Ausgabe 
3.8.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

^deutschen Rettern zu danken, nicht aber, um mich für "7 5 Pfennig Eintrittsgeld wie ein Tier sehen zu (laufen!* Dann verlieb Berthou unter allgemeiner Ver- Iblüffung den Saal und lief spornstreichs in sein Hotel.

Der GestmdheitSzustand der Geretteten laßt viel zu wünschen übrig. Bei allen stellen sich mehr oder weniger .kleine Schwächen ein, sobald sie nur die geringsten Anstreng­ungen machen. Berthou erwähnte u. a., daß er am 22. Tage nach der Katastrophe noch zwei lebende Pferde angetroffen habe, von denen das eine angekettet war, während das andere .herumrannte und, von wahnsinnigem Hunger gepeinigt, nach ihm geschnappt habe. Erst ein befehlender Zuruf seinerseits habe es zurückgescheucht, indessen habe er sich doch hinter eine Lufttür verkriechen müssen, da da? Tier immer wieder auf ihn eingedrungen sei. Nach Meinung und Versicherung der Geretteten ist in der Grube von CorrrriöreS der Brand noch nicht gelöscht. Man ist mit der Eindämmung des Feuerherdes beschäftigt.

ES besinden sich noch 31 Leichen in den Gruben. Die Lage von 23 Toten ist bekannt. Die in letzter Zeit geborgenen Leichen waren mumienartig eingetrocknet. Die Zahl der herausgeschafften verendeten Pferde beträgt 98. Einen Be­griff von dem Umfang der Nettungsarbeiten und der schweren Aufgabe der Ingenieure kann man sich machen, wenn man bedenkt, daß die Verunglückten, deren genaue Zahl 1100 be­trägt, auf einer Strecke von insgesamt 110 Kilometern zu suchen waren. Fast die Hälfte der Bergleute hat den Tod ion der Stelle gefunden, wo sie gerade beschäftigt waren. Die weiften anderen sind nur 20 bis 30 Meter geflohen und dann erstickt.

Der Führer der Geretteten von Courriöres Nöny er- hielt folgende? Telegramm:

Das von Ihnen beim Hebert greifen der deutschen Grenze an S. M. den Kaiser gerichtete Telegramm ist aus bem aller­höchsten Kabinett mir zur Beantwortung überwiesen worden. Ich weiß mich mit den deutschen Bergleuten eins in der Wertschätzung der Gefühle, welche Sie zur Reise nach Deutschland bestimmt haben; und ich hege den ausrichtigen Wunsch, daß Sie von Ihrem Aufenthalt auf deutschem Boden eine angenehme Erinnerung in die Heimat mitnehmen möchten. Delbrück, Handelsminister."

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 3. Aug. 1906.

Vom Kaiser Wilhelm-Regiment. Heute and morgen findet zwischen unserem Regiment und dem 1. Bat. der 168er ein großer Felddienst zwischen Allendorf, ^Lützellinden, Lang-GönS, Dornholzhausen und Rechtenbach statt. Die Truppen werden voraussichtlich auf dem Gelände mittags abkochen und abends biroaefieren, die 116er bei Lützellinden und Rechtenbach. Donnerstag war bereits ein Kommando von 200 Mann bei Lützellinden auf dem be* -treffenden Gelände beschäftigt, um es von den Kornhaufen ,3u räumen. Den Truppen ist eine Abteilung Hanauer Ulanen zugeteilt, die als Meldereiter dienen. Unser Regiment rückte heute früh zwischen 2 und 3 Uhr über Heuchelheim, Klein- Linden und Allendorf aus, um im Tal des Kleebachs bei Lützellinden daS Gefecht gegen die von Lang-Göns und Dorn­holzhausen anrückenden 168er aufzunehmen. Den großen Ge­fechtsübungen werden der Korpskommandeur General v. Eich­horn, der Divisionskommandeur Generalleutnant Freiherr v. Gall und der Brigadekommandeur Generalmajor v. Bunau beiwohnen. Die 116er werden um Mitte d. MtS. im Gelände zwischen Lützellinden, Münchholzhausen und Rechten­bach ihr Scharfschießen abhalten. Ein Kommando ist bereits auf dem Gelände tätig, um das Feld zu räumen und Schützengräben und Deckungen aufzuwerfen. Auch das gefechtsmäßige Scharfschießen des 1. BatS. 168er-Butzbach findet dort statt.

* Zum Direktor des städt. Schlachthauses wurde in der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadt- verordneten-Versammlung Schlachthofinspektor Mod de zu Gollnow bei Stettin gewählt.

* Der Bürgermeistereibeamte Bickel, ein ge­borener Gießener, der sich auch um die Einführung der Gabelsberger Stenographie in unserer Stadt verdient ge­macht hat, wurde zum Stadtsekretär von Branden­burg a. d. Havel gewählt.

** Von der Nauheimer Badedirektion. Seine K. H. der Großherzog haben den Kurdirektor von Bad- Nauheim, Kammerherrn Hermann v. Grolman, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung feiner treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober in den Ruhestand versetzt.

** Einen Hitzschlag erlitt heute vormittag im Riegel­pfad ein dort beschäftigter Italiener. Der Mann wurde von der Sanitätskolonne im Krankenwagen nach der neuen Klinik gebracht.

' Die Darmstädter Künstlerkolonie als Staatsinstitut. Die Regierung plant, wie es heißt, die Verstaatlichung der Darmstädter Künstlerkolonie. Dem Land­tag wird bereits in nächster Zeit eine darauf bezügliche Vor­lage zugehen.

In der Affäre Hirschel ist der Termin vor der hiesigen Strafkammer auf den 11. August angesetzt. Abg. Hirschel bat, den Termin um vier Wochen zu vertagen, da sein Anwalt v. Brentano-Offenbach abwesend sei und es

Festspiel klingt in einer patriotischen Huldigung au§. Um allen Besuchern die Möglichkeit des Zusehens und ZuhörenS zu gewähren, ist das Stellen auf Tische und Bänke, sowie das Stehenbleiben in den Ouergängen streng untersagt und die Ordnungsmannschaft ist angewiesen, in diesem Sinne vor­zugehen.

" Elektrische Bahn an der Bergstraße. Ver­schiedenen Blättermeldungen zufolge hat sich in Auerbach ein Komitee gebildet, welches die vorbereitenden Schritte tun will, um die Erbauung einer elektrischen Bahn an der Bergstraße zu betreiben. ES soll darauf hingearbeitet werden, eine durchgehende Verbindung von Darmstadt bis Heidelberg herbeizuführen.

Griedel, 2. Aug. Ein Arbeiter der Tröst er- schen Maschinenfabrik in Butzbach verunglückte heute früh an der Bahn, indem ihm eine mehrere Zentner schwere Kiste auf das rechte Bein siel. Fabrikant Tröster verbrachte den Verletzten persönlich mit dem Motorwagen zu seinen An­gehörigen nach Griedel.

-j- Hoch-Weisel, 2. Aug. Drei Ma urergehilfen von hier, Diehl, Demon und Jung, verhöhnten gelegent­lich des gestrigen Nacht-Felddienstes der 168er einen Ober­leutnant bei einer Jnstruktionserteilung, was die Ver­haftung der 18 bis 20 Jahre alten Burschen zur Folge hatte. Nach Feststellung ihrer Personalien bei dem Bürger­meister von Hochweisel wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt und Strafantrag gegen sie gestellt.

Butzbach, 2. Aug. Der Wursthändler Mathias Ofen loch auS Bürstadt, der, wie gestern aus Frankfurt a. M. berichtet wurde, den Schutzmann Scherer daselbst in dem Hausflur seiner in der Schäfergaffe gelegenen Wohnung durch Mefferstiche tätlich verletzte, wurde heute nachmittag gegen 5 Uhr in der TaunuSallee Hierselbst verhaftet. Uebcr die näheren Umstände seiner Verhaftung sei daS Folgende mitgeteilt: Nach der Beschreibung eines Logierwirtes in Fechenheim a. M. war die Frankfurter Kriminalvolizei heute früh benachrichtigt worden, daß Ofenloch in der letzten Nacht in dessen Behausung in Begleitung einer Frauensperson Quartier genommen hatte. Bei dem Wirte gaben sie heute früh an, nach Mülheim a. M. fahren zu wollen; die Nach­fragen an der Bahn aber ergaben, daß sie auf Station Mainkur nach Fahrkarten direkt nach Butzbach gefragt hätten. Die hiesige Gendarmerie wurde gegen 3 Uhr von Frankfurt aus über den vermutlichen Aufenthalt des O. verständigt. Auf einer Promenadebank in nächster Nähe des Waldes ent­deckte man ihn in zärtlichem tete ä tete mit einer Prosti­tuierten, Luise Schmidt aus Mainz. Zuerst leugnete er feine Identität mit dem Gesuchten, bis er sich schließlich in starke Widerspräche verwickelte und zu einem Geständnis bequemte. Bei einer Kleidervisitation entnahm man ihm einen etwa 30 Zentimeter langen Dolch. 50 Pfennige war seine ganze Barschaft. Seine Begleiterin verfügte überhaupt nicht über bares Geld. Offenbar hatte man Butzbach als Ort zu irgend einem verbrecherischen Gelderwerb ausersehen. Um 7 Uhr kamen bereits drei Kriminalbeamte von Franks»,rt a. M., um O. mit dem nächsten Zuge an den Tatort abzuführen. Nach deren Aussage besteht noch wenig Hoffnung, den schwer ver­letzten Schutzmann am Leben zu erhalten.

Lauterbach, 2. Aug. In'den letzten Tagen ist hier ein Fall von Unterleibstyphus DorgeTommen. Das Kreisamt erläßt für den Bezirk der Gemarkung Lauter­bach eine Polizeiverordnung, wonach die Benutzung des Wassers derLauter" und desGrabens" zu Trink- und Gebrauchszwecken aller Art, zum Tränken und Putzen des Viehs und zum Begießen der Gartengewächse, welche roh gegessen werden, untersagt wird. Ferner ist verboten, die Kinder an den besagten Wasserläusen spielen zu lassen.

[] Marburg, 2. Aug. Tie Stadtverordnetenversamm­lung beschloß heute, von einer Umwandlung eines Zweigs der Oberrealschule in ein Reform-Realgymnasium vorläufig abzusehen. Die Erhaltung der R u i n e Frauenberg südlich der Stadt ist seht gesichert. Die Stadtverordneten stimmten nämlich dem Erwerb eines zu verkaufenden Teils des dortigen Terrains durch' die Stadt zu.

(fc.) Frankfurt a. M., 2. Aug. .Heute nachmittag fand im Gutenbergsa.ale eine von 200 Milch Händlern besuchte Versammlung statt. Es sprachen die Herren Mack, Richter-Bartmann, Schaacke, Rosenthal. Ott, Ernst Kleinböhl und Andere für eine Erhöhung des Milch- preises von 20 auf 22 Pfg. für das Liter ab 15. August oder 1. September. Sie betonten die Berechtigung der er­höhten Forderung der Landwirte. Einige Redner wandten sich scharf gegen das gesonderte Vorgehen der Firma Hrch. Kleinböhl, die auch diesmal nicht mit aufschlage. Nur ein Redner, Herr Törrscheid, sprach gegen den Aufschlag; er hält den Aufschlag der Landwirte für unberechtigt. Die Beschlußfassung soll einer weiteren, vor dem 15. August anzuberaumenden Versammlung Vorbehalten bleiben. Die Badersche Brauerei ist für den Preis von 300000 Mark von dem Flaschenbierhändler-Verein ge­kauft worden und wird als Genossenschafts-Brauerei weiter geführt. Gestern nacht erschoß sich der 30- jährige Schlossermeister Martin Strohecker, Dreikönig­straße 17, vor den Augen seiner Mutter. Der Grund zum Selbstmord dürfte in einer seelischen Erregung bestehen, in welche der Erschossene dadurch versetzt wurde, daß er glaubte, seine Frau wolle ihn vergiften. Er lebte mit dieser sehr unglücklich.

ihm nicht möglich wäre, in der Zeit bi? zum 11. August einen vollwertigen Ersatz zu schaffen. Die Eingabe schließt mit dem Bemerken, wenn die Kammer dem Gesuch nicht will­fahre, werde er (Hirschel) nicht erscheinen und von dem Recht der Immunität als Landtagsabgeordneter Gebrauch machen.

** Von» Turnvereinsjubiläum. Das am Sonntag und Montag abend zur Aufführung gelangende Festspiel Deutsche Helden und Turner" gibt Bilder auS der Vergangenheit des deutschen Volkes wieder und ist danach angetan, den Zuschauern einen Begriff von der Entwickelung ber körperlichen Hebungen in Deutschland und deren Bc- -deutung für die Wehrhaftigkeit und Machtstellung deS deutschen Volke? zu geben. Zwischen dem verbindenden Text merken turnerische Aufführungen, teilweise in Kostümen, stattfinden, bet denen kein Gebiet der Leibesübungen unberücksichtigt bleiben wird, soweit sie auf der Bühne überhaupt darstellbar sind. Geräteturnen, Pyramiden, Neigen, Fechten und Ringen werben -gezeigt werden und bie Gesamtzahl ber beteiligten Personen beträgt über 80 Damen, Turner unb Kinber. Auch bie Ver­gangenheit bes Jubelvereins selbst wird in einer befonbers ^rakteristischen Persönlichkeit geiöürbigt werben. Das ganze

Märkte.

ke. Franksurt a. M., 3. Aug. kOrig.-Telegr. bc§Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe (tauben 00 Kälber^ 00 Schafe und Hammel, 262 Schweine: I. Qual. 76-00 Pfg. Lebendgervicht 59.5000.00 Pf., 2. Qual. 7500 Pi, Lebendgewicht 58.50-00 Pfg., 3. Qual. 6365 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pf., Lebendgewicht 0000 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 00 00 Pfg., Schlachtgewicht 0000 Pfg. Schake 1. Qualitä: Schlachtgewicht 0000 Pfg., 2. Qualität 0000 Pfg. Geschäft: gedrückt, Heberstand unbedeutend.

Attrchliche Nachrichte»,

Evangelische Gemeinde.

8. Sonntag nach Trinitatis, der» 5. Au g u ft: Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Hhr: Siehe Johanneskirche.

Vormittags 91/, Hhr: Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche.

Vormittags 8 Hbr: Psarrassistent Steiner.

Vormittags 9h, Hhr: Pfarrer Guter.

Vormittags 11 Hhr: Kindergottesdienst für die Lukas- g e m e i n b e. Pfarrer Eule r.

Abenbs 8 Hhr: Versammlung unb Bibelbesprechung im Konstrmandensaal der Johanneskirche.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 4. August:

Nachmittags um 5 Hhr und abends um 8 Hhr Gelegenheit 8»tr heil. Beichte.

Sonntag, b e n 5. A »» g u st:

9. S o n u t rt g n a eh Pfingste n.

Vormittrtgs von 6'/, Hhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

um 7 Hhr: Tie erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Hhr: Tie zweite heilige Messe.

um 9lf., Hhr: Hochmut mit Predigt.

Nachmittags um 2 Hhr: Christenlehre; drtrauf Andacht.

Israelitische Rcliaionsgemeinde. in der Simagoqe (Südankage).

Samstag, den 4. 91 u g u ft 1 906:

Borabend 7.30 Uhr. Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4 Hhr.

Schristerklärung.

Sabbathausaana 9.00 Hbr.

Brreskaften der* Redaktion.

lAnonvmc Anfragen bleiben unberücksichtigt).

G. H. in R. An der Front der Hnterterrasse des Niederwald­denkmals bei Rüdesheim findet sich in Goldbuchstaben aus Granit die Inschrift:S. M. der Kaiser und König Wilhelm kl.) vollzog die Grundsteinlegung des Denkmals am 16. Sevt. 1877 mit den Worten: Wie mein kal. Vater einst dem preuß. Volk zurief, so ruie ich heute an dieser bedeutungsvollen Stelle dem deutschen Volke zu: Ten Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur An­erkennung, den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung." Bei welcher Gelegenheit Friedrich Wilhelm III. diese Worte gesprochen hat, haben wir nicht ermitteln können. Die Lahn mißt bei Gießen 58 Meter.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche ^Witterung in Hessen für Samstag, den 4. August 1906: Veränderliche Bewölkung, leichte Regensälle, kühler. Mäßige westliche Winde.

Näheres ^urch die 65icf?ener Wetterkarte.

Original-Drahtrneldungen.

Breslau, 3. August. Von der deutsch-russischen Grenze wird gemeldet: Die Ereignisse in Russisch-Polen veranlaßten die preußische Negierung, die sofortige Verstärkung der Gendarmerie an der russischen Grenze anzuordnen; auch auf der russischen Seite wurde der Wachtdienst verstärkt.

Hamburg, 3. Ang. Der Ausstand der Arbeiter der Hamburger Münze führte zu groben Ausschreitun­gen der Ausständigen gegen Arbeitswillige, die beschimpft und gsißhandelt wurden. Ein P olize i b e a mt er in Zivil, der eine Schlägerei verhindern wollte, wurde von den Aus­ständigen, obgleich er sich legitimierte, tätlich angegriffen und durch Faust schlüge und Fußtritte mißhandelt.

München, 3. Aug. Die Touristen Blenk aus Kempen unb Wieland au§ Frankfurt a. M. und ein Gepäckträger, die zusammen vom Optalhaus bei Oberstdorf einen gefähr­lichen Kaminabstieg unternahmen, werden vermißt.

Petersburg, 2. Aug. Der Petersb. Telegr.-Ag. wird aus Kronstadt über die dort vorgekommenen Unruhen Folgen­des berichtet: Gestern abend revoltierten die Soldaten der Festungsminenkompagnie und töteten den Kommandeur, Oberstleutnant Alexandrow, den Gehilfen, Kapitän Vrotschinskp und dessen Mutter, sowie bie- Schwester des Kommandeurs. Die Meuterer marschier­ten dann nach der Batterie Lütke, wo sie den Kommandeur der Festungssapveurkompagnie und mehrere andere Offi­ziere festnahmen und in einen Waaenschuppen ein f Zerr­ten. Sappeursoldaten schlossen sich den Meuterern an. Die Meu­terer, unter denen sich mehrere Agitawren in bürgerlicher Kleid­ung befanden, beschlagnahmten einen Festungs -- eisenbahnzug und begaben sich nach dem Fort Konstantin. Da die daselbst diensttuenden Artilleristen sich weigerten, sich den Meuterern anzuschließen, wurden sie sestgenommen und die Offiziere gefesselt. Einigen gelang es aber, Verschlüsse von den Geschützen abzunehmen, bis aus einen. Nachdem die Meuterer das Fort eingenommen, hißten sie die rote Flagge und gaben einen Kanonenschuß ab. Alsbald wurde vorn Damme aus Ma­schinengewehren und Festungsgeschützen der Garde-Artillerie ge­feuert Zuerst erwiderten die Meuterer das Feuer, dann entstand unter ihnen aber eine Verwirrung: sie sprangen teils ins.Wasser, während ein anderer Teil auf einem Dampfer zu entkommen suchte. Er wurde alsbald verfolgt. Um 5 Uhr ergaben si ch die Meuterer. Unter den Ver­hafteten befinden sich 15 Zivilpersonen. Die telephonische Verbind­ung mit Petersburg ist feit gestern abend unterbrochen. Telegramme aus Kronstadt werden nicht mehr befördert. lieber Kronstadt ist der Kriegszustand verhängt worden. Sieben Meu­terer von der Minenkomvagnie werden wegen Ermordung von Offizieren zum Tode verurteilt. In Swen- borg haben die Unruhen ausaehört.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteiJf von der Bank für Bande) und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börs«. 3 August, 1.15 Uhr.

3%°/o Reichsanleihe . . 99.35 3% do. . . 87.25 3^°/0 Konsols .... 99.35 3% do 87 30 3^°/0 Hessen 98.25 3%°/fi Oberhessen . . .. 4 % Oesterr. Goldrente. . 100.40 4Oesterr. Silberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 95.45 4% Italien. Rente . . . 103.55 3% Portugiesen Serie I . 69.80 3% Portugiesen III 70.60 4%°{0 mss.Staatsanl. 1905 85.50 4%°!n japan. Staatsanleihe 94.85 4 % Conv. Türken von 1903 95.80 Türkenlose .... . . 145.00 4% Griech. Monopol-Anl. 54.15 4% äussere Argentinier . 90.50 3°/ Mexikaner .... 68.30 4>j0/0 Chinesen .... 98.25

Aktien:

Bochum Guss 244.75 Buderus E. W .... 127.90 Tendenz : fest.

Elektriz. Lahmeyer . . . 143.70

Elektriz. Schuck er t . . .128.00

Eschweiler Bergwerk . . 254.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 227.50 Hamburg-Amerik. Paketf. 150.10 Harpener Bergwerk. . . 211.60 La urallütte 233.50 Nordd. Lloyd 128.30 Oherschles. Eisen-Industrie 125.60 Berliner Handelsges . . 169.50 Darmstädter Bank . . . 139.20 Deutsche Bank . . . 238.00

Deutsch-Asiat. Bank . . 175.70 Diskonto-Kommandit. . . 182.90 Dresdner Bank . . . 158.10 Kreditaktien 211.00 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . 119.10

Gotthardbahu. Lombard. Eisenbahn . . 34.30 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.30

Berliner Börse, 3. August. Anfangskurse

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: ruhig.

. 164.70

. 139.00

.' 157*90

Harpener Bergwerk.

Laurahtttte . . . Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose . . .

. 211.25

. 232.20

. 34.20

. 128.20

. 145.00

Während der Jubelfeier des Turn­verein Gießen kommt in der Festhalle aus- fchlietzlich der berühmte Emmericher Kaffee (Niederlage in Gießen bei Herrn I. M> Schnlbof) zum Ausschank. 4691

Hotel-Restaurant Kronprinz, Bad-Salzhausen.

Billigster, bester Kur- und Sommerausenthalt. Prosp. Gratis. 3924