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)tnb schieden mit der Ueberzeugung, daß sich der musikalische Nachu'uchs bei Fräulein Sander in den besten Händen be- sindet. .
- Die Schnepfen münze. In diesem Jahre erhielt der Forstmeister Schäfer in Monchbruch die Schnepfenmünze oom Hessischen Jagdklub. Er schoß die erste Schnepfe in diesem Jahre in Hessen und zwar am 7. März auf dem Strich.
*♦ Au? b ein Bureau de? Stadttheater?. Schon heute sei auf den Ehrenabend der Herren Regisseure Lippert und Goll hingewiesen, die sich dazu die französ. Komödie von Alfred Capus „LeontinenS Ehemänner" gewählt haben. Die Rolle der Leontine wird von Fraii Bayrhammer gegeben.
- Die Brauereibesitzer der Provinz Oberhcsscn und deS angrenzenden preußischen Lahn- und DitlgebieteS hielten vergangene Woche nach längerer Pa»lse ivicder eine Versammlung im Hotel Viktoria ab. Herr Äsprion-Gießen berichtete eingehend über den Stand der Brausten erv or- lage. Er erkannte an, daß der von der Kommission angenommene Antrag Becker eine Staffelung enthalte, die erheblich vorteilhafter für die Brauindustrie sei, als dies bei dem nun beseitigten Antrag Speck der Fall war. Der Antrag Becker habe im Auge, daß die Großbrauereien in der Hauptsache die Zeche bezahlen sollten, doch sei die Steuer für die kleinen und mittleren Brauereien gegen jetzt wesentlich erhöht und es sei nicht in Abrede zu stellen, daß damit die vielen Kleinbetriebe, besonder? auch in unserer Gegend, bart betroffen werden. Er führte folgende Zahlen an: 2500 Zentner jährlicher Malzverbrauch kostet heute Mk. 5000 Steuer — in Zukunft Mk. 6000 — 4000 Zentner jährlicher Malzverbranch zahlen heute Mk. 16 000 Steuer, in Zukunft Mk. 22 625 — 15 000 Zentner Malzverbrauch zahlen heute Mk. 30 000 Steuer, in Zukunft Mk. 51625 — 25000 Zentner Malzverbrauch versteuern zurzeit Mk. 50 000, in Zukunft erhöht sich der Betrag auf Mk. 101 620. Eine Großbrauerei, die 100 000 Ztr. Malz verbrauche, zahle jetzt dafür Mk. 200 000, in Zukunft aber Mk. 476 000 Steuer. Bei einem doppelt so großen Quantum verbrautem Malz steigert sich die Steuer nach dem Anträge Becker von Mk. 400000 auf Mk. 976 600. Der Referent war angesichts dieser Summen, mit denen ein einzelnes Gewerbe höher belastet werden soll, der Meinung, man glaube nicht, daß es Volksvertreter geben könnte, die die? gut heißen. Er. legte der Versammlung die Frage vor, ob nach Lage der Sache aufs neue in eine Agitation eingetreten werden solle, um das Plenum des Reichstages zu veranloffen, die Steigerung der Steuer für die kleineren und mittleren Brauereien, wie sie der Konnnissionsbeschluß angenommen, henmterzusetzen. Redner ermahnte seine Berufskollegen die herbeigeführte Annäherung der einzelnen Brauereien des Bezirke? weiterbestehen zu lasten und für die Folge noch fester zu gestalten; unter dem Zwange der Verhältnisse sei die Einigkeit erzielt worden und man habe einsehen gelernt, daß nur durch einmütiges Zusammengehen vorhandene Schäden im Braucreigewerbe könnten auSgemerzt und weitere Schädigungen in der Zukunft vermieden werden. Man solle nicht warten, bis die Rot wieder die Gewerbegenosten zusammenführt. Die Diskussion ergab, daß man von einer- weiteren Agitation gegen die geplante Brausteuer nichts erwartet. Man sprach in der Versammlung offen aus, daß bei der jetzigen Zusammensetzung deS Reichstages nicht zu erwarten ist, daß die von der Kommission angenommenen Steuersätze zu Gunsten der kleinen und mittleren Brauereien geändert werden würden. Die Mehrheit der Versammlung erklärte sich aber bereit, einer Brauerei- Vereinigung, ähnlich wie sie in Thüringen und Sachsen besteht, beizutreten. Es soll dies nicht etwa ein lose gefügter Zusammenschluß sein, sondern eine feste Organisation. Man wählte zwei Kommissionen, die eine unter Vorsitz des Brauereibesitzers Bichl er, die in Oberhessen die einleitenden Schritte zu der geplanten Vereinigung der Brauereien vornehmen soll, während die andere Kommission unter dem Vorsitz des Brauereibesitzers Eug. ASprion das preußische Lahn- und Dillgebiet zu dem Zwecke bearbeiten soll.
— Hessische Landes-Aus st cllung für freie und angewandte Kunst Darmstadt 1908. Am Montag nachmittag fand in dem Rathaussaal Darmstadt unter dem Vorsitz des Ministerialvrasidenten Braun eine aus allen Teilen des Landes gut besuchte Sitzung des D a u p t a u 8 s Ä u s s e s der Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Künst statt. Der erste Punkt der Tagesordnung galt der Erörterung der Frage, ob es angesichts der Kürze der Zeit überhaupt noch möglich sein werde, bis zum Frühjahr 1907 eine Ausstellung mit derjenigen Sorgfalt vorzuberciten, die für ein gutes klingen des Unternehmens erforderlich ist. Nach der in der Sitzung abgegebenen Erklärung des Oberbürgermeisters Morneweg hat sich das, Stadtbauamt Darmstadt dahin geäußert, daß an eine rechtzeitige Fertigstellung des auf der Mathildenhöbe zu errichtenden städtischen Ausstellnngsgebäudes bis ;nm 1. Mai 1907 nicht mebr gedacht werden könne. Bei der einschneidenden Bedeutung, die die Ausführung des ftädtisckten Proickts für das ganze Aus- ftellungsuntcrnehm"u naturgemä' besitzt, konnte hiernach an dem ursprünglich in Aussicht genommenen Emöffnunqstermin nicht mehr festgehaltcn werden. Man beschloß. daher einstimmig, die Ausstellung um ein Jahr zu verschieben, als Eröffnungstag wurde der 1. M a i 1908 bestimmt. Die Versammlung trat darauf in die Prüfung des von dem Künstausschuß in der Form einer Beschickungsordnung entworfenen Ausstattungsprogramms ein, das im wesentlichen allgemeine Billigung sand. Die Bc- schickungsordnung soll nunmehr an die Künstler, Knnstindu- striellen und Kunsthandwerker des Landes zur Versendung gelangen, um möglichst bald einen Uebcrblick über die Ausstelliings- gegenstände zu gewinnen, mit denen die Ausstellnngsleitnng zu rechnen hat. Man hofft hierdurch das Interesse au der Ausstellung auch in denjenigen Kteisen des Landes zu beleben, die sich bisher dem Unternehmen gegenüber abwartend oder gar ablehnend verhalten hatten. Von Interesse waren die Mitteilungen. die der Vorsitzende des Finanzausschusses, Kvmmerzienrat Jacobi, über den derzeitigen Stand der Finanzierung des Unternehmens machte. Es ergab sich hieraus, daß die Bürgerschaft Darmstadts durch Stiftungen und Zeichnungen für den Garantiefonds ein erfreuliches Interesse an der Msstellung dokumentiert, während dies von den übrigen Teilen des Landes nicht gesagt werden kann.
sd. Darmstadt, 3. April. Der Voranschlag der Stadt bringt den Bürgern der Residenz keine freudigen Ueberraschungen, er weist vielmehr auf einen zu erwartenden Fehlbetrag von 200 000 Mk. und gleichzeitig auf eine notwendig werdende Stenere.rhö h ung hin. Der Gemeindezuschlag zur StaatSeinkommensteuer soll von 88.2 auf 91.2 Prozent erhöht werden. Man kommt als steuerzableu- der Bürger also diesmal glimpflich weg, wird aber nicht fehlgehen in der Annahme, daß im nächsten Jahre wieder
eine kleine Steuererhöhung kommt. Man muß dabei an die großen Ausgaben der Stadt denken. Die Ausgaben für Schulen wachsen, wie in allen größeren Städten, so auch in Darmstadt, in jedem Jahre ganz erheblich, der Voranschlag sieht 1050 500 Mk. für Schulen vor. Die städtischen Betriebe werden auch voraussichtlich im neuen Jahre gute Ueberschüsse erzielen.
Worms, 2. April. Die hiesigen Sozialdemokraten beabsichtigen, das altrenommierte Gasthaus „Worrets Etablissement" durch Kauf in ihren Besitz zu bringen.— Unser Stadtbaumeister, Stadtbaurat Metzler, dem Worms eine Anzahl städtischer Prachtbauten, namentlich Stadtschulen, verdankt, wird WormS demnächst verlassen. — Mit der Schienenlegung für die bewilligte elektrische Straß en» bahn wird im nächsten Monat begonnen werden.
-j-f Wissend ach bei Dillenburg, 2. April. Unser seitheriger Bürgermeister H. Weimar, der seit 14 Jahren erfolgreich unserer Gemeinde vorstand, ist nach längeren schweren Leiden gestorben.
Haiger, 2. April. Das Spielen mit Schußwaffen hat wieder ein Opfer gefordert. Gestern Nachmittag gingen zwei Italiener, welche beim Bahnbau au der Wasserscheide beschäftigt sind, spazieren, und hantierten dabei mit einem Revolver. Der Inhaber der Schußwaffe kam vielleicht der Auslösung zu nahe, der Schuß ging los und traf seinen Kameraden in den Hals, so daß dieser schwer verletzt zusammensank. Der schwer Verwundete wurde ins hiesige Krankenhaus verbracht, an seinem Aufkommen wird gezweifelt.
** Kleine 'P? i < f ’ i 1 ” r n e n "''s Hel se, n und den Nachbarstaaten. DerG e s a n g - V e r e i n S ä n g e rk r a n z in Großen-Buseck beschloß in seiner letzten Versammlung, in diesem Jahre Fahnenweihe abzuhalten. Die Fahne wurde der Bonner Fahnensabrik in Bonn a. Rh. in Austraq gegeben. — Einen guten Fang machte heute der Fischereiklub in der Nähe von Wehrda. Es wurde ein Hecht von 1,05 Meter Länge und einem Gewicht von 20 Pstmd aus der Lahn gezogen. — In Frohnhausen erhängte sich in einer Scheune der 42 Jghre alte Bäcker und Landwirt K it n z. Kunz lebte in geordneten Verhältnissen und der Grund zur Tat dürfte darin zu suchen sein, daß K. infolge eines Augenleidens vor einiger Zeit vollständig erblindete. — In Hachenburg 'rourbc mit 9 gegen 6 Stimmen Jstobt- sekretär Steinhaus aus Hattingen zum Bürgermeister gewählt. — In Mel b g ch wird am 16. Avril eine Vostagentur eröffnet.
VerrnSschtes.
* Kattowitz O.-Sckl., 3. Apr.:. Die Entst e hungs- Ursache des Brandes in der F r i e d e n s g r u b e wurde bisher nicht festgestellt. Die Arbeiten zu einer neuen Abdämmung wurden sofort vvrgenotnmm. In 8 bis 12 Tagen hofft man. den Braud zu lokalisieren. Ein weiteres Unglück ereignete sich in der Hugo-Grube der Douuersmcirck'schen Bergwerksverwaltung, wo zwei Bergleute durch Steinmasien verschüttet und getütet wurden.
* Bordeaux, 3. April. In dem Zuge Bordeaux- Paris gerieten heute an dem Wagen, in dem sich "Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, befand und an dem Gepäckwaacn die Achsenbuchscn in Brand, so daß andere Wagen eingestellt werden mußten. Der Zug fuhr,mit einer Verspätung von einer halben Stunde nach Paris weiter.
— Die a u ch in unterer Gegend eingesührte Magdeburger Lebens - Versi ck erun g s - Gesellschaft feierte kürzlich ihr 50 j ä h r i g c s Beste h c n. Wie wir den Magdeburger Zeitungen entnehmen, waren die Generalvertreter, die ältesten Aiißenbeamten und die Generalagenturbeamten aus ganz Deutschland zur Feier herbeigeeilt und überbrachten, ebenso wie die Bvrecubeamteu, der Gesellschaft und ihrem Rendanten A. Linde, der gleichfalls sein 50iähriges Jubiläum beging nnd Pont Aufsichtsrate zum Direktor ernannt wurde, Glückwünsche und Geschenke. Zu der Begrüßung um 12 Nhr erschien der Obervräsident der Provinz Sackffen, von Bötticher, der auch das Kasierhock ausbrachte, und in beredten Worten seiner Freude über die Entwicklung der Gesellschaft Ausdruck gab. Der erste Direktor Linde gab ein Bild der Entwickelung der Gesellschaft, die, aus Heinen Anfängen Arvvrgeheud. sich aus eigener K'rast einen der ersten. Plätze in der deutschen Assekuranz gesichert hat. Während das Vermögen z. D. 1860 nur 6,5 Millionen. 1890 28.2 Millionen Mark betrug, stellt es sich Per 1905 auf 79.5 Millionen: an Prämien und Zinsen wurden 1860 nur 0,4 Millionen, 1890 4,4 Millionen. 1905 aber bereits 13,5 Millionen vereinnahmt, während der Versicherungsbestand jetzt bereits 1-i Milliarde überschritten hat. Seit 1895 ist außerdem die sich günstig entwickelnde Unfallversicherung und seit 1906 die Hgst- vflichtversicheriing eingeführt worden. Durch mehrfache Wohl- sahrtseinrichtungen lz. B. Vensronskasse mit Rechtsanspruch auf Ruhegehalt, Witwen- und Erziehungsgelder) ist für die Beamten gesorgt.
Kleine Tageschronik. In der Gegend von Trop- pau nimmt die Genickstarre-Epidemie immer mehr zu. Sie herrscht bereits in 36 Gemeinden des östlichen 'Schlesiens. — Die katholische Kirche iic Wicszvczin (Vr. Posen) ist total n i c d e r g e b r a n n t. - In Leipzig ist seinem Transporteur entspruugen der Untersuchungs-Gefangene Graf W a l e w s k i, der nach der Irrenanstalt gebracht werden sollte. Er hat zahlreiche Schwindeleien verübt und nach seiner Verhaftung den wilden Mann gespielt. — In Hamburg wurden auf dem von La Plata ein getroffenen Dampfer „Sevilla" verdächtige Ratten gefunden. Personen sind nicht erkrankt. Das Schiff wurde der Ausgasung mit einem Rattentötungsapparat unterzogen. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen^ Die Löschung der Ladung ist unter den üblichen Vorsichts'rngßregeln gestattet. — Der S eh nellzug MoSkau-Warschau e n t g l e i st e in der Station B i a l c. Dabei kam eine Person ums Leben, sieben erlitten Vevl^!-u„am.___________________________
Universitäts-Nachrichten.
(> Marburg, 3. April. Die Immatrikulationen für das cm 15. Avril beginnende Sommersemester an der hiesigen Universität sind wie folgt festgesetzt: Theologen gm 17., 23., 27. April und 3. Mai, Juristen om 18., 24., 30. Avril und 4. Mai, Mediziner am 19., 25. Avril, 1. und 7. Mai, Philosophie nnt 20., 26. April, 2. und 8. Mai. Die Vorlesungen müssen bis zum 14. Mai belegt sein, wenn das Semester als Studienzeit gelten soll.
Sport.
** Der Gießener Fußballklub von 1900 hatte am Sonntag die 1. und 2. Mannschaft der Vockenheimer Fußball- Vereinignng 1901 zum Wettspiel eingc(abcn. Gießens 2. Mannschaft verlor gegen die gleiche Bockenheims mit 4:0 Toren: Bvckenbcims 1. wurde iedoch von Gießens 1. Mannschaft mit 2:0 Toren geschlagen. Dieses Spiel wurde von feiten der Gäste sehr roh gespielt und gereicht dies unserem schönen Sport nicht zur Ehre. Der Sturm von 1900 zeigte diesmal nickt so gute Leistungen wie man es gewohnt ist; die Läuferreihe tat ihr möglichstes, das beste und ein aufopferndes Spiel zeigten Gie- sens Verteidiger Hellmia und
GerZchtssaal.
Breslau, 3. April. Die Breslauer Strafkammer verurteilte den Gericktsreferendar Kerl Beseler, den Sohn des I u st i z m i n i st e r s . wegen eines am 26. November stett- geTjnbten, unblutigen Duells zu vier Monaten Festung. Sein Duellgeguer war vom Kriegsgericht zu 3V* Monaten Festung verurteilt worden. Das Duell war durch einen WirtS- hauSstreit entstanden. 1
Nürnberg, 3. April. Das Sck w u r g e r i ckt oerurtctltc den 20 Jahre alten Spinner Adam Meier- Gotdersdorf und den 18 jährigen Sckmied Franz S ck a n d e - Soberitz (Böhmen), die am 4. Januar 1906 den Gütler Lehnert-Mauck unterwegs erschlugen und beraubten, wegen Raubmords, und zwar Meier zum Tode, Schande zu 15 Jahren Gefängnis. (F. Z.)
Turin, 3. April. Gestern begann vor dem Kassationshof die Berufungs-Verhandlung im Prozeß Mu rri-Bon- Martini.
Arberterbewegrrrtg.
Berlin, 2. Avril. Die Berliner M a i e r g e h i l f e n be- scklosfen heute den Streik gemäß den Vorschlägen der Lohnkommission. Die Zahl der Streikenden wird auf 8000 geschätzt.
Hannover, 2. April. Die A u. s st a n d s b e w e g n n g hat sich nmrmehr auch auf die D r c ht w a r e n i n d u st r i e ausgedehnt. Die Arbeiter der Firmen Grimm it. Co. sowie Hentschel und Jeebbs und Diettrich 'beschlossen einstimmig heute die Arbeit niederzulegen.
Hamburg, 2. Avril. In einer heute abend stattgehabten Versammlung der Hafenarbeiter, die von etwa 400 Personen besucht war, gelangte eine Resolution zur Annahme, in der sich die Hafenarbeiter mit den ausständigen Seeleuten solidarisch "erklärten.
Hamburg, 3. Avril. Aut Antrag der Reeder werden größere Anmusterungen cm Bord des Schi Hs selber vorgenommeu. Unter gnderm wird heute die Besgtzunw^cs Schnelldcrmv'ers „Deutschland" an Bord angemustert. Die gussiändigen Seeleute verhalten sich r u b i g, die Ordnung wurde nirgends gestört. Mehr- sgch ist von Streikposten der Versuch gemacht worden, Arbeitswillige, die schon emgemustert waren, wieder ^ur Anmusterung zu bewegen, berortiac Anträge mußten natürlich vorn Seemannsamte zurückgewiesen werben. Der Schiäsverkehr zeigt noch feine bemerkbare Beeinflussung durch den Streik. Der Verkehr der ausgehenden Schiffe hielt sich in denselben Grenzen wie in normnlcn Zeiten. Von gestern Mittag bis heute früh oi na en von hier aus 17 Dampfer, zwei Seescklevvzüge und ein Segelschiff.
D red en, 3. Avril. In der Dresdener Kreisbguvtmannschaft steht ein neuer riesenhafter Lohnkampf bevor, nachdem der Verband der Metall-Jnbustriellen anläßlich einer bloß 80 Monteure in einer Meißener Fabrik brtreffenben Differenz die Aussperrung sämtlicher organisierten Metallarbeiter beschlossen bat. In der Hauptsache handelt es sich um Wahrung des Koalitionsrechts.
Toulon, 3. Avril. Der Unterpräfeft ist in Sacken der durch den Kellnerst ne i k hier vorgekommenen Zwischenfälle nach Paris berufen worden, wo er heute eine Unterredung haben wird. Die Leiche eines getöteten Kellners ist in die Arbeitsbörse transportiert worden und wird morgen begraben werden. Man befürchtet neue Zusammenstöße.
New-Hork, 3. April. 1 4 3 0 0 0 Hartkohlenleute feierten gestern, wahrend nur 50 000 arbeiteten. Die Zecken- besitzer in Ohio beschlossen, den Weichkohlenarbeitern nichts zu bewilligen. Tie Besitzer in Pitisburg gnben dagegen nach.
Indianapolis, 3. April. Die bituminöse Kohle fördernden 6)csellschasien, die gegen 100 000 Arbeiter beschäftigen, bewilligten bereits den neuen L o h n t a r i s. Tie Befürchtungen, dgß es zu einer völligen Betriebseinstellung kommen wiirde, sind vorüber. Man rechnet vielmehr damit, daß die Lage sich täglich bessern wird.
Gingesandt.
lFür den Jnhglt der unter brVr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rcdc.lt den, P"R'kmu gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Bei dem jetzigen schönen Wetter mgcht sich in der Lich erst r a ß e wieder ein Mißsignd gettenb, der einem leicht dgs Spazierengehen verleidet. Man ist noch Feine 50 Schritte im Wald, so kann man nicht mehr den Fußsteig benutzen, wenn es nicht wochenlang vorher sehr trocken war. Man ist genötigt, vor dem auf dem Wege lagernden Schmutz in den Wald zu flüchten, was -namentlich für Damen nicht angenehm ist. Die Kolilenascke, die man auf den Weg gestreut hat, nutzt bei den hiesigen Bodenverhältnissen nichts. Könnte man nicht an der südlichen Seite der Straße einen Streifen Wald abholzen und einen Svaziergängcr- weq anlegen? Es würde dies für Gießen einen der schönsten Spaziergänge geben, auch würde für die Straße ein großer Vorteil geschgffen, da sie freier zu liegen käme und besser abtrocknen konnte. Eine nmmgenehme Neberraschung wurde mir kürzlich zuteil, als ich die 1. Schneise nach der Osrünberger Straße zu ging, weil auf der Licker Chaussee nicht mehr fortzukommen war. An dem Uebergang der oberhessischeu Bahn stand ein Militärposten und bot ein energisches Halt, da der Weg für Zioilverionen verboten sei. Bloß für Tennen, die in Begleitung von SolOgtcn sind, scheint, wie wir sehen konnten, das Verbot nicht zu bestehen.
Es ist kein Grund einzusehen, warum der Weg für das Publikum verboten ist. Zudem ist er doch, soviel mir bekannt ist, Eigentum der Stgdt. Es wäre daukeuSwert zu begrüßen, wenn die Stadtverwgltung dafür sorgen würde, daß dos Verbot aufgehoben würde.
Lens, 4. April. (Orq.'Tep. d. G. 91.) Heute morgen 9 Uhr wurde eit? Lebender an? Schacht 4 geborgen. Man glaubt, daß sich noch andere Lebende in diesem Schacht befinden.
Telefomsclhe
des Giessener Anzeigers, mitsreteilt von der Uank für Handel und Industrie. Glessen.
Firnnkfnrter Färse. 4. April, 1.15 Uhr.
3l<°/n Reichsanleihe . . 100.35 Elektriz. Lahmerer . . . 145.00
3% do. . . 80.25 3^°/0 Konsols .... 101.10 3% do..... 89 40
Hessen.....99.70
3^°/n Oberhessen . . . —.— 4°ft Oesterr. Goldrcnt.e. . 100.20 4’/6®« Oesterr. Silberrente 100.80 4 % Ungar. Goldrente . . 95.00 4% Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I . 69.75 3% Portugiesen „ TII 71.00 4’3% russ.Staatsanl. 1905 91.55 4%°« japan. Staatsanleihe 95.75 1 % Conv. Türken von 1903 94.00 Türkcnlose......147.30
4 % Griech. Monopol-Anl. 54.95 4% äussere Argentinier . —.— 3°/0 Mexikaner . . . 68.70 4^°/0 Chinesen .... 98.30
Aktien:
Bochum Guss..... 247.25
Buderus E. W .... —.—
Tendenz: ziemlich fest.
Elektriz. Schuckert . . . 133.70 Escbweiler Bergwerk . . 264.25 Gelsenkirchen Ber^wn'k - 229.20 Hamburtr- Amerik. Paketf. 166 60 Harpen er Bergwerk . . . 219 40 Laumhüt.to......249 50
Nordd. Lloyd..... 137 30
Obei=chles. Eisen-Industrie 132.10 Berliner Handelsges . . 172 80 Darmstädter Bank . . . 146.00 Deutsche Bank . . . 24140
Deutsch-Asiat. Bank . . 184.20 Diskonto-Kommandit. . . 189.80 Dresdner Bank ‘ ... 163.30
Kreditaktien.....212.60
Baltimore- und Ohio-
Eiscnt ahn . . .115 00
Gotthard bahn.....—.—
Lombard Eisenbahn . . 24 40
Oesterr. Staatsbahn . . . 144.60
Prince-Heuri-Eisenbahn . 140.30
Berliner Börse.
Canada E. B......—.—
Darmstädter Bank . . . 145.70
Deutsche Bank .... 241.20
Dortmunder Union C. . . 87.60
Dresdner Bank .... 163.20
Tendenz: schwach.
4. April. Anfan^skurse.
Harpener Bergwerk . . . 219 50
Laurahütte . . , . — '■ombarden E. B. ... 24.30
Nordd. Lloyd..... 137 00
Türkenlose . ... 146.90
Briefkasten oer
(Anonyme Anfragen bleiben nnbernüsichligt).
Alter Älbonnent. Fluchtverdacht kann nur bei nach dem Strafgesetzbuch ver'olgbaren Handlungen vorliegen nnd zur Verhaftung des betr. Täters führen. Eine Verhaftung wegen Verwirk- lichung zivilrechtlicher Ansprüche gibt es nicht; man könnte höchstens an b m sogenannten „persönlichen Arrest denken, doch wird dieser ec..' 1 Jc(tcn erlassen. — Ob ein TageloHn von 3,50 Mark wegen einer Forderung aus Aliiuenteir teilweise pfändbar ist, können wir nicht ohne weiteres ei'.tscheideru An und für sich kann TageloHn
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