf war und beide Maschinen voraus gingen, sahen wir über der Mole die Toplichter de-s einkommenden englischen Dampfers. Das Wetter war trübe aber sichtig. Sobald wir von dec Mole frei waren, gaben wir zwei kurze Töne mit den Dampspfeifen, um bem , Orinoko" anzuzeigen, daß er au unserer Steuecbocdseite bleiben sollte. Als der Dampfer nicht auf unser Signal antwortete, gaben wir nochmals zwei kurze Töne, worauf er antwortete. Wir sahen dann sofort, daß dec „Orinoko" Steuecbocdcuder gab. Nachdem beide Maschinen etwa 1V2 bis 2 Minuten rückwärts gearbeitet hatten, traf uns der»Orinoko* am Steuerbordbug
hinter Schott zwei. Die Platten rtnd Schauten bis zum Schott drei im Zwischen- und Hauptdeck wurden vollständig zertrümmert. Wäre es dem „Orinoko" gelungen, vor uns vorüberzukommen, so würde er unfehlbar auf dec neuen Mole vor Elcharagnac gestrandet fein, während er, wenn er nur seinen Kurs beibehielt, hinter uns vollkommen genügend Platz gehabt hätte, um in den Hafen zu laufen. Ta die Kollision erst drei Minuten nach dem Passieren der Mole stattfand,> das Schiff also etwa 900 Meter vom Westfoct entfernt war, hätte der Dampfer vollkommen und hinreichend Platz gehabt, auf das von uns angezeigte Manöver einzugehen und zwischen uns dann sofort zu passieren. Nach der Kollision brachten wir die Schisse durch Maschinenmanöver auseinander und manövecierten rückwärts wieder in den Hasen. Leider wurddn bei bem Zusammenstöße von den in den Kojen liegenden Zwischen deck Passagieren vier getötet und acht verletzt. Wir ließen deshalb, während wir rückwärts in den Hafen gingen, vom Heck aus Raketen steigen, nm die Tender zurückznrufen, und bliesen wiederholt mit den Dampfpfeifen. Als dies erfolglos blieb, setzten wir nach dem Ankern ein Boot aus und schickten einen Offizier an Land, um die
Agentur zu benachrichtigen. — Am 24. ist in Cherbourg die
200 Mk. nicht zahlen, sondern dafür l
— Im Treppenhaus spielte sich ein blut
iges Drama
Anwalts, feuerte auf Professor Pat
t und erschoß sich.
Literarisches
— Das Blaubuch
ab und verwundete ihn an der Stiri der Schüler die Waffe gegen sich soll
ofsi. einer dem aus. Am
Bestattung der ums Leben gekommenen Personen unter zieller Beteiligung der Zivil- und Militärbehörden mit eindcucksvollrn Feier erfolgt. Der Unterpräfekt sprach dentschen Kaiser das Beileid der Präfektur-Verwaltung
* Die neuesten Eisenbahnunglücksfälle.
sein sollte, die Geldstrafe von iber 20 Tage Haft „abmachen"
einschlägigen Gesetzesvorschriften bekannt zu machen. Daß der einqctvctcnc Um'all auf die Fahrlässigkeit des Angeklagten ziiriick- zu'ühren sei, hielt das Gericht nicht für festgestellt. Es erkannte nur n'egcn Vergehens gegen das Sprengstoffgcsctz ans die Minima l st r a f e v o n drei Monaten Gefängnis, indem es ausführte, daß es auf eine gelindere Strase erkannt hätte, wenn eine solche zulässig gewesen wäre.
24. November wurde anscheinend infolge nicht rechtzeitigen Schließen? der Schranke beim Haltepunkt Dorotheendorf in Obecschtesien ein Fuhrwerk von einer auf der Fahrt nach Poremba befindlichen Lokomotive überfahren. Hierbei wurden der Knecht Abenscha schwer, der Kutscher Bucheik leicht verletzt. Der Sohn Bucheiks wurde getötet. — Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich zwischen den engL Städten Port und Leeds, indem ein Schnellzug in einen Güterzug fuhr. Ein Lokomotivführer und ein Heizer wurden getötet; Passagiere wurden nicht verletzt. — Auf dem Bahnhose Schönau (Pommern) fuhr infolge falscher Weichenstellung ein Arbeitszug auf einen Güterzug. Ersterer entgleiste, vier Arbeiter trugen lebensgefährliche Kopfwunden und Gehirnerschütterungen davon. Mehrere 9(rbciter wurden leicht verletzt. — Ans dein Bahnhofe von Bourges (Frankreich) erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Personen- und einem Güterzuge. Die letzten drei, Wagen des Personenzuges entgleisten, 16 Passagiere wurden mehr oder minder schwer verletzt.
* Ein teurer Salzhering. Eines Vormittags sah ein pensiorierter Oberst im Berliner Tiergarten bei seinem Spaziergang, daß in der Nähe der Nousseauinsel ein Student ganz gemütlich angelte. Der Offizier fährt den Verbrecher an, ob er denn nicht wüßte, daß das Angeln int Tiergarten verboten sei. „Gewiß weiß ich es," war die gemütliche Antwort. Der Oberst holt einen Parkwächter; der Student angelt noch — und angelt trotz der Warnung vergnügt weiter. Da erscheint ein Schutzmann. „Sofort hören Sie auf zu angeln," herrscht der Schutzmann den Studenten an. „Das kann ich ja gar nicht," entgegnete dieser. „Warum?" fragte dev Schutzmann verblüfft. „Sehen Sie," antwortet der Sfudcnt, „ich wässere mir nur einen Salzhering." An der Schnur hing tatsächlich ein Hering. Die Folge war ein Ärasbesehl über 10 Mark wegen groben Unfugs.
"'Kleine Tageschronik fln H a l l e a. Saale tötete der 27jäbrige Tylograph Bernhard feilte (Scliebte, die Puhmacherin Albrecbt, durch einen Schuß in die Schläfe und erschoß sich sodann selbst. — J>: S t t d e an der Unterelbe brachte der Arbeiler Schilling seiner Frau und seinen drei Kindern Gift bei. Er Holle aber den Arzt, als dtis Mittel zu totrfeu begann. Die Opfer wurden sofort ins Kran euhaus gebracht, wo sie mit bem Tobe ringen. Schilling würbe t erhallet. Tie Ursache zur Tat
finb andauernde Ehezwistigkeiten. — fvauleiit Dr. AnitaÄugs- p u i'g erklärte, baß sie, wenn die 9 wision gegen bas Urteil des Lanbgerichls zu Ha m bürg eriolglo
von H. Jlgeustein tt. H. Kienzl. (Gonci . . Hermann Ehbock in Berlin W. 50) Einzelpreis Mk. 0,30, viertcl- jcihrich Alk. 3.50. — Inhalt ber soe en erschienenen Nummer 46: „Mein lieber Staatsmiuister v. Stivt!" von Heinrich Jlgenstein. „Sozialismus für Millionäre" von Bernharb Shaw. „Heimarbeiterinnen" von Moritz Loeb. „Ajch ein Achtundvierziger* von Mite Kremnitz. „Im Lchnee" uoij Theodor Suse. „Premiören* von Hermann Kienzl. „Musik" vonsWllly Tiktin. „Neue Bücher*.
Gießener Strafkammer.
>( Gießen, 23. November. Ein Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz.
I. W. von Kassel-Bettenhausest steht wegen Vergehens gegen das Spreu gstossgey ntter Anklage. Bei Ausführung ber Wasserlcitungsanlage zu Köbdingen, ergab es sich, daß . Sprengstoffe zur Verwendung fommcit mußten. W. erwirkte sich die Genöhmiaung des Kreisamts uib schaffte sich Robitrit an, das er in einer Felbscheuer verwahrte.. Das Kreisamt hatte bie Erlaubnis unter Hinweis auf bie gesetzlichen Vorschriften erteilt und den Angeklagten bans anfmcrffnm gemacht, baß er für etwa ent- stehenbcu Schaben verantwortlich gemacht wirb. Nach ber ihm geworbenen Instruktion hatte er stets beit Schlüssel zum Lagerraum bei sich zu führen. Als er zn Pfingsten eine Reise antrat, übergab er einem Schachtmeistcr ben Schlüssel zum Lagerraum. Bei seiner Nückkmist erfuhr er, baß Jungen in einem unbewachten Augenblick von bem Sprengstoff entwendet hätten und einer beim Spielen mit demselben verunglückt sei. Dieser Umstand gab Anlaß zur Untersuchung, die zur Anklage führte. Ter Angeklagte machte geltend, er habe nicht gewußt, daß 9lobimt unter bie gesetzlichen Bestimmungen fällt ivic Tnnamit, da ersteres trotz seiner erheblicheren Svrengkrall, seiner Ungesährlichkcit wegen, zum Transport ans ben Eisenbahnen, sogar in ben Schnellzügen zngelassen ist, währcnb Dynamit anf Eisenbahnen nicht transportiert werben bar-. Demgegenüber hielt bas Gericht für festgestellt, baß er die gesetzlichen Bestimmnngen gekannt hat, zum nunbesten hat er fahrlässig gehanbclt, ba cs seine Pflicht geivesen wäre, sich mit beit
— Das Blaubuch, Wocheirchrill für öffentliches Leben, Literatur und Kunst, begründet von Ulbert Kalthoff, herausgegeben rdia Deutsche Verlags-Anstalt,
gefallener 10jähriger Abiturient, dc Sohn eines wohlsitnierten n' tone, mehrere Rovolverschüffe
und am Ohre. Dann kehrte
will, um bas Leben int Gesän < nis kennen zu lernen, 'e ber N e a l f it I e zu Arezzo (Italien) ab. Ein int Examen burch-
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