Als der letzte der Nachzügler erschauen war,
dem die Zeit des Eintreffens eines jeden Beamten verzeichnet
des Ministers befohlen und mutzten dort etwas über sich
als
daß
Im preußischen Abgeordnetenhaus herrschte heute die
worden
den
meinden bei der Rektorenberufung die Beibehaltung ihrer
über ungemein geschädigt.
Damit schließt die Erörterung. Auf Antrag wird namentlich abgestimmt über den Antrag Gröber. Abgegeben werden 272 Stimmen. Davon 117 mit Ja, 64 mit Nein, 91 Abgeordnete enthalten sich der Abstimmung. Darnach untersteht die Kvlonial-
genommen.
Präsident Graf B a l l e st r e m teilt mit, daß der Schluß der Beratung da sei. Er bitte um die Erlaubnis, Tag und Tagesordnung der nächsten Sitzung festznsetzen.
Abg. v. Karborff (Rp.s spricht dein Präsidenten ben Dank des Hauses für die gute Leitung der Geschäste aus, und hofft, ihn inr Herbst gesund wiederzusehen.
Präsident Gras B a l l e st r e m dankt dem Vorredner und erinnert daran, daß der Reichstag eine-sehr arbeitsreiche Session und wichtige Gesetze zum Abschluß gebracht habe.
Staatssekretär Gras Posnbowskp verliest hierauf die Kaiser
abteilung mit einem Direktor an der Spitze nach wie vor unselbständige Abteilung dem Auswärtigen Amt.
Es folgt der Aufruf der einzelnen Titel des Etats.
Württemb. Ministerialdirektor Schneider stellt fest.
sollte die Regierung die Lehre ziehen, Soldaten hiev nicht sprechen zu lassen Wir werden für den Antrag Gröber stimmen.
Abg Z i m m e r m a n n (D. Rf.): Wir waren für ein Rcnchs- Tolonialamt und werden in Zukunft auch dafür sein, aber die Obstruktions-- und Verzögerungspolitik der Scmmlerschen Nako- nalliberalen machen wir nicht mit. Wir werden für den Slntrag
liehe V e r t a g u u g s u r k u u d e zum 13. November.
Der Präsident schließt die Sitzung mit einem Hoch aus Kaiser, in das die Anwesenden einftimmen.
Tie Sozialdemokraten hatten vorher den Saal verlassen.
j)ottttschc Tagesschau.
Ein unbequemer Minister.
Alis London wird berichtet:
Die Beamten des Lokal-Reqierungsamtes gehörten bisher den Leuten, die das beste Leben von der Welt hatten.
Erfrischungen, die ihn in kurzer Zeit wieder herstellteu. Tas Unwohlsein gibt nach den Aeußerungen der Aerzte nicht zu den ge> rnigsten Besorgnissen Anlaß.
Endgültige Verständigung über die preußische Schulvorlage.
-tt- Berlin, 28. Mai.
die Ordensauszeichnung an den Gouverneur von Puttkamcr lange vor der Anschuldigung gegen den Gouverneur erfolgt sei.
Abg. Erzberger (Ztr.) fragt an, ob es wahr sei, daß der Gouverneur den Abschied mit Pension erhalten solle.
Beim Etat für Südwestafrika vertritt
Abg. Ledebour (Soz.) einen Antrag Albrecht und Genossen, nach dem in Südwestafrika den Eingeborenen ein zu ihrem Lebensunterhalt und selbständigen Wirtschaftsbetrieb ausreichender Landbesitz zugesichcrt werden soll, um auf dieser Grundlage die Rückkehr friedlicher Zustände in der Kolonie und die schleunige Zurückziehung der Truppen zu ermöglichen.
Abg. Dr. Müller - Saga n (srs. 23p.) meint, der Zweck dieser Resolution sei anerfennenSivert. Seine Freunde würden dafür stimmen.
Die Erörterung schließt und die R e f o I n t i o n Albrecht und Gen. wird a n g e n o m m e n. Eine R e s o l u t i o n Müller- Fulda fordert genauen Nachweis über die 5 Millionen Entschädigung an d i e A n s i e d l c r. Tie Resolution wird angenommen und eine Reihe weiterer Etatstitel bewilligt. Beim Etat des Schutzgebietes Neu-Guinea wird der Abänderungs° Antrag Stortz, die Regierungs-Vorlage bei der Forderung von 10 Millionen iür Hute r st ü tz u n g iv e i ß e r F a r m c r wiederherzustellen, a b g e l e h n t. Eine Reihe weiterer Titel wird angenommen. Bei der Beratung des Etats der Reichspost- verwaltung bringt
Abg. von G e r l a ch (srs. 23g.) die Angelegenheit des Post- assistenten Mertens zur Sprache, der von der Anklage der Unterschlagung frei gesprochen worden ist, aber im Zivilverfahren wegen Schadenersatz eines ohne seine Schuld entstandenen Verlustes verurteilt wurde.
StaatssekretärK r ä tk e kann versichern, daß Urteile nicht nach
par!aincntarifd?es.
— Das Programm der parlamentarischen Fahrt nach Ostasien steht jetzt fest. Die Abfahrt erfolgt von Hamburg am 19. Juli mit dem Reichspostdampfer „Prinz
ergehen lasten, was man beim Militär „Ein heiliges Donnerwetter" zu nennen pflegt. „Sie erhalten ein gutes
wird. Bald darauf mürben alle Beamten in das Btireau
wären. Es sei vollständig korrekt vorgegangen worden. iranoigung uei_jjceyrijtubpuLieun ;lueiuen
Ter Etat wird bewilligt, desgleichen eine Reihe anderer Etats pflegt- Dann schüttelt man jtcr) privatim die Hande, und und das Etatgesetz. Damit ist der Etat in dritter Lesung erledigt, in den Reden erklärt man sich für hochbefriedigt und zollt Eine Reihe von Resolutionen zum Etat wurden debattelos an- 1 '
Salair", so sagte der Minister, „ob es schönes oder schlechtes Welter ist, ob Sie krank oder gesund sind, Sie kennen Ihre Dienststunden und die Regierung, die Sie gut bezahlt, verlangt gute Arbeit von Ihnen. Was aber noch mehr ist, die Regierung wird dafür sorgen, daß Sie gut arbeiten." Den Departementsvorstehern teilte der Minister darauf mit, daß in Zukunft jede Korrespondenz eine unmittelbare Erledigung zu finden habe und daß ihm über jeden Fall zu berichten sei. Zum großen Unbehagen der Beamten ist John Burns bereits jeden Morgen zu einer Stunde an der Arbeit, wo die dem Departement angehörigen Herren bisher in größter Ruhe zu Hause ihr Frühstück einzunehmen pflegten. Er will entdeckt haben, daß in seinem Negierungsdepartement große Ersparnisse möglich sind. Man sagt, er wolle in 'London allein jährlich eine halbe Million sparen. In welcher Weise diese Ersparnisse gemacht werden, soll an einer niedlichen Geschichte gezeigt werden. Ein Heim für Wärterinnen kam bei der Negierung um zwei Klaviere ein. Minister John Burns entschied: „Ich sollte meinen, ein Klavier ist ganz genug." Um derartige Kleinigkeiten hat sich allerdings früher ein Minister der englischen Krone nicht gekümmert. Die Angestellten des Departements haben übrigens bei dem Schaden auch noch den Spott zu tragen, denn sie müssen sich von allen Seiten sagen lasten, daß Arbeit sehr gesund ist. Selbst der „Daily Expreß", der nicht als Freund des Ministers bezeichnet werden kann, erklärt, daß dessen Tätigkeit auch auf andere Regierungsdepartements einen erfrischenden und guten Einfluß ausübe.
überflüssig geworden, ging in die Schmollecke und enthielt
~ ~ ~ k . e r .. . - sich der Abstimmung. Tie neue Verständigung ist
Ter Abg. Dr. Spahn wurde in der heutigen Sitzung des n < _ , ■ . . _ r r: i r ' .
Reichstages von einem leichten Unwohlsein befallen, so daß er auf oft en der Rational l l b er a l e N ges chehen, sie für kurze Zeit den Sitzungssaal verlassen mußte. Dr. Mugdau be- haben von ihreni^ „Rektor en-Antr ag , der den Gemühte sich nm ihn und reichte ihm im Restaurationszimmer einige j.....
Gutdünken, sondern genau nach Gesetz und Vorschriften gefällt ' würden. Jeder Beamte haste für die Geldbriefe, die ihm übergeben gehobene Stimmung, die" durch eine glücklich'erreichte Ver- ’Ä ÄiÄÄÄS'ÄS: 6Cb"Cbm ständigung berWcitSpartekn h°rb°ig°führt zu werden
(3tr.): Wenn d-s ein Kaiserwort ist, deck Die Minister, die an der Spitze dieses Amtes standen, pflegten 5000 Mann zurückgezogen werden können, so darf man daran weder sich selbst, noch ihre Untergebenen sonderlich zu uber- nicht deuteln, dann müssen sie aber auch zurückgezogen werden, arbeiten und besuchten nur in seltenen Fällen das Bureau. Was die Stimmenthaltung der Nationalliberalen und Kons^:- gj,- Hx^rn Eampbell-Bannerinan machte den demokratischen ÄWS Ä7S X ÄÄ Arbeiter Jahn Burns zum M.nts^r dieses Departe. Haupt nicht zustande komme. ments. Da geschah etwas Ungewöhnliches und fnr die An-
Abg. Sernmler lnatl.) verwahrt sich nochmals dagegen, gestellten Unangenehmes. Eines Morgens, als die Herren als ob er irgendwelche,separate Politik mackien wolle ohne Berücksichtigung der angesetzten Dienststunden in dem
M ÄÄ'ÄÄWÄ Dienstg-ba..d° schienen, iahen sic aar dem Kaminsiuer in daß, wenn die Bahn bewilligt würde, sofort 5000 Mann zurück- der Emtrütshalle einen im Gegensatz zu ihnen plebe lisch gezogen werden würden. Ein derartiger Ausspruch wurde von gekleideten, untersetzten Herrn mit struppigen Augen- feiner Seite gemacht. Es wurde gesagt, man hätte Deimling nicht tz^uen stehen, der sie, die Hände in den Taschen, zu beob- in politischer Mission in den Reichstag senden sollen. Deimling .,. - - -.....-
wurde nur als sachverständiger Kommissar zugezogen, der Auf- Qrt)ten Jemen.
schluß geben sollte über die militärischen Bedürftiiste in Sübmest- ließ sich dieser merkwürdige Herr — es ivar der neue Mias rika und über die Notwendigkeit der Bahn nach Keetmanshoop. nister John Burns — von dem Portier das Buch geben, in Die Verbündeten Regierungen wünschen mit dem Hause die ge- ...... • —
meinschaftlichen Geschäfte frei, offen, lopal und nach den strengsten Grundsätzen der Verfassung zu verhandeln. Wenn jetzt infolge der Abstimmung gar kein positiver Beschluß zustande käme, würde das Ansehen des Reiches und des Reichstages der Welt gegen»
der Weisheit der Mitbeteiligten — wie im Stillen der eigenen Erleuchtung und eminenten politischen Befähigung — begeisterte Anerkennung. So hat sich denn das Kartell für das preußische Schulunterhaltungsgesetz, nachdem seine Festigkeit eine zeitlaiig bedroht worden war, harmonisch geeinigt. Konservative, Frcikonseroativc und Nationalliberale taten sich s. Zt. zusammen, um der Negierung durch den bekannten, von liberaler Seite viel angegriffenen Schulantrag die Grundlage für das Schulunterhaltungs- aesetz zu liefern, und Rechte und Nationalliberalc brachten heilte das Werk zunr Abschluß. Das Zentrum, mit all seiner Macht durch die starke Koalition in diesem Falle
Rechte zusicherte, etwas Wichtiges opfern müssen: die Gewährleistung der Dauer dieser Rechte. Es soll ein vorläusiger Zustand geschaffen werden, „bis zum Erlaß eines allgemeinen Gesetzes über die Lehreranstellung". Vielleicht ein taktisch geschickter, aber kein glücklicher Zug. Die Nationalliberalen hätten ihren Antrag nicht abschwächen lassen dürfen.
Heinrich". In Genua legt das Schiff am 1. August an. Am 6. August wird Port Said erreicht, am 18. Colombo. Hier ist ein kurzer Ausflug in das Innere der Insel Ceylon vorgesehen. Die ersten Septembertage bringen die Reisegesellschaft nach Hongkong und (Santon. Der Aufenthalt dort dauert fünf Tage. Die viertägige Weiterreise nach Schanghai geschieht mit einem Dampfer der Neu-Guinea-Linie oder der Orient-Küstenfahrt des Norddeutschen Lloyds. Die Zeit vom 10. bis 19. September wird durch die Besichtigung Schanghais und eine Fahrt den Pangtse hinauf bis Hankau ausgefüllt. Der Neichspostdampfer „Noon" bringt die Reisegesellschaft am 21. September nach Tsingtau. Nach 14tägiqem Aufenthalt in Kiautschou geht es mit dem Neichspostdampfer »Prinz Ludwig" nach Nagasaki, Kobe und Yokohama, das am 9. Oktober erreicht wird. Für die Rückreise dürfte von der Mehrzahl der Teilnehmer wohl der Reichspostdampfer „Prinzeß Alice" benutzt werden, der am 27. Oktober von Yokohama segelt und am 6. Dezember in Genua fällig ist. Die Rückkehr nach Deutschland würde also zirka drei Wochen nach dem Wiederzusammentritt des Reichstages erfolgen. An der Fahrt nehmen folgende sieben Herren teil: Landrat Dr. Bärwinkel (natl., Schwarzburg-Rudolstadt), Dr. med. Becker (natl., Offenbach), Rittergutsbesitzer v. Böhlen- dorff-Kölpin (kons., Usedom-Wollin), Liebermann von Sonnenberg (Wirtschaftl. Vgg.), Homberg), Amtsrichter Dr. Lucas (natl., Hanau), Kammerherr v. Riepenhansen-Crangen (kons., Stralsund) und der Groß-Gerauer Kreis rat Dr.'Wal lau (natl., Lauterbach).
vermischte-.
* Ein Zweikampf zwischen einem Offizier u n d e i n e m B e r l i n e r S ch r i f t st e l l e r hat einer Berliner Korrespondenz zufolge in der Nähe Berlins stattgefunden. Die Bedingungen waren die schwersten, sie lauteten bis zur Kampfunfähigkeit des einen Gegners. Bereits im ersten Gange wurde der Offizier durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt. Veranlassung zu dem Duell haben Vorkommnisse sehr seltsamer Art gegeben, die schon im Februar zu einem Duell zwischen dem Schriftsteller und einem anderen ausländischen Offizier geführt hatten. Es wurde damals im Auslande ausgefochten, wobei der betreffende Offister ebenfalls schwer verwundet wurde. Die Geschichte klingt etwas geheimnisvoll.
* Zu Tode gehetzt. Vor einiger Zeit wurde in einem Londoner Hotel eine junge Französin tot aufgefunden; alle Umstände deuteten auf Selbstmord hin, die Persönlichkeit der Toten konnte nicht festgestellt werden. Die Selbstmörderin hatte vor ihrem Tode alles auf die Seite gebracht, was Aufklärung über ihre Person hätte geben können. Man wußte im Hotel nur, daß sie Marie Derval hieß und aus Paris gekommen war. Seit Monaten bemühte sich die englische Behörde, das Dunkel der Affäre zu lichten. Jetzt endlich werden in dieser rätselhaften Angelegenheit weitere Einzelheiten bekannt. Es hat sich herausgestellt, daß Marie Derval niemand anders ist als die russische Anarchistin Helene v. Krebel, die im Sold 'ber Petersburger Polizei ihre Partei verraten haben soll.
Sie wurde dafür von ihren Genoffen zum Tode verurteilt. Zwei Jahre lang irrte sie flüchtend durch die Welt. Ueberall spürten die Sendboten der Feme die Gehetzte wieder auf. In Paris war ihr eine neue Warnung' zugegangen, und sie rettete sich nach England. Dort hörte sie von dem schrecklichen Tode Gapons. Sie fürchtete das gleiche Schicksal für sich, verließ ihre Wohnung nicht mehr, hielt sich beständig eingeschlossen, und die Bewohner hörten sie Tag und Nacht in ihrem Zimmer umhergehen und jammern und weinen. Endlich entschloß sie sich, chren Mördern zuvorzukommen, und machte selber ihrem Leben ein Ende.
• Studententumulte in Klausen bürg. Gelegentlich einer Studentenprüfung ereignete sich in Klausenburg ein sehr peinlicher Zwischenfall. Der Studierende der Nationalökonomie und der Finanzwiffenschaft Josef Haudy stand zum vierten Mal vor dem Rigorosum. Professor Navratil erklärte, daß die Prüfung auch diesmal nicht bestanden sei. Nach diesen Worten zog Haudy in Gegenwart der Professoren einen Revolver und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Professor Navratil eilte aus dem Saale in das Dekanatzimmer, die Studenten eilten nach und nahmen vor dem Dekanat eine drohende Haltung an. Einigen Professoren gelang eS schließlich, die Studenten zu beruhigen. Andere Kommilitonen aber verwünschten Navratil laut, als dieser einen Wagen bestieg, um nach seiner Wohnung zu fahren. Professor Navratil wird die Stadt für einige Zeit verlassen. Haudy, der schwer verletzt ist, mußte nach einer Klinik übergeführt werden.
* Kuppel-Anzeigen. Die russische Zensur, die mit unerbittlicher Strenge heute wie ehedem, unbekümmert um Freiheitsmanifest und Reichsduma ihres Amtes waltet, unsere Witzblätter nur mit starkem „Kaviar-Aufdruck* durchläßt, unsere Bücher monatelang zu mikroskopisch sorgfältiger Durchsuchung einbehält und die harmlosesten Bildwerke als politisch sittengefährlich in ihren Archiven verschwinden läßt, hat für die Ausbietungen des menschlichen Fleischmarktes kein Auge, mögen diese auch in der schamlosesten Unverhülltheit in die Erscheinung treten. Wenige Beispiele, allesamt dem größten St. Petersburger Anzeige-Blatt in getreuer Uebersetzung entnommen, mögen als Illustration dienen:
„I ch v e r l a n g e z u h e i r a t e n. Bin eine zwanzigjährige intelligente Person. Ich verspreche, selbst in einem Menschen, den nur eine Woche vom Grabe trennt, die erloschene Liebe wieder auserstehen zu machen, kurz, ich mache mich anheischig, einen Wolfshunger nach dem Leben wachzurufen. Das Alter ist gleich- giltig. Vermögen ist Vorbedingung. Ich antworte nur auf ehrliche Briefe, Schwätzer verachte ich. Adresse : 9. Postabteilung (Finnische Gasse), beut Vorzeiger der Quittung „Nowoje Wremja" Nr. 12742."
„B u l g a r e, jung, aus guter Familie, Student, Junggeselle, pekuniär sichergestellt für ein elegantes Leben in Petersburg, von einem recht angenehmen Aeußern, brünett, wünscht mit russischem Fräulein oder russischer Dame mit gutem Vermögen bekannt zu werben. Ich kann auch heiraten. Hauptpostamt, bem Vorzeiger ber Quittung ber „Nowoje Wr." Nr. 15.469."
„In Zivilehe wünscht ein hübscher junger, 23jähriger Mann mit einer bemittelten Person zu treten. 11. Postabteilung, bem Vorzeiger ber Quittung ber „Nvw. Wr." Nr. 15 558."
Bekanntschaft mit einer vermögenben, sich langweilenden Dame sucht ein junger Herr. Alter gleichgültig. 1. Postabteilung. L. T.
Wer furchtet sich nicht, mit einer Mißgestalt bekannt zu werben, sei es auch nur zu bem Zwecke, um von ihr einen Begriff zu bekommen. 14. Postabteilung. Poste restante. S. O.
Ni ch t bereuen wirb es jebe Dame, wenn sie einem jungen, blühenben, gesunben Intelligenten wenn auch nur ihre Adresse sendet, um seine Photographie in Empfang zu nehmen. 13. Post- abteilung, bem Vorzeiger ber Quittung ber „Nowoje Wremja Nr. 37.247.
Eine junge und hübsche Blondine langweilt sich entsetzlich. Antwortet auf ihren Rus, ihr intereffanten Leute, die ihr die Mittel zur Rettung, einen Ausweg aus ber Melancholie kennt. Briese on die Adresse: 8. Postabteilung. Vertige.
Das neue Stadthaupt von St. Petersburg soll nun allerdings in jüngster Zeit einen energischen Anlauf genommen haben, diesem Treiben entgegenzutreten; das Ergebnis bleibt abzuwarten.
Qatt&cl riild Verkehr, Volkswirtschaft.
Märkte.
Gießen, 59. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkte. kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.30 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Ctck. 6—8 23f., Käsematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen p. Pfund 22Pfg., Linsen p. Pfund 32Pfg., Taubenpr.PaarO,80-l,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbsteisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Zrr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel ver Pfund 35 bis 50 Psg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-00 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.00—0.00, Weißkraut per Stück 20—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr.
Die Aerzte ziehen es andern Mitteln vor!
Dr med. Künzel, Goellheim i. Pfalz, schreibt unterm 2. 9. 05: „Bioson wurde bei Annemie, Chlorose, Anorexie und Tuberkulose angewendet. Der Erfolg war in allen Fällen durchweg sehr befriedigend, sodaß ich es gerne verordne. Wo es im Anfänge nicht gern genommen wurde, haben sich die Patienten sehr rasch damit befreundet und es wurde gerne genommen und allen anderen Mitteln bei weitem vorgezogen."
Dr. med. Fritz Haerter, Kolbsheiin b. Straßburg i. E., schreibt unterm 1. 9. 05: „Bioson wurde bei Schwächezuständen in der Rekonvaleszenz, bei alten Leuten und Kindern mit sehr gutem Erfolge angewendet. Tas Mittel wird allgemein gerne genommen und kräftigt zusehends. Bei einem 86 jährigen Mann mit hartnäckiger Influenza-Bronchitis trat nach Anwendung des Mittels auffällig schnelle Besserung und Kräftigung ein. Auch ist der Preis nicht so exorbitant wie bei den meisten neuen Mitteln".
Dr. med. Schaper, Esenz, Qstfriesland, 10. September 1905: „Bioson wurde mit gutem Erfolge angewandt bei; 1. Anaemie, 2. Rekonvaleszenz nach Lungen-Abszeß. Es wurde gern genommen und gut vertragen. Bei Behandlung von Chlorose hat es auch insofern den Vorzug vor Eisen tinkturen, daß es keinen Alkohol enthält".
Dr. med. Bulker, Ringen b. Coblenz, 3. September 1905: „Bioson wurde bei 2 Fällen d. T. B. C. bei Chlorose und bei Rekonvaleszenz mit gutem Erfolge angewendet. Es wurde gut vertragen und hob besonders auch den Appetit, wo Somatose und Haematogen versagt hatten".
Bioson ist in Apotheken und Drogerien das halbe Kilo-Paket zu drei Mark erhältlich. Wer sich über den Wert und die Wirkung dieses zur Zeit besten, billigsten und zuträglichsten blutbildenden Nähr- und Kräftigungsmittels belehren will, lasse sich vom Bioson- werk Bensheim kostenlos die Broschüre von Dr. Rob. Schultze mit den Berichten ber Professoren, Kliniken, Krankenhäuser usw. schicken.


