Druckerei überreichen zu können. Herr Rich. Lange, der Cbes der Firma, knüpfte daran seine persönlichen Glückwünsche und die seiner sämtlichen Angestellten. ES sei diese Aus- -eichnung für ibn eine besondere Freude und er empfinde sie als eine Ehrung der ganzen Firma. Er dankte dem Herrn Geheimerat, der seinen Antrag auf die Verleihung deS Ehren- -eichens beim Ministerium mit Erfolg befürwortet habe» Das Ehrenzeichen für treue Arbeit" bezeichnete er als einen der ehrenvollsten Orden, die ein Monarch zu verleihen - habe. Er schloß mit einem von allen Anwesenden freudig ausgenommenen Hoch auf Herrn Hoß und daS ehrenwerte Buch- druckergewerbe, .die schwarze Kunst".
-Die Befestigung der Hamm straße zwischen der Unterführung bei Geilfuß und der Wreseckbrücke ist fertiggestellt und die fragliche Strecke wird von Montag ab für jeden Verkehr wieder freigegeben (s. heutige Bekanntmachung deS Großh. Polizeiamts).
•• Ein interessanter Gutsverkauf. Der .Bote auS dem Riesengebirge" meldet: Der Großherzog von Hessen verkaufte die (in Schlesien liegende) Herrschaft Fisch- bach uin 21/* Millionen Mark an den Rittergutsbesitzer Martin Rothenburg.
X Wieseck, 23. Rov. Der hiesige Bürgerverein hielt am Montag in dem Restaurant .Germania" eine von ca. 60 Mitgliedern besuchte Generalversammlung ab. Gegenstand der Beratungen waren verschiedene in der Gemeinde obwaltende Mißstäunde, u. a. die Wasserleitung. ES wiirde von der Versammlung scharf gerügt, daß trotz eines Gemeinderatsbeschlusses vom 20. März d. I., nach dem jeder Hausbesitzer für den Reuanschluß an das Hauptwasscr- rohr einen Betrag von 10 Mk. zu entrichten habe, bis jetzt von ihnen die Gesamtkosten des Anschlusses bezahlt werden mußten. Straß en Verhältnisse: Hierbei wurde kritisiert, daß die OrtSstraßen im allgemeinen sich in einem sehr schlechten Zustande befinden; außerdem stellte sich heraus, daß das Gelände von zwei auSgebauten Straßen bis heute noch nicht von der Gemeinde als Eigentum erivorben ist, ein Umstand, der für die Gemeinde von großem finanziellen Nachteile ist, da sie jetzt pro Quadratmeter bis 3 Mark bezahlen muß, dieses Gelände aber vor Jahren für etwa 1,30 Mark zu erwerben war. Schulangelegenheit: Das neue Schul- hauS, daS seiner Vollendung demnächst entgegensieht, soll dem Vernehmen nach ohne jeden weiteren festlichen Akt seiner Bestimmung übergeben werden. Die Versammlung sprach sich lebhaft dafür aus, daß schon mit Rücksicht auf die Schuljugend eine öffentliche Feier stattfinden möge und beschloß in diesem Sinne ein Gesuch an den Ortsvorstand ein» zureichen.
4. Staufenberg, 24. Nov. Heute nacht gegen r/z 2 Uhr brach in der Scheuer des Schreiners Joh. G rü l z hier ein Brand auS, der rasch um sich griff und in kurzer Zeit daS mit Stroh und Futtervorräten gefüllte Gebäude vernichtete. Der rasch herbeigeeilten Pflichtfeuerwehr von Staufenberg gelang e§, die dicht neben der Brandstelle befindlichen Gebäude zu retten und in 1 1/i stündiger angestrengter Tätigkeit da« Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Von den fünf geretteten Schweinen, die man in eine unbewohnte Hofraite gebracht hatte, fielen drei in ein Pfuhlloch;
zwei konnten gerettet werden, wahrend das dritte cr- trunken ist.
Darmstadt, 22. Nov. Der freisinnige Verein Darmstadt wählte in einer sehr gut besuchten Gcneral- versammlung den bisherigen Vorstand wieder und erweiterte den Vereinsausschuß auf 25 Mitglieder. In den Ausschuß des Landesvereins wurden die Herren Sang und Elöffer delegiert. Eine angeregte Diskussion entspann sich im Anschluß an ein Referat über die Lehren ans den Fällen Eißnert und Korell. (Fkf. Ztg.)
R. B. Darmstadt, 24. Nov. (Tel.) In der Gan- denbergerschen Maschinenfabrik (Inh. Jean Göbel), die vor kurzem ihr 50jähriges Bestehen feiern konnte, brach gestern abend ein großes Schadenfeuer aus, das die gesamte Fabrik in Trümmer legte. Bevor der Brand gemerkt wurde, muß er stundenlang im Maschinenraum gewütet haben. Um 10 Uhr wurde das Feuer gemerkt und ein mächtiger Feuerschein war alsbald weithin sichtbar. Die Feuerwehr vermochte von den Fabrikgebäuden nichts mehr zu retten, sie mußte sich darauf beschränken, die angrenzenden Kvntorräume und das benachbarte große Holzlager von Berdux zu retten, was auch gelang. Der Brand dauerte bis lange nach Mitternacht, bis er aus Mangel an weiteren brennbaren Stoffen erlosch. Ter Schaden wird auf über 200000 Mk. geschätzt, er ist durch Versicherung gedeckt. Die Fabrik beschäftigte etwa 700 Arbeiter, die wahrscheinlich einstweilen beschäftigungslos werden.
Offenbach, 24. Rov. Die Verbrauchsteuer auf Schlachttiere und Fleisch waren wird von morgen ab, nachdem der Stadtverordnetenbeschluß die Genehmigung des Ministeriums gefunden hat, aufgehoben.
Worms, 23. Nov. Bei lebhafter Beteiligung siegten bei der Wahl der Vertreter für die Ortskrankenkasse zum erstenmale die freien Gewerkschaften mit 2124 Stimmen über die vereinten Gegner, die 1615 Stimmen erhielten. (Fkf. Ztg.)
Wetzlar, 24. Rov. Wie dem „Wetzl. Anz." von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, ist der Gutsarbeiter Hör- niviuS auS Hohensolms, der vor einiger Zeit seinen Mitarbeiter Judt erstach, auS der Haft entlassen worden. DaS Verfahren ist eingestellt, nachdein die Vorunterslichllng ergeben hat, daß Notwehr vorlag.
* Kleine M i t ei l n n " e " ans Hessen und den Nachbar gebieten. In dem Hersfeld benachbarten Dorfe Kalk- obel zechte auf dein Erntefest des Gastwirts Heyer eine 55jährige Witwe fo stark, daß sie an Alkoholyergistung starb.
VeLtLnLßch-es.
• Gin interessanter Bräutiga m. Wie man aus Paris meldet, hat sich die Schwägerin deS französischen Dramatikers venneguin mit dem Sprachlehrer 91 u b r 6 (55 fron verlobt, der bekanntlieh in der vielbesprochenen Affäre der einstigen Kronprinzessin Luise von Sachsen die Hauptrolle gespielt hat. Er war es, der vor etiva vier Jahren die exzentrische, zu Ausschrei- tungen veranlagte Prinzessin verführte, indem er seine Stellung als Lehrer der jugendlichen Kinder des damaligen Kronprinzen von Sachsen mißbrauchte. Ein recht hohes Abstandsgeld veranlaßte ibn, die Bezielnmgrn zur Kronprinzesstn zu lösen. Die Trennung schien ihm nicht schwer gefallen zu sein, denn bald horte man, daß er in seiner Vaterstadt Brüssel ein Verhältnis mit einer Brüsseler Lebedame, die im Nebenberuf Schauspielerin war, angeknüpft hatte.
• New - Pork, 28. Nov. Earuse wurde für schuldig erklärt und zu 10 D o l I a r s G e l d st r a f e verurteilt.
JTalroh l£esssler
Gross en-Linden, Villmar, Vilbel, Giessen, den 24. November 1906,
7013
Die Beerdigung findet Montag nachm. 3 Uhr in Villmar statt
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Heute Nacht entschlief sanft nach langem mit Geduld getragenem Leiden mein innigst geliebter Gatte, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel
Alter von 37 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen F^au Anna Kessler Familie Kessler Familie Füller Familie Arnold
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Gestern abend entschlief sanft meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter
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geb. Schmidt.
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Die trauernden Hinterbliebenen
I. d. N.:
Emil Geismar.
Giessen (Landgraf Philipp-Platz 10, II.), den 24. November 1906.
Die Beerdigung findet Montag, den 26. da. Mts., nachm 12'/, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.
Donnerstag, den 6. Dezember 1906, nachm. 3 Uhr, laßen die Binder der verstorbenen Earl Ulm Eheleute auf hiesigem Orts- gericht erbteilunqshalber öffentlich freiwillig versteiaern:
Flur 28 Nr. 257 — 153 qm Hofraite, Laggärten in den hintersten Schießgärten, Flur 28 Nr. 258 — 473 qm Grabgarten daselbst,
Flur 28 Nr. 259 = 111 qm Hofraite daselbst. |B,T/U Gießen, den 16. Novbr. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen.
__Gros._________ Versteigerung. Diontag, den 26. d. MtS., nachm. 21/, Uhr, sollen dahier, Walltorstr. 6 (Darinst. Haus) 7009
1. 1 Ring mit 5 Brillanten, 1 Kugelring, 1 Armband.
2. 40 Paar Herrenschnürsticscl und 1 Halbverdeck zwangsweise gegen bar versteigert werden. — Die Versteigerung ad. 1 findet ganz bestimmt statt. 7or-9 Gießen, den 23. Novbr. 1906 Seipel, Gerichtsvollzieher.
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V Gießen, 23. November. Zweikampf mit tötlichen Waffen.
Die Referendare F. vom Weilerbof bei Wolfskehlen und R. N. von Echzell gerieten in einem Restaurant zu Mainz in Wortwechsel, in dessen Verlauf F. von R. eine Ohrfeige erhielt. F. ließ N. eine schwere S ä b e l f o r d e r u n n g überbringen, die auf dem Wlndhos zum Austrag kam. Nach wenigen Gängen erhielt F. eine Armverletzung und er wurde vom Arzt für karnpf- mllähig erklärt. R. wurde inzwischen, da er Reserveoffizier ist, vom Kriegsgericht zu drei Tlonaten Festungshaft verurteilt. F. will von seinem Gegner gereizt worden sein, was dieser jedoch bestreitet. Er behauptet im Gegenteil, daß F. den ganzen Streit vom Zaun gebrochen bat. Das Gericht hielt die Vorgänge in der Wirtschaft nicht für völlig aufgeklärt, da beide Teile unter der Wirkung des Alkohols gestanden haben. F. erhielt wegen des Vergehens des Zweikampfes mit tätlichen Waffen eine Festungs- Haftstrafe von 4 M o n a r e n.
Gießener Wetterdienst.
sroranSsichttlck'c L'ittcrnng für Neffen am Sonntag dem 25. November: Nebelig und heiter. Leine erheblichen Niederschläge. Nachts kälter. Veränderliche Winde.
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Berlin, 24. Nov. Die „Dtsch. Tagesztg." schreibt: Laudwirtschaftsminister v. Arnim ist in Berlin eingetroffen und wird heute die Geschäfte übernehmen. Herr v. Arnim ist nicht nur ein sehr tüchtiger Landwirt, sondern als kluger und vorsichtiger Mann bekannt. Als solcher wird er sich der Einsicht nicht verschließen, d-aß eine Fortsetzung der Politik seines Vorgängers nicht nur im Interesse der Landwirtschaft, sondern auch in dem des gesamten Land es unbedingt notwendig ist. & __
Posen, 24. Nov. Der Direktor be5 katholischen Lehrer-SeminarS in Ex in und ein Seminarlehrer dieser Anstalt erhielten anonyme Briefe, in welchen ihnen angekündigt wurde, daß sie für ihre Haltung im polnischen Schulstreik zum Tode verurteilt seien und daß das Urteil demnächst vollzogen werden würde.
Rom, 24. Nov. Tas „Giornale d'Jtcktia" erfährt aus Wien, daß der Minister v. Aehrenthal sich dafür einsetzen wolle, die Beziehungen zwischen Rom und Wien so f r c u n d l i ch zu gestalten, daß Italien und Oesterreich für wechselseitige Verständigungen künftig des Umweges über Berlin entraten sowie übereinstimmend und gemeinsam dafür wirken können, daß im Interesse deS Friedens die Spannung zwischen Deutsch! and und England Nachlasse.
Petersburg, 24. Nov. Graf Witte'S Rückkehr hat viel Staub aufgewirbelt. ES muß konstatiert werden, daß der Zar seine Ansicht über seinen ehemaligen Ministerpräsidenten vollständig geändert hat, nachdem ihm Beweise unterbreitet worden sind, daß Witte seinerzeit wirklich mit der revolutionären Arbeiter-Fraktion in Verbindung gestanden hat. (?)
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