Ausgabe 
3.11.1906 Erstes Blatt
 
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DerNordd. Allq. Ztg/' -''.folge hat der int Rechts- rcfcrat der Kolonialabteilung beschäftiqtc Wirk!. Lcgations- rat Dr. v. Jacobs Mitteilungen über Sic gegen ihn gerich­teten Angriffe wegen seiner Geschäftsführung als stell­vertretender Konsul in Kapstadt nnb wegen seiner dortigen persönlichen Führung erhalten. Dr. Jacobs bat diese Mit­teilungen seiner Vorgesetzten Behörde übergeben mit dem Antrag, eine Untersuchung einzuleiten. Diesem An­träge wurde stattgegeben.

In der heutigen Sitzung des B u n d e s r a t e s wurde die Vorlage, betreffend die Ucbersicht über die Reichsaus­gaben und die Einnahmen für das Rechnungsjahr 1905 dem Ausschuß überwiesen. Der Ausschußbericht über den Entwurf einer Verordnung, betr. Sie nähere Festsetzung über die Gewährung von Tagegeldern, Fuhrkosten und Umzugskosten ait die Beamten der Mili­tär - und M a r i n e v e r w a l t u n g, fand die Zustimm­ung des Bundesrats.

DieVoss. Ztg" erfährt von wohlunterrichteter Seite, daß bis jetzt ein Beschluß über die .Heranziehung neuer Steuerprojekte zur Deckung der Differenz zwischen den Einnahmen aus den bewilligten Steuern und dem vom Reichstag anerkannten Mehrbedarf von 200 Mill. Mark innerhalb der Verwaltung nur insofern gefaßt wor­den ist, als eine Novelle zur M a i s ch b o L t i ch st e u e r dem Reichstag vorgelegt werden soll. Der aus der Erhöhung Lieser Steuer zu erwartende Betrag wird aber zur Deckung der Differenz nicht ausreichen, sodaß also noch andere Steuerquellen herangezogen werden sollen. Es ist ferner noch zu beachten, daß die den ordentlichen Etat übersteigenden Forderungen der Heeres­verwaltung, insbesondere zur Ümbewaffnung der Armee, gleichfalls durch Steuererträge gedeckt werden sollen.

5(815 L.aÖt utto

.Sprechstunden der Redaktion 1! l Nlsi' vorm.. iA7i/58 Uhr abds. Gießen, den 3. November 1906.

* Die Beaufsichtigung der Hunde in Gießen behandelt ein Lokalreglement, das im heutigen Amtsblatt abgedruckt ist.

§ Steinberg (Kreis Gießen), 2. Nov. Unser in diesem Jahr gegründeter Turnverein hält an, Sonntag sein erstes Abturnen verbunden mit Konzert ab. Am Abend stellen die Turner Pyramiden und es findet Tanzbelustigung statt.

? Wetterfeld, 2. Nov. An unserer Wasserleitung befindet sich von Anfang an ein Fehler, der zurzeit unter Leitung der Großh. Kulturinspektion Gießen entfernt wird. Die Wafierentnabme ist hierdurch nicht beeinflußt. Der vor kurzem von hier gemeldete Unfall betraf einen Arbeiter, der an der staatlichen Gruppenwaflerversorgung Bad-Nau- Heim-Friedberg beschäftigt war: der Fall hängt also mit den Arbeiten an der Gemeinde-Wasserleitung nicht zusammen.

R. B. Darmstadt, 2. Nov. Das neue Landes- Synodalgebäude, dessen Errichtung durch Bestimmung der Landessynode vom 20. März 1905 auf dem vom Ober» konfistorium erworbenen Niegraf'schen Haus, Ecke der Ncckar- und Waldstraße, beschlossen wurde, ist jetzt fertiggestellt und soll am nächsten Dienstag beim Zusammentritt der Landes­synode eingeweibt werden. Die Ausführung des Baues, welche die Architekten Mähr und Markwort übernommen hatten, geschah in der Weise, daß das alte Haus an der Neckar­straße durch Anbau nach Süden erweitert und mit dem nach Osten gelegenen, den Sitzungssaal enthaltenden neuen Bau zweckmäßig durch einen Zwischenflügel verbunden wurde. Im Erdgeschoß der jetzigen Baugruppe befinden sich Kanzlei, Registratur und Buchhaltung de§ Großh. Oberkonsistoriums, im ersten Obergeschoß das Sitzungszimmer des Oberkon­sistoriums, verschiedene Arbeitszimmer der Räte, das Sekretariat, Prüfungszimmer re., während tm zweiten Obergeschoß Bureau- und Kassenraume des evangelischen Zentralkirchcnfonds und die Wohnung des Rechners eingerichtet sind. Der neue prächtige Sitzungssaal nach Osten ist mit einer kleinen Garten­anlage nach der Waldstraße umgeben; er ist 12 Meter breit und 17 Meter lang und enthält in amphitheatralischer An­ordnung 56 Plätze der Synodalen, diesen gegenüber die Plätze des Präsidiums und des Oberkonsistoriums. Eine leider nicht sehr bequeme Galerie ist für Presse und Publikum bestimmt. Die Decke zeigt sich als ein rauh geputztes, durch Gurtbogen gegliedertes Gewölbe mit Oberlicht, während für Abendsitzungen auch Ampelbeleuchtung von 42 elektrischen Beleuchtungskörpern vorgesehen ist. Tie Sitzplätze sind ähnlich denen de§ Ständehauses eingerichtet, die Wände des Saales mit einer Vertäfelung au? braun gebeiztem Eichenholz ver­sehen; durch Schnitzerei und Stukkaturarbeit gezierte Tür­umrahmungen und teilweis geschnitzte Füllungen der Täfelung bilden den einzigen Saalschmuck. Das Ganze macht auch von außen einen freundlichen, imposanten Eindruck.

Mainz, 2. Nov. Freiherr von Zucco-Cuccagna, der ehemalige freireligiöse Prediger, hat von Wien aus die freireligiöse Gemeinde auf Pen si o n ieru n g verklagen lassen. Der Rechtsstreit ist durch die Gesellschaft, zu der er geflüchtet ist, anhängig gemacht worden. Wie Herr von Zucco seinen Anspruch begründen läßt, konnte das Mainz. Tgbl., dem wir diese Notiz entnehmen, nicht erfahren.

Bingen, l.Nov. Wie n. d.Kl. Br." in freisinnigen Kreisen verlautet, beabsichtigt der Reichs tagsabge­ordnete des Wahlkreises Bingen-Alzen, Neinhart Schmitt- Elberfeld bei der nächsten Wahl (1908) nicht mehr zu kandidieren. Als Kandidat soll der Abgeordnete K o psch- Berlin aufgestellt werden.

ü. Wiesbaden, 2. Nov. Schon wieder macht ein polizeilicherMißgriff von sich reden. EinKellner, der am Sonntag abend mit der elektrischen Bahn von Biebrich nach Wiesbaden fuhr, wurde von einem Mainzer Schutz­mann als steckbrieflich verfolgter Mannheimer Einbrecher verhaftet. Trotzdem der Kellner seine Identität nachweisen wollte und bat, man möge sich bei seinem Dienstherr nach ihm erkundigen, wurde er doch nach Mainz transportiert und bis Dienstag mittag in Haft behalten. So­dann entließ man ihn ohne ein Wort der Entschuldigung.

Landwirtschaft.

Außerordentliche Viehzählung in Preußen am 1. Dezember 1906. Die siebente allgemeine Viehzählung im Deutschen Reiche ist planmäßig für den 1. Dezember 1907 in Aussicht genommen. Ta sich aber d"s Bedürfnis herau«- gestellt hat, schon jetzt darüber llar zu sehen, ob der zur Zeit -veuigstens in dem größten deutschen Bundesstaate vorhandene

Viehstand dem Ernährungsbedürfnissc der rasch gewachsenen Be­völkerung genüge zu leisten vermag, hat sich die preußische Staats- regierung entschlossen, bereits für den 1. Dezember des laufenden Jahres eine außerordentliche Viehzählung kleineren Umfanges für das preußische Staatsgebiet anzuordnen. Die Zählung wird sich nur auf die wichtigsten Viehgattungen, nämlich Pferde, Rinder, Schafe und Schweine, erstrecken und von jeder nur die wesent­lichsten Unterabteilungen erfassen, und zwar genau in derselben Weise, wie es im Jahre 1902 gescheh?» ist. Mit der Durch­führung der Erhebung ist das Preußische Statistische Landesamt beauftragt und ihm ausgegeben worden, die Aufbereitung des Urstoffes so zu beschleunigen, daß die vorläufigen Ergebnisse, die von den endgültigen erfahrungsgemäß mir ganz unerheblich abzuweicben pflegen, bereits bis Anfang Februar 1907 fertig- gestellt sind.

HasrdeL und Verkehr, Volkswirtschaft.

Neicbsbank. Am 12. November wird in Nixdori eine vom Neichsbankdirektorium abhängige Neichsbankuebeustelle mit Kasseueiurichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

Invalidenda n k. Ter über 33 Jahre zur Förderung der Erwerbstätigkeit und Unterstützung der Invaliden und deren Hinterbliebenen wirkende Ver inInvcilidcndank" in Berlin bat wiederum durch die Herausgabe eines Jahrbuches h'ir Inserenten und Bücherfreunde für 1907 einen Beweis seiner Rührigkeit ge­geben. Tas Jahrbuch bietet Inserenten einen zuverlässigen Führer. Gegen Einsendung von 40 Pfg. in Briesmarken wird es kranko an jedermann vom Bureau des Jnvalidendauk in Berlin, Unter den Linden 24, versandt.

D i e Ausrechnung von 6; e h a l t S - und V e r - pfleg ungSraten h'ir unsere Kassenbeamle ist durch den neuenS ch n e 11 r c dj n c r", Tabellen zur Ermittlung von Besoldungen und Arbeitsverdiensten, ins­besondere zur Ausrechnung von Krankengeldern, Unterstützungs- und Verpflegungsraten, von K. Braun nun sehr erleichtert, denn es genügt ein bloßes Nachschlagen auf einer Seite, um das Resultat zu ermitteln. Durch die geschickte Gruppierung des großen Zahlenmaterials wurde es möglich, auf 175 Seiten bequemen ffarmot§ zwei Arten von Tabellen zu geben, die bei größter Zu­verlässigkeit allen Anforderungen in dieser Beziehung gerecht werden. TaS bei aller Stofffülle billige Buch (8 Mk., brosch.) ist bei Otto Maier in Ravensburg erschienen.

k Börsenwoche.

W. Frankfurta. M., 2. Nov. Die Börse bewahrt ihre feste Grundstimmuug, befindet sich aber unausgesetzt in großer Ab­hängigkeit von den Verhältnissen des internationalen Geldmarktes. Auf diesem ist die Lage immer nodj prekär. Amerika hat diese Woche erneute Versuche gemacht, Finanztratteu in Europa unterzubringen, doch wird dies allmählich schwieriger. Die Bank von Frankreich hat die Diskontierung solcher Wechsel abgelehnt und auch in England und Deutschland sind sie nicht mehr schlank anzubringen. Bei uns hat die Großfinanz ja sicht­lich das Interesse auf eine Ermäßigung des Zinsfußes hinzu­arbeiten, um dadurch bessere Börsenstimmuug zu erzeugen, aber sobald der Privatdiskont unter 5 Prozent herabgeht, schreitet die Reichsbank zur Rediskontierung von Schatzscheinen und steigert dadurch den Privatdiskont wieder. Diese Manipulation erfolgt zum besseren Schutz der Goldbestände der Bank, denn bei dem gegenwärtigen Stande der Devisenpreise ist latente Gefahr von Goldabfluß nach dem Auslände vorhanden, sobald die Leihrate am offenen Markte nur etwas zurückgeht. Sehr günstige Ström­ung herrschte für r u s s i s ch e F o u d s und Eisenbahn- priori täten, die ^neuerdings etwa 3 Prozent gestiegen sind. Die befriedigende Gestaltung der Staatseinnahmen, die verhält­nismäßige Ruhe im Lande und die schon eingeleiteteu Re­formen heben allmählich wieder das Vertrauen zu Rußland. Die K'ontremine hat scharfe Teckunaskäufc in russischen Fonds ausgcsührt, ebenso wurden Meinungskäufe darin vorgenommen und vielfach konnte man auch Muse des Kapitals wahrnehmen. Ein in Umlauf gekommenes Gerücht, welches sich indessen auf seine Richtigkeit nicht prüfen läßt, wollte wissen, daß eine neue Anleihe abgeschlossen hrorben sei, die aber erst dann perfekt werden soll, wenn sie durch die Duma genehmigt ist. M o n t a n pa p i e r c wurden von der Kontremine angegriffen, weil in einem Artikel vom rheinisch-westfälischen Eiseumarkt ausgesührt wurde, infolge der Geldteuerung und der Arbeiterbewegung ließen die Aufträge etwas nach, allein bei den verschiedenen Werken liegen noch Aufträge für so lange Zeit hinaus vor, daß ihnen ein vorüber-- gehendes Nachlassen des Drängens nach Lieferung nicht einmal unerwünscht ist. Jedenfalls sind i'.och keine Anzeichen für einen Rückgang der Koniunktur wahrzunehmen.. Der Erfolg der Kvutre- mine auf dem Moutanmarkte war infolgedessen auch nur ein mäßiger. Andere Jndustriepadiere blieben gut behauptet, Bankaktien waren sogar fester, ebenso Schiffahrts- aktieu und Eisenbahnwerte. Westsizilianer stiegen sogar 4Vs Broz. auf die Entscheidung des römischen Appellhoss, wonach die Verstaatlichung der Bahn mit Wirkung vom 1. Januar 1905 ZU erfolgen hat. Einiges Interesse zeigte sich auch für Türken- lose. Privatdiskont 5hö Prozent.

Märkte.

Gießen, 3.'Nov. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmcnkte kosteten: Butter pr. Pid. 1.051.10 Mk., Hühnereier 1 St. 810 Psg., - 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 0 Psg., Käse

pr. Stck. 68 Pf., Käseviatte 2Stck. 5-6 Psg., Erbten v. P?d. 18-24 Psg., Linienv.Psd.25-4OPsg., Tauben vr.Pr.0,80-1,00Mk.,Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., -Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80-2,20 Mk., Gänse vr.Psd. 70-75 Psg., Ochseusteisch pr. Md. 8288 Psg., Kub- und Rindfleisch pr. Pfluid 8082 Pfg., Schweine-

Mund 90-100 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Mo-- Kalbfleisch pr. Pfd. 84-90 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 0080 P'w Wellche per PsimdKartoffeln pr. 100 Kg. 6,007,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,005.00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Md. Russe 100 Stück 3040 Psg., Birnen ver Md. Mk. 0.100.15 per Ztr. 915 Mk., Zwischen per Ztr. 0,000.00 Mk., Weißkraut oero 8-12 per Zeutuer Mk. 2.20-2.50. Marktzeil 82 Unr.

fc. Frankfurt a. M., 2. Nov. Heu- und Stroh- 'stärkt. Man notierte: Heu Mk. 3.30 bis 3.50, Stroh Mk. 2.90 bi? Mk. 3/>0. Alles per 50 Kilo. Die Zufuhren waren infolge des gestrigen Regenwetters schwach, die Nachfrage stark. Markt rasch geräumt. Geschäft: flott. Tendenz: sehr fest.

le. F r a n k f u r t a. M., 2. Nov. Aus dem gestrigen Kartoffel- m arkt wurde' der Zentner mit 3.3.25 Mk. bezahlt.

Arbeiterbewegung.

Stettin, 2. gioo. Au? dem Hamburger Dampfer "arrntln- ' dost mit eiuer Ladung Phosphat von Cremt Island (Australien! in Glienken eingetroffen war, verweigerte am Mittwoch die in Singavore nnocinnftcrfe, au? 24 Ehinesen be­stehende M a n ii s ch a ' t die Arbeit und begab sich gestern nach der Stadt, in der Absicht, zu desertiereu. Die Letite wurden in­dessen wieder zum Schiffe zurückbefördert. Gestern abeitd drang ein b e w a s s n e t e r Teil von ihnen mit den Kgpitän und die übrigen Schiffsosfiziere ein, wobei ein M a s ch i n i st s ch w c r d c rletzt wurde. Es gelang, die Rädelsführer, 5 au der Zahl, dingfest zu machen und in das Gefängnis zu bringen.

Dortmund, 2. Nov. Ausländische Agitatoren fordern die Dergarbellerschast des Nuhrgebietes zur Aufnahme der passiv eit Resistenz an Stelle des geplanten Massenstreiks aus. Man hofft, dadurch die Förderimgsleistuug um 50 % zu verringern.

Budapest,!. Nov. Die Arbeiterkreise sind wegen ber Auf­lösung beS Streiklagers der Straßenbahubediensteten sehr er­bittert. Einige Arbeiter, welche für die Streikenden Partei nahmen, griffen Straßenbahnwagen an und befreiten verhaftete Exzeden­ten aus den Armen der Geheimpolizisten, wobei die berittene Polizei mit blankem Säbel ciuschreiten mußte und mehrere Verhaftungen vornahm.

Brüssel, 1. Nov. Der Beschluß der Weberei-Arbei­ter von Verviers, die Arbeit wieder aufzuneh- m e n, hat bei einem großen Teile der Arbeiter st a r k e U n -

zufriedenheit hervorgeruseu. Die Wollwäscher hielten eine besondere Versammlung ab, in der sehr heftige Reden gehalten wurden tind schließlich mit großer Mehrheit die Fortsetzung des Streikes seitens der Wollwäscher beschlossen wurde. Eine Fabrik beginnt heute bereits roieSer zu arbeiten, andere werden folgen.

Gla s g o w . 1. Nov. Die geplante Ausdehnung des Schiff­bauerstreiks am Clvde rief Besorgnis hervor, daß andere Betriebe schließlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Man be­fürchtet eine so erhebliche Störung de- Arbcitsbetrieüe. daß sich die. Unternehmer möglicherweise entschließen, den Betrieb der Werke gänzlich einzustellen.

Mrehttche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

21. S o n n t a g n a cb Trinitatis, den 4. November:

RcsormationSfest.

Wetterdienst. ,

Fn der Stadtkirche.

Vormittag? 9V, Uhr: Marrer Lie. Glane.

Mittwoch, den 7. November, nachmittag? 4 Uhr, im MarkuS- saal, Kirchstraße 9: Vereinigung der konsirntiertcn weiblichen Itigeud der Markusaemeinde.

GLngesandt.

^Für Form imb Inhalt aller unter bie'er Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion b?m Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Wie kommt man mit dem Rad von Gießen noch Klein-Linden oder zurück, ohne in den Schla in m b ä dem und in den Kana» lisieruugsbcmten an der F r a n k s u r t e r st r a ß e stecken zu bleiben? Da bleibt einem Radfahrer mir noch bie Wahl, bie Bürger- steige zu benutzen. Aber webe bem Armen, wenn er bas tut, er wird aufgeschrieben und nach einigen Wochen sieht er, wie teuer er sein Ausweichen vor den Schlammbädern und den Kanallmuten, bei denen er manchmal fast sein Leben auls Spiel setzen kann, bezahlen muß. Run muß sich ein Radfahrer, der solche Sachen schon erlebt hat, boeb bie Frage vorlegen, wozu be­zahle ich eigentlich meine Fahrrab-Cteuer usw. ? Könnte nicht schon längst an dieser Straße, die täglich Hunderte von Radfahrer vassieren, ein fahrbarer Weg für diese angelegt fein, wie es für Reiter geschehen ist. Cb er wenn das nicht möglich ist. könnte doch wenigstens den Radfahrern gestattet werden, im Notfall die Bürger­steige zu benutzen. -m..

PJöiijmUiiielffbrrlidit brr torsfiillr inbrrSfnbtfiirfirn

43. Woche. Vom 21. Oktober bi? 27. Oktober 1906.

Einwohnerzahl: anaenommen zu 29 500 sinkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 21,14

nach Abzug von 5 Ortsfremden: 12,33 "/m.

Kinder

A n m.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Es starben cm: Zusammen:

Erwachsene:

im

vorn

Lungenschwindsucht

3

1. Lebensjahr:

2

2.-15. Jahr

1

Sarkom

1

1

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Starrkrampf

KD

1 (1)

__

Altersschwäche

1

1

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Schlagfluß

1

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Knochenmark­entzündung

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Lebensschwäche

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im Wochenbett

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Verunglückung

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Summe

12 (5)

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9J6°/n Oberhessen . . ..

4»6 Oesterr. Goldrente. . 99.25 4/s56 Oesterr. Silbeneute 100.00 4 96 Une-ar. Goldrente . . 95.20 496 Italien. Rente . . . 102.80 3 96 Portoffiesen Serie T . 68.95 396 Portugiesen P III 70 00 46% russ.Staatsanl. 1905 90.05 4J6°'n jag an. Staatsanleihe 92.35 4 96 Conv. Türken von 1903 93.50 Tflrkenlose 146.60 496 Griech. IWonopol-Anl. 52 60 4 96 äussere Argentinier . 88.00 3°/n Mexikaner . . . 67.60

4>6% Chinesen .... 96 30

Aktien:

Bochum Guss 232.20

Buderus E. W .... 124.30

3. November, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lnhmever . . . 140,90 Elektrir. Sehuckert . . . 125.00 Esch weil er Bergwerk . . 239 20 Gelsenkirchen Berffwerk . 218.70 Hambnrff- Amerik. Paketf. 156.20 Harpener Bergwerk. . . 208 90 Laurahüt.te 241.00 Nordd. Lloyd 126.26 Oberschles. Eisen-IndnStrio 125 90 Berliner Handelsges . . 169.80 "Darmstädter Bank . . . 138 00 Deutsche Bank . . . 238.40

Dentsch-A siat. Bank . . 171.20 Diskonto-Kommandit. . . 182.20 Dresdner Bank . . . 155.00 Kreditaktien 212.80 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . 5 . 120.90

Gotthardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 35 60 Oesterr. Staatsbahn ... 145.50 Prince-Henri-Eisenbabn . 148.00

Tendenz: ruhig.

Berliner

Uwrse, 3. November. Anfangskurse.

Canada E. B 176.70 Darmstädter Bank . . . 139.60 Deutsche Bank ....>. Dortmunder-Union C. . , 80 30 Dresdner Bank .....

Tendenz: ruhig.

Harpener Bergwerk. . . 208.60

Lanrahfltte . . » . 240.80

Lombarden E. B. ... 35.70

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