Aus StaSt uns Luns.
Aber die Entschädigung Ein Wiederaufbau der Kolonie tfl ohne Farmer nicht -möglich. Ohne Unterstützung und Eittschädrg- ung fncb aber zahlreiche Farmer nicht in der Lage, sich in der Kolonie zu halten, und io haben wir zu besorgen, daß bie besten Kräfte die Kolonie verlassen. _ , .
Abg. Ledebour (Soz.) vermißt einen Nachweis iroer die ^^Wg. Graf Arnim (Rp.) bittet um Bewilligung der zehn Mülwnen.^ 2lbstimmung lehnt das Haus die 10 Millionen ab ynb bewilligt nur 500 000 Mark.
Damit war die Tagesordnung erledigt.
Die heutige dritte Sitzung
beginnt nachmittags um 5Vs Uhr.
Fortsetzung der Etatsbcratung bei dem Etat des „Reichs he eres". Hierzu liegen eine Anzahl Abänderungs'» anträge vor, die als Konsequenz der Offizier-und Mann- schaftspcnsivnierungsgesetze entsprechende Aender- ungen in den bett. Positionen des Etats fordern.
Auf Vorschlag des Präsidenten Balle st rem gelten die in den Anträgen geforberten Änderungen mit Annahme der bett. Position als angenommen.
Abg. de Witt (Ztr.) bringt einen Fall zur Sprache, daß ein Main zer G e r i ch t s a f z c s si st , Dr. Gaßner, nicht zum Reserveoffizier gewählt wurde, weil er sich angeblich despektierlich über den Offiziersstand geäußert -habe, tatsächlich a!ber, weil er einem Katholiken darübert einen Vorwurf gemacht hatte, daß er sich duelliert habe. Der Redner sucht entsprechende Aenderung der Oftizierswahlen zu erwägen.
Kriegsminister v. Einem erklärt: Er kenne den Fall nicht, er habe aber bereits in Erwägung gezogen, den Modus der Wahl der Reserveoffiziere dahin zu ändern, daß die Wahl von dem Offizierkorps des Regiments vvrgenommen wird, bei welchem der zur Wahl Gestellte diente.
Abg. v. E l e r n befürwortet einen Anttag, die p e n s i o n s - fähige Zulage von 115 0 Mark allen Oberstleutnants zu bewilligen.
Abg. Erzberger (Ztr.) stimmt dem Anttag zu.
Der Anttag wird angenommen.
Abg. Becker-Köln (Ztt.) iveift die in der zweiten Lesung vvm Abg. Zubeil gegen die Meister der Waffenfabrik Siegburg erhobenen Vorwürfe als unbegründet zurück.
Abg. Zubeil (Soz.) hält seine Behauptungen aufrecht.
Abg. Becker-Köln (Ztr.) erwidert, er werde die Angelegenheit außerhalb des Hauses erledigen.
Generalleutnant Sixt v. Arnim: Ich habe die vorgc- brachten Beschwerden geprüft und muß dieselben als erhebliche Uebertteibungen bezeichnen. Der von dem Abg. Zubeil vorge- brachtc Fall ist untersucht worden. Die Untersuchung ergab, daß alle Anschuldigungen des Abg. Zubeil vollkommen erfunden waren!. Das entsprechende Material liegt int KriegÄministerium für alle, die sich dafür interessieren, bereit.
Kriegsminister v. Einem: Man muß fast den Eindruck gewinnen, als käme es dem Abg. Zubeil nur darauf an, Mißvergnügen zu erzeugen. So etlvas muß man schließlich als Verleumdung bezeichnen.
Der Etat des „Reichsheeres" wird bewilligt.
Beim Etat des „Reichsmilitärgerichts" werden für das Gebäude des Reichsmilitärgerichts als erste Rate nur 13 000 Mark gegenüber den angeforderten 871000 Mark bewilligt. Eine Reihe weiterer Etats wird ohne weitere Debatte erledigt. Beim Etat des „Reichsschatzamtes" liegt ein Anttag Speck vor, welcher entsprechende Positionsänderungen auf Grutü) der neuen Gesetze Vvrsieht. Der Anttag wird angenommen und der Etat erledigt.
Beim „Kolonialetat findet namenlliche Abstimmung über den Gehalt des Staatssekretärs statt. .Der „Titel" wird mit 142 gegen 119 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen abgelehnt.
Dafür beanttagt Gröber (Ztt.) einen „Titel" Unterstaatssekretär 2 5 000 Mark" einzustellen.
Unterftaatssettetär im Reichsschatzamt Twel c weist darauf hin, daß nach Ablehnung des Postens des Staatssekretärs das selbständige Kolonialamt falle und das Kolonialamt wieder als eine Mteilung des Auswärtigen Amtes zu erscheinen habe. Die aus diesem Beschlüsse des Hauses sich ergebenden Konsequenzen sind bereits in einem zur zweiten Lesung vorliegenden Antrag gezogen.
Nachdem noch die Abgg. Semmler (natl.), Dr. Müller- Sagan (frs. Vp.) und v. Normann (Kons.) gegen den Anttag Gröber gesprochen hatten, zieht Gröber seinen Antrag zurück.
Präsident Graf Balleftrem schlägt unter diesen Umständen Vertagung vor.
Ein Antrag v. Tiedemann, den Titel „Kolonialamt" an die BudgetkomMission zurückzuverweisen, wird abge lehnt.
Nächste Sitzung Montag. (Rest der heutigen Tagesordnung.)
Gießen, den 28. Mai.
* * In der letzten Stadtverordneten-Ver- sammlung stand noch ein Baugesnch von G. Trinkaus für Ecke Seltersweg und Wolkengasse auf der Tagesordnung. Der wegen der Einfahrt erforderliche Dispens wurde erteilt.
• • Besitz wechsel. Schreinermeister Friedrich Rosenbaum in der Löwengasse kaufte von Spenglermeister Georg Appel das Haus Nr. 20 daselbst zum Preise von 40 000 Mk. --- Georg Appel, Installateur am Seltersweg, verkaufte sein in der Löweng ässe Nr. 18 gelegenes Haus an Spenglenneister Heinrich Appel für 15 000 Mk., sein Haus Nr. 13 daselbst an Friseur Roscher zum Preise von 23 000 Mk. — Das in der Löwengasse liegende früher Metzger Franz Schmidtsche Haus Nr. 12 kaufte für 6500 Mark Gemüsehändler Appel in der Wolkengasse.
* • Das gestörte Vogelidyll. Im Winter hatte sich am Selterstor ein Buchfinkenpaar eingefundcn, das regelmäßig jeden Tag am Schalter des Oktroihauses gefüttert wurde. Das Männchen blieb auch nach dem Eintritt der befferen Jahreszeit dem Gastgeber als Kostgänger treu. Der Vogel verspürte trotz des geräuschvollen Verkehrs keine Lust, das einmal gewählte Quartier am Selterstor zu ver- lasien, er kennt seinen Wirt ganz genau und meldet sich, sobald er seiner nur ansichtig wird. Wenn der Oktroierheber einmal vergißt, dem Vogel sein Futter hinzustreuen, so setzt sich das Tierchen dreist an den Schalter und meldet sich. Dieses Idyll war kürzlich mehrere Tage lang gestört. Der Fink zeigte ein scheues aufgeregtes Wesen und ließ fortwährend ein schrilles Pfeifen ertönen, er flog häufig auf das Dach der Lesehalle, nahm seinen Platz auf der äußersten Kante des Daches nach dem Schoorgraben hin und gebärdete sich sehr ängstlich. Dem Gastgeber des Tierchens war desien Benehmen ein Rätsel, er ging der Sache nach und fand schließlich im Schoorgraben den Kadaver einer großen schwarzen Katze liegen. Nachdem der benachrichtigte Wasenmeister den Kadaver fortgeholt hatte, war der Fink wieder der alte. Das Tierchen fühlt sich in dem Revier, das es sich zum Aufenthalt erwählt hat, wieder wohl und nimmt täglich an dem alten Futterplatz seine Mahlzeiten wieder ein.
/ \ Fried berg, 26. Mai. Ein Konflikt ist über das kostenlose Holen von Sauerwasser an dem Germania
Brunnen zu Schwalheim und am Ludwigsbrunnen bei Bad-Nauheim entstanden. Während hiesige Einwohner seit Bestehen der Quellen dort kostenlos Saucrwasser holen, machen jetzt die Pächter der Brunnen Schwierigkeiten und verlangen 5 Pfg. für den Krug. — Innerhalb der letzten Zeit wurden in der Umgegend der Stadt und besonders an der Promenade nach Bad-Nauheim mehrfach Rohheiten verübt. Dieser Tage gelang eS nunmehr einer Polizeipatrouillc zwei hier in Stellung befindliche Bürschchen dabei abzufassen, wie sie ihre Zerstörnngssucht an Gartenzäunen und Ein- ftiedigung an der Promenade betätigten und am Versorgungs- hauS die Brötchensäcke wegnahmen.
-f- Ober-Mockstadt, 26. Mai. Heute fand hier, an Stelle des wegen Augenleidens zurückgetretenen Bürgermeisters Mickel, Bürgermeisterwahl statt. Von den 4 dazu aufgestellten Kandidaten erhielten Landwirt Mickel 59, Kraft 31, Hernln od 26 und Kullmann 12 Stimmen. Da keiner die absolute Majorität erhielt, muß also Stichwahl zwischen Mickel und Kraft stattfinden.
— Obborn Hofen, 26. Mai. Der Bahnhof Obbornhofen-Bellersheim ist an das Fernsprechnetz deS Amtes Hungen angeschlossen worden.
Laubach, 23. Mai. Der Kreistag des Kreises Schotten hat die Erbauung einer Kreis st raße von Gonterskirchen nach Freienseen beschlosien, die die Holzverladestelle Laubacher-Wald schneidet, die dem Dorfe Gonterskirchen auch als Personenhaltepunkt dient. Die Straße wird den Personenverkehr und besonders auch den Güterverkehr, der ohnedies schon stark ist, noch steigern.
I Schotten, 26. Mai. Heute nacht starb hier unerwartet der in weiteren Kreisen bekannte Besitzer des Hotels „zur Post", Theodor Lellarius, der in unserem Städtchen die Stelle eines Beigeordneten vertrat. Der Verstorbene, der am öffentlichen Leben, namentlich bei Wahlen den regsten Anteil nahm, stand im 60. Lebensjahre. Sein Tod bedeutet für seine Vaterstadt einen nennenswerten Verlust.
d. StornfelS, 24. Mai. Einen üblen Streich hat hier ein Mann den Bewohnern dadurch gespielt, daß er sich in dem einzigen Brunnen ertränkte, woraus sämtliche Dorfbewohner während der Sommermonate ihr Wasser holen müßen. Die Wasierverhältnifle sind in dem auf steilem Bergkegel gelegenen Dörfchen an und für sich schon recht traurig. Jeder Hausbesitzer hat in seiner Hofraitc eine Grube, worin jedes Tröpfchen Regemvafler aufgefangen wird, das zum Tränken des Viehes dient. Wasser Kochen aber muß stets in jenem Brunnen geholt werden, der am Abhange des Berges liegt. Selbstredend will nach dem traurigen Vorfall niemand mehr dieses Brunnenwasser benützen, lieber schleppen die Bewohner auS dem am Fuße des Kegels gelegenen „Lindenborn" daS unentbehrliche Naß hinauf in ihre Wohnungen. Da aber auch das Wasser dieser Quelle im Sommer nicht benutzt werden kann, so wird dem Orte nichts anderes übrig bleiben, als im Interesse seiner Jnsasien einen anderen Brunnen graben zu lassen — und das wäre keine leichte Arbeit — oder die bereits früher schon einmal im Projekt gewesene Wasserleitung zur Ausführung zu bringen. Beides ist mit erheblichen Kosten verknüpft.
p. Wetzlar, 26. Mai. Mit der Zusammenlegung ihrer Grundstücke nach dem Gesetze vom 24. Mai 1885 haben bereits viele Gemeinden des Kreises Wetzlar einen großen Fortschritt in der landwirtschaftlichen Entwicklung gemacht. Im Verfahren befinden sich zur Zeit die Orte Alten- kirchen, Lechtingen, Blasbach, Dorlar, Erda, EberSgöns, Groß-Altenstädten, Hörnsheim, Hohensolms, Kraftsolms, Krofdorf, Gleiberg, Lützellinden, Münchholzhausen, Tiefenbach, die Bauweide zu Wetzlnr und über 6000 Hektar zu Wetzlar- Niedergirmes. Zu den sogenannten Folgeneinrichtungskosten wurden im letzten Jahre von unserm Kreis an sechs Ortschaften 1850 Mk. gezahlt.
eh. Gladenbach, 26. Mai. Hier findet am 21., 22. und 23. Juli das Kreiskriegerverbandsfest verbunden mit Delegiertenversammlung und Fahnenweihe des Kriegervereins statt. Das Festkomitee hat bereits die ersten Vorarbeiten erledigt.
[] Marburg, 27. Mai. Der seit etwa einem halben Jahre bei der Marburger Kreisbahn bedienstete frühere Buchbinder Konrad Eckhardt von hier geriet gestern mittag beim Rangieren so unglücklich zwischen einen Wagen unbeine Rampe, daß ihm die Brust total eingedrückt wurde und der Tod sofort eintrat. E. war noch unverheiratet.
]] Marburg, 26. Mai. Auf Veranlassung einer rheinischen Unternehmer-Gesellschaft finden in der Gemarkung Varzenbach im hiesigen Kreise Schürfungen nach Eisensteinen statt. Die Resultate sollen dem Vernehmen nach so günstig sein, daß demnächst hier ein größeres Berg- werk entstehen dürfte._____________________________________________
Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberheffeu.
Gießen, 23. Mai.
Sally Schuster non Lindhe im war bei Gr. Kreisamt Büdingen um Aus stellung eines Wandergewerbescheins eingekommcn. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen lehnte dieses Gesuch mit Rücksicht darauf ab, daß der Gesuchsteller noch keine 25 Jahre alt und außerdem weder Ernährer seiner Familie, noch vier Jahre im Handelsgewerbe tätig sei, wie dies von dem Gesetz gefordert wird. Gegen diese Entscheidung verfolgte der Gesuchsteller Rekurs an den Provinzial-Ausschuß. Nachdem in der heutigen Verhandlung durch Vernehmung einer Anzahl von Zeugen sestgestellt worden war, daß Schuster infolge Erttankuug seines Vaters als der Ernährer der Familie zu bettachten ist, auch schon länger wie vier Jahre seinem Vater im Handel beigestanden hat, konnte der Provinzial-Ausschuß von dem Erfordernis des Alters absehen und dem Rekurs stattgeben.
Schon seit längeren Jahren herrschen im Gemeinderat zu Büdingen Meinungsverschiedenheiten darüber, wo das neu zu errichtende Schulhaus hin zu stehen kommen soll. Nachdem nach längeren Verhandlungen beschlossen! worden tvar, als Bauplatz das Gelände hinter dem Kreisamt zu wählen und hierfür auch schon ein Projekt ausgearbeitet worden war, stellten vier Gemeinderatsmitglieder den Anttag, das Schulhaus entgegen den vorher gefaßten Beschlüssen in die Dammländer zu stellen. Der Bürgermeister setzte diesen Antrag auf die Tagesordnung, die bettesfende Sitzung des Gemeiuderats fiel aber infolge Beschlußunfähigkeit aus. Auf Beschwerde von der Mehrheit des Ge- meinderats an das Großh. Kreisamt beantragte der Bürgermeister namens der Minderheit des Gemeinderats eine Entscheidung des Kreisausschusses herbeizuführen, indem er darauf hinwies, daß es sich darum bandele, ob eine nochmalige Ab- । stimmung des Gemeinderats über die Frage, auf welck)em Platz 1 das Schulhaus zu bauen sei, herbeizuführen fei; er halte mit
der Gemeinderatsminderheit diese «Lache fiir erledigt durch den Beschluß, der den Platz hinter dem Kreisamt vvrsehe. Der KteiS- ausschuß entschied, daß der Bürgermeister verpflichtet sei, eine Sitzung des Gemeinderats anzuberaumen und auf die Tagesordnung den Anttag der 4 Gemeinderatsmitglieder bett. Erbauung des Schulhouses auf den Dammländem zu setzen. Gegen diese Entscheidung verfolgte der Bürgermeister und die Minderheit des Gemeinderats Rekurs an den Provinzial-Ausschuß. Dieser setzte heute, nachdem die beiderseitigen Anwälte zur Sache gesprochen hatten, die Beschlußfassung aus.
Johannes Appel III. zu Her chen Hain war um die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft eingekommen. Der Gemeinderat verneinte die Bedürfnisftage und der Kreisausschuß des Kreises Schotten lehnte das Gesuch mangels Nachweises eines Bedürfnisses ab. Der Anwalt des Gesuchstellers legte gegen das Erkenntnis des Kreisausschusses Rekurs bei dem Prov'nzialausschussc ein. Nach umfangreichen Zeugenvernehmungen konnte auch dieser sich von einem vorhandenen Bedürfnis nach einer weiteren Wirtschaft in Hevchenhain nicht überzeugen und verwarf deshalb den eingelegten Rekurs kosten- fällig.
«SericbtsfaaL
[] Marburg, 26. Mai. Die Strafkammer verhandelte beute gegen acht Burschen nu§ Grebenhagen und Schwarzenborn, die gelegentlich einer T a n z m u s i k eine Torischlacht veranstaltet und sich gegenseitig mit Biergläsern, Basaltsteinen und anderen Instrumenten gehörig verhanen hatten. Nach Vernehmung von etwa 20 Zeugen wurde das erstinstanzliche Urteil, welches auf Gefängnis von 1 Woche bis zu 5 Monaten gelautet, mit geringen Abweichungen bestätigt.
Dortmund, 26. Mai. Zum Prozeß gegen den Oberst a. D. H ü g e r wird gemeldet, daß der Andrang des Publikums seit einigen Tagen so stark ist, daß des morgens förmliche Kämpfe hin die Eintrittskarten geführt werden. Als Zeuge wird heute Generalinspekteur und General der Infanterie von Lindequist- Hannover vernommen. Er war damals kommandierender General in Stuttgart und bei ihm hatte Oberst Hüger Beschwerde gegen die für ihn ungünstige Entscheidung des Brigadekommandeurs von Witzendorff im Falle des Hauptmanns Sehmahl erhoben. Der General hatte sich auf denselben Standpunkt wie die Vorinstanz gesteht. Es werden die betreffenden Schriftstücke erneut vorgelesen. Daran knüpft sich eine Auseinandersetzung des Generals von Lindequist mit dem Angeklagten, au5 der sieh nichts nenes ergibt
Danzig, 27. Mai. Das Oberkriegsgericht des 17. Armeekorps verurteilte den Kriegsgerichts rat Koch aus Grau- denz wegen Dienstvergehens und Beiseiteschaffung von Urkunden zu zwei Monaten Gefängnis. In der ersten Instanz war Freispruch erfolgt. Auf Veraulaffung des Kriegsministers hatte der Gerichtsherr Berufung eingelegt.
Vermischtes.
* Vom Frauenmörd er Dittrich. Der angeblich geisteskranke Lederarbeiter Max Dittrich hatte nach seiner Ueberführung aus der Irrenanstalt Herzberge nact) Dresden dort ein überraschendes Geständnis abgelegt. Anfang Mai bezichtigte er sich der Täterschaft an zehn Morden, darunter der an den Frauen-Graßnick und Schurm in Zeuthen. Am letzten Mittwoch zog er jedoch das Geständnis zurück. Nun ist aber durch das Zusammenarbeiten der Dresdener und Berliner Behörden so viel Belastungsmaterial herbeigeschafft worden, daß Dittrich der beiden genannten sowie, zweier in Sachsen verübten Morde nahezu überführt erscheint.
* Der neueste Eisenbahnunfall. Auf dem Aspang-Bahnhofe zu Wien fand infolge Versagens der Bremse ein Zusummenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzuge statt. 7 Passagiere wurden verletzt.
lüinft unb Wissenschaft.
Ehristini <r, 27. Mai. Ibsens Begräbnis wird am 1. Juni stattfinden. Ter König wird bei der Feier anwesend sein. Die Trinitätskirche, in der die Leiche auigebahrt wird, erhält eine prachtvolle Ausstattung. Theodor Casparis schreibt aus Anlaß der Beisetzung eine Cantate.
— Der Prager deutsche Schulverein gab einen Alnranach heraus, für den auch der Hofburg-Schauspieler Kainz einen Beitrag lieferte. Dieser Beitrag ist wegen seiner scharfen nationalen Pointe gegen das Tschechen tum von der Staatsanwaltschaft b e a n st a n d e t worden und mußte aus dem Buche aus- geschieden werden.
Spielplair bet vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 29. Mai*): „Mauer und Schlaffer.' Hierauf: »Die schöne Gärtnerin.' (Ballet-Divertissement.) Mittwoch den 30. Mai, abends 6 Uhr: 15. (letzte) Vorstellung im Zyklus: „Der Ring des Nibelungen.' 3. Tag. „Götterdämmerung." Donnerstag den 31. Mai: „Hoffmanns Erzählungen." Freitag den 1. Juni, abends halb 8 Uhr: „Frühlingsluft." Samstag den 2. Juni: „Die Fischer von St. Jean." Sonntag den 3. Juni: „Undine.' Montag den 4. Juni: „Tannhäuser."
Schauspielhaus.
Dienstag den 29. Mai*): „Der Biberpelz.' Mittwoch den 30. Mai: „Charleys Tante." Donnerstag den 31. Mai: Schiller- Zyklus. 9. Abend. „Kabale und Liebe." Freitag den 1. Juni: „Mainjell Nitouche." Samstag den 2. Juni: Shakespeare-Zyklus. 1. Abend. „Romeo und Julia." Sonntag den 3. Juni, nachnüttags 3 Uhr: „Der Verschwender." Abends 7 Uhr: „Mamsell Nitouche." Montag den 4. Juni, nachmittags halb 4 Uhr: „Mamsell Nitouche." Abends 7 Uhr: „Charleys TaMe." Dienstag den 5. Juni: „Mamsell Nitouche."
* ) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Arbeiterbewegung.
Weißenfels, 26. Mai. Der Streik der Sraun- kohle narbeiter ist nach einem beute gefaßten Beschluß der im hiesigen Braunkohlenrevier abgehaltenen Arbeiteroersammlunq beendet worden, nachdem den Arbeitern kleine Zugeständnisse zugebilligt worden fmb. Die Arbeit wird Montag wieder ausgenommen. Der Streik hat 9 Wochen gedauert.
Leipzig, 26. Mai. Eine von 2000 Buchbinder besuchte Versammlung nahm Stellung zu dem B u ch b i n d e r st r e i k. Es wurde ein neuer Tariientwnrf mit erhöhten Forderungen vorgelegt, der auf drei Jahre Gültigkeit haben soll. Der Entwurf fand einstimmige Annahme. Es wurde beschlossen, in Leipzig, Berlin und Stuttgart erst dann die Arbeit wieder auszunehmen, wenn der Buchbinoer-Arbeitgeber-Verband den neuen Tarif anerkannt haben wird. Insgesamt sind bis jetzt 3917 Leute aus- gesperrt.
Hannover, 26. Mai. Tie Einigung ist gescheitert. Die Metall-Industriellen lehnten jede Lohnerhöhung ab. Eine gestern einberufene Metallarbeiter-Versammlung nahm Kenntnis von dem Verhalten der Industriellen. Es wurde auss neue die Bereitschaft zu neuen Verhandlungen erklärt.
bewährteste Nahrung für
gesundeu. magendarmkranke


