- Verhaftet. Wegen dringenden Verdachts, den Brand im R othenbcrgcrschen Lumpenlager angelegt zu haben, wurde ein hiesiger Dachdeckcrmeister und Bauunternehmer in Untersuchungshaft genommen.
" Zu der Maturitätsprüfung der Oberreal- schule waren 16 Kandidaten zugelasien, die sämtlich ihr Examen bestanden. Folgende 8 Kandidaten konnten von der mündlichen Prüfung befreit werden; Albert Ebambrs, Gießen; Heinrich Feller, Groß-Linden; Wilhelm Hahn, Friedberg; Wilhelm Lenz, Klein-Linden; Wilhelm Schäfer, Watlernhausen; Wilhelm Schildwächter, Hopfgarten; Georg Thomas, Gießen und Heinrich Weisel, Langsdorf.
"Lahn und Wies eck sind seit 24 Stunden so hoch gestiegen, wie feit Jahren nicht. Der Pegelstand stieg in dieser Zeit an der Bach von 2,30 m auf 4,60 m und an der Möser'schen Mühle von 0,86 aus 1,92 m. Wenn die Lahn noch weiter steigt, ift zu befürchten, daß das Wasser in die Mühle hineinläuft. (§. auch 1. Blatt.)
= Allendorf a. d. Lda., 27. Februar. Heute mittag überschwemmte die Lumda nicht nur die Wiesen, sondern auch die Kreisstraße Al lendorf-Elimbach, sodaß der Verkehr nach der Bahnstation gehemmt war. Auch in der Stadl war die Straße an einer Stelle unpassierbar. Einige Keller, Scheuern und Ställe wurden ebenfalls von der lieber- schwemmung betroffen. Der heutige Tag hat hier wieder gezeigt, daß eine Höherlegunq der Straße Allendorf-Elim- bach an der Lumdabrücke nötig ist.
fc Friedberg, 27. Februar. Am 1. April d. I. wird voraussichtlich die von der Neichspostverwaltung projektierte Motorwagenpost Friedberg-Ranstadt den Betrieb aufnehmen. Diese Motorwagenpost, die erste in Deutschland, ist auf einen Wunsch des Kaisers zurückzuführen. Der Kaiser wünscht, daß die so „zukunftsreiche Kraft t)e§ Automobils" im Postdienst ganz besonders Verwendung findet.
sd Darmstadt, 27. Februar. Die heutige Kapp en- fahrt, die als Abschluß des diesjährigen Karnevals gelten 'darf, bewegte sich mehrere Stunden hindurch durch fast sämtliche Straßen der Stadt. Etwa 50 sehr hübsch ausgestattete Wagen und Gruppen beteiligten sich daran. Auch der am Sonntag durch einen Stockhieb eines Studenten verletzte Kar- nevalspräsidcut Anspach hat sich daran beteiligen können. 'Auch in den Straßen herrschte heute ein großer Karnevalstrubel, der sich abends in die Restaurants fortpflanzte.
fc Offenbach a. M., 27. Februar. AuS dem Hafen wurde heute Morgen die Leiche des 23jährigen Kellners Weigand aus Rixfeld bei Lauterbach, der zuletzt in Fechenheim in Stellung war, gelandet. Er hatte sich am 27. November v. I. von Fechenheim entfernt.' Entweder liegt Selbstmord oder ein Unglücks fall vor; cm Verbrechen scheint ausgeschlossen, da bei der Leiche Geld und Wertsachen gefunden wurden.
Mainz, 26. Februar. Der neugegründete „Ning der Milchproduzenten" hat beschlossen, vom 1. April ab den Preis für die an die Händler zu liefernde Mllch von 15 auf 16 Pfg. pro Liter zu erhöhen. Da nicht alle Milchproduzenten der Provinz dem Ring angehören, ist es fraglich, ob die Händler den Milchaufschlag auf die Produzenten abwälzen können. (Frkf. Ztg.)
fc. Frankfurt a. M., 27. Febr. Gestern nachmittag machten sich in der Rothschildallee mehrere Knaben hinten an einem Fleischtransvortwagen zu schaffen. Plötzlich siel die Hintere Klappwand herunter und erschlug den sechsjährigen Sohn des Spanholzhandlers Adler. Da das Halsgenick gebrochen war, trat der Tod sofort ein.
[] Marburg, 27. Febr. Am heutigen Fastnachts- dienstag wurde auch in unserer Stadt wieder dem Mummenschanz in ausgiebigster Weise gehuldigt. Von den frühen Morgenstunden an belebten allerhand originelle Gestalten die mit dichten Menschenmaffen gefüllten Straßen Auch allerhand Umzüge mit Musikkorps an der Spitze, das Marburger Plakatinstitut, das neue Studenten-Wohnungs- bureau waren vertreten. Die Mehrzahl der Maskierten stellte wie immer die Studentenschaft.
* Kleine M i t't e i lu n g e n aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Stangenrod feiert der Groß!). Fmstwart Knauß am 1. März sein 25jöhrigeJ Dienstjuöiläum. " In Ni e d er - Ohme n kam es bei einem Fastnachtsball zu Streitigkeiten. Ein junger Mann trug am Kopfe so erhebliche Wunden davon, daß sie vom Arzte vernäht werden mußten. — Gut Erdrutsch fand in Marburg am Berg hinter einem Dause am Wehrdaenr-eg statt. Der Kellereingang des Dauses wurde durch die Erdmassen verschüttet. — Im Walde zwischen Eber stad t und Pfungstadt wurde von einem fremden, gut gekleideten Mann ein Sittlichkeitsverbrechen an einem 13 jährigen Mädchen aus Pfungstadt verübt. — Der Landein P. Ziegler zu R v h r b a ch hatte für einen anderen eine Bürgschaft von 600 Mk. übernommen, für welche Summe er nun hasten mußte. Dieser Umstand trieb den Mann zur Verzweiflung und in den Tod. indem er sich erhängte.
Gießener Strafkammer.
)( Gießest, 27. Febr.
Die -Ltrafkammer verurteilte den Krankenpfleger I. K. W. aus ^v t e i n s i e l d toegeu Diebstahls, Urkundenfälschung, Betrugs- Versuchs und Uebertretung zu 3Jahren8MonatenZucht- haus und 14 Tagen Haft, sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf o Jahre ab und stellte ihn unter Polizeiaufsicht. W. war un verflossenen Jahr in der psychiatrischen Klinik hier als Pfleger tätig, nachdem er in derselben Eigenschaft in der Lung en heil anstatt Wald Hof bei Ehringslnusen beschäftigt gewesen war. In beiden Anstalten genoß er bei den Aerzten sowohl, als auch bei seinen Kollegen und den Patienten das größte Vertrauen-, am allerwenigsten hätte man in ihm einen rückfälligen Dieb vermutet. Trotzdem in beiden Anstalten mehrfach Diebstähle bei Patienten und Bediensteten vorkamen, die nicht aufzuklären lo-aren, fiel auf den Angeklagten nicht ein Schein des Verdachts. Im November vorigen Jahres erfolgte seine Entlastung wegen eines Leidens. Tags zuvor war ihm von einem Kollegen, der einen Gang in die Stadt zil machen hatte, ein an VerfolgungSwahnsinn leidender Pflegling anvertraut worden, von dem er wußte, daß er die Idee habe, sein Pfleger strebe ihm nach dem Leben. Als der Pfleger zurückkam, erzählte ihm der Angeklagte, der Pflegling sei während seiner Abwesenheit sehr aufgeregt gewesen und habe verlangt, das Zimmer seines Pflegers nach Mordwerkreugen untersuchen zu dürfen. Um den Kranken zu beruhigen, habe er ihm das Zimmer geöffnet, in diesem Augenblick h ibe sich aber jemand am Telephon gemeldet, weshalb er den Kranken allein ließ. Bei näherem Nachsehen entdeckte der Pfleger, daß seine Geldkassette in der sich außer seiner Jnvalidenkarte und Schmuckgegenständen, 65 Mark bares Geld und ein Einlagebuch der Frankfurter Sparkasse über 855 M? befand, aufgebrochcu und beraubt war. Trotzdem es sehr unwahrscheinlich war, daß der Kranke die Tat verübt haben konnte, hatte man auf deu Angeklagten keinen Verdacht. Nichts desto- weniger wurde der Kranke über die Angelegenheit gebeten, die Hachen herauSzugeben, ober doch anzugeben, wo er sie hin
gebracht habe. Er bestritt aber, etwas weggenommen zu haben. Zur Vorsorge wurde sein Zimmer durchsucht und die Sparkasse telegraphisch von dem Vorkommnis in Kenntnis gesetzt, um die etwaige AuSz-ahlung an einen Unbefiigten zu verhindern. Kurz nach dem Weggang des' Angeklagten kam aus Frankfurt die Nachricht, es sei dort ein Mensch verhaftet worden, der versucht habe, aus Grund einer mit dem Namen des Einlegers unterzeichneten Anweisung durch einen Dienstmann 600 Mark zu erheben. Diese Anweisung hatte der Angeklagte in einer Wirtschaft angefertigt. Bei seiner Verhaftung legte er sich den Namen des Bestohlenen bei und legitimierte sich mit dessen Jnvalidenkarte. Während der Untersuchung und bei der Verhandlung behauptete der Angeklagte, er habe von dem Kranken das Buch erhalten, in dem sich auch die Jnvalidenkarte befand: von dem E'^ld und den Schmucksachen wisse er nichts, die Kassette habe er nicht aufgebrochen. Er suchte auch von seinen psychiatrischen Kenntnissen Gebrauch zu machen, indem er behauptete, er sei Epileptiker, und er müsse die Tat in einem Zustande geistiger Umnachtung verübt haben. Der Sachverständige, > r ihn auf seinen Geisteszustand untersuchte, hielt es nicht für a .-schlossen, daß er schon epileptische Anfälle gehabt haben kann, ooch müsse er auf Grund seiner Beobachtungen zu dem Ergebnis gelangen, daß weder bei Begehung der Tat noch jetzt von einer geistigen Abnormität die Rede fein kann. Bezüglich des Diebstahls in der Anstalt Waldhof w'r er geständig, dem leitenden Arzt einen Gummistencpel entwendet zu haben, der Hch auch bei ihm vorsand. Für diesen Fall billigte ihm das Erricht mildernde Umstände zu und setzte dafür eine Gesängnisstrafe von 6 Monaten an, die auf 4 Monate Zuchthaus reduziert wurde, während es für die Tat in der hiesigen Klinik vergeblich nach mildernden Umständen suchte. Im Gegenteil wurden in dem Beschuldigen eines Irren recht straferschwerende Umstände gefunden. Die an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung und seine Gemeingefährlich-' feit rechtfertigten Ehrverlust und Polizeiaufsicht. — Drei 18 bezw. 20 jährige Maurergesellen, D. R. und die Brüder A. und R. P. von Groß-Karben arbeiteten im verflossenen Derbst bei einem Landwirt zu Kaichen, wo sie Gelegenheit hatten, sich mit seinen Lokalitäten bekannt zu machen. 9lls kurz nach ihrem Weggang dem Landwirt acht Stallhasen nachts mittels Einbruchs entwendet wurden, machten sich die Angeklagten dermaßen verdächtig, daß gegen sie Auflage erhoben wurde. Obwohl sie weder bei der Tat ertappt wurden, noch ein Geständnis ablegten, hielt sie das Gericht des gemeinschaftlichen schweren Diebstahls für überführt. R. erhielt 4 Monate und A. P. 5 Monate Gefängnis, während der rückfällige R. P. die Tat mit einem Jahr- Gefängnis büßen muß. Mit Rücksicht auf die Höhe der Strafe erfolgte seine Verhaft»,in._^
Vermischtes.
* Die anonyme Briefschrciber-Affäre, welche mit der Verurteilung der Frau Amtmann de la Roche in Herne endigte, zieht immer weitere Kreise. Der weitaus größte Teil der Herner und Baukarler Gesellschaft steht ohne Unterschied der Partei und Konfession auf Seiten der Familie de la Roche. Die Enthüllungen aus dem Prozeß haben überall tiefe Unzufriedenheit hervorgerufen. Zahlreiche Frauen und deren Töchter sind aus dem Vaterländischen Frauenverein ausgetreten, um einem gleichen Schicksal zu entgehen, das die Familie de la Roche betroffen hat. Das dem Verteidiger Hölscher nahestehende Blatt brachte einen Artikel, in welchem auch auf die Möglichkeit eines Justizirrtums bingewiesen wird. 9(Qe von den anonymen Briefen Betroffenen werden Schritte unternehmen, um eine Begnadigung oder Aenderung des Urteils herbeizuführen.
* Der neue preußische Gesandte in Darm- st abt, Wirkt. Legationsrat Dr. jur. Martin Freiherr von Rücker-Jenisch, der bisher deutscher Generalkonsul mit Gesandtenrang in Kairo war, isteinVetterdesReichs- kanzlers, dessen Mutter, Frau Luise von Bülow, eine geborene Rücker aus Hamburg war, und mit dem Fürsten Bülow auch noch dadurch verwandt, daß seine Schwester einen jüngeren Bruder des Kanzlers, den Rittmeister <t D. Christian von Bülow, geheiratet hat. Freiherr von Rückert-Jenisch ist 1861 in Hamburg geboren. Sein eigentlicher Familienname ist Rückert, er erbte mit dem großen Vermögen und den Besitzungen der Hamburger Patrizierfamilie Jenisch auch deren Namen. Er studierte in Bonn, wo er dem Preußen-Korps angehörte, und trat später in den dipl. Dienst, der ihn nacheinander auf eine Reihe auswärtiger Posten, so u. a. nach Süd- Amerika, nach London, München, Brüssel führte. Längere Zeit arbeitete er als Vortragender Rat im Auswärtigen Amte in Berlin, bis er 1903 als diplomatischer Vertreter des Deutschen Reiches in Kairo beglaubigt wurde. Als Herr v. Schoen, bekanntlich ein geborener'Wormser, nach St. Petersburg ging, nannte man Herrn v. Jenisch als seinen Nachfolger in Kopenhagen, das als Durchgangsstation zu einer Botschaft gilt, doch mußte er, wie es heißt, auf diesen Posten seiner leidenden Gesundheit wegen verzichten, die das nordische Klima nicht vertragen hätte. Seit 1905 mit der Gräfin Thhra Grote verheiratet, die seine Cousine und eine Tochter des 1898 verstorbenen früheren hannoverschen Gesandten in Madrid und nachmaligen Kammerherrn des Herzogs von Cumberland ist, erhielt Dr. Rücker-Jenisch erst vor wenigen Wochen den preußischen Freiherrensiand, dessen Forterbung an das Fideikommiß Klein-Hlottbeck geknüpft ist. Klein-Flottbeck ist der Geburtsort des Fürsten Bülow, der hier alljährlich einige Wochen Urlaub als Gast seines Vetters zuzubringen pflegt. — Der Gesandte ist Rittmeister der Reserve des 1. Garde-Ulanenregiments.
* Göttingen, 26. Febr. Hier wird gegenwärtig die Ablehnung einer Duellforderung seitens zweier Offiziere eifrig besprochen. Gelegentlich der Kaisergeburtstagsfeier kam es in einem Vergnngungslokal zwischen Soldaten und zur Feier eingeladenen' Studenten zu einer Schlägerei, die eine kriegsgerichtliche Untersuchung und den Selbstmord eines Feldwebel s zur Folge hatte. Nachträglich wurden einige Offiziere von den beteiligten Studenten mit Forderungen bedacht, weil erstere angeblich dazu aufgefordert hatten, sie (die Studenten) aus dem Lokal zu entfernen. Die Offiziere, welche lediglich von ihrem Hausrecht Gebrauch machten, haben die Forderungen abgelehnt und die Studenten wegen Herausforderung zum Zweikampf zur Anzeige gebracht.
x c LP6 " 9 eschronik. In Nürnberg gab der ledige Chemiker Völkel in vergangener Nacht seiner Braut, der ^chieinerstochter Trencker Gift. Das Mädchen starb alsbald. Völkel flüchtete unter her Angabe, Selbstmord begehen zu wollen und Nurd seitdem vermint.— Infolge anhaltender Regengüsse sind m B e l g i e n Flüsse und Bäche über die Ufer getreten. ®int Teil der Stadt Charleroi steht unter Wasser. Ein Boot mit 9 Personen kippte um wobei 5 Kinder ertranken. Auch m bei Umgegend von Lüttich haben die durch die Sambre bei nor gern feiten Ueberschwcinmungen großen Schaden angerichtet.
V>m ftcmzös. Kvlouialamte ist ein Telegramm aus Mada - g.askar emgegangen, wonach die Ortschaft Mahenore durch einen C Velo n vollständig zerstört worden ist. Mehrere sind unuif fnioeit,
Xütsift und
. Magdebura, 27. Febr. Tas neue große Chorwerk „Kö- nigin Lurse^, Text und Musik vom Domorgamften Professor
Forchhammer hier, erlebte gestern abend zur Borseier bei, Silberhochzeit des Kaiserpaares seine Uraufführung. Das Werk schildert in 12 Bildern das Leben der Königin Luise. Es enthält manchen poesievollen Satz, ist aber fein geschlossenes Kunstwerk vor größerer Bedeutung. Dem Komponisten bereitete man freundliche und persönliche Ehrungen.
sScricbfefaaL
sd. Darmstadt, 27. Febr. In dem schon erwähnten P r o z e s; des Rittmeisters de N e n i v i l l e gegen den Eisen- bahniiskus wegen S eh a d e n e r s a tz für zwei durch einen Eisen bahn,z»ig getötete Pferde in Hohe von 6500 Mk. fand heute Termin vor der Darmstädter Zivilkammer statt. Die Haftung der Bahn für solche Schäden wurde als g e s e tz l i cb b e st e h end anerkannt. Das Urteil konnte noch nicht gesprochen werden, da noch Beweiserhebungen nötig erscheinen. 0
M f. n ch e u , 27. Febr ' .•"’••• -1- d v r o ?, c ß SÄellh a a s
wird berichtet, daß trotz des Fc dienstags dcr Andrang des
Publikums ganz enorm war. ".n^klaate Schellhaas wird
in einem Tragstuhl in den Da " grollt. Sie sicht sehr elend aus. Au» die Frage des Vorfreuden erklärt sie sich imstande, den Verhandlungen zu folgen. Zur Vertretung der Anklage ergreift Staatsanwalt Prim-das Wort, ("r -wachtet in längeren Ausführungen die Ankl ' ; r gegen mich und Katharina Schellhaas als in vosi- - isiasaug? er -Heien und beantragt, d"s Schuldia wegen Mordes und Raubes über beide Angeklagte aus-zusvrechen. Bei dem angellagten Mäder hält der Staatsanwalt für erwiesen, daß er u'wußt habe, woher die Wertv"Piere mmm-r. ----h s-r; ,-L- si.- j- gewinnsüchtiger Absicht weitergegeben habe. Er beantragt, ihn wegen Urkundenfälschung und Hexerei schuldig zu sprechen. — ?cr Verteidiger des Angeklagten Schellhaas, Justizrat Bernstein, bittet unt Freisprechung.
Glatz, 27. Febr Tas Schwurgericht verurteilte den Berg- mamr Wentzel Wilschek aus Neurode, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, wegen vier vollendeter und zwei versuchter Brandstiftungen zu acht Jahren Zuchthaus. Wilschek halt" die Brandstiftungen verübt, um als Erster auf dem. Brandplatz zu sein und sich in hervorragender Weise nn den Löscharbeiten beteiligen zu können.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Vom Kassa-Aktienmarkt. Am Baisseewutag, da man sowohl an der Börse in Berlin wie in Frankfurt n. M. die Worte des Kaisers weitaus aktueller deutete, als sie jedenfalls gemeart waren, waren die Kursverluste auch cm Jndustriekassa- Markt reckn erheblich. So ainaen z. B. Dalle sch e Maschinenfabrik 5 Proz., Dörder Bergwerk V '> Proz., Mech-ener Bergwerk 4 Proz., Vhönir Proz., RheinisckMassauifche Bergwerksaes. 5Ve Proz., Rheinische Stahlwerke 4> '< Proz., Langendreer 8 Proz., SBittenev' Cußstcihl 7V. Proz. zurück.
Russische Anleihe-Gerüchte. Der Exchange Telegraph meldete, daß in Paris eine neue Anleihe von 450 Mill, zu einem Kurs von 92 und einem Zinsfuß von 6 Proz. abge- fchloffen sei. Diese Nachricht wird von der Reterso. Handels- und Jndustrieftg als völlig unbearimbet bereichnct.
Eingesandt.
(Für Fomr und Inhalt <her r.:c; । > Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti-'u dem 'Luolikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Auf der Kreis st raße zwischen Odenhausen und S a l z b ö d e n fließt das Wasser vor der Brücke über die Straße. Eiic Hindurchkomnwn ist rmmoglich. Warum sorgt die zuständige Behörde nicht für Abhilfe? Im Interesse des Publikums, das feine Steuern und Abgaben bezahlen muß, wäre da? sehr zu wünschen. Der Platz vor der Brücke muß aufgefüllt und tanalifie# werden und dem Uebelstand ist abgeholfen.
Salzböden, den 28. Februar 1906. B.
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Da§ Ergebnis der S u b rn i s s i o n der V e r p u tz a r b e i t e n für den Nlwbau der höheren Mädchenschule, welches int Eingeftndt des Gieß. Anz. 9hr. 46 erwähnt wurde, war insbesondere für die Beteiligten gar nicht eigenartig und überraschend. Daß die vereinigen Weißbinderweiftcr fast gleichmäßige Offerten eingereicht, kon? c nicht überraschen, nachdem diese die Offerten gemeinschaftlich vorbereitet hatten und auch die Arbeiten gemeinschaftlich aussühren oder unter sich verteilen wollten. Daher auch die ziemlich gleichmäßigen Osserten der Weißbindermeister. Die Bausirma, die nebenbei bemerkt, b-'s ictzt Mehr Verputzarbeiten ausgeführt, hat, als eine Anzahl Weißbindern', 'ister zusammen, hat sich mit ihrer Offerte an die Tagespreise gehalten. Die vereinigten Weißbindermeister glaubten, weiter keine Konkurrenz fürchten zu müssen und schnellten infolgedessen mit ihren Preisen in die Höhe. Daß sich Maurermeister und Baugcschäfte bei Vergebung von Verputzarbeiten beteiligen, ist ganz in der Ordnung, denn fast überall und insbes in den gröberen Städten werden die Verputzarbeitett von den Maurermeistern und Baugeschäften ansgesührt, die Weißbindermeister dagegen si'hren die Anstreicharbeiten aus. Ter oder die Einsender in Nr. 46 des Blattes meinen,' die Arbeiten würden in Akkord von auswärtigen Weißbindern ausgeführt, wenn die betreffende Firma den .Zuschlag bekommen sollte. Es müßte den Einsendern bekannt sein, daß die B^nsirnra Bauaroeiten in Akkord seit langen Jahren nicht ausführen läßt. Verviitzarbeiten läßt die F-trma durch die in Gießen wohnenden Verputzer und sowrnt diese nickst reichen, von solchen ans der nächsten Umgebung Herstellen. Und von wem lassen sich die Wcißl'indermcistcr ihre Arbeiten,machen? Meistens von Auswärtigen! — Was die Steuerzahler betrifft, sei noch bemerkt, daß die Sßaufirma ihre nicht unerheblichen Stenerbetrage hier in Gießen bezahlt, während die Steuern von mehreren auswärtigen der Vereinigung angehörenden Weißbindermeistern, unserer Stadt verloren gehen.
des Giessener Anzeigers, mits’e nnd Imlustr Frankfnrter Uörs
3>2°/o Reichsanleihe . . 101.10 3% do. . . 88.60 3%*70 Konsols .... 100.95 3% do 88 80 3K7o Hessen 99.70 ^°/n Oberbesgen . . . —.— 4°o Oestcrr. Goldrente. . 100.50 4V8 % Oesterr. Silberrente 101.30 4% TJnc-ar. Goldrente . . 95.65 Italien. Rente . . . —.—
3% Portugiesen Serie I . 68.7 3% Portnsriesen „ III 69 45 rnss.Staatsanl. 1905 91.20 4J*0'„ Japan. Staatsanleihe 93.90 4 % Conv. Türken von 1903 93 00 Türkenlose ... . . 144.80
4% Griech. Monopol-Anl. 53.00 4% äussere Argentinier . 92.20 3°/0 Ulexlltaner .... —.- 4%°/0 Chinesen .... 95.95
Aktien:
Bochum Gass 238.90 Buderas E. W 128.80
Tendenz: ziemlich fest.
Berliner Börse, 28
Canada E. B 174.60 Darmstädter Bar1’ . . 14*.2<' Deutsche Bank .... 241.30 Dortmunder Union C. . . 82.9 ' Dresdner Bank .... 163.10 Tendenz: kost.
KursfoerScMe teilt von der Bank fflr Handel ie, Giessen.
e. 28. Februar, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . 141.25
Elektriz. Schnckert . . . 130.50 Eschweiler B er "werk . 258.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 222 00 Hamburg; - Amerik. Paketf. 164 90 Harpener Bergwerk. . .212 40 Lanrahittte ..... 238.90 Nordd. Lloyd .... 127 00 Obeischles. Eisen-I;- Instrie 125.30 Berliner Handelsges . 173.20 Darmstädter Bank . . . 148.10 Deutsche Bank . . . 241 30
Deutsch-Asiat. Bank . . 182.50 Diskonto-Kommandit. . . 188.20 Dresdner Bank . . . 161.00 Kreditaktien 211.00 Baltimore- und Ohio-
Eisenl ahn . . . 113.50
Gotthard bahn 197 00 Lombard Eisenbahn . . 24 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 90 Prince-Henri-Eisenbabn . 133.50
• Februar. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk . . . 212.60 Laurahütte 239.20 I ombarden E. B. ... 24.40 Nordd. Lloyd 126.90 Ttirkenlose 145 jOO


