Ausgabe 
26.11.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 278

Erscheint tflfldJ) außer SonmagS.

Dem Gießener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Familien» blätter oiennal in der Woche beigclegL

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unlverf.-Buch-u.Slem- bruderet. 9t Lange. Redaktion. Ervedltiou und Druckerei:

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Anzeiger Wietzen.

Erstes Blatt

156. Jahrgang

Montag 26. November 1606

MetzenerAnzeiger

w General-Anzeiger "

VczugSprel», monnihd)7613L,DterlelN jährlich 2)tk. 2.20; durch Abhole- il ^loetgfteQen monatlich 6o Ps.; durch die Post '2)11.2.viertel* iährL auSschl. Beltellg. Annahme von Anzeige» sür die TageSnuininer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ auSroänS 20 Plg.

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Teil. D. Wt t rko- tüt »Stadl und Lanl>E und ,(ßend)i6|a«r. Ernst petz; füi den An­zeigenteil: ban«©ei

Sie Heutige Plumer umfaßt 12 Seiten.

Erzbischof. Stablewski

Wir erhielten am tzmtag früh folgendes Telegramm: Posen, 25. Nov. ir Erzbischof von Posen-Gnefen, Tr. v. Slablewski, ist gefh abend 81/, Uhr plötzlich gestorben.

Heute ging uns folgbe Nachricht aus Pofen, 25. No­vember, zu;

Erzbischof v. Ctableni ist infolge eines Herzschlages ge­storben. Gegen 10 Uhr vnitlagS erhielt er den Besuch feines Leibarztes und des Abg. iChlapowski. Tie beiden fanden den Erzbischot sehr aufgeräumt.Am Abend schrieb der Erzbischof iioch fünf Danksagungen an galiche Bischöfe und an andere Geistliche, welche ihm in seiner dur den S ch u l st r e t k kompliziert ge­wordenen Vage Trost zugespchen hallen. Als der Erzbischof daraus sein Abendbrot eingenoininl halle, lieb er sich in seinem Rollstuhl im Zimmer herumfahren, in Nebenzimmer hielten sich sein Ge- heinisekretar und em Ordevruder auf, welche damit beschäftigt mären, eine Fledermaus znerscheuchen. Plötzlich hörten sie aus dem Zimmer des Erzbischofden Ruf: »Frater I" Als sie sich so­fort nach dem Zimmer gaben, fanden sie ihn leblos im Rollstuhl.

Florian Alexander vStablewski war im Oktober 1841 zu Fraustadt in Posen gelten worden, ist also 65 Jahre alt geworden. Er war derSohn eines ehemaligen sranzös. Offiziers und späteren Rltrgutöbesitzers. Seine theologischen Studien vollendete ec inRünchen und wurde bann Seel­sorger im Pvscnschen. 176 würbe er Mitglied bes preuß. Abgeordnetenhauses und nr bald eineß der eifrigsten Mit­glieder der Polenfraltion Ende 1892 erfolgte feine Er­nennung zum Erzbischof m Posen und Gnesen.

Herrn v. Stablewskiwird tein Deutscher eine Träne nachweinen. Obwohl er sh zu. Beginn seiner einflußreichen Tätigkeit als Erzbischof ner gemäßigten Haltung gegen­über seiner Regierung ;fleißigte und eine Aussöhnung zwischen Polentum und eutschtum zu befürworten schien, hat er in der letzten ;.'.t die maßlose Verhetzung der polnischen Bevölkerung rcht nur nicht verhindert, sondern mit der ganzen ihm zu übote stehenden Macht begünstigt, ja vielleicht war er der igentliche, jedenfalls war er der verantwortliche Urheber des gegenwärttgen bitterbösen polnischen Dchulstreit's. Sährend der schlesische Erzbischof Dr. Kopp in seiner garen Diözese streng auf Ruhe sieht und alles tut, um eint (Störung der guten Beziehungen zwischen Deutschland untdem Vatikan zu verhindern, und während aus Rom die Mldung kommt, daß Kopp^dort das vatikanische Terrain bereu in deutschfreundlichemSinne vor­bereitet gesunden habe, auf en aus Stablewskis Erzbis­tum Posen täglich Meldngen von schweren Ausschreit­ungen streikender Polenlttrer und Ettern ein. Deutsche Lehrer werden überfallenund müssen ihr Leben mit dem Revolver schützen. In zalreichen Dörfern geschehen Zu­sammenrottungen und di deutsche Obrigkeit, wird miß­handelt, mit Kot und Simen beworfen. Diese Rebettion hat der verstorbene Erzbichof in erster Linie verschuldet. Die Regierung wird zweüllos nun für einen Nachfolger auf dem erzbischöflichen Änhle sorgen, der seine Pflichten gegenüber Staat und Vol in der rechten, in deutscher Weise zu ersütten wissen vird. (gegenüber der sich gegen die Regierung auflehnendn polnischen Bevölkerung, die doch dem Deutschtum ihreguten Straßen und Kanäle, ihre ganze große wirtschaftlich Entwickelung verdankt, da sie zu jenen unglücklichen Naionen gehört, die sich nicht selber zu regieren vermögen trgen der ungünstigen Mischung ihrer hervorstechendsten iharaktereigenschaften, gilt noch heute das alte historische Tort, das ihnen der große deutsche Dichter und Patriot Wilhem Jordan entgegenrief :Quod medicamenta non sanant, errum sanat; quod lerrum non sanat, ignis sanat. Wcs Medikamente nicht heilen, das heilt das Schwert; was dis Schwert nicht heilt, heilt das Feuer.) Nur mit eiserner und feuriger Strenge ist das polnische Volk vom Deutshtum zu behandeln.

Kurz vor Schluß der Redaktion erhielten wir noch folgendes Telegramm:

Pofen, 26. Nov. Tie 3eisetzung erfolgt am Mittwoch im Dorn. Aus Rom kam folgeibeS Selegramm:Ter heilige Vater ist von der Nachricit vorn Tode des Erzbischofs Tr. v. Stablewski von tiefstem auirchtigstem Schmerle ergriffen worden. Er betet für feine Siele. Kardinal Merry del Bal/

Deutsche» Reich.

Kiel, 25. Nov. iikr jtuijer um heutigen Toten­sonntag an Bord des Flv.tcn^FlaggschifsesDeutschland" im hiesigen Hasen den Gottesdienst geleitet und in seiner Predigt den err.sten Gedanken, die der Toten­sonntag besonders doch auch beim Seemann erwecken muß, Ausdruck gegeben. Der Predigt lag der Text Offenbarung Johannes 13/14 zu Grunde:Selig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihr Werk folget ihnen nach." Der Kaiser erinnerte an die Todesstunden der Kameraden, die auf der Amazone, Großer Kurfürst, Eber und Iltis zur Ehre des deutschen Vaterlandes gestorben sind. s)lad) dem Gottesdienst sand an Bord Frühstückstafel statt.

Berlin, 25. Diov. Der Landeseisenbahnrat tritt am 6. Dezember zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Maßnahmen gegen die Fleischteuerung, die Ausnahme von frischem Fleisch in den Spezialtarif für bestimmte Eckgüter und die Fracht­ermäßigung für frische Seefische.

Eisenach, 25. Nov. Gestern und heute berieten hier die Vertreter der deutschen Stenograph en schulen über die Frage der E i n h e i t s st e n o g r a p h i e. Einstim­mig wurde die Einheitlichkeit aus stenographischem (Gebiete für erstrebenswert bezeichnet und beschlossen, den einzelnen Schulen die Einsetzung eines Ausschusses vorzuschlagen, der

in Verbindung mit den Regierungen Grundlagen für eine Einheitsstenographie zu schaffen habe.

München, 25. Nov. Gegen die Milchver­teuerung tritt das Verkehrsministerium mit der Bekanntmachung aus, daß vom 1. Januar ab an das gesamte Eisenbahnpersonal gute Allgäuer Vollmilch (auch für den Hausgebrauch) an noch zu bestimmenden Orten täglich zu 16 Pfennig für das Liter abgeben toirb.

politische Tagesschatt.

Die erste hefsische Kammer beabsichtigt bekanntlich die Affäre Eißnert unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu behandeln. Dazu schreibt derVor- wärts":

Tie PairS des Hessenlandes scheinen durch die Affäre so er­schüttert zu sein, baß sie sich offenbar nicht die genügende Selbstbeherrschung bei der Besprechung z u t r a u e n und das Schreckliche deshalb unter sich beraten wollen.

Anders kann, man freilich auch bi im besten Willen die geplante Gehennniskrämerei nicht auslegen. Heute lesen mir in der in der Furcht HeylS erzogenen .Wormser Ztg.":

Wie man vernimmt, wird die Sitzung der Ersten Kammer, in der über den Fall Eißnert verhandelt werden soll, ohne Teil­nahme von Reglernngvoertretern vor sich gehen. Tas Ergebnis der Verhandlung werde, wie es weiter heißt, der Regierung in Form einer Resolution unterbreuet werden.

Stach Art. 38 des Gesetzes, die landflänbifche Geschäfts­ordnung betr., sind die Organe der Regierung von keiner vertraulichen Sitzung ausgeschlossen. Wenn sie also zu dieser Sitzung tatsächlich nicht erscheinen, dann geht daraus hervor, daß sie an den Erörterungen der Ersten Kammer lein Interesse haben,

Reichotagsavg. Dreesbach +

Berlin, 25. Nov. Der sozialdemokratische ReichstagS- abgeordnete August DreeSbach, der während der Tagung beS Reichstages in Treptow wohnte, ist heute an einem Schlag­anfall gestorben. Er hatte am Nachmittag einen Spaziergang gemacht, als ihn ein Uebelsein befiel. Wenige Minuten Darauf war er verschieden. Der Arzt stellte einen Herzschlag fest. Dreesbach hat em Alter von 62 Jahren erreicht. Sein fester Wohnsitz war Mannheim, wo er Direktor der Aktien­gesellschafts-Druckerei war. Er gehörte auch dem badischen Landtage an und war seit 1898 ununterbrochen Vertreter der Stadt Mannheim im Reichstage.

Rieche und Schule.

Wegen Nichtbestätigung des Pfarrers Cöfar beschloß eine vertrauliche Konferenz von Mitgliedern beS Presbyteriums die Rachsuchung einer Audienz beim Kaiser.

Ausland.

Kopenhagen, 24. Nov. Die Polizei wurde infor­miert, daß eine junge Italienerin von der terroristischen Partei beauftragt worden sei, die Kaiserin-Witwe von Rußland zu ermorden. Trotz Absuchung aller Hotels und Pensionen konnte b:e Italienerin bisher nicht aufge­funden werden.

London, 25. Nov. Kriegsminister Haldane hielt gestern in Bath eine Liede, in der er sich als Ge g n er der allgemeinen Wehrpflicht erklärte und hinzu­fügte, daß die übrigen Mitglieder des Kabinetts auf dem­selben Standpunkte ständen.

Paris, 25. Nov. Die Gemeinderatsmitglie- ber drückten den Wunsch aus, die Entschädigung für ihre Amtstätigkeit möge um 3000 Fres. erhöht werden, da die bisherige Summe von 6000 Fres. zu niedrig sei.

Budapest, 25. Nov. Die österr.-ung. Delegation wurde heute nachmittag eröffnet Die Ansprachen der beiden Präsidenten der Delegation beantwortete der Kaiser in längerer Rede, in der er betonte, daß eine wesentliche Aenderung der politischen Lage nicht eingetreten sei, daß das intime Verhältnis zu den verbündeten Mächten sowie das beste Einvernehmen mit dem russischen Reiche in An­gelegenheit des näheren Orient und die Pflege durchaus freundschaftlicher Beziehungen zu allen anderen Mächten für die Politik Richtung gebend sei. Hierbei stehe die Er­haltung des Friedens bei voller Wahrung der Interessen der Monarchie als stetes Ziel vor Augen. Es fiel auf, baß der Kaiser gegen die übliche Gepflogenheit den Cercle bei den Delegierten der deutschen unb tschechischen Parteien begann und dann erst sich den Polen und Herrenhaus- Delegierten zuwandie, mit denen er auffallend kurz unb ernst sprach. Der Kaiser äußerte sich hauptsächlich über die Wahlreform. Auf die Bemerkung eines deutschen Dele­gierten : das Herrenhaus scheine Schwierigkei ten zu machen, erwiderte der Kaiser:Ach bas wird sich schon geben. Ick) hoffe, das Parlament wirb mit der Wahlreform glücklich feurig werden. Hoffentlich wird die Vorlage im Herrenhaus in kürzester Frrst erledigt, ohne daß sie an das Abgeordnetenhaus zurüagewiesen zu werden braucht."

Kroßyerzogs O burlstag

wurde im ganzen Lande durch Schulfeiern, Festveranstaltungen der Vereine, Festessen usw. gefeiert. Von den uns zuge- gangenen Einzelberichten seien folgende imtgeteilt:

Der Kriegerve rin Gießen feierte den Geburtstag S. K. H. des GrokherzogS am Samstag im Saale des Kamernben Sauer. Ter ieiilid) delorierie Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.'Der Vorsitzende des Vereins. Hauptmann d. L. Gabriel,

begrüßte die Anwesenden und teilte mit, daß er em Glückwunsch' telegranun an S. K. H. den Großherzog abgesandt habe. Es traf auch alsbald eine Daukdepesche S. K. Hoheit ein. Nach der Be­grüßungsansprache erteilte er dem anwesenden Ehrenvorsitzenden, Postsekretar t. P. M a y e r, das Wort zur Festrede. Mit zündenden Worten und einem aut S. K. H. den Großherzog ausgebrachten Hoch entledigte sich dieser seiner Auigabc auss Beste. Eine Tillelantenkapelle unter bewährter Leitung sorgte für musikalische Unterhaltung; auch wurden einige recht humorvolle Couplets aum Vortrag gebracht. Nachdem Kamerad Hornberger noch dem Vor­stand für die mustergültige Leitung des Vereins den wärmsten Tank ausgesprochen und der erste Vorsitzende die Mitteilung gemacht hatte, daß der Verein nunmehr 440 Mitglieder stark sei u. seit Anfang dieses Jahres allein em Zugang von 102 Mitgliedern zu verzeichnen habe, trennte man sich.

Der Verein st ädtisch er Beamten feierte am SamStag Abend im Hotel Katserhof das Geburtsfest unseres Grobherzogs bei sehr starker Beteiligung. Patriotische Ansprachen und Vor­träge verschiedener Mitglieder wechselten mit einander und trugen dazu bet, daß diese erste Feier des Vereins als durchaus gelungen bezeichnet werden kann und daß man sich mit dem Wunsche trennte, öfter derartige Zusammenkünfte zu veranstalten.

Aus das von der Festversammlung im Gesellschaftshause ab­gesandte Glückwunschtelegramm traf folgende Antwort ein: Provmzialdirektor Brewert, Gießen.

Vielen Tank für die freundlichen Glückwünsche.

E r »i st Ludwig.

*

E. B. Darmsiaoi, fo. Nov. Die zur Feier deS GeburtS- tags unseres Großher»ogs im Hoftheater veranstaltete F e st v o r st e l l u n g sand vor ausverkauftem Hause statt und nahm einen glänzenden Verlauf. Tie Alimsler, die Diplomaten und die übrigen hohen Würdenträger waren mit ihren Tarnen vollzählig in den Logen und Rängen erschienen. Zur Ausführung kam in sorgfältig vorbereiteter Einstudierung ,Die lustigen Weiber von Windsor" nut Erika Wedekind als Gast. AIS S. K. H. der Großherzog, der in Begleitung der fürstlich Solms-Licher Herr- schauen erschien, in der Hofloge Platz nahm, hielt Oberbürger­meister M o r n e w e g eine kurze Ansprache, die mit einem drei­fachen, von freudiger Begeisterung getragenen Hoch aus den Groß­herzog schloß.

Aus Staöt und Lund.

Sprechstunden bei ..... . t.u., ; iUhr abdS.

Gießen, 26. Noo. 1906.

L. U. Landesuniversität. Die juristische Fakultät unserer Landesuntversität hat dem Mmtsterialrat im Großh. Ministerium des Innern August Karl Weber zu Darmstadt und dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Adolf LippoId zu Darmstadt die Doktorwürde honQ- ris causa verliehen.

** Fleisch ab s chlag. Aus zahlreichen Orten Hessens wirb bie Herabsetzung der Fleischpreise gemeldet. In Mainz wurde ver Preis für Kalbfleisch 1. Qualität von 90 auf 84 Psg. herabgesetzt, Halsstücke kosten 76 bis 80 Pfg. In Kastel schlugen einzelne Metzger bei Schweinefleisch um 10 Pfg., bei allen Wurstsorten um 15 Pjg., bei Rind­fleisch um 8 Pfg. pro Pfund ab. In O f f e n b a ch a. M. beschlossen bie Schweinemetzger, den Preis für Fleisch um 10, für Wurst um 6 Psg. herabzusetzen. In Bi n g e n gingen bie Metzger mit dem Preise für Schweinefleisch zurück.

* Theater-Verein. Der EngländerOSkarWilde ist dem Gießener Publikum bis jetzt nur durch seinen biblischen EinakterSalome", bekannt geworden, der hier vor einigen Jahren durch ein fremdes Ensemble zur ein­maligen Aufführung kam. Sein in der modernen Gesellschaft spielendes SchauspielEin idealer Gattes daS am Mittwoch im Theaterverein gegeben wird, interessiert nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern vor allem auch durch die vielen eingestreuten geistreichen Bemerkungen und Paradoxen, die daS Stück als ein echtes Kind Wildescher Muse kennzeichnen. Sie sind meist dem Träger der Haupt­rolle, dem Lord Goring, in den Mund gelegt, der am Mitt­woch von Herrn Bolz vom Frankfutter Schauspielhause ge­geben wird. In Frankfurt steht das Stuck seit vielen Wochen im Spielplan, in Darmstadt hat es außerordentlich gefallen, in Wien wurde eS vor acht Tagen erstmalig mit großem Beifall gegeben, während in Berlin die Zahl seiner Auf- fuhrungen schon fast die Zahl 150 erreicht. Bei uns sind in großen Rollen noch die Damen Bayrhammer, von Jage- mann und Schellenberg, sowie Herr Bakof beschäftigt.

* * Kammermusik. Es bürste nicht zwecklos sein, darauf aufmerksam zu machen, daß den Mitgliedern des Saalbau-Bereins ebenso wie denen des Konzett- Vereins nach einem zwischen den beiden Vereinen geschlossenen Vertrage 6 Mark auf den Abonnementspreis aufgerechnet werden und daß ihnen im besondern das Recht zusteht, dafür ein Abonnement auf alle 3 Kammermusik-Abende zu nehmen. (Nummerierter Platz 3 M. extra.)

* * Die Kreisstrafjei-meister ersuchen in einer Eingabe an bie 2. Hess. Kammer um die Verstaatlich­ung ihrer Stellen. Die hierburch cnl|:ei)enben Kosten sollen an Den Zuweuomtgen an bie Kreise unb Provinzen gekürzt unb dabei Die G.halte, wie schon des Oesteren nachgesucht, auf 3600 Mk. erhöht werben.

* * Von der Darmstädter technischen HoL- schule. Auf einstimmigen Antrag der Abteitttng^ für Archi­tektur und durch Beschluß von Rektor und großem Senat der Techn. Hoch,chule wurde dem ftönigl. Regierungsbau­meister Pros. Alsred Messel wegen feiner hervorragen­den Verdienste um bie brutsche Baukunst, derber, auf der lleberlie,erung fußend, durch edle, meisterhafte Schöpfungen neue Bahnen eiö|jnete, dem Architekten des Reichsgerichts­gebäudes zu Leipzig, stonigl. Baurat und otaDtbaurat von Berlin Ludwig Ho^ smann wegen ferner hervorragenden