Ausgabe 
24.11.1906 Drittes Blatt
 
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ArberLerbeweguns.

nachmittag reichten

T

|,?vnr ft-orm imb

übernimmt die Rcdakt-

m Steinheim bei Hungen.

An dem Landeszucht

46^ Oesterr. Goldrentd.

7 '

121.30

237.70

Berliner Börse, 24. November. Anfan»skurse.

PJektriz. Lnhmever .

Elektrik. Schuckert .

abaebaltene Revier- beschloß einstimmig, vorläufig aber von der anderen Reviere

. 35 . 144.30

. 148.51

Tiner MiUeilui

. 214.-

* 34.70 . 129.25 . 145.50

99.85

100.30

95.95

Harpener Bergwerk Laurahütte . . r ombarden E. B. Nordd. Lloyd. . . Türkenlose . . .

3^°/c 39oz 3h<°/t 395

184.20

137.80

239.25

8310

155.90

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-L'niou C. Dresdner Bank . .

Tendenz: ruhig.

141.

122.60

242 75

4/

4%'

4-^

3°ä

eröffnet

ländisch

Es

Ware zi

0

Beicbsanleihe do.

Konsols

do. . .

Hessen . . - Oberhessen

. 138.- , 239.20

. 170

182.60

. 155.70

. 213.60

Berliner Handelsgcs Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Ei senl ahn .

Gotthardbahn . » . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahu

Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnisse, daß die Erbauung des 'Landesmuseums mit staatlicher Beihilfe erfolgen wird.

97.95

86.50

97.95

86 50

96.70

Würde das Stück des Weilarer Weges von Frauksiirler bi? Friedrichstraße in einen mehr aanabaren Zustand etwa durch Vulvae erhöhten Fußsteives verletzt werden, dann würde sich die Stadtverwaltung den Dank von Vielen erwerben, die gezwungen sind, täglich mehrmals vom Bahnhof zur Stadt hin diesen Weg zu benutzen. Einer der Vielem

Die Z u st ä u d e in der unteren Ederstraße sind als sehr bedenklich iit bezeichnen. Die Straße ikt streckenweise mit Wasser anoe'üllt und der Fußweg derart jnit Schlamm bedeckt, daß ein Vassieren last unmöglich ikt. Es wäre doch endlich an der Zeit, daß den unaufhörlichen Klagen über die. Gießener Straßen­zustände, durch Beseitigung der Mißstände abaeholien werden würde.

Ein Beivohner und Steuerzahler der Ederstraße.

4 jz°/n russ.Staatsanl. 190.5 4*<°'n iapau. Staatsanleihe 1 °6 Conv. Türken von 1903 Tfirkenlose......

4 % Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/n Mexikaner « . .

4y. % Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . . .

Tendenz: fest.

tätig keit. Der neue große Zellenflügel, der für Einzelhaft bestimmt ist, ist gegenwärtig tut inneren Ausbau begriffen, im Frühjahr wird er bezogen. Ferner drei Doppclwohn- häuser für sechs Auffehersainilien sind im Rohbau fertig, auch sie werden im Frühjahr in Benutzung genommen. Der Schulhausneubau, der vier Klassensäle enthält, ist soweit gediehen, daß er im Sommer 1907 eingeweiht werden kann.

)( Laubach, 23. Nov. Gestern abend sprach im Schützenhof Pfarrvikar Göttert, ein geborener Rbein- hesse, aus Judenburg in Steiermark, über die Aus­breitung der dortigen evangelischen Bewegung. Seit 5 Jahren wirkt er in der Heimat Roseggers: die be­kannten Namen Mürzzuschlag, Murran usw. klingen an unser Ohr. Waren es beim Beginne seiner Tätigkeit zwölf Schulkinder, so sind es jetzt deren 72, die er in der evange­lischen Religion zu unterrichten hat auf einem Gebiete, das an Größe der Provinz Oberhessen gleich kommt: im letzten Jahre konnte er allein 80 Uebertritte verzeichnen. In humorvoller Weise schilderte er das Leben der Gebirgs­bewohner. Wie sehr er es verstand, das Interesse der zahl­reichen Zuhörer zu erwecken, ging aus der Sammlung, die zu gunsten der Gründung neuer Pfarreien in Steiermark veranstltaet wurde, hervyr; sie evgab die Summe von 121 Mark. Der evang. Kirchengesangverein belebte den Abend durch Vorträge mehrerer Lieder. Zur Vorfeier de§ Ge­burt s f e st e s S. K. 55. des Groß Herzogs fand im großen Zeichensaale des Ghmnasiums heute nachmittag V26 Uhr ein Festaktus statt. Tas aus 15 Nummern bestehende Programm setzte sich aus der Deklamation von patriotischen Gedichten und mehreren Gesängen des gut. eingeschulten gemischten Chors zusammen. Von letzteren seien derfinn­ländische Reitermarsch" und derVespergesang" hervorge­hoben. Oberlehrer Franz hielt die Festrede, der er zu Grunde legte das Bündnis mit Preußen, daK Ludwig I. durch die Zoll- und Handelsverträge mit diesem abgeschlossen hatte. In gleicher Weise wie sein großer Vorfahre sucht auch Großherzog Ernst Ludwig durch die Eisenbahngemeinschaft, Lotterieverbindung usw., die Interessen des hessischen Lan­des zu fördern. Heute abend 8 Uhr fand sich eine zahlreiche Versammlung zu Großherzogs Geburtstagsfeier im Hotel Solmser Hof unter dem Ehrenvorsitz des Grafen Wilhelm ein. Die Festrede hielt Lehramtsassessor Keller; der Musikverein wechselte in musikalischen Vorträgen mit denen der Gesangvereine Eintracht und Harmonie ab.

Hj Cassel, 23. Nov. Finanzminister Frhr. von Rheinbaben hatte eine Konferenz nut Vertretern der Regierung, der Stadtverwaltung und des Vezirksverbandes wegen Baues des hessischen Land es museums in Cassel.

nnd Industrie». Gassen.

VtrnnkfuTter 24 November. 1.15 Uhr.

69.30

70.-

89.90

93.70

94 60

146.60

52.30

88.80

67.40

96.60

Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Ber-rwork . 223.

A Rockenberg, 22. Nov.

Hans Marienschloß herrscht gegenwärtig eine rege Bau

abzuwarten. , , K

Kaiserslautern, 23. Nov. Heute nachmittag reichten -irka 250 Arbeiter der V f ä l z i s ch e n Nähmaschinen- und Fahrrad ' al> rik norm. Gebrüder fimpet ihre Kündigung mit den 7. D.».einher ein. Da es der Direktion dadurch unmöglich gemacht ist. den Betrieb anfrechtmerhalten, sah sie sich gezwungen, dein Neste der Arbeiter ebenialls zu kündigen, gleichfalls auf den

Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

Gießen, 24. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter vr. VW. 1.151.25 Mk.. Hühnereier 1 St. 910 Ma., 2 Stck. 0000 Vfg., Gänseeier 0000 Vfg., Enteneier 0 Pfg., Käse vr. Stck. 68 Bi., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pia., Erbten v. Pfd. 18-24Pkg., Linien v.Bsd.25-40Vsg., Dauben vr.Br.0.80-1,00Mk., Hühner pr.St. ] 001,60 Mk., Hähne vr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1.80-^2,20 Mk., Gänse vr. BW. 6570 Pfg., Ochfenllcisch nr. Bid. 8288 Pia., Kuh- und Rindfleisch vr. Mund 8082 Big., Schweine­fleisch vr. Biund 86-90 Mg., Schiveinesteisch, gesalzen, pr. Biund 94 Pfg., Kalbstesich pr. Md. 84-90 Pfg., Hanunelsteisch pr. PNmd 60-80 Bia. Weliche per Pfund Kartosieln vr. 100'.Kg. 6^0-7,00 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 4,00-5.00 9)1 f., Milch per Liter 20 Pfg., 9leviel ver Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Md., Nüsse 100 Stück 3040 Big., Birnen ver Md. Mk.0.08 0.12, ver Ztr. 9-15 Mk., Weißkraut ver Stück 8-12 Pfg., per Zentner Mk. 2.20-2.50. Marktzeit 82 Uhr.

fc. Frankfurt a. M., 23. Nov. Heu- und Stroh- markt. Man notierte: Heu Mk. 3.00 bis 3.20, Stroh Mk. 3.00 bis Mk. 3.10. Alles ver 50 Kilo. Tendenz: fest.

n- d"w gegenüber keinerlei

Verantwortung.)

** Die Steinkohlen-Bezugs-'Gesellschäft Gießen hat int abgelaufeneu 10. Geschäftsjahr ihres Be­stehens 326 Waggons Brennmaterial an ihre Mitglieder ab­gesetzt. Der Umsatz betrug Mk. 78 963,60. Die Ueberzahlung einzelner Mitglieder beträgt Mk. 704,71, die verzinslich an­gelegt im laufenden Rechnungsjahr auf deren Bezüge ver­rechnet oder zurück gezahlt werden. Der Neserves'ond be­trägt nach Abzug von Remunerationen in Höhe von Mark 429,29 Mark 854,25. Die Preise der an die Mitglieder ab­gegebenen Brennmaterialien stellten sich franko Keller inkl. Verwaltungskosten (die 5 Proz. des Kohlenquantums, gleich Mark 2020,15 betragen dürfen): Nußkohlen, Winterbezug Mark 1,13, Sommerbezug Mk. 1,11: Anthrazitkohlen, Wm- terbezug Mk. 1,66, Sommerbezug Mk. 1.60 und Briketts Mk. 0,73. Vermögen besitzt der Verein nicht. Am Jahres- schluß sind die Einzahlungen der Mtglieder aufgebraucht. Ueberzasilungen der einzelnen Mitglieder werden nach ge­stellter Abrechnung zurückgegeben. Weniger-Einzablunaen müssen nachgez.ablt werden. Die Zahl der Mitglieder hat sich im abgelaufenen Jahre von 817 auf 879 gesteigert.

** Landwirts ch. Provinzialverein. Man schreibt uns: In Nr. 274 des Gieß. Anz. befindet sich eine Mitteilung aus Rheinhessen, wonach in jener Provinz Ver­sammlungen der landwirtsch. Vereine stattfindem tn denen Stellung zu der Verwendung des Vermögens des landw. Provinzialvereins in Lobe von cct. 74 000 Mark genommen wird. Man ist der Ansicht, daß dieses Vermögen nur in provinziellem Interesse verwendet werden kann. , In der gleichen Lage befindet sich, wie uns mitgeteilt wird, auch der landw. Verein für Oberhessen, zumal sich das Vermögen dieses Vereins nock wesentlich höher stellt, wie das des Rheinhesfischen Vereins. Wenn wir recht unter­richtet sind, sind bei dieser Aufstellung neben deck Kapital­vermögen die anderen Vermögensob'ekte eingcschlossen. Lehen wir bei einer gleichen Zusammenstellung für Ober­hessen in analoger Weise vor. so stellt sich das Vereins- vermögen Hierselbst wesentlich höher wie dort. Es, sind nämlich hier vorhanden: an Kapitalver:nögen ca. 31000 Mark, in den 4 Provinzialjungviehw^ den sind angelegt ca. 83 000 Mark, Wert der Stationsbullc" eg. 22 000 Mark, sonstige, kleinere Vermägensobsekte ca. 2500 Mark. Zieht man hiervon 9000 Mark Vernflicbtunken ab, so bleibt ein Vermögen von ca. 13000 Mark. Man hat lne-bei allerdings zu berücksichtigen, daß es sich, wenn cs realisiert werden sollte, nicht unbeträchtlich niedriger stellen würde. Immerhin ist das Vermögen des Vereins nicht unbedeutend, sodaß auch für Obcrhcssen der Wunsch berechtigt ist, es im Interesse der Provinr verwendet zu sehen.

** Der BezirksvereinNordost" hielt am Donnerstag Abend unter Leitung seines Vorsitzenden des Herrn Mar Friedberger eine Generalversammlung ab, die zahlreich besucht war. Zu Beginn seines Berichtes gedachte er in warmen Worten des frühen Hinschcidens des lange Jahre dem Vorstände angehörcnden Mitgliedes Guido Günther, der bei seinem großen Interesse für den Verein stets ein treuer tüchtiger Mitarbeiter gewesen sei. Der Verein werde ihm ein liebevolles Andenken bewahren. Zur Ehrung erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Im weiteren Verlauf seines Jahresberichtes, kam der Vorsitzende auf den jetzigen Stand der Arbeiten zur Er­richtung eines Nord-BabnhofeS zu sprechen, bezüg­lich derer jetzt mit besierer Hoffnung in die Zukunft geschaut werden kann. Rechnungsablage und Ergänzungswahl des Vorstandes nahmen einen glatten Verlauf.

Der städtischeBetrieb in den Steinbrück)en, der erst vor einem Jahr ausgenommen wurde (früher war er an Unternehmer verpachtet) hat, trotzdem im ersten Vierteljahr meist nur Arbeiten für die Erschließung des Lagers rc. vor­genommen wurden, einen Ucberschuß von Mk. 6000 gebracht.

Q Steinbach b. Gießen, 22. Nov. An den Folgen einer Blutvergiftung starb unser Lehrer Alb ach im Alter von 41 Jahren. Er war früher Lehrer in Münster und

Oesterr. .Silberrente Untrar. Goldrente . . Italien. Bente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen ITT

TTamburg-- Amerik. Paketf. 157.

213 90

Literarisches.

Franz Adam Beyerlein, der Verfasser des in über 200 000 Exemplaren verbreiteten BuchesJena und Sedan", das überall Sensation erregte, bat jetzt ein neues Buch mit dem kriegerisch hallenden TitelEin Winterlager" (Preis geh. 3.50 Mk. Berlin, Vita, Deut­sches Verlagshaus) herausaegcb"n. Schon kurz nach dem Erscheinen wurde das 16. bis 20. Tausend notwendig, em Zeichen dafür, welch lebhafte Beachtung auch dieses neueste Werk Beverleins findet. Es ist eine poetisch-romantische, dabei realistisch-plastische Geschichte von russischer Ein- guartierung, die 1760 auf zwei Gütern der Neumark den Winter zubringt. So klar und scharf ist das militär. Bild der friedericianischen Zeit im deutschen Roman noch nie gezeichnet worden. Ein Kritiker sagte:Tie feinen Hände des Poeten haben Entdeckungen gemacht, wie früher die malerische Intuition Adolf Menzels", Beyerlein hat "ich bei der Abfassung dieser Erzählung von rein künst­lerischen Motiven leiten lassen. Auf dem Hintergründe des gewaltigen siebenjährigen Krieges und mit einer warmen und edlen Begeisterung für den Kriegsgott dieses unge­heuren Rinaens, Friedrich den Großen, wird ein zartes Liebesidyll geschildert. Tie gewaltigen Gegensätze, die bei der Ueberflutung der Neumark durch die Russen aufeinander- plahten, werden dabei in packend wirkenden Kulturbildern abkonterfeit. Es ist überraschend, daß gerade Beyerlein, der sich uns bis heute nur als reiner Realist gezeigt hat, auch feinsinnige und zarte Linien zu zeichnen versteht und seine Bilder mit überzeugender Schaffenskraft gestaltet. Tas ist nicht mehr der sensationelle Romancier und der Bühnenschriftsteller, der nicht immer die Wege der Kunst wandelt, das ist ein Poet, dem die Traumgestalten seiner Phantasie lebendig werden. Der Untergrund eines jeden Bildes ist das die Provinzen aussaugende Ringen Preußens um seine Großmachtstellung. Hebet dem ganzen Buche liegt zudem etwas wie mtzstische Traumstimmung, Winterschlaf­sucht und wallende Abendnebel, wie der Atem von armen Kiefern und dem verödeten Bruch. Kriegslasten und Kriegs­druck, Kriegsfurcht und Kriegsürger auf feiten der deutschen Bürger und Bauern, Großgrundbesitzern und Geistlichen. Frische kriegerische Leichtlebigkeit kennzeichnet die Truppen Friedrichs des Großen, kühnes, halb asiatisches und doch ritterliches Soldatentum die Russen, deren kraftvolle mili­tärische Jugend man auch dann nicht verkennen mag, wenn sie im Taumel des Schnavses in brutale Roheiten über­geht. Aber aus der stillen Winternacht, die den trügerischen Frieden des Jahres 1760 einhüllten, zucken hier nnb da grelle rote Blitze auf, die in jähem Schreck die verträumte Neumark aufscheuchen. Hervorragend ist Beyerleins Kunst, zu erzählen, die uns aus diesem Roman entgegentritt. Man sieht sie ordentlich vor sich liegen, die verschneiten beiden Herrensitze in der Neumark, in denen sich die Russen einnisten, um Unheil über beide zu bringen. Wir glauben einen Hauch von jener fernen Zeitströmung zu empfinden. Beyerlein weiß mit raffinierter Technik die Spannung auf den Gipfel zu führen. Wer das Buch liest, wird es nur mit dem Vewußtscin aus der Hand legen können, das Merk eines in der Vollkraft seines .Schaffens stehenden Lichters gelesen zu haben..* v <

Vermischtes.

* Elsfleeth, 23. Nov. Heute erfolgte auf dem holländischen SchoonerGretina", der eine Ladung Vcnzm. die nach Riga bestimmt war, einnahm, anscheinend durch Fahrlässigkeit eine Explosion, durch die das ganze Schiff in Brand gesetzt wurde. An eine Löschung des Feners war nicht zu denken. Es gelang aber, das Schiff auf den Schlick zu setzen, mit Hilfe eines Schleppers. Von den geladenen 300 Fässern Benzin explodierten fortwährend noch neue, doch besteht keine Gembr. Der Steuermann erlitt lebensgefährliche Brandwunden.

* Bremen, 23. Nov. Die Beschädigungen des DampfersKaiser Wilhelm der Große" beschränken sich auf eine Zertrümmerung der äußeren Schiffsplatten an der Steuerbordseite in der Höbe des Hauptdecks und des Zwischendecks in einer Länge von 40 Fuß. Der Dampfer wird nach einer provisorischen Abdichtung am Montag nach Bremerhaven zurückkehren. Die Passagiere 2. K,laffe und die Zwischendeckspassagiere werden am Sonntag von Bremerhaven abgehen, die Passagiere 1. Klasse und die Bostsäcke schon heute von Cherbourg weiter befördert. Der Lotse de§Orinoko" behauptet, daß derKaiser Wilhelm der Gr." 18 Knoten vor der Hafeneinfahrt falschen Kurs genommen habe und daß hierdurch der Zusammenstoß ver­ursacht wurde. Als nämlich derKaiser Wilhelm" den Orinoko" in Sicht bekommen habe, habe er dem englischen Dampfer den Kurs abschneiden nnb ihm znvor kommen wollen. Der Kapitän desOrinoko" bemerkte die Gefahr sofort und ließ Gegendampf geben. Obwohl dies die Fahr­geschwindigkeit verlangsamte und auch Warnungs-Signale an das dentsche Schiff abgegeben wurden, blieb die Kollinou unvermeidlich. Die Panik auf demKaiser Wilhelm" war groß.

* Kleine Taaeschrunik In München verhaftete die Polizei einen 19jährigen Burschen, welcher in der Billa des Fürsten Fugger bei Auasburg 40000 M ark und sväter bet einem Einbruch in das gräflich Montgelassche Schloß in Egglkofen wert­volle Pretiosen geraubt hatte. In A m berg b r a n n t e das große genossenschastliche l a n d w i r t s cb a s t l i ch e Lager­haus mit vielen Vorräten, Maschinen rc. nieder. Der Schaden wird aut 90 000 Mk. geschäht. In Magdeburg lauerte der 19jährige Paul Witcke der 16iährigen Jrieda Selle auf und s cb 0 ß sie nieder, worauf er sich selbst durch einen Schuß tötete. Mädchen ift schwer verwundet. Das Motive der Tat ift verschmähte Liebe. In 9)1 annhci in zersvraug in der chemischen Fabrik Lind-ubof Weil u. Eo. ein 51/, Meter hohes Schwungrad in Stücke. Die Trümmer wurden haushoch in die Luft geschleudert. Der 33 Jahre alte Chemiker Dr. W i l h e lm N 0 e r r wurde dabet von einem Eisenstück so unglücklich getroffen, daß ihm ein Teil des Kopfes weggerissen wurde. Noerr war sofoi't tot. Er hinterläßt eine Frau und ein Kind. Während einer S ch n i tz c l- i a g d wurde der 2 e it t n a n t u 0 n Wadenh 0 ff vom 2. Karde- Dragoner-Negiment von einem Teilnehmer einer gleichzeitig stattfindenden Treibjagd ans der Lisienrader Feldmark (Provinz Brandenburg) a n g e s ch 0 s s e n und s ch w e r verletzt. Außer WcidenHosf, dem 38 Schrotkörner in den Rücken gedrungen sind, wurde xtvar feiner der Reiter getroffen, doch sind noch drei von den Pferden verletzt worden. In Warschau erschoß au' einer SvazierfgHrt der 24jährige Leutnant I a ü n n von der -ew- garde seine Geliebte, die 19jähr. Wiera Onatzewisch, Tochter des Obersten seines Regiments, und bann sich selbst. Die Ursache zu der Tat war die Unmögltchkeit, einander heiraten an können.

Sittgesasr-t.

nfxgft aller unter die^r Rubrik siebenden Artikel

und Wiffcnfdmft.

Goethe imGesprä ch. Ausgewählt und herausaegeben von Fran; Deibel und Friedrich Küutdelsittger. Lcivsig, Jn,el-Verlag.

7,__, Eiu weiteren Kreisen fast imbefanntei- Goethe spricht

na diesem Werke. Eckermanns Ausieichttungen sind itmar allge­mein verbreitet, aber die in ihrer Gesamtheit keinesfalls wen.ger wichtigen Goethsichcu Gespräche mit anderen Versoneu lagen ge­sammelt bisher nur in einer mehr für den , vor Ich er bcftimnUen zehnbändigen Ausgabe vor. So war es an der Zeit, die Aoethischen ltzefpräche in einer Auswahl, die alles irgendwie wie Wesentliche enthält, Goethefreunden zugänglich zu machen. Ta es an guten Ausgaben der Ackermannscbeu Gespräche nicht kehlt und dieie zudem eine umerreiübarc Einheit bilden, io ergab sich deren Ausschlu,; von selbst Desto mehr sind die Gespräche mit andern --es ge­nügt in bunter Reihe die Namen Schiller, Wieland, Herder, Schlegel, yinvolcon, Voß, Kanzler von Müller, Felix Meudels'ohmBartroldi) zu nennen zu ihrem 91 erbte aekommen. Von Goethes Werken "und Briefen und von den Gesprächen mit Eckermann waren schone 9(u?-gaben bereits vorhanden. Zu ihnen geiellt sich als viertes diese vortreffliche Ausgabe der Goothischen Geipräche. Die e vier Goethe-Werke werden künftig den eisernen Bestand der Bibliothek jedes Goethefreundes bilden. _________________________

Telefonische IKsjrsheeecMe

des Giessener Anzeierers. mittreteilt von der Bank für Handel

Harpener Bergwerk.

Laurahütte ...... 244.

Nordd. Lloyd . . . . 1

Obeischles. Eisen-Industrie 127.50

. 170.50

Hotel Grossherzog von Hessen § empfiehlt seine Säle für grössere nnd kleinere -------- Festlichkeiten.

Breslau, 23. Nov. Tie in Altwasser fonferem der uiederschlesifchen Bergleute an den Forderungen festz uh alten, einem Streik abzufchen und erst die Beschlüsse

15. litbuni

Ziehung 1 Na die Oetrin, Ncm (Ohne Oewlh 46 ni 4JJ 656 61 610 51 2 3 N 58 818 111 865 5101 81 7161 15001 45i t \M 813 628 2 IM 61 63 Ml 181 13000) 12 iMfll Ml 518 1 *9 61 16091 1 663 18020 24

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7. Dezember. ,rr

Rom, 23. Nov. Da ein Trambahnwagen voll Voltzisten auslicf, die als Trambahnführer angelernt werden sollten, stellte o'ort das gesamte Trambahnversonal die Arbeit c i n. Das Fehlen jeglichen Verkehrs ist umfo fühlbarer, als die Empfangsfeierlichkeiten für den König von Griechenland heute statttendcu.

Kiel, 23. Nov. Der Miisketier-Rekrut Zeller wurde wegen Verweigerung der steistuug des Fahneneides und wegen Erregung von Miüvergnügen unter den Kameraden zu vier Monaten Gefänonis verurteilt.

E r f u r t, 23. ^ov Da? Kri-'gsaericht verurteilte den Kanonier Vinaelt. der im Manöver bei Nordhausen den Kanonier Willich durch einen Mesiei-'tich getötet hatte, wegen Ueberschreitung der Notwehr zu v-er Nlonateu Gesirngnis.

S a l t l a k e - E i t n, 23. Nov. Josef Smith, der Präsident der M o r m o n e u k i r ch e, wurde beute wegen zugestandenen Konkubinat? zu 300 Dollars Geldstrafe verurteilt.