eines Einjährigen in SicT zurück und hält seine Darstellung aufrecht.
Kapitän v. £)Geringe n erklärt, bet Mann habe sich vorher mündlich beschwert, erst dann sei ihm besohlen toorben, die Beschwerde zu Protokoll zu geben.
Damit schließt diese Debatte und der Titel Staatssekretär wird genehmigt. Auf Vorschlag deS Wg. Grasen Oriola wird jetzt bte Beratung des Marine-Etats unterbrochen und es erfolgt
die Abstimmung zum Flotteugesetz.
Zunächst wird die namentliche Abstimmung wiederholt über den freisinnigen Antrag Ablaß Deckung der Flotten-Ver- mehrungskosten durch eine Reichsvermögensstcuer. Der Antrag wird abgelehnt mit 142 gegen 67 Stimmen bei drei Enthaltungen. Sodann wird die Flottengesetz-Novelle in einfacher dlbsttmmung angenommen. Dagegen stimmen Sozialdemokraten, Freis. Volks'partci und süddeutsche Volkspartei. Von dem Marine-Etat werden sodann eine Reihe von Kapiteln debattelvs nach den Kommissions-Vorschlägen erledigt.
Beim Kapitel Servis- unb Wvhnungsgeldzuschuß wird der Titel betreffend die nicht pensionsfähigcn Serviszulogen in Altona, Berlin, Bremen ufw. einstweilen in der Beratung ausgesetzt bis zur Erledigung des gleichartigen Titels im Militär-Etat.
Bei dem Titel Instandhaltung der Flotte und der Werften bringt
Abg. Legien (Soz.l Arbeiterffagcn zur Sprache und verlangt Aufklärung, warum für die Werftarbeiter nicht vom 1. Avril ab der neunstündige 2lrbeitstag cingesührt werde, wie es der Staatssekretär ursprünglich in Aussicht genommen habe. Redner beschwert sich dann über die Ablehnung eines Vermittelungs-Versuches des Verbandes der Metallarbeiter in der Frage der Gewährung von Teuerungszulagen seitens des Oberwerftdirektors in Wilhelmshaven. Formell sei ja dieser auf Grund der Arbeitsordnung berechtigt, Vorschläge von außerhalb der Werft Stehenden abzulehnen und sich an die Werftarbeiterausischüsse und an die Vertrauensmänner zu halten. Tie Arbeiter hätten aber zu diesen kein Vertrauen, da sie der Verwaltung gegenüber keinen Einfluß hätten. Rach dem amtlichen Nachweis ständen sich die Werftarbeiter schlechter, als die in den Betrieben des Reichsheeres beschäftigten Arbeiter. Auf der Kieler Werft gebe es sogar Arbeiter, die einen geringeren Lohn hätten, als den «ortsüblichen Tagelohn.
Abg. Dr. Spahn (Ztr.): Die Kritik des Vorredners an den Arbeiterausfchüssen ist zu weitgehend. Die Petition nm Besserstellung der Beamten möge die Regierung wohlwollend erwägen.
Staatssekretär v. Tirpitz: Der Neun stund en tag läßt sich nicht so leicht einführen, da so viele Einzelheiten zu beachten sind. Von einer Bewegung der Unzufriedenheit bei den Arbeitern der kaiserlichen Werst ist mir nichts bekannt. Sollte eine solche bestehen, so wird Herr Semen nicht ganz unschuldig daran fein. Der Einfluß Legiens und seiner Freunde kann es nur mit sich bringen, daß die Marineverwaltung in ihrem Bestreben^ die Lage der Arbeiter' zu bessern, noch vorsichtiger wird. (Lärm bei den Soz.) Die Löhne sind höher al? aus den Privatwerften. Streiks gehen im§ im allgemeinen nichts an. Kommen aber militärische Interessen in Frage, so wird der, welcher nicht Ordre pariert, entlassen.
Nachdem Abg. Legien nochmals auf seine Beschwerde zurückgekommen war, trat Vertagung ein.
Nächste Sitzung Donnerstag: Etatnotgesctz, Marineetat, Ko- lvnialetat.
jparlametrtarSfdKS*
Berlin, 28. März. Tie Steuerkommission des Reichstages setzte die Beratung über die Zigarettensteuer fort und nahm den Antrag Held mit der Abänderung an, daß der Stückzoll uon 4 auf 5 Mk. für 1000 Stück erhöht werde. Somit hat § 1 folgende Fassung: Der Eingangszoll beträgt für fein geschnitten en Tabak und Zigaretten 800 Mk. für den Doppelzentner. Außerdem unterliegen die Zigaretten einem Stückzoll von 5 Mk. für 1000 Stück. Tie Zollbefreiungen der §§ 5 und 6 Ziffer 7 des Zolltarifgesetzes vom 25. Dezember 1902 können nur für die genannten Tabakerzeugnisse, für Zigarettenhülsen und Blätter durch den Bundesrat beschränkt werden. § 3, der von der Entrichtung der Stundung der Steuer handelt, wird mit einigen Abänderungen angenommen, § 4 bleibt unverändert. § 5, betr. Packung von Zigarettentabak, Zigaretten und Zigarettenhülsen wird in der Fassung, die der Abg. Held beantragte, angenommen, § 6 wird in der Fassung der ersten Lesung angenommen. Bei § 7 wird zunächst der Antrag Elm betr. die Heimarbeit besprochen.
Berlin, 28. März. Die Vndg etkommission des Reichstages nahm gegen eine Stimme den Antrag Götz von Olenhusen an, nach welchem dem Reichstage noch in der gegenwärtigen Session ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, durch welchen die Zuckersteuer von 14 auf höchstens 10 Mk. für den Doppelzentner herabgesetzt wird. Im Laufe der Debatte hatte Ministerialdirektor 5t'ü h n gegen diesen Antrag das 29cbcnfen vorgcbracht, daß gegenwärtig noch nicht übersehbar sei, wie der durch die Steuerherabsetzung eintretcndc vorübergehende Emuahmeausfall gedeckt werben könne. Der zweite Teil des Antrags Götz- Olenhusen wird morgen beraten werden. Dieser Teil besagt, bei den handelspolitischen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika solle dafür Sorge getragen werden, daß der deutsche Zucker mit dem kubanischen Zucker, wie überhaupt mit Rohrzucker auf dem amerikanischen Markte gleichgestellt rocrbc.
— Der nationalliberale Antrag aus Wiederherstellung der Regierungsforderung betr. die Errichtung eines ReichS-Ko lonia la mtes ist von den Ahgg. B a sser- mann und Graf Oriola im Reichstage eingebracht warben.
— Die Geschäftsordnungskommission des Reichstages beschäftigt sich heute mit der Angelegenheit FuSangel; sie beschloß, die Akten des Amtsgerichts Hagen über diese Angelegenheit (Manifestationseid usm.) einzufordern.
j)oLstr§che Tages?cbau.
Großgrundbesitzer und Bauer.
Zum Schluffe ihrer Erörterung der auch von uns bereits erwähnten Rede des Frhrn. v. Heyl auf einem Feste in dem rheinhessischen Dorschen Blödesheim führt die „W. V.-Ztg." sehr richtig aus:
Wir halten die Landwirte für intelligent genug, um ;n erkennen, daß die agrarische G r o ß g r u n d b e f i tz e r po l i t i k beit' Kleinbauern T ? ine n Nutzen w v h l aber wachsenden Schaden bringt. Den eventuellen Gewinn, den der Kleinbauer ans bent Getreideaufschlag zieht, muß er für die durch die Zölle bedingte Lebe ns Mittelteuerung, durch die Preiserhöhung der l a n d w irt sch a ft l. Maschinen, die höheren Arbeitslöhne mehrfach wieder herausbezahlen. Von der agrarischen Zollpolitik profitieren nur die Großgrundbesitzer. Gibt es aber schlimmere Feinde desKleinbanertums als eben diese Groß- grnndbes i tz er? Sic kaufen den Kleinbauern Haus und Hof, ja ganze Dörfer ab. Die Zolgen einer solchen „banernstenndlichen Politik", die den Geldftirßen Titel und Sitz in den ersten Kam- mem verschaffen tzoll, wurde einmal im östreichischen Abgeord-,
netenhause vvn einem steirischen Abgeordneten in folgender Weise geschildert: „Die Bauernwirtschaften werden von Aristokraten, Gekdmännern, Gesellschaften aufgekauft, um statt der Landwirtschaft I a g d w i r t s ch a f t zU treiben. Die Bauern wandern aus und mit ihnen auch die Handwerker, wegen Mangels eines Verdienstes. Dem Fvrtschreiten dieses Nebels muß Einhalt getan werden, sonst entstehn irische Zustände". Und Peter Rosegger, ein deutscher Sohn jener Berge, klagt: „In den Städten kann man nicht genug Häuser bauen, um der Wohnungsnot zu steuern. Auf dem Lande stehen Stuben und Hütten Teer. In den Städten droht fortwährend Hungersnot, die man mit teurem amerikanischen Körn decken will. Auf dem Lande liegen die Heiden wild, die Felder brach; auf abgehausten Bauerngründen wächst junger Wald, und wo früher ungezählte Menschenfamilien gearbeitet haben, gelebt haben, zufrieden gewesen sind, tummeln sich "heute Hirsche und Rehe für den ^agbsyoct hochmögender Herrschaften. So wenigstens ist es bei uns in den Alpen. Doch wie man hört, triffts im Flachlande auch zum Teile zu."
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Das preußische Schulgesetz
hat die erste Lesung in der Kommission des Mgeordncteu- hauses passiert, und da es in den wesentlichen Punkten bei den Bestimmungen der Regierungsvorlage geblieben ist, so hat leider der 'Unterricktsmi^ister Tr. Studt einen Sieg errungen. Mer es ist ein Pyrrhussieg, denn die Nationalliberalen sind endlich doch ins Lager der Opposition übergegangen, weil sie zu einer Schmälerung des städtischen Selbstverwaltungsrechts in der Fxage der Berufung der Lehrer und Rektoren nicht die Hand bieten wollen. Es wird nun abzuwarten sein, ob die Regierung in der zweiten Lesung einten Et, um das Scheitern des Gesetzes zu verhüten. Tie Nationalliberalen machen kein Hehl daraus, daß eine derartige Beeinträchtigung der kommunalen Rechte sie nicht mehr an das Kompromiß bindet. Bemerkenswert ist, daß selbst die konservativen Parteien den Bedenken der Liberalen die Berechtigung nicht völlig aberkennen. Es mürbe also die Verantwortung für das Scheitern des Gesetzes auf die Unterrichtsverwaltung fällen.
Die offiziösen „Berl. Pol. Nachr." erklären, es imponiere nicht im mindesten, daß man ganze 27 Professoren als Eigner der Vorlage (wir haben davon Mitteilung gemacht'» zilsammengetrommelt habe und hierzu selbst bei nichtpreußischen Hochschulen hausieren gegangen sei. Es: wird ferner gesprochen von phrasenhafter Kundgebung, von ■ Sozialphantasten auf deutschen Lehrstühlen, von Barth-Gotheinscheu Gesolgmänitern und von einem durchgefällenen Reichstagskandidaten, nämlich dem Berliner Strafrechtslehrer v. Liszt. Tie Demonstration werde keine praktische Bedeutung erlangen, sondern Arbeit für den Papier korb bleiben. Nun, die Öeffentlichkeit dürfte über den Profesforen-Protest anders urteilen. Unverkennbar wird die halbamtliche Notiz beherrscht von dem Verdruß über die Verschlechterung der Aussichten für das Zustandekommen des preußischen Schulgesetzes.
In der Presse ist die Rede von dem bevorstehenden Rücktritt Dr. Studts. Ein süddeutsches Blatt zog die Bilanz feines ministeriellen Wirkens und kam sehr richtig zu dem Prädikat „mangelhaft". Was feinen Rücktritt betrifft, so ist er schon um deswillen eine Frage kurzer Zeit, als Tr. Studt der älteste Minister in Preußen ist und sich keiner festen Gesundheit erfreut. Umsomehr sollte er geneigt fein, die Härten des Schulgesetzes, der hervorragendsten gesetzgeberischen Mtivn feiner Ministerjahre, preiszugeben. Befriedigt wird die preuß. Lehrerschaft durch diese Vorlage ohnehin nicht, aber sie könnte der Notwendigkeit überhoben werden, vorzugsweise mit Verstimmung an die Aera Studt zurückzudenkeu. Alles hat feine Grenzen, auch die bureaukratische Bevormundung der preußischen Volksschule.
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Die gegnerischen antisemitischen Gruppen
gehen nicht sonderlich zart mit einander um. So schreibt bic „Hessische Rundschau", das Organ der hessischen Reformpartei in einer Polemik gegen bic „Staatsbürgerztg.":
„Eine blos negierende Bewegung ist eben auf bic Däner unbenfbar. Wer lediglich die Indcnfrage lösen will und an allen großen M e n f ch h e i t s i r a g e n vorbeisicht, der fällt seiner B o r n i e r l y e i t bald znm Opfer. Kommt dazu noch die Verkuppelung dieser Frage mit allen möglichen reaktionären und h o ch k o n s c r v a' tiven Interessen, für welche die Stöckerianer und Liebermänner als Bremser und Rangierer tätig waren und sind, so kann c5 nicht verwundern, daß die breiten Schichte n des Volkes bald von dieser Richtung genug hatten."
Die Verpflichtung zu Vorspauuleistungeu für die Militärverwaltung
wird unter Umständen von der Landwirtschaft als ein harter Zwang empfunden. Namentlich bei großen Truppen- zusammenziehnngen (Kaisenuanövern :c.) werden diese Leistungen oft übermäßig in Anspruch genommen. Dabei sind die Vergütungssätze, trotzdem sie erst im Februar 1901 vorn Bundesrat neu geregelt worden sind, in der Regel niedriger als die ortsüblichen Fuhrpreise. Ferner muß berücksichtigt werden, daß die Landwirtschast auch anderweit (dttrck) Gewährung von Quartier, Naturalverpslcgung :c.) schon sowieso finanziell schwer belastet ist. Auch beschränken sich bei der zunehmenden Kostspieligkeit der Gespanithaltung die Landwirte heute immer mehr auf das Notwendigste, und dieses Minimum ist für den eigenen Betrieb gerade im Sommer und Herbst, wo die Gespanulcilluug vorztigsweise von der Militärverwaltung gefordert ivird, oft auch nicht mif einen Tag zu entbehren. Rian kann daher den Ausführungen Thräns in den Annalen des Deutschen Reiches nur zustimmen, wenn er die Frage in Erörterung zieht, ob nicht die Militärverwaltung bei Befriedigung ihres Fahrbedarfs den übrigen staatlichen Verwaltungen gle ich zu stell en und also lediglich auf den eigenen Verwaltungsapparat und auf Ermietung anzuweisen fei, mit anderen Worten, die Bestimmungen über Vorspann sollen aus dem Friedensnaturalleistunasgesctz attsgeschieden werden und somit eine öffentliche rechtliche Zwangsleistung, für welche die staatl iche Gegenleistung nicht immer eine ausreichende Entschädigung gewährt, oufbören. Vor allem wird 51t prüfen fein, ob nicht das Fuhrbcdürfnis der Militörver- maltung sich mehr als bisher ein fdj raufen ließe (Ankauf der Truppenbedürfnisse an Ort und Stelle statt Mitsührcn 2c.) und ob ferner das „Selbstfahrerwesen" nicht noch weiter eutwickelungSfähig ist. '
Heer rind Flotte.
— Im April können auch die Infanterie-Regimenter Nr. 97 bis 99, 128 bis 132, außer dem 3. Bataillon unseres Regiments Nr. 116, sowie auch das Feld-
artillcrie-Rcgiment Nr. 31, das Fußartillerie-Negiment Nr. 11 und Pionierbataillon Nr. 16 auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Ihr Stiftungsfest ist durch Allerhöchste ftabt- nettsordre zwar auf den 24. Marz 1881 festgesetzt, aber ihre Errichtung erfolgte erst am 1. April 1881. Das 3. Bataillon unteres Regiments begeht seine Jubelfeier, wie wir bereits mitteilten, am 8. April.
— Die Stadt Düsseldorf gab zu Ehren des 2. Wests. Husaren-Regiments Nr. 11, das nach Ereseld übersiedelt, ein AbschicdSsest. Der Kommandeur der 14. Division, Generalleutnant v. Sperling, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Oberbürgermeister Marx hielt an das scheidende Regiment eine Abschiedsrede. Der Kommandeur des Regiments, Oberstleutnant v. Storch, brachte den Dank des Regiments zum Ausdruck. (Sperling und Storch, — also unter den schützenden Fittigcn von zwei Vögeln ziehen die „Tanz"-Husaren nach Ereseld. D. Red.)
Kirche und Schnle.
— 22 katholische Laten, Darunter Prinz Aren- berg, richteten an die Bischöfe Frankreichs ein Schreiben, das sie beschwört, das Trennungsgesetz anzunehmen und die vorgesehenen Kultus-Genossenschaften zu bilden, da andernfalls die Kirchen Staatseigentum werden und der Bürgerkrieg entfesselt wird.
VersnZschtes.
* Das erste spanische HochzeitSgeschenk der Prinzessin Ena von Battenberg. Als die Prinzessin Ena, die Verlobte des Königs Alfons XIIL, kürzlich in San Sebastian zum ersten Male den Boden des Landes betrat, zu dessen Königin sie ausersehen ist, da empfingen sie die Stadtväter feierlich und überreichten ihr als ein frühzeitiges Hochzeitsgeschenk — ein Paar silbergestickte Pantoffeln, von denen der eine das Wappen Spaniens, der andere das Englands trug. Die Prinzessin soll darüber etwas überrascht gewesen sein. Vielleicht entsprach die Wahl deS Geschenkes einer spanischen Volkssitte, der, wie anzunehmen ift, eine andere symbolische Bedeutung des Pantoffels zu Grunde liegt, als er z. B. in der deutschen Sprache besitzt. Denn daß die künftige Königin sozusagen durch die Blume ermahnt werden sollte, ihren Gemahl von Anfang der Ehe an tüchtig unter ihren Pantoffel zu nehmen — ein derartiger despektierlicher Gedanke lag den Gemeinderäten von San Sebastian wohl fern.
* Goldene Hochzeit der Schtviegereltern FrenssenS. Der pensionierte Lehrer Walter und seine Gattin in Bergedorf, die Schtviegereltern des Dichters Gustav Frenssen, begingen am gestrigen Mittwoch das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar gehörte zu denen, die bereit waren, mit dem Leben für die Freiheit Schleswig-Holsteins cinzustehen. Als achtzehnjähriger Jüngling trat er als Freiwilliger in die schleswig-holsteinische Armee ein und nahm teil an den Kämpfen bei Bau und Idstedt sowie an den Belagerungen von Eckernförde und Friedrichstadt. Nach Beendigung des Krieges nahm er seine Lehrtätigkeit wieder auf. 1853/54 molinte er in Ahrensburg, und hierauf war er 16 Jahre Hauptlehrcr in Borsfleth in Süderdithmarschen. Er siedelte dann nach Meldorf über, wo er daS ihm übertragene Lehramt 25 Jahre verwaltete. Hier war eS auch, ivo Gustav Frensien mit der jüngsten Tochter des Jubelpaares den Lebensbund schloß. 1896 trat Walter in den Ruhestand. Seitdem lebt er in Bergedorf.
LLserverMäts-NaehrLchten.
— Des Sozialdemokraten Enrico Ferri 25 j äh r i g es I ub i l ä u m als Universitätslehrer, so wird aus Rom berichtet, ist dort in der großen Aula der Universität feierlich begangen luorben. Dem Jubilar wurde ein Albtnn überreicht, i)h*5 Unterschriften von Hunderten von Professoren, Gelehrten und hervorragenden Parteigenossen trug; außer allen bekannteren ivissenschaitlichen Persönlichkeiten Italiens sindcw sich darin die Namen von Bebel, Koutsky, Bernstein, M. Gorki unb anderen. Der Rektor der Universität hielt Die Festrede, bann sprach ein Student dem Lehrer bic Dankbarkeit seiner Schiller aus. Der Revnblikaner Bargilai unb ber Sozialist Bcrenini feierten Ferris Verbienste um bie Kriininalanthrooologie. Unter großem Bellall ergriff als letzter Ferri selbst bas Wort, ber ollen anwesenben und abwesenben Freuilben seinen Dank onsivroch.
Gervcbtss^al.
— Eine H e r a u s s 0 rb e r u n g znm Zweikampf wegen cinc§ Streite u in fünf Pfennige beschäftigte bie 9. Stroskomnier deS Landgerichts I. zn Berlin. Wegen Herausforderung zum Zweikainvfe luor der Apotheker T h e 0 Möller angeklagt, während der c a n d. pharm. A u g u st Bans via nu sich rvegen Kartelltragens veraiuworteii mußte. Im Herbst v. I. war Moller in B. in einer Apotheke als Provisor angestellt. Zwischen ihm und dem ^lpotheker R o S k i herrschte ein gespanntes Verhältnis, bas eines Tages zu einem offenen Streite führte. (Sine Fran hatte sich ein Mebikament anferti gen lassen. Währenb Roski bie leere Flasche mit fünf Pfennigen in Aiisatz brachte, behauptete Möller, bie Flasche koste ^zehn Pfennige. Um beii Betrag von fünf Pfennigen eutstaiib cm Streit, ber schließlich zu einem gegenseitigen Anstollsch von Ohrfeigen führte. Am näcljücit Tage überbrachte Bansmann als Kartcllträger eine Sähe l s 0 r b c r u n g 0 h n e V i n b c n 11 it b Banbagen auf b r c i ü i g Minuten an Rösti. Dr Z iv e i k a m p f kam infolge beiderseitiger F r i st v c r s ä n Ni n i s nicht zunr l?(u§trag. Ter Gerichtshof erkannte gegen Möller auf eine Woche Festungshaft, gegen Bansmann auf drei Tage Festungshaft.
2<rvehlrche Nachrichten.
Cvaiigelischc Gemcittde.
Freitag, den 30. März, nachmittags 5!/, Uhr: Vereinigung ber konfirmierten weiblichen Jugcnb ber Lnkcisgemeinbe im Kon- strmanbensaal, Licbigstraße 56.
Israelitische Religioirsgemeinde.
Holkcsdrcn in der Snnagoge (Südankage).
Samstag, bcn 31. M ärz 1906.
Doradenb 6.-15 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Ncuhmitlcrgs 3.30 Uhr. Schristerkläruug.
SabbathaüSgang 7.45 Uhr.
Israelitische Religionsgesettschaft.
e-wltesdicast.
©nbbotbfeier am 31. März 1906:
Freitag abenb 6.25 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags: 3.30 Uhr.
SabbathaüSgang 7.45 Uhr.
Wochengotleöbienst: morgens 6.45, abenbS 6.00 Uhr.


