Ausgabe 
20.12.1906 Erstes Blatt
 
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1S6. Jahrgang

Erstes Blatt

Die Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.

Donnerstag 20. Dezember 1906

Vezng-vre,-, ft monothd)751UDtertel*

politische Lagerscha«.

Hundeschlachtungea im dritten Vierteljahr 1906.

Nach bcr amtiicoeii Schlachtvieh- und Fleqchbesä^u wurden im ganzen Reiche während des dritten ^icrtcIiaiTrä lJOb W3^ Hunde geschlachtet gegen 1U13 im zweiten Vierteljahr und gegen 21öl im ersten Vierteljahr. Davon entfallen an, Preußen 326. Im Königreich Bayern rourbe .an 106_ dmioen d.e iyleilii)» vefchau oorgeiwmmen. Königreich Lachs e n wurde die Fleischbeschau an 4.99 Hunden vorgenommen, «jin Königreich Württemberg weist nur der Iagstkreis Hundei chlachtungen,

General-Anzeiger

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 299

Erscheint tflflltJ) außer GonniagL.

Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Reiflichen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der

Woche betqelegt RoialionSdruck u. Ver­lag der Brüh l'lchen Univerf.-Buch-u.Dlem- bruderet. 9t Lange. Rehafrton. Orrehitum und iSrurferet:

Schul st ratze 7.

Redaklion fcs© 113 Verlag u.Exped.^Kbl Adresse lür Tevefchen:

Anzeiger Wietzen.

In den gestrigen Wahlversammlungen der Berliner Cozial- demokralen ist die Z e r st ö r n ii q der nationalen Gejin - >i n n g u n t e r den deutschen Arbeitern wieder nut t?od)- Dinck in 'jlngrifi genoinnieii ivorden. Ein 9iebner evloubte die Aeuberung.Gei'ühl nir imtionnle Würde, nationale Ehre verlangt man nun von den deutschen Arbeitern, den man so lange alS rm- ierlandslosen Gefeiten bezeichnet Hail" Lollien nicht Biele von den Peijauinielien gelunben haben, das ihnen hiermit eine zymsche Unwahrheit ms Gesicht geworten mürbe ? Niemand hat den d e it l s ch e ii A r b e l t e r als v a t e r l a n d s l o s e n G e j e l l e n bezeichnet, a in A l l e r w e n i g st e n der Kaiser, aui den der Cali natürlich gemüiizl >var. Grade der Kaiser hak immer daran 'estgehalten, dab die Gesuumiig einer bestimmten Klasse jozialistiicher 'Jlqimioren nicht die Gesinnung der beuicben Arbeiter ist. Wie könnte es auch anders sein, da doch zahlreiche Löhne deutscher Arbeiter gegenwärtig für die Ehre deS Reiches in Lud- westalrika fämplen, wie ihre Väter vor Metz, Sedan und Paris gelochten haben. Weiter bemerkt daS Blatt, dab die Annahme, die Regierung plane eine zweite Auslösung, gründlich ver­kehrt ist. Tte erste Auflösung fei doch grade im Vertrauen auf die Nation erfolgt. Air der Dianou fei es, das Vertrauen zu recht- iertigen.

Tte NeichSpartei erläßt einen Wahlaufruf, in welchem es heißt:

Tie Forderung des Zentrums, während eines noch nicht niedergedructien Au'standes die Zahl der im Felde stehenden Truppen nach dem Ermessen der Partei zu verringern, entsprang weder Mchlichen noch finanziellen Granden, sondern allein dein Bestreben, lerne Al a ch t auch in dieier nullt. Frage zu zeigen. Nur gegen Oieien Mißbrauch der parlamentarischen Macht richtet sich uni er Stampf, ibir menen im ümblicf aut die Vorgänge in Jrankreich jeden Ver­nich einer Erneuerung des Kiilturkamp'es zurück. Wir wollen nut unseren katholischen Mitbürgern in Frieden leben. Die Zurück- drängung der vaierlaiids'emdlichen, alle Freiheit und 9iechte des Volkes geiährdeude Sozialdemokratie muß auch bei dieser Wahl Die wichtige Au'gabe aller flaatserhaltenden Parteien bleiben. hJäblcr 1 Tas deuische Volk wird niemals teige zurüdweichen, solange eiii Feind gegen unsere Truppen im Felde steht. Niemals werden wir unicren mit teilbaren deutschen Blut erivorbenen Kolonial­besitz preis geben; niemals unsere Kolonisten der Mordgier Der Wilden, die Gräber innerer Helden der Schändung auszulieiem. Gilt der Wahllampf der Abschüttelung des ZeutrumsiochS und der Abwehr der Sozialdemokraten, so müssen alle Memiuigsverschiedeii- Ljeiien zuiitclireten vor der großen nationale» Pflicht. Wir müssen ve tonen, was uns eint, nicht was uns trennt. Hellen mir einen Reichstag zu wählen, der wieder der D l o l z d e r Nation ist.--- ---------

Kor öiu Keichstagswaßleu.

AuS Marburg wird uns unterm 20. d. MtS. ge­schrieben :

Gestern hat hier der eigentliche Wahlkamps begonnen. Und zwar sind eS die Liberalen, die zuerst auf dem Slampf­platz erschienen sind. Im überfüllten großen Saale des Turner- finuens entwickelte am Mittwoch der seitherige Abg. v. Ger lach ui lV.ltündiger glänzender Rede fein Programm. Ten prinzipiellen Ausführungen ging eine sehr uiterefimue Darlegung der Umstande voraus, die zur Reichstagsauflösung ge'iihn hatten. Oft von Bei- faUskundgebungen unterbrochen, polemisierte der Redner im weiteren cliarf gegen Bündler und Konieioative, bereit Aiarburger Führer ihm kürzlich in einer ländlichen geschlossenen Versammlung die nationale Gesinnung abgesprochen hätte. Temgegenüber verwies v Gerlach am die neuesten Auslassungen der ofsiziöfenLudd. Reichskorrespondenz", wonach die Regierung em au feer- ordentliches Interesse an der Erhaltung des bürgerlichen Liberalismus im Reichstag hat. In vater­ländischem, sreiheitlichem und sozialem Sinne will der Redtter wie bisher so auch fernerhin im Falle seiner Wiederwahl im Reichstag mirfen. Ta außer zwei Anhängern in der Diskussion niemand sprach konnte Die Versammlung, der Prosessor Sieveking, der Mar- burger 9latioimlöfonom. präsidierte, nach einem eindrucksvollen Schlußwort des Referenten geschlossen werben. Die Zuhörer spen­deten stürmischen Beifall.

Jin Wahlkreise Friedberg-Büdingen kandidiert, wie wir bereits meldeten, Graf Oriola wieder. Ferner sollen Unterhandlungen schweben, von Seiten der Bauernbündler den LandtazZabgeordneten Ullmann aufzustcllen. Bon den Sozialdemokraten ist Schreinermeister Busold auf- gestellt worden.

Der Reichstagsabg. Dr. Becker von Sprendlingen für den Wahlkreis Offenbach-Dieburg hat eine Wieder- wahl ab gelehnt. So meldete wenigstens dieFrkf. Ztg.V Die Dr. B. nahestehendeOffenb. Ztg.* weiß indes noch nichts davon. . .

In Mainz unterhandelt die Zentrumspartei mit dem früheren Reichstagsabg. und Rechtsanwalt Dr. Schmitt wegen Uebernahme der Reichstagskandidatur. Im Wahlkreis Montabaur-Enis-Nieberlahnslein ist vom Zentrum der bisherige Abg. Dahlem wieder aufgestellt worden. Im Wahlkreis Fulda-Gersfeld.Schlüchtern, einer sicheren Domäne des Zentrums soll, dem Vernehmen nach, der seitherige Vertreter im Reichstag, Richard Müller, wieder als Kandidat auf- qestellt werden, obwohl er während der letzten Session wegen seines Magenleidens beurlaubt war und m Versammlungen wiederholt seine Parlamentsmüdigkeit erklärt hat. Als Reserve soll man sich den Arbeitersekretär Becker-Frankfurt gesichert haben. Die Sozialisten stellen Göller als Zählkandidaten auf.

In Herborn stellte die Sozialdemokratie den Kaufmann Louis Trott aus Haiger als Kandidaten auf.

In dem Wahlkreise Germers heim- Be r gza b ern ist das Zusammengehen der Rational liberalen mit dem Bund der Landwirte gesichert!!

Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei hat zur Frage der allgemeinen Taktik bei den ReichstagS- wahlen folgende Resolution angenommen: Der Vorstand er­wartet von brn nattonalltberalen Wählern aller Wahlkreise, daß sie bei Hauptwahl und Stichwahl ihre Stimme so ab­geben und ihre Wahlbündnisse so abschließen, daß die Ver­tretung des deutschen Reichstages durch Zentrum und Sozialdemokralie soweit als nur möglich ein-

Das zcrst,nittene Tisastuch.

Wenn jemanu dlhi Zentrum vor vier Wochen, ja noch vor vierzehn Tagen vvrausgesagt hätte, es werde aufhören, dieregierende Partei" zu sein, noch mehr, es werde von der Reichsregiecung nicht länger zu den nationalen, zu den Ordnungsparteien, gerechnet wer­den, der Prophet würde allseitigem Spott verfallen sein. Aus eine so rasche Wandlung des Geschickes war keiner vorbereitet. Das Zentrum selbst kann sich noch nicht in die veränderten Umstünde zurechtstnoen. Die Rolle der Opposition, die es solange nicht gespielt hat, liegt rhm einstweilen gar nicht. Im Wahlaufruf des Zentrums wird dieganze bisherige Haltung der Fraktion in den Fragen der Heeres- und Flottengesetze, der Zolltarife und der Fr- nanzresorm" in Erinnerung gebracht, als ein schli gender Gegenbeweis gegen die Verdächtigung,daß wir nicht immer bereit seien, für des Vaterlatives Ehre und Wohl einzutreten". Es scheint, dag das Zentrum eine kleine Brücke bestehen las,en will, trotz allen Zornes über den vom Fürsten Bülow hingcworsenen Fehdehandschuh, um bei guter Gelegenheit späterhin wieder den Uebergang ins Negierungslager zubew erk st eiligen. Der Bund mit der Regierung hat dem Zentrum tm Laufe der Jahre doch soviel Nützliches eingetragen, ihm ein so un­geheures Maß von Einfluß gesichert auf den ver­schiedensten Gebieten, daß es wohl begreiflich ist, wenn die Partei auf diese mit großer Beharrlichkeit errungene Vor­zugsposition nicht leicht verzichtet. Auf die Voltstumrich- keit als stärkste Gruppe der Opposition kann das Zentrum pfeifen. Seine Wähler sind mit ihm marschiert, als es mit der Negierung Arm in Arm ging. Die Interessen der katholischen Bevölrerung sind vorzüglich dabei gediehen was hat das Zentrum mit nach Hause zu bringen, wenn die Herren in der Berliner Wilhelm frraße fortan für Dr. Spahn oder einen anderen Zentrumsführer nicht mehr zu sprechen wären? Gar mancher hegt die Ueberzeugung, ungeachtet des grimmigen Tones, den augenblicklich die Ofsizrvsen gegen das Zentrum anschlagen: diese Trennung ist teilte Scheidung. Es wäre ein arger Fehler, wollten andere Parteien darauf felsenfest bauen, daß Regierung und Zentrum miteinanderfertig" sind. Die Regierung hat schon mehr als ein Tischtuch zwischen sich und trotzigen Parteien zerschnitten, und immer wieder wurde das Tuch auf das schönste zusammengenäht. Nach der Ablehnung der Kanalvorlagen in Preußen bedrohte jeg­liche Ungnade die Konservativen; Herr v. PodbielSki zer­schnitt seierlichst vor dem preuß. Abgeordnetenhaus das Tischtuch zwischen sich und dem Bund der Landwirte. Alles schon dagewesen. Auch das Zentrum kann wieder zu doppelten Ehren gelangen.

Ter .Nhein.-Weslf. Zlg.' ging in Ur- und Abschrift eine vertrauliche Anweisung zu, die der Direktor der Zentrums-Parlaments-Korresponbenz an die Zentrumspresse gesandt hat. Die Anweisung lautet:

.Es entspricht einem Wunsche des Vorstandes der Zentrums- iraftion des Reichstags, baß bei Besprechung des Wahlaufrufes, den wir Ihnen heule zugehen lassen, sowie bei dem Wahtkarnpi seid ft alle persönlichen 9)1 o mente, die tu die Kolonialfragen hinerngespielt haben, _ a u § g e f d) a 11 e t und daß nur die großen Gesichtspunkte ms Treffen geiuhrt werden. Ferner wird gebeten, bei der Wahlagitation besonders daraus am- merksam zn machen, daß das Zentrum nicht mit der Kolo nialpolitiküber Haupt brechen 'volle, sondern baß eZ nur eine vernünftige KolonialpolNik, die der Leistungsfähigkeit des deutschen Volles entspricht, geführt haben roill."

TerPopo lo Romano", eins der angesehensten Blatter Roms, bas royalistische Tenbenzen verfolgt, schreibt zu bem

Wahlaufrufe bes Zentrums:

Durch ben energischen Schritt des Reichskanzlers zum heftigen Kampf gezwungen, Indien bie Führer bes Z e ntru m s ihre demokratische Tendenz zu betonen, um ihre Position zu retten. Was die angebliche Verletzung der Volksrechte betrifft, jo mochten wir wissen, iv 0 z n das von der Verfassung der Krone enigeraumte A n s 1 ö f n >i g s r e ch t dient, luenu die Regierung bei einem ernsten Zwiespalt zwischen der Regierung und dem Parlament nicht an das "anb appellieren kann? Wo ist also bie Veriasjungsverletzung und der Absolutismus Bülows? . »

Tcr bisherige Reichstagsabgeorbnete des Wahlkreises München-Gladbach, Pros. Dr. Hitze (Zlr.), will aus Ge- sundheilsrücksichten nicht mehr kandidieren.

Tie Neichsregierung und die Sozialdemokratie.

Die »Rordd. Allg. Zig." jchreibl in offiziösem Sperr- druck:

Neues aus Rußland.

Als am Mittwoch vormittag in Lodz der Oberpolizei­meister Oberst Chrzanows fi sich in einer Kutsche in Die Kirche zum Gottesdienst begeben wollte, wuroen zwei Bomben geschleudert. Die Kütsche wurde zerstört, der Oberst schwer verwundet. Ein Kriminalschutzmann wurde getötet, zwei verletzt, die Pferde getötet. Ter Kutscher und ein Polizeiagent wurden verletzt. Die zweite Bombe explodierte nicht. Die Täter entkamen unter Ab­feuern von Schüssen.

Im Hafen von Odessa explodierten auf dem DampferKaiser Nikolaus" zwei Höllen-Ma­schinen. Der Dampfer belam ein Leck und begann zu .inten, doch gelang es, eine Schutzmatte über das Leck zu ziehen, wodurch dem Sinken des Dampfers Einhalt getan wurde. Die Mannschaft, die mit Aufständischen un Ein­vernehmen war, hatte den Dampfer verlassen und Abrech­nung verlangt. Um die Mamischaft zu ersetzen, werden von demBunde des russischen Volkes" empfohlene Leute angenommen. Die Explosion fand statt, als die Mitglieder des Bundes sich noch an Land befanden und fich anschickten, an Bord zu gehen. . . .

In Charkow janb ein Knabe auf der ^traize eine Metallbüchse, die er einem Arbeiter brachte. Als dieser sie öffnen wollte, explodierte sie mit furchtbarer Gewalt. Ter Arbeiter und zwei der umstehenden Knaben wurden getötet, drei andere Kinder verletzt.

Aus Slonym wird gemeldet: 21 Gefangene, die in einem Vahnzuge befördert wurden, schossen während der Fahrt mit Revolvern auf die herbeigeeilten Mannschaften. Zwei der letzteren wurden getötet, drei verwundet. Sechs der Gefangenen sprangen aus dem Zuge; die Flüchtigen wurden verfolgt.

Chunchufen drangen in den letzten Tagen in einen Bahnwagen der Uäuri-Bahn und griffen die Reisenden an. Ein Soldat wurde getötet; fünf Chunchuscn er­litten Verletzungen.

Aus Feodosia iTaurien) kommt folgende Nachricht: In der verganaenen Nacht brach während eines Unwet­ters auf dem" Dampf erNowrowissisk" Feuer aus. Unter den 60 Passagieren entstand eine Panik. ^Tank dem energischen Eingreifen des Kapitäns, der das Lchiff zum Ufer lenkte, wurden die Passagiere und die 50 Mann starte Besatzung gerettet. Das Schiff ist nahezu völlig ver­brannt.

In Ch arb in sieht das große Geb aude d es Gene - r al st ab es des Amurbezicles int Zentrum der Stadt in Flammen. Dank der aufopfernden Bemühungen dec Offiziere und Soldaten sind die Wertbestände und Doku­mente gerettet woroen. Das Museum und die Bibliothek sind zerstört. Auf dem Quai ist ein Lager mit großen Vorräten sowie em Kaufhaus ebenfalls vom Feuer ver- nichtet worden.

geschränkt und vom deutschen Volke der Druck einer Vor­herrschaft der klerikalen und revolutionären Partei endlich genommen werde. Deshalb bittet der Zentraivorsland, überall ben Wahlaufruf von vornherein so zu führen, baß wenigstens in den Stichwahlen em Zusammengehen gegen jene beiden Parteien er­leichtert wird.

In Essen hat die Leitung der gesamten ocreimgten nationalen Parteien Herrn Krupp von Bohlen und Halbach die Kandidatur für ben Wahlkreis Essen angeboten. Tie Verhanblungen sinb jeboch noch nicht zum Abschluß gelangt.

Die Christlich-Sozialen veröffentlichen einen Wahl- aufruf, ber wie folgt schließt:

Tie Ausgestaltung eines mobernen GewerklchaftsrechteS, die Sicherung des reellen Handwerks und der Vabenmbaber gegen das spekulative Großbändlerunn, der Gewinn einer angemessenen Vebensbainuifl für die Beamten, TmchiüDrnng der Wuwen- und Wafjenverjoigung, Schutz der lienmfdien Produknon in Liadt und L'anö, Förderung aller redlichen Arbeit in IZanbivirtjcbaft und <jii- öuftrie, Erleichieiung der Prozeßführimg für tue 'JJiinöeibemiuehen, fleredjiere Verteilung ber <steueila|i und vieles Andere muß Ai>>» gabe des neuen Reichslages jein. Wir ziehen in den Wahlkampf nut ber aucii Parole: Christentum, Vaterland, Sozialreiorm.

ifitirhdi 9)11. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pi.; durch diePolt 9)11.2. oiericl- jälirL ansfdil. BeNellg. Annahme von Anzeige« für bie irtflesiumimet biS vormittags 10 Uhr.

ZeilenpreiS. lokal 12

auSwärtS 2U Pfg.

Verantwortlich *üt ben volit. und allqem. Teil V. W1 irkv *üt ,Siadt ,md Vanb* unb _®erid)tsfaar Ernst Heß. 'in ben An- xeiaenteil: £>an8 Be

BekiUllitMiichllllg.

Betr.: Neubesetzung beS Großh. KreiSveterinäramtS Gießen.

Das Großh. KreiSvetermäramt Gleßeu ist unter Nr. 232 an bas Fernsprechnetz angejchlossen.

Es wirb empfohlen, bei eiligen Requisitionen (Fleisch- beschau, Seuchcnausbruch) möglichst biese Einrichtung zu benützen.

DaS Amtszimmer deS Großh. KreiSveterinäramtS befindet sich Lubwigstraße 45.

Dtenststunben sind:

Werktags von 812 Uhr vormittags

, , 26 , nachmittags

Sonntags vormittags von 89 Uhr.

Requisitionen können nur bann mit Sicherheit entgegen» genommen werben, wenn sie in biefcc Zeit erfolgen.

Gießen, ben 19. Dezember 1906.

Grotzyerzogliuj.o tclsühu Gießen.

___________I. V.: Weicker.___________

^rluuuiluiürtnuiß.

Betr.: Gesuch beS Johannes Weller in Leihgestern um Genehmigung zur Errichtung eines Tainpstessels.

Johannes Weller von Leihgestern beabsichtigt, auf dem ©runbiuid Flur II Nr. 686 ber Gemarkung Leihgestern einen Dampfkessel zu errichten.

Pläne unb Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen bieses un KreiSblalt sür ben KceiS Gießen an gerechnet, auf bem Bureau ber Großh. Bürgermeisterei Leihgestern zur Einsicht ber Interessenten offen. Elwaige Em- weubungen sinb binnen bieser Frist bei Nieibung deS 9lus- schlusseS bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Leihgestern oorzubringen.

Gietzen, den 17. Dezember 1906.

Großh. Kreisamt Gießen.

I. V.: Welcker.